{"id":846,"date":"2022-07-01T07:00:00","date_gmt":"2022-07-01T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/?p=846"},"modified":"2023-08-24T16:27:30","modified_gmt":"2023-08-24T14:27:30","slug":"made-in-oberammergau-materialitaet-und-repraesentation-der-oberammergauer-passions-souvenirs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/2022\/07\/01\/made-in-oberammergau-materialitaet-und-repraesentation-der-oberammergauer-passions-souvenirs\/","title":{"rendered":"\u203aMade in Oberammergau\u2039 \u2013 Materialit\u00e4t und Repr\u00e4sentation der Oberammergauer Passions-Souvenirs"},"content":{"rendered":"\n<p><em>The souvenir distinguishes experiences. We do not need or desire souvenirs of events that are repeatable. Rather we need or desire souvenirs of events that are reportable, events whose materiality has escaped us, events that thereby exist only through the invention of narrative. (Stewart 1984: 135)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Oberammergauer Passionsspiele sind ein weltber\u00fchmtes Ereignis, das nur alle zehn Jahre und nur in Oberammergau erlebt werden kann. Dementsprechend besteht bei den Besuchern seit langem eine Nachfrage nach Erinnerungsst\u00fccken und Zeugnissen, die das Erlebnis materialisieren und mitnehmbar machen. Die Passionsspiele werden jedoch bis heute als nicht-gewinnorientierte Erf\u00fcllung eines religi\u00f6sen Gel\u00fcbdes inszeniert. Dementsprechend wurden Versuche, aus dieser Tradition Kapital zu schlagen, zum Beispiel durch den massenhaften Verkauf von Souvenirs, sowohl von den BesucherInnen als auch von den Mitwirkenden selbst stets kritisch gesehen. F\u00fcr viele sind die Passionsspiele eine ernste, ja heilige Angelegenheit, die auf keinen Fall mit materiellem Kitsch und \u00f6konomischen Gewinnstreben in Verbindung gebracht werden sollte. Den kritischen Stimmen zum Trotz floriert im Passionsdorf jedoch das Souvenirgesch\u00e4ft. Stevenson (2011: 304f.) bezeichnet in ihrem Bericht \u00fcber die Spiele 2010 die Menge an Souvenirl\u00e4den und Andenken in Oberammergau als erdr\u00fcckend und kritisiert, dass die \u203aAuthentizit\u00e4t\u2039 der einzelnen St\u00fccke in der Masse verloren gehe.<\/p>\n\n\n\n<p>In Stevensons Kritik \u00fcberschatten die massenproduzierten Waren die \u203aauthentischeren\u2039 Arten von Souvenirs und werten diese ab. Damit benennt sie ein Problem, vor dem Oberammergau alle zehn Jahre steht: Es gilt, die Bed\u00fcrfnisse eines Massenpublikums zu befriedigen, ohne in den Ruf zu geraten, das Passionsspiel zu sehr zu \u00f6konomisieren. Oberammergau hat schon lange damit zu k\u00e4mpfen, dass der \u00f6rtliche Handel die Passionsspiele als willkommenen Absatzmarkt f\u00fcr alle m\u00f6glichen Waren nutzt. Bereits im Passionsjahr 1870 war die amerikanische K\u00fcnstlerin Eliza Greatorex von den vielen fliegenden Souvenirh\u00e4ndlerInnen beeindruckt, wie sie sp\u00e4ter in ihrem Bericht festhielt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>There are sellers of all sorts of wares, holy toys from the Tyrol, the Madonna and Child most numerous, wax saints in glass cases, and photographs. There are pilgrims from Jerusalem, selling beads of holy wood, and crosses of mother-of-pearl, formed of twelve oblong tablets, and in the centre of each a stone, to represent the twelve stations of Christ\u2019s sufferings. They can speak only a few words in French, so they trade by writing figures on a slate. Holy pictures and charms of every kind are to be seen; and eatables there are, too, of various sorts, \u2013<\/em> <em>cakes, cheese, ham, bread and beer.<\/em> (Greatorex 2000 [1872]: 34)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/RandomSouvenirs2022.