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Medialität des Erzählens in der skandinavischen Literatur der Frühen Neuzeit

Texte entstehen nicht in einem luftleeren Raum, sondern in sehr konkreten, materiellen und medialen Kontexten: Texte werden verfasst, sie werden in Handschriften, gedruckten Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und in digitalen Formaten überliefert. Texte werden verkauft, vermarktet und letztlich gelesen und rezipiert. Kurz: Sie gehen durch zahlreiche Hände. Was zunächst offensichtlich ist,Weiterlesen…

›Made in Oberammergau‹ – Materialität und Repräsentation der Oberammergauer Passions-Souvenirs

The souvenir distinguishes experiences. We do not need or desire souvenirs of events that are repeatable. Rather we need or desire souvenirs of events that are reportable, events whose materiality has escaped us, events that thereby exist only through the invention of narrative. (Stewart 1984: 135) Die Oberammergauer Passionsspiele sindWeiterlesen…

Spielplätze der frühen Neuzeit oder: Wo sich Mediävist:innen vergnügen

Eine lange Tafel, drei Mönche sitzen drei Bürgern gegenüber, vor ihnen ein Spielbrett, Spielkarten und Würfel, ein neugieriger Zuschauer blickt gespannt auf die Würfel kurz vor dem Fall, Papst und Kardinal greifen im Angesicht der drohenden Niederlage mit Gewalt ins Spiel ein; in dem, um ca. 1570 verm. in AntwerpenWeiterlesen…

Staunen im Kinderbuch – Eine historische Ausstellung

«Ei du kleiner Knirps, was gibt’s denn durch das Guckloch zu schauen? Willst du aus der engen, bekannten Welt des elterlichen Gartens einen Blick hinaus tun in die weite, unbekannte Welt draussen?» fragt die Pädagogin Adelheid Stier den kleinen Protagonisten ihrer Kurzgeschichte Am Ausguck. Zur Sprache kommen hier die kindlicheWeiterlesen…

Passion Reloaded. Das Reenactment des Krämerspiels aus dem Innsbrucker Osterspiel in Oxford

Easter Plays in the medieval German speaking world (Rebekka Gründel) In the German Easter Plays, the name says it all: celebrating Easter and the salvation that it brings for Christianity is programme. Christ’s resurrection is depicted in great detail, using monologic and dialogic form to create an immersive and livelyWeiterlesen…

Kürzung. Zur Aktualität einer intermedialen Praxis

Die Gegenwart war schon immer kurz. Und das nicht nur mit Blick auf ihre rein temporale Verfügbarkeit. Vielmehr forciert die Fülle an Informationen, Nachrichten, Neuigkeiten, die tagtäglich, ja geradezu im Minutentakt produziert werden, den Anschein von ›Kurzlebigkeit‹. Denn kaum reicht die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit aus für eineWeiterlesen…

Margaret von Anjou oder: Das Making-of einer villain queen

Fake news und alternative facts sind nicht erst ein Phänomen der digital gesteuerten Gegenwart, sondern haben eine lange Geschichte. Sie wurden auch eingesetzt, um Margaret von Anjou, die 1445 als 15-jähriges Mädchen im Kontext ihrer Heirat mit König Henry VI. nach England kam, gezielt zu diskreditieren. Bei den Engländern istWeiterlesen…

Spitzen-Stars. Mode, Macht und Medialität eines Kleidungsstückes

Im September 2020 teilten über 6 000 Nutzer*innen via Twitter ein Bild von LeBron James und Anthony Davis, den beiden Superstars des amerikanischen Basketballclubs der LA Lakers. Das Bild sorgte für Aufmerksamkeit, denn die Sportler waren nicht in Trikots, Shorts und Turnschuhen zu sehen, sondern beide trugen schwarze, langärmelige T-ShirtsWeiterlesen…

Medialer Mangel und mediale Fülle der Geisteswissenschaften in gekrönten Zeiten

Nicht nur aus kunstgeschichtlichen Gründen, sondern auch angesichts der besonderen ikonischen Verdichtung gilt Albrecht Dürers Hieronymus-Kupferstich aus dem Jahr 1514 zu Recht als Meisterwerk: Er inszeniert den Heiligen als Gelehrten ‹im Gehäus› mit dem Löwen, seinem treuen Begleiter. Zusammen mit dem ikonographischen Typus des Büßers in der Wüste hat diesesWeiterlesen…

Hybride Chronik. Schedel zwischen den Zeiten

Die Schedel’sche Weltchronik ist ein auch heute noch beeindruckendes Dokument des Medienwandels von der Handschrift zum Druck und wird vielleicht gerade deshalb mit dem derzeitigen Medienwandel in Verbindung gebracht. So heißt es auf dem Umschlag der im Taschen-Verlag von Stephan Füssel herausgegebenen Faksimile-Ausgabe lapidar, aber Eindruck heischend: «Über 500 Jahre vor Google».Weiterlesen…

Im Leih-Cabrio durch Saint-Tropez. Über Meta-Tourismus

Zwei verschiedene Ausgaben von Erika und Klaus Manns ursprünglich 1931 erschienenen «Buch von der Riviera» hält der Buchhandel aktuell bereit. Der elegant-schnöselig in selbstironischer Halbdistanz zum Gegenstand geschriebene Reiseführer der Mann-Geschwister über die Côte d’Azur und die ligurische Küste war seinerzeit ein Bestseller. Das ist auch heute noch nachvollziehbar: ErikaWeiterlesen…

Medien des Gedächtnisses im Straßburger Münster

Das wär‘ antik! Ich wüßt‘ es nicht zu preisen, Es sollte plump und überlästig heißen. Roh nennt man edel, unbehülflich groß. Schmalpfeiler lieb‘ ich, strebend, grenzenlos; Spitzbögiger Zenit erhebt den Geist; Solch ein Gebäu erbaut uns allermeist. (Johann Wolfgang von Goethe, Faust II, 1. Akt, V. 6409–6414) Was Johann WolfgangWeiterlesen…

Ist das ein Ding?

