{"id":43,"date":"2020-09-04T18:58:09","date_gmt":"2020-09-04T18:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/?page_id=43"},"modified":"2021-01-21T09:41:07","modified_gmt":"2021-01-21T09:41:07","slug":"das-projekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/das-projekt\/","title":{"rendered":"DAS PROJEKT"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Multimedialit\u00e4t und \u00c4ltere deutsche Literaturwissenschaft: drei \u00dcberlegungen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur weil die Untersuchungsgegenst\u00e4nde der \u00c4lteren deutschen Literaturwissenschaft aus dem Mittelalter oder der Fr\u00fchen Neuzeit stammen, hei\u00dft das nicht, dass die Auseinandersetzung damit in antiquierten Unterrichtsformen stattfinden muss. Das Projekt zielt deswegen darauf, den selbstverst\u00e4ndlichen Umgang der meisten Studierenden mit modernen Medien daf\u00fcr zu nutzen, oftmals vorhandene Hemmschwellen gegen\u00fcber den mitunter fremd anmutenden Lehr- und Lerninhalten einzuebnen, ohne dabei jedoch die eigene Zugeh\u00f6rigkeit zu den Textwissenschaften aufzugeben. Vielmehr sind hier gerade die Potentiale auszusch\u00f6pfen, welche die \u2013 vor allem innerhalb der Medi\u00e4vistik \u2013 flexible Kategorie \u201eText\u201c bietet, die mitnichten blo\u00df auf etwas ein f\u00fcr alle Mal schriftlich Fixiertes referiert. Gerade durch die Multimedialit\u00e4t der Videos bieten sich \u00fcberdies M\u00f6glichkeiten, kulturgeschichtlich relevante Aspekte unseres Faches \u2013 die Bedeutung der Stimme und des Performativen, das Oszillieren zwischen M\u00fcndlichkeit und Schriftlichkeit oder die Varianz eines Textes \u2013 st\u00e4rker zu betonen, indem etwa nicht allein im Unterrichtsgespr\u00e4ch das Mittelhochdeutsche Klang erh\u00e4lt, sondern diese Dimension der Sprache auch in der analytischen Ergebnissicherung zur Geltung kommen und somit pr\u00e4senter Gegenstand der Auseinandersetzung werden kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sichtbarkeit der Ergebnisse, und hier vor allem die studentischen Leistungsnachweise waren ein weiterer Ansto\u00df zu diesem Projekt, werden die in unserem Fach \u00fcblichen schriftlichen Seminararbeiten doch meist ausschlie\u00dflich f\u00fcr eine*n Dozent*in, sodann f\u00fcr den Ablageort im Sekretariat verfasst. Mit dem erprobten alternativen Leistungsnachweis eines Videos m\u00f6chte das Projekt folglich anregen, Pr\u00fcfungsmodalit\u00e4ten langfristig zu \u00fcberdenken, indem die M\u00f6glichkeit ernst genommen wird, Lernerfolge auch in den philologischen Disziplinen erstens anders als allein schriftlich zu dokumentieren und zweitens nicht ausschlie\u00dflich als Beleg \u00fcber eine absolvierte Veranstaltung zu interpretieren. Stattdessen k\u00f6nnte man, indem man die Leistungsnachweis-Videos als zuk\u00fcnftige Lehr- und Lernmaterialien nutzt, der h\u00e4ufig in eine studentische Arbeit geflossenen Energie durch Anschlusskommunikation und nicht allein durch eine Note gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollen die neuen Lernformate daf\u00fcr sensibilisieren, die durch au\u00dferuniversit\u00e4re Kontexte und neuere Medien gepr\u00e4gten H\u00f6r-, Seh- sowie Denkgewohnheiten von Studierenden ernst zu nehmen und in ihrem analytischen Potential fruchtbar zu machen. Die im Projekt entstehenden Videos k\u00f6nnen dann idealerweise wiederum Zweifaches leisten: Sie reagieren auf die Existenz verschiedener Lerntypen, indem sie dem vorhandenen, in der Regel als Text existierenden Arbeitsmaterial audio-visuelle Lehr-\/Lernm\u00f6glichkeiten an die Seite stellen. Diese sind au\u00dferdem flexibler zu rezipieren als ein Buchkapitel oder ein Aufsatz, k\u00f6nnen sie doch als kurze, f\u00fcnf- bis maximal zehnmin\u00fctige Einheiten \u00fcber jedes Smartphone zu jeder Zeit und an jedem Ort abgerufen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt wird die lebensweltlich vorgepr\u00e4gte Medienkompetenz durch das Projekt in einen professionellen Kontext \u00fcberf\u00fchrt und diesem gem\u00e4\u00df ausgebaut, was sie auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Schritte im Berufsleben anschlussf\u00e4hig