{"id":449,"date":"2021-09-17T17:04:01","date_gmt":"2021-09-17T17:04:01","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital1\/?p=449"},"modified":"2022-01-31T14:57:51","modified_gmt":"2022-01-31T14:57:51","slug":"junge_stalin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/17\/junge_stalin\/","title":{"rendered":"Der Junge Stalin \u2013 Bandit und Sozialrevolution\u00e4r"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p><em>Stalin geh\u00f6rte zu den markantesten Pers\u00f6nlichkeiten des 20. Jahrhunderts. So verwundert es nicht, dass mittlerweile eine Vielzahl an Werken sein Leben thematisieren. Vor allem die \u00c4ra des Kalten Krieges liess die Produktion steigen. Oft politisch verf\u00e4rbt und tendenzi\u00f6s, behandelten die Biografien vorwiegend Stalins Leben an der Macht. Zu solchen Werken gesellten sich auch Abhandlungen, die von Stalin selbst in Auftrag gegeben wurden, oder die \u2013 nicht weniger pr\u00e4tenti\u00f6s \u2013 sein im Exil lebender Erzrivale Trotzki verfasste. Die fr\u00fchen Jahre des sp\u00e4teren sowjetischen Diktators erfuhren zwar h\u00e4ufig Erw\u00e4hnung in den B\u00fcchern; die Forscher legten aber einen weit gr\u00f6sseren Fokus auf die Herrschaftszeit als auf den jungen Priesteranw\u00e4rter. Doch eben jene Jahre scheinen wichtig zu sein, um das Ph\u00e4nomen Stalin bzw. den Stalinismus zu ergr\u00fcnden. Was bewegte und pr\u00e4gte den sp\u00e4teren \u201eOberpriester des Marxismus\u201c, der zu einem uneingeschr\u00e4nkt herrschenden Tyrannen werden sollte und Millionen Opfer zu verschulden hatte?<\/em><\/p>\n<p>Simon Sebag Montefiore liefert in seinem Werk \u00abDer junge Stalin\u00bb viele Antworten und Erkenntnisse zum Verst\u00e4ndnis der Person Stalin. Montefiores Werk dient dabei als Prequel zu seinem grandiosen Werk \u00abAm Hof des roten Zaren\u00bb. Auf der Grundlage sorgf\u00e4ltiger Archivarbeit skizziert der Autor umfassend das Leben des jungen Stalin und versucht mit den Mythen, die sich um Stalin rankten \u2013 teilweise auch von ihm selbst in die Welt gesetzt \u2013 zu brechen. Im Folgenden werden einige Episoden aus Montefiores Werk zu Stalins fr\u00fchen Jahren wiedergegeben. Sie sollen helfen, das Ph\u00e4nomen Stalin zu begreifen.<\/p>\n<h3><strong>Stalin der Chorknabe und Strassenjunge<\/strong><\/h3>\n<p>Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili wurde am 18. Dezember 1878 in Gori (Georgien) geboren. Das offizielle Geburtsdatum sollte sp\u00e4ter von ihm um ein Jahr nach hinten gelegt werden. Die vorherrschende Gewaltkultur auf den Strassen und zu Hause unter seinem trinkenden und gewaltt\u00e4tigen Vater pr\u00e4gten den Jungen von Beginn an. Bereits fr\u00fch zeichnete er sich durch sein Charisma und seine Intelligenz aus und wurde an einer Kirchenschule aufgenommen, obwohl diese ihm als Sohn eines Schuhmachers nicht offen gestanden h\u00e4tte. Die Hintergr\u00fcnde scheinen unklar. In der Schule stach er als guter Sch\u00fcler mit einem Gesp\u00fcr f\u00fcr die Dichtkunst hervor. Seine georgischen Gedichte waren gar einem breiteren Publikum bekannt. Auch sp\u00e4ter sch\u00e4tzte der Diktator k\u00fcnstlerische Begabung und stand in Kontakt mit einigen russischen Genies, wobei dies nicht automatisch <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/07\/realismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schutz vor Verfolgung bedeutete<\/a><\/span><\/strong>. Auch als Chorknabe scheute Dschugaschwili nicht vor Schl\u00e4gereien auf der Strasse zur\u00fcck, wo er schon bald mit zwielichtigen Gestalten zu tun hatte.