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-847\" style=\"width:291px;height:388px\" width=\"291\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/RandomSouvenirs2022.jpg 581w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/RandomSouvenirs2022-225x300.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/RandomSouvenirs2022-412x550.jpg 412w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/RandomSouvenirs2022-375x500.jpg 375w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Oberammergauer Souvenirladen mit mannigfaltigem Angebot<br>(Foto: C. Molter)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Vor Ort fallen heute vor allem die vielen Schnitzl\u00e4den ins Auge, deren Auslagen von religi\u00f6ser Ikonographie dominiert sind. Au\u00dfer den Schnitzereien gibt es in Oberammergau eine Reihe klassischer Souvenirl\u00e4den, die von Kuckucksuhren \u00fcber Plastikspielzeug, Kunstdrucke, Bierkr\u00fcge bis hin zu bayerischen Trachten alles anbieten. Zur Passionszeit kommen, wie schon im 19. Jahrhundert, fliegende H\u00e4ndlerInnen, um ihre Waren auf der Stra\u00dfe zu verkaufen, und daneben handeln und tauschen auch die am Spiel Mitwirkenden, die lokalen Kunstschaffenden und Wirtsleute untereinander Erinnerungsst\u00fccke. <br>Was Oberammergau grundlegend von anderen religi\u00f6sen oder sakralen Tourismusorten unterscheidet, ist der besondere Zeitrhythmus der zehnj\u00e4hrlichen Spielzeit. W\u00e4hrend dieser Zeit, von Mai bis Oktober, kommen t\u00e4glich bis zu 5000 Menschen in den Ort, um die Passion mitzuerleben und Souvenirs zu kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Beitrag m\u00f6chte ich zeigen, wie Oberammergau 2020\/22 in diesem Spannungsfeld agiert, und welche Netzwerke und sozialen Verflechtungen die Produktion und Distribution der Oberammergauer Souvenirs regeln. Ich beginne mit dem bekanntesten Souvenir aus dem Ort, den Holzschnitzereien der \u203aHerrgottschnitzerInnen\u2039, und gehe dann \u00fcber zu den offiziellen Passions-Souvenirs, deren Produktion von der Gemeinde in Auftrag gegeben wird (analog zur Bezeichnung von Werbeartikeln f\u00fcr Musikveranstaltungen verwenden die Produzenten daf\u00fcr den Begriff \u203aMerchandise\u2039, den ich im Folgenden entsprechend \u00fcbernehme) . Im dritten Beispiel geht es um den Passionskrug, eine B\u00fchnenrequisite, in die die live-Performance eingeschrieben wird und die als Souvenir von einem eigenen Kosmos bestehend aus Ritualen und Erz\u00e4hlungen umgeben ist. <br>Neben Archivmaterial und Medienberichten bilden pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit den Protagonisten aus dem Zeitraum zwischen 2018 und 2021 die wichtigste Quelle f\u00fcr Informationen in diesem Text. Zudem handelt es sich lediglich um einen Ausschnitt des komplexen und permanent im Wandel befindlichen Souvenirmarktes in Oberammergau<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Schnitzkunst<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Schnitzerhandwerk wird im Dorf seit Jahrhunderten gepflegt. Bereits 1508, mehr als 100 Jahre vor der ersten nachgewiesenen bzw. bekannt gewordenen Passionsauff\u00fchrung, wurde die Oberammergauer Holzschnitzerei in einem Reisebericht des Florentiners Francesco Vettori erw\u00e4hnt (Altenbockum 2010: 70). Der Begriff \u203aHerrgottschnitzer\u2039, damals noch \u203aHerrgottschneider\u2039, ist im Jahr 1786 belegt (ebd.: 72), da die Schnitzenden neben Hausschmuck und Spielzeug vor allem Kruzifixe herstellten. Viele der ber\u00fchmten PassionsdarstellerInnen waren auch HolzschnitzerInnen. Die Traditionen der Holzschnitzerei und der Passionsspiele sind seit Jahrhunderten eng miteinander verwoben und funktionieren wechselseitig als Werbema\u00dfnahmen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die USA-Reise einer Reihe von damals ber\u00fchmten Oberammergauer Passionsspielern 1923\/24 (vgl. Spear 2011).