{"id":1860,"date":"2019-05-06T17:43:17","date_gmt":"2019-05-06T15:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/?p=1860"},"modified":"2022-07-31T23:19:17","modified_gmt":"2022-07-31T21:19:17","slug":"russland-2-0-mehr-als-eine-lernplattform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/2019\/05\/06\/russland-2-0-mehr-als-eine-lernplattform\/","title":{"rendered":"Russland 2.0: Mehr als eine Lernplattform \u2013 Marion Krause, Daria Dornicheva"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>RUSSLAND 2.0: MEHR ALS EINE LERNPLATTFORM<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt Russland 2.0 (<span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/<\/a><\/span>) startete im April 2016 am Institut f\u00fcr Slavistik der Universit\u00e4t Hamburg. Damals gab es eine neue, interessante Idee und ihr gab man eine Chance! Russland 2.0 wurde so zu einem der ersten Projekte einer gro\u00dfen Initiative der Stadt und des Bundeslandes Hamburg: der Hamburg Open Online University (HOOU)<a href=\"https:\/\/www.hoou.de\/\"><sup><span style=\"color: #3366ff\">1<\/span><\/sup><\/a>. Ziel dieser Initiative war es, die digitalen Medien zu nutzen, um das Wissen und K\u00f6nnen der Hochschulen in die Stadt hineinzutragen und die \u00d6ffentlichkeit zur Auseinandersetzung mit aktuellen Erkenntnisst\u00e4nden anzuregen. Daf\u00fcr steht Open University. Im gleichen Zuge wurden Projekte gef\u00f6rdert, die sich mit der Idee von Open Online verbanden und daran gingen, Lernen und Lehren neu zu denken und daf\u00fcr innovative inhaltliche und mediale Formate zu entwickeln. Wie werden wir in Zukunft lernen und welche Lernangebote werden wir uns w\u00fcnschen? das waren die grundlegenden Fragen des hochschul\u00fcbergreifenden HOOU-Projekts.<\/p>\n<p>Das Anliegen der HOOU stimmte vollkommen mit den Zielen von Russland\u00a02.0 \u00fcberein. Zum einen wollten wir eine Plattform entwickeln, die einen frischen und unverstellten Blick auf die Lebenswelt und den Sprachgebrauch im heutigen Russland erm\u00f6glicht. Die NutzerInnen sollten virtuell in die (Sprach-) Wirklichkeit des modernen Russland eintauchen. Das Interesse und die Selbstbestimmung der NutzerInnen sahen wir dabei als die treibenden Kr\u00e4fte. Au\u00dferdem wollten wir fortgeschrittenen Studierenden, vor allem der Studieng\u00e4nge Slavistik und Lehramt Russisch, die M\u00f6glichkeit geben, unter qualifizierter Begleitung selbst Lernmaterialien zu erarbeiten und zu erproben. Dieser Anwendungsbezug sollte, so unsere Idee, lernendes Lehren und lehrendes Lernen als Transfer von Theorie in Praxis verwirklichen und in ein \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliches Produkt m\u00fcnden.<\/p>\n<p>2017 stand die Plattform! Die Projektidee gewann an Kontur. In begleitenden Fachseminaren, mit ihnen verbundenen studentischen Lehr-und Lernprojekten sowie einem Sprachpraktikum f\u00fcr Studierende mit muttersprachlichen Vorkenntnissen wurden Standards f\u00fcr die Module der Plattform erarbeitet und diskutiert, Ziele gesetzt, Arbeitsprozesse reflektiert, neue Aufgaben definiert und verteilt, Zwischenergebnisse evaluiert, Probleme formuliert. Alle Lernmaterialien, die auf der Plattform zu finden sind, wurden von und zusammen mit Studierenden der Universit\u00e4t Hamburg entwickelt <a href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/ueber-das-projekt\/hinter-den-Kulissen\/\"><sup><span style=\"color: #3366ff\">2<\/span><\/sup><\/a>. In diesem Prozess lernten die GestalterInnen der Plattform selbstverst\u00e4ndlich und zugleich mit der Sprache viel Neues \u00fcber Russland. Au\u00dferdem reflektierten sie eigenes Wissen, erarbeiteten sich in Teams Strategien des Projekt- und Zeitmanagements, erschlossen neue Arbeitstechniken und digitale Werkzeuge. Learning by doing eben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1862\" aria-describedby=\"caption-attachment-1862\" style=\"width: 545px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1862\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2.png\" alt=\"\" width=\"545\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2.png 2718w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2-300x175.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2-768x447.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2-1024x596.