{"id":51,"date":"2020-09-28T09:40:58","date_gmt":"2020-09-28T07:40:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/?p=51"},"modified":"2020-09-28T09:45:37","modified_gmt":"2020-09-28T07:45:37","slug":"der-segensspruch-eine-kraft-der-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/2020\/09\/28\/der-segensspruch-eine-kraft-der-sprache\/","title":{"rendered":"Der Segensspruch \u2013 Eine Kraft der Sprache?"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Alexander Winkler<\/p>\n\n\n\n<p><em>Haben die reformierten Theologen die in der fr\u00fchen Neuzeit weit verbreitete Praxis des Segnens weiterhin erlaubt oder neuerdings verboten? \u00abBeides\u00bb, lautet die auf den ersten Blick widerspr\u00fcchliche Antwort. Zu erl\u00e4utern, worin dieser scheinbare Widerspruch besteht und wie er sich durch eine genaue Betrachtung der reformierten Auffassung \u00fcber Sprache und Gott erkl\u00e4ren l\u00e4sst, ist das Ziel dieses Beitrags. Dabei stehen Traktate von Heinrich Bullinger und Rudolf Gwerb im Zentrum. Es wird sich zeigen, dass sie der Sprache keine immanente Kraft einr\u00e4umten und Segen abh\u00e4ngig davon, mit welcher Erwartung sie ge\u00e4ussert wurden, entweder verboten oder erlaubten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p>Die theologischen Reflexionen der Reformatoren waren mehr als bloss ein Kampf um die richtige Auslegung der Bibel. Sie zogen n\u00e4mlich konkrete Forderungen nach einer angepassten, religi\u00f6sen Praxis der breiten Bev\u00f6lkerung nach sich, beispielsweise im weit verbreiteten Brauch des Segnens. Im Verlauf des Mittelalters entwickelte sich ein vielf\u00e4ltiges Segenswesen, in dem neben Menschen vermehrt auch Tiere und Gegenst\u00e4nde gesegnet wurden.<sup><a href=\"#footnote_1_51\" id=\"identifier_1_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Spehr, Christopher: Segenspraxis und Segenstheologie in der Christentumsgeschichte, in: Martin Leuenberger (Hg.): Segen, T&uuml;bingen 2015, S. 135&ndash;164 (UTB 4429), hier: S. 144&ndash;147.\">1<\/a><\/sup> Dabei bildete sich das Verst\u00e4ndnis, dass ein Segen allein durch den Akt des Segnens die dabei genannte Wirkung erziele, er also automatisch \u2013 <em>ex opere operata<\/em> \u2013 wirke.<sup><a href=\"#footnote_2_51\" id=\"identifier_2_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Scribner, Robert W.: The Reformation, Popular Magic, and the &ldquo;Disenchantment of the World&rdquo;, in: Journal of Interdisciplinary History 23:3, 1993, S. 475&ndash;494, hier: S. 479f.\">2<\/a><\/sup> Gegen dieses Segenswesen wandten sich die reformierten Theologen. Dabei nahmen sie jedoch eine auf den ersten Blick widerspr\u00fcchliche Position ein. So schreibt der Reformator und Nachfolger Zwinglis in Z\u00fcrich Heinrich Bullinger (1504\u20131575)<sup><a href=\"#footnote_3_51\" id=\"identifier_3_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. B&auml;chtold, Hans Ulrich: Heinrich Bullinger, in: Historisches Lexikon der Schweiz, 2011. Hier verf&uuml;gbar [Stand 02.06.2020].\">3<\/a><\/sup> im Jahr 1571 in seinem <a href=\"http:\/\/www.rainer-henrich.ch\/schwarzkunst.html\">Traktat zu den schwarzen K\u00fcnsten<\/a>: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00ab[&#8230;] da man aber bestimpte wort, fr\u00f6mbde und barbarische wort gebrucht, kr\u00fczle machet und malet, character gebrucht und dan dem gesprochnen s\u00e4gen oder worten und characteren zuogibt, dz umb iren willen gesundhyt g\u00e4ben werde, dz ist abg\u00f6ttery und t\u00fcfelswerk.\u00bb<sup><a href=\"#footnote_4_51\" id=\"identifier_4_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Bullinger, Heinrich: Wider die schwarzen K&uuml;nste, in: Rainer Henrich (Hg.): Heinrich Bullinger: Wider die schwarzen K&uuml;nste (1571), 2009. Hier verf&uuml;gbar [Stand: 06.05.2020].