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-848\" style=\"width:512px;height:384px\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster-300x225.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster-768x576.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster-465x349.jpg 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster-666x500.jpg 666w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/SchnitzladenSchaufenster.jpg 1033w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schaufenster eines Schnitzladens in Oberammergau. (Foto: C. Molter)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Pirzer (2017) hat sich in ihrer Masterarbeit mit der USA-Reise der Oberammergauer auseinandergesetzt; sie versteht die Verbindung von Schnitzerei und Passion als Arbeit am Mythos Oberammergau: Anders als die Passion, deren Einzigartigkeit an Ort und Einwohner gebunden ist und deren Export als Verrat am Gel\u00fcbde gesehen w\u00fcrde, kann die Schnitzerei als eigenst\u00e4ndiges Gewerbe problemlos im Ausland vermarktet werden. Sie bot den Oberammergauern sozusagen ein Hintert\u00fcrchen, um f\u00fcr ihr Passionsspiel zu werben, ohne es aufzuf\u00fchren und damit aus ihrer Sicht zu entweihen. Dem amerikanischen Publikum wiederum war die Schnitzerei nicht genug: In den Schauwerkst\u00e4tten mussten die Oberammergauer zus\u00e4tzlich sich selbst und ihren Ruf als archaische Dorfgemeinschaft inszenieren (vgl. Pirzer 2017: 24f.). Durch den Ruhm der Passionsspiele wurden die Schnitzereien mit einem zus\u00e4tzlichen imaginativen Wert aufgeladen, wenn sie von den Dorfbewohnern, also implizit von Passionsspielern hergestellt worden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verkn\u00fcpfung der beiden Wirtschaftszweige Passion und Schnitzhandwerk erm\u00f6glichte der Gemeinde eine besondere Flexibilit\u00e4t in Notsituationen, in denen jeweils eine Branche das \u00dcberleben der anderen sichern konnte. Als beispielsweise das Schnitzgewerbe nach dem Zweiten Weltkrieg gro\u00dfe Absatzprobleme hatte, beschloss das Passionskomitee, zur Spielzeit 1950 h\u00f6lzerne Festabzeichen in das offizielle Passionssouvenir-Sortiment aufzunehmen (Protokoll Passionskomitee, 25.7.1949 [Gemeindearchiv Oberammergau]).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Festabzeichen, das die SchnitzerInnen im Auftrag der Gemeinde herstellten und das durch diese vertrieben wurde, konnte ihnen ein sicheres Grundeinkommen erm\u00f6glicht werden. Durch die dadurch hervorgebrachte Besch\u00e4ftigung der SchnitzerInnen erwartete man eine Steigerung ihrer Spielfreude Die Schnitzerhilfe wird nicht als rein wirtschaftliche Unterst\u00fctzung oder Bewahrung einer Tradition verhandelt, sondern direkt mit der Qualit\u00e4t des Passionsspiels in Verbindung gebracht. Es besteht die Sorge vor einem Moralverlust der arbeitslosen SchnitzerInnen und der Abwanderung von Arbeitskr\u00e4ften, die gleichzeitig als Passionsspieler ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Aufsteller2022-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-851\" style=\"width:291px;height:388px\" width=\"291\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Aufsteller2022-2.jpg 581w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Aufsteller2022-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Aufsteller2022-2-412x550.jpg 412w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Aufsteller2022-2-375x500.jpg 375w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Verschiedene kleinere Souvenirs der Spielzeit 2020\/22. (Foto: