{"id":1614,"date":"2025-01-07T07:00:00","date_gmt":"2025-01-07T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/?p=1614"},"modified":"2025-01-06T06:58:00","modified_gmt":"2025-01-06T05:58:00","slug":"intensive-versenkung-eine-selbstlose-rezeptionshaltung-in-elden-ring","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/2025\/01\/07\/intensive-versenkung-eine-selbstlose-rezeptionshaltung-in-elden-ring\/","title":{"rendered":"Intensive Versenkung. Eine selbstlose Rezeptionshaltung in \u201aElden Ring\u2018"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Probleme statt L\u00f6sungen<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Entwicklerstudio <em>FromSoftware<\/em> unter der Leitung von Hidetaka Miyazaki hat mit seinen Soulslike-Spielen ein Genre gepr\u00e4gt, das zu einer bemerkenswerten Rezeptionshaltung herausfordert: Die visuell und mechanisch komplex gestalteten Gegner wollen nicht einfach \u00fcberwunden werden; sie laden vielmehr zu einer wiederholten Auseinandersetzung und intensiven Versenkung ein. Die Spiele evozieren damit eine \u00e4sthetische Erfahrung, die \u00fcber schlichte Aneignung und Deutung hinausgeht.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Grunddisposition steht einer Lekt\u00fcrepraxis nahe, die Peter Szondi als \u201aperpetuierte Erkenntnis\u2018 bezeichnet hat. Im Zuge dessen pr\u00e4gte er auch die weniger gel\u00e4ufige (und hier titelgebende) Wendung der \u201aintensiven Versenkung\u2018.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Szondi konturiert damit eine rezeptive Haltung, bei der ein literarisches Problem nicht einfach durch seine wissenschaftliche L\u00f6sung ersetzt, sondern in seiner spezifischen Problemhaftigkeit wahrgenommen werden soll. Abstrahiertes Wissen weicht so einer anhaltenden Lekt\u00fcre.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte diese Lekt\u00fcrepraxis mit einem Modell perspektivieren, das ich dem mystischen Denkhorizont zwischen Mittelalter und Moderne entnehme; zun\u00e4chst mit Erich Fromm (1900-1980), dann mit Meister Eckhart (1260-1328). Dabei verfolge ich die Idee, dass sich den mystischen Vorstellungen von \u201aArmut\u2018 und \u201aLeiden\u2018 eine \u201aselbstlose Rezeptionshaltung\u2018 anschliesst, die nicht nur Szondis Idee einer \u201aintensiven Versenkung\u2018 nahekommt, sondern auch der \u00e4sthetischen Erfahrung im Soulslike-Genre.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1. Intensive Versenkung: Peter Szondi<\/h4>\n\n\n\n<p>In seinem Traktat <em>\u00dcber philologische Erkenntnis<\/em> (1962) konturiert Peter Szondi \u201aintensive Versenkung\u2018 als eine rezeptive Haltung, die der literaturwissenschaftlichen (hier v.&nbsp;a. der literaturgeschichtlichen) Praxis zunehmend fremd geworden sei:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ececec\">\u201eDenn nicht selten erwecken historische Arbeiten den Anschein, als wolle ihr Verfasser der intensiven Versenkung in das einzelne Kunstwerk aus dem Wege gehen, als scheue er diese Intimit\u00e4t und als w\u00e4re der Grund dieser Scheu die Angst, in der N\u00e4he zum k\u00fcnstlerischen Vorgang jene Distanz einzub\u00fcssen, die ein Attribut der Wissenschaft sein soll.\u201c<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Da Szondi die Literaturwissenschaft jedoch dezidiert als Kunstwissenschaft versteht, ist f\u00fcr ihn \u201aVersenkung\u2018 gegen\u00fcber \u201aDistanz\u2018 unerl\u00e4sslich; denn nur so sei das Kunstwerk als Kunstwerk zu begreifen. Zentral f\u00fcr diese Grund\u00fcberlegung ist Szondis Wissensbegriff: Philologisches Wissen k\u00f6nne sich nie verselbstst\u00e4ndigen, sondern bleibe als \u201aperpetuierte Erkenntnis\u2018 stets an die fortw\u00e4hrende Konfrontation mit dem Text gebunden. Hierin liegt ein methodologischer Imperativ: \u201eDas philologische Wissen darf also gerade um seines Gegenstands willen nicht zum Wissen gerinnen.