\">4<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p> Bullinger behauptet also, das Segnen sei teuflisch, weil man glaube, dass dabei durch eine Kraft der Sprache etwas geschehe. Gleichzeitig schreibt er aber auch:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abDoch ist n\u00fctt alles s\u00e4gnen b\u00f6ss und verbotten, dan gott in sim gsaz geirdnet hat, dz die priester gmeinlich und offenlich diesen s\u00e4gen \u00fcber dz volk sottend spr\u00e4chen [&#8230;]\u00bb.<sup><a href=\"#footnote_5_51\" id=\"identifier_5_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ebd.\">5<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wie ist es also m\u00f6glich, dass einige Segen erlaubt waren, andere hingegen verboten? Und besass die Sprache in den Augen der Reformatoren nun eine Kraft und konnte dadurch etwas bewirken \u2013 oder etwa doch nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>In Rudolf Gwerbs (1597\u20131675) <em><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3931\/e-rara-9889\">Bericht von dem abergl\u00e4\u00fcbigen und verbottnen Le\u00fcth und Vych bes\u00e4gnen und etlich dergleichen zauber-k\u00fcnstlein<\/a> <\/em>aus dem Jahr 1646 findet sich eine umfangreiche und klare Antwort auf die Frage nach der Kraft der Sprache. \u00dcber Gwerb selbst ist nicht viel bekannt, ausser dass er als Pfarrer an der Kirche in Meilen t\u00e4tig<sup><a href=\"#footnote_6_51\" id=\"identifier_6_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Gwerb, Rudolf: Bericht von dem abergl&auml;&uuml;bigen und verbottnen Le&uuml;th und Vych bes&auml;gnen und etlich dergleichen zauber-k&uuml;nstlein, Z&uuml;rich 1646, Titelblatt. Hier verf&uuml;gbar [Stand: 06.05.2020].\">6<\/a><\/sup> und sehr um das Seelenheil seiner Pfarrkinder besorgt war.<sup><a href=\"#footnote_7_51\" id=\"identifier_7_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Scribner, Robert W.: Magie und die Entstehung einer protestantischen Volkskultur, in: Lyndal Roper (Hg.): Religion und Kultur in Deutschland. 1400&ndash;1800, G&ouml;ttingen 2002, S. 353&ndash;377, hier: S. 353.\">7<\/a><\/sup> Die Tatsache, dass er sein Traktat 75 Jahre nach Bullingers druckte, zeigt, wie stark die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung auch im 17. Jahrhundert an jenen religi\u00f6sen Gewohnheiten festhielt, die von der reformierten Obrigkeit verboten wurden. Dies d\u00fcrfte Gwerb veranlasst haben, ein weiteres Traktat f\u00fcr sich und seine um das Heil der Bev\u00f6lkerung besorgten Berufskollegen zu verfassen. Auch er war der Auffassung, es g\u00e4be verschiedene Arten von Segen, von denen die einen gut und erlaubt, die anderen jedoch teuflisch und verboten seien.<sup><a href=\"#footnote_8_51\" id=\"identifier_8_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Gwerb: Bericht, S. 28.\">8<\/a><\/sup> Sein Bericht behandelt allerdings fast ausschliesslich die verbotenen Segenspraktiken. <\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Ende seines Traktats wendet Gwerb sich der Frage zu, ob Worte, Buchstaben und andere Zeichen und damit Segensspr\u00fcche eine eigene Wirkung und Kraft h\u00e4tten.<sup><a href=\"#footnote_9_51\" id=\"identifier_9_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. ebd., S. 233.\">9<\/a><\/sup>  Seine Antwort f\u00e4llt deutlich aus:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abSo ist zw\u00fcssen \/ dass obgleichwol die red ist \/ die wort des Menschen ein nat\u00fcrlich ding sind \/ so haben sie doch f\u00fcr sich selbs \/ und auss eigner natur keinen verstand und bedeutung \/ sonder nur auss ge\u00fcssem pact under den Menschen \/ oder von den Menschen gemachet.\u00bb<sup><a href=\"#footnote_10_51\" id=\"identifier_10_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ebd., S. 237.\">10<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Als Begr\u00fcndung folgt, dass nur so die grossen Unterschiede zwischen den Sprachen, die ohnehin nur aus der Notwendigkeit des Zusammenlebens genutzt werden, erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Sprache sei bloss eine Konvention und diene der Kommunikation, k\u00f6nne aber selbst keine materiale Wirkung in der Welt erzielen. Lakonisch fasst er zusammen: \u00ab[\u2026] ein stummer Mensch \/ oder stumer Hund \/ der nichts h\u00f6rt und nichts versteht \/ wird sich ab worten nicht bewegen lassen.