{"id":921,"date":"2022-11-19T11:45:15","date_gmt":"2022-11-19T10:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=921"},"modified":"2024-12-01T16:15:36","modified_gmt":"2024-12-01T15:15:36","slug":"der-hoersaal-des-kinderspitals-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/der-hoersaal-des-kinderspitals-zuerich\/","title":{"rendered":"Der H\u00f6rsaal am Kinderspital Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<p>Hofstrasse 47, 8032 Z\u00fcrich (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/edit?hl=de&amp;mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0&amp;ll=47.37184951365138%2C8.558740149999998&amp;z=17\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/edit?hl=de&amp;mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0&amp;ll=47.37184951365138%2C8.558740149999998&amp;z=17\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Karte<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">von Annina Kaiser<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background\">Vom Lehrraum zum H\u00f6rsaal: Die weitreichende Entwicklung des heutigen Amphitheaters f\u00fcr Kinderheilkunde<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/PN-291.05.01.21a-783x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1063\" width=\"476\" height=\"621\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb.1: Vorlesung von Prof. Emil Feer, 1924<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\"><strong>Die fr\u00fchen Anf\u00e4nge<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der Lehre am Kinderspital hat seine Anf\u00e4nge schon bevor der eigentliche H\u00f6rsaal errichtet wurde. Nachdem kurz nach der Gr\u00fcndung der Universit\u00e4t Z\u00fcrich bereits Vorlesungen \u00fcber Erkrankungen bei Kindern gehalten wurden, konnte man praktische Erfahrungen nur in bestehenden Kinderspit\u00e4lern in anderen St\u00e4dten im In- und Ausland sammeln. Es folgte ein Wunsch nach einem eigenen Kinderspital in Z\u00fcrich und so wurde das \u00abKispi\u00bb am 12.1.1874 mit 30 Betten er\u00f6ffnet. Dazu kam die Schaffung eines Lehrstuhls f\u00fcr Kinderheilkunde und das Kispi wurde zur Universit\u00e4tsklinik.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnell forderten die Studierenden einen entsprechenden H\u00f6rsaal, in dem vor allem die pr\u00e4senten Themen wie die Kindersterblichkeit und Infektionskrankheiten behandelt wurden. Daraufhin wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ein H\u00f6rsaal als Anbau an die Poliklinik errichtet. Gebaut wurde mit Rampen, um einen besseren Blick auf die vorgef\u00fchrten Patienten und die Untersuchungshandgriffe des Professors zu haben. Da jegliche Erweiterungen und Anbauten ein grosses finanzielles Problem darstellten, war das Kispi auf private Spenden und Unterst\u00fctzung von der Stadt angewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/IMG_9187-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1089\" width=\"559\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/IMG_9187-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/IMG_9187-300x225.jpeg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/IMG_9187-768x576.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/IMG_9187-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/11\/IMG_9187-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 559px) 100vw, 559px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: Heutiger Eingang am oberen Teil des H\u00f6rsaal  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-block-list\">\n<li>1917<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nach der Schaffung eines Lehrstuhls f\u00fcr P\u00e4diatrie um 1910 und einer engeren Verkn\u00fcpfung des Kinderspitals mit der medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Z\u00fcrich wurde die P\u00e4diatrie zu einem selbst\u00e4ndigen Pr\u00fcfungsfach. Durch die Aufwertung der Kinderheilkunde stieg der Andrang im H\u00f6rsaal, was nicht nur ein Platzproblem, sondern auch ein gesundheitliches Risiko darstellte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Die \u00dcberf\u00fcllung des Raumes hat eine derartige Verschlechterung der Luft w\u00e4hrend der klinischen Demonstrationen und eine solche Erh\u00f6hung der Temperatur zu Folge, dass die Studierenden sich gen\u00f6tigt sehen, im Laufe der Stunde die Fenster zu \u00f6ffnen; dadurch werden aber kranke S\u00e4uglinge, die zur Vorstellung entbl\u00f6sst werden m\u00fcssen, ernstlich gef\u00e4hrdet.<\/em><\/p>\n<cite>Matthias Wiesmann, 150 Jahre Kispi, Das Universit\u00e4tskinderspital Z\u00fcrich im Wandel der Zeit, S.68; Weisungen des Regierungsrates<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um diese Probleme zu l\u00f6sen wurde der H\u00f6rsaal am Kinderspital 1917 auf 90 Pl\u00e4tze erweitert und mit gr\u00f6sseren Fenstern zur besseren Ausleuchtung ausgestattet. Zudem f\u00fchrte man Glasboxen ein, um das Lehren an infekti\u00f6sen Kindern m\u00f6glich zu machen. Diese befanden sich unten beim Professor, w\u00e4hrend die Studierenden relativ weit entfernt in ihren Reihen aufmerksam zuh\u00f6rten. Die Ausstattung mit einem modernen Projektionsapparat erm\u00f6glichte ausserdem, erste Bilder f\u00fcr alle gut sichtbar zu machen und so die Qualit\u00e4t der Vorlesungen zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-block-list\">\n<li>1920 bis 1940<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Durch