\u201c<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die drohende Alternative zeigt Szondi am Umgang mit hermetischer Lyrik auf:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ececec\">\u201eInterpretationen sind hier Schl\u00fcssel. Aber es kann nicht ihre Aufgabe sein, dem Gedicht dessen entschl\u00fcsseltes Bild an die Seite zu stellen. Denn obwohl auch das hermetische Gedicht verstanden werden will und ohne Schl\u00fcssel oft nicht verstanden werden kann, muss es doch in der Entschl\u00fcsselung als verschl\u00fcsseltes verstanden werden, weil es nur als solches das Gedicht ist, das es ist. Es ist ein Schloss, das immer wieder zuschnappt, die Erl\u00e4uterung darf es nicht aufbrechen wollen.\u201c<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine literarische Problemstellung ist demnach nicht einfach aufzul\u00f6sen, sondern in ihrer je eigenen Dynamik immer wieder von neuem wahrzunehmen. Szondi insistiert auf diesem Punkt: Auch wenn literarische Ambiguit\u00e4t im Fokus der analytischen Auseinandersetzung liegt, \u201eso kann doch die L\u00f6sung nicht darin bestehen, dass eine Doppeldeutigkeit, die dem Text selber angeh\u00f6rt, aus der Welt geschafft wird. Die philologische L\u00f6sung darf sich nicht an die Stelle des Problems setzen [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Intensive Versenkung erweist sich hingegen als eine rezeptive Haltung, die sich der Eigenlogik ihres Gegenstands verschreibt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ececec\">\u201eDie Literaturwissenschaft darf nicht vergessen, dass sie eine Kunstwissenschaft ist; sie sollte ihre Methodik aus einer Analyse des dichterischen Vorgangs gewinnen; sie kann wirkliche Erkenntnis nur von der Versenkung in die Werke, in \u201adie Logik ihres Produziertseins\u2018 erhoffen.\u201c<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Perpetuierte Erkenntnis erscheint nicht als Wissensbestand, der \u2013 einmal gewonnen \u2013 ein sicheres Kapital bildet. Szondis Wissensbegriff zielt auf eine Praxis, die am Text orientiert bleibt. Die Gegenw\u00e4rtigkeit literarischer Texte liegt in ihnen selbst und kann nur in wiederholter Auseinandersetzung mit ihnen je neu greifbar werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. Wiederholte Auseinandersetzung: <em>Dark Souls<\/em>, <em>Bloodborne<\/em> und <em>Elden Ring<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Die <em>Dark Souls<\/em>-Trilogie (2011, 2014, 2016) hat diverse Bossk\u00e4mpfe hervorgebracht, die f\u00fcr ihre Problemhaftigkeit ber\u00fcchtigt sind. So gilt etwa in <em>Dark Souls III<\/em> der <em>Nameless King<\/em> als heimlicher Endgegner, dessen Attacken gnadenlos ausfallen. Das DLC <em>The Ringed City<\/em> findet in <em>Slave Knight Gael<\/em> einen finalen Bosskampf, dessen Anspruch und Intensit\u00e4t herausragend sind. W\u00e4hrend <em>Bloodborne<\/em> (2015) vornehmlich durch seine lovecrafteske Atmosph\u00e4re heraussticht, stellen auch seine Bossk\u00e4mpfe eine bisweilen fast un\u00fcberwindliche Herausforderung dar. Den visuellen und mechanischen H\u00f6hepunkt markiert hier der <em>Orphan of Kos<\/em>, dessen Angriffe unberechenbar bleiben und nur kleinste Zeitfenster f\u00fcr eigene Aktionen offenlassen. Diese Konfrontation kann in ihrer Gesamtheit sinnbildlich daf\u00fcr stehen, wie ein Soulslike-Boss unerbittlich auf den Avatar einschl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Elden Ring - Malenia, Blade of Miquella