{"id":3094,"date":"2024-11-27T08:04:39","date_gmt":"2024-11-27T07:04:39","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=3094"},"modified":"2025-02-23T13:27:08","modified_gmt":"2025-02-23T12:27:08","slug":"die-klinik-bethanien-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/die-klinik-bethanien-zuerich\/","title":{"rendered":"Die Klinik Bethanien Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"\n<p>Toblerstrasse 51, 8044 Z\u00fcrich (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/edit?mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0&amp;usp=sharing\">Karte<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">von Aline Imesch<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\" style=\"font-style:italic;font-weight:200\">Das Spital, in dem sich heute die Privatklinik Bethanien befindet, wurde vor \u00fcber 100 Jahren erbaut. Damals waren es Diakonissen, die die Pflege der Patientinnen und Patienten \u00fcbernahmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"886\" height=\"665\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien-edited-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3097\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien-edited-1.jpeg 886w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien-edited-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien-edited-1-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 886px) 100vw, 886px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Das Diakonissen Mutterhaus an der Toblerstrasse, ca. 1931.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien2-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3101\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien2-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien2-300x225.jpeg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien2-768x576.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien2-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien2-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: Die Klinik Bethanien heute.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Klinik Bethanien in Z\u00fcrich \u00fcbernahmen fr\u00fcher Diakonissen die Pflege von Patient\/-innen. Diakonissen sind Frauen, die, durch den protestantischen Glauben motiviert, ihr Leben in den Dienst des N\u00e4chsten stellen. Wer einem Leben als Diakonisse zusagt, verpflichtet sich zu Ehelosigkeit, Gehorsam und Verzicht auf volle Entl\u00f6hnung. Dabei leben sie in Dienst-, Glaubens- und Lebensgemeinschaften, oft auf engstem Raum, zusammen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die <\/strong>Entstehung des Vereins Bethanien<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Diakonieverein Bethanien wurde 1874 von der evangelisch-methodistischen Kirche gegr\u00fcndet, das Mutterhaus befand sich in Frankfurt am Main. Zweck des Vereins war es, junge Frauen f\u00fcr den Dienst an Kranken und Armen auszubilden. Dabei sollte die Religion oder die (nicht vorhandenen) finanziellen Mittel der Patient\/-innen keine Rolle spielen. Auch junge Frauen aus der Schweiz reisten bald nach Frankfurt, um sich dort ausbilden zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1887 entstand auch in Z\u00fcrich eine Diakonissenstation. Am Zeltweg 23 wurde dazu eine kleine Wohnung gemietet, von wo aus drei Diakonissen ihren Dienst antraten. Die Nachfrage war riesig und schon bald wuchs die Schwesternzahl in Z\u00fcrich stetig an. Die Leitung des Werkes geschah aber nach wie vor von Frankfurt aus. Auch die Ausbildung der Schwesternsch\u00fclerinnen musste in Frankfurt absolviert werden, da es in der Schweiz noch keine Schule daf\u00fcr gab.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entstehung der Klinik in Z\u00fcrich<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Zahl der Diakonissen nahm in den folgenden Jahren stetig zu und die Ausbildungspl\u00e4tze in Deutschland wurden bald knapp. In Z\u00fcrich sollte deshalb ein unabh\u00e4ngiges Mutterhaus f\u00fcr das Diakoniewerk geschaffen werden. 1911 begann der Bau des Mutterhauses und des Spitals an der Toblerstrasse und wurde 1 Jahr sp\u00e4ter eingeweiht. Sowohl die Lage am Stadtrand, als auch der Baustil mit den T\u00fcrmchen und Balkonen verleiht der gesamten Spitalanlage einen heimeligen Charakter. Im Spital konnte nun auch die Ausbildung absolviert werden, wodurch Diakonissen nicht mehr extra nach Deutschland mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Spital ben\u00f6tigte nun auch einen Anstalts-Arzt. Seine T\u00e4tigkeit umfasste alle m\u00f6glichen Fachbereiche der Medizin. Die Leitung des Pflegedienstes wurde von einer Diakonisse \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Im historischen Kontext<\/h3>\n\n\n\n<p>Schon bald war das Spital voll besetzt und es wurde mit moderner Ausr\u00fcstung ausgestattet. Doch der 1. Weltkrieg, die spanische Grippe und vor allem der 2. Weltkrieg hatten grosse Einwirkungen auf das Spital. W\u00e4hrend letzterem wurden nicht nur \u00c4rzte mobilisiert, sondern auch Diakonissen in den Sanit\u00e4tsdienst berufen, was im Spitalbetrieb zu L\u00fccken f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nachkriegszeit erfolgte ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung. 1947 gab es erstmals auch f\u00fcr das Pflegepersonal Normalarbeitsvertr\u00e4ge: Die H\u00f6chstarbeitszeit wurde gesenkt und den Pflegerinnen wurden Ferien sowie ein Ruhetag pro Woche zugestanden. Effektiv umgesetzt wurden diese \u00c4nderungen aber erst sp\u00e4ter. Dies liegt wohl daran, dass der Pflegeberuf bis anhin nicht als eigentlicher Erwerbsberuf wahrgenommen wurde, sondern religi\u00f6s gepr\u00e4gt war, da vor allem Diakonissen oder katholische Ordensfrauen diese Arbeit \u00fcbernahmen. <\/p>\n\n\n\n<p>Weil sich bei den Diakonissen im Laufe der Zeit eine \u00dcberalterung abzeichnete, durch die neu eingef\u00fchrte Arbeitsverk\u00fcrzung aber mehr Stellen belegt werden mussten, beschloss man, auch freie Schwestern im Spital einzusetzen. Schon damals war es schwierig, alle Stellen zu decken und man erfuhr einen permanenten Personalmangel. Dieser machte sich nicht nur im Pflegebereich, sondern im gesamten Spitalbetreib bemerkbar. Um dem entgegen zu wirken, stellte man auch nicht-ausgebildete Mitarbeiter an, die sich aber h\u00e4ufig als ungeeignet herausstellten. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"491\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien3-1024x491.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3112\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien3-1024x491.jpeg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien3-300x144.jpeg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien3-768x369.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/11\/Bethanien3.jpeg 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Weiterbildungskurs, ca.1915.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Klinik heute<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit 2010 ist die Klinik Bethanien eine Privatklinik und geh\u00f6rt dem Swiss Medical Network an. Die Form der Dienstgemeinschaft wie sie fr\u00fcher abgehalten wurde, ist heute nicht mehr aktuell: seit Jahren treten keine Diakonissen mehr ein, w\u00e4hrend die Verbliebenen alle im Pensionsalter sind. Das Spital, wie auch das Schwesternhaus, sind aber nach wie vor in Betrieb und auch heute noch sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Bildquellen<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Abb. 1: Foto aus der Fotoausstellung im Erdgeschoss der Klinik Bethanien.<br>Abb. 2: Foto: Aline Imesch, 2024.<br>Abb. 3: Foto aus der Fotoausstellung im Erdgeschoss der Klinik Bethanien.<br><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Schwegler, Daniela; Bosshard-K\u00e4lin, Susann: Unter der Haube: Diakonissen erz\u00e4hlen aus ihrem Leben, Frauenfeld 2011. <br>Festschrift: 100 Jahre Diakonissenhaus Bethanien, Z\u00fcrich 2012.<br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Spital, in dem sich heute die Privatklinik Bethanien befindet, wurde vor \u00fcber 100 Jahren erbaut. 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