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carmen miserabile texit. Weben und Erzählen in den Metamorphosen Ovids und Kim de l’Horizons Blutbuch

Unterhalb und innerhalb der überbordenden Medienberichterstattung, die Kim de l’Horizons Blutbuch[1] seit seiner dreifachen Prämierung 2022 umgibt,[2] formieren sich nach und nach neue Dispositive einer autofiktionalen Poetik. Begünstigt und aktualisiert werden diese nicht zuletzt dadurch, dass Kim de l’Horizon als persona politische und kulturelle Diskurse immer wieder selbst öffentlich mitanstösst[3]Weiterlesen…

Mediale Schauplätze der Gesellschaft – Zur Vielschichtigkeit von illustrierten Flugblättern der Frühen Neuzeit

In den letzten vier Jahren intensiver Forschung zum illustrierten Flugblatt der frühen Neuzeit wurde mir die faszinierende Komplexität eines Mediums offenbart, das auf den ersten Blick einfach erscheinen mag.[1] Ich durfte entdecken, wie Bild- und Textdetails einzeln und besonders im Zusammenspiel eine beeindruckende Wirkung entfalten. Meine Erkenntnis ist, dass FlugblätterWeiterlesen…

Zeitreisen und Briefschreiben

Papier, Tintenfass und Federkiel spielen eine wichtige Rolle in Roberto Benignis und Massimo Troisis charmanter Zeitreise-Komödie Non ci resta che piangere (Nothing Left to Do but Cry) von 1984.[1] Nachdem die beiden Protagonisten Saverio (Benigni) und Mario (Troisi) aus unerklärlichen Gründen in der Vergangenheit landen, etablieren sich die Schreibutensilien raschWeiterlesen…

Heilige Höhlen: Zur Verortung von Höhlen aus Heiligenlegenden

Heilige Höhlen: Zur Verortung von Höhlen aus Heiligenlegenden In christlich-religiösen Texten des Mittelalters finden sich zahlreiche Höhlen, die meist als Rückzugsmöglichkeit und Ort der Einsiedelei fungieren. Ihre Bewohner*innen besiedeln solche Höhlen freiwillig, um sich fern von der Gesellschaft einem Leben im Gebet zuzuwenden. Dabei kommen diese ‚Höhlenbewohner*innen‘ mit einer höheren,Weiterlesen…

Überlegungen zur Narrativität japanischer Querrollen

Die bemalte Querrolle (emaki) war in Japan spätestens ab dem ausgehenden 10. Jahrhundert ein beliebtes Format, um Geschichten durch Text und Bild zu vermitteln. Die typische Querrolle besteht aus Papier und ist 20 bis 35 cm hoch und häufig über 10 m lang. Beim Betrachten wird sie Stück für StückWeiterlesen…

In der Höhle des Laurin – Eine moralische Abenteuerreise

Heranführung Die Welt fernab vom Hof: Laurins Rosengarten und seine prunkvolle Berghöhle – in diesen Räumen suchen Dietrich und seine Gefährten nach Abenteuer und bekämpfen den dortigen Hausherrn, den Zwergenkönig Laurin, um als ‚Helden‘ zurück an ihren Hof zu kommen. Die Erzählung Laurin scheint geprägt von Dichotomien: Gut und Böse,Weiterlesen…

Die Höhle als heterotopischer Zeitenraum in der ‚Melusine‘ Thürings von Ringoltingen

Die Höhle in der mittelalterlichen Literatur kann als eine literarische Form einer Anderswelt verstanden werden. Wahrnehmungs- und Wissensprozesse werden in der Anderswelt der Höhle gleichzeitig in Bezug und in Abgrenzung zur alltäglichen Lebenswelt verhandelt. Die Höhle ist räumlich von der Aussenwelt abgegrenzt, da sie zumeist schwer zugänglich und ein inWeiterlesen…

Die Minnegrotte im ‚Tristan‘ als multifunktionales Medium

Was kann auf dem Weg zu einer Höhle alles vermittelt werden? Worin gründet das informationstragende Potenzial von unterschiedlichen Höhlenzugängen? Welche Bedeutung kommt der Gestaltung des Höhleninnenraums zu? Im folgenden Beitrag untersuchen wir verschiedene Teile der Minnegrotte aus Gottfrieds Tristan auf ihre medialen Funktionen hin. Dieser Raum gehört wohl zu denWeiterlesen…