Boss Fight (4K 60FPS)\" width=\"1380\" height=\"776\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/D_iqjI2p7F4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Die erste Cutscene zu <em>Malenia, Blade of Miquella\/Goddess of Rot<\/em> macht den Anspruch deutlich, der im schwierigsten Bosskampf von <em>Elden Ring<\/em> (2022) angelegt ist. Hier wartet eine Herausforderung, die eigentlich nicht zu bew\u00e4ltigen ist, sondern nur wiederholt aufgesucht werden kann. Oder mit anderen Worten: Man soll Malenia nicht besiegen, sondern an ihr scheitern. Ich m\u00f6chte diesen \u201aEncounter\u2018 hier etwas eingehender besprechen. Der verbreitete Jargon-Begriff ist dabei durchaus sinnf\u00e4llig, bedeutet engl. <em>encounter<\/em> doch nicht einfach \u201aGegner\u2018, sondern vielmehr \u201aBegegnung\u2018 und \u201aAufeinandertreffen\u2018.<\/p>\n\n\n\n<p>Malenias pr\u00e4gnante Selbstbehauptung \u201eAnd I have never known defeat\u201c verweist auf die weitreichende Lore,<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a> in der ihre \u00dcberlegenheit gr\u00fcndet: Obwohl durch ihre familiale Herkunft beeintr\u00e4chtigt (sie leidet unter dem Infekt \u201aScarlet Rot\u2018, wodurch ihre Haut grossfl\u00e4chig ver\u00e4tzt ist und ihre Extremit\u00e4ten teilweise durch Prothesen ersetzt sind), hat sie sich im Kampf als unbesiegbar erwiesen, prominent etwa gegen <em>Godrick the Grafted<\/em>. Der Kampfbeginn steht damit von Anfang an im Zeichen einer zu erwartenden Niederlage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1617\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-300x169.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-768x432.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-465x262.jpg 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-2-And-I-have-never-known-defeat-695x391.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: \u201eAnd I have never known defeat\u201c. Screenshot aus <em>Elden Ring<\/em> (2022).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der ersten Kampfphase erfolgen Malenias Bewegungen und Angriffe bereits \u00fcberaus rasch. Als besondere Attacken macht sie einen Klingenwirbel oder spiesst den Avatar mit ihrem Schwert auf. In der zweiten Phase wechselt Malenia zwischen einer humanoiden und einer floralen Form, wobei sie mehrere Phantome beschw\u00f6rt und den Infekt \u201aScarlet Rot\u2018 als Schaden-\u00fcber-Zeit-Effekt auf den Avatar \u00fcbertr\u00e4gt. W\u00e4hrend beiden Phasen bewirkt sie zudem mit jedem Treffer eine signifikante Selbstheilung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bosskampf gegen Malenia fordert durch seine spezifische Mechanik in mehrfacher Hinsicht zu einer wiederholten Auseinandersetzung heraus. Zun\u00e4chst liegt hier ein Encounter vor, der das typische Soulslike-Merkmal der \u201aSchwierigkeit\u2018 besonders ausreizt. Die Geschwindigkeit der Bewegungen und die Unberechenbarkeit der Attacken verhindern bereits in Phase 1 eine rasche L\u00f6sung des Problems. M\u00f6gliches Vorwissen erweist sich in der effektiven Konfrontation als unzureichend. Im \u00dcbergang zu Phase 2 h\u00e4lt Malenia den Avatar explizit im Kampfgeschehen (\u201eWait.\u201c) und k\u00fcndigt eine noch gr\u00f6ssere Herausforderung an (\u201eYou will witness true horror.\u201c). Diese nachdr\u00fcckliche Involvierung nimmt dann auch eine manifeste Dimension an, wenn Malenia ihren Infekt auf den Avatar zu \u00fcbertragen droht (\u201eNow, rot!\u201c). Ihre heilenden Schwerthiebe verl\u00e4ngern zudem jeden Bew\u00e4ltigungsversuch, indem sie die eigenen Treffer wieder zunichte machen. Die Begegnung ist somit immanent darauf angelegt, dass sie immer weiter prolongiert wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1618\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-300x169.