{"id":2186,"date":"2023-12-04T18:06:22","date_gmt":"2023-12-04T17:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/?p=2186"},"modified":"2025-12-01T16:21:18","modified_gmt":"2025-12-01T15:21:18","slug":"das-orthopaedische-institut-von-wilhelm-schulthess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/das-orthopaedische-institut-von-wilhelm-schulthess\/","title":{"rendered":"Das Orthop\u00e4dische Institut von Wilhelm Schulthess"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Urspr\u00fcnge der Z\u00fcrcher Orthop\u00e4die<\/h3>\n\n\n\n<p>Neum\u00fcnsterallee 3, 8008 Z\u00fcrich (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/edit?mid=1mdJpaZOFrjwkidVhprBC_38phlQB7J0&amp;usp=sharing\">Karte<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">von Larissa Hagmann<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\">1896 gelangt das Institut f\u00fcr Orthop\u00e4die in die Neum\u00fcnsterallee 3 in Z\u00fcrich. Das Institut wird jedoch nicht von zwei Orthop\u00e4den, sondern von einem P\u00e4diater und einem Chirurgen geleitet. Doch w\u00fcrden Sie zwei \u00c4rzten, die offensichtlich nicht auf ihrem eigenen Fachgebiet arbeiten, vertrauen? Und warum bezeichnen genau diese beiden ihre Einrichtung auch noch als &#8222;das Orthop\u00e4dische Institut&#8220;, wo &#8222;richtige&#8220; Orthop\u00e4den sich doch bestimmt besser in der Orthop\u00e4die auskennen?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1010\" height=\"692\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/alte-Schulthessklinik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2188\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/alte-Schulthessklinik.png 1010w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/alte-Schulthessklinik-300x206.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/alte-Schulthessklinik-768x526.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1010px) 100vw, 1010px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Orthop\u00e4disches Institut, Neum\u00fcnsterallee 3, 8008 Z\u00fcrich, 1896<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Historischer Hintergrund rund um die Orthop\u00e4die<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Orthop\u00e4die, laut Oxford Languages die &#8222;Wissenschaft von der Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Fehler des menschlichen Bewegungsapparats&#8220; geh\u00f6rt mittlerweile zu den bekanntesten Fachgebieten der modernen Medizin. Laut der Schweizerischen \u00c4rztezeitung 2019 haben \u00fcber 3% der t\u00e4tigen \u00c4rzte ihre T\u00e4tigkeit in der Orthop\u00e4die ausge\u00fcbt und auch in der Bev\u00f6lkerung ist die Orthop\u00e4die als Teilgebiet der Medizin durchaus nicht unbekannt. Dies war jedoch noch nicht immer so:<br>Die Grundideen der Orthop\u00e4die stammen aus dem Zeitalter der Aufkl\u00e4rung. Oft wurde beobachtet, dass Kinder, die sich gen\u00fcgend bewegten, auch gesund und ohne Abweichungen der Wirbels\u00e4ule aufwuchsen. Daraus wurde geschlossen, dass eine gesunde Bewegung \u00fcberaus wichtig f\u00fcr das gesunde Heranwachsen der Kinder war.<br>Der Begriff &#8222;Orthop\u00e4die&#8220; hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert: Haltungsfehler und funktionelle Formabweichungen werden hier bereits untersucht und entsprechende Therapien daf\u00fcr vorgeschlagen. So soll nach damaliger Meinung ein &#8222;korrigierender und keinesfalls brechender Druck&#8220; bereits im Kindesalter auf Fehlstellungen ausge\u00fcbt werden.<br>Anfangs 19. Jahrhundert kommt die Orthop\u00e4die nun auch nach Z\u00fcrich.