{"id":502,"date":"2015-08-14T11:38:57","date_gmt":"2015-08-14T10:38:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/?p=502"},"modified":"2022-11-16T15:21:36","modified_gmt":"2022-11-16T14:21:36","slug":"die-elfenbeintafeln-aus-der-hofschule-karls-des-kahlen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/die-elfenbeintafeln-aus-der-hofschule-karls-des-kahlen-3\/","title":{"rendered":"Die Elfenbeintafeln aus der Hofschule Karls des Kahlen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><strong><a href=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/wie-zwei-elfenbeintafeln-die-meinungen-spalten-diskussion-des-urspruenglichen-kontextes-zweier-karolingischer-elfenbeintafeln-im-schweizerischen-nationalmuseum\/\">Zum Essay<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Anonym, Hofschule Karls des Kahlen, um 870.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Elfenbein&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Material aus Z&auml;hnen, Knochen oder gar Geweih von Tieren. Im Mittelalter war besonders der Elefantenstosszahn beliebt. Das als unverweslich geltende Elfenbein wurde zu dieser Zeit f&uuml;r Pyxiden, Diptychen, Triptychen, Tafeln, K&auml;mme, Buchk&auml;sten und Buchdeckel verwendet.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/elfenbein\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Elfenbein<\/a>, H. 11,2 cm, B. 8,5\/8,7 cm<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.nationalmuseum.ch\/d\/\">Schweizerisches Nationalmuseum:<\/a> Inv. AG 1311 \/ LM 21825 .<\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<div id=\"gallery-1\" class=\"gallery galleryid-502 gallery-columns-3 gallery-size-large\"><figure class=\"gallery-item\">\n\t\t\t<div class=\"gallery-icon portrait\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/katalog_neu_albert_abb_01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"624\" height=\"800\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Albert_Abb_01-624x800.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-353\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Albert_Abb_01.jpg 624w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Albert_Abb_01-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px\"\/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class=\"wp-caption-text gallery-caption\" id=\"gallery-1-353\">\n\t\t\t\tAbb. 1: Hofschule Karls des Kahlen, Elfenbeinplatte mit Szenen zu Psalm 24, um 870, Schweizerisches Nationalmuseum Z&#xFC;rich, Inv. AG 1311 (&#xA9; Schweizerisches Nationalmuseum).\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class=\"gallery-item\">\n\t\t\t<div class=\"gallery-icon portrait\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/katalog_neu_albert_abb_02\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"628\" height=\"800\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Albert_Abb_02-628x800.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-354\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Albert_Abb_02.jpg 628w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Albert_Abb_02-236x300.jpg 236w\" sizes=\"auto, (max-width: 628px) 100vw, 628px\"\/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class=\"wp-caption-text gallery-caption\" id=\"gallery-1-354\">\n\t\t\t\tAbb. 2: Hofschule Karls des Kahlen, Elfenbeinplatte mit Szenen zu Psalm 26, um 870, Nationalmuseum Z&#xFC;rich, Inv. Nr. LM 21825 (&#xA9; Schweizerisches Nationalmuseum).\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine filigrane Schnitzarbeit in hohem Relief schm&uuml;ckt die beiden formatgleichen Tafeln aus <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Elfenbein&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Material aus Z&auml;hnen, Knochen oder gar Geweih von Tieren. Im Mittelalter war besonders der Elefantenstosszahn beliebt. Das als unverweslich geltende Elfenbein wurde zu dieser Zeit f&uuml;r Pyxiden, Diptychen, Triptychen, Tafeln, K&auml;mme, Buchk&auml;sten und Buchdeckel verwendet.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/elfenbein\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Elfenbein<\/a> (Abb. 1 und 2). Gerahmt von Leisten mit <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Akanthus&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Auch bekannt unter dem Namen &amp;quot;echter B&auml;renklau&amp;quot;. Seit der Antike wird er in stilisierter Form in der Kunst als Ornament verwendet.