Höhlen und Höllen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Die Höhle als Projektionsfläche für menschliche Ängste

Als Räume unter der Erde und somit als Unterwelten bergen Höhlen schon seit jeher das Potenzial, Schauplätze antithetischer Überlegungen zur Oberwelt und zum Himmel zu sein. Als verborgene Negativräume, in denen die Dunkelheit herrscht und die das Unbekannte sowie nicht Wahrnehmbare beherbergen, bieten sie eine Projektionsfläche für menschliche Ängste undWeiterlesen…

Philosophische Zugänge zur Höhle

Im Verlauf der Geistesgeschichte haben sich Philosoph*innen immer wieder mit dem Topos der Höhle auseinandergesetzt. Im Folgenden stellen wir zunächst zwei dieser Texte vor, welche der Höhle eine unterschiedliche Bedeutung zuschreiben. Während in Platons Höhlengleichnis die Höhle als ein Ort der Gefangenschaft und der Illusion charakterisiert wird, welcher die SichtWeiterlesen…

Anderswelten: Die Höhle in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Ob als Behausung von Ungeheuern und Fabelwesen, als Zufluchtsort für Liebende, als Zugang zum Jenseits oder als künstlich angelegter Staunensraum: Höhlen sind in zahlreichen Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit von besonderem Stellenwert, da sie sich in ihrer Andersartigkeit von der alltäglichen Lebenswelt unterscheiden und gängige Wissens- und ErfahrungsmöglichkeitenWeiterlesen…

Grenzen der Metaphern? Reflexion auf Sprache und Dichtung in einem correctio-Sonett von Philipp von Zesen

Philipp von Zesen (1619–1689) veröffentlichte 1641 seinen Deutschen Helicon, ein Lehr- und Theoriebuch über deutsche Lyrik mit zahlreichen eigenen Gedichten, die auch als Anschauungsmaterial für die formulierte Verslehre fungieren sollten. Eines davon ist überschrieben mit Alexandriniſch Sonnet. So ſich mit weiblicher endung anfaͤht. Auf die haar einer Jungfer[1]: SEyn dasWeiterlesen…

Gespenster oder unsichtbare Menschen? Macht und Materialität des Teufels um 1700

In der reformierten Theologie der Frühen Neuzeit galten sämtliche Gespenster als Werk des Teufels. Dieser agiere jedoch nicht aus eigenem Antrieb heraus, sondern lediglich als Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Diesbezüglich hält der Elsauer Pfarrer Bartholomäus Anhorn von Hartwiss (1616–1700) in seinem Traktat Zorn-Zeichen Gottes (1665) fest, dass GottWeiterlesen…

Licht und Schatten: Gryphius’ Gespenster und ‚Special Effects‘

Computer-generated Imagery – oder kurz CGI – macht es möglich: Tupac Shakur († 1996) performt auf dem Coachella (2012). Harold Ramis († 2014) hilft in Ghostbusters: Afterlive (2021) als Totengeist von Egon Spengler, den Weltuntergang zu verhindern. Und Carrie Fisher († 2016) richtet als Leia Organa in Star Wars 9: The Rise ofWeiterlesen…

Akte und Objekt als Einblick in die gelebte Realität der frühen Neuzeit

Content Notifications: Sexuelle Gewalt, Abtreibung, Gewalt gegen Frauen Am 15.11.1654 wurde am Hof zu Hessen-Kassel ein Schreiben eingereicht, in dem Konstantin ‚Stam‘ Neurath (1633–1719), Lakai am Hof der Prinzessin und Schwester des Landesfürsten, der nothzucht anklagt wird. Verfasserin der Bitte um landesfürstlichen Beistand war Anna Martha Wißler. Sie identifiziert sichWeiterlesen…

Text-Bild-Verhältnisse: Die Titelseiten frühneuzeitlicher Praktiken und Praktikparodien

Das prophetisch-astrologische Schrifttum der Frühen Neuzeit Im 15. und 16. Jahrhundert florierte das astrologisch-prophetische Schrifttum geradezu, nahm Einfluss auf das alltägliche Leben, aber auch auf Politik, Religion und Wissenschaft: Sogenannte ,Lasstafeln‘, Ein- oder Mehrblattdrucke, verrieten unter Angabe der Neu- und Vollmonde günstige Termine für medizinische Behandlungen, insbesondere den Aderlass, aberWeiterlesen…