<br \/>\nAls Jugendlicher trat er als Priesteranw\u00e4rter einem theologischen Seminar bei. In dieser Zeit kam er erstmals in Kontakt mit marxistischem Gedankengut, das sein Interesse weckte. Wegen seiner aufm\u00fcpfigen Art und wegen des Studiums verbotener kommunistischer Literatur geriet Dschugaschwili immer \u00f6fter in Konflikt mit den Inspektoren des Seminars, die ihn mit Argusaugen \u00fcberwachten. Dieses Umfeld der \u00dcberwachung, Bespitzelung und der Eingriffe in die Privatsph\u00e4re k\u00f6nnten bereits den Keim f\u00fcr ein Gef\u00fchl der Verfolgung und Unsicherheit ges\u00e4t haben, das f\u00fcr den sp\u00e4teren Diktator so typisch war. 1898 schloss er sich dann der noch einheitlichen <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/02\/kommunistische-partei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR)<\/a><\/span><\/strong> an und verliess bald desinteressiert das Priesterseminar. Die Partei sollte sich dann 1903 in zwei Fl\u00fcgel \u2013 Bolschewiki und Menschewiki \u2013 aufspalten.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='czr-gallery row flex-row czr-gallery-style gallery galleryid-449 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item col col-auto'>\r\n                        <div class='gallery-icon landscape czr-gallery-icon'>\r\n                              <a data-lb-type=\"grouped-gallery\" title=\"Tifis um 1900, Stalins georgischer Nationalstolz vermischte sich fr\u00fch mit dem Marxismus und er tr\u00e4umte vom Ende der russischen Unterdr\u00fcckung; russianphoto.ru.\" href=https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Tiflis-in-den-1890ern-russianphoto.ru_.jpg class=\"bg-link\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"254\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Tiflis-in-den-1890ern-russianphoto.ru_-350x254.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" sizes=\"auto, (min-width: 1200px) 540px, (min-width: 992px) 450px, (min-width: 768px) 330px, (min-width: 576px) 240px, calc( 50vw - 30px )\" aria-describedby=\"gallery-1-516\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Tiflis-in-den-1890ern-russianphoto.ru_-350x254.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Tiflis-in-den-1890ern-russianphoto.ru_-768x558.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Tiflis-in-den-1890ern-russianphoto.ru_.jpg 800w\" \/>\r\n                        <\/div>\r\n                              <figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-516'>\r\n                              Tifis um 1900, Stalins georgischer Nationalstolz vermischte sich fr\u00fch mit dem Marxismus und er tr\u00e4umte vom Ende der russischen Unterdr\u00fcckung; russianphoto.ru.\r\n                              <\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item col col-auto'>\r\n                        <div class='gallery-icon landscape czr-gallery-icon'>\r\n                              <a data-lb-type=\"grouped-gallery\" title=\"Die \u00d6lstadt Baku um 1900. Bei den Arbeitern traf Stalin auf eine offene Zuh\u00f6rerschaft. Brandanschl\u00e4ge auf die Borhfelder sollten durch Schutzgeldzahlungen unterbunden werden; russianphoto.ru\" href=https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Baku-die-Oelstadt-hier-hatte-Stalin-Hoererschaft-1910ern-russianphoto.ru_.jpg class=\"bg-link\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"242\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Baku-die-Oelstadt-hier-hatte-Stalin-Hoererschaft-1910ern-russianphoto.ru_-350x242.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" sizes=\"auto, (min-width: 1200px) 540px, (min-width: 992px) 450px, (min-width: 768px) 330px, (min-width: 576px) 240px, calc( 50vw - 30px )\" aria-describedby=\"gallery-1-520\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Baku-die-Oelstadt-hier-hatte-Stalin-Hoererschaft-1910ern-russianphoto.ru_-350x242.