die schlechte finanzielle Lage des Kinderspitals nach dem Ersten Weltkrieg entschied man sich f\u00fcr eine engere Verbindung zum Kanton, jedoch blieb der private Charakter (Eleonorenstiftung) gr\u00f6sstenteils bestehen. Dies f\u00fchrte zur Entspannung der zuvor herrschenden, st\u00e4ndigen finanziellen Notlagen. <\/p>\n\n\n\n<p>In den 20er Jahren begann die biochemische Laboratoriumsphase, wobei die F\u00f6rderung der Forschung und der Einbau von Laboren zentrale Themen im Kispi darstellten und der Lehre am Kispi zur Modernisierung verhalfen. Bez\u00fcglich des H\u00f6rsaals durfte Emil Feer als Professor und andere Ober- und Assistenz\u00e4rzte H\u00f6rergeb\u00fchren einziehen, was heute einer Art Studiengeb\u00fchren entsprechen k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Zeitabschnitt stellt zudem eine Phase von st\u00e4ndigen Renovierungsarbeiten und vielen Neubauten dar, welche im Bauhausstil errichtet wurden. Es zeichnete sich ein enormes Wachstum ab und das Kispi umfasste nun \u00fcber 300 Betten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-block-list\">\n<li>Um 1940<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Um 1940 geschahen zahlreiche Renovierungen und Erneuerung am H\u00f6rsaal, welcher zu diesem Zeitpunkt nun ein Fassungsverm\u00f6gen von 200 Zuh\u00f6rern, davon 160 Sitzpl\u00e4tze aufwies. Der H\u00f6rerraum hatte und hat bis heute die Form eines Amphitheaters, um eine optimale Sicht auf Demonstrationen zu gew\u00e4hrleisten. Der H\u00f6rsaal wurde ausgestattet mit einem Epidiaskop, einem Auflicht- und Durchlichtprojektor, welches die Verwendung von jeglichen R\u00f6ntgenbildern, mikroskopischen Bildern, Farbfotos und Tabellen m\u00f6glich machte. Am oberen Ende des H\u00f6rsaals, hinter den Zuschauerr\u00e4ngen, waren f\u00fcnf Eing\u00e4nge zu finden, im vorderen Teil eine Leinwand, ein Stehpult f\u00fcr den Dozenten, 3 Wandtafeln und Glasboxen, welche durch untere, spezielle Eing\u00e4nge reingeschoben werden konnten zur Demonstration infekti\u00f6ser Patienten. Die Zu- und Wegf\u00fchrung dieser Patienten gestaltete sich \u00fcber extra angefertigte Wege, die nur zu diesem Zweck genutzt wurden, um die Ansteckung zu minimieren.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-block-list\">\n<li>1981<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>1981 stellt das Jahr der letzten Erweiterung des H\u00f6rsaals am Kispi dar. Er wurde auf 232 Pl\u00e4tze aufgestockt und mit neuen Ger\u00e4ten best\u00fcckt. Dazu z\u00e4hlen eine Lautsprecheranlage, eine Fernseheinrichtung und die M\u00f6glichkeit von Doppelprojektionen von Filmen, R\u00f6ntgenbildern und Anderem.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-block-list\">\n<li>Heute und die Zukunft<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Sichtbarkeit des Geb\u00e4udes zeigt sich bis heute, der H\u00f6rsaal steht an derselben Stelle, wo er einst erbaut wurde und ist weiter in Benutzung. Es werden Vorlesungen und Kurse f\u00fcr Studierende ab der Klinik, wie auch f\u00fcr \u00c4rzte gehalten. Die oberen Eing\u00e4nge blieben und die Form eines Amphitheaters besteht weiterhin.<\/p>\n\n\n\n<p>Da das Kinderspital Z\u00fcrich nun seine Grenzen erreicht hat, entsteht im Herbst 2024 das neue Kinderspital in der Lengg. Es besteht aus 2 Geb\u00e4uden, einem Akutspital und einem Geb\u00e4ude f\u00fcr Forschung und Lehre und wird auch in diesem neuen Areal einen H\u00f6rsaal zur Verf\u00fcgung stellen. Die Lehre wird nicht ver\u00e4ndert, sondern an einen neuen Ort verlagert. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Bildquellen<\/h6>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Abb. 1: Archiv f\u00fcr Medizingeschichte, Universit\u00e4t Z\u00fcrich: PN 11, Nachlass Willy Bircher.<br>Abb. 2: Private Aufnahme, 2022.<br><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Quellenverzeichnis<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Zitat: 150 Jahre Kispi, Das Universit\u00e4tskinderspital Z\u00fcrich im Wandel der Zeit, Matthias Wiesmann, S. 68<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">S\u00e4mtliche Informationen wurden dem Werk: 150 Jahre Kispi, Das Universit\u00e4tskinderspital Z\u00fcrich im Wandel der Zeit, Matthias Wiesmann, entnommen.<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Lehrraum zum H\u00f6rsaal: Die weitreichende Entwicklung des heutigen Amphitheaters f\u00fcr Kinderheilkunde.<\/p>\n","protected":false},"author":791,"featured_media":1089,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,57,90,9,8,56,46,1,114,17,33],"tags":[50,49],"class_list":{"0":"post-921","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-20-jahrhundert","8":"category-21-jahrhundert","9":"category-fachbereich","10":"category-institution","11":"category-krankheiten","12":"category-krankheiten-im-kindesalter","13":"category-lehranstalt","14":"category-ort","15":"category-paediatrie","16":"category-spital","17":"category-stadtkreis-7","18":"tag-hoersaal","19":"tag-kinderspital","20":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/791"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=921"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2148,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/921\/revisions\/2148"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1089"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}