{"id":427,"date":"2015-08-14T09:24:12","date_gmt":"2015-08-14T08:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/?p=427"},"modified":"2015-08-15T09:48:05","modified_gmt":"2015-08-15T08:48:05","slug":"die-offenbarung-des-triptychons-topologie-und-metaphorizitaet-in-hans-fries-kleinem-johannes-altarretabel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/die-offenbarung-des-triptychons-topologie-und-metaphorizitaet-in-hans-fries-kleinem-johannes-altarretabel\/","title":{"rendered":"Die Offenbarung des Triptychons. Topologie und Metaphorizit\u00e4t in Hans Fries&#8216; kleinem Johannes-Altarretabel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\"><strong><em><a href=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/fluegelpaar-des-kleinen-johannes-altarretabels\/\">Zum Katalogbeitrag<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Die Kunstgeschichte hat sich in den letzten Jahren vermehrt f&#xFC;r Fragen der Topologie von Kunstwerken interessiert. In diesem Zusammenhang wurden die Interferenzen zwischen der r&#xE4;umlichen Struktur der Objekte und den von ihnen repr&#xE4;sentierten Bildorten untersucht. Der Essay wendet diese Fragestellung auf ein Paar beidseitig bemalter Retabelfl&#xFC;gel des Freiburger Malers Hans Fries (ca. 1460-1523) an. Gezeigt wird, dass sich in der Erz&#xE4;hlung der Tafeln eine Reflexion &#xFC;ber die performativen Potenziale des Triptychons manifestiert. Die r&#xE4;umliche Disposition der Bildelemente in der klappbaren Objektform r&#xFC;ckt das Moment der Offenbarung in den Erfahrungsbereich des Rezipienten, was in diesem Fall mit einer hohen Metaphorizit&#xE4;t in Bezug auf das Medium Buch einhergeht.<\/em><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&bdquo;Das Objekt ist Aufenthaltsort des Repr&auml;sentierten und Medium seiner Repr&auml;sentation in einem&ldquo;, schreibt Rimmele in seinem Aufsatz zum <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a> als <em>Ort fingierter Orte.<\/em>[1.&#xA0;Rimmele 2008, 309.] Kunstobjekte und ihr Verh&#xE4;ltnis zu den &#x201E;dynamischen Konstitutionsbedingungen&#xA0; von Orten und R&#xE4;umen&#x201C;[2.&#xA0;Hinterwaldner et al. 2008, 17.]&#xA0;sind in den letzten Jahren unter dem Begriff der <em>Topologie<\/em> n&#xE4;her in den Fokus der Forschung ger&#xFC;ckt.[3.&#xA0;Siehe dazu die Sammelb&#xE4;nde <em>Topologie. Falten, Knoten, Netze, St&#xFC;lpungen in Kunst und Theorie<\/em>, hg. von Wolfram Pichler, Wien 2009, <em>Topologien der Bilder<\/em>, hg. von Hinterwaldner et al., M&#xFC;nchen 2008 und <em>Topologie. Zur Raumbeschreibung in den Kultur- und Medienwissenschaften<\/em>, hg. von Stephan G&uuml;nzel, Bielefeld 2007 (Kultur- und Medientheorie)] Die Kunstgeschichte besch&auml;ftigt sich im Hinblick auf die Topologie von Objekten einerseits mit der Frage, wie die &bdquo;Orte, an denen Bilder installiert, gezeigt und gesehen werden, beeinflussen, wie diese Bilder verstanden werden, welchen Zwecken sie dienen und welche Handlungen sie evozieren&ldquo;.[4.&nbsp;Hinterwaldner et al. 2008, 16.] Sie beleuchtet andererseits, wie die Ikonographie und die imagin&auml;ren Orte des Dargestellten Rekurs auf eben jene mediale Inszenierungen und Handlungen nehmen. Das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a> des Sp&auml;tmittelalters stellt in dieser Hinsicht einen Spezialfall dar; es bestand aus einer bemalten Mitteltafel oder einem mit Skulpturen gef&uuml;llten Schrein und aus Fl&uuml;gelpaaren, die ge&ouml;ffnet oder geschlossen werden konnten.[5.&nbsp;Fl&uuml;hler-Kreis 2007, 9] Manchmal, aber nicht immer[6.&nbsp;Gasser et al. 2011, 41], wurde das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a> durch eine <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Predella&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Kastenf&ouml;rmiger unterer Teil des Retabels, das den Schrein &uuml;ber dem Altar erhebt. Meist bemalt, teilweise skulptural verziert. Wurde h&auml;ufig zur Aufbewahrung von Reliquien genutzt.