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Baku-die-Oelstadt-hier-hatte-Stalin-Hoererschaft-1910ern-russianphoto.ru_.jpg 700w\" \/>\r\n                        <\/div>\r\n                              <figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-520'>\r\n                              Die \u00d6lstadt Baku um 1900. Bei den Arbeitern traf Stalin auf eine offene Zuh\u00f6rerschaft. Brandanschl\u00e4ge auf die Borhfelder sollten durch Schutzgeldzahlungen unterbunden werden; russianphoto.ru\r\n                              <\/figcaption><\/figure>\r\n                  <\/div>\n\n<h3><strong>Revolution\u00e4res Banditentum \u2013 Verfolgung, Verrat und Verbannung<\/strong><\/h3>\n<p>Dschugaschwili intensivierte seine T\u00e4tigkeit als Revolution\u00e4r; er betrieb Druckerpressen, agitierte in den Fabriken und organisierte Streiks. Schnell machte er sich in diesem Gefilde einen Namen, der auch der zarischen Geheimpolizei <span class=\"tooltips \" style=\"\" title=\"Russisch: Wach oder Schutz; seit 1881 inoffizieller Name. Wurde bereits f\u00fcher gegr\u00fcndet um den aufkommenden Terrorismus durch politische Bewegungen zu bek\u00e4mpfen. Durch die Pariser Auslandsagentur wurden auch im Exil lebende Revolution\u00e4re \u00fcberwacht.\"><span style=\"color: #ff0000\">Ochrana<\/span><\/span> nicht verborgen blieb, so dass er in den Untergrund abtauchen musste. Ein Dasein als Sozialrevolution\u00e4r brachte die Notwendigkeit mit sich, unter einem <span class=\"tooltips \" style=\"\" title=\"Ber\u00fchmte Beispiele sind Lenin, Trotzki, Martow, Kamenew, Molotow usw.\">Decknamen aufzutreten<\/span>. Dschugaschwili hatte eine Unmenge an Pseudonymen. Bereits seine Gedichte wurden unter dem Namen Sosselo ver\u00f6ffentlicht, w\u00e4hrend er von seinen Genossen h\u00e4ufig als Sosso oder Koba \u2013 in Anlehnung an einen georgischen R\u00e4uberhelden \u2013 gerufen wurde. Den Namen Stalin (sp\u00e4ter als \u00abMann aus Stahl\u00bb gedeutet) benutzte er erstmals 1910, wobei der Ursprung des Namens nicht ganz gekl\u00e4rt ist. Wahrscheinlich nahm Dschugaschwili den abge\u00e4nderten Namen seiner damaligen Mitstreiterin und Geliebten Ljudmila Stal an.<br \/>\nSchon fr\u00fch radikalisierte er sich und grenzte sich von gem\u00e4ssigten Mitstreitern (Menschewiki) ab, die er als unf\u00e4hig f\u00fcr die revolution\u00e4re Sache erachtete. Selbst bewegte er sich mehr auf der Linie der Bolschewiki. Intrigen und Hetzkampagnen geh\u00f6rten von Anfang an zu seinem Repertoire, das er sp\u00e4ter zur Perfektion brachte. Auch seine Handlungen nahmen extremistischere Formen an, und er schreckte vor Auftragsmorden nicht zur\u00fcck. Stalin umgab sich ohnehin lieber mit Banditen und M\u00f6rdern, die er f\u00fcr seinen Kampf zu instrumentalisieren wusste und die seine Geringsch\u00e4tzung von Regeln teilten. Dies traf auch auf die sp\u00e4tere Sowjetunion zu, wo sich vor allem innerhalb der Geheimpolizei die schrecklichsten Psychopaten sammelten. Entf\u00fchrungen, Schutzgelderpressungen, Raub\u00fcberf\u00e4lle bis hin zur Piraterie f\u00fcllten die Kassen der Revolution\u00e4re. Dschugaschwilis gr\u00f6sster Coup, der international Beachtung fand und mehrere Opfer forderte, stellte der \u00dcberfall 1907 auf einen Geldtransport der russischen Staatsbank in Tiflis dar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_513\" aria-describedby=\"caption-attachment-513\" style=\"width: 634px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-513\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalins_Mug_Shot-ca.-1911-wikimedia-1024x722.jpg\" alt=\"\" width=\"634\" height=\"447\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalins_Mug_Shot-ca.-1911-wikimedia-1024x722.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalins_Mug_Shot-ca.-1911-wikimedia-350x247.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalins_Mug_Shot-ca.-1911-wikimedia-768x541.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalins_Mug_Shot-ca.-1911-wikimedia-1536x1082.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalins_Mug_Shot-ca.-1911-wikimedia-2048x1443.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-513\" class=\"wp-caption-text\">Stalins Verbrecherkartei von 1911; wikimedia.commons.