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-768x432.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-465x262.jpg 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2025\/01\/Abb.-3-You-will-witness-true-horror-695x391.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: \u201eYou will witness true horror\u201c. Screenshot aus <em>Elden Ring<\/em> (2022).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Malenia erscheint damit als exemplarischer Bosskampf, der zu einer \u201aintensiven Versenkung\u2018 herausfordert. Sie erweist sich als Problem, das nicht einfach durch seine L\u00f6sung zu ersetzen ist. Stattdessen muss man sich ihr in wiederholter Auseinandersetzung immer wieder von neuem stellen. Erst dann er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit, dass sich jeweils eine \u201aperpetuierte Erkenntnis\u2018 einstellt. Und obwohl Malenias F\u00e4higkeiten durchaus beschreibbar sind, kann dieses Wissen doch nicht an die Stelle einer perpetuierten Erkenntnis treten. Die eigene Wahrnehmung muss vielmehr an der wiederholten Konfrontation orientiert bleiben, um den Encounter in seiner effektiven Ausf\u00fchrung zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem mystischen Bezugsfeld muss hier auffallen, dass Malenia mit jedem gewaltsamen Treffer das \u201aLeiden\u2018 an ihr verl\u00e4ngert; sie h\u00e4lt sich dadurch am Leben, dass sie auf den Avatar einschl\u00e4gt. Perpetuiert wird in diesem Sinne nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Spiel, sondern auch die dabei vollzogene Pein in der eigenen Selbsterniedrigung.<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Mechthild von Magdeburg hat daf\u00fcr eine eindringliche Formel gepr\u00e4gt: <em>Mere ie ich tieffer sinke, ie ich suessor trinke<\/em>.<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\">[11]<\/a> (\u201aAber je tiefer ich sinke, desto s\u00fcsser trinke ich.\u2018) Im mystischen Diskurs bilden Leid und Selbsterniedrigung jedoch auch die Voraussetzungen einer rezeptiven Blosslegung, wie Niklaus Largier dies im Hinblick auf Heinrich Seuse gezeigt hat.<a href=\"#_ftn12\" id=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Die Wiederholung und Intensit\u00e4t der Pein verf\u00e4llt demnach nicht in einen Selbstzweck, sondern steigert die sinnlich-affektive Wahrnehmung. Intensive Versenkung und perpetuierte Erkenntnis sind insofern an eine Haltung gekn\u00fcpft, der ich im Folgenden mit Erich Fromm und Meister Eckhart nachgehen m\u00f6chte. Dabei ist die Idee einer inneren Armut leitend, die von einem dominanten Selbst absieht. Aus mystischer Perspektive liesse sich Szondis Lekt\u00fcrepraxis folglich als \u201aselbstlose Rezeptionshaltung\u2018 denken; als Einlassen auf eine Begegnung mit dem Gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Haben oder Sein: Erich Fromm<\/h4>\n\n\n\n<p>In <em>Haben oder Sein<\/em> (1976) beschreibt Erich Fromm zwei Haltungen zur Welt bzw. zwei Existenzweisen des Menschen. Anhand zweier lyrischer Texte von Alfred Tennyson und Matsuo Basho zeigt er einleitend die fundamentale Differenz zwischen \u201ahaben wollen\u2018 und \u201aaufmerksam schauen\u2018 auf. Das Ich bei Tennyson dr\u00e4ngt nach dem Besitz von Wissen und nimmt daf\u00fcr die Zerst\u00f6rung der Natur in Kauf. Das Ich bei Basho m\u00f6chte die Natur beschauen und mit ihr eins sein.