{"id":1,"date":"2016-02-22T16:17:14","date_gmt":"2016-02-22T16:17:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/?p=1"},"modified":"2018-07-31T12:45:08","modified_gmt":"2018-07-31T12:45:08","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/2016\/02\/22\/hallo-welt\/","title":{"rendered":"Mus\u00e9e d&#8217;art et d&#8217;histoire, Gen\u00e8ve"},"content":{"rendered":"<p>Exkursion vom 12.03.2016<\/p>\n<p>Dieses Jahr hat die<em> \u201cTour de Suisse\u201d<\/em> mit einer Exkursion nach Genf gestartet. Die engagierten Studierenden aus Z\u00fcrich und Fribourg hatten die Chance, sich schon im Zug kennenzulernen und w\u00e4hrend der Reise ihre Erwartungen und Pl\u00e4ne zu besprechen. Es sollte ein langer Tag werden aber mit vielen Entdeckungen.<br \/>\nDas erste Ziel war das Mus\u00e9e d\u2019Art et d\u2019Histoire. Die Gruppe wurde von der Kunstvermittlerin, Frau <em>Isabelle Burckhalter<\/em>, begr\u00fcsst. Sie hat eine Einf\u00fchrung in die Geschichte des Museums und den Aufbau der Sammlungen gemacht. Dabei ist insbesondere interessant, dass nur 1.5% der gesamten Sammlung momentan im MAH ausgestellt sind. Diese Frage ist sehr aktiv in den Medien und der Stadt diskutiert worden, weshalb nun geplant ist, nach dem kommenden Referendum diesen Jahres das ausgestellte Material zu verdreifachen. Diese Massnahme soll die bessere Zirkulation von Objekten f\u00fcr das Publikum erm\u00f6glichen, auch wenn damit einige Schwierigkeiten mit der Logistik, wie z.B. dem Transport von Objekten auf der Treppe einhergehen. Frau Burckhalter hat auch verschiedene Veranstaltungen f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Familien vorgestellt, die im Rahmen des Jahresprogramms im MAH stattfinden. Nach dieser Einf\u00fchrung waren die Studierende begeistert und konnten nicht mehr warten, mit der Sammlungsbesichtigung anzufangen. Daf\u00fcr hatten zwei Studierende ein Kurzreferat zu in der Sammlung vertretenen K\u00fcnstlern vorbereitet, die als Anregung zur Diskussion dienten und einen besseren Einblick in die Sammlungs- und Ausstellungspraktik des Museums gew\u00e4hrten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-218\" src=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/800px-Konrad_Witz_008-2-300x262.jpg\" alt=\"800px-Konrad_Witz_008\" width=\"391\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/800px-Konrad_Witz_008-2-300x262.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/800px-Konrad_Witz_008-2-768x671.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/800px-Konrad_Witz_008-2-210x183.jpg 210w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/800px-Konrad_Witz_008-2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 1: Konrad Witz, Der wunderbare Fischzug, 1443\/44, \u00d6l auf Tannenholz, 134.6&#215;153.2, linker Fl\u00fcgel eines verschollenen Tryptychons, MAH.<\/p>\n<p><em>Naemi Meier<\/em> aus Z\u00fcrich hat den Studierenden den Genfer Petrusaltar vorgestellt. Das Triptychon wurde 1444 in Basel von Konrad Witz erstellt, als Basel zu einer politisch und wirtschaftlich entscheidenden Handelsstadt wurde. Grund daf\u00fcr war das Basler Konzil, in Zuge dessen die Stadt zu einem internationalen Zentrum wurde. So zog es verschiedenste K\u00fcnstler, darunter auch den im deutschen Rottweil geborenen Maler Konrad Witz, in die Stadt Basel. Nach der Erschaffung des Petrusaltars wurde das Werk aus der Kirche entfernt. Die Rahmen der Fl\u00fcgel sind im MAH noch im Original erhalten, das grosse Mittelst\u00fcck hingegen ging verloren. Auf der linken Fl\u00fcgelt\u00fcr mit einer Darstellung des<em> wunderbaren Fischzuges<\/em> erkennt man die charakteristischen Merkmale der Kunst von Witz, wie z.B. die feinen Details, die Lichtbrechungen und Spiegelungen im Wasser, der weite Horizont oder die plastische Wiedergabe des K\u00f6rpers. Alle diese Gestaltungs- und Stilelemente galten als Errungenschaften der niederl\u00e4ndischen Malerei. Bei dem <em>wunderbaren Fischzug<\/em> handelt es sich um eine Simultanerz\u00e4hlung. So erscheint Petrus zweimal auf dem Bild. Bemerkenswert ist ausserdem die gemalte Landschaft im Hintergrund, die genau lokalisierter werden kann, was zur Entstehungszeit eine Sensation gewesen sein muss. Es handelt sich n\u00e4mlich hierbei um einen s\u00fcdw\u00e4rts gerichteten Blick auf die Stadt Genf und den Genfersee.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-219\" src=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-4-219x300.jpg\" alt=\"Unbenannt\" width=\"219\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-4-219x300.jpg 219w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-4-210x288.jpg 210w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-4.jpg 352w\" sizes=\"auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Abb. 2: Jean-\u00c9tienne Liotard, Autoportrait \u201cLiotard \u00e0 la barbe\u201d, circa 1749, MAH.