{"id":1280,"date":"2023-11-22T07:00:00","date_gmt":"2023-11-22T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/?p=1280"},"modified":"2023-11-07T18:47:44","modified_gmt":"2023-11-07T17:47:44","slug":"in-der-hoehle-des-laurin-eine-moralische-abenteuerreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/2023\/11\/22\/in-der-hoehle-des-laurin-eine-moralische-abenteuerreise\/","title":{"rendered":"In der H\u00f6hle des Laurin \u2013 Eine moralische Abenteuerreise"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Heranf\u00fchrung<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Welt fernab vom Hof: Laurins Rosengarten und seine prunkvolle Bergh\u00f6hle \u2013 in diesen R\u00e4umen suchen Dietrich und seine Gef\u00e4hrten nach Abenteuer und bek\u00e4mpfen den dortigen Hausherrn, den Zwergenk\u00f6nig Laurin, um als <a>\u201a<\/a>Helden\u2018 zur\u00fcck an ihren Hof zu kommen. Die Erz\u00e4hlung <em>Laurin<\/em> scheint gepr\u00e4gt von Dichotomien: Gut und B\u00f6se, Dietrichs Hof und die Zwergenh\u00f6hle, adelig-menschliche Sph\u00e4re und Anderswelt treffen aufeinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Handschriften, die davon berichten, werden auf das 14. Jahrhundert datiert und der Gattung der aventiurehaften Dietrichepik zugeschrieben. Diese episodenhaften Erz\u00e4hlungen haben allesamt Dietrich von Bern als Hauptfigur, sind \u00e4hnlich wie die h\u00f6fischen Romane aufgebaut und wurden f\u00fcr lange Zeit nur m\u00fcndlich \u00fcberliefert.<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[1]<\/a> Laut Forschung bleiben die Verfasser der Dietrichepik anonym, sie verstehen sich \u201enur als Glieder in der Kette derer [\u2026], die \u201aVorzeitkunde\u2018 tradieren, als blo\u00dfe Vermittler [\u2026] also\u201c<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[2]<\/a>; auch der Verfasser des <em>Laurin<\/em> ist unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht so Dietrich, der mit Gef\u00e4hrten auszieht, den ber\u00fcchtigten Rosengarten Laurins zu zerst\u00f6ren und mit dieser Provokation die ersehnte Aventiure zu er\u00f6ffnen. Es kommt zum Kampf mit dem Zwerg, den Dietrich trotz magischer Hilfsmittel besiegt, jedoch auf Anraten seines Gef\u00e4hrten Dietleib nicht t\u00f6tet. Dessen Schwester n\u00e4mlich \u2013 die sch\u00f6ne K\u00fcnhild, einst von Laurin geraubt und zur eigenen K\u00f6nigin gekr\u00f6nt \u2013 befindet sich in der H\u00f6hle. An die Stelle der Zwergent\u00f6tung tritt Freundschaft und rauschendes Fest. Doch Laurins Ehre ist verletzt; er sucht K\u00fcnhilds Rat, die so weiterhin als Mittlerin zwischen den h\u00f6fischen Rittern und dem Zwergenvolk fungiert und deren Kr\u00e4fte auf beiden Seiten durch geschenkte Ringe steigert. Die sich fortsetzende Konfrontation endet letztlich im Sieg Dietrichs, der Laurin als Gefangenen zur\u00fcck an den Hof f\u00fchrt. Dort konvertiert der Zwergenk\u00f6nig zum Christentum mit Dietrich als seinem Taufpaten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"743\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-1024x743.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1288\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-1024x743.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-300x218.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-768x557.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-1536x1114.