<a href=\"#_ftn13\" id=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Damit ist eine Perspektive formuliert, die nicht nur mystisch durchdacht ist, sondern auch den Charakter des Soulslike-Genres spiegelt, wie ich es hier umrissen habe. In seinem kurzen Kapitel zu Meister Eckhart unterscheidet Fromm denn auch explizit zwischen \u201adem Wissen in der Weise des Habens\u2018 und \u201adem Akt der Erkenntnis\u2018, was sich wiederum in Szondis Lekt\u00fcrepraxis spiegelt. Innere Armut (<em>ledic<\/em> sein) in einem Eckhart\u2019schen Sinn heisst demnach nicht Wissen zu besitzen, sondern den Akt der Erkenntnis immer wieder von neuem zuzulassen.<a href=\"#_ftn14\" id=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In einem anderen Kapitel f\u00fchrt Fromm diverse Beispiele mit allt\u00e4glichen Erfahrungen auf, in denen die Differenz zwischen Haben und Sein besonders auff\u00e4llig ist. Im Abschnitt \u201aMiteinander sprechen\u2018 beschreibt er zuerst eine besitzorientierte Gespr\u00e4chsf\u00fchrung, die auf Meinungen beharrt, wovon er dann eine erlebnisorientierte Haltung abgrenzt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ececec\">\u201eIm Gegensatz dazu steht die Haltung des Menschen, der nichts vorbereitet und sich nicht aufplustert, sondern spontan und produktiv reagiert. Ein solcher Mensch vergisst sich selbst, sein Wissen, seine Position; sein Ich steht ihm nicht im Wege; und aus genau diesem Grund kann er sich voll auf den anderen und dessen Ideen einstellen. Er gebiert neue Ideen, weil er nichts festzuhalten trachtet. W\u00e4hrend sich der \u201aHabenmensch\u2018 auf das verl\u00e4sst, was er hat, vertraut der \u201aSeinsmensch\u2018 auf die Tatsache, dass er ist, dass er lebendig ist und dass etwas Neues entstehen wird, wenn er nur den Mut hat, loszulassen und zu antworten.\u201c<a href=\"#_ftn15\" id=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Spontan und produktiv reagieren, vom eigenen Ich absehen, sich auf den Anderen einstellen und ihm antworten \u2013 oder in einem Wort: \u201aloslassen\u2018. Fromm beschreibt soziale Interaktion in der Haltung des Seins in einer Weise, die so auch f\u00fcr den oben gezeigten Umgang mit Soulslike-Bossen zutrifft. Eine solche Haltung zielt nicht auf \u201ainkorporiertes Kulturkapital\u2018;<a href=\"#_ftn16\" id=\"_ftnref16\">[16]<\/a> sie stellt sich vielmehr dem Moment im Hier und Jetzt und vertraut darin auf eine blossgelegte Wahrnehmung. Nicht der Drang nach Aneignung und Wissen ist dabei leitend, sondern der Akt aufmerksamer Beschauung und Erkenntnis.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. Innere Armut: Meister Eckhart<\/h4>\n\n\n\n<p>In Predigt 52: <em>Beati pauperes spiritu<\/em> (sog. \u201aArtmutspredigt\u2018) definiert Eckhart <em>inwendigiu armuot<\/em> (\u201ainnere Armut\u2018) so, dass ein armer Mensch nichts will, nichts weiss und nichts hat. Bereits der erste Aspekt ist prek\u00e4r, geht es hier doch darum, dass wir <em>gotes ledic werden<\/em> (\u201aGottes ledig werden\u2018). Die folgenden Punkte zum Wissen und Haben f\u00fchren noch weiter, scheinen bisweilen paradox: <em>Als\u00f4 sprechen wir, daz der mensche sol qu\u00eet und ledic st\u00e2n, daz er niht enwizze noch enbekenne, daz got in im w\u00fcrke: als\u00f4 mac der mensche armuot besitzen<\/em>.<a href=\"#_ftn17\" id=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Das Wirken Gottes anstelle des eigenen Wissens soll selbst nicht gewusst werden. Solange der Mensch <em>ein eigen stat gotes<\/em> (\u201aeine eigene St\u00e4tte Gottes\u2018) bilde, sei er nicht arm genug; erst wenn Gott <em>selbe s\u00ee diu stat<\/em> (\u201aselbst die St\u00e4tte sei\u2018), k\u00f6nne von \u00e4usserster Armut gesprochen werden. Nur unter diesen Bedingungen ist Gottes Wirken m\u00f6glich; <em>und der mensche ist got alsus in im l\u00eedende<\/em> (\u201aund der Mensch <em>erleidet<\/em> Gott so in sich\u2018). Eckharts paradoxale Leidensmystik findet hier ihren H\u00f6hepunkt.