<sup>1,4<\/sup> <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beginn der heutigen Schulthess Klinik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>1883 gr\u00fcnden Wilhelm Schulthess und August L\u00fcning das Orthop\u00e4dische Institut an der L\u00f6wenstrasse 16 in der Z\u00fcrcher Innenstadt. Wie bereits beschrieben kam die Orthop\u00e4die anfangs 19. Jahrhundert nach Z\u00fcrich und war somit ein eher neues Fachgebiet der Medizin. In der Bev\u00f6lkerung noch ziemlich unbekannt und sogar in der \u00c4rzteschaft mit grosser Skepsis angesehen, war die Orthop\u00e4die sicher kein einfaches Gebiet f\u00fcr eine medizinische Karriere in der damaligen Zeit. Da es jedoch durchaus &#8222;orthop\u00e4dische&#8220; Probleme in der damaligen Zeit gab, aber keine anderen Institutionen, die Behandlungen daf\u00fcr anboten, war auf jeden Fall eine Nachfrage in der Bev\u00f6lkerung vorhanden. So nannten Schulthess und L\u00fcning ihre Einrichtung auch &#8222;das orthop\u00e4dische Institut&#8220;, da sie zur damaligen Zeit die einzige solche orthop\u00e4dische Einrichtung in Z\u00fcrich waren.<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorgeschichte &#8211; <strong>Die Zeit an der L\u00f6wenstrasse 16<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt gr\u00fcndeten Schulthess und L\u00fcning ihr Orthop\u00e4disches Institut an der L\u00f6wenstrasse 16, 8001 Z\u00fcrich. Ein Geb\u00e4ude mit einem gro\u00dfen Gymnastiksaal f\u00fcr die verschiedensten Apparaturen, ansonsten jedoch eher engen R\u00e4umen (siehe Abb. 2). Ausserdem besassen sie einen zus\u00e4tzlichen Anbau, wo auch Operationen durchgef\u00fchrt werden konnten. Zudem gab es eine Pension f\u00fcr bis zu sechzehn Personen im Orthop\u00e4dischen Institut.<sup>1<\/sup> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"802\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Loewenstrasse-16-802x1024.png\" alt=\"\n\" class=\"wp-image-2194\" style=\"aspect-ratio:0.783203125;width:641px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Loewenstrasse-16-802x1024.png 802w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Loewenstrasse-16-235x300.png 235w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Loewenstrasse-16-768x981.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Loewenstrasse-16.png 1046w\" sizes=\"auto, (max-width: 802px) 100vw, 802px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: L\u00f6wenstrasse 16, 8001 Z\u00fcrich, &#8222;heute&#8220; (2007)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Anf\u00e4ngliche Behandlungsmethoden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Zur Zeit von Schulthess und L\u00fcning gab es noch keine universit\u00e4ren orthop\u00e4dischen Lehrst\u00e4tten und so mussten die beiden Gr\u00fcnder des Orthop\u00e4dischen Instituts sich alle orthop\u00e4dischen F\u00e4higkeiten selbst beibringen und durch eigenes Erforschen und genaues Dokumentieren Erkl\u00e4rungen und neue Therapieans\u00e4tze in der Orthop\u00e4die herausfinden. Die anf\u00e4nglichen Behandlungen bezogen sich auf s\u00e4mtliche Deformationen des Knochenger\u00fcsts, doch mit der Zeit begannen vor allem die Skoliosen (R\u00fcckgratverkr\u00fcmmungen) in ihren Behandlungen zu \u00fcberwiegen. Da das R\u00f6ntgen erst 1895 erfunden wurde, mussten sich die beiden Gr\u00fcnder die Krankheitsbilder rein aus der \u00e4usserlichen Wahrnehmung erkl\u00e4ren. Mittels verschiedener Messungen- und Zeichnungsapparaten konnten sie die R\u00fcckgratskr\u00fcmmungen genauestens und auch regelm\u00e4ssig dokumentieren und sich so ein Erfahrungsgut ansammeln, das auch zuverl\u00e4ssige wissenschaftliche Auswertungen erlaubt. F\u00fcr ihre Messungen der R\u00fcckgratsverkr\u00fcmmung benutzten sie verschiedenste Mess- und Zeichnungsapparate, um sich ein Bild vom Ausmass und Verlauf der Erkrankung machen zu k\u00f6nnen.