C. Molter)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Im Jahr 2020\/22 gibt es kein einheitliches h\u00f6lzernes Passionsabzeichen oder geschnitztes Markenzeichen \u2013 die Holzschnitzer setzen vielmehr auf Individualit\u00e4t und Abgrenzung zueinander. Dabei haben sie aber mit neuen Problemen zu k\u00e4mpfen. Aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels und der gro\u00dfen Nachfrage nach Handwerksleuten sind die Stundenpreise der Branche derzeit so hoch wie nie. Das verteuert dementsprechend die handgefertigten Schnitzereien und zwingt die HolzschnitzerInnen wieder dazu, auf vorgefertigte, schnell produzierte Ware zur\u00fcckzugreifen. Neben Auftragsarbeiten und dem Verkauf an Kunstliebhabende bieten die vorgefr\u00e4sten St\u00fccke f\u00fcr Tourismus und Schnitzhandwerk eine Kompromissl\u00f6sung: Sie sind schnell produziert, aber die SchnitzerInnen haben noch eine pers\u00f6nliche Hand am St\u00fcck, um die Details zu verfeinern. Das Souvenir ist damit immer noch von einem Bewohner Oberammergaus, und m\u00f6glicherweise sogar von einem Passionsspieler oder einer Passionsspielerin hergestellt worden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Bildband<\/h4>\n\n\n\n<p>Obwohl die Oberammergauer Schnitzkunst und die Passionsspiele voneinander profitieren, handelt es sich dennoch um zwei eigenst\u00e4ndig gewachsene Wirtschaftsstrukturen, deren Beteiligte sich nur bei Bedarf in den Dienst des jeweils anderen stellen. W\u00e4hrend die Schnitzkunst st\u00e4ndig verf\u00fcgbar und meist zeitlos ist, produzieren die OrganisatorInnen der Passionsspiele f\u00fcr jede Saison eigene Erinnerungsst\u00fccke. Bei diesen von der Gemeinde offiziell in Auftrag gegebenen und vermarkteten Souvenirs handelt es sich seit Ende des 19. Jahrhunderts vor allem um Fotografien des Ensembles und Fotoprodukte wie Postkarten oder Bildb\u00e4nde. Die \u00e4lteste erhaltene Fotografie der Passionsspiele stammt aus dem Jahr 1850 und zeigt den damaligen Christusdarsteller Tobias Flunger in Kost\u00fcm und Pose.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rechte f\u00fcr die Herstellung und den Vertrieb von Fotoprodukten wurden von der Gemeinde an wenige Unternehmen vergeben und deren Verwendung wurde (und wird) streng kontrolliert. Noch 1990 wurde z.B. dem ber\u00fchmten Modefotografen Helmut Newton untersagt, das Ensemble im Kost\u00fcm vor dem Passionstheater zu fotografieren (Hassenkamp 1990).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bildband ist das wichtigste Erinnerungsst\u00fcck an die jeweilige Passion, nicht nur f\u00fcr das Publikum, sondern auch f\u00fcr die SpielerInnen selbst. Viele sammeln darin zudem unter den jeweiligen Fotos die Unterschriften des Ensembles sowie pers\u00f6nliche Widmungen. Damit werden die Bildb\u00e4nde zu Einzelst\u00fccken, die mit pers\u00f6nlichem Erinnerungswert aufgeladen sind und, \u00e4hnlich wie die Schnitzwaren, die Zeichen der pers\u00f6nlichen Ber\u00fchrung durch OberammergauerInnen in sich tragen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das offizielle Passions-Merchandise 2020\/22<\/h4>\n\n\n\n<p>Neben den grafischen Produkten wurde bis zur Passion 2010 nur eine kleine Produktpalette an Merchandise-Artikeln mit dem Schriftzug \u203aPassionsspiele Oberammergau\u2039 offiziell von der Gemeinde vertrieben (T-Shirts, Schl\u00fcsselanh\u00e4nger etc.). F\u00fcr 2020 sollte sich das erstmals \u00e4ndern: Die beiden Oberammergauer Unternehmer Andreas Aurhammer und Thomas Delago, die eigentlich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Nitro Snowboards Entwicklungs GmbH sind und Snowboard-Ausr\u00fcstung und -Bekleidung produzieren, hatten sich auf die Ausschreibung der Gemeinde