{"id":59,"date":"2020-09-04T18:59:49","date_gmt":"2020-09-04T18:59:49","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/?page_id=59"},"modified":"2025-09-02T13:51:08","modified_gmt":"2025-09-02T13:51:08","slug":"hoefischer-roman","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/hoefischer-roman\/","title":{"rendered":"H\u00f6fischer Roman"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"640\" data-id=\"691\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.02.58-1-1024x640.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-691\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.02.58-1-1024x640.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.02.58-1-300x188.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.02.58-1-768x480.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.02.58-1-1536x960.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.02.58-1-2048x1280.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"400\" data-id=\"692\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.08.09-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-692\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.08.09-2.png 640w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/files\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-06-um-11.08.09-2-300x188.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Der h\u00f6fisch-arthurische Roman ist wohl eine der kanonischsten Textformen innerhalb der germanistischen Medi\u00e4vistik. Er fehlt in keiner Einf\u00fchrungsveranstaltung, lassen sich an ihm doch etwa Einfl\u00fcsse aus der Romania \u2013 so das Verhaltensideal der&nbsp;<em>h\u00f6vescheit<\/em> (courtoisie) \u2013 beobachten, ohne die weite Teile der deutschsprachigen Literatur um 1200 kaum zu denken sind. Medial interessant sind die \u00dcbertragungen franz\u00f6sischer Vorlagen, beispielsweise eines Chr\u00e9tiens de Troyes, ins Deutsche sowie das damit verbundene Konzept des Wiedererz\u00e4hlens, welches anstelle der Originalit\u00e4t die gekonnte&nbsp;<em>tractatio materiae<\/em>&nbsp;setzt, die den bekannten Stoff durch K\u00fcrzung oder Erweiterung entsprechend kunstvoll bearbeitet. Nicht zuletzt l\u00e4sst sich in den h\u00f6fischen Romanen eine Dimension mittelalterlichen Schema-Erz\u00e4hlens greifen; die Handlung der Texte orientiert sich h\u00e4ufig an ihnen gemeinsamen Mustern: Dem Besten die Sch\u00f6nste \u2013 doch was, wenn der Beste soeben den Mann der Sch\u00f6nsten&nbsp;<em>\u00e2ne zuht<\/em>&nbsp;in den Tod getrieben hat? Der Doppelweg als zweifache Bew\u00e4hrungsausfahrt des Ritters \u2013 doch was, wenn eine dritte Ausfahrt als Erz\u00e4hlung dem Erleben des Protagonisten vorausgeht und&nbsp;<em>maere<\/em>&nbsp;somit in Relation zu&nbsp;<em>werch<\/em>&nbsp;setzt? K\u00f6nig Artus und seine Ritter als Dreh- und Angelpunkt jeglicher Aktion \u2013 doch was, wenn sich K\u00f6nigin Ginover auf einmal erz\u00e4hl- und somit auch handlungsstimulierend hervortut?<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzte Veranstaltung der Reihe \u00abSiegfried goes YouTube\u00bb hat sich intensiv dem&nbsp;<em>Iwein<\/em>&nbsp;Hartmanns von Aue gewidmet und derlei Fragen multimedial diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div style=\"width: 525px;\" class=\"wp-video\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('video');<\/script><![endif]-->\n<video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-59-1\" width=\"525\" height=\"295\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/api.cast.switch.ch\/p\/106\/sp\/10600\/serveFlavor\/entryId\/0_0jgajgq6\/v\/2\/ev\/4\/flavorId\/0_t3lggeg0\/name\/a.