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes wurde das Kabinett f\u00fcr die Grafischen K\u00fcnste mit den Werken des Genfer K\u00fcnstlers Jean-\u00c9tienne Liotard vorgestellt. <em>Polina Chizhova<\/em> aus Z\u00fcrich w\u00e4hlte zwei Selbstportr\u00e4ts aus: Liotard mit 50 und mit 70 Jahren. Nach seinem Aufenthalt in der T\u00fcrkei 1742 wird Liotard sich nur noch im \u201ct\u00fcrkischen\u201d Still kleiden. Obwohl dies ziemlich ungew\u00f6hnlich war, wurde es zu einer Art Selbstvermarktung und Hinweis auf seine international-beeinflusste und vernetzt Pers\u00f6nlichkeit. Diese exzentrische Kleidungsart geht einher mit der europ\u00e4ischem Faszination f\u00fcr den Orient und die Entwicklung eines vom Orient inspirierten Stils, der \u201cTurquerie\u201d genannt wurde. Die Nachahmung einer Kultur oder derer \u00e4sthetischer Eigenschaften basierte dabei meistens auf der westlichen Wahrnehmung derselben. Einen anderes Merkmal seines Aussehens war, dass Liotard im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen in Europa, einen langen Bart trug. In eine Zeit, als das Abrasieren als ein Zeichen des zivilisierten Fortschritts galt und wohingegen langes Barthaar fast mit Barbarei assoziiert war, k\u00f6nnte dieses Verhalten als mutig und selbstbewusst bezeichnet werden. Dieses Selbstbildnis soll folglich Liotard als einen Welten-B\u00fcrger zeigen. Auf dem zweiten Bild sind Liotards weisse Haare noch lang, jedoch hat er seinen Bart auf Wunsch seiner Frau abrasiert. Liotard zeigt sich mit Falten auf dem Gesicht und mit der Geste der ans Kinn greifenden Hand zeigt er, dass ihm der Bart fehlt. Er selbst z\u00e4hlte dieses Bild zu den wichtigsten seiner Werke und stellte es 1773 an der Royal Academy aus, was von Horace Walpole als \u201cvery bold\u201d (sehr mutig) kommentiert wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-220\" src=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-5-232x300.jpg\" alt=\"Unbenannt\" width=\"232\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-5-232x300.jpg 232w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-5-210x271.jpg 210w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-5.jpg 374w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 3: Jean-\u00c9tienne Liotard, Autoportrait \u201cLiotard \u00e0 la barbe\u201d, 1773, MAH.<\/p>\n<p>Liotard arbeitet mit Pastellkreide, die im 18. Jahrhundert ziemlich \u201c\u00e0 la mode\u201d war. Diese Technik erlaubte eine genauere Reproduktion von Farbe und Stoffen, da mehrere Farben \u00fcberlagert werden konnten. Die genaue Wiedergabe der Stoffe war f\u00fcr Liotards Auftr\u00e4ge wichtig, da sie den hohen gesellschaftlichen Status der Portr\u00e4tierten hervorhoben. Gleichzeitig sind die Pastelle sehr einfach zu transportieren und erlauben eine schnellere Arbeitsweise, da man zwischen den einzelnen Farbschichten nicht bis zur vollst\u00e4ndigen Trocknung warten musste. Die Schnelligkeit des Mediums war einen Vorteil beim Portr\u00e4tieren von ungeduldigen Kunden oder Kindern. Alle Portr\u00e4ts im Kabinett sind in dieser Technik ausgef\u00fchrt. Die Anbringung des Selbstportr\u00e4ts Liotards im Raum ist ausserdem sehr interessant da es in einer diagonalen Achse zum Portr\u00e4t von Jean-Jacques Rousseau<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a>, einem wichtigen Wegbereiter der Franz\u00f6sischen Revolution, steht, was eine kuratoriale Strategie um zwei sehr wichtige Figuren aus Genf &#8211; Rousseau (Schriftsteller) und Liotard (Maler) &#8211; durch diese Achse in Verbindung zu setzen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a> Gemeint ist das Portr\u00e4t von Maurice Quentin de la Tour (Abb.4).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-221\" src=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-6-209x300.jpg\" alt=\"Unbenannt\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-6-209x300.jpg 209w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-6-210x301.jpg 210w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/tourdesuisse\/files\/2016\/02\/Unbenannt-6.jpg 336w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 4: Maurice Quentin de La Tour, Portrait de Jean-Jacques Rousseau, 1753 (?), MAH.<\/p>\n<p>Autorin: Julia Gogoleva<\/p>\n<p>Mus\u00e9e d&#8217;art et d&#8217;histoire: <a href=\"http:\/\/institutions.ville-geneve.ch\/fr\/mah\/\">http:\/\/institutions.ville-geneve.ch\/fr\/mah\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exkursion vom 12.03.2016 Dieses Jahr hat die \u201cTour de Suisse\u201d mit einer Exkursion nach Genf gestartet. 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