f\u00fcr den Vertrieb der Passionsartikel mit einem neuen Konzept beworben, das auf kreative Designs und eine \u00fcberwiegend lokale, nachhaltige Produktion setzt. Sowohl Aurhammer als auch Delago leben und arbeiten h\u00e4ufig im Ausland, sind jedoch seit Generationen in Oberammergau verwurzelt. Sie haben bei mehreren Passionsspielen in kleinen Rollen und oft auch hinter den Kulissen mitgewirkt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"319\" height=\"173\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Bild1-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-854\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Bild1-2.png 319w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Bild1-2-300x163.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">T-Shirt mit Passionstheater-Motiv. (Online-Shop der Oberammergauer Passionsspiele: https:\/\/shop.passionsspiele-oberammergau.de\/produkt\/herren-t-shirt-buehne\/)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Lange bevor die Waren f\u00fcr 2020 in Auftrag gegeben wurden, hatte das Leitungsteam des Passionsspiels bereits das Motiv festgelegt, mit dem auf Postern und im Internet f\u00fcr die Passionsspiele geworben wurde: Ein geschnitzter gekreuzigter Jesus. Die Spielleitung h\u00e4tte dieses offizielle Motiv gerne auch f\u00fcr das Merchandise verwendet. Doch dem Nitro-Designerteam war der gekreuzigte Jesus als Aufdruck auf einem T-Shirt zu plakativ religi\u00f6s. Stattdessen fragten sie sich: <em>Was ist der Eiffelturm von Oberammergau?<\/em> Sie kamen schnell auf das Passionstheater und entschieden sich daf\u00fcr, den Blick vom Zuschauerraum auf die B\u00fchne zu skizzieren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"319\" height=\"180\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Bild2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-855\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Bild2.png 319w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Bild2-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">T-Shirt mit historischen Passionsbildern. (Online-Shop der Oberammergauer Passionsspiele: https:\/\/shop.passionsspiele-oberammergau.de\/produkt\/herren-t-shirt-1634\/)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ein weiteres T-Shirt-Design aus dem Sortiment von Delago und Aurhammer zeigt auf der Brust einen Block mit vier Bildausschnitten vergangener Passionen: Einen Hohepriester mit der ikonischen H\u00f6rnerkappe aus dem Jahr 1922, den \u00e4ltesten erhaltenen Passionstext aus dem Jahr 1662, Jesus am Kreuz aus dem Passionsjahr 2010 und das \u00e4lteste Foto eines Darstellers aus dem Jahr 1850 (den oben erw\u00e4hnten Tobias Flunger als Jesus), darunter steht in kleinen Buchstaben der Schriftzug \u203a2020 Passionsspiele Oberammergau\u2039.<\/p>\n\n\n\n<p>Delago und Aurhammer zufolge wurde diese Designidee von Tour-T-Shirts von Musikbands inspiriert. Entsprechend sind auf der R\u00fcckseite die Auff\u00fchrungsjahre aller bisherigen Passionsspiele aufgelistet. Das Shirt stilisiert die Passion zum Event bzw. zum reinen B\u00fchnehnschauspiel. Es kommuniziert die Teilnahme an einem einzigartigen und erinnerungsw\u00fcrdigen Ereignis und zugleich die lange Tradition dahinter, so wird optisch eine Gemeinschaft des Publikums \u00fcber die Jahrhunderte hinweg suggeriert. Als Zugest\u00e4ndnis an die Nachfrage nach christlicher Ikonografie wurden auch Jesus-T-Shirts gedruckt. Diese zeigen jedoch lediglich einen stilisierten Holzschnitt in dunkelgrau auf schwarzem Stoff.