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-465x337.jpg 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-690x500.jpg 690w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381-689x500.jpg 689w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Zerstoerung-Rosengarten_p381.jpg 1653w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zerst\u00f6rung des Rosengartens: <em>Hie erschlagen die zwen F\u00fcrsten der Berner und Wytrich die gulden porten\/ und die Rosen\/ die K\u00fcnig Laurin gezogen und gemacht hett<\/em>. Das Helden Buch mit seinen Figuren, [Augsburg] 1545: [Steiner] [=VD 16 H 1567]; M\u00fcnchen, Bayerische Staatsbibliothek, Rar. 2173, p. 381. Digitalisat: <a href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00025912\">https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00025912<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckkehr von Dietrich samt Gef\u00e4hrten an den Hof&nbsp;ist nicht nur Heimkehr, sondern auch Reintegration ins eigene Sozialsystem \u201aHof\u2018. Der Hof als Ort wird im <em>Laurin<\/em> bemerkenswerterweise kaum beschrieben, denn nicht bauliche Merkmale charakterisieren ihn, sondern geltende Regeln. Wir betrachten den h\u00f6fischen Raum daher ma\u00dfgeblich als Sozialgebilde, dessen Grundstrukturen durch ideale Werte, Normen und Verhaltensregeln einer Gesellschaft festgelegt sind.<a id=\"_ednref3\" href=\"#_edn3\">[3]<\/a> Der \u201aHof\u2018 gleicht einem Konstrukt, das nicht \u00f6rtlich verankert ist, sondern vielmehr als Leitfaden fungiert, der aufzeigt, wie sich h\u00f6fische Figuren an jedem beliebigen Ort ideal verhalten sollten. Die christlichen Werte wie die N\u00e4chstenliebe, oder die Barmherzigkeit werden in erster Linie am Hof vorgelebt und gelten als die \u201arichtigen\u2018 Tugenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <em>Laurin<\/em> figuriert die mit Wildheit assoziierte H\u00f6hle auf den ersten Blick als r\u00e4umlicher Gegensatz zum Hof.<a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[4]<\/a> Sie wird als <em>hole<\/em>[<em>r<\/em>]<em> perg<\/em> (L, 796) bezeichnet, doch kann man sie sich eher als \u201eunterirdische Schlossanlage\u201c<a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\">[5]<\/a> vorstellen. Einerseits ist sie als Zwergenwelt konfiguriert und damit grunds\u00e4tzlich als Anderswelt lesbar, andererseits wird durch kulturelle \u00c4hnlichkeit der stark h\u00f6fisch gepr\u00e4gten Lebensweise der Zwerge eine gewisse N\u00e4he zum Hof hergestellt.<a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\">[6]<\/a> Somit ist die H\u00f6hle ein komplexer Andersraum, welcher trotz seiner Fremdhaftigkeit h\u00f6fische Elemente beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden kontrastreichen R\u00e4ume \u201aHof\u2018 und \u201aH\u00f6hle\u2018 werden im <em>Laurin<\/em> durch einen \u00dcbergangsraum verbunden. Dies ist eine nennenswerte Spezifik der Erz\u00e4hlung, da nicht etwa der Wald Hof und Anderswelt verbindet \u2013 sondern ein Rosengarten. H\u00e4ufig stellt der Wald in der mittelalterlichen Literatur den \u00dcbergang von einer vertrauten Welt in eine andere dar und strukturiert damit die r\u00e4umliche Grenz\u00fcberschreitung. <a href=\"#_edn7\" id=\"_ednref7\">[7]<\/a> Im <em>Laurin<\/em> markiert der Rosengarten die Schwelle zwischen Hof und H\u00f6hle, und ist zugleich Schauplatz physischer Auseinandersetzungen. Hier trifft die h\u00f6fische Welt, vertreten durch Dietrich und seine Gef\u00e4hrten, auf die Anderswelt, die insbesondere Laurin verk\u00f6rpert. Nachfolgend argumentieren wir, dass der Rosengarten unter anderem dazu dient, die Grenzen zwischen den R\u00e4umen aufzuzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Potenzial von unscharfen Grenzen innerhalb der Erz\u00e4hllogik beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht nur auf die Begrenzungen von unterschiedlichen