\u00bb<sup><a href=\"#footnote_11_51\" id=\"identifier_11_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ebd., S. 238.\">11<\/a><\/sup> Dennoch bestreitet Gwerb nicht, dass Segen eine Wirkung entfalten k\u00f6nnen. Doch sei dies der Fall, dann handle es sich gewiss um Teufelswerk:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abDerhalben bleibt es bey dem \/ wie schon angede\u00fctet \/ wen etwas auss dem gebrauch und spr\u00e4chen \/ so barbarischer und unbekanter Worten und S\u00e4gen erfolget \/ und verricht wirt \/ dass es von einem gr\u00f6sseren und h\u00f6hern gewalt \/ und mit nammen von dem Te\u00fcfel harkommen m\u00fcsse.\u00bb<sup><a href=\"#footnote_12_51\" id=\"identifier_12_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ebd., S. 242\">12<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Viele der verbreiteten Spr\u00fcche enthielten unverst\u00e4ndliche Worte, so Gwerb. Diese stammten aus vorchristlicher Zeit, als mit Hilfe solcher Worte die Leute mit ihren G\u00f6ttern und Geistern einen Bund geschlossen h\u00e4tten. Aufgrund dieses Bundes wirkten die Spr\u00fcche auch gegenw\u00e4rtig noch \u2013 nur seien diese Geister eben allesamt b\u00f6se und teuflisch.<sup><a href=\"#footnote_13_51\" id=\"identifier_13_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. ebd., S. 239&ndash;241.\">13<\/a><\/sup> Wer also diese Spr\u00fcche noch heute verwende, k\u00e4me mit dem Teufel in Kontakt. Dieser sei dabei so vermessen, dass er den Menschen weitere Spr\u00fcche beibringe, die teilweise sogar Bibelzitate oder die Anrufung der heiligen Trinit\u00e4t beinhalten w\u00fcrden. Deshalb w\u00fcrden auch vermeintlich gute Spr\u00fcche oft auf teuflische Weise verwendet werden.<sup><a href=\"#footnote_14_51\" id=\"identifier_14_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. ebd., S. 242f.\">14<\/a><\/sup> <\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4ss Gwerb besitzen Worte also keine immanente Kraft und eine Wirkung entfalten sie erst, wenn Menschen untereinander oder mit \u00fcbernat\u00fcrlichen Wesen einen entsprechenden Pakt geschlossen haben. Dies allein kann den Unterschied zwischen guten und b\u00f6sen Segen jedoch noch nicht erkl\u00e4ren. Denn die Annahme, einige wenige, der Bibel entnommene Segensspr\u00fcche seien gut, weil sie den geheiligten Worten Gottes gleichk\u00e4men, w\u00e4hrend alle anderen teuflisch seien, widerlegt Gwerb gerade, indem er behauptet, dass der Teufel f\u00fcr seinen Pakt mit den Menschen auch Worte aus der Bibel verwende. Der Unterschied kann daher nicht in der Form oder dem Inhalt der Segensspr\u00fcche liegen. F\u00fcr die Unterscheidung zentral war denn auch ein anderer Punkt, der in der reformierten Auffassung \u00fcber Gott wurzelt. Reformierte Gelehrte wie Gwerb oder Bullinger betrachteten Gott als den absolut souver\u00e4nen Walter \u00fcber die Welt.<sup><a href=\"#footnote_15_51\" id=\"identifier_15_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Scribner: Reformation, S. 428.\">15<\/a><\/sup> Er tut und l\u00e4sst jederzeit genau das, was ihm gef\u00e4llt. Aus dieser Auffassung folgt, dass Gott nie einen Pakt mit den Menschen schliessen w\u00fcrde, an den er sich dann stets halten m\u00fcsste \u2013 auch nicht einen Pakt \u00fcber eine notwendige Wirkung von Worten. Worte k\u00f6nnen aus diesem Grund lediglich als Bitte mit gleichzeitiger Lobpreisung an Gott gerichtet werden. Dieser entscheidet jeweils selbst, ob er die Bitte gew\u00e4hren will oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Haltung unterscheiden sich nach Auffassung der reformierten Theologen denn auch gute von schlechten Segen: W\u00e4hrend gute Segen als dem\u00fctige Bitte an Gott gerichtet werden, werden schlechte Segen mit der Annahme ge\u00e4ussert, dass durch das Segnen alleine bereits die Wirkung eintrete.