{"id":2368,"date":"2023-12-04T17:47:58","date_gmt":"2023-12-04T16:47:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=2368"},"modified":"2024-12-01T16:47:12","modified_gmt":"2024-12-01T15:47:12","slug":"schwesternschule-und-krankenhaus-vom-roten-kreuz-zuerich-fluntern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/schwesternschule-und-krankenhaus-vom-roten-kreuz-zuerich-fluntern\/","title":{"rendered":"Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Z\u00fcrich-Fluntern"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Gel\u00e4nde als Abbild seiner Zeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Gloriastrasse 18, 8006 Z\u00fcrich  Z\u00fcrich (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/edit?mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0&amp;usp=sharing\">Karte<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">von David Nagele<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background\" style=\"font-style:italic;font-weight:200\">&#8222;Wesentliche Wandlungen ergaben sich auch in der Auffassung des Berufs der Krankenschwester &#8211; ein durchaus zeitgem\u00e4sses, freiheitlicheres Berufsbild hat sich durchgesetzt. Unver\u00e4ndert geblieben ist jedoch die Zielsetzung: Die Ausbildung t\u00fcchtiger Krankenschwestern in der Schule und die F\u00fchrung eines vorbildlichen privaten Krankenhauses zum Wohle seiner Patienten.&#8220; So heisst es im Geleit zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um durch den Pr\u00e4sident der Stiftung Dr. Reinhard Isler. Auch heute noch werden auf dem selben Gel\u00e4nde Krankpfleger\/innen ausgebildet, jedoch ist vom Alten Geb\u00e4ude nichts mehr zu sehen und auch Patienten sucht man vergebens. Wie auch der Beruf der Krankenschwester lebte und ver\u00e4nderte sich das Gel\u00e4nde stetig um den jeweiligen Anforderungen weiterhin zu entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"616\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-1-1024x616.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2371\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-1-1024x616.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-1-300x180.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-1-768x462.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-1-200x120.png 200w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-1.png 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1 Der Flunterner Rebberg zur Zeit der Er\u00f6ffnung des &#8222;Schwesternhaus vom rothen Kreuz&#8220; 1882<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-large-font-size\">Gr\u00fcndung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Zu Beginn der 1880er Jahre wird die Stiftung Schwesternhaus vom rothen Kreuz vom Z\u00fcrcherischen &#8222;Verein f\u00fcr freies Christentum&#8220; und seinem damaligen Pr\u00e4sident Pfarrer W. Bion gegr\u00fcndet unter der \u00dcberzeugung, dass religi\u00f6s-liberale Einstellung t\u00e4tiges Christentum, Dienst am Kranken, miteinschliesse. Am 30. M\u00e4rz 1880 stellte derselbe Pfarrer in der Sitzung des Vorstands die Idee in den Raum, es m\u00f6ge der Verein darauf hinwirken, eine Anstalt zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen ins Leben zu rufen und dabei gleichzeitig die Krankenpflege von religi\u00f6ser Propaganda getrennt werden, ohne sie dabei vom religi\u00f6sen Grunde loszureissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">&#8222;(\u2026), Als leitender Grundsatz soll gelten: \u00abReligi\u00f6se Gesinnung wird bei den Krankenpflegerinnen vorausgesetzt, auf das religi\u00f6se Bekenntnis dagegen wird bei der Aufnahme in die Anstalt keine R\u00fccksicht genommen; Allen, die im Dienste oder unter dem Schutze der Anstalt stehen, wird zur Pflicht gemacht, jede religi\u00f6se \u00dcberzeugung zu achten und ihre eigenen Ansichten niemandem aufzudr\u00e4ngen. Dazu verpflichten sich auch die die Anstalt leitenden Pers\u00f6nlichkeiten. Erreichung des Heilzweckes ist unser erste Ziel.<sup data-fn=\"5d1b4f7c-5eda-45e0-b949-27801e8fae21\" class=\"fn\"><a href=\"#5d1b4f7c-5eda-45e0-b949-27801e8fae21\" id=\"5d1b4f7c-5eda-45e0-b949-27801e8fae21-link\">1<\/a><\/sup>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>\u2013 Punkt 2 der ersten Sitzung vom 28. Juni 1880 der Kommission.