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/akanthus\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Akanthus<\/a>-Ornament, illustrieren die geschnitzten Darstellungen Verse aus den Psalmen 24 und 26.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bildfeld von Tafel LM 21825 ist durch horizontale B&#xE4;nder stilisierter Wolken und Erdschollen in drei Zonen geteilt. In der Mitte der Komposition steht ehrfurchtsvoll vorn&#xFC;bergebeugt der Psalmist David. Mit erhobenen H&#xE4;nden richtet er seinen Blick nach oben, wo der mit Kreuznimbus gekennzeichnete Christus zwischen vier Engeln &#xFC;ber dem Wolkenband schwebt. Christus reicht David eine Schriftrolle herab, die sich dabei ein St&#xFC;ck &#xF6;ffnet. Zur Linken des Psalmisten steht eine Schar bewaffneter M&#xE4;nner, von denen einer eine weitere Schriftrolle und einen abw&#xE4;rts gerichteten Pfeil tr&#xE4;gt. Auch in den anderen Figurengruppen treten Schriftrollen auf. So sind in der Menschenmenge rechts von David weitere M&#xE4;nner mit Rollen in der Hand auszumachen. In der untersten Bildzone reichen mehrere Personen, darunter auch eine Frau, Schriftrollen weiter, die aus dem ornamentierten Gef&#xE4;ss am Boden zu stammen scheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bildfl&auml;che der Tafel AG-1311 wird auf &auml;hnliche Weise durch B&auml;nder stilisierter Erdschollen gegliedert. Links oben ist ein Geb&auml;ude dargestellt, das an einen r&ouml;mischen Podiumstempel mit Freitreppe erinnert. Dessen Front wird von einem auf zwei S&auml;ulen ruhenden Dreiecksgiebel mit schmucklosem <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Tympanon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Das Feld, das sich zwischen dem h&ouml;chsten Punkt des Giebels bzw. Bogens und dem Geison bzw. dem T&uuml;r- oder Fenstersturz aufspannt. Es kann die Form eines Dreiecks (vgl. antike Tempel) oder eines Kreissegments besitzen. Bis in die Barockzeit funktioniert das Tympanon als Darstellungsfl&auml;che f&uuml;r Malereien, Mosaiken oder skulpturalen Schmuck.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/tympanon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Tympanon<\/a> &uuml;berspannt. Auf der Giebelspitze ist ein Akroterion aus Akanthusbl&auml;ttern angebracht. An den Tempel sind zwei T&uuml;rme und ein niedrigeres Geb&auml;ude mit Pultdach angebaut. Im Eingangsbereich steht neben einem Mann und einem Engel Christus, der wiederum am Kreuznimbus zu erkennen ist. In seiner linken Hand h&auml;lt er eine brennende Fackel. In einer starken Drehbewegung wendet er sich dem Psalmisten zu, der am Fuss der Treppe neben dem Opferaltar und einem Lamm steht. Rechts oben verfolgen ein Mann, eine Frau und ein Kind vor einem weiteren Turm stehend dieses Geschehen. Durch die aus einer Wolke herausgreifende <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Dextera Dei&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Die Manus oder Dextera Dei ist vom 4.-13. Jh. die wichtigste ikonografische Darstellung f&uuml;r Gottvater und dessen Eingreifen in das Leben auf der Welt. Am h&auml;ufigsten greift die Hand aus dem Himmel, der als Licht- oder Wolkensegment verdeutlicht wird.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/dextera-dei\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Dextera Dei<\/a> wird die Billigung Gottvaters angezeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &#xFC;brigen Bereiche des Bildfeldes sind gef&#xFC;llt mit Bewaffneten, die mit Lanzen und Schilden bewehrt sind und unten von Berittenen angef&#xFC;hrt werden. Der Zug setzt sich mit zwei Reitern am linken Rand fort, die senkrecht nach oben reiten, w&#xE4;hrend unter ihnen ein weiterer gerade in die Ecke st&#xFC;rzt. Ganz in Erdschollen eingeh&#xFC;llt findet sich links ein Vogel mit langen Schwanzfedern und einem Kamm, der in Richtung des Lammes zur&#xFC;ckblickt.<\/p>\n<div id=\"gallery-2\" class=\"gallery galleryid-502 gallery-columns-3 gallery-size-large\"><figure class=\"gallery-item\">\n\t\t\t<div class=\"gallery-icon landscape\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/die-elfenbeintafeln-aus-der-hofschule-karls-des-kahlen-3\/katalog_neu_albert_abb_03a\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"350\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_03a-800x438.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-834\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_03a-800x438.jpg 800w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_03a-300x164.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_03a.