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/api.cast.switch.ch\/p\/106\/sp\/10600\/serveFlavor\/entryId\/0_0jgajgq6\/v\/2\/ev\/4\/flavorId\/0_t3lggeg0\/name\/a.mp4\">https:\/\/api.cast.switch.ch\/p\/106\/sp\/10600\/serveFlavor\/entryId\/0_0jgajgq6\/v\/2\/ev\/4\/flavorId\/0_t3lggeg0\/name\/a.mp4<\/a><\/video><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>\u00abIwein goes Insta\u00bb<\/strong><br><br><strong><em>Literaturwissenschaftlicher Ansatz<\/em><\/strong><br>Meine Grundidee war es, mit Fokus auf den Romanbeginn die identit\u00e4tskonstituierenden Aspekte im Verh\u00e4ltnis von&nbsp;<em>m\u00e6re<\/em> und&nbsp;<em>werch<\/em> und damit zusammenh\u00e4ngend mit \u00d6ffentlichkeit\/Nicht-\u00d6ffentlichkeit darzulegen.<br><br><strong><em>Synergie: Multimedialit\u00e4t und Literaturwissenschaft<\/em><\/strong><br>Die Vielschichtigkeit und Komplexit\u00e4t der Identit\u00e4tskonstitution im&nbsp;<em>Iwein<\/em> konnte durch die multimediale Aufarbeitung besser gefasst und aufgezeigt werden.<br><br><strong><em>Ungeahnte Potentiale\/Probleme<\/em><\/strong><br>Ein enormes Potential lag darin, die Aktualit\u00e4t\/\u00dcberzeitlichkeit des Romans hervorzuheben und so die Identit\u00e4tskonstitution in der h\u00f6fischen Literatur des Mittelalters von einer neuen Seite zu beleuchten. Daraus folgte jedoch auch die Herausforderung, sich der Alterit\u00e4t bewusst zu bleiben und meine Argumentation kurz und pr\u00e4gnant darzulegen.<br><br><em>Rahel Staubli<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div style=\"width: 525px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-59-2\" width=\"525\" height=\"295\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/api.cast.switch.ch\/p\/106\/sp\/10600\/serveFlavor\/entryId\/0_3chzv3l3\/v\/2\/ev\/4\/flavorId\/0_j1s0ucdw\/name\/a.mp4?_=2\" \/><a href=\"https:\/\/api.cast.switch.ch\/p\/106\/sp\/10600\/serveFlavor\/entryId\/0_3chzv3l3\/v\/2\/ev\/4\/flavorId\/0_j1s0ucdw\/name\/a.mp4\">https:\/\/api.cast.switch.ch\/p\/106\/sp\/10600\/serveFlavor\/entryId\/0_3chzv3l3\/v\/2\/ev\/4\/flavorId\/0_j1s0ucdw\/name\/a.mp4<\/a><\/video><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>\u00abLaudine \u2013 Mit dem Herz einer Politikerin\u00bb<\/strong><br>&nbsp;<br><strong><strong><em>Literaturwissenschaftlicher Ansatz<\/em><\/strong><\/strong><br>Laudine kommt nur wenig zu Wort. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, ihr eine Stimme zu geben. Laudines erster Auftritt zeigt sie als am Boden zerst\u00f6rte, trauernde Frau, die den Verlust \u00fcber ihren geliebten Ehemann beklagt. Dennoch entschliesst sie sich, den M\u00f6rder ihres Mannes zu heiraten. Nur der Rat ihrer Zofe Lunete und ein darauffolgender innerer Monolog f\u00fchren zu dieser radikalen Entscheidung. Laudine macht innert k\u00fcrzester Zeit \u2013 und das noch w\u00e4hrend sie ihren Verlust beklagt \u2013 eine komplette Kehrtwendung. Durch einen bewussten Klageverzicht legt sie ihre Rolle als liebende Ehefrau ab zugunsten ihrer Herrscherrolle, die den Schutz des eigenen Reiches zu sichern hat. Im Bewusstsein, dass sie Geschlechternormen verletzt, bittet Laudine Iwein, sie zu heiraten. Nach seiner Zusage scheinen Laudines Gedanken als erstes bei ihrem Gefolge zu sein, dieses soll sofort eingeweiht werden. Auch wenn sie bald selbst von&nbsp;<em>minne<\/em> spricht, musste sie sich doch erst dazu \u00fcberreden:&nbsp;<em>sus br\u00e2hte siz in ir gemuete<\/em>\/&nbsp;<em>ze suone und ze guete \/ und machte in unschuldech wider s\u00ee.