{"id":8583,"date":"2022-04-27T18:46:02","date_gmt":"2022-04-27T16:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/?p=8583"},"modified":"2023-03-15T21:00:38","modified_gmt":"2023-03-15T20:00:38","slug":"der-gang-aleksa-trifunovic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/2022\/04\/27\/der-gang-aleksa-trifunovic\/","title":{"rendered":"Der Gang \u2013 Aleksa Trifunovi\u0107"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>DER GANG<\/strong><\/p>\n<p>Verkatert und schweren Kopfes wachte er auf dem kalten Boden der dunklen und fensterlosen Zelle auf. Wieder einmal hatte er so viel getrunken, dass er sich an nichts mehr erinnern konnte. Er wusste weder was sich am vorherigen Abend ereignet hatte noch weshalb er sich in einer Zelle befand. Das Letzte, woran er sich noch erinnern konnte, war, dass er bei Jonas Wodka getrunken hatte und nun war er in einer Zelle eingesperrt. Und weshalb? Das wusste er selbst nicht. Gereizt und noch verschlafen, mit einem \u00fcblen Nachgeschmack von Tabak und Alkohol im Mund, setzte er sich auf und fing mit tr\u00fcben Augen an, die Zelle genauer zu betrachten. Die W\u00e4nde, die Decke und der Boden waren aus einem rauen gr\u00e4ulich-blauen Stein, welcher an vielen Stellen von Moos bewachsen war, da von der Decke unaufh\u00f6rlich Wasser heruntertropfte. Deshalb war er vermutlich auch nass aufgewacht, dachte er. Die finstere Zelle, deren Luft schwer und feucht zu atmen war und nach nasser Erde und Moos roch, war sonst, bis auf ein paar Metallketten in einer Ecke, vollkommen leer. Auf seiner rechten Seite stand ein rostiges Gitter, hinter welchem sich ein gerader Gang erstreckte, bei dessen Anblick er staunte. Der saubere und moderne Gang stellte einen kompletten Gegensatz zu seiner Zelle dar. Sowohl die weiss gestrichenen W\u00e4nde als auch die sterilsauberen Bodenplatten im Gang, schienen ihm unter der Beleuchtung der LED-Lampen gl\u00e4nzend und makellos. Sogar die Luft, welche aus dem Gang kam, war frischer und angenehmer zu atmen als diejenige in der Zelle. Das seltsamste an dem Gang war jedoch, dass, wie sehr er auch seinen Blick sch\u00e4rfte, er dessen Ende nicht erkennen konnte. Es schien ihm fast, als w\u00fcrde sich der Gang, wie ein bodenloser Abgrund, unendlich weit geradeaus erstrecken, was in ihm ein Gef\u00fchl der Verlorenheit erweckte. W\u00e4hrend er die verschlossene Gittert\u00fcr zu \u00f6ffnen versuchte, fiel ihm auch auf, dass um ihn herum eine Totenstille herrschte, welche einzig durch das Ger\u00e4usch der Wassertropfen unterbrochen wurde. Die absurde Situation, die Stille, die L\u00fccke im Ged\u00e4chtnis, die verschlossene T\u00fcr und die schwere Luft bedr\u00e4ngten ihn so weit, bis er zornig und \u00fcberfordert anfing zu schreien und mit voller Kraft gegen die Gittert\u00fcr zu schlagen.<\/p>\n<p>\u00abHolt mich hier raus, ihr Schweine!\u00bb schrie er vergebens immer wieder.<\/p>\n<p>Als nach einiger Zeit jedoch niemand erschienen war, der ihn befreite, beruhigte er sich wieder und h\u00f6rte stattdessen noch einige Sekunden lang das Echo seiner Schreie in der Unendlichkeit des Ganges widerhallen. Als auch das Echo verschwand, herrschte wieder Totenstille. Wie sehr er es auch versuchte sich am Abend zuvor zu erinnern, ihm kam nichts in den Sinn. Gar nichts. Er konnte sich nicht vorstellen, weshalb ihn jemand einsperren sollte. In seinem Ged\u00e4chtnis herrschte nur Leere und