R\u00e4umen, sondern auch auf jene zwischen den h\u00f6fischen und unh\u00f6fischen Figuren, was sich anhand ihres Verhaltens erkennen l\u00e4sst. Laurin ist nicht nur der B\u00f6sewicht und Dietrich nicht einfach der Held. Die Figuren bewegen sich in verschiedenen R\u00e4umen \u2013 im Rosengarten, in der H\u00f6hle und am Hof \u2013 und je nach Raum \u00e4ndern sich auch ihr Verhalten und ihre Moral. Die verschiedenen Unsch\u00e4rferelationen dienen dazu, den Hof und das etablierte h\u00f6fische Weltbild in seiner Best\u00e4ndigkeit herauszufordern, um es mittels erfolgreicher Umsetzung der h\u00f6fischen Regeln auch in Auseinandersetzung mit Anderswelten endg\u00fcltig zu best\u00e4rken. Inwiefern das moralische Verhalten der Figuren an die skizzierten Handlungsr\u00e4ume gebunden ist, werden wir im Folgenden an unterschiedlichen Stellen des <em>Laurin <\/em>auff\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">K\u00fcnhilds Dilemma<\/h4>\n\n\n\n<p>K\u00fcnhild wird im <em>Laurin<\/em> durchg\u00e4ngig als m\u00e4chtige und h\u00f6fische Figur dargestellt. Diese Macht realisiert sich jedoch nicht in allen Handlungsr\u00e4umen gleich. K\u00fcnhild nimmt in der H\u00f6hle einerseits durch ihre wundersamen Ringe und andererseits durch ihren Titel <em>kunigein <\/em>(L, 685) eine m\u00e4chtigere Rolle ein als am Hof, wo sie lediglich durch Ratschl\u00e4ge die zuk\u00fcnftige Handlung beeinflusst. Ihre Eingriffe in das Geschehen sind dabei innerhalb der Erz\u00e4hlung nicht immer in \u00e4hnlichem Ma\u00dfe h\u00f6fisch; doch handelt sie allen Parteien gegen\u00fcber gleich. Diese Gleichbehandlung wird derart vom Text inszeniert, dass sogar die wundersamen und M\u00e4chte verleihenden Accessoires von ihr stets dieselben Objekte sind: Die ausgew\u00e4hlten Figuren bekommen allesamt Ringe. Diese Ringe lassen sich durch die Inszenierung des Textes als Belohnungen f\u00fcr tugendhaftes Benehmen lesen, weshalb K\u00fcnhild innerhalb der H\u00f6hle eine Art \u201aRichterin des moralischen Verhaltens\u2018darstellt. Sie verk\u00f6rpert somit etwas Drittes, das zwischen den k\u00e4mpfenden Parteien steht, und kann deshalb als Schwellenfigur angesehen werden. Es ist allerdings interessant, dass K\u00fcnhild als Schwellenfigur nie im Rosengarten, also im Zwischenraum, handelt. Sie agiert ausschliesslich in den zwei kontrastreichsten R\u00e4umen, am Hof Dietrichs und in der Zwergenh\u00f6hle. Die folgenden analysierten Szenen finden ausschliesslich im h\u00f6hlenartigen Raum statt, da vor allem dort K\u00fcnhilds moralische Dilemma-Situation ersichtlich wird. Die Komplexit\u00e4t des H\u00f6hlenraums zeigt sich analog einerseits in der tugendhaften bzw. -losen Handlungsweise der K\u00f6nigin gegen\u00fcber den h\u00f6fischen Recken und andererseits in der Gleichbehandlung von h\u00f6fischen Bekannten und andersweltlicher Kreatur.<\/p>\n\n\n\n<p>Laurin befragt seine Gattin K\u00fcnhild, wie er auf die erfahrene Ehrverletzung von Dietrich reagieren sollte (vgl. L, 1022\u20131039). H\u00f6fisch w\u00e4re das Verhalten von K\u00fcnhild, wenn sie auf die <em>milte<\/em> hinweisen und dadurch einen friedlichen Ausgang herbeif\u00fchren w\u00fcrde. K\u00fcnhild aber r\u00e4t Laurin, dass er den Recken eine Strafe auferlegen, ihnen aber das Leben lassen sollte (vgl. L, 1044). Dieser Ratschlag zeigt den moralischen Zwiespalt, in welchem die K\u00f6nigin im Handlungsraum der H\u00f6hle festsitzt. Sie sieht sich gewissermassen durch die verliehene Macht, Liebe und den Reichtum gezwungen, Laurin gegen\u00fcber treu zu handeln, doch kann sie gleichzeitig ihre h\u00f6fischen Prinzipien nicht vollst\u00e4ndig