{"id":198,"date":"2020-01-22T16:52:20","date_gmt":"2020-01-22T14:52:20","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zuerich-reloaded\/?p=198"},"modified":"2021-05-18T10:28:54","modified_gmt":"2021-05-18T08:28:54","slug":"fraumuenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zuerich-reloaded\/fraumuenster\/","title":{"rendered":"Fraum\u00fcnster"},"content":{"rendered":"<p><strong>Baugeschichte<\/strong><\/p>\n<p>Das Fraum\u00fcnster ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen Z\u00fcrichs und zugleich eine der \u00e4ltesten st\u00e4dtischen Kirchen. Wie eine Schenkungsurkunde bezeugt, stiftete Ludwig der Deutsche im Jahr 853 ein Kloster, schenkte dem Konvent zahlreiche L\u00e4ndereien und ernannte seine Tochter Hildegard zur ersten \u00c4btissin.<\/p>\n<p>Bereits ein Jahr sp\u00e4ter wurde an der Stelle des heutigen Fraum\u00fcnsters die erste Kirche geweiht. Es handelte sich um eine dreischiffige S\u00e4ulenbasilika aus Stein, deren Masse in etwa der heutigen Kirche entsprachen. Die Basilika bestand aus einem L\u00e4ngs- und einem Querschiff mit drei Apsiden, hatte aber noch keine T\u00fcrme. In den folgenden Jahrhunderten wurde stetig weiter gebaut, unter anderem entstand die Jakobuskapelle an der Nordseite und die Krypta wurde neugestaltet. Im 12. Jahrhundert wurden vor allem auf der S\u00fcdseite der Kirche am Aussenbau \u00c4nderungen vorgenommen. Ein Kreuzgang und ein Konventgeb\u00e4ude wurden erbaut, zudem entstand die Nikolauskapelle und der S\u00fcdturm wurde errichtet.<\/p>\n<p>Im Jahr 1218 wurde Z\u00fcrich zur Reichsstadt erhoben und die \u00c4btissin des Fraum\u00fcnsters zur formalen Stadtherrin ernannt. Das m\u00e4chtige Kloster initiierte weitere Baut\u00e4tigkeiten: Im Lauf der folgenden Jahrzehnte wurde der Nordturm errichtet und das L\u00e4ngsschiff um einen Chor erweitert. Der Friedhof, welcher sich auf dem heutigen M\u00fcnzplatz befand, wurde aufgehoben und zum \u00f6ffentlichen Platz umgenutzt. Zudem wurde mit dem Ausbau des Quer- und Langhauses begonnen, eine Baut\u00e4tigkeit, die allerdings erst im 15. Jahrhundert abgeschlossen war. Im sp\u00e4ten 15. Jahrhundert wurde dann noch der Kreuzgang des Westfl\u00fcgels erneuert.<\/p>\n<p>Das Kloster des Fraum\u00fcnsters wurde in der Reformation aufgehoben und die Kirche als reformierte Predigerkirche genutzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rekonstruktion und Quellenmaterial<\/strong><\/p>\n<p>Sarah Figueredo Hernandez und Leonor Diggelmann haben das Fraum\u00fcnster im Zustand des 15. Jahrhunderts digital rekonstruiert. Bei der Rekonstruktion des Grundrisses st\u00fctzten sich die beiden Geschichtsstudentinnen auf die arch\u00e4ologischen Unterlagen (Grundriss und bildliche Darstellungen) von Emil Vogt, welche 1959 erschienen waren. Teilausgrabungen von Petra Ohnsorg haben die Richtigkeit dieser Unterlagen nachgewiesen, die allerdings nicht vollst\u00e4ndig erhalten sind. Dennoch erlaubten sie eine recht genaue Dimensionierung des Fraum\u00fcnsters im 15. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Die Nachbildung der Fenster, des Kreuzgangs und der Verzierungen geschah auf der Grundlage des Murerplans, des Tafelgem\u00e4ldes von Hans Leus dem \u00c4lteren sowie weiterer Abbildungen. Besonders hilfreich war der Kupferstich von E.G. Graf, welcher im Gegensatz zu anderen Zeichnungen den S\u00fcdturm nahe am Chor darstellt und die beiden T\u00fcrme unterschiedlich gross zeichnete. Beide Merkmale sind arch\u00e4ologisch nachweisbar.