{"id":1231,"date":"2023-09-10T14:39:52","date_gmt":"2023-09-10T12:39:52","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/?p=1231"},"modified":"2023-09-10T16:24:37","modified_gmt":"2023-09-10T14:24:37","slug":"hoehlen-und-hoellen-vom-mittelalter-bis-in-die-neuzeit-die-hoehle-als-projektionsflaeche-fuer-menschliche-aengste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/2023\/09\/10\/hoehlen-und-hoellen-vom-mittelalter-bis-in-die-neuzeit-die-hoehle-als-projektionsflaeche-fuer-menschliche-aengste\/","title":{"rendered":"H\u00f6hlen und H\u00f6llen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Die H\u00f6hle als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr menschliche \u00c4ngste"},"content":{"rendered":"\n<p>Als R\u00e4ume unter der Erde und somit als Unterwelten bergen H\u00f6hlen schon seit jeher das Potenzial, Schaupl\u00e4tze antithetischer \u00dcberlegungen zur Oberwelt und zum Himmel zu sein. Als verborgene Negativr\u00e4ume, in denen die Dunkelheit herrscht und die das Unbekannte sowie nicht Wahrnehmbare beherbergen, bieten sie eine Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr menschliche \u00c4ngste und Sorgen, die in Erz\u00e4hlungen vom Mittelalter bis in die Neuzeit bespielt wird. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist das Fegefeuer, das als Zwischenraum zwischen Diesseits und Jenseits paradigmatisch f\u00fcr die H\u00f6hle als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr menschliche \u00c4ngste ist und als Imaginationsraum nach wie vor Konjunktur hat. Im Folgenden werden H\u00f6hlen aus drei verschiedenen, textuellen wie filmischen, Erz\u00e4hlungen (<em>Legenda Aurea<\/em>; <em>Fortunatus<\/em>; <em>As Above, So Below<\/em>) untersucht, die alle auf je eigene Weise H\u00f6hlen und den Affekt Horror im Zusammenhang mit dem Purgatorium reflektieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Fegefeuer als Raum des Horrors<\/h4>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-678x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1236\" style=\"width:450px\" width=\"450\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-678x1024.jpeg 678w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-199x300.jpeg 199w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-768x1159.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-1017x1536.jpeg 1017w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-364x550.jpeg 364w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea-331x500.jpeg 331w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb1_Fegefeuer_Legenda-aurea.jpeg 1083w\" sizes=\"(max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Das Fegefeuer in der sog. \u201aEls\u00e4ssischen Legenda Aurea\u2018, Universit\u00e4tsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 144, fol. 338r. Digitalisat online: <a href=\"https:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/cpg144\/0699\/image,info\">https:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/cpg144\/0699\/image,info<\/a> (06.06.2023)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Ein Weg durch Leid und Folter, um die weltlichen S\u00fcnden zu tilgen \u2013 das ist das Fegefeuer. Neben anderen Entw\u00fcrfen handelt eine der Legenden der im Hochmittelalter entstandenen Legenda Aurea des Jacobus de Voragine davon, wie das Fegefeuer entstanden sei. Darin bittet der Heilige Patrick Gott nach einer scheinbar gescheiterten Konversion um ein Wunder, um sein Vorhaben doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Auf Anweisung Gottes zeichnet er einen Kreis auf den Boden, und innerhalb der gezeichneten Linie \u00f6ffnet sich ein tiefes Loch in der Erde, worin sich ein