hintergehen. K\u00fcnhild verhilft Laurin zudem mit ihrem Ring, durch den er eine St\u00e4rke wie <em>zwelf manz sterck <\/em>(L, 1052) gewinnt, die Ritter zu bestrafen. So hintergeht sie die Ritter insofern, als sie Laurin durch den Ring Macht \u00fcber die h\u00f6fischen Figuren gibt und ihm dadurch erst einen Handlungsspielraum erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch schenkt sie den Recken ebenfalls magische Ringe, die den Tr\u00e4gern die F\u00e4higkeit verleihen, den Raum und damit die Gegner visuell wahrzunehmen. Dies ist notwendig, da die h\u00f6fischen Recken um Dietrich die Zwerge beim Ausbruch des Kampfes in der H\u00f6hle nicht mehr sehen k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn8\" id=\"_ednref8\">[8]<\/a> Durch die Ringvergabe handelt K\u00fcnhild untreu ihrem Gatten gegen\u00fcber, stellt sich in die Mitte der k\u00e4mpfenden Parteien und erschafft gleichzeitig einen ausgewogenen Kampf, indem sie daf\u00fcr sorgt, dass niemand einen r\u00e4umlich definierten Vorteil besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Ende des Kampfes, als Laurin und mit ihm das gesamte Zwergenvolk dem Untergang geweiht sind, setzt sich K\u00fcnhild gegen dessen Vernichtung ein. Sie r\u00e4t Dietrich, Laurin zwar f\u00fcr seine Taten zu bestrafen, jedoch das Zwergenvolk leben zu lassen. (vgl. L, 1457-\u00ad1475). Sie referiert auf die h\u00f6fischen Prinzipien Dietrichs und setzt sich daf\u00fcr ein, dass diese auch in dem h\u00f6hlenartigen Raum geltend gemacht werden. Die H\u00f6hle wird letztlich durch das Verhalten K\u00fcnhilds in den h\u00f6fischen Raum eingegliedert. Diese Eingliederung jedoch erst in diesem letzten Akt erkennen zu wollen, w\u00fcrde den komplexen Handlungsverlauf des <em>Laurin<\/em> trivialisieren. Schon durch das Einmischen und die Gnade K\u00fcnhilds, die sie durch ihren Rat an Laurin durchsetzt, wird die Zwergenh\u00f6hle in einen bewusst \u201ah\u00f6fischeren\u2018 Raum transformiert. Diese beiden Szenen verkn\u00fcpft ausserdem eine auff\u00e4llig parallele Struktur: Wo K\u00fcnhild anf\u00e4nglich Laurin r\u00e4t, seine Gegenspieler zu bestrafen, jedoch nicht zu t\u00f6ten, bittet sie Dietrich am Ende der Schlacht um denselben Gefallen. Die Logik und die Prinzipien K\u00fcnhilds bleiben somit in der gesamten Erz\u00e4hlung konstant. Dies entspricht auch der Erz\u00e4hlstrategie insgesamt, n\u00e4mlich die wundersame Welt des Zwergenraumes durch eine schrittweise erfolgende Integration ins Vertraute zu bew\u00e4ltigen.<a href=\"#_edn9\" id=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dietleib im Zwiespalt<\/h4>\n\n\n\n<p>Dietleib von Steier ist der Bruder der entf\u00fchrten K\u00fcnhild und einer der Gef\u00e4hrten Dietrichs. Als Dietleib im Rosengarten von Laurin erf\u00e4hrt, dass dieser seine Schwester entf\u00fchrte und zu seiner K\u00f6nigin machte, erkennt Dietleib ihn als Schwager an und nimmt ihn vor Dietrich in Schutz. Das durch das Gest\u00e4ndnis Laurins eingeleitete Befreiungsschema bleibt wider Erwarten unerf\u00fcllt:<a id=\"_ednref10\" href=\"#_edn10\">[10]<\/a> <em>hastu die lieben swester mein, daz scholstu mich wissen lan; so will ich dich zu einem swager han <\/em>(L, 677). Dietleib handelt hier zwar anders, als die Geschichte zu Beginn vermuten l\u00e4sst, dennoch wird sp\u00e4ter klar, dass der einzige Zweck von Dietleibs Gnade darin besteht, seine Tugend gegen\u00fcber der Schwester zu erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"701\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-1024x701.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1286\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-1024x701.