<a href=\"#_ftn18\" id=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Menschliche St\u00e4tte und g\u00f6ttliches Wirken werden damit explizit entdifferenziert: <em>D\u00e2 der mensche stat beheltet, d\u00e2 beheltet er underscheit<\/em>.<a href=\"#_ftn19\" id=\"_ftnref19\">[19]<\/a> (\u201aWo der Mensch noch St\u00e4tte in sich beh\u00e4lt, da beh\u00e4lt er noch Unterschiedenheit.\u2018) Erst die Aufgabe der St\u00e4tte Gottes im Menschen erm\u00f6glicht eine \u00e4usserste Armut, wie sie von Eckhart hier radikalisiert gedacht wird:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#ececec\">in dem durchbrechen, d\u00e2 ich ledic st\u00e2n m\u00een selbes willen und des willen gotes und aller s\u00eener werke und gotes selben, s\u00f4 bin ich ob allen cr\u00eaat\u00fbren und enbin weder got noch cr\u00eaat\u00fbre, m\u00ear: ich bin, daz ich was und daz ich bl\u00eeben sol n\u00fb und iemerm\u00ea. D\u00e2 enpf\u00e2he ich einen \u00eendruk, der mich bringen sol \u00fcber alle engel. In disem \u00eendrucke enpf\u00e2he ich s\u00f4get\u00e2ne r\u00eecheit, daz mir niht genuoc enmac ges\u00een got n\u00e2ch allem dem, daz er \u201agot\u2018 ist, und n\u00e2ch allen s\u00eenen g\u00f6tl\u00eechen werken; wan ich enpf\u00e2he in disem durchbrechen, daz ich und got einz s\u00een.<a href=\"#_ftn20\" id=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der entzeitlichten Vorstellung von <em>\u00eendruk<\/em> (\u201aAufschwung\u2018) werden Mensch und Gott eins, womit die <em>stat<\/em> (\u201aSt\u00e4tte\u2018) f\u00fcr Gott im Menschen hinf\u00e4llig ist. Nur wenn der Mensch wirklich <em>ledic<\/em> (\u201aledig\u2018 bzw. \u201afrei\u2018) ist, kann ein <em>durchbrechen<\/em> (\u201aDurchbrechen\u2018) in dieser Form gelingen. F\u00fcr das Soulslike-Genre zeigt sich dieses Prinzip insofern als produktiv, als sich auch hier eine intensive Versenkung erst dann einzustellen vermag, wenn man im Moment der Begegnung von jeglichem Wissen und Streben absieht. Nur dann kann sich gleichsam ein Durchbrechen, ein Einswerden mit dem Gegen\u00fcber vollziehen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schluss: <em>gel\u00e2zenheit<\/em> als ludisches Ethos<\/h4>\n\n\n\n<p>Perpetuierte Erkenntnis setzt intensive Versenkung voraus. Nur wenn man sich der fortw\u00e4hrenden Konfrontation mit einem Kunstwerk stellt, wird man diesem in seiner medialen Eigenlogik gerecht. Wie am Beispiel von <em>Elden Ring<\/em> und <em>Malenia<\/em> gezeigt, ist hier eine wiederholte Auseinandersetzung bereits in der Spielmechanik angelegt. Abstrahiertes Wissen hat dabei nur einen geringen Effekt, selbst wenn es diskursiv herstellbar ist. Intensive Versenkung evoziert hingegen eine perpetuierte Erkenntnis, die mit dem effektiven Spielgeschehen verschr\u00e4nkt bleibt. Ein Bosskampf will hier nicht einfach bew\u00e4ltigt werden, sondern durch wiederholte Begegnung intensiv erlebt sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Erich Fromm wird das Soulslike-Genre folglich \u00fcber eine Haltung lesbar, die st\u00e4rker vom \u201aSein\u2018 als vom \u201aHaben\u2018 gepr\u00e4gt ist. Das Ziel besteht nicht in erster Linie darin, einen Encounter m\u00f6glichst rasch zu \u00fcberwinden, sondern ihn fortlaufend zu vergegenw\u00e4rtigen<strong>. <\/strong>Das genuine Scheitern am Spiel bildet dann kein unliebsames Beiwerk, sondern die Bedingung der M\u00f6glichkeit einer wiederholten \u00e4sthetischen Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u201aselbstlose Rezeptionshaltung\u2018 ist mit Meister Eckhart noch konsequenter zu fassen; als Entselbstung, als Abr\u00fccken von Selbstheit bzw. Selbstbezogenheit. Eckhart pr\u00e4gte daf\u00fcr den Begriff der <em>eigenschaft<\/em> (\u201aBindung an das eigene Ich\u2018), wovon der Mensch <em>ledic<\/em> (\u201aledig\u2018) werden soll.