<sup>1<\/sup> <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Tag als &#8222;Skoliose-Patient&#8220; im Orthop\u00e4dischen Institut<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In der damaligen Zeit waren viele Laien, aber auch \u00c4rzte der Meinung, Skoliosen w\u00fcrden sich von alleine auswachsen und br\u00e4uchten damit keine Therapie. L\u00fcning und Schulthess hielten jedoch an ihrem Ansatz, eine Skoliose k\u00f6nne und m\u00fcsse therapiert werden, fest und gerade auch Schulthess als P\u00e4diater vertiefte sich mehr und mehr in die Pathologie und Therapie der R\u00fcckgratsverkr\u00fcmmungen ihrer meist sehr jungen Patienten. <br>Eine instituts\u00fcbliche Skoliosebehandlung sah in den ersten Jahren wie folgt aus:<br>Die Kinder mussten am Morgen und am Nachmittag f\u00fcr mindestens zwei Stunden in die &#8222;Anstalt&#8220; (= das Orthop\u00e4dische Institut), wo sowohl aktive \u00dcbungen als auch passive Massnahmen wie beispielsweise Massagen auf dem Tagesplan standen. Verordnete Ruhezeiten auf schiefer Ebene oder auf einem Lagerungsapparat kamen auch noch dazu. Die Kinder machten viele Spazierg\u00e4nge, badeten oft im See und hatten somit viel Bewegung in der Natur. W\u00e4hrend ihrer Behandlung wurde viel Wert auf eine kr\u00e4ftige Ern\u00e4hrung, fr\u00fche Bettruhe mit m\u00f6glichst flacher Unterlage und auf Vermeidung von sitzenden T\u00e4tigkeiten (ausserhalb des Schulunterrichts) gelegt. Eine Behandlung im Orthop\u00e4dischen Institut war jedoch nicht nur die medizinische Therapie einer Krankeit, sondern beinhaltete auch Betreuung, Erziehung, Schulung und teils sogar berufliche Ausbildungen einiger Patienten. <br>Eine solche Therapie dauerte von sechs Wochen bis zu drei Monaten und wurde bei g\u00fcnstigem Verlauf gemildert. Zudem konnten die Kinder gewisse \u00dcbungen und andere Therapieans\u00e4tze auch gut zu Hause ambulant durchf\u00fchren. Mit diesen anf\u00e4nglichen Therapieans\u00e4tzen konnten Schulthess und L\u00fcning laut eigene Angaben Besserungsquoten von beinahe 70% erreichen. Mit der Zeit kamen immer mehr Apparate, oft von Schulthess selbst entwickelt, zur Behandlung der R\u00fcckgratverkr\u00fcmmungen hinzu. Die Kombination aus den neuen Apparaten und dem vermehrten Tragen von Korsetten trieb ihre Besserungsquote auf \u00fcber 90% in die H\u00f6he! Doch einen Nachteil haben all die neuen und hilfreichen Apparate: Sie brauchen jede Menge Platz, das enge Haus in der L\u00f6wenstrasse reicht l\u00e4ngst nicht mehr aus!<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umzug in die Neum\u00fcnsterallee 3<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>1896 ist das Geb\u00e4ude an der L\u00f6wenstrasse 16 endg\u00fcltig zu eng f\u00fcr das Orthop\u00e4dische Institut und all seine Apparate. Schulthess und L\u00fcning ziehen mit ihrem Institut an die Neum\u00fcnsterallee 3 in Z\u00fcrich um (siehe Abb. 3). Das neue Geb\u00e4ude liegt an m\u00f6glichst ruhiger und sonniger Lage etwas ausserhalb der l\u00e4rmigen und stickigen Stadt und ist trotzdem nicht allzu weit entfernt vom Kantons- und Kinderspital. Die Lage scheint perfekt zu sein!<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1008\" height=\"712\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Neumuensterallee.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2195\" style=\"width:627px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Neumuensterallee.png 1008w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Neumuensterallee-300x212.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Neumuensterallee-768x542.