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/predella\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Predella<\/a> und <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Gesprenge&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Filigraner Abschluss des Retabels, welches sich von dem Schrein erhebt. H&auml;ufig wurden fig&uuml;rliche Darstellungen in die ansonsten architektonische Gestaltung eingeflochten.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/gesprenge\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Gesprenge<\/a> erg&auml;nzt. Anders als einzelne Tafelbilder, die als Fenster zu einer imagin&auml;ren Welt verstanden werden k&ouml;nnen, wird die Illusion einer <em>fenestra aperta<\/em> beim <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a> schon durch die physischen Z&auml;suren des mehrteiligen Aufbaus verunm&ouml;glicht.[7.&nbsp;Rimmele 2008, 303f.] Aufgrund seiner Mehrteiligkeit und der Beweglichkeit der Bildtr&auml;ger ist dem <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a>, wie nachfolgend gezeigt wird, jedoch ein hohes performatives Potenzial immanent. Im Gegensatz zu jenen Triptychen, die in der privaten Andacht zu Anwendung kamen, hatte das Fl&uuml;gelretabel seinen Platz auf dem Altar einer Kirche und im Mittelpunkt einer komplexen liturgischen Handlung. Hinsichtlich seiner &Ouml;rtlichkeit war es polyvalent: Erstens stand es an seinem physisch zugedachten Ort in der Kirche und wird f&uuml;r eine Handlung modifiziert, zweitens wurden im Bildprogramm R&auml;ume mit Figuren konstituiert, drittens wurde mit der &Ouml;ffnung des Retabels die Opazit&auml;t des imagin&auml;ren, heilsgeschichtlich zeitlosen Ortes, der vom Rezipienten hinter den Fl&uuml;geln gedacht werden muss, aufgehoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Forschung besteht der Konsens, dass Fl&uuml;gelretabel im liturgischen Kontext meist geschlossen waren und nur vor bestimmten Feiertagen ge&ouml;ffnet wurden.[8. Fl&uuml;hler-Kreis 2007, 8.] Tats&auml;chlich ist &uuml;ber den genauen Usus des Schliessens und &Ouml;ffnens der <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a> in der Liturgie wenig bekannt, da die Quellenlage sp&auml;rlich ist und nur lokale Einzelf&auml;lle dokumentiert.[9. Rimmele 2010, 52.] Auch wenn Rimmele vor einer &bdquo;liturgisch-eucharistisch ausgerichteten &Uuml;berinterpretation&ldquo; der Altarretabel warnt, ist diesem Apparat jedoch nicht abzusprechen, dass er mit dem Akt des Verh&uuml;llens und Enth&uuml;llens spielt.[10.&nbsp;Schlie 2010, 247.] Die geschlossenen Fl&uuml;gel deuten etwas &bdquo;Innere[s], Tiefere[s], Wertvollere[s]&ldquo; an.[11. Rimmele 2010, 61.] Auch die auf den Tafeln dargestellten Elemente korrelieren stark mit dem medialen Potenzial dieser mehrteiligen Konstruktion &ndash; sei es durch die Anordnung der Elemente im Raum oder durch einzelne symbolische Motive. Wie Rimmele schreibt, wurde die Aussenseite als Darstellung von etwas Verh&uuml;llendem bis in die Sp&auml;tzeit des Triptychons thematisiert und variiert.[12. Ebd., 32.] So interpretiert er zum Beispiel auf den Aussenseiten dargestellte T&uuml;ren oder Vorh&auml;nge als imagin&auml;re Pforten zum Innern des Retabels und sieht darin ein Indiz f&uuml;r eine &bdquo;zeitgen&ouml;ssische Reflexion &uuml;ber Potentiale der Fl&uuml;gelkonstruktion.&ldquo;[13.&nbsp;Ebd., 56.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es liegt nahe, dass sich Visionsdarstellungen, welche ja gerade die g&#xF6;ttliche Transgression ins Diesseits vermitteln, f&#xFC;r die mediale Inszenierung mittels &#xD6;ffnung einer Fl&#xFC;gelkonstruktion eignen. David Ganz, der in einer 2008 erschienenen Monographie ebensolche Visionsdarstellungen des Mittelalters untersucht hat, verweist auf die &#x201E;elementare Spaltung, welche die Welt durchzieht: Menschenwelt vs. Gotteswelt, Immanenz vs. Transzendenz, <em>terra<\/em> vs. <em>coelum<\/em>.&#x201C;[14.&#xA0;Ganz 2008, 11.]