Purgatorium manifestiert: Durch den Gang in die H\u00f6hle w\u00fcrde man die Absolution erhalten, damit die Seele nach dem Tod s\u00fcndenfrei ins ewige Paradies aufsteigen k\u00f6nne. St. Patrick aber betritt die H\u00f6hle in dieser Erz\u00e4hlung nie, \u201ewohl, weil er einer Reinigung nicht bedurfte\u201c,<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[1]<\/a> wie J\u00f6rg Robert vermutet. Alles, was \u00fcber das Innere der H\u00f6hle \u00fcberliefert wird, stammt von einem Blick durch einen schmalen Spalt, durch den das Leid und die Folter beobachtet werden k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept des Fegefeuers ger\u00e4t mit der Reformation in heftige Kritik und wird schliesslich abgeschafft. Die reformierten Kirchen beziehen sich bei dem, was nach dem Tod geschehen w\u00fcrde, auf das Matth\u00e4usevangelium. So w\u00fcrden die Menschen vor den Sch\u00f6pfer treten, wo er sie in \u201agut\u2018 und \u201aschlecht\u2018 einteilt, den Guten die Ewigkeit im Himmelreich schenkt und die B\u00f6sen f\u00fcr ihre Untaten zu ewigem Leid verdammt (Mt 25,31\u201346). Einen Zwischenraum wie das Fegefeuer, wo man durch unvorstellbare Qualen gel\u00e4utert und von weltlichen S\u00fcnden reingewaschen wird, gibt es dabei nicht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fortunatus und die <s>H\u00f6lle<\/s> H\u00f6hle<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>In der fr\u00fchen Neuzeit wagt auch ein junger Mann namens Fortunatus in dem nach ihm benannten Roman den Abstieg in eine H\u00f6hle, die man<em> sant patricius fegefe\u00fcr <\/em>nennt. Der Abstieg passiert im Rahmen einer Erz\u00e4hlung, in welcher der k\u00fcrzlich verarmte Fortunatus in einem Wald auf die<em> iunckfraw des gl\u00fccks <\/em>\u2013 Fortuna \u2013 trifft, die ihm die Wahl zwischen f\u00fcnf Tugenden gibt: Weisheit, Reichtum, St\u00e4rke, Gesundheit oder langes Leben. Fortunatus entscheidet sich f\u00fcr Reichtum, weswegen er ein magisches Gelds\u00e4ckel erh\u00e4lt, bei dem er, so oft er hineingreift, Geld in der jeweiligen Landesw\u00e4hrung vorfindet.<a id=\"_ednref3\" href=\"#_edn3\">[3]<\/a> Mit diesem Geld- oder Gl\u00fcckss\u00e4ckel bereist er nun mit Gefolge die Welt und besteht immer gr\u00f6ssere Abenteuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf seiner Reise vernimmt Fortunatus eines Tages, dass in der N\u00e4he ein Kloster sei, in dem sich hinter dem Altar der Eingang zur finsteren H\u00f6hle befinde, in der <em>sant patricius fegefe\u00fcr<\/em> sein soll. Fortunatus, angetrieben von seiner Neugier, m\u00f6chte sich das Fegefeuer nicht entgehen lassen und konfrontiert den Abt des Klosters noch vor dem Eintritt mit der Frage, was seine Vorg\u00e4nger*innen dar\u00fcber berichten, was sie in der H\u00f6hle gesehen und geh\u00f6rt h\u00e4tten. Der Abt macht kein Geheimnis daraus, dass die Berichte gemischt seien und nicht alle die Schreie der Verdammten geh\u00f6rt h\u00e4tten: <em>[S]o sagen etlich sy haben gehoert ellendiglichen rueffen \/ so haben ettlich nichts gehoert noch gesehen \/ dann das yn ser gegrausset hat<\/em>.<a id=\"_ednref4\" href=\"#_edn4\">[4]<\/a> Aber diejenigen, die nichts geh\u00f6rt noch gesehen h\u00e4tten, habe es <em>ser gegrausset<\/em>.<a id=\"_ednref5\" href=\"#_edn5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb2_Fortunatus.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1237\" style=\"width:500px\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb2_Fortunatus.png 959w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb2_Fortunatus-300x213.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb2_Fortunatus-768x545.