<sup><a href=\"#footnote_16_51\" id=\"identifier_16_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Zu dieser Unterscheidung zwischen einer instrumentellen und einer kommunikativen Auffassung von Sprache vgl. Clark, Stuart: Thinking with Demons. The Idea of Witchcraft in Early Modern Europe, Oxford 1997, S. 282f.\">16<\/a><\/sup> Diese Annahme unterstellten die Reformatoren ihren Pfarrkindern \u2013 und dies wohl nicht ganz zu Unrecht. Denn Gwerbs Argumentation richtete sich, wie er selbst klar macht, nicht lediglich gegen Segensspr\u00fcche, sondern ebenso gegen verwandte Formen des Schutzzaubers, wie beispielsweise Amulette,<sup><a href=\"#footnote_17_51\" id=\"identifier_17_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Gwerb, Bericht, S. 233; 246&ndash;248.\">17<\/a><\/sup> also Gegenst\u00e4nde, auf denen Worte oder Zeichen geschrieben oder geritzt waren und die bei sich mitgetragen wurden.<sup><a href=\"#footnote_18_51\" id=\"identifier_18_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Jacoby, A.: Amulett, in: Handw&ouml;rterbuch des deutschen Aberglaubens 1, 1927, Sp. 374&ndash;384 (Handw&ouml;rterb&uuml;cher zur deutschen Volkskunde), hier bes. Sp. 275f.\">18<\/a><\/sup>  Von solchen Amuletten konnten die Leute wohl kaum behaupten, sie seien als lobende Bitte an Gott zu verstehen. Vielmehr war damit die Vorstellung verbunden, dass die Anwesenheit solcher Gegenst\u00e4nde automatisch die erhoffte Hilfe von Gott herbeif\u00fchrt.<sup><a href=\"#footnote_19_51\" id=\"identifier_19_51\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. auch Scribner: Magie, S. 268f.\">19<\/a><\/sup> Diese Haltung war in den Augen der reformierten Theologen jedoch verderblich, denn sie basierte auf einer falschen Vorstellung von Gott und f\u00fchrte deshalb nicht zu g\u00f6ttlicher, sondern allenfalls zu teuflischer Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder Bullinger noch Gwerb waren der Auffassung, die Sprache bes\u00e4sse eine immanente Kraft. Trotzdem hielten sie daran fest, dass das Segnen wirksam sein konnte und dass es sowohl gute, erlaubte als auch b\u00f6se, verbotene Segensspr\u00fcche gab. Der Unterschied bestand jedoch nicht in der Form des Spruchs oder der Heiligkeit gewisser Worte, sondern in der Erwartungshaltung: Ein guter Segen musste als fromme Bitte an Gott ge\u00e4ussert werden, im Wissen darum, dass dieser die Bitte nur gew\u00e4hrte, wenn es ihm gefiel. Wer hingegen einen Segen mit der Erwartung sprach, dass allein durch den Sprechakt etwas in der Welt bewirkt werde, der oder die setzte die Hoffnung wissentlich oder nicht auf den Teufel.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_51\" class=\"footnote\">Vgl. Spehr, Christopher: Segenspraxis und Segenstheologie in der Christentumsgeschichte, in: Martin Leuenberger (Hg.): Segen, T\u00fcbingen 2015, S. 135\u2013164 (UTB 4429), hier: S. 144\u2013147.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_2_51\" class=\"footnote\">Vgl. Scribner, Robert W.: The Reformation, Popular Magic, and the \u201cDisenchantment of the World\u201d, in: Journal of Interdisciplinary History 23:3, 1993, S. 475\u2013494, hier: S. 479f.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_2_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_3_51\" class=\"footnote\">Vgl. B\u00e4chtold, Hans Ulrich: Heinrich Bullinger, in: Historisches Lexikon der Schweiz, 2011. <a href=\"https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/010443\/2011-04-07\/\">Hier<\/a> verf\u00fcgbar [Stand 02.06.2020].<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_3_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_4_51\" class=\"footnote\">Bullinger, Heinrich: Wider die schwarzen K\u00fcnste, in: Rainer Henrich (Hg.): Heinrich Bullinger: Wider die schwarzen K\u00fcnste (1571), 2009. <a href=\"http:\/\/www.rainer-henrich.ch\/schwarzkunst.html\">Hier <\/a>verf\u00fcgbar [Stand: 06.05.2020].<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_4_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_5_51\" class=\"footnote\">Ebd.