{"id":2739,"date":"2024-05-01T21:05:31","date_gmt":"2024-05-01T19:05:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=2739"},"modified":"2024-12-01T16:56:10","modified_gmt":"2024-12-01T15:56:10","slug":"inselhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/inselhof\/","title":{"rendered":"Das M\u00fctter- und S\u00e4uglingsheim Inselhof"},"content":{"rendered":"\n<p>Inselhofstrasse 1, 8008 Z\u00fcrich (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/viewer?ll=47.40064380357368%2C8.547791160767217&amp;z=17&amp;mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0\" data-type=\"page\" data-id=\"2741\">Karte<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">von Dominique Qu\u00e9r\u00e9<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\">Wie es dazu kommt, dass die Stadt Z\u00fcrich an dieser Strasse sowohl ein Altersheim, wie auch eine Notunterkunft f\u00fcr Familien f\u00fchrt? Die Antwort liefert die Geschichte des Vereins Inselhof Triemli<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"741\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/Image-27.04.24-1024x741.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2746\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/Image-27.04.24-1024x741.jpeg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/Image-27.04.24-300x217.jpeg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/Image-27.04.24-768x556.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/Image-27.04.24.jpeg 1435w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb.: 1 Das ehemalige Wohnheim des Vereins Inselhof, fungiert heute als Notunterkunft f\u00fcr Familien.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn man durch die Inselhofstrasse l\u00e4uft, wird man von zwei H\u00e4userreihen empfangen. Auf der einen Seite der Strasse mit den Hausnummern 1, 3 und 5 stehen pr\u00e4chtige Wohnh\u00e4user, die \u00fcber ein Jahrhundert alt zu sein scheinen. Auf der anderen Seite, mit den Nummern 2 und 4 beziffert, finden sich Geb\u00e4ude mit einem j\u00fcngeren Baujahr. Eines davon ist das st\u00e4dtische Altersheim Wildbach, welches, so wie es heute steht, im Jahr 2011 fertiggestellt wurde. Bei genauerem Betrachten der \u00e4lteren Strassenseite findet sich am Eingang zur Inseholfstrasse 1 ein Schild mit dem Wappen der Stadt Z\u00fcrich. Auch beim Aufsuchen der Adresse im Internet st\u00f6sst man auf folgende Information:&nbsp;&nbsp;Notunterkunft f\u00fcr Familien: \u201eSoziale Einrichtungen und Betriebe Gesch\u00e4ftsbereich Wohnen und Obdach\u201c zusammen mit einer Telefonnummer. Wie es dazu kommt, dass die Stadt Z\u00fcrich an dieser Strasse sowohl ein Altersheim wie auch eine Notunterkunft f\u00fcr Familien f\u00fchrt, hat mit der Geschichte des Vereins f\u00fcr M\u00fctter und S\u00e4uglingsschutz zu tun, welcher heute unter dem Namen Verein Inselhof Triemli agiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entstehung des Vereins<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Geschichte des Vereins geht auf das Jahr 1908 zur\u00fcck. Er wurde ins Leben gerufen, um ledigen M\u00fcttern, \u201cGefallenen M\u00e4dchen\u201d, zu helfen. Die Statistiken zeigen auf, dass es sich dabei meist um junge Frauen mit schlecht bezahlten Arbeiten handelte; wenn sie \u00fcberhaupt an eine Stelle gelangten.&nbsp;Dies ist stark auf die gesellschaftliche \u00c4chtung zur\u00fcckzuf\u00fchren, welche Frauen zu jener Zeit widerfahren ist, welche unverheiratet ein Kind zur Welt brachten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Gr\u00fcndung des Vereins dauerte es drei Jahre, bis das erste M\u00fctterheim an der Irchelstrasse 32 seine T\u00fcren \u00f6ffnen konnte. Dazumal lag das \u201ckleine Schl\u00f6sschen\u201d, welches heute noch steht, noch am Rande der Stadt. Dies kann auch als Hinweis dienen, um zu zeigen, dass auch wenn sich langsam dem Problem angenommen wurde, noch nicht die grossen finanziellen Mittel zur Verf\u00fcgung gestellt wurden und sich junge M\u00fctter am Rande der Gesellschaft befanden. Trotzdem konnte der Verein \u00fcber die n\u00e4chsten Jahre wachsen und es wurden mehrere M\u00fctterberatungsstellen er\u00f6ffnet und im Jahre 1917 konnte eine gr\u00f6ssere Liegenschaft an der Schanzackerstrasse 21 gekauft werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"909\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagefrgvEj-1024x909.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2743\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagefrgvEj-1024x909.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagefrgvEj-300x266.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagefrgvEj-768x682.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagefrgvEj-1536x1363.