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber auch politische Erfolge stellten sich ein. Beispielsweise konnte Dschugaschwili in Batumi durch Streiks die Rothschilds, die wie die Familie Nobel zu den \u00d6lmagnaten und wichtigsten Investoren im Kaukasus z\u00e4hlten, zu h\u00f6heren L\u00f6hnen zwingen. Schnell erstreckte sich sein Wirkungsradius \u00fcber den ganzen s\u00fcdlichen Kaukasus. Doch die Ochrana ihrerseits blieb nicht unt\u00e4tig und nahm ihn vollends ins Visier. Dazu st\u00fctzte sie sich auf ein Netzwerk an Spitzeln und Doppelagenten, die im Laufe der Zeit die sozialistischen Organisationen infiltrierten und damit eine \u00abkannibalistische Hysterie des Argwohns und des Verfolgungswahns\u00bb hervorriefen. Stalin verinnerlichte diesen Argwohn ganz besonders, wie sich in den <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/07\/schauprozesse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1930er- Jahren im Zuge des Grossen Terrors<\/a><\/span><\/strong> in grausamer Art und Weise offenbaren sollte. Doch bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts f\u00fchrte das zu einer Inquisition innerhalb der kaukasischen Partei, in deren Rahmen vermeintliche Verr\u00e4ter ermordet wurden. Der Ochrana gelang es also, die Revolution\u00e4re innerlich durch Paranoia zu schw\u00e4chen und ihre wichtigen Exponenten dank den Spitzeln konsequent zu verfolgen. So folgte 1902 Dschugaschwilis erste Verhaftung \u2013 viele weitere sollten folgen.<br \/>\nIn Anbetracht des terroristisch-revolution\u00e4ren Wirkens erschienen die Strafen \u00e4usserst milde; sie wurden vom Innenminister direkt ausgesprochen. Hinrichtungen sowie <em>Katorga <\/em>(Zwangsarbeit) waren seltene Urteile, viel eher wurde die administrative Verbannung nach Sibirien angeordnet, wobei die <em>Etap<\/em>, der Weg dorthin, das gr\u00f6ssere \u00dcbel war. Einmal am Verbannungsort angelangt, erging es den Revolution\u00e4ren abgesehen von Monotonie und der Langweile nicht schlecht, sie genossen weitgehende Freiheiten und trafen oftmals auf andere verurteilte Gesinnungsgenossen. Dar\u00fcber hinaus waren sie auch keineswegs abgeschottet von der Aussenwelt und erhielten Geld vom Zaren f\u00fcr ihre Unterbringung. Auch muss erw\u00e4hnt werden, dass die verbannten Intellektuellen ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Bildung der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung waren. Erst in der Sowjetunion sollte eine grundlegende <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/06\/mobilitaet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildung der Gesamtbev\u00f6lkerung<\/a><\/span><\/strong> erfolgen und die soziale Chancengleichheit vorl\u00e4ufig vorantreiben.<br \/>\nEs erstaunt nicht, dass diese lasche Praxis der Verbannung die Flucht beg\u00fcnstigte. Mit dem n\u00f6tigen Kleingeld f\u00fcr die Reise und f\u00fcr die Bestechung von Beamten war es leicht zu verschwinden. Stalin zeigte sich belustigt \u00fcber dieses durchl\u00e4ssige Verbannungssystem, und sein sp\u00e4teres, lebensfeindliches <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/07\/archipel-gulag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lagernetzwerk (Gulag)<\/a><\/span><\/strong> sollte damit in keiner Weise vergleichbar sein.<br \/>\nBald trat Stalin also im Kaukasus wieder in Erscheinung und nahm seine gewohnte r\u00e4uberisch-revolution\u00e4re T\u00e4tigkeit erneut auf. Die n\u00e4chsten Verhaftungen und abermaligen Fluchten liessen seinen Tatendrang nicht versiegen. So nahm auch bald der im Exil lebende Lenin Notiz vom georgischen Revolution\u00e4r.<\/p>\n<figure id=\"attachment_515\" aria-describedby=\"caption-attachment-515\" style=\"width: 611px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-515\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalin-in-der-Verbannung-u.a.-mit-Kamenew-1915-russianphoto.ru_.jpg\" alt=\"\" width=\"611\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalin-in-der-Verbannung-u.a.-mit-Kamenew-1915-russianphoto.ru_.jpg 800w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalin-in-der-Verbannung-u.a.-mit-Kamenew-1915-russianphoto.ru_-350x251.