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb2_Fortunatus-465x330.png 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb2_Fortunatus-695x494.png 695w\" sizes=\"(max-width: 959px) 100vw, 959px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: <em>Wie fortunatus und seyn diener L\u00fcpoldus in Patricius loch giengen<\/em>. Holzschnitt aus Fortunatus (wie Anm. 3), S. 445.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Im Anschluss an das Gespr\u00e4ch mit dem Abt gehen nun also <em>fortunatus und seyn diener L\u00fcpoldus in Patricius loch<\/em>.<a id=\"_ednref6\" href=\"#_edn6\">[6]<\/a> Der zu dieser Episode geh\u00f6rige Holzschnitt zeigt Fortunatus mit Federhut, der seinen Diener zum Betreten eines Lochs im Boden n\u00f6tigt. Was sie in der H\u00f6hle empf\u00e4ngt, ist nicht das schreckliche Fegefeuer oder die grausame Folter zur L\u00e4uterung ihrer S\u00fcnden, sondern \u2013 nichts. Wie bei ihren Vorg\u00e4ngern l\u00f6st das Ausbleiben des Purgatoriums aber nicht Erleichterung, sondern Furcht aus: <em>Sy was ain grau\u00dfen an kommen<\/em>.<a id=\"_ednref7\" href=\"#_edn7\">[7]<\/a> Ihr Aufenthalt, der nur eine Nacht h\u00e4tte umfassen sollen, dehnt sich aus in eine f\u00fcr sie nicht erfassbare, unendlich erscheinende Zeitdauer. In diesem Moment der Verzweiflung findet eine Aushandlung moralischer Wertvorstellungen statt, denn der Raum setzt \u201edas bew\u00e4hrte Hilfs- und Schmiermittel \u2013 Geld \u2013\u201c ausser Gefecht.<a id=\"_ednref8\" href=\"#_edn8\">[8]<\/a> Im Moment der Auseinandersetzung mit sich selbst f\u00e4llt Fortunatus Gott ein, der in der H\u00f6hle die Alternative zum Geld zu sein scheint: <em>O almechtiger got \/ nun kum vns zu hilff wann hye hylfft weder gold noch silber<\/em>.<a id=\"_ednref9\" href=\"#_edn9\">[9]<\/a> An der Stelle des Fegefeuers haben Fortunatus und L\u00fcpoldus also einen Raum vorgefunden, der ihnen jegliche \u00f6rtliche und zeitliche Orientierung raubt und Fortunatus\u2019 magisches Objekt \u2013 das Gelds\u00e4ckel, das ihm ausserhalb der H\u00f6hle beinahe unbegrenzte M\u00f6glichkeiten und Macht verschafft \u2013 nutzlos macht: \u201eDie H\u00f6lle wird zur H\u00f6hle, die Foltertopik in eine reale Topographie der Leere \u00fcberf\u00fchrt. Fortunatus und L\u00fcpoldus haben zwar die H\u00f6lle entzaubert, dabei jedoch das Grauen der tiefen Leere bzw. der leeren Tiefe entdeckt.\u201c<a id=\"_ednref10\" href=\"#_edn10\">[10]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Topographie der Orientierungslosigkeit<\/h4>\n\n\n\n<p>Anders als in der <em>Legenda Aurea<\/em> schildert der Abt in einer Binnenerz\u00e4hlung im <em>Fortunatus<\/em>, dass St. Patricius die H\u00f6hle mit dem Fegefeuer nicht erschaffen, sondern eines Tages in der W\u00fcste vorgefunden habe. Au\u00dferdem sei er hineingegangen und habe sich verirrt, und wie er Gott um Hilfe gebeten habe, um wieder aus der H\u00f6hle herauszufinden, habe er das j\u00e4mmerliche Geschrei der Verdammten vernommen. Mithilfe Gottes aber habe er den Weg schliesslich wieder herausgefunden und ebenjenes Kloster errichtet, das Fortunatus und sein Gefolge nun besuchen.<a id=\"_ednref11\" href=\"#_edn11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere Eigenschaft der H\u00f6hle, die aus der Heiligenvita bekannt ist und auch im <em>Fortunatus<\/em> behandelt wird, ist der absolute Verlust der zeitlichen und \u00f6rtlichen Orientierung. Dabei k\u00f6nnte die geographische Lokalisierung der H\u00f6hle nicht leichter sein: Das St. Patrick-Purgatorium befindet sich an einem real existierenden Ort, namentlich auf Station Island im Lough Derg, einem kleinen See in der Grafschaft Donegal im heutigen Irland. Es handelt sich dabei also um eine