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1008px) 100vw, 1008px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Neum\u00fcnsterallee, 1901<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erfolgszeit an der Neum\u00fcnsterallee<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In der Nachbarschaft rund um das neue Haus gibt es einen grossen Garten und einen Kinderspielplatz, was die gesunde Bewegung der Kinder und somit auch ihr Genesung f\u00f6rdern soll. <br>Im Geb\u00e4ude selbst befinden sich ein Konsultation- und Messungszimmer f\u00fcr die Therapiebesprechung und Vermessung der Patienten, sowie ein grosser Turnsaal f\u00fcr freie und Ger\u00e4tegymnastik, als auch ein grosser Raum f\u00fcr die maschinelle Orthop\u00e4die mit zahlreichen \u00dcbungsapparaten, ein Operationszimmer, ein Massageraum und ein Kranken- und Wartezimmer im Erdgeschoss. Ein ziemlich grosses Haus! Im ersten Stockwerk hat das Orthop\u00e4dische Institut zudem noch einige Wohnungen f\u00fcr interne Patienten. Die restlichen Stockwerke dar\u00fcber dienen als Wohnraum f\u00fcr Angestellte und die Familie Schulthess selbst und im Keller befanden sich Wirtschaftsr\u00e4ume und ein photographisches Atelier. Eine so grosse Klinik ben\u00f6tigt dementsprechend auch Personal: So arbeiteten zu dieser Zeit eine Hausdame, drei Gehilfinnen f\u00fcr die Apparate im Turnsaal, eine Krankenpflegerin und eine Masseuse im damaligen Orthop\u00e4dischen Institut (siehe Abb. 1). <br>Das Orthop\u00e4dische Institut ist nicht nur in seiner Gr\u00f6sse, sondern auch in seinem Ansehen gewachsen: Trotz anf\u00e4nglicher Schwierigkeiten und viel Skepsis hat das Orthop\u00e4dische Institut mittlerweile auch ausserhalb von Z\u00fcrich einen guten Ruf und empf\u00e4ngt auch immer einmal wieder verschiedenste Orthop\u00e4den, Chirurgen und sogar Besuch aus dem Ausland!<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1010\" height=\"692\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2271\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt.png 1010w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt-300x206.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt-768x526.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1010px) 100vw, 1010px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Orthop\u00e4disches Institut, Neum\u00fcnsterallee 3, 8008 Z\u00fcrich, 1896<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Monatliche Therapiekosten f\u00fcr einen Patienten des Orthop\u00e4dischen Instituts<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Therapiekosten f\u00fcr Patienten unterschieden sich abh\u00e4ngig von der Therapiedauer pro Tag: So spannten sich die Preise von monatlich dreissig Franken f\u00fcr eine Therapiestunde pro Tag bis zu sechzig Franken monatlich f\u00fcr vier Therapiestunden t\u00e4glich auf. Preiserm\u00e4ssigungen gab es auch schon damals aufgrund bescheidener Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse oder durch die Empfehlung einer Vertrauensperson. <br>Rechnet man die Therapiepreise in heutige Verh\u00e4ltnisse um, so befinden sich die Kosten im Bereich von 320 bis zu 650 Franken monatlich, was im Durchschnitt circa vier Franken pro Stunde macht. Ein echtes Schn\u00e4ppchen!<sup>1,3<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Photographische Eindr\u00fccke vom therapeutischen Geschehen an der Neum\u00fcnsterallee 3<\/strong> <br><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" data-id=\"2275\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/unbenannt-1-1-1024x745.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2275\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/unbenannt-1-1-1024x745.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/unbenannt-1-1-300x218.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/unbenannt-1-1-768x559.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/unbenannt-1-1-1536x1118.