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-300x205.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-768x525.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-1536x1051.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-465x318.jpg 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376-695x476.jpg 695w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Entfuehrung-Kuenhilds_p376.jpg 1650w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Entf\u00fchrung K\u00fcnhilts: <em>Hie fuort Laurin der gezwerg Dietlieb vonn Steyr sein schwester heimlich hin\/ und wey\u00df Dietlieb nit wo er sie hinfuoret<\/em>. Das Helden Buch mit seinen Figuren, [Augsburg] 1545: [Steiner] [=VD 16 H 1567]; M\u00fcnchen, Bayerische Staatsbibliothek, Rar. 2173, p. 376. Digitalisat: <a href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00025912\">https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00025912<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Er scheint sich sogar f\u00fcr seine Schwester zu freuen, und dies ist mitunter der Anlass, weshalb die Gef\u00e4hrten von Laurin ins Berginnere geheissen werden: <em>laz mich sehen die swester mein! Und ist die red ein warheit, die du mir hast geseit, ich will dir ir gunnen fur all man <\/em>(L, 731). Erst dort, als Dietleib auf seine Schwester trifft und diese ihr Leid klagt, wird die Idee der Befreiung von K\u00fcnhild wieder aufgenommen. Die Unterschiede der \u00d6rtlichkeiten, in denen sich K\u00fcnhild jetzt befindet und einst befunden hat, sind un\u00fcberbr\u00fcckbar: <em>ich wer gern pey der kristenheit <\/em>(L, 990). Nach der \u00c4usserung dieser Diskrepanz, die gleichzeitig eine Distanz zur h\u00f6fischen Welt veranschaulicht, wird dem Bruder klar, dass die Schwester hier nicht gl\u00fccklich werden kann: <em>ich nim dich ye dem klein man, scholt ez mir an daz leben gan <\/em>(L, 993). Nebst dem Erleben von <em>\u00e2ventiure<\/em> ist es Dietleibs Aufgabe, das Gl\u00fcck der Schwester sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Laurin warnt Dietleib davor, dass er seine Gef\u00e4hrten bestrafen will, aber Dietleib m\u00f6chte nichts davon wissen und wird von Laurin in eine Kemenate gesperrt: <em>deiner hilf ich wol enpir <\/em>(L, 1064). Jetzt, wo die Unterschiede zwischen der Welt Laurins und der Welt Dietleibs deutlich hervortreten, kann dem wilden Zwerg auch kein Vertrauen mehr geschenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Kampf ist es zum zweiten Mal Dietleib, der Dietrich ermahnt, das Richtige zu tun, n\u00e4mlich Laurin auf Bitten der Schwester am Leben zu lassen. Wo sich der Kampf langsam aufl\u00f6st, wird auch der Weg hin zur Tugend wieder frei. Dietleibs moralische Einsicht zeigt sich also beide Male am Scheideweg zwischen h\u00f6fischer und Anderswelt: das erste Mal, kurz bevor sich die Gef\u00e4hrten in die Anderswelt begeben, und das zweite Mal, kurz bevor sie diese wieder verlassen. Gleichzeitig l\u00e4sst sich in seiner Einsicht aber immer auch ein Zwiespalt der Zwischenwelten vermuten. So ist es beide Male nicht Dietleib, der in der Handlungsmacht steht, sondern Dietrich. Dieser wird von Dietleib nur daran erinnert, das Richtige zu tun und somit h\u00f6fisch zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Laurins Wandel<\/h4>\n\n\n\n<p>Laurin verh\u00e4lt sich im Rosengarten, in der H\u00f6hle und am Hof unterschiedlich, und er handelt entsprechend verschiedener moralischer Vorstellungen. Der Rosengarten ist eine abgegrenzte Zwischenwelt \u2013 anstelle einer Mauer oder eines Zauns dient ein seidener Faden zur Abgrenzung. Durch das Zerst\u00f6ren