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Stalin-in-der-Verbannung-u.a.-mit-Kamenew-1915-russianphoto.ru_-768x551.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-515\" class=\"wp-caption-text\">Stalin (hinten mit schwarzem Filzhut) in der Verbannung, links neben ihm steht Kamenew (1915); russianphoto.ru.<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Lenin und Stalins politische Karriere<\/strong><\/h3>\n<p>Lenin geh\u00f6rte bereits zur russisch-sozialistischen Elite, als sich Dschugaschwili erst mit der Ideologie zu besch\u00e4ftigen begann. Stalin kannte Lenins Schriften schon fr\u00fch und hatte Hochachtung vor dem \u00abBergadler\u00bb, wie er ihn nannte. Im Revolutionsjahr 1905 trafen die beiden erste Mal aufeinander. Eine wichtige Zwischenstation in Stalins Karriere als Revolution\u00e4r war seine Entsendung als Vertreter der kaukasischen Bolschewiki an den Parteitag in Finnland. Hier erlebte er hautnah die politischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fl\u00fcgeln \u2013 den Bolschewiki und den Menschewiki \u2013 und traf sich mit seinem ideologischen Idol Lenin. Stalin zeigte sich aber entt\u00e4uscht \u00fcber dessen Erscheinung. In Erwartung einer grossen, autorit\u00e4ren Gestalt fand er einen kleinen, gew\u00f6hnlichen und pragmatischen Revolution\u00e4r vor, der sich \u00abdurch nichts von anderen unterschied\u00bb. Entgegen dieser \u00fcberspitzen Formulierung und der Tatsache, dass sich Stalin bereits bei ihrer ersten gemeinsamen Konferenz gegen Lenin stellte, genoss dieser weiterhin Stalins Hochachtung. Stalin initiierte sp\u00e4ter einen Leninkult, der bald auch f\u00fcr <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/07\/entstalinisierung-das-tauwetter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">seine eigene Person Anwendung fand<\/a><\/span><\/strong>. Lenin seinerseits sch\u00e4tzte Stalin als umtriebigen Devisenbeschaffer und sollte auf seine Dienste bis zu seinem Tod angewiesen bleiben. Vor allem als sich die Menschewiki durchrangen, \u00dcberf\u00e4lle als Finanzierungsmittel zu verbieten, stellte sich Lenin hinter Stalin und hielt diesen an, inoffiziell weiter zu operieren.<br \/>\nIn politischer Hinsicht harmonierte das Duo im Verlaufe der Zeit nicht immer. Stalin stand des \u00d6fteren in Opposition zu Lenin und zeigte sich h\u00e4ufig kompromissbereiter. Beispielsweise schlug Lenin auf einem sp\u00e4teren Parteitag die Verstaatlichung des Bodens vor, w\u00e4hrend Stalin den Bauern eigenes Land zugestehen wollte. Mit seiner Hilfe konnten die Menschewiki schliesslich Lenin \u00fcberstimmen. Ironischerweise sollte Stalin zu Beginn der 1930er-Jahre Lenins Wunsch mit seiner r\u00fccksichtslosen <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/06\/kollektivierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kollektivierungspolitik<\/a><\/span><\/strong> in die Tat umsetzen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_527\" aria-describedby=\"caption-attachment-527\" style=\"width: 645px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-527\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Mitlgieder-des-ZK-waehrend-dem-Prager-Parteitag-von-1912-russianphoto.ru_.-1.jpg\" alt=\"\" width=\"645\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Mitlgieder-des-ZK-waehrend-dem-Prager-Parteitag-von-1912-russianphoto.ru_.-1.jpg 788w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Mitlgieder-des-ZK-waehrend-dem-Prager-Parteitag-von-1912-russianphoto.ru_.-1-350x266.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/Mitlgieder-des-ZK-waehrend-dem-Prager-Parteitag-von-1912-russianphoto.ru_.-1-768x585.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-527\" class=\"wp-caption-text\">Mitglieder des ZK w\u00e4hrend dem Prager Parteitag von 1912 (sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine sp\u00e4tere Fotomontage, um Stalin prominenter erscheinen zu lassen); russianphoto.ru.