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2-465x271.png 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/files\/2019\/05\/Russland_2.0_Zuerich_Bild2-695x405.png 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 100vw, 545px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1862\" class=\"wp-caption-text\">Die Plattform Russland 2.0 entwickelt sich wie ein Organismus von Semester zu Semester, von Jahr zu Jahr. Screenshot des Projektvideos &#171;Russland 2.0 &#8211; Das Land durch seine Sprache und Medien verstehen&#187;. Universit\u00e4t Hamburg, unter CC BY-SA 4.0.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unsere Grundidee war von Anfang an, dass der Erwerb von sprachlichen und kulturellen Kompetenzen zwei parallele, sich gegenseitig st\u00fctzende Prozesse sind. Das hei\u00dft f\u00fcr uns, dass Landes- und Kulturkunde f\u00fcr den Fremdsprachenlernenden kein \u201eBonus\u201c, sondern unabdingbarer Teil des Lernprozesses ist. Folgerichtig sind alle Lernmaterialien auf unserer Plattform interkulturell \u201eaufgeladen\u201c: Die mediale Vermittlung authentischer Sprach- und Kulturumgebungen verortet Sprache dort, wo sie tats\u00e4chlich vorkommt, und erm\u00f6glicht den virtuellen Zutritt in diese Welt. Dies unterscheidet unser Konzept grundlegend von der Blutleere vieler Lehrbuchtexte. Nat\u00fcrlich erfordert ein solches Vorgehen kompetente fachliche Begleitung. Es reicht nicht, Lernende mit authentischen Quellen zu konfrontieren.<\/p>\n<p>Diesem Anspruch tr\u00e4gt das modulare System der Plattform Russland 2.0 Rechnung <a href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/ueber-das-projekt\/\"><sup><span style=\"color: #3366ff\">3<\/span><\/sup><\/a>. Seinen Kern bildet das Quellenmodul \u2013 eine Art Datenbank aktueller und authentischer russischsprachiger Quellen im Text-, Audio- oder Videoformat. Darunter sind Ausz\u00fcge aus Publizistik und (Video-)Blogs, aus TV- und Rundfunksendungen, Lieder und Gedichte. Die Beitr\u00e4ge k\u00f6nnen f\u00fcr sich genommen rezipiert werden: Man kann sie lesen, anh\u00f6ren oder anschauen. Das Modul beinhaltet aber auch verschiedene Hilfsmittel, die f\u00fcr jede Quelle sorgf\u00e4ltig aufbereitet werden und die Auseinandersetzung mit den Originalbeitr\u00e4gen anregen und erleichtern sollen: ein Transkript (bei Audio- oder Videobeitr\u00e4gen), eine \u00dcbersetzung, eine Vokabelliste mit Vokabelerkl\u00e4rungen und Aufgaben zum Lese-, H\u00f6r- oder H\u00f6r- und Sehverstehen.<\/p>\n<p>Mit zwei weiteren Modulen \u2013 dem Sprachmodul und dem Landeskundemodul \u2013 geben wir den NutzerInnen ein Werkzeug in die Hand, das die selbstst\u00e4ndige Arbeit mit der jeweiligen Quelle erm\u00f6glicht. Das Sprachmodul bietet eine Art virtuellen Sprachunterricht zu grammatischen und lexikalischen Themen, die auf den dazugeh\u00f6rigen Quellen basieren. Das Landeskundemodul pr\u00e4sentiert kurze Beitr\u00e4ge in Text-und Audioformaten auf Russisch und Deutsch, die jeweils einen Aspekt des Quellenmoduls n\u00e4her beleuchten. Anders als beim Quellenmodul werden diese Texte von den GestalterInnen der Plattform vorwiegend selbst verfasst. Sie erl\u00e4utern u.a. russische Realien, Personen und Fakten, kulturspezifische Ph\u00e4nomene, Konnotationen russischer W\u00f6rter und Ausdr\u00fccke.<\/p>\n<p>Die modulare Struktur erm\u00f6glicht sowohl lineare Lernszenarien entlang thematischer Str\u00e4nge als auch nichtlineares Vorgehen. Sie gibt den NutzerInnen Raum f\u00fcr eigene Lernwege. Um diese Optionen zug\u00e4nglich zu machen, wurden verschiedene Suchoptionen entwickelt: nach Modul, Sprachniveaustufe, Format, Thema, Schlagwort. Die NutzerInnen der Lernplattform k\u00f6nnen sich also selbstbestimmt Themen und Formate ausw\u00e4hlen, die ihrem Sprachniveau, ihren Lernzielen und Interessen entsprechen.<br \/>\nAu\u00dferdem gestattet die in der Modulstruktur angelegte Flexibilit\u00e4t, dass Russland\u00a02.0 von ganz unterschiedlichen NutzerInnengruppen und in verschiedenen Lernkontexten genutzt werden kann: beim selbstst\u00e4ndigen Arbeiten autonom Lernender, als Input in Unterrichtseinheiten an unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen, zur Binnendifferenzierung unter Ber\u00fccksichtigung von individuellen Vorkenntnissen oder Lernzielen, beim Blended-Learning. Gemeinsam mit Hamburger Bildungseinrichtungen wurden und werden diese Optionen erprobt, evaluiert, verbessert. Auf beobachtete Bed\u00fcrfnisse wird reagiert \u2013 z.B. mit der Einbettung einer kyrillischen Tastaturoberfl\u00e4che.