{"id":3792,"date":"2025-05-07T02:09:37","date_gmt":"2025-05-07T00:09:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=3792"},"modified":"2025-09-30T14:59:48","modified_gmt":"2025-09-30T12:59:48","slug":"rechtsmedizinisches-institut-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/rechtsmedizinisches-institut-zuerich\/","title":{"rendered":"Das Rechtsmedizinische Institut Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn Tote sprechen k\u00f6nnten &#8211; bezogen auf die Geschichte der Rechtsmedizin in Z\u00fcrich, w\u00e4re dies besonders interessant, denn das heute bekannte Rechtsmedizinische Institut in Z\u00fcrich schreibt bereits \u00fcber 100 Jahre Geschichte.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Entwicklung der Rechtsmedizin an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der Gr\u00fcndung der Universit\u00e4t Z\u00fcrich 1833 wurde auch das Fachgebiet der Rechtsmedizin bzw. der damaligen \u00abGerichtsmedizin\u00bb ins Leben gerufen, denn bereits damals wurden Vorlesungen \u00fcber Gerichtsmedizin in den R\u00e4umen des pathologischen Instituts gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies jedoch verdeckt, da die Gerichtsmedizin damals in der \u00d6ffentlichkeit noch nicht gerne gesehen wurde. Das Thema Tod und das \u00absch\u00e4nden\u00bb der toten K\u00f6rper waren Tabuthemen und sowohl aus religi\u00f6sen als auch gesellschaftlichen Gr\u00fcnden wollte man den Kontakt damit und das St\u00f6ren der Totenruhe m\u00f6glichst vermeiden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mit der Zeit wuchs das Ansehen der Gerichtsmedizin und ein eigener Lehrstuhl wurde gegr\u00fcndet, welcher im Dachgeschoss des Gartenhauses \u00abim Berg\u00bb am Sempersteig seine R\u00e4umlichkeiten hatte. Schliesslich wurde dann 1905, unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Heinrich Zangger, endlich offiziell das Institut f\u00fcr Rechtsmedizin der Universit\u00e4t Z\u00fcrich gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinrich Zangger war einer der Pioniere der Rechtsmedizin und auch aktiv im Austausch mit seinem langj\u00e4hrigen Freund Albert Einstein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der offiziellen Institutsgr\u00fcndung wurde auch ein Standortwechsel vorgenommen. Der neue Sitz des Instituts war an der Z\u00fcrichbergstrasse 8, das heutige Romanische Seminar,\u00a0wo das Institut f\u00fcr Rechtsmedizin viele Jahre zusammen mit dem Zahn\u00e4rztlichen Institut untergebracht war.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Erst 1992 verliess das rechtsmedizinische Institut das Geb\u00e4ude und zog an den modernen Campus Irchel der UZH, wo es bis heute im Geb\u00e4ude Y52 zu finden ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dort setzt es nun bereits wieder seit \u00fcber 30 Jahren seine Arbeit mit den modernsten Technologien fort und versucht das Untersuchen von Leichen mit m\u00f6glichst nicht-invasiven Methoden auf ein neues Level zu bringen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr \u00fcber die Arbeit des Instituts f\u00fcr Rechtsmedizin: <a href=\"https:\/\/www.irm.uzh.ch\/de.html\">https:\/\/www.irm.uzh.ch\/de.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Villa Sonneb\u00fchl<\/h2>\n\n\n\n<p>Zwischen den Jahren 1864 und 1867 setzte der renommierte Architekt Gottfried Semper im Auftrag von Johann Heinrich Fierz, einem bekannten Gesch\u00e4ftsmann der Textilindustrie, den Bau der Villa Sonneb\u00fchl an der Z\u00fcrichbergstrasse 8 um. Das Geb\u00e4ude diente auf Seite seiner Nordseite als Gesch\u00e4fts- und Lagerhaus, hatte jedoch auf seiner S\u00fcdseite auch Wohnbereich f\u00fcr Mitarbeitende.&nbsp;Noch heute ist dieser Unterschied im Stil des Geb\u00e4udes wiederzuerkennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der durchdachte Bau wiederspiegelt die starke Wirtschaft Z\u00fcrichs im 19. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"482\" height=\"316\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2025\/05\/Bild-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3795\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2025\/05\/Bild-1.jpg 482w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2025\/05\/Bild-1-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1:&nbsp;Haus Fierz von Gottfried Semper f\u00fcr die Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/24\/Romanisches_Seminar_Z\u00fcrich.jpg\">https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/24\/Romanisches_Seminar_Z\u00fcrich.jpg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>1910 erworb schliesslich die Stadt Z\u00fcrich das Geb\u00e4ude der Villa Sonnenb\u00fchl und stellte dies der Universit\u00e4t Z\u00fcrich zur Verf\u00fcgung, worauf das Rechtsmedizinische Institut 1912 das Geb\u00e4ude bezog. Ebenfalls, ab 1912 bis 1961, nutzte auch das zahn\u00e4rztliche Institut die R\u00e4umlichkeiten der Villa.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Institut f\u00fcr Rechtsmedizin litt das Geb\u00e4ude jedoch sehr, denn Umbauten und Raumerweiterungen, welche f\u00fcr die T\u00e4tigkeiten der Rechtsmedizin notwendig waren, wurden sehr unsorgf\u00e4ltig und stillos umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schliesslich 1992 verliess das Institut f\u00fcr Rechtsmedizin nach vielen Jahren die Villa Sonneb\u00fchl und zog weiter an den Campus Irchel in dazumals modernste R\u00e4umlichkeiten. Parallel zum Auszug, zwischen 1988 und 2003, wurde die Villa an der Z\u00fcrichbergstrasse 8 sorgf\u00e4ltig durch den Z\u00fcrcher Architekten Willi Egli restauriert und f\u00fcr das Romanische Seminar bereitgestellt, welche seitdem in diesem Geb\u00e4ude zu Hause ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"386\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2025\/05\/Bild2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3800\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2025\/05\/Bild2.jpg 500w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2025\/05\/Bild2-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb.2:&nbsp;Villa Sonnenb\u00fchl, Sitz des Romanischen Seminars, 2022, Fundriver<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Romanisches_Seminar_der_Universit\u00e4t_Z\u00fcrich#\/media\/Datei:Villa_Sonnenb\u00fchl_von_S\u00fcden.jpg\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Romanisches_Seminar_der_Universit\u00e4t_Z\u00fcrich#\/media\/Datei:Villa_Sonnenb\u00fchl_von_S\u00fcden.jpg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt spannend, wie facettenreich die Geschichte dieses Geb\u00e4udes weitergeht\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo heute das Romanische Seminar der Universit\u00e4t untergebracht ist, war seit 1905 das Rechtsmedizinische Institut zu finden. <\/p>\n","protected":false},"author":955,"featured_media":3795,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[120,7,57,46,165,33],"tags":[],"class_list":{"0":"post-3792","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-19-jahrhundert","8":"category-20-jahrhundert","9":"category-21-jahrhundert","10":"category-lehranstalt","11":"category-rechtsmedizin","12":"category-stadtkreis-7","13":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/955"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3792"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3792\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3913,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3792\/revisions\/3913"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}