{"id":397,"date":"2018-07-31T12:55:07","date_gmt":"2018-07-31T12:55:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/?p=397"},"modified":"2018-07-31T12:55:07","modified_gmt":"2018-07-31T12:55:07","slug":"kupferstichkabinett-kunstmuseum-basel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/2018\/07\/31\/kupferstichkabinett-kunstmuseum-basel\/","title":{"rendered":"Kupferstichkabinett, Kunstmuseum Basel"},"content":{"rendered":"<p>Exkursion vom 19.04.2018<\/p>\n<p>Die zweite Tagesexkursion der \u00dcbung \u00abTour de Suisse\u00bb f\u00fchrte uns am Vormittag ins Kupferstichkabinett des Kunstmuseum Basel, wo wir von der Assistenzkuratorin G\u00e9raldine Meyer empfangen wurden. Mit seinen \u00fcber 300\u2019000 Werke umfassenden Best\u00e4nden besitzt das Kunstmuseum Basel die schweizweit gr\u00f6sste \u00f6ffentliche Sammlung k\u00fcnstlerischer Arbeiten auf Papier. Anders als es der Name vermuten l\u00e4sst, besteht diese nicht nur aus Kupferstichen, sondern beinhaltet gleichermassen verschiedene Drucktechniken wie Radierungen, Holzschnitte oder Monotypien sowie Zeichnungen, Aquarelle bis hin zu ganzen Skizzenb\u00fcchern. Das Kupferstichkabinett pr\u00e4sentiert Teile der Sammlung regelm\u00e4ssig in monografisch oder thematisch ausgerichteten Wechselausstellungen. Weil das Material sehr lichtempfindlich ist, k\u00f6nnen die Werke h\u00f6chstens vier Monate lang gezeigt werden. Daher wird Interessierten zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit geboten, sich einzelne Werke im Studienraum vorlegen zu lassen. Auf diese Weise soll der Zugang zur Sammlung gest\u00e4rkt sowie die Erforschung auch weniger bekannter K\u00fcnstler gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Die aktuelle Ausstellung ist dem zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstler Walter Dahn gewidmet, dessen sowohl technisch wie auch motivisch abwechslungsreiche Schau wir zu Beginn unseres Besuchs w\u00e4hrend eines kurzen Rundgangs besichtigen konnten. Im Studienraum bekamen wir anschliessend die Gelegenheit, uns ausgew\u00e4hlte Originale von Arnold B\u00f6cklin und Albrecht D\u00fcrer aus n\u00e4chster N\u00e4he anzusehen.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns einen ersten visuellen Eindruck von der Vielseitigkeit der Sammlung machen konnten, stellte uns G\u00e9raldine Meyer das Kupferstichkabinett im Kunstmuseum Basel genauer vor. Dabei bot sie interessante Einblicke in ihren abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Gemeinsam mit zwei Kuratorinnen sowie einer weiteren Assistentin ist sie haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Pflege, Aufarbeitung und Pr\u00e4sentation der Werke zust\u00e4ndig. Zu ihrem T\u00e4tigkeitsgebiet geh\u00f6ren zudem umfangreiche Recherchen zu K\u00fcnstlern und Techniken, die redaktionelle Arbeit an Katalogen sowie die Beantwortung wissenschaftlicher Anfragen. Um bei einer solch umfangreichen Sammlung den \u00dcberblick zu gew\u00e4hrleisten, ist ein klares Ordnungssystem sowie die Einhaltung bestimmter Arbeitsabl\u00e4ufe essenziell. So m\u00fcssen Neuzug\u00e4nge in einem Passepartout montiert, beschriftet und digitalisiert sowie ihre Provenienz sichergestellt werden. Anschliessend werden die Werke in s\u00e4urefreien Schachteln aufbewahrt. Jede Arbeit erh\u00e4lt ausserdem eine eigene Inventarkarte und wird durch einen Eintrag in der digitalen Datenbank in den Bestand aufgenommen. Da noch nicht alle Werke in der Datenbank erschlossen sind, gibt auch das von Hand gef\u00fchrte Inventarbuch wichtige Aufschl\u00fcsse \u00fcber die chronologisch gelisteten Eing\u00e4nge in die Sammlung. Gleichzeitig wird f\u00fcr jeden K\u00fcnstler ein eigenes Dossier mit den wichtigsten Informationen gef\u00fchrt und fortlaufend erg\u00e4nzt. Diese Prozesse sind sehr arbeitsintensiv und erfordern durch die steigende Bedeutung der Online-Pr\u00e4senz zus\u00e4tzlichen Aufwand. Da bislang nur ein Bruchteil der Sammlung digitalisiert wurde, bildet das Erstellen von Digitalisaten insbesondere bei geplanten Ausstellungsprojekten einen ersten, wichtigen Schritt f\u00fcr das weitere Vorgehen.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungsweise 80\u201390% der T\u00e4tigkeit als Assistenzkuratorin bestehen laut G\u00e9raldine Meyer aus der Planung und Ausrichtung von Ausstellungen. Diese werden je nach Gr\u00f6sse und Struktur in kleinere Sammlungspr\u00e4sentationen ohne Katalog, Wechselausstellungen mit oder ohne eine dazugeh\u00f6rige Publikation sowie grosse Sonderausstellungen mit Katalog unterschieden, wobei der Arbeitsumfang deutlich variieren kann. Zentral ist bei jeder Konzeption der sichtbare Zusammenhang mit der Sammlung des Kupferstichkabinetts, wof\u00fcr die Kenntnis \u00fcber die Best\u00e4nde unabdingbar ist. Die T\u00e4tigkeit als Assistenzkuratorin erfordert zudem organisatorische F\u00e4higkeiten sowie eine grosse Flexibilit\u00e4t, da die Aufgaben sehr vielseitig sind und jeweils unter hohem Zeitdruck Texte ganz unterschiedlicher Formate verfasst werden m\u00fcssen. Es ist eine Arbeit, auf die eine Ausbildung an der Universit\u00e4t nur bedingt vorbereiten kann. Daher r\u00e4t G\u00e9raldine Meyer Interessierten, ein Praktikum zu absolvieren oder m\u00f6glichst bei einer Ausstellungsplanung zu assistieren, um einen eigenen Einblick in die Prozesse und verschiedenen Abl\u00e4ufe zu erhalten.<\/p>\n<p>Autorin: Laura Vuille<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exkursion vom 19.04.2018 Die zweite Tagesexkursion der \u00dcbung \u00abTour de Suisse\u00bb f\u00fchrte uns am Vormittag ins Kupferstichkabinett des Kunstmuseum Basel, wo wir von der Assistenzkuratorin G\u00e9raldine Meyer empfangen wurden. Mit seinen \u00fcber 300\u2019000 Werke umfassenden Best\u00e4nden besitzt das Kunstmuseum Basel die schweizweit gr\u00f6sste \u00f6ffentliche Sammlung k\u00fcnstlerischer Arbeiten auf Papier. 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