&#xA0;Er schreibt weiter, dass der Erfahrungsbereich des Menschen an das Sehen gebunden sei, w&#xE4;hrend Gott in eine Zone des Unsichtbaren geh&#xF6;re; die Vision fungiere dabei als ein &#x201E;Mittleres, welches den Bereich des sonst Opaken und Hermetischen f&#xFC;r einzelne Menschen transparent macht.&#x201C;[15.&#xA0;Ebd., 11f.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich m&#xF6;chte die mediale Selbstreflexion &#xFC;ber das &#xD6;ffnen- und Schliessen von Retabeln anhand eines ausgew&#xE4;hlten Fl&#xFC;gelpaars, das die Apokalypse des Johannes darstellt, n&#xE4;her untersuchen. Einer der wohl bedeutendsten Schweizer K&#xFC;nstler um 1500, der Freiburger Maler Hans Fries, hat Anfang des 16. Jahrhunderts die Tafelgem&#xE4;lde zu einem Altarretabel gefertigt, welche auf der sogenannten &#x201E;Werktagsseite&#x201C; das Giftwunder des Evangelisten Johannes und auf den Innenseiten Johannes auf Patmos mit der Erscheinung des Apokalyptischen Weibes sowie die Leuchtervision zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Altarfl&#xFC;gel des Landesmuseums fanden in der Forschung bisher eher wenig Beachtung, obwohl das <em>&#x152;uvre <\/em>des Malers Fries seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein hohes Ansehen geniesst.[16.&#xA0;Villiger 2001a, 17.] Einen Meilenstein der Forschung zu Fries stellt sicher der von Verena Villiger herausgegebene Katalog aus dem Jahr 2001 dar.[17. <em>Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende<\/em>, hg. von V. Villiger, Z&#xFC;rich 2001.] An weitergehende Fragen der Interpretation hat sich bislang aber nur Caroline Schuster Cordone gewagt, die in einem Aufsatz Strukturen der Bilderz&#xE4;hlung und die Symbolik einzelner Elemente anhand von vier ausgew&#xE4;hlten Gem&#xE4;lden diskutiert.[18.&#xA0;Schuster Cordone, Caroline, <em>Hans Fries, conteur d&#x2019;images. <\/em><em>Narration picturale et d&#xE9;tails dans l&#x2019;art fribourgeois autour de 1500<\/em>, in: Zeitschrift f&#xFC;r schweizerische Arch&#xE4;ologie und Kunstgeschichte 64 (2007), 67-82.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">An Fries&#x2018; Werk zur Offenbarung des Johannes soll hier beispielhaft aufgezeigt werden, wie sich die r&#xE4;umliche Disposition der einzelnen Bildtafeln mit der &#xD6;ffnung der Fl&#xFC;gel sukzessive ver&#xE4;ndert und die Altarfl&#xFC;gel schliesslich zu einer Metapher f&#xFC;r die im Bild dargestellte Offenbarung und das Medium des Buches werden. Auch wenn die Mitteltafel bzw. der Schrein fehlt, gem&#xE4;ss Th&#xFC;rlemann das &#x201E;dominante&#x201C; Element des Altarretabels[19.&#xA0;Schuster Cordone, Caroline, <em>Hans Fries, conteur d&#x2019;images. <\/em><em>Narration picturale et d&#xE9;tails dans l&#x2019;art fribourgeois autour de 1500<\/em>, in: Zeitschrift f&#xFC;r schweizerische Arch&#xE4;ologie und Kunstgeschichte 64 (2007), 67-82.],&#xA0;bin ich &#xFC;berzeugt, dass sich eine Untersuchung durchaus lohnt, wie sich die einzelnen Bildprogramme aufeinander beziehen. Aussen vor bleiben muss aufgrund des Umfangs jedoch der eingehende Vergleich mit anderen zeitgen&#xF6;ssischen Darstellungen der Offenbarung.[20. Allen voran der Apokalypse von Albrecht D&#xFC;rer, die Fries umfassend zitiert. Zu den von D&#xFC;rer &#xFC;bernommenen Elementen siehe Villiger, Verena, <em>Kleiner Johannes-Altar<\/em>, in: dies.\/Alfred A. Schmid (Hg.), Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende, Z&#xFC;rich 2001, 158-168.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Beginn m&#xF6;chte ich kurz die Chronologie der Bildtafeln erl&#xE4;utern. Gem&#xE4;ss der Bibel hatte Johannes in Kleinasien gepredigt, bevor er von Kaiser Domitian zum Tod im &#xD6;lkessel verurteilt und dann auf die griechische Insel Patmos verbannt wurde. Die Johannes-Vita der <em><a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Legenda aurea&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(lat.: &sbquo;goldene Legende&rsquo;)&amp;lt;b&amp;gt;: &amp;lt;\/b&amp;gt;Titel einer im Mittelalter sehr verbreiteten Sammlung von Heiligenlegenden, die der Dominikaner Jacobus de Voragine, zwischen 1263 und 1273 aus schriftlichen und m&uuml;ndlichen &Uuml;berlieferungen in lateinischer Sprache zusammenstellte.