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Um das Schwesternhaus zu finanzieren, sind jedoch dringend Spenden n\u00f6tig. Diese kommen aus vielen Regionen der Schweiz, aber auch aus dem Ausland gehen Gaben ein. Als Oberin setzt man &#8222;Fr\u00e4ulein Elisabeth M\u00f6ller aus Frankfurt&#8220; ein und auch eine passende Liegenschaft in der N\u00e4he des Kantonspitals l\u00e4sst sich erwerben. Am 6. Juli 1882 wird in der damals noch selbst\u00e4ndigen Gemeinde Fluntern das Wohnhaus zum Zinnenbau zum Frauenfeld erworben, wobei das Land noch \u00fcber gen\u00fcgend Platz f\u00fcr das schon geplante Privatspital aufweist. Nur einige Monate sp\u00e4ter findet dann am 20. November 1882 die Er\u00f6ffnung der ersten und damit der \u00e4ltesten nicht direkt konfessionell gebundenen Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr Krankenschwestern in der deutschsprachigen Schweiz statt. Damals z\u00e4hlt das Schwesternhaus nur acht Lernschwestern und neun Krankenbetten, \u00fcberwacht von der oben erw\u00e4hnten Oberin Elisabeth M\u00f6ller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">&#8222;100 Jahre Schwesternhaus und Krankenhaus \u2013 weniges nur hat sich im Innern und \u00c4ussern Aufbau des Werkes unver\u00e4ndert erhalten. Dem oft st\u00fcrmischen Wandel der Zeit musste auch in Schule und Spital gefolgt werden, um ver\u00e4nderten Anforderungen und technischen Entwicklungen Rechnung zu tragen (\u2026)<sup data-fn=\"5d1b4f7c-5eda-45e0-b949-27801e8fae21\" class=\"fn\"><a href=\"#5d1b4f7c-5eda-45e0-b949-27801e8fae21\" id=\"5d1b4f7c-5eda-45e0-b949-27801e8fae21-link\">1<\/a><\/sup>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Das Gel\u00e4nde als Abbild seiner Zeit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Durch mehrmalige Landzuk\u00e4ufe sichert sich die Stiftung den f\u00fcr k\u00fcnftige Erweiterungsbauten notwendigen Baugrund und verhindert weitere Einengungen des Areals durch private Bauvorhaben. 1884&nbsp;\u00e4ufnet man den Baufond f\u00fcr das eigene Krankenhaus\/Schulspital. 3 Jahre sp\u00e4ter oder 5 Jahre nach der Er\u00f6ffnung der Schwesternschule weiht man auch das Krankenhaus (Mittelbau) ein. Dabei z\u00e4hlt das Spital jetzt schon etwa 20 Betten. Doch schon bald wird auch das erworbene alte Haus umgebaut. Waschk\u00fcche, Speise- und Unterrichtszimmer brauchen alle Erweiterungen aufgrund der steigenden Sch\u00fclerinnenanzahl. Mit der Begr\u00fcndung, dass ausser Haus wohnende Schwestern nicht geh\u00f6rig \u00fcberwacht werden k\u00f6nnen und es ihnen nicht m\u00f6glich ist, gleichermassen an der Nachtwache teilzunehmen, wird 1898 ein weiterer Neubau er\u00f6ffnet, da auch diesmal der freie Platz wieder schwindet. Der Neubau beherbergt weitere 45 Krankenbetten. Daneben er\u00f6ffnet man dort auch Operationsr\u00e4ume und Schwesternzimmer im obersten Stock. Um den zu kleinen Privattrakt zu vergr\u00f6ssern mit weiteren 29 Betten, wird 1911 Trakt E gebaut und danach 1914 auch gleich noch ein Waschhaus, um die Bed\u00fcrfnisse des erweiterten Spitals zu erf\u00fcllen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die folgenden Jahre sind gepr\u00e4gt von Krieg in Europa und so tut sich auf dem Gel\u00e4nde der Schwesternschule bis 1925 nicht viel. Erst in diesem Jahr n\u00e4mlich wird ein weiterer Anbau (Trakt F) hinzugef\u00fcgt, der f\u00fcr weitere 27 Betten Platz hat. Man berichtet, dass die K\u00fcche noch genau ausreicht, um die \u00fcber 130 Betten und Krankenschwestern zu versorgen. Trotz der Krise der 30er Jahre wird das R\u00f6ntgenkabinett erweitert und erneuert, die B\u00fcglerei wird renoviert, die K\u00fcche umgestaltet und sogar ein Lift wird eingerichtet, um den Patiententransport zu erleichtern. Auch der Operationssaal erh\u00e4lt Ver\u00e4nderung in Form eines verbesserten Sterilisationsraums und neuen Technologien wie einem Elektrodiagraphen. So ziehen wieder einige Jahre vorbei, bis ausgel\u00f6st durch den Zweiten Weltkrieg eine Brennstoffknappheit herrscht und man daher das Schwesternhaus mit dem Fernw\u00e4rmesystem der ETH Z\u00fcrich verbinden muss. Ausserdem f\u00fchren Anpassungen der Vorschriften der Schweizerischen Krankepflegbundes zu einer Schulreform, die fordert, dass die Schwestersch\u00fclerinnen ihr sechstes letztes Semester in geschlossenem Klassenverband bei vorwiegendem theoretischem Unterricht verbringen sollen. So baut man 1942 einen Wohnpavillon (Trakt H), der weitere 20 Betten beherbergt aber den Mangel an ausreichenden Schulfazilit\u00e4ten jedoch nicht beheben kann und gleich 1958 vom neuen Schultrakt ersetzt wird. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"806\" height=\"783\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-7.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2380\" style=\"width:684px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-7.png 806w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-7-300x291.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-7-768x746.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 806px) 100vw, 806px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2 Bauentwicklungen von 1882 &#8211; 1942<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"619\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-2-1024x619.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2373\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-2-1024x619.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-2-300x181.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-2-768x464.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-2-200x120.png 200w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-2.png 1066w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3 Das Schul- und Spitalareal im Jahr 1937<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Beobachtet man die Entwicklungen wird klar, dass die Leitung des Rotkreuzspitals in diesen Jahren die Funktionalit\u00e4t des Spitals zu erhalten und gegebenenfalls punktuell zu erweitern versucht, jedoch keine grossen Projekte vorgenommen werden. Daher fasst man Anfang der 40 Jahre den Entschluss, die andauernde Raumnot im Rahmen eines Gesamtplanes anzugehen. Doch trotz grosser Ziele ist die Finanzierung bei weitem nicht gesichert und es h\u00e4uften sich wachsende finanzielle Defizite, wodurch man sich entscheidet, die defizit\u00e4re und nur unzureichend subventionierte Allgemeine Abteilung (Trakt A) zu schliessen. Damit wird das Rotkreuzspital wieder zum reinem Privatspital und erh\u00e4lt keine Staatsbeitr\u00e4ge mehr. Die grosse Bebauung erfolgt in drei Etappen. Die erste Etappe bringt einen Erweiterungsbau der Privatabteilung an der Moussonstrasse mit sich (Trakt I), der 1958 bezogen werden kann. W\u00e4hrend der ersten Etappe werden ausserdem die Operations- und Geb\u00e4rabteilung vollst\u00e4ndig erneuert. Etappe zwei wird durch den Abbruch der ehemaligen Allgemeinen Abteilung und des Sch\u00fclerinnenpavillons eingeleitet. Im Altbau werden R\u00f6ntgenabteilung und das Laboratorium erneuert und die Apotheke umgebaut, w\u00e4hrend nebendran ein gemeinsames Geb\u00e4ude f\u00fcr Schule und Sch\u00fclerinnenwohnhaus entsteht. Die Schule kann im Sp\u00e4tsommer 1960 bezogen werden (Trakt K) und markiert den ersten Neubau des neuen Gel\u00e4ndekonzeptes. Darauf folgt das Schwesternwohnhaus ein Jahr sp\u00e4ter (Trakt L). In einer dritten und letzten Phase erweitert man die Schwesternschule mit neuen Schul- und Verwaltungsb\u00fcros (Trakt M). Man sieht in dieser Zeit klar, dass ein vermehrter Wert auf die schulische Ausbildung der Pflegerinnen gelegt wird, da die Kapazit\u00e4ten in diesen Bereich stark erh\u00f6ht und auch modernisiert werden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"852\" height=\"814\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-6.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2379\" style=\"width:684px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-6.png 852w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-6-300x287.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-6-768x734.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb.4 Bauentwcklungen ab 1958<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"612\" height=\"467\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2375\" style=\"width:683px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-3.png 612w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-3-300x229.