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_5_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_6_51\" class=\"footnote\">Gwerb, Rudolf: Bericht von dem abergl\u00e4\u00fcbigen und verbottnen Le\u00fcth und Vych bes\u00e4gnen und etlich dergleichen zauber-k\u00fcnstlein, Z\u00fcrich 1646, Titelblatt. <a href=\"https:\/\/www.e-rara.ch\/zuz\/content\/structure\/2909781\">Hier<\/a> verf\u00fcgbar [Stand: 06.05.2020].<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_6_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_7_51\" class=\"footnote\">Vgl. Scribner, Robert W.: Magie und die Entstehung einer protestantischen Volkskultur, in: Lyndal Roper (Hg.): Religion und Kultur in Deutschland. 1400\u20131800, G\u00f6ttingen 2002, S. 353\u2013377, hier: S. 353.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_7_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_8_51\" class=\"footnote\">Vgl. Gwerb: Bericht, S. 28.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_8_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_9_51\" class=\"footnote\">Vgl. ebd., S. 233.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_9_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_10_51\" class=\"footnote\">Ebd., S. 237.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_10_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_11_51\" class=\"footnote\">Ebd., S. 238.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_11_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_12_51\" class=\"footnote\">Ebd., S. 242<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_12_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_13_51\" class=\"footnote\">Vgl. ebd., S. 239\u2013241.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_13_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_14_51\" class=\"footnote\">Vgl. ebd., S. 242f.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_14_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_15_51\" class=\"footnote\">Vgl. Scribner: Reformation, S. 428.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_15_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_16_51\" class=\"footnote\">Zu dieser Unterscheidung zwischen einer instrumentellen und einer kommunikativen Auffassung von Sprache vgl. Clark, Stuart: Thinking with Demons. The Idea of Witchcraft in Early Modern Europe, Oxford 1997, S. 282f.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_16_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_17_51\" class=\"footnote\">Vgl. Gwerb, Bericht, S. 233; 246\u2013248.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_17_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_18_51\" class=\"footnote\">Vgl. Jacoby, A.: Amulett, in: Handw\u00f6rterbuch des deutschen Aberglaubens 1, 1927, Sp. 374\u2013384 (Handw\u00f6rterb\u00fccher zur deutschen Volkskunde), hier bes. Sp. 275f.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_18_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_19_51\" class=\"footnote\">Vgl. auch Scribner: Magie, S. 268f.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_19_51\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Alexander Winkler Haben die reformierten Theologen die in der fr\u00fchen Neuzeit weit verbreitete Praxis des Segnens weiterhin erlaubt oder neuerdings verboten? \u00abBeides\u00bb, lautet die auf den ersten Blick widerspr\u00fcchliche Antwort. Zu erl\u00e4utern, worin dieser scheinbare Widerspruch besteht und wie er sich durch eine genaue Betrachtung der reformierten Auffassung \u00fcber Sprache und Gott erkl\u00e4ren l\u00e4sst, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":620,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[10,8,7,9],"class_list":["post-51","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beitraege","tag-reformation","tag-segenssprueche","tag-segnen","tag-wortmagie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/users\/620"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51\/revisions\/60"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/zoubery\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}