{"id":565,"date":"2022-09-05T13:40:50","date_gmt":"2022-09-05T11:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=565"},"modified":"2024-12-01T16:24:59","modified_gmt":"2024-12-01T15:24:59","slug":"die-epi-klinik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/die-epi-klinik\/","title":{"rendered":"Die EPI-Klinik"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Anf\u00e4nge 1886-1930<\/h3>\n\n\n\n<p>Bleulerstr. 60, 8008 Z\u00fcrich (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/edit?mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0&amp;usp=sharing\" target=\"_blank\">Karte<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">von This Polke<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"823\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/09\/Epi-Kinderhaus-1600x1286-1-1024x823.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-569\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/09\/Epi-Kinderhaus-1600x1286-1-1024x823.gif 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/09\/Epi-Kinderhaus-1600x1286-1-300x241.gif 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/09\/Epi-Kinderhaus-1600x1286-1-768x617.gif 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/09\/Epi-Kinderhaus-1600x1286-1-1536x1235.gif 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Das Kinderhaus . Heute das &#8222;Gr\u00fcndungshaus&#8220; der EPI-Klinik<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"648\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/08\/22FS-Epiklinik-Areal-aktuell-1024x648.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-287\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/08\/22FS-Epiklinik-Areal-aktuell-1024x648.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/08\/22FS-Epiklinik-Areal-aktuell-300x190.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/08\/22FS-Epiklinik-Areal-aktuell-768x486.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/08\/22FS-Epiklinik-Areal-aktuell-1536x972.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2022\/08\/22FS-Epiklinik-Areal-aktuell.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: Die heutige EPI-Klinik. Luftaufnahme aus neuerer Zeit. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Das Gel\u00e4nde<\/h5>\n\n\n\n<p>Einst standen drei Hauptgeb\u00e4ude auf dem Gel\u00e4nde der Epi-Klinik. Das erste Geb\u00e4ude, das 1886 gebaut wurde, war das Kinderhaus. Denn man war der Auffassung, dass man bei Kindern die gr\u00f6ssten Heilungschancen hatte. 22 Kinder wurden vorerst aufgenommen. Sie waren streng nach Geschlechtern in den zwei Fl\u00fcgeln des Hauses getrennt. Die Decken des Hauses sind hoch und die R\u00e4ume ger\u00e4umig bemessen, da man der Auffassung war, dass zur Heilung der Epilepsie vor allem frische Luft und Licht n\u00f6tig sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gel\u00e4nde lag damals weit ausserhalb der Stadt. Wahrscheinlich ist das der schlechten gesellschaftlichen Stellung der epileptisch Kranken geschuldet. Sp\u00e4ter 1889 wurde ein Frauenhaus (n\u00f6rdlich des Kinderhauses) und im Jahr 1901 ein M\u00e4nnerhaus (s\u00fcdlich des Kinderhauses) errichtet. Heute steht leider nur noch das Kinderhaus. W\u00e4hrend den verschiedenen Bauphasen wurden auch die landwirtschaftlichen L\u00e4ndereien vergr\u00f6ssert. Es gab einen Stall sowie eine Scheune. Man bewirtschaftete Weinberge, Obstg\u00e4rten und Felder. Das landwirtschaftliche Areal ist heute noch am S\u00fcdwesthang sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die Patienten<\/h5>\n\n\n\n<p>Die soziale Stellung der Patienten in der Gesellschaft war tief. Die \u201efalls\u00fcchtigen\u201c Kinder durften nicht zur Schule, da man unter anderem glaubte, dass die Epilepsie alleine durch das Beobachten eines Anfalles \u00fcbertragbar sei. F\u00fcr Erwachsene war es fast unm\u00f6glich, eine Stelle zu finden geschweige denn eine Familie zu gr\u00fcnden. Die Epilepsie wurde als eine psychiatrische Krankheit angesehen. Den Betroffenen wurden so oft auch tiefere kognitive F\u00e4higkeiten zugesprochen. Nur in Frankreich wurde miteinberechnet, dass das feindliche Umfeld in den Patienten eine Verhaltens\u00e4nderung ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Durch die langen Aufenthalte der Patienten soll ein ziemlich famili\u00e4res Umfeld in der Anstalt geherrscht haben. Die Kinder wurden in kleinen famili\u00e4ren Gruppen von einem \u201eW\u00e4rter\u201c betreut. Es waren oft Theologen, die diese Stelle innehatten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umsetzung&nbsp;der&nbsp;damaligen&nbsp;Therapie<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die damaligen \u00c4rzte der Anstalt versuchten, mittels einer Arbeitstherapie, die in den landwirtschaftlichen Kapazit\u00e4ten der Anstalt umgesetzt wurde, einer strikten Di\u00e4t, einer guten Hygiene und einem genau geplanten Tagesablauf die Anzahl und die Schwere der Anf\u00e4lle zu minimieren. Grunds\u00e4tzlich wurde auch viel Wert darauf gelegt, ein positives und ein f\u00fcr den Patienten nicht\u00fcberforderndes Umfeld zu schaffen. Trotz der guten Absichten erprobte man erste Medikamente wie vor allem Brom an den Kindern. Leider war die Bromtherapie mit vielen Nebenwirkungen verbunden, weswegen man sie nur bei schweren F\u00e4llen anwendete. Sp\u00e4ter fand man heraus, dass Kochsalz mit Brom antagonisierte. Darum stellte man die ohnehin schon strenge Di\u00e4t auf eine salzarme um. Auch begann man den Medikamentenspiegel im Blut zu messen. So konnte man die Nebenwirkungen noch mehr vermindern und die Therapie breiter einsetzen. Durch die verbesserte Therapie gab es weniger lange Aufenthalte der Patienten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anstalt wurde mit christlichen Werten von Pfarrern gef\u00fchrt. Es war den Gr\u00fcndern jedoch wichtig, dass die Erziehung nicht geistlich war.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Bildquellen<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Abb. 1: https:<a href=\"http:\/\/www.swissepi.ch\/epi-portal\/epi-stiftung\/ueber-uns\/geschichte\/fotoimpressionen-um-1900.html\">\/\/w<\/a>ww<a href=\"http:\/\/www.swissepi.ch\/epi-portal\/epi-stiftung\/ueber-uns\/geschichte\/fotoimpressionen-um-1900.html\">.swissepi.ch\/epi-portal\/epi-stiftung\/ueber-uns\/geschichte\/fotoimpressionen-um-1900.html<\/a><br>Abb. 2: <a href=\"http:\/\/www.swissepi.ch\/epi-portal\/epi-klinik.html\">www.swissepi.ch\/epi-portal\/epi-klinik.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">100&nbsp;Jahre&nbsp;schweizerische&nbsp;Epilepsie-Klinik&nbsp;in&nbsp;Z\u00fcrich.&nbsp;Schweizerische&nbsp;Epilepsie-Klinik,&nbsp;1986<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gel\u00e4nde der &#8222;Epi-Klinik&#8220; lag damals weit ausserhalb der Stadt. 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