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\"\/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class=\"wp-caption-text gallery-caption\" id=\"gallery-2-834\">\n\t\t\t\tAbb. 3: Elfenbeinplatte mit Szenen zu Psalm 24, um 870, Schweizerisches Nationalmuseum Z&uuml;rich, Inv. LM 21825 (&copy; Schweizerisches Nationalmuseum), und Illustration zu Psalm 24, Utrecht-<a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Psalter&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Nach dem griechischen &amp;lt;i&amp;gt;&psi;&alpha;&lambda;&tau;&#942;&rho;&iota;&omicron;&nu;&amp;lt;\/i&amp;gt;, was ein Saiteninstrument meint, erh&auml;lt es sp&auml;ter die Bedeutung als Sammlung von Liedern. Im Besonderen enthielt der Psalter die Lieder des Alten Testaments, durch deren Auswendiglernen im Mittelalter der erste Kontakt mit Latein gegeben war. F&uuml;r hochstehende Pers&ouml;nlichkeiten der Welt und Kirche wurden kostbare illustrierte Handschriften hergestellt.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/psalter\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Psalter<\/a>, 820-835, Utrecht, Universiteitsbibliotheek, Ms. 22, fol.14r (http:\/\/www.utrechtpsalter.nl\/#digital-edition). \n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class=\"gallery-item\">\n\t\t\t<div class=\"gallery-icon landscape\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/die-elfenbeintafeln-aus-der-hofschule-karls-des-kahlen-3\/katalog_neu_albert_abb_04b\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"350\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_04b-800x438.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-835\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_04b-800x438.jpg 800w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_04b-300x164.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/08\/Katalog_neu_Albert_Abb_04b.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\"\/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class=\"wp-caption-text gallery-caption\" id=\"gallery-2-835\">\n\t\t\t\tAbb. 4: Elfenbeinplatte mit Szenen zu Psalm 26, um 870, Nationalmuseum Z&uuml;rich, Inv. Nr. AG 1311 (&copy; Schweizerisches Nationalmuseum) und Illustration zu Psalm 26, Utrecht-<a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Psalter&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Nach dem griechischen &amp;lt;i&amp;gt;&psi;&alpha;&lambda;&tau;&#942;&rho;&iota;&omicron;&nu;&amp;lt;\/i&amp;gt;, was ein Saiteninstrument meint, erh&auml;lt es sp&auml;ter die Bedeutung als Sammlung von Liedern. Im Besonderen enthielt der Psalter die Lieder des Alten Testaments, durch deren Auswendiglernen im Mittelalter der erste Kontakt mit Latein gegeben war. F&uuml;r hochstehende Pers&ouml;nlichkeiten der Welt und Kirche wurden kostbare illustrierte Handschriften hergestellt.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/psalter\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Psalter<\/a>, 820-835, Utrecht, Universiteitsbibliotheek, Ms. 22, fol.15r, (http:\/\/www.utrechtpsalter.nl\/#digital-edition).\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Die geschnitzten Szenen und Motive illustrieren Passagen aus den Psalmen 24 und 26 (nach griechischer Z&#xE4;hlung), die von der Bedr&#xE4;ngung des Psalmisten durch Feinde und seiner Bitte um Errettung handeln. In einer christlichen Lesart der j&#xFC;dischen Liedtexte ist f&#xFC;r den dort angerufenen &#x201E;Herrn&#x201C; jeweils Christus eingesetzt. Beide Kompositionen sind eng an die entsprechenden Zeichnungen des Utrecht-Psalters angelehnt (Abb. 3-4).<sup><a href=\"#footnote_1_502\" id=\"identifier_1_502\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"vgl. Rahn 1910; Horst\/Noel\/W&#xFC;stefeld 1996\">1<\/a><\/sup> F&#xFC;r die Entwerfer der Tafeln galt es dabei nicht nur die Herausforderung zu meistern, den nerv&#xF6;sen Federstrich der Utrechter Bilder in eine dreidimensionale Schnitzarbeit zu &#xFC;bersetzen, sondern auch das Querformat der Miniaturen in das Hochformat der Elfenbeintafeln zu transformieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erhaltungszustand der Elfenbeine l&#xE4;sst sich insgesamt als sehr gut beschreiben. Dennoch durchziehen mehrere horizontale Spr&#xFC;nge den d&#xFC;nnen Reliefgrund und an den Rahmen finden sich kleinere herausgebrochene St&#xFC;cke. Ferner fehlen einigen Figuren im &#xE4;usserst filigranen Relief Beine oder H&#xE4;nde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Elfenbeinreliefs stammen aus dem Kloster Rheinau, von wo aus sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Schweizer Privatbesitz gelangten. 