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/legenda-aurea-2\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Legenda Aurea<\/a><\/em> erg&#xE4;nzt die Erz&#xE4;hlung um verschiedene Episoden, die sich an die R&#xFC;ckkehr des Heiligen aus dem Exil anschliessen. Die bekannteste dieser Szenen ist das auf den Aussenfl&#xFC;geln dargestellte Giftwunder. Dieses steht somit chronologisch <em>nach<\/em> den beiden Szenen im Inneren, woraus sich eine spannungsvolle Inversion von Bildanordnung und erz&#xE4;hlter Geschichte ergibt, die man als R&#xFC;ckblende interpretieren k&#xF6;nnte. Diese Spannung wird von Fries noch dadurch versch&#xE4;rft, dass er die Komposition des Giftwunders eng an D&#xFC;rers Holzschnitt der &#xD6;lmarter anlehnt, eines Ereignisses <em>vor<\/em> der Verbannung nach Patmos also, das bei D&uuml;rer den Bildern zur Apokalypse als &bdquo;Prooemium&ldquo;[21.&nbsp;Kr&uuml;ger 1996, 49.]&nbsp;vorausgeht. Die Orientierung an D&uuml;rers Holzschnittapokalypse von 1498 setzt sich auch im Inneren fort, denn die Darstellung der Leuchtervision ist nach der ersten &bdquo;Figur&ldquo; D&uuml;rers gestaltet, w&auml;hrend das linke Bildfeld Elemente der achten und der neunten Figur (die Erscheinung des starken Engels vor dem schreibenden Johannes und die Vision des Apokalyptischen Weibes) aufgreift. Die Auswahl des Bildprogramms &ndash; eine hagiographische Szene und zwei biblische Visionsdarstellungen &ndash; bietet somit einen Auszug und zugleich eine Umdeutung der D&uuml;rer-Apokalypse.[22.&nbsp;Wieso Fries auf diesem <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a> nicht die &Ouml;l-, sondern Giftmarter dargestellt hat, ist nicht klar. Einige Jahre zuvor, im Jahr 1502, hat Hans Burgkmair das Giftwunder des Johannes gemalt. Weiter sind aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts zwei anonyme Darstellungen der Giftmarter &uuml;berliefert. Wahrscheinlich wurde diese Szene vom Auftraggeber so gew&uuml;nscht bzw. mit Fries abgesprochen.]<\/p>\n<div id=\"gallery-1\" class=\"gallery galleryid-427 gallery-columns-3 gallery-size-large\"><figure class=\"gallery-item\">\n\t\t\t<div class=\"gallery-icon portrait\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/katalog_neu_szarka_abb_01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"476\" height=\"800\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_01-476x800.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-132\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_01-476x800.jpg 476w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_01-178x300.jpg 178w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_01.jpg 1218w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 100vw, 476px\"\/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class=\"wp-caption-text gallery-caption\" id=\"gallery-1-132\">\n\t\t\t\tAbb. 1: Hans Fries, Fl&#xFC;gelpaar des Kleinen Johannes-Altarretabels, linke und rechte Aussenseite, um 1505-1507, Schweizerisches Landesmuseum, Kat. LM 1893a (Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende, hrsg. von V. Villiger, Z&#xFC;rich 2001, Abb. 143, S. 166), (&#xA9; Schweizerisches Nationalmuseum).\n\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class=\"gallery-item\">\n\t\t\t<div class=\"gallery-icon portrait\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/katalog_neu_szarka_abb_02\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"466\" height=\"800\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_02-466x800.