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/unbenannt-1-1.png 1604w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 4: Gymnastiksaal, Neum\u00fcnsterallee 3, 1958<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"745\" data-id=\"2274\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt2-1024x745.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2274\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt2-1024x745.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt2-300x218.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt2-768x559.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt2-1536x1118.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/Unbenannt2.png 1604w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 5: Schwimmbecken, Neum\u00fcnsterallee 3, 1958<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tod des Gr\u00fcnders<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>1917 stirbt Wilhelm Schulthess w\u00e4hrend einer Institutssprechstunde durch einen pl\u00f6tzlichen Herzschlag. Sein Kollege und Mitbegr\u00fcnder des Orthop\u00e4dischen Instituts, August L\u00fcning, widmet sich nun vollkommen dem Institut und erh\u00e4lt dabei die Unterst\u00fctzung von Eugen Hallauer, Schwiegersohn von Wilhelm Schulthess. Nachdem dann auch noch L\u00fcning zur\u00fccktritt, leitet Hallauer das Institut weiter, wobei noch einige Schwierigkeiten wie beispielsweise der Krieg und die Nachkriegszeit auf ihn warten. W\u00e4hrend seiner Leitung erlebt die Orthop\u00e4die einen regelrechten Umbruch, doch Hallauer bleibt eher konservativ und h\u00e4lt an den Therapieans\u00e4tzen von Schulthess fest. 1944 wird zudem ganz in der N\u00e4he an der Neum\u00fcnsterallee 10 ein Heim f\u00fcr orthop\u00e4dische Pflegerinnen in Ausbildung gegr\u00fcndet.<sup>1<\/sup> <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachgeschichte &#8211; <strong>Die heutige Schulthess Klinik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mittlerweile befindet sich die heutige &#8222;Schulthess Klinik&#8220; an der Lengghalde 2, 8008 Z\u00fcrich, ganz in der N\u00e4he der Universit\u00e4tsklinik Balgrist, welche ebenfalls auf Orthop\u00e4die spezialisiert ist. Heutzutage werden verschiedenste Behandlungen in der Schulthess Klinik angeboten, die sich \u00fcber Fachgebiete von Sportmedizin \u00fcber Handchirurgie und vieles mehr erstrecken. Kaum zu glauben, dass diese Klinik einst mit Wilhelm Schulthess und seinen ersten Behandlungen der Skoliose begonnen hat! <br>Aus dem ehemaligen Geb\u00e4ude der Schulthess Klinik (damals noch &#8222;Orthop\u00e4disches Institut&#8220;) in der Neum\u00fcnsterallee 3 ist mittlerweile eine psychiatrische Klinik f\u00fcr Jugendliche geworden (siehe Abb. 6). Auch wenn das Fachgebiet sich in diesem Geb\u00e4ude ge\u00e4ndert hat, so sind es immer noch Kinder, die hier behandelt werden und wer ganz genau hinschaut, sieht noch einige \u00c4hnlichkeiten zwischen dem heutigen Geb\u00e4ude und dem damaligen Orthop\u00e4dischen Institut. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/IMG_6500-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2277\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/IMG_6500-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/IMG_6500-225x300.jpeg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/IMG_6500-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/IMG_6500-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/files\/2023\/11\/IMG_6500-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 6: Neum\u00fcnsterallee 3, &#8222;heute&#8220; (2023)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group is-content-justification-left is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-f56a869c wp-block-group-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-table is-style-stripes\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><strong>Kurz und knapp &#8211; ein zeitlicher \u00dcberblick:<\/strong><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>Aufkl\u00e4rung<\/td><td>Erste Grundgedanken der Orthop\u00e4die wie beispielsweise die gesunde Bewegung der Kinder kommen auf.