H\u00f6hle, deren Eingang sich hinter dem Altar einer Kirche auf einer Insel in einem See befindet, welcher wiederum auf der gr\u00f6\u00dferen Insel Irland liegt, die ihrerseits von einem Ozean umgeben ist. Diese Verortung erzeugt einerseits eine Atmosph\u00e4re der Abgeschiedenheit und Verlorenheit, ist die H\u00f6hle doch weit von Fortunatus\u2019 Heimat, Zypern, entfernt, und zeigt andererseits die immense Summe an Grenz\u00fcberschreitungen auf, die Fortunatus auf sich nehmen muss, um in die H\u00f6hle zu kommen. Obwohl Fortunatus sich also bis zum Eintreten in die H\u00f6hle in der zivilisierten christlichen Welt befindet, hat er doch bereits viele geografische Trennlinien \u00fcberschritten, die das Purgatorium zu einem Fremdraum machen.<a id=\"_ednref12\" href=\"#_edn12\">[12]<\/a> Als letzter Akt der Grenz\u00fcberschreitung erfolgt der Eintritt in die H\u00f6hle, deren Eingang im Text mit einer T\u00fcr markiert ist: <em>[V]nd also schlo\u00df man yn die th\u00fcre der h\u00fcle auff \/ die ist hynder dem fronaltar in dem closter \/ da geet man dareyn wie in ainen keler.<\/em><a id=\"_ednref13\" href=\"#_edn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb3_Grenzueberschreitung.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1238\" style=\"width:500px\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb3_Grenzueberschreitung.png 896w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb3_Grenzueberschreitung-300x131.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb3_Grenzueberschreitung-768x336.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb3_Grenzueberschreitung-465x203.png 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb3_Grenzueberschreitung-695x304.png 695w\" sizes=\"(max-width: 896px) 100vw, 896px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Fortunatus\u2019 Grenz\u00fcberschreitungen. Illustration von Linus Wanner.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die H\u00f6hlenbesucher f\u00fchren dabei kein Licht mit sich, da <em>die h\u00fcle [] kain liecht leidet<\/em>,<a id=\"_ednref14\" href=\"#_edn14\">[14]<\/a> und werden hier von Dunkelheit und dem bereits erw\u00e4hnten Nichts empfangen. Die H\u00f6hle erscheint ihnen als endloser Raum \u2013 <em>und giengen allso in der vinsternu\u00df vnnd mainten der h\u00fcle an ain end zu geen<\/em><a id=\"_ednref15\" href=\"#_edn15\">[15]<\/a><em> <\/em>\u2013, der ihnen keine Anhaltspunkte zur Orientierung liefert, weder zeitlich \u2013 <em>das sy nicht we\u00dften ob sy kurtz oder lanng darinnen waeren gewesen<\/em><a id=\"_ednref16\" href=\"#_edn16\">[16]<\/a><em> <\/em>\u2013 noch r\u00e4umlich \u2013 <em>vnnd horten noch sahen nichts.<\/em><a id=\"_ednref17\" href=\"#_edn17\">[17]<\/a> Dieser subjektive Orientierungsverlust durch Fortunatus und L\u00fcpoldus wird kontrastiert durch die gleichzeitige Einordnung in das Geschehen der Aussenwelt: W\u00e4hrend drei Tagen wird die T\u00fcr jeden Morgen aufgeschlossen und nach ihnen gerufen, die Rettung erfolgt erst am vierten Tag durch ein \u00f6konomisch motiviertes Rettungsteam. Ein hervorragender Wein, den Fortunatus vor dem Abstieg in die H\u00f6hle dem Abt geschenkt hat, und auch die finanzielle Abh\u00e4ngigkeit von Fortunatus\u2019 Gefolge f\u00fchren zur Mobilisierung eines alten Mannes, der die H\u00f6hle Jahre zuvor mit Seilen vermessen hat und sich darin blind orientieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fegefeuer wird also gleich doppelt entzaubert, denn nicht nur bleibt das Purgatorium aus, die H\u00f6hle ist auch zu einem empirisch vermessbaren und vermessenen Raum degradiert. Was bleibt, sind der innere Orientierungsverlust und die Angst, die