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagefrgvEj.jpg 1759w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb.: 2 Das erste Heim f\u00fcr ledige Mutter in Z\u00fcrich steht heute noch an der Irchelstrasse.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Expansion und Subventionen<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese zweite Liegenschaft diente mehr dem Zweck der Entbindung. Dies ist auch im Zusammenhang mit der Nachkriegszeit sowie der Weltwirtschaftskrise zu betrachten, in welcher viele junge M\u00fctter in die soziale Not abrutschten. So kam es auch, dass ab diesem Zeitpunkt auch verheiratete M\u00fctter vom Verein umsorgt wurden. Obwohl der Verein \u00fcber die Jahre wuchs, war Platz ein limitierender Faktor. So wurde im Jahr 1926 konkret nach einer gr\u00f6sseren Liegenschaft gesucht, wobei zwei in die engere Auswahl kamen.&nbsp;&nbsp;Bei den beiden Orten handelte es sich um den Lettenhof und den Inselhof. Wie der heutige Name des Vereins schon verr\u00e4t, fiel die Entscheidung zu Gunsten des Gel\u00e4ndes des Inselhofes. Das Grundst\u00fcck beinhaltete ein Bauernhof, eine alte Senffabrik und ein Wohnhaus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da sich zu dieser Zeit, weiterhin viele junge Frauen der Armut ausgesetzt sahen, war die Stadt Z\u00fcrich der Arbeit des Vereins mehrheitlich wohl gesonnen, womit es bald auch zu Subventionszahlungen an den Verein kam. \u00dcber die ganze Zeit hinweg war zu beobachten, dass der Verein neue Probleme identifizierte und versuchte diese Anzugehen. So entstanden \u00fcber die Jahre hinweg, eine Schwesternschule, ein Kindergarten und weitere spezialisierte Einrichtungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"718\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagewGCBCI-1024x718.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2744\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagewGCBCI-1024x718.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagewGCBCI-300x210.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagewGCBCI-768x539.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagewGCBCI-1536x1077.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2024\/04\/tempImagewGCBCI-2048x1437.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb.: 3 Das Geb\u00e4ude beim Inselhof hatte zu gesundheitlichen Zwecken Terrassen sowie eine Glasveranda.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sanierung oder Neubau<\/h2>\n\n\n\n<p>Zu Beginn der 50er Jahren wurden immer mehr M\u00e4ngel an den Einrichtungen des Inselhofes gefunden. So h\u00e4tte die Bewohnerzahl des Wohnheims an der Inselhofstrasse 1, aufgrund von Feuergefahr, deutlich reduziert werden m\u00fcssen. Eine L\u00f6sung f\u00fcr den Preis von 870\u2019000 Franken wurde dabei kritisch gesehen, da auch das Hauptgeb\u00e4ude nicht mehr den neusten Standards gen\u00fcgte und sich die Kosten f\u00fcr eine Gesamtsanierung vermutlich auf ein Vielfaches davon bezogen h\u00e4tten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein alternativer Vorschlag war es, die Arbeit in eine von der Stadt gebauten Maternit\u00e9 auf neuem Gel\u00e4nde zu verlegen. Es war schlussendlich jener zweite Vorschlag, der sich durchsetzte, womit es zum Bau der Maternit\u00e9 auf dem Areal des Triemli Spitals kam, welche bis ins Jahr 2005 vom Verein Inselhof Triemli gef\u00fchrt wurde. Es war im Gegenzug dieses Vertrages, dass sich die Stadt dazu verpflichtete, das alte Areal des Inselhofs zu kaufen und das Bauland f\u00fcr ein Altersheim oder \u00e4hnliche Zwecke zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Bildquellen<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Banner<br>Abb. 1:&nbsp;Screenshot von Apple Maps vom 27.04.2024<br>Abb. 2:&nbsp;Verena,&nbsp;Naegele: Himmelblau und Rosarot. Vom Haus f\u00fcr gefallene M\u00e4dchen zum Sozial-Medizinischen Zentrum f\u00fcr Frau, Mutter und Kind. Verlag Neue Z\u00fcrcher Zeitung, Z\u00fcrich 2004. S. 29.<br>Abb. 3:&nbsp;Verena,&nbsp;Naegele: Himmelblau und Rosarot. Vom Haus f\u00fcr gefallene M\u00e4dchen zum Sozial-Medizinischen Zentrum f\u00fcr Frau, Mutter und Kind. Verlag Neue Z\u00fcrcher Zeitung, Z\u00fcrich 2004. S. 29.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">1.&nbsp;Verena,&nbsp;Naegele: Himmelblau und Rosarot. Vom Haus f\u00fcr gefallene M\u00e4dchen zum Sozial-Medizinischen Zentrum f\u00fcr Frau, Mutter und Kind. Verlag Neue Z\u00fcrcher Zeitung, Z\u00fcrich 2004.<br>2. Referenz-Objekte.ch,&nbsp;Altersheim&nbsp;Wildbach:&nbsp;https:\/\/referenz-objekte.ch\/projekte\/altersheim-wildbach-inselhofstrasse-4-in-8008-zuerich\/3762.html<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte des Vereins geht auf das Jahr 1908 zur\u00fcck. 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