{"id":321,"date":"2018-06-13T13:12:00","date_gmt":"2018-06-13T13:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/?p=321"},"modified":"2018-06-13T13:45:07","modified_gmt":"2018-06-13T13:45:07","slug":"tour-de-suisse-du-studio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/2018\/06\/13\/tour-de-suisse-du-studio\/","title":{"rendered":"Tour de Suisse: DU Studio"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Ihr B\u00fcro befindet sich in einem gemischt genutzten Geb\u00e4ude am Z\u00fcrcher Gleisfeld, in dem der Werkstattbetrieb der SBB auf junge Kreative trifft. Tina K\u00fcng und Steffen H\u00e4gele, die zur gleichen Zeit an der ETH Z\u00fcrich studierten, gr\u00fcndeten nach gemeinsamen Aufenthalten in St\u00e4dten wie S\u00e3o Paulo und Tokio das Architekturb\u00fcro DU STUDIO. DU steht f\u00fcr \u201cDetour Universe\u201d \u2013 ein Verweis auf die Unw\u00e4gbarkeiten der globalisierten Welt und zugleich auf das Vertrauen in produktive Abstecher und Umwege.<\/p>\n<p class=\"western\">Die beiden sehen im Widerstreit von Individuum und Gesellschaft die zentrale Herausforderung f\u00fcr die heutige Architektur, der sich im St\u00e4dtebau, im Grundriss, in Grenzen und Schwellen sowie im architektonischen Ausdruck abspielt. Entscheidend ist aus ihrer Sicht, sich eine kritische und neugierige Haltung beim Entwerfen zu bewahren und diese st\u00e4ndig zu hinterfragen \u2013 selbst wenn die Bauaufgabe klein ist. \u201cEntwerfen hat f\u00fcr uns massgeblich mit Imagination zu tun, die aus der Summe an Faktoren \u2013 Vorschriften, Kundenw\u00fcnsche, Budget, architektonisches Repertoire, allgemeine Befindlichkeit \u2013 stets etwas Neues, Spezifisches entstehen l\u00e4sst.\u201d<\/p>\n<p class=\"western\">In ihrer Architektur suchen sie die Balance zu halten zwischen der Dominanz der Materie einerseits und ihrer Leichtigkeit andererseits, zwischen Konstruktion und Erscheinung, sowie zwischen Aufl\u00f6sung und r\u00e4umlicher Stabilit\u00e4t. Beim Entwerfen statten sie ihre Projekte mit unterschiedlichen, architektonischen Ideen aus, die parallel und sogar im Widerspruch zueinander existieren k\u00f6nnen. In ihren eigenen Worten: \u201cDas Ziel ist architektonischer Reichtum anstelle rigider Koh\u00e4renz.\u201d<\/p>\n<p class=\"western\">AP: Was war f\u00fcr euch die gr\u00f6sste Herausforderung aber auch der gr\u00f6sste Reiz beim Umbau und Anbau des Zweifamilienhauses in Emmenbr\u00fccke?<\/p>\n<p class=\"western\">DU STUDIO: Das Projekt stellt einen Versuch dar, die Postmoderne \u2018umzubauen\u2019. Das bestehende Doppelhaus wurde 1992 von einem K\u00fcnstler entworfen, mit einer zitatreichen, formalisierenden Handschrift. Sein Bruder, ein Bauleiter, hat es im Inneren ausgearbeitet und erbaut. Diese janusk\u00f6pfige Arbeitsteilung durchdringt das Geb\u00e4ude: Der Wohnraum wurde dem \u00e4usseren Ausdruck untergeordnet. Unser Projekt versucht, die gestalterische Energie, die den Bestand von Aussen pr\u00e4gt, auch dem Innenraum einzuhauchen. Durch den Umbau werden fehlende Qualit\u00e4ten im Grundriss hinzugef\u00fcgt und der Aussenraumbezug im Austausch mit dem Garten intensiviert, mit dem Ziel, den Wohnraum heutigen und k\u00fcnftigen Lebensvorstellungen anzugleichen.<\/p>\n<div id=\"attachment_7600\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 437px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7600 \" src=\"http:\/\/journal.swissartawards.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/ERL-EG_72dpi.