Fortunatus in der H\u00f6hle erlitten hat und f\u00fcr die das Nichts eine Projektionsfl\u00e4che bietet. Darin offenbaren sich nicht nur pers\u00f6nliche \u00c4ngste, sondern auch Sorgen, die die fr\u00fche Neuzeit als Ganzes pr\u00e4gen. In dieser <em>Fortunatus<\/em>-Episode zeigt sich n\u00e4mlich eine beinahe zynisch anmutende Auseinandersetzung mit Fragen nach der Stellung der Religion und Gott im Hinblick auf den aufkommenden Kapitalismus und die damit einhergehende Macht des Geldes sowie nach dem Verh\u00e4ltnis sich anbahnender wissenschaftlicher Methoden und der damit einhergehenden Vermessung und Entzauberung der Welt. Aber auch wenn das Fegefeuer ausbleibt, f\u00fchrt dieser leere Raum zu einer Introspektion, die als Form der Reinigung betrachtet werden k\u00f6nnte: Nicht \u00e4usserlich zugef\u00fcgte Qualen, sondern Fortunatus\u2019 Gewissen verhilft ihm dazu, die Grenzen seines Reichtums und die Konsequenzen seiner Handlungen zu erkennen und sich zu Gott hinzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die H\u00f6hle als Ort des Horros in der Neuzeit: Ein intermedialer Vergleich<\/h4>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6hle als Schauplatz menschlicher \u00c4ngste hat auch auf den Kinoleinw\u00e4nden der Neuzeit Konjunktur. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist der 2014 gedrehte Film <em>As Above, So Below<\/em>, der dem Genre des Horrors zuzuordnen ist.<a id=\"_ednref18\" href=\"#_edn18\">[18]<\/a> In diesem Film steigt eine junge Forscherin unter Begleitung einer Gruppe, die sich aus ihren Freunden und Einheimischen aus Paris zusammensetzt, in die Pariser Katakomben \u2013 also ein menschengemachtes H\u00f6hlensystem \u2013, um den Stein der Weisen zu suchen. Obwohl diese Geschichte mehrere Jahrhunderte j\u00fcnger als <em>Fortunatus <\/em>und die <em>Legenda Aurea<\/em> istund in einem anderen Medium wiedergegeben wird, lassen sich einige Parallelen ausmachen und bereits identifizierte Eigenschaften der H\u00f6hle wiedererkennen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot-1024x585.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1239\" style=\"height:400px\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot-1024x585.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot-300x172.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot-768x439.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot-465x266.png 465w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot-695x397.png 695w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/files\/2023\/09\/Abb4_Film-Screenshot.png 1506w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 4: Das brennende Auto in den Katakomben.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die der H\u00f6hle inh\u00e4rente Abwesenheit von Licht erschwert die r\u00e4umliche Orientierung und l\u00f6st sie aus dem Tag-Nacht-Rhythmus heraus, der eine zeitliche Orientierung bieten w\u00fcrde. In <em>As Above, So Below<\/em> ger\u00e4t die Gruppe ausserdem in Teile der Katakomben, die nicht auf den Karten verzeichnet sind, womit der vermeintlich begrenzte und bekannte Raum ein unbeschr\u00e4nkter wird. Einst\u00fcrze k\u00f6nnen diesen Raum zus\u00e4tzlich auf fatale Weise ver\u00e4ndern; als die Gruppe durch eine besonders enge Passage kriecht, st\u00fcrzt hinter ihnen die Decke herab, sodass sie nicht mehr zur\u00fcckgehen k\u00f6nnen. Wie bei <em>Fortunatus<\/em> l\u00f6st sich die H\u00f6hle also aus der r\u00e4umlichen wie der zeitlichen Ordnung, ist ein wandelbarer Raum, der r\u00e4umliche und zeitliche Grenzen sprengen kann, wenn er betreten wird. Bei <em>Fortunatus<\/em> verliert das Geld innerhalb der H\u00f6hle seinen