<\/td><\/tr><tr><td>18. Jahrhundert<\/td><td>Der Begriff &#8222;Orthop\u00e4die&#8220; findet hier seinen Ursprung. <\/td><\/tr><tr><td>fr\u00fches 19. Jahrhundert<\/td><td>Die Orthop\u00e4die als neues Fachgebiet gelangt nun auch nach Z\u00fcrich. <\/td><\/tr><tr><td>1855<\/td><td>Wilhelm Schulthess wird im Kanton Aargau geboren. <\/td><\/tr><tr><td>1883<\/td><td>Wilhelm Schulthess gr\u00fcndet zusammen mit August L\u00fcning das Orthop\u00e4dische Institut an der L\u00f6wenstrasse 16, 8001 Z\u00fcrich. <\/td><\/tr><tr><td>1896<\/td><td>Das Orthop\u00e4dische Institut zieht um und ist nun neu an der Neum\u00fcnsterallee 3, 8008 Z\u00fcrich, zu finden.<\/td><\/tr><tr><td>1917<\/td><td>Wilhelm Schulthess stirbt an einem pl\u00f6tzlichen Herzschlag. <\/td><\/tr><tr><td>heute (2023)<\/td><td>Die Wilhelm Schulthess Klinik als moderne Klinik f\u00fcr Orthop\u00e4die in der N\u00e4he der Universit\u00e4tsklinik Balgrist. Das alte Geb\u00e4ude der Schulthess Klinik in der Neum\u00fcnsterallee ist nun eine Psychiatrie f\u00fcr Jugendliche.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Bildquellen<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Abb. 1: Orthop\u00e4disches Institut, Neum\u00fcnsterallee 3, 8008 Z\u00fcrich, 1896, FotographIn unbekannt. BAZ_095603<br>Abb. 2: L\u00f6wenstrasse 16, 8001 Z\u00fcrich, &#8222;heute&#8220; (2007), F\u00e4ssler und Partner Architekturb\u00fcro<br>Abb. 3: Neum\u00fcnsterallee, 1901, FotographIn unbekannt<br>Abb. 4: Gymnastiksaal, Neum\u00fcnsterallee 3, 1958, Wolf-Bender&#8217;s Erben<br>Abb. 5: Schwimmbecken, Neum\u00fcnsterallee 3, 1958, Wolf-Bender&#8217;s Erben<br>Abb. 6: Neum\u00fcnsterallee 3, &#8222;heute&#8220; (2023), Larissa Hagmann<br><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h6>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><sup>1<\/sup> Beat R\u00fcttimann, &#8222;Wilhelm Schulthess (1855-1917) und die Schweizer Orthop\u00e4die seiner Zeit&#8220;, Schulthess Polygraphischer Verlag Z\u00fcrich, 1983<br><sup>2<\/sup> Schweizerische \u00c4rztezeitung, Stefanie Hostettler; Esther Kraft, &#8222;FMH-\u00c4rztestatistik 2019 &#8211; hohe Abh\u00e4ngigkeit vom Ausland&#8220;, SWISS HEALTH WEB BETA, 2020<br><sup>3<\/sup> Max L\u00fcscher-Marty, &#8222;Teuerung in der Schweiz seit 1910&#8220;, Raiffeisen<br><sup>4<\/sup> OxfordLanguages<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1896 gelangt das Orthop\u00e4dische Institut in die Neum\u00fcnsterallee 3 in Z\u00fcrich: Ein ger\u00e4umiges Haus, das heute immer noch steht, ein P\u00e4diater und ein Chirurg, die sich aus ihren Fachgebieten herauswagen und die Orthop\u00e4die, die in Z\u00fcrich Fuss fassen wird&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":881,"featured_media":2195,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[120,7,72,56,102,10,17,34],"tags":[103],"class_list":{"0":"post-2186","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-19-jahrhundert","8":"category-20-jahrhundert","9":"category-chirurgisches","10":"category-krankheiten-im-kindesalter","11":"category-orthopaedie","12":"category-person","13":"category-spital","14":"category-stadtkreis-8","15":"tag-wilhelm-schulthess","16":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/881"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2186"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2591,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2186\/revisions\/2591"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medizingeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}