Adressierungsstrategien in Trauer-Tweets aus linguistischer und theologischer Perspektive

In diesem Blogbeitrag geben wir einen Einblick in die Trauer-Kommunikation auf Twitter. Wir untersuchen, wie Menschen ihre Trauer im Internet – hier konkret auf dem Microblogging-Dienst Twitter – ausdrücken. Zunächst gehen wir auf unsere Daten und methodischen Herangehensweisen ein, im Anschluss daran präsentieren wir einige Ergebnisse. Als Datengrundlage haben wirWeiterlesen…

Die Kopien der Madonna di Trapani: Medien eines Gnadenbildes

Im 17. Jahrhundert hatte die Verehrung marianischer Gnadenbilder längst globale Ausmasse angenommen, wie der Jesuit Wilhelm Gumppenberg in seinem Atlas Marianus, einer Sammlung von 1200 wundertätigen Bildern der Jungfrau Maria aus aller Welt, den Lesern deutlich vor Augen zu führen suchte.[1] Insgesamt 266 Ordensbrüder hatten sich an dem in seiner geografischenWeiterlesen…

Mit Steinen kommunizieren? Materielle Darstellungsformen des Bergkristalls im Mittelalter

Viele Objekte der mittelalterlichen Kunst und Kultur bestehen typischerweise aus den kostbarsten und seltensten Materialien.[1] Insbesondere Dinge, die in physischer Realpräsenz mit dem Heiligen (z. B. Reliquiare) oder innerhalb erzählender Texte mit dem Wunderbaren (z. B. Zelte, Automaten, Schwerter) in Verbindung stehen, erhalten zusätzlichen Glanz und sind häufig zu großen Teilen mitWeiterlesen…

Gesungenes Heil: ›Die Bibel in drei Liedern‹ (Augsburg 1534)

Im Anfang da schuoff Gotte Den himmel vnd die erd  Auch ruowet er on spotte Ein spyß verbot der werd. Die schlang verfürt daz wybe mit sampt dem mann darnach. Der Cayn bracht von lybe Sin bruoder Abel trüwe Die vätter sturben gmach. (Gn 1,1–5) Die Strophe entfaltet in äußersterWeiterlesen…

Medialität des Erzählens in der skandinavischen Literatur der Frühen Neuzeit

Texte entstehen nicht in einem luftleeren Raum, sondern in sehr konkreten, materiellen und medialen Kontexten: Texte werden verfasst, sie werden in Handschriften, gedruckten Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und in digitalen Formaten überliefert. Texte werden verkauft, vermarktet und letztlich gelesen und rezipiert. Kurz: Sie gehen durch zahlreiche Hände. Was zunächst offensichtlich ist,Weiterlesen…

›Made in Oberammergau‹ – Materialität und Repräsentation der Oberammergauer Passions-Souvenirs

The souvenir distinguishes experiences. We do not need or desire souvenirs of events that are repeatable. Rather we need or desire souvenirs of events that are reportable, events whose materiality has escaped us, events that thereby exist only through the invention of narrative. (Stewart 1984: 135) Die Oberammergauer Passionsspiele sindWeiterlesen…

Spielplätze der frühen Neuzeit oder: Wo sich Mediävist:innen vergnügen

Eine lange Tafel, drei Mönche sitzen drei Bürgern gegenüber, vor ihnen ein Spielbrett, Spielkarten und Würfel, ein neugieriger Zuschauer blickt gespannt auf die Würfel kurz vor dem Fall, Papst und Kardinal greifen im Angesicht der drohenden Niederlage mit Gewalt ins Spiel ein; in dem, um ca. 1570 verm. in AntwerpenWeiterlesen…

Staunen im Kinderbuch – Eine historische Ausstellung

«Ei du kleiner Knirps, was gibt’s denn durch das Guckloch zu schauen? Willst du aus der engen, bekannten Welt des elterlichen Gartens einen Blick hinaus tun in die weite, unbekannte Welt draussen?» fragt die Pädagogin Adelheid Stier den kleinen Protagonisten ihrer Kurzgeschichte Am Ausguck. Zur Sprache kommen hier die kindlicheWeiterlesen…

Passion Reloaded. Das Reenactment des Krämerspiels aus dem Innsbrucker Osterspiel in Oxford