<br \/>\nDank des Engagements aller Beteiligten wuchs das Projekt innerhalb von zwei Jahren zu einer stattlichen Ressource. Der ersten Projektf\u00f6rderung folgte eine zweite einj\u00e4hrige Drittmittelf\u00f6rderung, nunmehr im Rahmen einer F\u00f6rderinitiative der Hansestadt zur Professionalisierung der Lehrerbildung (Profale). Es kamen weitere Studierende als neue ProjektteilnehmerInnen hinzu und setzten die Arbeit fort. So wurden und werden immer neue Materialien geschaffen. Die Grundlage bilden die von den Vorg\u00e4ngerInnen erarbeiteten Kriterien<a href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Quellenmodul_Arbeit-mit-authentischen-Quellen.pdf\"><span style=\"color: #3366ff\"><sup>4<\/sup><\/span><\/a>. Aber auch sie sind nicht in Stein gemei\u00dfelt, werden hinterfragt und ver\u00e4ndert.<br \/>\nFest steht: Die Plattform Russland\u00a02.0 ist kein fertiges Produkt, sondern entwickelt sich wie ein Organismus in einem lebendigen Lehr-und Lernprozess, von Semester zu Semester, von Jahr zu Jahr. Die Nachhaltigkeit dieses Wachstums ist jedoch kein Selbstl\u00e4ufer. Au\u00dferhalb von Projektf\u00f6rderungen braucht es vor allem Ideen, wie die Plattform im Rahmen regul\u00e4rer Lehrveranstaltungen weiter wachsen kann. Auch Kooperationen sind gefragt. Und nat\u00fcrlich gilt auch in diesem Fall: Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Derzeit atmen wir aber erst einmal durch und sammeln Kraft f\u00fcr Neues. Im Forschungssemester und in der Elternzeit.<br \/>\nBesuchen Sie uns derweil auf Russland\u00a02.0! Oder noch besser:<br \/>\nMachen Sie mit! \u00dcber Interesse freuen wir uns!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1 Mehr zur HOOU unter: <span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/www.hoou.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.hoou.de\/<\/a><\/span><\/p>\n<p>2 Informationen \u00fcber die Beteiligten sind zu finden unter: <span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/ueber-das-projekt\/hinter-den-Kulissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/ueber-das-projekt\/hinter-den-Kulissen\/<\/a><\/span><\/p>\n<p>3 Ausf\u00fchrliche Informationen zur Struktur der Plattform findet man unter: <span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/ueber-das-projekt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/ueber-das-projekt\/<\/a>.<\/span> Die Prinzipien, die jedem einzelnen Modul zugrunde liegen, sind in Merkbl\u00e4ttern dokumentiert und den Modulbeschreibungen hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>4 Die Kriterien, auf die sich die Erarbeitung von Lernmaterialien in den einzelnen Modulen st\u00fctzt, sind auf der Plattform abgelegt. F\u00fcr das Quellenmodul: <span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Quellenmodul_Arbeit-mit-authentischen-Quellen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Quellenmodul_Arbeit-mit-authentischen-Quellen.pdf<\/a>;<\/span> f\u00fcr das Sprachmodul: <span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Sprachmodul.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Sprachmodul.pdf<\/a>;<\/span> f\u00fcr das Landeskundemodul: <span style=\"color: #3366ff\"><a style=\"color: #3366ff\" href=\"https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Landeskundemodul.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/hoou-russland.blogs.uni-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Merkblatt_Landeskundemodul.pdf<\/a>.<\/span> Die Merkbl\u00e4tter sind am besten direkt von der Plattform aus abrufbar.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #3366ff\">Marion Krause<\/span><\/strong><span style=\"color: #000000\">,<\/span><strong><span style=\"color: #3366ff\"> Daria Dornicheva<\/span>,<\/strong> University of Hamburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland 2.0 wurde so zu einem der ersten Projekte einer gro\u00dfen Initiative der Stadt und des Bundeslandes Hamburg<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/slavicumpress\/2019\/05\/06\/russland-2-0-mehr-als-eine-lernplattform\/\">Read More &rarr;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":380,"featured_media":1861,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_FSMCFIC_featured_image_caption":"Screenshot der Plattform Russland 2.0. 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