Verworrenheit. Verzweifelt fiel er auf die Knie, rief weinend nach Gott, rief schreiend nach Hilfe, sehnte sich nach seiner Familie, verfluchte den Alkohol und beschimpfte die Freunde, welche ihn vermutlich im Stich gelassen hatten. Dann ert\u00f6nte aus der Ferne des Ganges ein lautes Ger\u00e4usch, worauf er mit seiner Pathetik aufh\u00f6rte und vor Angst erstarrte. Es war das Ger\u00e4usch hunderter Peitschen, welche auf die nackten K\u00f6rper fallend prallten und klatschten, gefolgt von einem h\u00f6llischen Jammern hunderter leidender Stimmen, welche um Gnade riefen. Die Schreie und Hilferufe, sowie das Knallen der Peitschen waren dermassen grauenhaft und leidensvoll, dass er sich aus Angst \u00fcbergab. Mit einem bitter-sauren Geschmack im Mund wischte er sich z\u00fcgig die Tr\u00e4nen vom Gesicht ab und blickte nochmal durch das Gitter &#8211; der Gang schien ihm jedoch stets leer und endlos. Er verkroch sich dann ver\u00e4ngstigt in einer Ecke der Zelle und versuchte sich konzentriert zu erinnern, was sich am vorherigen Abend ereignet hatte und weshalb er nun in dieser d\u00fcsteren Zelle eingesperrt war. In der Ferne wechselten sich die Ger\u00e4usche der leidenden Stimmen und der schwungvollen Peitschenschl\u00e4ge weiterhin ab.<\/p>\n<p>An jenem Abend war Neo, wie f\u00fcr ihn schon immer \u00fcblich gewesen, zu sp\u00e4t erschienen. Sergej \u00f6ffnete ihm die T\u00fcr und lud ihn mit einer liebevollen Geste ein, wie es nur Betrunkene zu machen pflegen, einzutreten. Danach fragte ihn Sergej, ob er es dabeihatte, worauf Neo l\u00e4chelnd nur zunickte. Als er in das Wohnzimmer eintrat, wurde er von allen seinen Freunden \u00fcberm\u00e4ssig herzlich gegr\u00fcsst &#8211; im Hintergrund liefen die Pixies. Auf dem schwarzen Ledersofa hingesetzt, brachte ihm Sergej eine Zigarre und Jonas schenkte ihm Wodka in einen roten Becher ein. Neo musste schmunzeln. Er wusste genau, dass sie alle nur so nett zu ihm waren, weil sie auf seinen Stoff gierig waren. Sobald sie angestossen hatten, begann Jonas inbr\u00fcnstig Sergej und Neo seine Meinung \u00fcber die neueste politische Krise zu erkl\u00e4ren. Sergej diskutierte halbwegs mit, Neo nickte dagegen gelangweilt nur zu und bejahte jede Behauptung, ohne wirklich zuzuh\u00f6ren, da ihn Politik nicht interessierte und umso weniger Jonas Meinung dar\u00fcber. W\u00e4hrend seine Freunde \u00fcber einen m\u00f6glichen Krieg redeten, bewunderte Neo das rothaarige M\u00e4dchen mit dem bezaubernd sch\u00f6nen L\u00e4cheln, welches ihm gegen\u00fcbersass. Seit er das Zimmer betreten hatte, hatten sich ihre Blicke schon mehrfach gekreuzt und wie sehr er auch versuchte, nicht in ihre Richtung zu schauen, er konnte sich nicht beherrschen. Seine Augen waren nach ihrer Sch\u00f6nheit durstig und dieser Durst war nicht zu l\u00f6schen. Ihre Sommersprossen, ihre zierlichen Gesichtsz\u00fcge und vor allem ihre Wangengr\u00fcbchen fand er derartig unausstehlich anziehend, dass er nicht anders konnte, als sie zu bewundern. Er w\u00e4re \u00fcber Stunden im Stande gewesen, ihre grazi\u00f6sen Bewegungen und ihr charmantes L\u00e4cheln zu geniessen. Ihre zarte Sch\u00f6nheit l\u00f6ste ein Flackern in seiner Brust aus und jedes Mal, wenn sich in der Menschenmenge, zwischen allen Schultern, Bechern und K\u00f6pfen, ihre Blicke kurz kreuzten, sp\u00fcrte Neo Schmetterlinge in seinem Bauch schl\u00fcpfen. Er sp\u00fcrte das Verlangen, ihren s\u00fcssen Geschmack zu kosten und ihren Geruch zu riechen. Er wusste, dass sie die Richtige war.