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-133\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_02-466x800.jpg 466w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_02-175x300.jpg 175w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/files\/2015\/07\/Katalog_neu_Szarka_Abb_02.jpg 1193w\" sizes=\"auto, (max-width: 466px) 100vw, 466px\"\/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class=\"wp-caption-text gallery-caption\" id=\"gallery-1-133\">\n\t\t\t\tAbb. 2: Hans Fries, Fl&#xFC;gelpaar des Kleinen Johannes-Altarretabels, linke und rechte Innenseite, um 1505-1507, Schweizerisches Landesmuseum, Kat. LM 1893a (Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende, hrsg. von V. Villiger, Z&#xFC;rich 2001, Abb. 132 und 133, S. 158), (&#xA9; Schweizerisches Nationalmuseum).\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem &#xD6;ffnen der Fl&#xFC;gel bleibt diese Spannung im Verh&#xE4;ltnis von linkem und rechtem Fl&#xFC;gel aufrechterhalten (Abb. 1-2): Die dargestellten Szenen basieren auf Apokalypse 12 (der Vision des Apokalyptischen Weibes) und Apokalypse 1, 12-16 (der Leuchtervision). Die Chronologie des Textes verl&#xE4;uft also von rechts nach links, w&#xE4;hrend bildlich eher eine Lekt&#xFC;re gem&#xE4;ss der konventionellen Leserichtung von links nach rechts nahegelegt wird.[23.&#xA0;Lacher 2005, 89.]&#xA0;So bezieht sich die Erscheinung Mariens mit dem Christuskind auf eine fr&#xFC;here Phase des Christuslebens als die Erscheinung des erwachsenen Menschensohnes rechts. An der Figur des Johannes wiederum wird von links nach rechts eine Aufstiegsbewegung ablesbar, die von einem Sitzplatz auf der Insel Patmos zu einer schwebenden Position im Himmel f&#xFC;hrt. Wie in der nachfolgenden Untersuchung gezeigt werden soll, erfolgt die spannungsvolle zeitliche Verklammerung der Bilder vor allem &#xFC;ber die Darstellung des Raumes, der Figuren und das Motiv des Buches.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es kann davon ausgegangen werden, dass die Aussenseiten der Fl&#xFC;gel &#xF6;fter gesehen wurden als die Innentafeln, die vermutlich nur vor besonderen Feierlichkeiten sichtbar wurden[24.&#xA0;Bachmann et al. 2003, Sp. 1459.], und den &#x201E;Erlebnis- bzw. Identifikationsraum an den Betrachter&#x201C;[25.&#xA0;Kr&#xFC;ger 1996, 52.]&#xA0;darstellten. Sie sind somit tendenziell der Immanenz und dem Irdischen verhaftet, w&#xE4;hrend die inneren Darstellungen dem Kircheng&#xE4;nger das Transzendente er&#xF6;ffnen. Die Aussenseiten der Fl&#xFC;gel des kleinen Johannes-Altarretabels von Hans Fries ergeben zusammen ein einziges Bild und zeigen, wie der Diana-Priester Aristodemos dem Evangelisten befiehlt, Gift zu trinken (Abb. 1).[26.&#xA0;De Voragine 1982, 49f.]&#xA0;Sollte der J&#xFC;nger Jesu unversehrt bleiben, wolle der &#x201E;Heide&#x201C; an den christlichen Gott glauben. Zur Demonstration l&#xE4;sst Aristodemos jedoch vorher zwei zum Tode verurteilte H&#xE4;ftlinge Gift trinken, die daraufhin tot zusammenbrechen. Johannes leert den Kelch und bleibt unversehrt; aber erst nachdem er die beiden Toten wieder zum Leben erweckt hat, kann er den Priester von seinem Glauben &#xFC;berzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Tafel behandelt nur einen Ausschnitt dieser Episode, n&auml;mlich den pr&auml;gnantesten, in welchem der Lieblingsj&uuml;nger von Jesus das Gift mit verz&uuml;cktem, fast entr&uuml;cktem Gesichtsausdruck trinkt. Die beiden Toten liegen zu seinen F&uuml;ssen. Das Vergangene, n&auml;mlich der Tod der H&auml;ftlinge, die Gegenwart und das Kommende, die Seligkeit des Johannes &ndash; die durch den goldenen <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Nimbus&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Lichtscheibe oder Strahlenkranz um das Haupt einer g&ouml;ttlichen oder heiligen Person. Mit einem Heiligenschein k&ouml;nnen auch allegorische Gestalten der christlichen Lehre gekennzeichnet werden.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/nimbus\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Nimbus<\/a> vorausgedeutet wird -, sind in diesem Bildfeld vereint. Die Bewegungen der Figuren und der Architektur verlaufen weitgehend horizontal: Der Priester richtet mit seinem Stock die Aufmerksamkeit auf den Gift trinkenden Johannes, und auch sein Begleiter mit Turban und exotischem Schn&auml;uzer[27.