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 612px) 100vw, 612px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 5 Das Schwesternhaus erbaut 1960<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Neben all diesen Erneuerungen in den acht Jahren werden die Innenausstattung des Spitals erneuert, um eine wirkungsvollere Behandlung der Patienten aufgrund von neuen medizinischen Erkenntnisse zu gew\u00e4hrleisten. Ein Jahr sp\u00e4ter wird eine Selbstbedienungsanlage im Speisesaal des Schwesternhaus installiert, was eine grosse Ver\u00e4nderung bedeutet, da zuvor alle Hauptmahlzeiten unter Anwesenheit der Oberin und dem obligatorischen gesprochenen Tischgebet in Gemeinsamkeit eingenommen wurden. 1975 gesellen sich ein Hallenbad und gedeckte Autoabstellpl\u00e4tze zum Gel\u00e4nde dazu (Trakt N). Darauf folgen Jahre der Modernisierung und dauernden Erneuerungen und Renovationen. So werden zum Beispiel schalldichte T\u00fcren zur Verbesserung der Ruhe in den Krankenzimmern installiert oder der Brandschutz ausgebaut. Dabei werden auch immer weitere Teile der Bauten aus dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert in das Sanierungsprogramm involviert. Mit Beginn des Jubil\u00e4ums 1982 werden die Projekte des neuen Operationstrakts (Trakt P) und die erweiterte Eingangshalle mit Cafeteria in Angriff genommen. Diese Neubauten sollen dem Zeitgeist entsprechen und vor allem die Eingangshalle mit Cafeteria einen w\u00e4rmeren und harmonischeren Empfang gew\u00e4hrleisten. Und somit den damaligen Bed\u00fcrfnissen entsprechen. Dieser Umbau in drei Phasen kostet die Stiftung \u00fcber 30 Millionen Franken, die die Stiftung aus eigenen Mitteln aufbringt, zusammen mit Spendern. Die letzen Bauprojekte werden 1985 fertiggestellt. Interessant zu bemerken ist, dass im Jahresbericht 1989 geschrieben wird: \u00abNach der Sanierung unseres Hauses haben wir festgestellt, dass sich die Nachfrage nach Zimmern mit Dusche und Toilette enorm verst\u00e4rkt hat, solchen Komfortanspr\u00fcchen unserer Patienten m\u00f6chten wir m\u00f6glichst bald entgegenkommen <sup>2<\/sup>\u00bb. Heute w\u00fcrde diese Einrichtungen wohl eher als Notwendigkeit betitelt werden. Doch leider sollten die \u00abKomfort\u00bb-Pl\u00e4ne nie zum Tragen kommen. Der tiefgreifende Wandel im schweizerischen Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren auch unsere Stiftung und insbesondere das Rotkreuzspital erfasst \u2013 das Jahr 1997 ist schliesslich zum Schicksalsjahr geworden: Ein \u00dcberangebot an Spitalbetten im ganzen Kanton Z\u00fcrich (und dar\u00fcber hinaus) und die seit Einf\u00fchrung des neuen Krankenversicherungsgesetztes (1996) f\u00fcr ein Privatspital markant erschwerten Marktbedinungen haben unsere Stiftung gezwungen, das Rotkreuzspital \u2013 eine weit herum geachtet und erfolgreiche Institution mit einer 115j\u00e4hrigen Tradition \u2013 zu schliessen. Die Stiftung will deshalb ihr Wirken k\u00fcnftig schwergewichtig auf die F\u00fchrung und Entwicklung der Berufsschule f\u00fcr Pflege ausrichten.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"616\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-8-1024x616.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2382\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-8-1024x616.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-8-300x180.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-8-768x462.