<\/p>\n\n\n\n<p>Das T-Shirt Sortiment von 2020\/22 zeigt, dass die Produzenten die Shirts nicht nur als Werbefl\u00e4che nutzen, sondern sich dessen bewusst sind, wie Identit\u00e4t \u00fcber Kleidung kommuniziert wird. Auff\u00e4llig ist dabei, dass das Designteam auf der Suche nach einem ikonischen Bild, das sich mit der Erinnerung des Publikumsverbindet und ihnen eine Identifikationsm\u00f6glichkeit bietet, nicht auf den gekreuzigten Jesus, und damit den religi\u00f6sen Impetus zur\u00fcckzugreifen, sondern das theatrale Erlebnis in den Vordergrund stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie das Schnitzhandwerk ist auch die Produktion offizieller Passionssouvenirs ein Gesch\u00e4ftszweig, der flexibel auf die Nachfrage der BesucherInnen reagiert. Die in gro\u00dfer Zahl produzierten Souvenirs erm\u00f6glichen es, die Erinnerung an den Ort und das Ensemble in materieller Form mit nach Hause zu nehmen und sich damit als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen, einer Erlebnisgemeinschaft zu begreifen. Zuletzt m\u00f6chte ich ein Passionssouvenir vorstellen, das f\u00fcr Oberammergau einzigartig ist und sich nicht an die Masse der Touristenrichtet. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Tradition, die zum Souvenir wurde.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Passionskr\u00fcge<\/h4>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Passionskrug.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-856\" style=\"width:291px;height:388px\" width=\"291\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Passionskrug.jpg 581w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Passionskrug-225x300.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Passionskrug-412x550.jpg 412w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2022\/06\/Passionskrug-375x500.jpg 375w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Passionskrug von 1990. (Foto: C. Molter)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In fast allen Unterk\u00fcnften in Oberammergau sowie in vielen Restaurants und auch Privath\u00e4usern findet man gro\u00dfe Tonkr\u00fcge, auf denen in schwarzer Schrift \u203aPassionsspiele\u2039 und das jeweilige Auff\u00fchrungsjahr geschrieben steht. Desweiteren sind die Kr\u00fcge von DarstellerInnen, insbesondere den HauptdarstellerInnen des Passionsspiels signiert. Wenn man die Oberammergauer fragt, was es mit diesen Kr\u00fcgen auf sich hat, erz\u00e4hlen sie, dass sie aus der Szene im Passionsspiel stammen, in der Jesus die H\u00e4ndler aus dem Tempel vertreibt. In seiner Wut \u00fcber deren Gesch\u00e4ftsgebaren in den heiligen Hallen zerbricht er in dieser Szene in jedem Spiel einen Krug. Die Scherben werden gesammelt, nach der Auff\u00fchrung wieder zusammengeklebt und anschlie\u00dfend werden die Kr\u00fcge in den Garderoben herumgereicht, signiert und dann verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Passionskr\u00fcgen hat sich also eine eigene, komplexe Erinnerungstradition entwickelt. Als Requisiten haben sie selbst an der Passion teilgenommen, sie sind also materielle Zeugnisse des Passionsspiels. In den zerbrochenen und geklebten Kr\u00fcgen sind das Geschehen auf der B\u00fchne und die Ber\u00fchrung durch den Jesusdarsteller sichtbar eingeschrieben. Sie sind Teil des gro\u00dfen Ganzen und werden durch das Zerbrechen und durch die Signaturen zu Einzelst\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Oberammergauer Passionsspiele m\u00fcssen sich immer wieder dem Vorwurf stellen, aus ihrer religi\u00f6sen Intention Kapital zu schlagen. In der Tonkrug-Szene geht es um genau dieses Thema: Jesus wirft die H\u00e4ndler aus dem Tempel, weil sie den Ort durch ihre Gesch\u00e4ftemacherei entweihen. Die zerbrochenen Kr\u00fcge symbolisieren diesen Zorn gegen die H\u00e4ndler \u2013 und gleichzeitig werden sie durch die Oberammergauer in einen \u00f6konomischen