\u00a0 Nicht die Richtige, um mit ihr auf Dates zu gehen oder nachts angetrunken die Sterne anzuschauen. Er konnte es sich auch nicht vorstellen mit ihr eine Wohnung zu kaufen, eine gute Versicherungspolice abzuschliessen, Kinder zu bekommen und mit ihr alt und krank zu werden. Nichts dergleichen. Schlussendlich empfand er auch in keinem Sinn irgendwelche Art von Zuneigung oder Liebe zu ihr. Sie war bloss die Richtige, um sein d\u00fcsteres und seit langer Zeit verdr\u00e4ngtes Verlangen, eine Frau zu besitzen und auszunutzen, zu s\u00e4ttigen. W\u00e4hrend Jonas die Rolle der Russen und Amerikaner in der Krise erkl\u00e4rte, hatte sich Neo fest dazu entschlossen, sie am selben Abend noch zu verf\u00fchren. Er war zwar kein Frauenheld, aber er hatte seine kleinen Tricks. Zuerst h\u00e4tte er noch ein paar Gl\u00e4ser Wodka getrunken, um lockerer zu werden und danach h\u00e4tte er sie angesprochen. Dabei h\u00e4tte er wieder die Rolle des tollpatschigen, selbstunsicheren und sch\u00fcchternen Jungen gespielt, welchen sie sicherlich s\u00fcss gefunden h\u00e4tte. Und in ein oder zwei Stunden h\u00e4tte er schlussendlich, bei einem Augenblick ihrer Unaufmerksamkeit, ein wenig von seinem Stoff in ihr Getr\u00e4nk gesch\u00fcttet, wonach er sie berauscht oder bewusstlos zu sich nach Hause gebracht h\u00e4tte. Mit dieser Nummer hatte er fast immer Erfolg gehabt. Nur ein oder zwei Mal war etwas schiefgelaufen, weshalb ein oder zwei M\u00e4dchen seinetwegen im Spital gelandet waren, da sein Stoff, mit Alkohol konsumiert, \u00dcbles bewirken konnte. Da seine Droge nicht im Blut nachweisbar war und niemand auch nur ahnen konnte, dass ein so tollpatschiger Junge wie er, etwas so Grausames verrichten k\u00f6nnte, war er wegen seiner Taten noch nie drangekommen. Als sein letztes Opfer wochenlang im Krankenhaus lag, hatte er sich eigentlich vorgenommen damit aufzuh\u00f6ren, jedoch reizte ihn das rothaarige M\u00e4dchen so sehr, dass er sich gezwungen f\u00fchlte eine Ausnahme zu machen. Zufrieden und von seinem Vorhaben fest \u00fcberzeugt, grinste er und beobachtete sie, w\u00e4hrend Jonas die Rolle Chinas in der Krise erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Was danach passiert war, wusste Neo nicht mehr. Er konnte sich nicht mehr an die richtige Reihenfolge der Ereignisse erinnern. Hatte er mit dem rothaarigen M\u00e4dchen geschlafen? Er wusste es nicht mehr. Zynisch begann er \u00fcber diesen Gedanken zu lachen. Mit wie vielen hatte er nur geschlafen, ohne sich daran richtig erinnern zu k\u00f6nnen. Das grauenhafte Jammern und Auspeitschen in der Ferne des Ganges h\u00f6rte auf, wonach Neo noch zufriedener und lauter lachte. Alles w\u00fcrde wie immer gut ausgehen, sagte er sich selbstsicher. Es war sicher alles nur ein \u00fcbler Scherz von Sergej und Jonas, redete er sich ein.<\/p>\n<p>\u00abIch weiss genau was du gemacht hast!\u00bb schrie eine grausige Stimme aus dem Gang und ein teuflisches Gel\u00e4chter hunderter Stimmen brach aus. Neo gefror das Blut in den Adern, ein kalter Schauer lief ihm \u00fcber den R\u00fccken und die Knie wurden ihm augenblicklich weich. Woher kannte derjenige sein Geheimnis, fragte er sich besorgt. Die Angst wurde noch viel gr\u00f6sser als er in der Ferne des Gangs eine weisse Gestalt bemerkte, welche sich mit grossen Schritten seiner Zelle n\u00e4herte. Pl\u00f6tzlich wurde die Luft viel stickiger und Neo fing zu keuchen an. Die ganze Zeit hatte er scheu und leise geahnt, dass die eine Erinnerung, die er hatte, nicht bloss eine betrunkene Einbildung war. Er versuchte es sich zwar stets einzureden, aber tief in seinem Inneren wusste er, dass er schuldig war und dass er daf\u00fcr b\u00fcssen w\u00fcrde. Zitternd versuchte er sich weiter zu erinnern.