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-8-200x120.png 200w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/grafik-8.png 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 6 Das Schul- und Spitalareal im Jahre 1962 <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Time to Care<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Am 30. September 1997 wird das Rotkreuzspital an der Gloriastrasse 18 (mit 93 Betten, 6 Operationss\u00e4len und 259 Mitarbeitern) geschlossen. Mit der Schliessung des Krankenhauses gl\u00fcckt es aber, das Verm\u00f6gen der Stiftung zu erhalten und f\u00fcr das neue Projekt einer Berufsschule f\u00fcr das Gesundheitswesen zu reinvestieren. F\u00fcr die bereits unter Lehrvertrag stehenden Lernenden wird, als \u00dcberbr\u00fcckung f\u00fcr die fehlenden Ausbildungspl\u00e4tze und Infrastrukturen, auf Ausbildungspartner (Spit\u00e4ler, Kliniken und Heime) zur\u00fcckgegriffen. Planungen zur Neuausrichtung des Gel\u00e4ndes beginnen schon 1999 und um einen Teil der Kosten f\u00fcr den Betrieb des Kompetenzzentrums f\u00fcr Pflegeberufe zu deckenm wird entschieden, ca. 40% des Areals mit Wohnanteil zu belegen, also etwa 30 3-5-Zimmer-Wohnungen sowie in den Erdgeschossen teilweise B\u00fcros mit Ateliers f\u00fcr Dritte einzurichten. Das Schul- und Dienstleistungsgeb\u00e4ude an der Ecke Gloria-\/Moussonstrasse wird jedoch ohne Wohnungen geplant. Konzeptuell st\u00fctz sich das gesamte Gel\u00e4nde auf den Leitspruch &#8222;Offenheit nach allen Seiten&#8220;. So soll der Vorplatz im Hochschulquartier einen neuen Akzent setzen und zusammen mit dem markanten Hauptgeb\u00e4ude hohen Identifikationswert bieten. Um dieses gesamte Bauvorhaben umzusetzen, entschliesst man sich f\u00fcr eine Bebauung in zwei Etappen,&nbsp;wobei man die erste noch ein weiteres Mal unterteilt. Der Bau f\u00fcr das eigentliche Careum beginnt im Jahre 2003 und endet 2005, wobei die bestehenden Geb\u00e4ude an der Gloria- und Moussonstrasse weiter autonom genutzt werden. In dieser Zeit werden sie an die Universit\u00e4t Z\u00fcrich vermietet. Ebenfalls in dieser Zeit \u00e4ndert sich der Name der Stiftung und trennt sich damit vom formellen Stifter, dem Z\u00fcrcher Verein f\u00fcr freies Christentum. Der neue und heutige Name \u00abCareum\u00bb leitet sich aus den Begriffen \u00abto care\u00bb (englisch f\u00fcr betreuen, pflegen) und \u00ablyceum\u00bb (Lehrst\u00e4tte im alten Athen) ab und verbindet damit die wesentlichen Bestandteile des Stiftungszwecks: Pflege und Bildung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Viele Ver\u00e4nderungen machte das Gel\u00e4nde schon mit, doch auch heute noch entwickelt es sich st\u00e4ndig weiter, so wurde erst 2016 ein Auditorium er\u00f6ffnet. und sp\u00e4ter im Jahr 2020 das neue provisorische Geb\u00e4ude Careum 3, um auch in Zukunft ein hochwertiges Gesundheitswesen zu garantieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2385\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-300x169.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-768x432.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-1536x865.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-1110x624.jpg 1110w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum-528x297.jpg 528w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/UB-Medizin-Careum.jpg 1620w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 7 Das heutige Careum <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">BILDQUELLEN<\/h6>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Abb. 1-6: Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Z\u00fcrich-Fluntern: 1882-1982,  Herausgeber: Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Z\u00fcrich Fluntern<\/li>\n\n\n\n<li>Abb. 7: https:\/\/www.ub.uzh.ch\/de\/ub-besuchen\/standorte\/medizin_careum.html<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">LITERATUR<\/h6>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Z\u00fcrich Fluntern (Hg.): Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Z\u00fcrich-Fluntern 1882-1982, Z\u00fcrich 1982<\/li>\n\n\n\n<li>Jahresbericht \/ Stiftung Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz, Z\u00fcrich-Fluntern 1956- 2002.<\/li>\n\n\n\n<li>Jahresbericht \/ Stiftung Careum (Z\u00fcrich) 2004- , Z\u00fcrich : Stiftung Careum<\/li>\n\n\n\n<li>https:\/\/careum.ch\/ueber-uns\/portrait\/geschichte.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><\/h6>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><br><\/h6>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch heute noch werden auf dem selben Gel\u00e4nde Krankpfleger\/innen ausgebildet, jedoch ist vom Alten Geb\u00e4ude nichts mehr zu sehen und auch Patienten sucht man vergebens. 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