{"id":121,"date":"2020-01-15T01:34:40","date_gmt":"2020-01-14T23:34:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zuerich-reloaded\/?p=121"},"modified":"2021-05-18T10:32:07","modified_gmt":"2021-05-18T08:32:07","slug":"augustinerkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zuerich-reloaded\/augustinerkirche\/","title":{"rendered":"Augustinerkirche"},"content":{"rendered":"<p>Digitale Rekonstruktion der Z\u00fcrcher Augustinerkirche im Zustand des 13. Jahrhunderts<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Baugeschichtlicher Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Im letzten Drittel des 13. Jahrhundert liess der Bettelorden der Augustiner-Eremiten an einer zuvor unbebauten Stelle innerhalb der Stadtmauern Z\u00fcrichs eine Kirche errichten. Eine Reihe von bisch\u00f6flichen Abl\u00e4ssen, die in den Jahren zwischen 1274 und 1284 erlassen wurden, trug zur Finanzierung des Baus massgeblich bei. Das Geb\u00e4ude wurde etappenweise erbaut, was unter anderem zu den unterschiedlichen Mauerst\u00e4rken von Chor und Langhaus f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das Augustinerkloster stand \u00f6konomisch gut da, konnte es doch trotz Armutsgel\u00fcbde von Einnahmen aus Jahrzeitstiftungen, Zinsverk\u00e4ufen und dem Handel mit G\u00fctern profitieren. W\u00e4hrend des 14. Jahrhunderts wurde weiter gebaut und das Geb\u00e4ude f\u00fcr verschiedene Zwecke genutzt. Im 15. Jahrhundert errichtete der Orden an den L\u00e4ngsseiten des Chors zwei Kapellen.<\/p>\n<p>Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und 1525 zum Sitz des neu gegr\u00fcndeten Z\u00fcrcher Ehegerichts und zum Gef\u00e4ngnis umfunktioniert. 1835\u20131838 richtete man in einem Teil der ehemaligen Klostergeb\u00e4ude die neu gegr\u00fcndete Universit\u00e4t ein. Die Klosterkirche wurde 1864 wieder zur katholischen Kirche umfunktioniert und im neugotischen Stil umgebaut. Seit 1874, als die katholische Gemeinde in die Kirche St. Peter und Paul gezogen ist, beheimatet die ehemalige Augustinerkirche die Christkatholische Kirchgemeinde.<\/p>\n<p>Nach umfangreichen arch\u00e4ologischen Untersuchungen in den 1950er Jahren wurden das Langhaus und die Fassaden in den Zustand vor den Renovationen des 19. Jahrhunderts zur\u00fcckgebaut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rekonstruktion<\/strong><\/p>\n<p>Noemi Fuchs, Alina M\u00e4chler und Fermo Roth haben die Augustinerkirche im Zustand des 13. Jahrhunderts digital rekonstruiert. Aufgrund der unsicheren Quellenlage zum Innenraum haben sie sich dazu entschlossen, sich auf die Aussenansicht zu konzentrieren. Dabei haben sie sich insbesondere an den Erkenntnissen aus den arch\u00e4ologischen Grabungen orientiert, welche im Band &#8222;Die Stadt Z\u00fcrich II.I, Altstadt links der Limmat, Sakralbauten&#8220; publiziert worden sind. Darin finden sich ein Grundriss und eine Seitenansicht der Kirche sowie mehrere Darstellungen verschiedener Baustufen vom 13. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Dar\u00fcber hinaus sind Bilder anderer Kirchen des 13. Jahrhunderts zum Vergleich herangezogen worden.<\/p>\n<p>Unsicherheiten bei der Rekonstruktion ergaben sich bei der Platzierung von Toren und Fenstern. Beim Umbau zur neugotischen katholischen Kirche1843\u20131844 wurde die westliche Fassade mit einem Portal versehen, welches beim R\u00fcckbau von 1958 wieder der vermutlich urspr\u00fcnglich schlichteren Form zugef\u00fchrt worden ist. Vermutlich f\u00fchrten vom s\u00fcdlichen Seitenschiff her zwei Zug\u00e4nge in den Kreuzgang, w\u00e4hrend beim n\u00f6rdlichen Seitenschiff ein Eingang f\u00fcr Laien vermutet wird. Die genauen Stellen der Zug\u00e4nge und Fenster ist heute nicht mehr eruierbar. Eine weitere Unsicherheit ergab sich bei der Rekonstruktion des Dachs. In der arch\u00e4ologischen Erfassung der Kirche wurde nur das Dach des Langhausbaus verzeichnet. Unbekannt ist aber, wie der \u00dcbergang zum Dach des Chores aussah, da sich dieser nicht im gleichen Winkel fortsetzt. Auch die genaue Position des Glockenturms ist nicht rekonstruierbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur und Darstellungen <\/strong><\/p>\n<p>Abegg, Regine \/ Barraud Wiener, Christine: Die Stadt Z\u00fcrich. Altstadt Links der Limmat Sakralbauten, Bern 2002 (Die Kunstdenkm\u00e4ler des Kanton Z\u00fcrich 2.1).<\/p>\n<p>Jos Murer: Der uralten wytbekannten Statt Z\u00fcrych Gestalt und Gelaegenheit, wie sy zu diser Zyt in waesen \/ ufgerissen und in Grund gelegt durch Josen Murer, 1576. Der Plan ist online in der e-rara Sammlung hinterlegt und im Besitz der Zentralbibliothek Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>H\u00fcrlimann, Katja: Die Augustiner Eremiten in Z\u00fcrich, in: Bettelorden, Bruderschaften und Beginen in Z\u00fcrich. Stadtkultur und Seelenheil im Mittelalter. Hg. Barbara Helbling et. al., Z\u00fcrich 2002, S. 77-83.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Modell<\/strong><\/p>\n\n<!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ -->\n<iframe loading=\"lazy\" allowfullscreen=\"true\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/projects\/3dworks\/zurich-reloaded\/webplayer\/build\/webplayer.html?load=https:\/\/dlf.uzh.ch\/projects\/3dworks\/zurich-reloaded\/Augustinerkirche\/Augustinerkirche_6.5.2021.json\" width=\"800\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Titelbild <\/strong><\/p>\n<p>Ausschnitt aus dem <a href=\"https:\/\/www.e-rara.ch\/zuz\/doi\/10.3931\/e-rara-28030\">Murerplan von Jos Murer<\/a>.Jos Murer: Der uralten wytbekannten Statt Z\u00fcrych Gestalt und Gelaegenheit, wie sy zu diser Zyt in waesen \/ ufgerissen und in Grund gelegt durch Josen Murer, 1576. Der Plan ist online in der <a href=\"https:\/\/www.e-rara.ch\/\">e-rara Sammlung<\/a> hinterlegt und im Besitzt der Zentralbibliothek Z\u00fcrich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Rekonstruktion der Z\u00fcrcher Augustinerkirche im Zustand des 13. Jahrhunderts &nbsp; Baugeschichtlicher Hintergrund Im letzten Drittel des 13. Jahrhundert liess der Bettelorden der Augustiner-Eremiten an einer zuvor unbebauten Stelle innerhalb der Stadtmauern Z\u00fcrichs eine Kirche errichten. 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