{"id":4475,"date":"2026-05-12T20:26:45","date_gmt":"2026-05-12T18:26:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=4475"},"modified":"2026-05-25T20:34:29","modified_gmt":"2026-05-25T18:34:29","slug":"runbunker-landenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/runbunker-landenberg\/","title":{"rendered":"Der Rundbunker Landenberg in Z\u00fcrich-Wipkingen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Von Luka Simic<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-11-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4594\" style=\"width:448px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-11-1024x768.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-11-300x225.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-11-768x576.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-11-1536x1152.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-11.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Abb. 1; <em>Eingangsbereich zum Zivilschutz-Museum im Rundbunker Landenberg (Wipkingen-Z\u00fcrich).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>An der Habsburgstrasse 14 verbirgt sich im Z\u00fcrcher Stadtquartier Wipkingen ein stiller Zeuge der Schweizer Schweizer Schutzbaugeschichte: der Rundbunker Landenberg. Wer heute durch die idyllische Gr\u00fcnanlage des Landenbergparks schlendert, ahnt kaum, dass sich direkt unter den F\u00fcssen der Spazierg\u00e4nger eine dreist\u00f6ckige, unterirdische Festung erstreckt. Erbaut im schicksalhaften Jahr 1941, steht dieses Bauwerk sinnbildlich f\u00fcr die Neuausrichtung des zivilen und milit\u00e4rischen Bev\u00f6lkerungsschutzes der Schweiz im Zweiten Weltkrieg und spiegelt die st\u00e4ndige Bedrohungslage des 20. Jahrhunderts wider.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom passiven Luftschutz zur Sanit\u00e4tshilfsstelle<\/h3>\n\n\n\n<p>Die rechtlichen Weichen f\u00fcr dieses aussergew\u00f6hnliche Bauwerk wurden bereits am 29. September 1934 gestellt, als die Bundesversammlung mit einem dringlichen Bundesbeschluss die gesetzliche Grundlage f\u00fcr den systematischen Aufbau des zivilen Luftschutzes schuf. Die Gemeinden wurden damit verpflichtet, fl\u00e4chendeckend Schutzr\u00e4ume bereitzustellen. Als sich die geopolitische Lage Ende der 1930er-Jahre drastisch zuspitzte und mit dem Befehl vom 27. September 1939 die \u201eLimmatstellung\u201c zur Hauptkampflinie mitten durch die Stadt Z\u00fcrich deklariert wurde, mutierte das st\u00e4dtische Gebiet in nur wenigen Monaten zu einer Festung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rundbunker Landenberg wurde in dieser Zeit (Fertigstellung 1941) als gesch\u00fctzte Sanit\u00e4tshilfsstelle f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung sowie als Truppenunterkunft f\u00fcr den Luftschutz konzipiert. Mit einem imposanten Durchmesser von 25 Metern, einer 1,90 Meter dicken obersten Betondecke und einer zus\u00e4tzlichen Erd\u00fcberdeckung von 1000 Kubikmetern bot die Anlage maximalen Schutz vor den g\u00e4ngigen Spreng- und Splitterbomben jener Epoche. Die drei unterirdischen Stockwerke umfassen eine Gesamtfl\u00e4che von rund 800 Quadratmetern (Ausstellungsfl\u00e4che heute ca. 1500 Quadratmeter inklusive Nebenbauten) und waren technisch autark regulierbar \u2013 einschliesslich einer fortschrittlichen Filteranlage, die selbst chemischen Kampfstoffen standhalten konnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"569\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-12-1024x569.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4595\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-12-1024x569.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-12-300x167.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-12-768x427.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-12-1536x853.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-12-2048x1138.