{"id":403,"date":"2018-07-31T13:07:24","date_gmt":"2018-07-31T13:07:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/?p=403"},"modified":"2024-06-05T11:24:26","modified_gmt":"2024-06-05T11:24:26","slug":"kunstmuseum-basel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/2018\/07\/31\/kunstmuseum-basel\/","title":{"rendered":"Kunstmuseum Basel"},"content":{"rendered":"<p>In den R\u00e4umen des Neubaus pr\u00e4sentiert das Basler Kunstmuseum von 10.02.2018\u201321.05.2018 seine neue Ausstellung unter dem Titel <em>Basler Short Stories<\/em>. Durch ein Umdenken des Kanons sollen die anerkannten Sch\u00e4tze der Kunstgeschichte in einem neuem Licht und Kontext gesehen werden. Weltbekannte Meisterwerke sind mit weniger bekannten Bildern in einem durch Kuratoren inszenierten Dialog ausgestellt. Alle thematischen Zufallsbegegnungen haben einen gemeinsamen Bezugspunkt; die Stadt Basel.<\/p>\n<p>Der Student aus Z\u00fcrich, Mike Bill, hat uns durch die ersten zwei <em>Stories<\/em> begleitet und das Bild Hans Holbeins <em>Der Leichnam Christi im Grabe<\/em> n\u00e4her vorgestellt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_405\" aria-describedby=\"caption-attachment-405\" style=\"width: 382px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-405\" src=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Holbein-1-300x95.jpg\" alt=\"\" width=\"382\" height=\"121\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Holbein-1-300x95.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Holbein-1-768x243.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Holbein-1-210x66.jpg 210w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Holbein-1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 382px) 100vw, 382px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-405\" class=\"wp-caption-text\">Hans Holbein d.J., <em>Der Leichnam Christi im Grabe<\/em>, 1521\/22. Tempera auf Lindenholz, 30,5 X 203 cm. Basel, \u00d6ffentliche Kunstsammlung.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im ersten Ausstellungsraum tauchen die Besucher in eine Welt der beginnenden Internationalisierung und steigenden Mobilit\u00e4t ein. Weltkarten und Portraits von bedeutenden Pers\u00f6nlichkeiten, wie zum Beispiel von Erasmus von Rotterdam, vermitteln das Weltbild des 16. Jahrhunderts. Im zweiten Raum haben wir uns n\u00e4her mit dem Bild <em>Der Leichnam Christi im Grabe<\/em> auseinandergesetzt. Das Werk wurde 1521\u20131522 in Basel von Hans Holbein dem J\u00fcngeren gefertigt. Dieses aussergew\u00f6hnliche Gem\u00e4lde l\u00e4sst sich nicht eindeutig interpretieren und einordnen, weil seine Provenienz einige L\u00fccken aufweist. Der\/die AuftraggeberIn sowie der genaue Zweck des Bildes sind nicht bekannt, auch wenn diesbez\u00fcglich fundierte Theorien existieren. So fokussierte sich der Referent auf die formalen Aspekte und auf die vermutete Zweckbestimmung und Herkunft des Bildes. Beim genaueren Betrachten f\u00e4llt auf, dass das Bild in Format, Masse und Darstellungsweise ungew\u00f6hnlich ist und sich von anderen Darstellungen Christi unterscheidet. Das Bild stellt Christus liegend dar, wobei ein Fokus auf dem Anatomischen liegt. Holbein malt mit einer sorgf\u00e4ltigen Genauigkeit jeden Knochen und Muskel des toten K\u00f6rpers. Durch eine \u00fcberrealistische Darstellung f\u00e4llt die Aufmerksamkeit auf die betonte K\u00f6rperlichkeit, die den Christus im Grabe als verstorbene Person, einen realen, verg\u00e4nglichen Menschen zeigt. In diesem Sinne kann die Darstellung auch als Andachtsbild verstanden werden, das zum Nachdenken \u00fcber die Verg\u00e4nglichkeit des Lebens anregen soll.