Kreislauf eingespeist. Die Rolle der H\u00e4ndler wird aus dem St\u00fcck transzendiert, denn H\u00e4ndlerdarsteller sind f\u00fcr den Verkauf der Tonkr\u00fcge verantwortlich. Aus dem Erl\u00f6s wiederum wird das &#8222;H\u00e4ndlerfest&#8220; gefeiert, zu dem die gesamte Spielergemeinschaft eingeladen ist. Der Gewinn flie\u00dft also an die Gemeinschaft der Oberammergauer zur\u00fcck. Das gesamte Ritual ist eine augenzwinkernde Verl\u00e4ngerung des unchristlichen Treibens der H\u00e4ndler von der B\u00fchne ins echte Leben und von der Vergangenheit in die Gegenwart und kann zugleich als Form der S\u00fchne gelesen werden, da die H\u00e4ndler ihren Gewinn dem Gemeinwohl zukommen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl im Blog als auch im Zeitungsbericht wird \u00fcbrigens auf das besondere, individuelle Innenleben der handgefertigten Kr\u00fcge hingewiesen: Lampe und ihre S\u00f6hne, die f\u00fcr die Produktion zust\u00e4ndig sind, ritzen Linien in den Ton, die den H\u00e4ndlern helfen, die Kr\u00fcge zusammenzukleben, sowie kleine Botschaften, um jeden Krug auch von innen einzigartig zu machen. Im Jahr 2022 wird Lampe zum letzten Mal die Passionskr\u00fcge t\u00f6pfern, bevor sie in den Ruhestand geht und den Auftrag vielleicht an ihre S\u00f6hne weitergibt. Sie sagt, der Auftrag f\u00fcr die Passionsspiele habe ihr geholfen, die Pandemie zu \u00fcberstehen; sonst h\u00e4tte sie ihr Gesch\u00e4ft schon fr\u00fcher schlie\u00dfen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie im Fall der Schnitzerhilfe im Jahr 1950 erm\u00f6glichen auch 2020 die Passionsspiele die finanzielle F\u00f6rderung des lokalen Handwerks in Krisenzeiten, w\u00e4hrend gleichzeitig die Medien und die \u00d6ffentlichkeit einbezogen wurden, um das Narrativ eines Passionsspiels zu st\u00e4rken, das Tradition, Kunst und Gemeinschaft sch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>C\u00e9line Molter arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt <\/em>Das Dorf Christi. Institutionentheoretische und funktionshistorische Perspektiven auf Oberammergau und sein Passionsspiel im 19. bis 21. Jahrhundert.<em> In ihrem Forschungsvorhaben untersucht sie Oberammergau als Ziel f\u00fcr touristisches und religi\u00f6s motiviertes Reisen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Annette von Altenbockum: Oberammergau. Tradition, Kunst und Passion. M\u00fcnchen 2010.<br>Eliza Greatorex: The Homes of Oberammergau. A Series of Twenty Etchings, Together with Notes from a Diary, hg. von Gordon R. Mork. West Lafayette, Indiana 2000 [1872].<br>Michael Hitchcock und Ken Teague [Hg.]: Souvenirs: The Material Culture of Tourism. Aldershot 2000.<br>Anton Lang: Aus meinem Leben. Anton Lang, Christus in den Passionsspielen zu Oberammergau 1900, 1910, 1922. M\u00fcnchen 1930.<br>Brigitta Pirzer: \u2018Oberammergau in Amerika\u2019. Eine Reise nach Amerika 1923\/24. Masterarbeit im Studiengang Europ\u00e4ische Moderne: Geschichte und Literatur. Fern-Universit\u00e4t in Hagen, Fakult\u00e4t KSW 2017.<br>Karl-Heinz Pogner: Globalization, Identity and T-Shirt Communication, in: Marie-Louise Nosch, Zhao Feng und Lotika Varadarajan (Hg.): Global Textile Encounters. Oxford, Philadelphia 2014, S. 283-294.<br>James Shapiro: Oberammergau: The troubling Story of the World&#8217;s most famous Passion Play. New York 2000.<br>Sonja E. Spear: Claiming the Passion. American Fantasies of the Oberammergau Passion Play, 1923\u20131947, in: Church History 80:4 (Dezember 2011), S. 832\u2013862.<br>Jill Stevenson: Oberammergau&#8217;s Passion Play 2010 Performance and Context, July 22, 2010, Oberammergau, Germany, in: Material Religion 7:2 (2011), S. 304-307.