<\/p>\n<p>Der erste Filmriss geschah kurz nachdem Jonas und Sergej \u00fcber die Rolle Chinas in der Krise gestritten hatten. Als Neo wieder zu sich kam, stand er mit Sergej und Jonas im Badezimmer und schnupfte mit ihnen den Stoff. Schon kurz danach erfolgte der n\u00e4chste Filmriss und als er halbwegs wieder zu sich kam, diskutierte er eifrig mit dem rothaarigen M\u00e4dchen \u00fcber De Chirico und die Pittura metafisica. Er wusste zwar, dass sie davor auch \u00fcber anderes gesprochen hatten, jedoch nicht mehr wor\u00fcber. Sie hatte ihm so gut gefallen, dass er ihr im Laufe des Abends den Stoff direkt anbot, um sich im Nachhinein, bei vollzogener Tat, weniger Gewissensbisse zu haben. Sie lehnte es jedoch freundlich ab, mit der Begr\u00fcndung, dass sie so etwas nicht konsumieren d\u00fcrfte. Vielleicht ist sie eine dieser verklemmten Frauen, die nie aus ihrer Komfortzone herauskommen, dachte er genervt. Eine dieser Frauen, welche sich \u00fcberall, immer und nur vorbildlich verhalten, vom Kindergarten bis zum Tod. Auf einmal erinnerte sich Neo, dass das M\u00e4dchen Katarina hiess. Nach der Unterhaltung mit ihr folgte ein weiterer Filmriss und pl\u00f6tzlich sah Neo zu, wie Jonas und Sergej einen Typ, dessen Name er sich noch nie merken konnte, verpr\u00fcgelten. W\u00e4hrend Katarina und alle andere der Pr\u00fcgelei zuschauten, nutzte Neo den Moment aus, um seinen Stoff in ihr Glas beizugeben. Aus Angst, gesehen zu werden, wurde er jedoch unvorsichtig und sch\u00fcttete dabei zu viel Pulver in ihr Glas aus. Selbst wenn er ziemlich betrunken war, wusste er, dass so viel Stoff auf einmal lebensgef\u00e4hrlich war. Sofort hob er seine Hand, mit der Absicht ihr Glas zu ergreifen und dessen Inhalt auszusch\u00fctten, als sich Katarina pl\u00f6tzlich umdrehte und das Glas auf ex austrank. Und dann? Dann war er in der Zelle aufgewacht und an mehr konnte er sich wirklich nicht erinnern.<\/p>\n<p>\u00abL\u00fcg Nicht! Was soll schon passieren, sagtest du dir, als du zuschautest wie sie das Glas auf ex austrank. Nicht wahr? Komm, denk weiter! Die leidenden Seelen wollen es von dir erz\u00e4hlt bekommen!\u00bb sagte ihm die weisse Gestalt lachend, welche nun nicht mehr als zwanzig Schritte von seiner Zelle entfernt war.<\/p>\n<p>Neo bekam Gewissensbisse und weinte fast vor lauter Verzweiflung. Anscheinend hatte jemand alles mitangesehen und sein dreckiges Spiel ausfindig gemacht. Je n\u00e4her die weisse Gestalt mit ihrem kahlen Kopf und dem ausdruckslosen Gesicht kam, desto schneller schlug sein Herz vor Furcht.