Easter Plays in the medieval German speaking world (Rebekka Gründel) In the German Easter Plays, the name says it all: celebrating Easter and the salvation that it brings for Christianity is programme. Christ’s resurrection is depicted in great detail, using monologic and dialogic form to create an immersive and livelyWeiterlesen…

Kürzung. Zur Aktualität einer intermedialen Praxis

Die Gegenwart war schon immer kurz. Und das nicht nur mit Blick auf ihre rein temporale Verfügbarkeit. Vielmehr forciert die Fülle an Informationen, Nachrichten, Neuigkeiten, die tagtäglich, ja geradezu im Minutentakt produziert werden, den Anschein von ›Kurzlebigkeit‹. Denn kaum reicht die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit aus für eineWeiterlesen…

Margaret von Anjou oder: Das Making-of einer villain queen

Fake news und alternative facts sind nicht erst ein Phänomen der digital gesteuerten Gegenwart, sondern haben eine lange Geschichte. Sie wurden auch eingesetzt, um Margaret von Anjou, die 1445 als 15-jähriges Mädchen im Kontext ihrer Heirat mit König Henry VI. nach England kam, gezielt zu diskreditieren. Bei den Engländern istWeiterlesen…

Spitzen-Stars. Mode, Macht und Medialität eines Kleidungsstückes

Im September 2020 teilten über 6 000 Nutzer*innen via Twitter ein Bild von LeBron James und Anthony Davis, den beiden Superstars des amerikanischen Basketballclubs der LA Lakers. Das Bild sorgte für Aufmerksamkeit, denn die Sportler waren nicht in Trikots, Shorts und Turnschuhen zu sehen, sondern beide trugen schwarze, langärmelige T-ShirtsWeiterlesen…

Medialer Mangel und mediale Fülle der Geisteswissenschaften in gekrönten Zeiten

Nicht nur aus kunstgeschichtlichen Gründen, sondern auch angesichts der besonderen ikonischen Verdichtung gilt Albrecht Dürers Hieronymus-Kupferstich aus dem Jahr 1514 zu Recht als Meisterwerk: Er inszeniert den Heiligen als Gelehrten ‹im Gehäus› mit dem Löwen, seinem treuen Begleiter. Zusammen mit dem ikonographischen Typus des Büßers in der Wüste hat diesesWeiterlesen…

Hybride Chronik. Schedel zwischen den Zeiten

Die Schedel’sche Weltchronik ist ein auch heute noch beeindruckendes Dokument des Medienwandels von der Handschrift zum Druck und wird vielleicht gerade deshalb mit dem derzeitigen Medienwandel in Verbindung gebracht. So heißt es auf dem Umschlag der im Taschen-Verlag von Stephan Füssel herausgegebenen Faksimile-Ausgabe lapidar, aber Eindruck heischend: «Über 500 Jahre vor Google».Weiterlesen…

Im Leih-Cabrio durch Saint-Tropez. Über Meta-Tourismus

Zwei verschiedene Ausgaben von Erika und Klaus Manns ursprünglich 1931 erschienenen «Buch von der Riviera» hält der Buchhandel aktuell bereit. Der elegant-schnöselig in selbstironischer Halbdistanz zum Gegenstand geschriebene Reiseführer der Mann-Geschwister über die Côte d’Azur und die ligurische Küste war seinerzeit ein Bestseller. Das ist auch heute noch nachvollziehbar: ErikaWeiterlesen…

Medien des Gedächtnisses im Straßburger Münster

Das wär‘ antik! Ich wüßt‘ es nicht zu preisen, Es sollte plump und überlästig heißen. Roh nennt man edel, unbehülflich groß. Schmalpfeiler lieb‘ ich, strebend, grenzenlos; Spitzbögiger Zenit erhebt den Geist; Solch ein Gebäu erbaut uns allermeist. (Johann Wolfgang von Goethe, Faust II, 1. Akt, V. 6409–6414) Was Johann WolfgangWeiterlesen…

Ist das ein Ding?