<br>Susan Stewart: On longing: Narratives of the Miniature, the Gigantic, the Souvenir, the Collection. Baltimore 1984.<br>Helena Waddy: Oberammergau in the Nazi Era: the Fate of a Catholic Village in Hitler\u2019s Germany. Oxford 2010.<br>Kevin J. Wetmore [Hg.]: The Oberammergau Passion Play. Essays on the 2010 Performance and the Centuries-Long Tradition. Jefferson 2017.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Medienberichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Bayerischer Rundfunk: Oberammergau im Ausnahmezustand &#8211; Ein Dorf und seine Passion. Fernsehbeitrag vom 18.5.2020. &lt; https:\/\/www.br.de\/mediathek\/video\/bayern-erleben-doku-oberammergau-im-ausnahmezustand-ein-dorf-und-seine-passion-av:5e8db257e732f4001327014d&gt; Letzter Zugriff: 12.5.2022<br>Susanne Hassenkamp: Maria f\u00e4hrt Motorrad. Starfotograf Helmut Newton besucht die Maria von Oberammergau. Der Meister der Erotik entdeckt eine andere Seite der Passionsheiligen: Sex-Appeal in schwarzem Leder. ELLE M\u00fcnchen, 12\/1990. [Gemeindearchiv Oberammergau]<br>Maximilian Mayet und Jenny Greza: Ist das Gottes Haus \u2013 oder ein Marktplatz? Wie 130 Tonkr\u00fcge in Oberammergau hergestellt, zerst\u00f6rt und wieder zusammengeklebt werden. Blogeintrag auf dem Blog der Passionsspiele Oberammergau, 27.4.2020. &lt; <a href=\"https:\/\/www.passionsspiele-oberammergau.de\/de\/blog\/detail\/ist-das-gottes-haus-oder-ein-marktplatz-20200427\">https:\/\/www.passionsspiele-oberammergau.de\/de\/blog\/detail\/ist-das-gottes-haus-oder-ein-marktplatz-20200427<\/a>&gt; Letzter Zugriff: 12.5.2022<br>Andreas Mayr: Corona-Kr\u00fcge f\u00fcr die Passionsspiele: Oberammergauer Betrieb stellt Ton-Gef\u00e4\u00dfe her, die Jesus zertr\u00fcmmert. Merkur Online, 24.5.2020. &lt;<a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/lokales\/garmisch-partenkirchen\/oberammergau-ort29187\/passionsspiele-oberammergau-toepferei-lampe-stellt-ton-kruege-her-und-versteckt-geheimbotschaften-13773280.html\">https:\/\/www.merkur.de\/lokales\/garmisch-partenkirchen\/oberammergau-ort29187\/passionsspiele-oberammergau-toepferei-lampe-stellt-ton-kruege-her-und-versteckt-geheimbotschaften-13773280.html<\/a>&gt; Letzter Zugriff: 12.5.2022<br>Neue Deutsche Wochenschau 11\/1950, 11.4.1950. Video im Bundesarchiv Online. &lt;<a href=\"https:\/\/www.filmothek.bundesarchiv.de\/video\/585907?set_lang=de\">https:\/\/www.filmothek.bundesarchiv.de\/video\/585907?set_lang=de<\/a>&gt; Letzter Zugriff: 17.5.2022<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The souvenir distinguishes experiences. We do not need or desire souvenirs of events that are repeatable. Rather we need or desire souvenirs of events that are reportable, events whose materiality has escaped us, events that thereby exist only through the invention of narrative. (Stewart 1984: 135) Die Oberammergauer Passionsspiele sind<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/2022\/07\/01\/made-in-oberammergau-materialitaet-und-repraesentation-der-oberammergauer-passions-souvenirs\/\">Weiterlesen&#8230;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":776,"featured_media":848,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":"","footnotes":""},"categories":[1,44],"tags":[],"class_list":["entry","author-celine-molter","post-846","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-allgemein","category-beitraege"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/users\/776"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=846"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1211,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846\/revisions\/1211"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/media\/848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}