<\/p>\n<p>Das Letzte, woran er sich erinnern konnte, bevor er in der Zelle aufgewacht war, war, dass er im Badzimmer seine Seele ausgekotzt hatte, w\u00e4hrend im Wohnzimmer Chaos herrschte. Um die Wohnung m\u00f6glichst schnell zu verlassen, rannten die Menschen hin und her, stiessen sich dabei gegenseitig weg, weinten und schimpften. Einige von ihnen waren so betrunken, dass sie den Ernst der Lage nicht nachvollziehen konnten und wie verlorene Kinder nur herumstanden. Sergej schrie die Ambulanz am Telefon an und jemand versuchte Katarina mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung zu retten, aber Neo wusste, dass alles vergebens war. \u00a0Diesmal war er zu weit gegangen, um sein krankhaftes Bed\u00fcrfnis zu erf\u00fcllen und selbst eine wochenlange Behandlung im Krankenhaus w\u00e4re zwecklos gewesen. Statt mit ihr zu schlafen, hatte er sie umgebracht und das w\u00fcrde er f\u00fcr immer auf dem Gewissen haben. Unbeweglich stand er vor ihr und betrachtete sie. Wie wundersch\u00f6n sie nur war, selbst wenn sie blass und starr in einer Blutlache auf dem Boden lag, w\u00e4hrend ihre beste Freundin, neben ihr kniend, weinte.<\/p>\n<p>Neo weinte. Er bereute seine Tat aufrichtig und wusste, dass Katarina seinetwegen nie die Gelegenheit bekommen w\u00fcrde, sich zu verlieben, eine Wohnung zu kaufen, eine gute Versicherungspolice abzuschliessen, Kinder zu bekommen und alt und krank zu werden.<\/p>\n<p>\u00abNeo mein Freund\u00bb sagte die weisse Gestalt, welche nun vor der Zelle stand. \u00abEs hatte nichts mit der Komfortzone zu tun. Sie hatte bloss noch nie Drogen konsumiert, weil sie sechs schwere Herzoperationen hinter sich hatte und ihr Herz schonen musste. Dass sie \u00fcberhaupt lebte, war ein medizinisches Wunder. Aber was sind schon Wunder mein Freund? Nicht mehr als gute Zuf\u00e4lle. Jede Existenz ist zugleich ein Wunder und ein Zufall. Deine Tat war jedoch ein sehr \u00fcbler Zufall. Nun stehe auf, es ist Zeit zu gehen. Sie warten auf dich.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abWer wartet auf mich und wohin gehen wir?\u00bb fragte Neo besch\u00e4mt und fast weinend.<\/p>\n<p>Die weisse Gestalt schaute ihm ernst in die Augen und schwieg. Neo wiederholte mehrmals die Frage, erhielt aber keine Antwort. Erschlagen verliess er die Zelle und folgte der weissen Gestalt. W\u00e4hrend die beiden den Gang entlang liefen, ohne ein sichtbares Ende vor sich, widerhallte das Ger\u00e4usch ihrer Schritte in der Unendlichkeit des Ganges.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/tag\/aleksa-trifunovic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #3366ff\"><strong>Aleksa Trifunovi\u0107<\/strong><\/span><\/a>, University of Zurich<\/p>\n<p>Edited by: Tijana Simi\u0107, University of Zurich, Maria Zhukova, University of Konstanz and Olga Burenina-Petrova, University of Zurich &amp; University of Konstnaz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verkatert und schweren Kopfes wachte er auf dem kalten Boden der dunklen und fensterlosen Zelle auf.<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/2022\/04\/27\/der-gang-aleksa-trifunovic\/\">Read More &rarr;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":709,"featured_media":8589,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":"","footnotes":""},"categories":[8],"tags":[364,115],"class_list":["entry","author-olga","has-excerpt","post-8583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-prose","tag-aleksa-trifunovic","tag-german"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/709"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8583"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8583\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13493,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8583\/revisions\/13493"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}