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"313\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">Umbau eines Doppelfamilienhauses in Emmenbr\u00fccke, 2017. Grundriss Erdgeschoss mit Gartenplan<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_7598\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 336px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7598 \" src=\"http:\/\/journal.swissartawards.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/66808_14.12.2017_30067_ERL-171106-Passerelle_01.jpg\" alt=\"\" width=\"336\" height=\"506\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">Umbau eines Doppelfamilienhauses in Emmenbr\u00fccke, 2017. Ansicht auf die Passarelle, die vom Balkon in den Garten f\u00fchrt<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\">AP: Welche Themen haben euch beim Projekt \u201cStudio 1\u201d, dem Umbau eines Tonstudios, besch\u00e4ftigt?<\/p>\n<p class=\"western\">DU STUDIO: Die Eingangsebene eines Z\u00fcrcher Tonstudios soll als Repr\u00e4sentationsraum f\u00fcr Kunden aus der Marketing-, Film- und Musikbranche aufgewertet, der Saal technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Halb Arbeitsplatz, halb Kinosaal treffen diametral widerspr\u00fcchliche Anforderungen aufeinander. Unser Projekt begegnet den r\u00e4umlichen Widrigkeiten mit starken Kontrasten und \u2013 in Anlehnung an den virtuellen Projektionsraum \u2013 einer zunehmenden Entr\u00e4umlichung. Eine Kombination aus Lichtboden und -decke weitet den niedrigen Saal im Sinne eines endlosen Horizonts. H\u00f6chste akustische Anforderungen sind integraler Bestandteil der Architektur.<\/p>\n<div id=\"attachment_7599\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 439px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7599 \" src=\"http:\/\/journal.swissartawards.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/du2.jpg\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"329\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">Umbau vom Tonstudio \u00abStudio 1\u00bb, 2018<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\"><a name=\"_GoBack\"><\/a>AP: Was wollt ihr an den Swiss Art Awards mit eurer Ausstellung thematisierten?<\/p>\n<p class=\"western\">DU STUDIO: Wir nehmen die Swiss Art Awards als ein st\u00e4dtisches Moment wahr: Als das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen, teils widerspr\u00fcchlichen Beitr\u00e4gen, Akteuren und Partikularinteressen (Teilnehmende, Jury, Besuchende) innerhalb der gegebenen Ausstellungsarchitektur. In dieses Stadtgef\u00fcge greifen wir mit architektonischen Mitteln ein. Im Dialog mit den benachbarten Beitr\u00e4gen bauen wir einen der vier hermetischen Bl\u00f6cke um, l\u00f6sen diesen zur Mitte hin situativ auf. Dadurch erweitern wir die vorhandenen und wahrgenommenen Schwellen und R\u00e4ume und verst\u00e4rken \u2013 so hoffen wir \u2013 die Qualit\u00e4t der angrenzenden Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Anna Protsenko<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht im Rahmen der Lehrveranstaltung\u00a0<em>Tour de Suisse.\u00a0<\/em><span lang=\"DE-CH\"><em>Kunst und ihre Institutionen in der Schweiz<\/em>, eine Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthistorischen Institut der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, dem Studienbereich Kunstgeschichte der Universit\u00e4t Fribourg und dem Bundesamt f\u00fcr Kultur, mit Unterst\u00fctzung der Boner Stiftung f\u00fcr Kunst und Kultur.<\/span><\/p>\n<p>Artikel auf Swiss Art Awards Journal<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr B\u00fcro befindet sich in einem gemischt genutzten Geb\u00e4ude am Z\u00fcrcher Gleisfeld, in dem der Werkstattbetrieb der SBB auf junge Kreative trifft. 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