&nbsp;Villiger 2001b, 164.], vermutlich der in der <em><a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Legenda aurea&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(lat.: &sbquo;goldene Legende&rsquo;)&amp;lt;b&amp;gt;: &amp;lt;\/b&amp;gt;Titel einer im Mittelalter sehr verbreiteten Sammlung von Heiligenlegenden, die der Dominikaner Jacobus de Voragine, zwischen 1263 und 1273 aus schriftlichen und m&uuml;ndlichen &Uuml;berlieferungen in lateinischer Sprache zusammenstellte.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/legenda-aurea-2\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Legenda Aurea<\/a><\/em> erw&#xE4;hnte Landarbeiter, weist mit der Hand auf den J&#xFC;nger. Die beiden im Vordergrund liegenden Leichen &#x2013; ein Kopf weist nach rechts, der andere nach links &#x2013; &#xFC;berlagern sich mit den Gliedmassen und sind miteinander verschr&#xE4;nkt. Der ornamentale Thronhimmel erstreckt sich, wie die sich geometrisch in die Form des Baldachins einf&#xFC;gende Turmwand &#xFC;ber beide Bildfelder und deutet ebenfalls eine Verschr&#xE4;nkung an. Im Hintergrund dr&#xE4;ngt sich das Volk, gewappnet mit Speeren und Schwertern, zum Ort des Geschehens vor. Nur ein winziger Blick wird auf die fernen H&#xFC;gel und die See frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Fl&uuml;gelaussenseiten vermitteln demnach einerseits eine gedr&auml;ngte Zeitstruktur, andererseits ein &Uuml;berlagern der K&ouml;rper im Raum. F&uuml;r Schmid f&uuml;hrt die Anordnung in Fries&lsquo; Werken &bdquo;zu einem stossenden Gedr&auml;nge, das sich auf die in die Tiefe gestaffelten Bildr&auml;ume nachteilig auswirkt.&ldquo;[28.&nbsp;Schmid 2001, 36.]&nbsp;Ich glaube, dass sich dieses &Uuml;berlagern mehrerer Figuren und Elemente auf das Moment des Verh&uuml;llens bezieht. Dieses &bdquo;Geschlossen-Sein&ldquo; spiegelt sich noch in anderen Elementen wider: Das Attribut des Evangelisten Johannes, das Buch, tr&auml;gt er in Form eines Beutelbuchs[29.&nbsp;Beutelb&uuml;cher waren seit dem Sp&auml;tmittelalter in Gebrauch; die meisten Originale sind aus dem 15. und 16. Jahrhundert &uuml;berliefert. In der k&uuml;nstlerischen Darstellung werden ausschliesslich Geistliche, darunter Evangelisten, mit <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Beutelbuch&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(lat.&nbsp;&amp;lt;em&amp;gt;libri caudati):&amp;lt;\/em&amp;gt;&nbsp;Eine ab dem 14. Jahrhundert gebr&auml;uchliche Form eines meist religi&ouml;sen Buches, das &uuml;ber dem Ledereinband einen weiteren &Uuml;berzug aufwies, sodass das Buch wie ein Beutel am G&uuml;rtel befestigt werden konnte.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/beutelbuch\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Beutelbuch<\/a> versehen. Vgl. dazu Bruckner, Ursula, <em>Das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Beutelbuch&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(lat.&nbsp;&amp;lt;em&amp;gt;libri caudati):&amp;lt;\/em&amp;gt;&nbsp;Eine ab dem 14. Jahrhundert gebr&auml;uchliche Form eines meist religi&ouml;sen Buches, das &uuml;ber dem Ledereinband einen weiteren &Uuml;berzug aufwies, sodass das Buch wie ein Beutel am G&uuml;rtel befestigt werden konnte.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/beutelbuch\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Beutelbuch<\/a> und seine Verwandten &ndash; der H&uuml;lleneinband, das Faltbuch und der Buchbeutel<\/em>, in: Gutenberg-Jahrbuch 72 (1997), 307-324.]&nbsp;in seiner linken Hand. Es ist nicht nur geschlossen, sondern auch noch verh&uuml;llt. Es handelt sich um ein wichtiges Verbindungselement zwischen den drei Johannes-Bildern. Das &Ouml;ffnen des Schrifttr&auml;gers dient dabei als Metapher f&uuml;r das &Ouml;ffnen der Altarfl&uuml;gel. Ganz hat die enge Verbindung zwischen klappbaren Bildtr&auml;gern und dem Buch unterstrichen, habe sich doch die Objektform des Diptychons aus Schreibtafeln mit Scharnier herausgebildet. [30.&nbsp;Ganz 2010, 46.]