<a href=\"#_ftn21\" id=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Er muss <em>sich selben l\u00e2zen<\/em> (\u201asich selbst lassen\u2018), um Gottes Wort h\u00f6ren zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Bereits Roger Caillois hat (im Anschluss an Johan Huizinga<a href=\"#_ftn23\" id=\"_ftnref23\">[23]<\/a>) f\u00fcr das Spielelement der Kultur festgehalten, dass dieses \u201aGelassenheit\u2018 hervorbringe wie aufrechterhalte.<a href=\"#_ftn24\" id=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Mit Blick auf das Soulslike-Genre und im R\u00fcckgriff auf Eckhart w\u00e4re Gelassenheit hier allerdings terminologisiert zu denken; als <em>gel\u00e2zenheit<\/em>,<a href=\"#_ftn25\" id=\"_ftnref25\">[25]<\/a> die das eigene Selbst l\u00e4sst und von vermeintlichem Wissen abr\u00fcckt, um sich stattdessen voll und ganz auf die Auseinandersetzung mit dem Gegen\u00fcber einzulassen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8cf370e7 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. dazu auch ausf\u00fchrlich meinen Aufsatz Thomas M\u00fcller: Lust am Scheitern. Eine mystische Denkfigur in \u201aDark Souls III\u2018. In: Paidia. Zeitschrift f\u00fcr Computerspielforschung, 23.09.2024, &lt;<a href=\"https:\/\/paidia.de\/lust-am-scheitern-eine-mystische-denkfigur-in-dark-souls\/\">https:\/\/paidia.de\/lust-am-scheitern-eine-mystische-denkfigur-in-dark-souls\/<\/a>&gt; [Stand: 05.01.2025].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Peter Szondi: \u00dcber philologische Erkenntnis. In: Ders.: Schriften I. Hrsg. von Jean Bollack u.&nbsp;a. Berlin 2011, S.&nbsp;263\u2013286, hier S.&nbsp;276.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Als \u201aSoulslike\u2018 (im engeren Sinne) gelten bislang: Demon\u2019s Souls (2009), Dark Souls (2011), Dark Souls II (2014), Bloodborne (2015), Dark Souls III (2016), Sekiro (2019) und Elden Ring (2022). Als Action-Rollenspiele (ARPGs) weisen sie \u00e4hnliche Muster auf (z.&nbsp;B. Charakterentwicklung, Bossk\u00e4mpfe, Gegenst\u00e4nde), bieten aber je eigene Themenwelten. Neben der eindringlichen Atmosph\u00e4re lebt das Genre vornehmlich von seinem komplexen Kampfsystem, das auch in meinen \u00dcberlegungen eine zentrale Stellung einnimmt. F\u00fcr einen ersten Eindruck der grundlegenden Spielmechanik kann der Bosskampf gegen Knight Artorias aus Dark Souls ein klassisches Beispiel bieten: &lt;https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7UEIFxx0Eh4&gt;.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Szondi 2011 (wie Anm. 2), S.&nbsp;276.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ebd., S.&nbsp;266.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ebd., S.&nbsp;283.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebd., S.&nbsp;286.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Elden Ring Wiki: Art. Malenia, Blade of Miquella, &lt;https:\/\/eldenring.fandom.com\/wiki\/Malenia,_Blade_of_Miquella&gt; [Stand: 16.10.2024].<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. allgemein und grundlegend Niklaus Largier: Lob der Peitsche. Eine Kulturgeschichte der Erregung. M\u00fcnchen 2001.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> Mechthild von Magdeburg: Das fliessende Licht der Gottheit. Zweisprachige Ausgabe. Aus dem Mittelhochdeutschen \u00fcbers. und hrsg. von Gisela Vollmann-Profe. Berlin 2010, S.&nbsp;264.