von Laurins Garten \u00fcberschreiten Dietrich und seine Ritter zwei Grenzen: eine r\u00e4umliche und eine moralische, wof\u00fcr Laurin ein Pfand fordert. Ob <em>den rechten fuez, die lincken hant<\/em> (L, 74) zu verlieren ein fairer Ausgleich ist, sei dahingestellt. Allerdings war den Rittern vor ihrer Tat bewusst, dass es einen Preis f\u00fcr ihr unbefugtes Betreten geben w\u00fcrde. Als Laurin Dietrich und die Ritter konfrontiert, fragt er sogar, ob es einen Grund f\u00fcr ihr Verhalten g\u00e4be. Hier wird Laurins Vorstellung von \u201aedlen M\u00e4nnern\u2018 klar: Jemandem zu schaden nur um des Schadens willen und ohne Racheabsichten, ist <em>unedeleich<\/em> (L, 285). Das Gespr\u00e4ch endet im Kampf, und Laurin hat mit Tarnkappe und magischem G\u00fcrtel einen Vorteil. Doch Dietrich zerschl\u00e4gt den G\u00fcrtel und kann den Zwergenk\u00f6nig besiegen. Es ist das zweite Mal, dass ein Besitztum von Laurin durch Dietrichs Gewalt zerst\u00f6rt wird. Ohne seine magischen Hilfsmittel kann er allein nicht gegen die Ritter ankommen und nur dank Dietleibs Hilfe gibt es eine Vers\u00f6hnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor Laurin die Ritter in seine Zwergenh\u00f6hle einl\u00e4dt, verr\u00e4t er, dass er K\u00fcnhild mit Gewalt und List entf\u00fchrt, sich also in der Vergangenheit schon einmal tugendlos verhalten hat. Durch Laurins wiederholte Beteuerung, dass die Ritter ihm vertrauen k\u00f6nnen, kommt \u00fcberdies Skepsis auf. Die H\u00f6hle ist der Raum, in dem Laurin die Ritter f\u00fcr ihre, seiner Meinung nach, \u201aunedle\u2018 Tat bestrafen m\u00f6chte, und sie wird somit erneut zu dem Raum, in dem er sich nicht tugendhaft verh\u00e4lt. Die musikalische Darbietung, die f\u00fcr die Ritter aufgef\u00fchrt wird, und die pr\u00e4chtigen Gew\u00e4nder der H\u00f6hlenbewohner*innen erinnern zwar an die h\u00f6fische Kultur. Doch Laurin und die H\u00f6hle sind nur auf Erscheinungsebene h\u00f6fisch und entpuppen sich dann doch als gef\u00e4hrlich.<a id=\"_ednref11\" href=\"#_edn11\">[11]<\/a> Sein Versprechen an K\u00fcnhild, den Rittern nichts anzutun, bricht er kurz darauf, wodurch er zum \u201aB\u00f6sewicht\u2018 wird: Er schliesst Dietleib in ein Zimmer, bet\u00e4ubt die anderen G\u00e4ste und l\u00e4sst sie in den Keller sperren. Der Racheplan geht aber nach hinten los. Die Ritter siegen und nehmen Laurin als Gefangenen mit an den Hof, wo er seinen G\u00f6ttern abschw\u00f6rt und zum Christentum konvertiert. Durch die Annahme des Christentums akzeptiert Laurin die h\u00f6fischen Sitten und integriert sich damit in das soziale System. Der Hof ist somit der Raum, in dem Laurin eine komplette Sinneswandlung durchmacht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"642\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-1024x642.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1287\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-1024x642.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-300x188.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-768x482.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-1536x964.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-465x292.jpg 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398-695x436.jpg 695w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/11\/HeldenBuch_Ritter-Berghoehle_p398.jpg 1680w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ritter in der Bergh\u00f6hle: <em>Hie fuort Laurin die helden in den holen berg\/ und wurden sie verzaubert\/ und ward der berg zuo geschlossen\/ des kamen sie inn grosse not<\/em>. Das Helden Buch mit seinen Figuren, [Augsburg] 1545: [Steiner] [=VD 16 H 1567]; M\u00fcnchen, Bayerische Staatsbibliothek, Rar. 2173, p. 398 [Text: p. 397]. Digitalisat: <a href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00025912\">https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00025912<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dietrich der \u201aHeld\u2018?