&nbsp;Auch Fl&uuml;hler-Kreis betont, dass das bemalte <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a> den Gl&auml;ubigen vermutlich wie ein grosses Bilderbuch erschienen sei.[31.&nbsp;Fl&uuml;hler-Kreis 2007, 8.]&nbsp;Wenn das Lesen, das wie das lateinische Wort <em>legere<\/em> noch im Althochdeutschen die Bedeutung des Sammeln in sich trug[32. Kluge 2011, 573.],&nbsp;durch Kontinuit&auml;t&nbsp;und der Interpretation unterschiedlichster, gleichzeitig voneinander getrennter, aber trotzdem miteinander verbundenen Sequenzen zu charakterisieren ist, eignet sich das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a> durch seine Form ideal daf&uuml;r. Wie f&uuml;r Johannes ist der Altarfl&uuml;gel f&uuml;r die Kirchenbesucher im geschlossenen Zustand ein Buch mit sieben Siegeln, welches im Inneren des Retabels eine prachtvolle Offenbarung bereith&auml;lt. Des Weiteren wird mit dem &Ouml;ffnen des Triptychons die &auml;ussere Bildkomposition auseinandergebrochen. Einerseits wird die Verbindung zwischen Johannes und dem &bdquo;heidnische&ldquo; Priester getrennt, andererseits wird der Begleiter fragmentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Gegensatz zu der Fl&#xFC;gelaussenseite wird die Bildfl&#xE4;che des linken Innenfl&#xFC;gels durch eine klare, horizontale Z&#xE4;sur in eine himmlische und irdische Sph&#xE4;re unterteilt. Dem Betrachter der Festtagsseite muss die Mutter Gottes mit dem Kind im Arm gleichsam wie dem knienden Johannes &#x201E;erschienen&#x201C; sein. Die Erfahrung der Offenbarung wird durch die Materialit&#xE4;t des Goldes auf den Betrachter des Bildes &#xFC;bertragen. Das grossfl&#xE4;chige und pr&#xE4;chtige Gold, ohne Frage das kostbarste Gestaltungselement, dient hier einerseits der Akzentuierung des Sakralen[33. Wenderholm 2005, 111.],&#xA0;andererseits um das Staunen zu verst&#xE4;rken. Zudem verl&#xE4;uft anders als auf der Fl&#xFC;gelaussenseite die Bewegung der Figuren nach unten und oben. Der Evangelist steht fast senkrecht unter der Madonna und neigt seinen Kopf leicht, um nach oben zu blicken. Die Heilige Jungfrau wiederum blickt auf ihren Sohn herab, der b&#xE4;uchlings auf den Armen seiner Mutter liegt und seine &#xC4;rmchen dem J&#xFC;nger Christi weiter unten entgegenstreckt. Die Erscheinung der Muttergottes war im Sp&#xE4;tmittelalter ein beliebtes Thema, das signethaft f&#xFC;r das Gesamte der apokalyptischen Visionen stehen konnte und daher oft f&#xFC;r Einzeldarstellungen ausgew&#xE4;hlt wurde. Gerade wenn wir Hans Fries&#x2018; Interpretation mit anderen zeitgen&#xF6;ssischen Darstellungen von Hieronymus Bosch, Sigmund Gleism&#xFC;ller, Hans Baldung oder Hans Burgkmair vergleichen, f&#xE4;llt die klare Dichotomie der Bildfelder bei Fries auf. In allen anderen Gem&#xE4;lden ist der Evangelist nicht kniend, sondern sitzend dargestellt. Weiter schwebt die Heilige Jungfrau nicht senkrecht so prominent &#xFC;ber Johannes, sondern stets leicht seitlich, manchmal &#xFC;berschneiden sich die Position von Johannes und der Madonna auf vertikaler Achse. Die kniende Haltung in Fries&#x2018; Darstellung hingegen akzentuiert erneut die Bewegungsrichtung von unten nach oben. Weiter liegt das Buch nun ge&#xF6;ffnet vor dem Lieblingsj&#xFC;nger Christi; mit der tintengeschw&#xE4;rzten Feder schreibt dieser den Beginn seines Evangeliums in deutscher Sprache nieder, der vom Betrachter des Bildes gelesen werden kann.[34.&#xA0;Siehe dazu Villiger 2001, 162.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die rechte Innenseite, welche Johannes auf Patmos und die Erscheinung des Menschensohns zeigt, f&#xFC;hrt die Narration schliesslich zu seiner Klimax. Noch immer ist das Bildfeld in einen g&#xF6;ttlichen und irdischen Bereich eingeteilt, der Evangelist jedoch hat diese Z&#xE4;sur durchbrochen und dringt mit seinem Oberk&#xF6;rper in die goldene Sph&#xE4;re ein. Das Buch, welches er auf dem linken Fl&#xFC;gel noch im Begriffe ist zu schreiben, ist vollendet und liegt ge&#xF6;ffnet in der linken Hand des thronenden Christus, frontal zum Betrachter des Gem&#xE4;ldes. Das ge&#xF6;ffnete Buch in Christus&#x2018; Hand gr&#xFC;ndet nicht auf der Bibelstelle; auch in anderen Darstellungen &#x2013; ausser in der Leuchtervision D&#xFC;rers &#x2013; ist die linke Hand von Christus jeweils frei.