Wert, bei <em>As Above, So Below<\/em> dehnt sich der G\u00fcltigkeitsverlust bisheriger Werte auf die r\u00e4umlichen Werte aus: Oben und unten werden vertauscht, und Tunnel f\u00fchren nicht mehr dorthin, wo sie eigentlich hinf\u00fchren sollten \u2013 einer der Tunnel ist durch intertextuelle Bez\u00fcge zu Dantes <em>Inferno<\/em> sogar als Eingang der H\u00f6lle markiert. Im Gegensatz zu <em>Fortunatus <\/em>walten hier aber nicht nur Sinnest\u00e4uschungen, sondern tats\u00e4chlich \u00fcbernat\u00fcrliche Wirkm\u00e4chte. Die Gruppe st\u00f6sst beispielsweise auf ein brennendes Auto, das logisch betrachtet nicht in die Katakomben gelangen kann. Andernorts werden sie von gef\u00e4hrlichen Kreaturen verfolgt. Insgesamt werden der H\u00f6hle also Eigenschaften und Elemente zugeordnet, die weit \u00fcber das Nat\u00fcrliche oder das M\u00f6gliche hinausgehen. Auch das symbolische Potenzial der H\u00f6hle als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr \u00c4ngste findet sich wieder. Die \u00fcbernat\u00fcrlichen Ph\u00e4nomene konfrontieren die Charaktere mit ihrer eigenen Vergangenheit, die oftmals eng mit Vers\u00e4umnissen und \u00c4ngsten verkettet ist. Wie das Purgatorium sind die Katakomben also ein Raum, in dem man sich mit den eigenen S\u00fcnden und \u00c4ngsten auseinandersetzen muss. So hat einer der Charaktere in der Vergangenheit jemandem nicht aus einem brennenden Auto geholfen, und ebendieses brennende Auto steht nun vor ihm in den Katakomben, sodass er gezwungen ist, sich erneut mit seinem Trauma auseinanderzusetzen. Die Angst aufgrund von Orientierungslosigkeit, Sinnest\u00e4uschungen und gef\u00e4hrlichen \u00fcbernat\u00fcrlichen Ph\u00e4nomenen wird amplifiziert durch die Klaustrophobie einer der Charaktere. Wie im <em>Fortunatus<\/em> erleiden die H\u00f6hleng\u00e4nger*innen also Todes\u00e4ngste, und wie im <em>Fortunatus<\/em> fragen sie sich: Werden wir es schaffen, lebendig wieder aus der H\u00f6hle herauszukommen?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vom Mittelalter bis in die Neuzeit: H\u00f6hle als Schauplatz des Horrors<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Zwischen den diskutierten Erz\u00e4hlungen liegen jeweils mehrere Jahrhunderte, und doch hat sich gezeigt, dass die H\u00f6hle als Imaginationsraum der menschlichen Angst Kontinuit\u00e4ten aufweist, die bis in die heutige Zeit reichen. Orientierungslosigkeit und Sinnest\u00e4uschungen scheinen vorprogrammiert zu sein und auch die Vorstellung der H\u00f6hle als Eingang zum Jenseits ist nach wie vor plausibel. Die \u00c4ngste, die reflektiert werden, sind jeweils symptomatisch f\u00fcr die Zeit: die moralische Verkommenheit der s\u00fcndigen Menschheit in der mittelalterlichen <em>Legenda Aurea<\/em> mit dem Fegefeuer in seiner urspr\u00fcnglichen Form, die Stellung der Religion im Bezug zum Kapitalismus und den Wissenschaften im fr\u00fchneuzeitlichen <em>Fortunatus<\/em> und die Auseinandersetzung mit unseren individuellen Traumata und Vers\u00e4umnissen in <em>As Above, So Below<\/em>. Besonders <em>Fortunatus<\/em> wirft eine Frage auf, die \u00fcberzeitliche Relevanz beweist und die wir uns heute noch stellen k\u00f6nnen: K\u00f6nnte es sein, dass das Nichts schlimmer ist als jedes Purgatorium?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8cf370e7 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[1]<\/a> J\u00f6rg Robert: Fortunatus im Purgatorium. Literarische H\u00f6hlenforschung als Paradigma der Moderne. In: Joachim Hamm \/ J\u00f6rg Robert (Hg.): Unterwelten. Modelle und Transformationen. W\u00fcrzburg 2014, S. 183\u2013209, hier S. 185.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> Vgl. Ebd., S. 183\u2013186.