1844 mit dem Erwerb durch die Antiquarische Gesellschaft Z&#xFC;rich bzw. 1941 durch die endg&#xFC;ltige &#xDC;bertragung der vorherigen Leihgabe gingen beide in den Besitz des Schweizerischen Landesmuseums &#xFC;ber. Von ihrem Format her kann darauf geschlossen werden, dass die Reliefs urspr&#xFC;nglich f&#xFC;r den Einband einer Handschrift bestimmt waren. Auf diese Verwendung deuten auch Bohrl&#xF6;cher in der Randzone der Tafeln hin: vier in den Ecken des Rahmens im Falle der Tafel LM 21825 und f&#xFC;nf an der Aussenseite des Reliefgrunds im Falle von AG 1311.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Tafeln ohne die zugeh&#xF6;rige Handschrift &#xFC;berliefert sind, kann f&#xFC;r ihre Datierung ausschliesslich auf eine stilistische Einordnung zur&#xFC;ckgegriffen werden. Diese vollzog Adolph Goldschmidt, wobei er die Z&#xFC;richer Reliefs gemeinsam mit dem Elfenbeinrelief vom Perikopenbuch Heinrichs II, der &#x201E;Liuthard-Gruppe&#x201C; zuwies, die er mit dem Hof Karls des Kahlen in Verbindung brachte und um 850\/870 datierte.<sup><a href=\"#footnote_2_502\" id=\"identifier_2_502\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Goldschmidt 1914, Koehler\/M&#xFC;therich 1982\">2<\/a><\/sup> An welchem Ort die Elfenbeinschnitzer der Hofschule Karls des Kahlen t&#xE4;tig waren, wurde anfangs des 20. Jahrhunderts reges diskutiert, konnte bislang aber nicht abschliessend gekl&#xE4;rt werden.<sup><a href=\"#footnote_3_502\" id=\"identifier_3_502\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Koehler\/M&#xFC;therich 1982\">3<\/a><\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Offen bleiben muss auch die Frage nach der Ursprungshandschrift. Die in der Forschung oft favorisierte Zuordnung zum Gebetbuch Karls des Kahlen in M&uuml;nchen (Schatzkammer der Residenz, ResM&uuml; Schk 4 WL) kann trotz einiger daf&uuml;r sprechender Faktoren (u.a. gemeinsame Provenienz aus dem Kloster Rheinau) nicht als erwiesen gelten. Die Auswahl der Psalmenszenen spricht eher f&uuml;r einen -&gt;<i><a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Psalter&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Nach dem griechischen &amp;lt;i&amp;gt;&psi;&alpha;&lambda;&tau;&#942;&rho;&iota;&omicron;&nu;&amp;lt;\/i&amp;gt;, was ein Saiteninstrument meint, erh&auml;lt es sp&auml;ter die Bedeutung als Sammlung von Liedern. Im Besonderen enthielt der Psalter die Lieder des Alten Testaments, durch deren Auswendiglernen im Mittelalter der erste Kontakt mit Latein gegeben war. F&uuml;r hochstehende Pers&ouml;nlichkeiten der Welt und Kirche wurden kostbare illustrierte Handschriften hergestellt.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/psalter\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Psalter<\/a><\/i> als f&#xFC;r ein Gebetbuch. Unklar und in der Forschung kaum diskutiert ist auch, was die Auswahl gerade dieser beiden Psalmen aus dem Korpus der 150 Lieder des Psalters motivierte. Zwar war die Stilisierung des Herrschers als neuer David unter den Herrschern der Karolingerzeit weit verbreitet, wie dies im Katalog <i>Die Zeit Karls des Grossen in der Schweiz <\/i>diskutiert wird.<sup><a href=\"#footnote_4_502\" id=\"identifier_4_502\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Riek\/Groll\/Descoeudres 2014\">4<\/a><\/sup> Damit ist aber noch nicht erkl&#xE4;rt, warum gerade der Bezug zu diesen beiden Texten gew&#xFC;nscht war.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/impressum\/\">(Noemi Albert)<\/a><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong><a href=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/wie-zwei-elfenbeintafeln-die-meinungen-spalten-diskussion-des-urspruenglichen-kontextes-zweier-karolingischer-elfenbeintafeln-im-schweizerischen-nationalmuseum\/\">Zum Essay<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p><strong>Gaborit-Chopin 1978:<\/strong> Danielle Gaborit-Chopin, Elfenbeinkunst im Mittelalter, Freiburg 1978, 9&#x2013;18, 62&#x2013;63.<b>&#xA0;<\/b><\/p>\n<p><strong>Goldschmidt 1914:<\/strong> Adolph Goldschmidt, Die Elfenbeinskulpturen aus der Zeit der karolingischen und s&#xE4;chsischen Kaiser: VIII.&#x2013;XI. Jahrhundert (Denkm&#xE4;ler der Deutschen Kunst 1), Berlin 1914.