Werkbundarchiv – Museum der DingeWeiterlesen…

Verkoppelungen – Verlinkungen – Verschränkungen: Éric Rohmers ‚Perceval ou le Conte du Graal‘

Collage, Montage und Bricolage, Verschränkung, Verlinkung und Verschachtelung, Überlappung, Überlagerung und Überblendung. Der vierte Workshop des ZHM zum Thema ›Raum – Medialität – Zeit‹ (5. Oktober 2018) stand im Zeichen medialer Praktiken der Amalgamierung und Hybridisierung von Heterogenem. Dabei wurden Zusammenführungsleistungen in den Blick genommen, die vom geordneten Nebeneinander vonWeiterlesen…

Zwingli, der Zürcher. Beobachtungen zum Film

In Zeiten der Reformationsfeierlichkeiten, in denen es Luther als Playmobil-Figur zu kaufen gibt, wird nun auch Zwingli populär. Der neue Film erzählt das Leben des Zürcher Reformators flüssig, mit differenziert agierenden Schauspielern und viel Lokalkolorit. Die Schauplätze dafür wurden offenbar kenntnisreich und mit grosser Akribie rekonstruiert. Ausgangspunkt für das filmischeWeiterlesen…

Faust(us) zwischen Wittenberg, Krakau, Ingolstadt – und München

München Faust und München – dies war gerade im Zeichen des ‚Faust-Festivals‘, das in diesem Blog von Mike Bill ausführlich besprochen wurde, eine einschlägige Kombination: „Ein Drama, eine Stadt, hunderte Events“.Weiterlesen…

Der Gegenschuss aus dem dritten Jahrtausend der Christenheit

Mit der Aussicht auf den Y2K-induzierten Kollaps der Zivilisation, einem Rekordfeuerwerk in nahezu jeder Metropole dieser Welt und einem Konzert von Jean-Michel Jarre zwischen den Pyramiden von Gizeh bot das Ende des 20. Jahrhunderts exzellente Aussicht auf einen hochkarätigen Fernsehabend. Wer die letzte Jahrtausendwende vor dem heimischen Kathodenstrahlröhrenbildschirm verbracht hatWeiterlesen…

Medien abschaffen!

„Medium“ – diesen Begriff in der historisch-geisteswissenschaftlichen Textproduktion verwenden zu müssen, aktivierte eine Weile lang (wohl in der ersten Hälfte der 2000er Jahre) meine Nackenhaare: zu modisch, zu ubiquitär, zu anbiedernd an (nicht mehr ganz) aktuelle Paradigmen und gesellschaftliche Debatten. Dazu der Anspruch, die enorme Breite medienwissenschaftlicher Wissensproduktion adäquat mitzudenken.Weiterlesen…

Inkubus Faust

Goethes Faust. Der Tragödie Erster Teil – ohne Sprache, in bewegten Bildern getanzt. Ihn neu zu erfinden und sich gleichzeitig in die Geschichte der medialen Bearbeitungen einzuschreiben, gelingt „Faust – Das Ballett“, das als Choreographie und Inszenierung von Edward Clug mit Musik von Milko Lazar in der letzten Spielzeit am ZürcherWeiterlesen…

Das Spektakel einer Tragödie

Die Ausstellung „Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst“ in der Kunsthalle München hält der Gegenwart den Spiegel vor. Dass es dabei eher um eine schillernde Zurschaustellung simpler Identifikationsvorgänge statt der Möglichkeit zur individuellen Auseinandersetzung geht, wird unter den Teppich der reichhaltigen Rezeptionsgeschichte von Goethes Werk gekehrt. Visuelle Spiegelung ZwischenWeiterlesen…

„Henkerey, Folterey, Spasz dabei“. Schmerz als Geschichtsmedium

In der gutgemeinten Warnung «Pass doch auf, wo Du hinfolterst!» lässt der deutsche Komiker Otto Waalkes 1984 seine ebenso knappe wie hellsichtige Darstellung des «finsteren Mittelalters» kulminieren. Aufpassen, wo er hinfoltert, muss auch der in Lederkluft gewandete Scharfrichter-Darsteller auf dem Mittelaltermarkt im Zürcher Oberland. Gerade hat sich eine junge MarktbesucherinWeiterlesen…

Das Medium kann nicht gefunden werden

Problem Als ich vor einiger Zeit in einer Vorlesung einen Videoclip zeigen wollte, kam die Meldung: Das Medium konnte nicht gefunden werden. Das Gelächter kann man sich vorstellen. Nicht nur, weil Dozentenungeschick immer erheitert. Sondern auch, weil es genau darum in der Vorlesung gehen sollte: um Medien und ihre historischenWeiterlesen…

Nach Monaten…