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[3]<\/a> Fortunatus. In: Jan-Dirk M\u00fcller (Hg.): Romane des 15. und 16. Jahrhunderts. Nach den Erstdrucken mit s\u00e4mtlichen Holzschnitten. Frankfurt am Main 1990, S. 383\u2013586, hier S. 430.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[4]<\/a> Ebd., S. 444.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[5]<\/a> Art. grausen. In: Fr\u00fchneuhochdeutsches W\u00f6rterbuch 7 (2001), Sp. 341f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[6]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\" id=\"_edn7\">[7]<\/a> Ebd., S. 446.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\" id=\"_edn8\">[8]<\/a> Robert: Unterwelten (wie Anm. 1), S. 202.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\" id=\"_edn9\">[9]<\/a> Ebd., S. 446.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\" id=\"_edn10\">[10]<\/a> Robert: Unterwelten (wie Anm. 1), S. 202.&nbsp;Hier sollte noch angemerkt werden, dass Robert zugunsten des Wortspiels, wonach die H\u00f6hle zur H\u00f6lle wird, ein gewisses Mass an Pr\u00e4zision vermissen l\u00e4sst, ist doch das Fegefeuer nicht dasselbe wie die H\u00f6lle.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\" id=\"_edn11\">[11]<\/a> Vgl. Fortunatus (wie Anm. 3), S. 444.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\" id=\"_edn12\">[12]<\/a> Hier l\u00e4sst sich ausserdem anmerken, dass Fortunatus nicht nur r\u00e4umliche, sondern auch soziale Grenzen \u00fcbertritt. Er begleitet seinen Diener L\u00fcpoldus, der in Irland seine Familie besucht. Erst dieser beinahe die st\u00e4ndische Ordnung umkehrende Ausflug f\u00fchrt ihn zum Purgatorium bzw. in dessen N\u00e4he.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\" id=\"_edn13\">[13]<\/a> Fortunatus (wie Anm. 3), S. 445.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\" id=\"_edn14\">[14]<\/a> Ebd., S. 447.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\" id=\"_edn15\">[15]<\/a> Ebd., S. 446.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref16\" id=\"_edn16\">[16]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref17\" id=\"_edn17\">[17]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref18\" id=\"_edn18\">[18]<\/a> AS ABOVE, SO BELOW (2014, John Erick Dowdle, USA).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als R\u00e4ume unter der Erde und somit als Unterwelten bergen H\u00f6hlen schon seit jeher das Potenzial, Schaupl\u00e4tze antithetischer \u00dcberlegungen zur Oberwelt und zum Himmel zu sein. Als verborgene Negativr\u00e4ume, in denen die Dunkelheit herrscht und die das Unbekannte sowie nicht Wahrnehmbare beherbergen, bieten sie eine Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr menschliche \u00c4ngste und<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/2023\/09\/10\/hoehlen-und-hoellen-vom-mittelalter-bis-in-die-neuzeit-die-hoehle-als-projektionsflaeche-fuer-menschliche-aengste\/\">Weiterlesen&#8230;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":776,"featured_media":1252,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":"","footnotes":""},"categories":[62,61],"tags":[],"class_list":["entry","author-enno-bertram","post-1231","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hoehlen","category-serien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/users\/776"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1231"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1254,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1231\/revisions\/1254"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/medioscope\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}