<\/h4>\n\n\n\n<p>Alles beginnt mit einer Laudatio auf Dietrich, die ihn als <em>edle<\/em>[<em>n<\/em>]<em> Perner lobesam! <\/em>(L, 20) vorstellt. Wenn er sich am Hof befindet, geht die Koppelung von Raum und h\u00f6fischem Verhalten auf. In anderen R\u00e4umen zeigt sich aber, dass diese Einheit aufgebrochen werden kann. Ein erster Bruch l\u00e4sst sich bereits vor der Abreise von Dietrich und seinen Gef\u00e4hrten bemerken. Herr Hildebrand, welcher Dietrich von dem Zwergenk\u00f6nig Laurin und seinen Tyranneien berichtet, ger\u00e4t in Zorn, als er von Dietrich hinterfragt wird: <em>wer will sein ein pider man, der scholl sein red verporgen lon, uncz er derfert wie man ez cheer; daz hat er tugent und eer<\/em> (L, 48\u201352). Diese Aussage \u2013 die Kritik und Ermahnung Dietrichs, der kurz zuvor als \u00fcberlegener F\u00fcrst beschrieben wurde \u2013 ver\u00e4ndert seine Darstellung entschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Dietrich und die Ritter den Rosengarten als fast paradiesisch empfinden, zerst\u00f6ren sie ihn kurz nach ihrer Ankunft. Eine weitere Diskrepanz zur anf\u00e4nglichen Lobrede wird hier deutlich, und <em>die wune wart do zerst\u00f6rt <\/em>(L, 142). Dietrich antwortet dem Zwergenk\u00f6nig <em>gar wol gezogenleich <\/em>(L, 116) bei dessen Ankunft im Rosengarten, verliert nachfolgend aber die Geduld: <em>Herr Dietrich zurnen began<\/em> (L, 439). Trotz grosser Anstrengung kann Dietrich den Zwergenk\u00f6nig im Kampf nicht auf Anhieb besiegen. Als es ihm dann doch gelingt, fleht Laurin um sein Leben, doch <em>der Perner hiet kein gut nicht<\/em> (L, 538) und kann nur durch wiederholtes Bitten Dietleibs bes\u00e4nftigt werden. Dies wiederholt sich im sp\u00e4teren Verlauf, etwa wenn Dietleib Dietrich auch bez\u00fcglich der K\u00f6nigin K\u00fcnhild bes\u00e4nftigen muss. In der Erz\u00e4hlung nimmt Dietrich nicht die Rolle ein, welche die anf\u00e4ngliche Lobrede ank\u00fcndigt \u2013 um sich tugendhaft zu verhalten, braucht er die Ermahnungen anderer.<\/p>\n\n\n\n<p>Schliesslich kehrt die Gefolgschaft samt Zwergenk\u00f6nig zur\u00fcck an den Hof. Dietrich und seine Gef\u00e4hrten haben <em>\u00e2ventiure<\/em> erlebt und sich in R\u00e4umen fernab vom Hof dazu verleiten lassen, tugendlos und heroisch zu handeln. In diesen R\u00e4umen ist er auf andere Personen angewiesen, die ihm am Hof unterlegen sind. Genau diese Figuren sind es jedoch, die Dietrich zum Sieg verhalfen und seine Widereingliederung am Hof erm\u00f6glichen. Insbesondere l\u00e4sst sich die Wiederherstellung der h\u00f6fischen Norm \u2013 und somit die Best\u00e4rkung der tugendhaften Werte \u2013 daran erkennen, dass Dietrich Laurins Taufpate wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schluss<\/h4>\n\n\n\n<p>Durch die unterschiedlichen r\u00e4umlichen Konzepte zeigt sich die Komplexit\u00e4t des <em>Laurin<\/em>. So muss das Verhalten der Figuren jeweils in Abh\u00e4ngigkeit von den Handlungsr\u00e4umen gelesen werden. Dietleibs Moral kommt beim Eintritt und beim Verlassen der H\u00f6hle zum Vorschein. Laurin verh\u00e4lt sich jedem Raum entsprechend: Im Rosengarten kann sein Verhalten gerechtfertigt werden, aber in der H\u00f6hle ist er der B\u00f6sewicht, und zum Schluss konvertiert er am Hof zum Christentum. Mit der Entfernung vom Hof distanziert