machen sollte, will schlie\u00dflich nicht jede*r Universit\u00e4tsabsolvent*in ausschlie\u00dflich Literaturwissenschaftler*in werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Der institutionelle Rahmen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00f6rdert vom Kompetitiven Lehrkredit der Universit\u00e4t Z\u00fcrich konnte die Veranstaltungsreihe dem Curriculum der \u00c4lteren deutschen Literaturwissenschaft hinzugef\u00fcgt werden. Dabei wurden im Laufe der vier Semester verschiedene Modultypen und Unterrichtsstufen erprobt: vom einsemestrigen BA-Kolloquium bis hin zum zweisemestrigen Masterseminar. Weil die Vermittlung fachwissenschaftlicher Kenntnisse und Kompetenzen durch die Diskussion und Ein\u00fcbung ihrer technischen Aufbereitung erg\u00e4nzt werden muss, erwiesen sich etwas mehr Zeit ebenso wie ein zus\u00e4tzliches Technik-Tutorat, das freundlicherweise vom Team f\u00fcr Digitale Lehre und Forschung (DLF) gesponsert wurde, als \u00e4u\u00dferst sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Herausforderungen und Erkenntnisse<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn es nicht wirklich unerwartet war, stellte die technische Infrastruktur \u2013 sowohl an der Universit\u00e4t wie den heimischen Endger\u00e4ten \u2013 eines der wohl gr\u00f6\u00dften Probleme dar. Ad\u00e4quate Schnitt-, Bildbearbeitungs- und Animationsprogramme \u00fcberforderten die h\u00e4ufig etwas \u00e4lteren Computer. Nach erster Frustration lag dann aber auch ein so nicht einkalkuliertes Potential des Projekts in der Herausbildung spontaner Gruppenarbeit, der Entdeckung allerhand an der Uni vorhandenem Equipment oder der eigenverantwortlichen Suche nach Alternativen und Unterst\u00fctzung durch Tutorinnen, Kolleg*innen und universit\u00e4re Beratungsstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als \u00fcberraschend produktiv erwies es sich au\u00dferdem, die Videoentwicklung in ihren einzelnen Schritten in den Seminarkontext zu integrieren und im Peer-Review zu konturieren. Auf diese Weise stellt nicht nur das fertige Video das einzig sichtbare Ergebnis gelungenen Lernens dar. Vielmehr wird der Entstehungsprozess selbst von einer in der Regel im Verborgenen stattfindenden T\u00e4tigkeit zum integralen Bestandteil des Lehrens und Lernens, den (selbst-)kritische Stellungnahmen, Weiterdenken, \u00dcberarbeitung oder Ver- wie Abgleich mit anderen Projekten und Problemen gleicherma\u00dfen auszeichnen und bef\u00f6rdern. An dieser Stelle ist au\u00dferdem ganz allgemein festzuhalten, dass kleinere Lerngruppen die (wohl nicht allein) projektorientierte Arbeit beg\u00fcnstigen, da sich u.&nbsp;a. die Diskussion st\u00e4rker an individuellen Interessen ausrichten und somit intrinsisch motiviert entwickeln kann sowie gerade experimentelles Denken, das sich eben nicht auf vorgespurten Bahnen bewegt, einen gesch\u00fctzteren \u00c4u\u00dferungsraum erh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Multimedialit\u00e4t und \u00c4ltere deutsche Literaturwissenschaft: drei \u00dcberlegungen Nur weil die Untersuchungsgegenst\u00e4nde der \u00c4lteren deutschen Literaturwissenschaft aus dem Mittelalter oder der Fr\u00fchen Neuzeit stammen, hei\u00dft das nicht, dass die Auseinandersetzung damit in antiquierten Unterrichtsformen stattfinden muss. Das Projekt zielt deswegen darauf, den selbstverst\u00e4ndlichen Umgang der meisten Studierenden mit modernen Medien daf\u00fcr zu nutzen, oftmals vorhandene Hemmschwellen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/das-projekt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDAS PROJEKT\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":608,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-43","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/43","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/users\/608"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/43\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":659,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/43\/revisions\/659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/siegfriedgoesyoutube\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}