Werkbundarchiv – Museum der DingeWeiterlesen…

Verkoppelungen – Verlinkungen – Verschränkungen: Éric Rohmers ‚Perceval ou le Conte du Graal‘

Collage, Montage und Bricolage, Verschränkung, Verlinkung und Verschachtelung, Überlappung, Überlagerung und Überblendung. Der vierte Workshop des ZHM zum Thema ›Raum – Medialität – Zeit‹ (5. Oktober 2018) stand im Zeichen medialer Praktiken der Amalgamierung und Hybridisierung von Heterogenem. Dabei wurden Zusammenführungsleistungen in den Blick genommen, die vom geordneten Nebeneinander vonWeiterlesen…

Zwingli, der Zürcher. Beobachtungen zum Film

In Zeiten der Reformationsfeierlichkeiten, in denen es Luther als Playmobil-Figur zu kaufen gibt, wird nun auch Zwingli populär. Der neue Film erzählt das Leben des Zürcher Reformators flüssig, mit differenziert agierenden Schauspielern und viel Lokalkolorit. Die Schauplätze dafür wurden offenbar kenntnisreich und mit grosser Akribie rekonstruiert. Ausgangspunkt für das filmischeWeiterlesen…

Faust(us) zwischen Wittenberg, Krakau, Ingolstadt – und München

München Faust und München – dies war gerade im Zeichen des ‚Faust-Festivals‘, das in diesem Blog von Mike Bill ausführlich besprochen wurde, eine einschlägige Kombination: „Ein Drama, eine Stadt, hunderte Events“.Weiterlesen…

Der Gegenschuss aus dem dritten Jahrtausend der Christenheit

Mit der Aussicht auf den Y2K-induzierten Kollaps der Zivilisation, einem Rekordfeuerwerk in nahezu jeder Metropole dieser Welt und einem Konzert von Jean-Michel Jarre zwischen den Pyramiden von Gizeh bot das Ende des 20. Jahrhunderts exzellente Aussicht auf einen hochkarätigen Fernsehabend. Wer die letzte Jahrtausendwende vor dem heimischen Kathodenstrahlröhrenbildschirm verbracht hatWeiterlesen…

Medien abschaffen!

„Medium“ – diesen Begriff in der historisch-geisteswissenschaftlichen Textproduktion verwenden zu müssen, aktivierte eine Weile lang (wohl in der ersten Hälfte der 2000er Jahre) meine Nackenhaare: zu modisch, zu ubiquitär, zu anbiedernd an (nicht mehr ganz) aktuelle Paradigmen und gesellschaftliche Debatten. Dazu der Anspruch, die enorme Breite medienwissenschaftlicher Wissensproduktion adäquat mitzudenken.Weiterlesen…

Inkubus Faust

Goethes Faust. Der Tragödie Erster Teil – ohne Sprache, in bewegten Bildern getanzt. Ihn neu zu erfinden und sich gleichzeitig in die Geschichte der medialen Bearbeitungen einzuschreiben, gelingt „Faust – Das Ballett“, das als Choreographie und Inszenierung von Edward Clug mit Musik von Milko Lazar in der letzten Spielzeit am ZürcherWeiterlesen…

Das Spektakel einer Tragödie

Die Ausstellung „Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst“ in der Kunsthalle München hält der Gegenwart den Spiegel vor. Dass es dabei eher um eine schillernde Zurschaustellung simpler Identifikationsvorgänge statt der Möglichkeit zur individuellen Auseinandersetzung geht, wird unter den Teppich der reichhaltigen Rezeptionsgeschichte von Goethes Werk gekehrt. Visuelle Spiegelung ZwischenWeiterlesen…

„Henkerey, Folterey, Spasz dabei“. Schmerz als Geschichtsmedium

In der gutgemeinten Warnung «Pass doch auf, wo Du hinfolterst!» lässt der deutsche Komiker Otto Waalkes 1984 seine ebenso knappe wie hellsichtige Darstellung des «finsteren Mittelalters» kulminieren. Aufpassen, wo er hinfoltert, muss auch der in Lederkluft gewandete Scharfrichter-Darsteller auf dem Mittelaltermarkt im Zürcher Oberland. Gerade hat sich eine junge MarktbesucherinWeiterlesen…

Das Medium kann nicht gefunden werden

Problem Als ich vor einiger Zeit in einer Vorlesung einen Videoclip zeigen wollte, kam die Meldung: Das Medium konnte nicht gefunden werden. Das Gelächter kann man sich vorstellen. Nicht nur, weil Dozentenungeschick immer erheitert. Sondern auch, weil es genau darum in der Vorlesung gehen sollte: um Medien und ihre historischenWeiterlesen…

Nach Monaten…