sich Dietrich auch von seiner Tugend, doch zur\u00fcck am Hof zeigt er Einsicht und schliesst Freundschaft mit Laurin. K\u00fcnhilds Dilemma zieht sich durch die H\u00f6hle und den Hof, doch sie bleibt sich treu und vertritt stets ihre christlich konnotierten Werte. Nicht zu untersch\u00e4tzen ist dabei die Rolle der Zwischenr\u00e4ume, wie wir am Beispiel des Rosengartens gezeigt haben. Es sind diese Zwischenr\u00e4ume, in welchen die unterschiedlichen Moralvorstellungen \u2013 die Moral des Hofes und die Moral der Zwerge im Berg \u2013 aufeinanderprallen und sich der weitere Verlauf der Geschichte entscheidet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8cf370e7 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[1]<\/a> Vgl. Laurin. Hg. von Hendrukje Hartung u.&nbsp;a. Stuttgart 2016, S. IX-7. Zitate nach dieser Angabe k\u00fcnftig im Text unter der Sigle L mit Versangabe.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> Joachim Heinzle: Einf\u00fchrung in die mittelhochdeutsche Dietrichepik. Berlin\/Boston 1999, S. 29.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[3]<\/a> Vgl. Claudia Brinker-von der Heyde: Burg, Schloss, Hof. In: Tilo Renz \/ Monika Hanauska \/ Mathias Herweg (Hg.): Literarische Orte in deutschsprachigen Erz\u00e4hlungen des Mittelalters. Ein Handbuch. Berlin\/Boston 2018, S. 101.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[4]<\/a> Vgl. Andreas Hammer: H\u00f6hle, Grotte. In: Tilo Renz\/ Monika Hanauska \/ Mathias Herweg (Hg.): Literarische Orte in deutschsprachigen Erz\u00e4hlungen des Mittelalters. Ein Handbuch. Berlin\/Boston 2018, S. 289.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[5]<\/a> Hammer 2018, S. 288. (wie Anm. 4)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[6]<\/a> Vgl. Judith Klinger: Anderswelten. In: Tilo Renz \/ Monika Hanauska \/ Mathias Herweg (Hg.): Literarische Orte in deutschsprachigen Erz\u00e4hlungen des Mittelalters. Ein Handbuch. Berlin\/Boston 2018, S. 27f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\" id=\"_edn7\">[7]<\/a> Vgl. Anna-Lena Liebermann: Wald, Lichtung, Rodung, Baum. In: Tilo Renz \/ Monika Hanauska \/ Mathias Herweg (Hg.): Literarische Orte in deutschsprachigen Erz\u00e4hlungen des Mittelalters. Ein Handbuch. Berlin\/Boston 2018, S. 559f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\" id=\"_edn8\">[8]<\/a> Dieses Nicht-Wahrnehmen wird vom Text nicht weiter kommentiert, weshalb hier wie auch in der Forschungsliteratur diese Unf\u00e4higkeit des Wahrnehmens als ein m\u00f6glicherweise unl\u00f6sbares R\u00e4tsel anerkannt wird. Vgl. Florian M. Schmid: \u201eder getwerge ebenture in den holen bergen\u201c. Mittelalterliche Konstruktion und Rezeption von Raum im \u201aLaurin\u2018. In: Christoph Bartsch \/ Frauke Bode (Hg.): Welt(en) erz\u00e4hlen: Paradigmen und Perspektiven. Berlin\/Boston 2019 (Narratologia 65), S. 355\u2013357.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\" id=\"_edn9\">[9]<\/a> Vgl. ebd., S. 361.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\" id=\"_edn10\">[10]<\/a> Vgl. Heinzle 1999, S. 166 (wie Anm. 2).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\" id=\"_edn11\">[11]<\/a> Vgl. Hammer 2018, S. 291 (wie Anm. 4).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heranf\u00fchrung Die Welt fernab vom Hof: Laurins Rosengarten und seine prunkvolle Bergh\u00f6hle \u2013 in diesen R\u00e4umen suchen Dietrich und seine Gef\u00e4hrten nach Abenteuer und bek\u00e4mpfen den dortigen Hausherrn, den Zwergenk\u00f6nig Laurin, um als \u201aHelden\u2018 zur\u00fcck an ihren Hof zu kommen. 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