<\/em> (V.2051-2053). Ihre Entscheidung basiert auf v\u00f6llig pragmatischen Argumenten und stellt die Politik ihren eigenen Gef\u00fchlen voran. Ist ihre grosse Liebe auch verloren, schl\u00e4gt ihr Herz noch immer f\u00fcr ihr Land.<br><br><strong><strong><em>Synergie: Multimedialit\u00e4t und Literaturwissenschaft<\/em><\/strong><\/strong><br>Mein Video pr\u00e4sentiert den massiven Wandel von Laudine auf bildlicher sowie musikalischer Ebene. Besonders die Farbgebung und der musikalische Stimmungswechsel pr\u00e4sentiert die zwei verschiedenen Rollen, die sie einnimmt. W\u00e4hrend das Lied anfangs eine klassische, mittelalterliche Kanzoneform verfolgt, einen Klageliedcharakter und sakrale T\u00f6ne innehat, wandelt es sich zu einer moderneren, dramatischen und musical\u00e4hnlichen Arie. Besonders die Musik vermag es, Laudine \u00abihre Stimme zu geben\u00bb, w\u00e4hrend Lunetes Worte sich auf die textuelle Ebene beschr\u00e4nken. Lunetes Darstellung soll ihre rationale Beraterfunktion unterstreichen, sowie repr\u00e4sentieren, wie Laudine ihre pragmatische Argumentation anzunehmen beginnt. Der Schl\u00fcsselmoment der Rollenakzeptanz als K\u00f6nigin wird durch eine Farbverschiebung verdeutlicht. W\u00e4hrend die Farbe in ihre Lebenswelt zur\u00fcckkehrt, beginnt die Erinnerung an Askalon zu verblassen: Die Erinnerung an ihn, die vorher warm und bunt war, wird schwarz-weiss. Die klagende Ehefrau, deren Leben nur noch trist und schwarz-weiss aussah, kehrt zur\u00fcck zu ihrer lebensbejahenden Rolle als K\u00f6nigin, die genau weiss, was zu tun ist.&nbsp;<br><br><strong><strong><em>Ungeahnte Potentiale\/Probleme<\/em><\/strong><\/strong><br>Die Kombination von Musik, Text und Bild hat viel Potential. W\u00e4hrend urspr\u00fcnglich angedacht war, dass sich durch das Medium Film die seltene M\u00f6glichkeit bietet, mittelhochdeutsch h\u00f6rbar zu machen, beschr\u00e4nkte es doch zu sehr auf die Rezitation des Originaltextes. Mit dem bewussten Verzicht auf Lehrvideo-typische Erkl\u00e4rungssequenzen musste die analytische Ebene durch den Liedtext mehr eingebracht werden, das bereits komponierte mittelhochdeutsche Lied wurde dennoch im Abspann verwendet. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass in meinem Video viel Vorwissen \u00fcber das Werk und Interpretation des Zuschauers erforderlich ist. Das Potential mag auch zugleich die Schw\u00e4che einer Videoarbeit sein: Da man auf mehreren sinnlichen Ebenen erz\u00e4hlen kann, ist es schwer, pr\u00e4zise zu sein, ohne sich in Details zu verlieren, welche filmanalytische Vorkenntnisse des Rezipienten voraussetzen.<br><br><em>Tabitha Munagapati<\/em><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der h\u00f6fisch-arthurische Roman ist wohl eine der kanonischsten Textformen innerhalb der germanistischen Medi\u00e4vistik. Er fehlt in keiner Einf\u00fchrungsveranstaltung, lassen sich an ihm doch etwa Einfl\u00fcsse aus der Romania \u2013 so das Verhaltensideal der&nbsp;h\u00f6vescheit (courtoisie) \u2013 beobachten, ohne die weite Teile der deutschsprachigen Literatur um 1200 kaum zu denken sind. 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