<\/p>\n<p>Zur Herkunft des Bildes hat Christian M\u00fcller die These vertreten, dass dieses als Teil eines Epitaphs gefertigt wurde. Bonifacius Amerbach wollte das Epitaph f\u00fcr seine Eltern und seinen Bruder, die an der Pest gestorben sind, in der Familienkapelle der Amerbachs im kleinen Kreuzgang errichten. Darauf k\u00f6nnte eine Steinplatte mit Innschrift hinweisen, die zwar unabh\u00e4ngig vom Bild gefunden wurde, jedoch mit der L\u00e4nge und dem Thema des Gem\u00e4ldes korrespondiert. Die r\u00e4umliche Darstellung des Christus im Grab deutet auf eine bestimmte Lage im Kreuzgang der Kapelle hin. So ist das Bild auf einen seitlich nach Links verschobenen idealen Betrachterstandpunkt ausgerichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unsere n\u00e4chste Station war die <em>Toteninsel<\/em> von Arnold B\u00f6cklin, wo uns ebenfalls eine Studentin aus Z\u00fcrich, Kirsten Steidle, durch die traumvolle Welt eines Schweizer Malers begleitet hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_406\" aria-describedby=\"caption-attachment-406\" style=\"width: 364px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-406\" src=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Arnold_B\u00f6cklin_-_Die_Toteninsel_I_Basel_Kunstmuseum-300x214.jpg\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Arnold_B\u00f6cklin_-_Die_Toteninsel_I_Basel_Kunstmuseum-300x214.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Arnold_B\u00f6cklin_-_Die_Toteninsel_I_Basel_Kunstmuseum-768x548.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Arnold_B\u00f6cklin_-_Die_Toteninsel_I_Basel_Kunstmuseum-1024x730.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2018\/07\/Arnold_B\u00f6cklin_-_Die_Toteninsel_I_Basel_Kunstmuseum-210x150.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-406\" class=\"wp-caption-text\">Arnold B\u00f6cklin, <em>Die Toteninsel<\/em>, 1880, \u00d6l auf Leinwand, 111 x 155 cm. Basel, \u00d6ffentliche Kunstsammlung.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die <em>Toteninsel<\/em> ist eines der wirkungsvollsten Gem\u00e4lde B\u00f6cklins, auf das in der Literatur und bildenden Kunst zahlreich Bezug genommen wird. Das Bild wurde 1880 gemalt und blieb unvollendet. Bis 1886 fertigte B\u00f6cklin f\u00fcnf weitere Fassungen der Toteninsel, bei denen abgesehen von kleinen Variationen, die insbesondere die Farbwahl und die Darstellung von Licht betreffen, das Motiv mit den Zypressen und den Grabkammern auf der Felseninsel \u00e4hnlich bleibt. Der Maler selber bezeichnete sein Gem\u00e4lde als ein \u201e<em>Bild zum Tr\u00e4umen\u201c<\/em> und die Komposition als \u201e<em>einen stillen Ort\u201c<\/em> oder \u201e<em>Gr\u00e4berinsel\u201c<\/em>. Den Titel <em>Die Toteninsel<\/em> bekam das Gem\u00e4lde durch den Kunsthandler Fritz Gurlitt. Aus der Idee, ein Bild zum Tr\u00e4umen zu kreieren, entwickelte B\u00f6cklin nun sein erfolgreichstes Motiv: die Vision einer Insel. Dramatische Lichtf\u00fchrung versetzt den Betrachter in eine mystische Stimmung. Die Komposition weist wenige Elemente auf und kann in drei Ebenen aufgeteilt werden: Man sieht den Vordergrund mit dem stillen und dunklen Meer, das Zentrum des Bildes nimmt die kleine Insel mit den Zypressen und auffallend hellen Grabkammern ein, und abschliessend sieht man einen dunklen Himmel, der fast so ruhig wie das Meer wirkt. Im Vordergrund sieht man zwei Gestalten sich in einem Boot von der Insel entfernend; einem Ruderer und einer anderen Person, von der man nur eine weisse Silhouette in R\u00fcckenansicht erkennt. Die Insel ist ein Fantasiegebilde B\u00f6cklins mit Ankl\u00e4ngen an die antike Mythologie, deren Bedeutung sich dem Betrachter jedoch nie ganz erschliesst, sondern immer mehr zu Fragen und Gedanken anregt,als Antworten liefert.<\/p>\n<p>Autorin: Anna Protsenko<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den R\u00e4umen des Neubaus pr\u00e4sentiert das Basler Kunstmuseum von 10.02.2018\u201321.05.2018 seine neue Ausstellung unter dem Titel Basler Short Stories. Durch ein Umdenken des Kanons sollen die anerkannten Sch\u00e4tze der Kunstgeschichte in einem neuem Licht und Kontext gesehen werden. Weltbekannte Meisterwerke sind mit weniger bekannten Bildern in einem durch Kuratoren inszenierten Dialog ausgestellt. 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