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dschugaschwili\/Stalin erlebte privat verschiedene R\u00fcckschl\u00e4ge: Seine Frau Jekaterina (Kato) Swanidse starb 1907 und hinterliess ihm einen <span class=\"tooltips \" style=\"\" title=\"Dieser starb 1943 in deutscher Gefangenschaft. Stalin zeugte weitere Kinder, deren Existenz er teilweise zu vertuschen versuchte.\"><span style=\"color: #ff0000\">Sohn Jakow<\/span><\/span>. Trotz der pers\u00f6nlichen Krisen wurde Stalin dank seinem Organisationstalent zu einem f\u00fchrenden Bolschewiken im Zarenreich und leitete 1912 deren russisches B\u00fcro, w\u00e4hrend sich die F\u00fchrungsriege im Ausland aufhielt. Politisch machte sich Stalin vor allem mit seinem Essay zur Nationalit\u00e4tenfrage \u2013 veranlasst von Lenin \u2013 einen Namen. Mit dessen Ver\u00f6ffentlichung 1913 zementierte Dschugaschwili sein Pseudonym \u00abStalin\u00bb, das er zuvor nur selten verwendet hatte, das von nun an aber sein Leben lang an ihm haften blieb.<br \/>\nIm gleichen Jahr wurde Stalin erneut verhaftet und in eine weit abgelegene Region in Ostsibirien verbannt. Erst 1917 verliess er diese Gegend Richtung <u>Petrograd<\/u> <span class=\"tooltips \" style=\"\" title=\"Urspr\u00fcnglich St. Petersburg; der Name wurde im 1. Weltkrieg russifiziert, nach Lenins Tod folgte die Umbenennung der Stadt in Leningrad.\"><span style=\"color: #ff0000\">Petrograd<\/span><\/span>, wo er kurz nach der <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/02\/februarrevolution\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Februarrevolution 1917<\/a><\/span><\/strong> eintraf.<\/p>\n<h3><strong>Stalin im Revolutionsjahr 1917<\/strong><\/h3>\n<p>Nach dem Sturz des Zaren stellte sich unter der Provisorischen Regierung (Parallele Doppelregierung) ein politisches Tauwetter ein, das f\u00fchrende Sozialisten zur\u00fcck nach Russland zog. Lenin traf kurz nach Stalin in Petrograd ein, Trotzkis Ankunft folgte sogleich. Im April wurde Stalin ins Zentralkommitee der Bolschewiki\u00a0 gew\u00e4hlt und zu einem Teil des Entscheidungsgremiums, aus dem sich dann das Politb\u00fcro entwickelte. Dar\u00fcber hinaus war Stalin zust\u00e4ndig f\u00fcr das Druckwesen und die Herausgabe von Parteizeitungen. Im Gegensatz zu Lenin und Trotzki war Stalin jedoch ausserhalb der Revolution\u00e4ren Bewegung weitgehend unbekannt, da er sich besser darauf verstand, im Untergrund zu operieren, und weniger als Theoretiker auffiel.<br \/>\nW\u00e4hrend Lenin die Gunst der Stunde nutzen wollte, um die Provisorische Regierung zu st\u00fcrzen, verlangte Stalin, nur politischen Druck auf diese auszu\u00fcben. Nach einem missgl\u00fcckten und eher spontanen Putschversuch im Sommer 1917 wurden die Bolschewiki von der Provisorischen Regierung verfolgt und in den Untergrund gedr\u00e4ngt, wo sich Stalin wieder in seinem Element befand und zum engsten Vertrauten Lenins wurde.<\/p>\n<p>Aufgrund der politischen Wirren und des Unwillens der russischen Regierung, den Krieg mit Deutschland zu beenden, genossen die Bolschewiki unter den Arbeitern Petrograds und den Matrosen von Kronstadt grosse Sympathien. Die Option eines Umsturzes stand weiterhin im Raum, und Lenin bedr\u00e4ngte seine Genossen st\u00fcrmisch. Stalin in seiner Verlegerfunktion erdreistete sich sogar, Lenins Artikel zu zensieren oder nicht zu ver\u00f6ffentlichen. Er setzte sich sogar f\u00fcr den gem\u00e4ssigten Parteifunktion\u00e4r Kamenew ein, der heftigen Angriffen von Seiten Lenins ausgesetzt war. Diese Hilfe sollte sich f\u00fcr Stalin in seinem <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/02\/machtkampf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Machtkampf mit Trotzki um Lenins Nachfolge<\/a><\/span><\/strong> als sehr n\u00fctzlich erweisen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_518\" aria-describedby=\"caption-attachment-518\" style=\"width: 697px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-518\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/ZK-nach-der-Oktoberrevolution-1917.jpg\" alt=\"\" width=\"697\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/ZK-nach-der-Oktoberrevolution-1917.jpg 800w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/ZK-nach-der-Oktoberrevolution-1917-350x221.