<\/p>\n<p>Die Texturen des Models richten sich nach der Abbildung \u00abDas Fraum\u00fcnster und das Abteigebiet um das Jahr 1500\u00bb. Trotz einer breiten Basis an Quellen blieben einige Aspekte bei der Rekonstruktion unklar und mussten mit Hilfe von \u00abeducated guesses\u00bb gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Sarah Figueredo Hernandez und Leonor Diggelmann nutzten f\u00fcr die Software Sketchup. Das Model wurde danach von Noemi Fuchs in Blender importiert und mit Hilfe von Blend4web in die Webseite integriert. Leider entstanden beim Import viele Polygone. Diese werden bei der Darstellung nicht sauber berechnet, weshalb im Endprodukt einige Schatten und Verzerrungen in der Textur entstanden sind. Trotz vieler M\u00fchen konnten sie nicht restlos korrigiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Abegg, Regine \/ Barraud Wiener, Christine: Die Stadt Z\u00fcrich. Altstadt Links der Mimmat Sakralbauten, Bern 2002 (Die Kunstdenkm\u00e4ler des Konton Z\u00fcrich 2.1).<\/p>\n<p>Ohnsorg, Petra: Wie alt ist das Z\u00fcrcher Fraum\u00fcnster, in: Peter Niederhauser\/D\u00f6lf Wild (Hg.): Das Fraum\u00fcnster in Z\u00fcrich. Von der K\u00f6nigsabtei zur Stadtkirche, Z\u00fcrich 2012, S.75-84 (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Z\u00fcrich 80).<\/p>\n<p>Vogelsanger, Peter: Z\u00fcrich und sein Fraum\u00fcnster. Eine elfhundertj\u00e4hrige Geschichte 853-1956, Z\u00fcrich 1994.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Darstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Die Schenkungsurkunde von K\u00f6nig Ludwig dem Deutschen befindet sich im Staatsarchiv Z\u00fcrich (C II 2, Nr. 1).<\/p>\n<p>Das Tafelgem\u00e4lde von Hans Leu dem \u00c4lteren geh\u00f6rt dem Landesmuseum (Tagelgem\u00e4lde AG 7.1)<\/p>\n<p>Jos Murer: Der uralten wytbekannten Statt Z\u00fcrych Gestalt und Gelaegenheit, wie sy zu diser Zyt in waesen \/ ufgerissen und in Grund gelegt durch Josen Murer, 1576. Der Plan ist online in der e-rara Sammlung hinterlegt und im Besitz der Zentralbibliothek Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>E.F. Graf: Das Fraum\u00fcnster im 16. Jahrhundert, in: Vogelsanger, Peter: Z\u00fcrich und sein Fraum\u00fcnster. Eine elfhundertj\u00e4hrige Geschichte 853-1956, Z\u00fcrich 1994.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Modell<\/strong><\/p>\n\n<!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ -->\n<iframe loading=\"lazy\" allowfullscreen=\"true\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/projects\/3dworks\/zurich-reloaded\/webplayer\/build\/webplayer.html?load=https:\/\/dlf.uzh.ch\/projects\/3dworks\/zurich-reloaded\/Fraum%c3%bcnster\/Fraum%c3%bcnster_Mai_2021.json\" width=\"800\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Titelbild <\/strong><\/p>\n<p>Beim Titelbild handelt es sich um einen Ausschnitt des linken Teilst\u00fccks der Altartafeln von Hans Leu dem \u00c4lteren. Die Altartafeln sind im Landesmuseum Z\u00fcrich unter dem Titel &#8222;Tafelgem\u00e4lde AG 7.1&#8220; zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Baugeschichte Das Fraum\u00fcnster ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen Z\u00fcrichs und zugleich eine der \u00e4ltesten st\u00e4dtischen Kirchen. Wie eine Schenkungsurkunde bezeugt, stiftete Ludwig der Deutsche im Jahr 853 ein Kloster, schenkte dem Konvent zahlreiche L\u00e4ndereien und ernannte seine Tochter Hildegard zur ersten \u00c4btissin. 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