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Niklaus Largier: Spekulative Sinnlichkeit. Kontemplation und Spekulation im Mittelalter. Z\u00fcrich 2018 (Medi\u00e4vistische Perspektiven 7).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Erich Fromm: Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. M\u00fcnchen 2016, hier v.&nbsp;a. S.&nbsp;30\u201335<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. Fromm 2016 (wie Anm. 13), S.&nbsp;78\u201385, hier v.&nbsp;a. S.&nbsp;80.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> Ebd., S.&nbsp;51.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> Vgl. Pierre Bourdieu: \u00d6konomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Sonderband 2 der Sozialen Welt. G\u00f6ttingen 1983, S.&nbsp;183\u2013198.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> Meister Eckhart: Werke I. Texte und \u00dcbersetzungen von Josef Quint. Hrsg. und kommentiert von Niklaus Largier. Frankfurt a.&nbsp;M. 1993 (Bibliothek des Mittelalters 20), S.&nbsp;556 (\u201eSo quitt und ledig also, sagen wir, soll der Mensch stehen, dass er nicht wisse noch erkenne, dass Gott in ihm wirke, und so kann der Mensch Armut besitzen.\u201c [Hervorhebung im Original]).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. dazu auch Alois Haas: Gottleiden \u2013 Gottlieben. Zur volkssprachlichen Mystik im Mittelalter. Frankfurt a.&nbsp;M. 2019, S.&nbsp;137.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" id=\"_ftn19\">[19]<\/a> Meister Eckhart 1993 (wie Anm. 17), S.&nbsp;560.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a> Ebd., S.&nbsp;562 (\u201eIn dem Durchbrechen aber, wo ich ledig stehe meines eigenen Willens und des Willens Gottes und aller seiner Werke und Gottes selber, da bin ich \u00fcber allen Kreaturen und bin weder \u201aGott\u2018 noch Kreatur, bin vielmehr, was ich war und was ich bleiben werde jetzt und immerfort. Da empfange ich einen Aufschwung, der mich bringen soll \u00fcber alle Engel. In diesem Aufschwung empfange ich so grossen Reichtum, dass Gott mir nicht genug sein kann mit allem dem, was er als \u201aGott\u2018 ist, und mit allen seinen g\u00f6ttlichen Werken; denn mir wird in diesem Durchbrechen zuteil, dass ich und Gott eins sind.\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" id=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. ebd., S.&nbsp;14.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" id=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. ebd., S.&nbsp;126.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" id=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. Johan Huizinga: Das Spielelement der Kultur. In: Ders.: Das Spielelement der Kultur. Spieltheorien nach Johan Huizinga von Georges Bataille, Roger Caillois und Eric Vogelin. Hrsg. und mit einem Nachwort von Knut Ebeling. Berlin 2014, S.&nbsp;18\u201345.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" id=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. Roger Caillois: Die Spiele und die Menschen. Maske und Rausch. Berlin 2017, S.&nbsp;83.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" id=\"_ftn25\">[25]<\/a> Vgl. dazu im Hinblick auf Seuse auch Largier 2018 (wie Anm. 12), S.&nbsp;38.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung: Probleme statt L\u00f6sungen Das Entwicklerstudio FromSoftware unter der Leitung von Hidetaka Miyazaki hat mit seinen Soulslike-Spielen ein Genre gepr\u00e4gt, das zu einer bemerkenswerten Rezeptionshaltung herausfordert: Die visuell und mechanisch komplex gestalteten Gegner wollen nicht einfach \u00fcberwunden werden; sie laden vielmehr zu einer wiederholten Auseinandersetzung und intensiven Versenkung ein. 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