<\/p>\n<p><strong>Horst\/Noel\/W&#xFC;stefeld 1996:<\/strong> Koert van der Horst\/William Noel\/Wilhelmina C.M. W&uuml;stefeld (Hg.), The Utrecht <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Psalter&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Nach dem griechischen &amp;lt;i&amp;gt;&psi;&alpha;&lambda;&tau;&#942;&rho;&iota;&omicron;&nu;&amp;lt;\/i&amp;gt;, was ein Saiteninstrument meint, erh&auml;lt es sp&auml;ter die Bedeutung als Sammlung von Liedern. Im Besonderen enthielt der Psalter die Lieder des Alten Testaments, durch deren Auswendiglernen im Mittelalter der erste Kontakt mit Latein gegeben war. F&uuml;r hochstehende Pers&ouml;nlichkeiten der Welt und Kirche wurden kostbare illustrierte Handschriften hergestellt.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/psalter\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Psalter<\/a> in Medival Art. Picturing the Psalms of David, Ausstellungskatalog Utrecht 31.08.1996&ndash;17.11.1996, Westrenen 1996.<\/p>\n<p><strong>Koehler\/M&#xFC;therich 1982:<\/strong> Wilhelm Kohler\/Florentine M&#xFC;therich, Die Hofschule Karls des Kahlen (Die karolingischen Miniaturen 5), Berlin 1982.<\/p>\n<p><strong>Rahn 1910:<\/strong> Johann Rudolf Rahn, Nachbildungen des Utrecht-Psalters auf zwei karolingischen Elfenbeintafeln in: Anzeiger f&#xFC;r schweizerische Altertumskunde, Neue Folge 12, Heft 1 (1910), 40&#x2013;45.<\/p>\n<p><strong>Riek\/Groll\/Descoeudres 2014:<\/strong> Markus Riek\/J&#xFC;rg Groll\/Georges Desc&#x153;dres (Hg.), Die Zeit Karls des Grossen in der Schweiz, Ausstellungskatalog Landesmuseum Z&#xFC;rich 20.09.2013&#x2013;02.02.2014, hrsg. v., Z&#xFC;rich, 2014, 202&#x2013;208.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_502\" class=\"footnote\">vgl. Rahn 1910; Horst\/Noel\/W&#xFC;stefeld 1996<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_502\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#x21A9;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_2_502\" class=\"footnote\">Goldschmidt 1914, Koehler\/M&#xFC;therich 1982<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_2_502\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#x21A9;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_3_502\" class=\"footnote\">Koehler\/M&#xFC;therich 1982<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_3_502\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#x21A9;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_4_502\" class=\"footnote\">Riek\/Groll\/Descoeudres 2014<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_4_502\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#x21A9;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Essay Anonym, Hofschule Karls des Kahlen, um 870. <a class=\"glossaryLink\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Elfenbein&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Material aus Z&#xE4;hnen, Knochen oder gar Geweih von Tieren. Im Mittelalter war besonders der Elefantenstosszahn beliebt. Das als unverweslich geltende Elfenbein wurde zu dieser Zeit f&#xFC;r Pyxiden, Diptychen, Triptychen, Tafeln, K&#xE4;mme, Buchk&#xE4;sten und Buchdeckel verwendet.&lt;\/div&gt;\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/elfenbein\/\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Elfenbein<\/a>, H. 11,2 cm, B. 8,5\/8,7 cm Schweizerisches Nationalmuseum: Inv. AG 1311 \/ LM 21825 . &#xA0; Eine filigrane Schnitzarbeit in hohem Relief schm&#xFC;ckt die beiden formatgleichen Tafeln aus <a class=\"glossaryLink\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Elfenbein&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Material aus Z&#xE4;hnen, Knochen oder gar Geweih von Tieren. Im Mittelalter war besonders der Elefantenstosszahn beliebt. 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Seit der Antike wird er in stilisierter Form in der Kunst als Ornament verwendet.&lt;\/div&gt;\" href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/akanthus\/\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Akanthus<\/a>-Ornament, illustrieren die geschnitzten Darstellungen Verse aus den&#x2026;<\/p>\n","protected":false},"author":274,"featured_media":355,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17,2],"tags":[],"class_list":["post-502","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-elfenbeintafeln","category-katalog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/users\/274"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":912,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions\/912"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/media\/355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}