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/files\/2021\/09\/ZK-nach-der-Oktoberrevolution-1917-768x484.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 697px) 100vw, 697px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-518\" class=\"wp-caption-text\">Das Zentralkommitee nach der Oktoberrevolution (1919); russianphoto.ru.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie die Geschichte zeigte, konnte sich Lenin schliesslich durchsetzen und nach dem erfolgreichen Oktoberputsch die Macht \u00fcbernehmen. Da er die entscheidende Sitzung des Zentralkomitees verpasste, in der die Aufgaben f\u00fcr den Umsturz verteilt wurden, spielte Stalin keine gl\u00e4nzende Rolle in der Oktoberrevolution. Trotzdem leistete er im Vorfeld sehr wichtige Arbeit f\u00fcr die Bolschewiki, auch wenn diese in der \u00d6ffentlichkeit nicht gross wahrgenommen wurde. Auch diese Umst\u00e4nde sollten im sp\u00e4teren Personenkult eine Kaschierung erfahren.<br \/>\nIm Anschluss an die Macht\u00fcbernahme der Bolschewiki fand sich Stalin schliesslich in der Funktion als Volkskommissar f\u00fcr Nationalit\u00e4tenfragen in der neuen Regierung wieder. Zus\u00e4tzlich geh\u00f6rte er zusammen mit Lenin und Trotzki \u2013 der sogenannten Troika \u2013 zum innersten Zirkel der herrschenden Oligarchie. Im Nachgang der Oktoberrevolution und des folgenden w\u00fcsten <strong><span style=\"color: #ff0000\"><a style=\"color: #ff0000\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/2021\/09\/06\/buergerkrieg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russischen B\u00fcrgerkriegs<\/a><\/span><\/strong> errichtete Lenin eine Diktatur mit enormer Machtf\u00fclle und ebnete so Stalins Weg zur unangefochtenen Alleinherrschaft.<\/p>\n[vc_row][vc_column][vc_message message_box_style=&#8220;solid-icon&#8220; message_box_color=&#8220;grey&#8220; icon_type=&#8220;openiconic&#8220; icon_openiconic=&#8220;vc-oi vc-oi-book&#8220;]<span style=\"color: #333333\"><strong>Literaturtipps:<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333333\">Montefiore S., Simon: Der Junge Stalin. Frankfurt a. M. 2008.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333333\">Montefiore S., Simon: Am Hof des roten Zaren. Frankfurt a. M. 2005.<\/span>[\/vc_message][\/vc_column][\/vc_row][vc_column][\/vc_column]\n<h3>von Florian Wiedemann<\/h3>\n<p>Titelbild: Stalins Polizeiakte von 1902; commons.wikimedia.org.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Literaturangaben:<\/strong><\/p>\n<p>Montefiore S., Simon: Der Junge Stalin. Frankfurt a. M. 2008.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stalin geh\u00f6rte zu den markantesten Pers\u00f6nlichkeiten des 20. Jahrhunderts. So verwundert es nicht, dass mittlerweile eine Vielzahl an Werken sein Leben thematisieren. Vor allem die \u00c4ra des Kalten Krieges liess die Produktion steigen. Oft politisch verf\u00e4rbt und tendenzi\u00f6s, behandelten die Biografien vorwiegend Stalins Leben an der Macht.<\/p>\n","protected":false},"author":484,"featured_media":509,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,25],"tags":[31],"class_list":{"0":"post-449","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-politik","8":"category-stalinismus","9":"tag-revolutionsjahre","10":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/users\/484"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=449"}],"version-history":[{"count":41,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1011,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/449\/revisions\/1011"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/media\/509"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/stalindigital\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}