RUSSLAND UND OSTEUROPA UM 1920 – Kultur- und Ideengeschichte

Durchführung – 12./13. März 2020

Ziel

Auf studentische Initiative wird an der Universität Zürich im Frühlingssemester 2020 eine Spring School unter dem Titel «Russland und Osteuropa um 1920 – Kultur und Ideengeschichte» durchgeführt. Der Anlass richtet sich an Studierende der Geisteswissenschaften, welche Interesse an Osteuropa und an der Zeit nach der Revolution 1917, des Bürgerkriegs und der frühen Sowjetunion haben. Der Kurs richtet sich an Studierende aus der ganzen Schweiz, die ihn als Teil ihres Studienprogramms buchen können. Die Themen sollen Studierende aus den Fächern Geschichte, Philosophie, Slavistik, Literatur- und Kulturwissenschaft ansprechen und ihnen die Möglichkeit zum Austausch geben. Damit soll einerseits der Austausch zwischen Studierenden verschiedener Schweizer Universitäten gefördert werden, anderseits steht der Anlass im Zeichen der Interdisziplinarität. Die Spring School soll die Auseinandersetzung möglichst vielfältiger Perspektiven auf historische, kulturelle und philosophische Fragen ermöglichen.

Die Motivation hinter der Durchführung des Anlasses besteht darin, die Auseinandersetzung mit der osteuropäischen Geistesgeschichte an Schweizer Universitäten zu fördern. Die Lehre von russischer Philosophie, Ideen- und Kulturgeschichte ist an den Slavischen Seminaren der Schweizer Universitäten nur schwach ausgeprägt. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit Experten in den Bereichen Osteuropageschichte, russische Geistesgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft zu treten.

Darüber hinaus soll der Anlass den Dozierenden die Möglichkeit zur Vernetzung bieten. Das Laboratorium für den russisch-europäisch intellektuellen Dialog der «Higher School of Economics» in Moskau und St. Petersburg unterstützt den Anlass finanziell und wird durch Leonid Luks auch in der Expertenrunde vertreten sein. Mit Rainer Goldt von der Universität Mainz wird ein Kenner der russischen Literatur und Geistesgeschichte das Panel bereichern. Ekaterina Emeliantseva (Universität Zürich) und Ulrich Schmid (Universität St. Gallen) repräsentieren die Schweizer Osteuropaforschung.

Inhalt

Der Anlass gliedert sich in vier Panels, welche jeweils von einem Experten oder einer Expertin geleitet werden. Der Experte/die Expertin eröffnet das Panel mit einem rund 20-minütigen Input-Referat, auf welches eine Diskussion mit den Studierenden folgt. Diese lesen zur Vorbereitung zu jedem Panel mindestens drei Texte aus einem zur Verfügung gestellten Reader. Die Dozierenden und ihre Themen sind:

  • Dr. Rainer Goldt (Universität Mainz) – „Nackt, wie der erste Mensch, das Ufer zu betreten“. Traditionsbruch und Utopie im Russland des Jahres 1920
  • Dr. Leonid Luks (Universität Eichstätt/HSE Moskau) – Warum blieben die Bolschewiki an der Macht? Zum hundertsten Jahrestag des russischen Bürgerkrieges
  • Dr. Ulrich Schmid (Universität St. Gallen) – Die Emigration der Intelligenzija
  • Dr. Ekaterina Emeliantseva (Universität Zürich) – tbd

Im zweiten Teil des Panels halten die Studierenden ein Referat zum Thema ihrer Wahl. Es besteht die Möglichkeit zur Gruppenarbeit. Im Anschluss an die Referate findet eine von den Experten geleitete Diskussionsrunde statt.

Um Studierenden der russischen Sprache die Möglichkeit zu geben, ihren schriftlichen und mündlichen Ausdruck in akademischen Themen zu entwickeln, besteht die Möglichkeit, auf Russisch geschriebene Beiträge zu verfassen und Vorträge auf Russisch zu halten.

Anmerkung: Referat und Diskussionsfragen sind nur obligatorisch, wenn man sich die Spring School ans Studium anrechnen lassen möchte. Interessierte Hörerinnen und Hörer sind willkommen!

Anforderungen an Studierende

Für die Teilnahme an der Summer School erhalten die teilnehmenden Studierenden drei ECTS-Punkte. Der Leistungsnachweis besteht aus folgenden Teilen:

  • Vorbereitung und Durchführen eines Referats: Die Studierenden bereiten ein Referat zu einem Thema ihrer Wahl vor, welches sie an der Spring School vorstellen. Begleitend verfassen sie ein zweiseitiges Handout, das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verteilt wird. Diese Aufgabe kann als Gruppenarbeit organisiert werden. Das Thema des Referats ist den Organisatoren im Vorfeld mitzuteilen.
  • Lektüre und Diskussionsbeteiligung: Die Studierenden verfassen zu insgesamt 12 Texten je zwei Diskussionsfragen, die zur Strukturierung der Diskussion zum Eröffnungsreferat beitragen. Die Diskussionsfragen sollten den Organisatoren vor Beginn der Spring School zugestellt werden.

Lernziele

Die Studierenden….

  • Erarbeiten sich Kenntnisse über die politische, historische und intellektuelle Situation Russlands und Osteuropa in der Zeit nach der Revolution
  • Verstehen Zusammenhänge zwischen politischen und intellektuellen Geschehnissen dieser Zeit
  • Können die intellektuelle und politische Situation Russlands um 1920 in den europäischen historischen und ideengeschichtlichen Kontext setzen

 

Lukas Studer, Universität Zürich