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Abb. 2; <em>Historischer Operationssaal im Zivilschutz-Museum Rundbunker Landenberg, eingerichtet als\u00a0Sanit\u00e4tshilfsstelle\u00a0des Zweiten Weltkriegs<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Modernisierung im Kalten Krieg: Der Kommandoposten<\/h3>\n\n\n\n<p>Die architektonische und funktionale Evolution des Bunkers endete jedoch nicht mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches. Im Jahr 1964, auf dem H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges, erfuhr die Anlage eine tiefgreifende Transformation. Das unterste der drei Geschosse wurde zu einem gesch\u00fctzten Kommandoposten umgebaut, um die F\u00fchrungsf\u00e4higkeit der zivilen Beh\u00f6rden im Falle eines nuklearen Konflikts zwischen den globalen Superm\u00e4chten zu garantieren. Zwischen den beiden oberen Geschossen sorgte ein robuster Bettenlift daf\u00fcr, dass verletzte Personen im Krisenfall schnell und sicher innerhalb der Sanit\u00e4tsstation verlegt werden konnten. Ab 1972 wandelte sich die prim\u00e4re Nutzung schliesslich zu einem strategischen Materiallager f\u00fcr das Amt f\u00fcr Zivilschutz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Zivilschutz-Museum: Ein authentischer Erlebnis- und Lernort<\/h3>\n\n\n\n<p>Heute dient der Rundbunker Landenberg nicht mehr milit\u00e4rischen oder sanit\u00e4ren Zwecken, sondern beherbergt seit seiner Er\u00f6ffnung im Jahr 2005 das offizielle&nbsp;<strong>Zivilschutz-Museum der Stadt Z\u00fcrich<\/strong>, welches von Schutz &amp; Rettung Z\u00fcrich betreut wird. Das Bauwerk hat seine historischen Originalinstallationen weitgehend bewahrt und fungiert als eine architektonische Rarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>In den authentischen R\u00e4umen \u2013 vom Operationssaal aus dem Zweiten Weltkrieg \u00fcber die Schlafs\u00e4le bis hin zur Kommandozentrale des Kalten Krieges \u2013 wird die Geschichte des passiven Luftschutzes (auch bekannt als \u201eBlauer Luftschutz\u201c) lebendig gehalten. Erg\u00e4nzt wird die historische Momentaufnahme durch eine umfangreiche Sammlung zeithistorischer Exponate wie Original-Gasmasken, Verdunkelungslampen und Lebensmittelrationierungsmarken. Der Bunker verdeutlicht eindr\u00fccklich, wie sich die Strategie von der reinen Kriegsvorsorge zum modernen Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenmanagement des 21. Jahrhunderts gewandelt hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"464\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-1024x464.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4596\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-1024x464.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-300x136.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-768x348.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-1536x697.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-2048x929.png 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2026\/05\/image-13-517x235.png 517w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Abb. 3; <em>Mit Feldk\u00fcche und historischen Men\u00fcs: Die Zivilschutz-Aktion \u00abZum Orange Gn\u00e4gi\u00bb veranschaulicht die medizinische und zivile Notversorgung im historischen Kontext.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Illustrationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abb. 1: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zivilschutz-Museum<\/p>\n\n\n\n<p> Abb. 2: https:\/\/zuercher-museen.ch\/museen\/zivilschutz-museum<\/p>\n\n\n\n<p>Abb. 3: <a href=\"https:\/\/zuercher-museen.ch\/museen\/zivilschutz-museum\">https:\/\/zuercher-museen.ch\/museen\/zivilschutz-museum<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.e-periodica.ch\/cntmng?pid=zbk-001%3A1936%3A3%3A%3A254\">https:\/\/www.e-periodica.ch\/cntmng?pid=zbk-001%3A1936%3A3%3A%3A254<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.limmatstellung.ch\/docs\/Bunkerwanderfuehrer_(02.06.2014).pdf\">https:\/\/www.limmatstellung.ch\/docs\/Bunkerwanderfuehrer_(02.06.2014).pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/de\/stadtleben\/sicherheit\/zivilschutz\/zivilschutzmuseum.html\">https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/de\/stadtleben\/sicherheit\/zivilschutz\/zivilschutzmuseum.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.imraum.ch\/konzepte-und-beratungen\/zivilschutzmuseum-rundbunker-landenberg\">https:\/\/www.imraum.ch\/konzepte-und-beratungen\/zivilschutzmuseum-rundbunker-landenberg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Luka Simic Abb. 1; Eingangsbereich zum Zivilschutz-Museum im Rundbunker Landenberg (Wipkingen-Z\u00fcrich). An der Habsburgstrasse 14 verbirgt sich im Z\u00fcrcher Stadtquartier Wipkingen ein stiller Zeuge der Schweizer Schweizer Schutzbaugeschichte: der Rundbunker Landenberg. 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