[35.&#xA0;Vergleiche dazu die Beispiele in Ganz 2008, 61 (Burgkmair), 78 (Virgil Solis), 104 (Hohlbein).]&#xA0;Dies ist ein weiterer Hinweis auf Fries Selbstreflektion &#xFC;ber das Medium des Buches. W&#xE4;hrend die Bewegungsrichtungen wie auf dem linken Pendant weitgehend vertikal verlaufen &#x2013; der Evangelist richtet seinen Blick nach oben, w&#xE4;hrend er gen Himmel schwebt -, blickt Christus nicht auf seinen J&#xFC;nger herab, sondern leicht nach links; die Blickrichtung verl&#xE4;uft horizontal. Sowohl die Regungen der fiktiven Figur als auch der Blick des Betrachters kommen hier zum Halt, der Zyklus ist vollendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Anhand der beiden bemalten Altarfl&#xFC;gel des kleinen Johannes-Altars scheint sich Rimmeles Annahme, dass es eine zeitgen&#xF6;ssische Reflexion &#xFC;ber die medialen M&#xF6;glichkeiten der Fl&#xFC;gelretabel gegeben habe, zu best&#xE4;tigen. Auch wenn uns ein wichtiges Element, n&#xE4;mlich die Mitteltafel bzw. der Schrein, und genaue Angaben zur Aufstellung und Verwendung des Retabels fehlen, zeigt bereits eine Untersuchung der Fl&#xFC;gel die polyfokale Interferenz zwischen den einzelnen Bildfeldern, dem physischen Apparat und dem Akt des &#xD6;ffnens und Verschliessens. Mittels der Transgression der Figuren &#xFC;ber die einzelnen Bildfelder hinaus wird eine zeitlich spannungsvolle Narration aus gegenl&#xE4;ufigen Bewegungen inszeniert: W&#xE4;hrend die &#x201E;allt&#xE4;gliche&#x201C; Werktagsseite eine irdische Szene zeigt und sowohl den Akt des Verh&#xFC;llens als auch der horizontalen Bewegung in seinem Bildprogramm zum Ausdruck bringt, &#xF6;ffnet sich gleichsam mit dem &#xD6;ffnen der Fl&#xFC;gel auch der Blick des Betrachters auf das Transzendente. Zudem bricht mit dem &#xD6;ffnen die &#xE4;ussere Szene auseinander; der Evangelist wird von der der irdischen und heidnischen Gesellschaft getrennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei der medialen Inszenierung der Bildfelder spielt auch die Materialit&auml;t eine grosse Rolle: W&auml;hrend der goldene <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Nimbus&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Lichtscheibe oder Strahlenkranz um das Haupt einer g&ouml;ttlichen oder heiligen Person. Mit einem Heiligenschein k&ouml;nnen auch allegorische Gestalten der christlichen Lehre gekennzeichnet werden.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/nimbus\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Nimbus<\/a> auf der Aussenseite das wertvolle Innere bloss andeutet, bricht mit der &Ouml;ffnung der Fl&uuml;gel die g&ouml;ttliche Offenbarung in prachtvollem Gold in das Diesseits ein und erlaubt einen Blick auf das kommende Heil. Der irdische Raum wird im letzten Fl&uuml;gel letztendlich verlassen, der Evangelist steigt in den Himmel auf. Die Offenbarung wird dem Rezipienten gleichsam durch das Medium des Triptychons und den Goldgrund offenbart. Eng damit verbunden ist schliesslich das Motiv des Buches, das auf dem geschlossenen Bildfeld verh&uuml;llt dargestellt wird. Auf dem linken Fl&uuml;gel ist das Buch, wie das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a>, bereits ge&ouml;ffnet und als Schrift lesbar, um sich schliesslich im letzten Bild offen und frontal mit dem irdischen Betrachter zu verbinden. Hans Fries kann, wie Schuster Cordone dies tat, zu Recht als &bdquo;peintre ma&icirc;trisant &agrave; la perfection technique picturale et art de la narration&ldquo; [36.&nbsp;Schuster Cordone 2007, 77.]&nbsp;bezeichnet werden. So schafft er es nicht nur, das physische &Ouml;ffnen und Schliessen des Retabels geschickt als Motiv oder mittels der Bewegungen seiner Figuren in seine Gem&auml;lde zu bannen, sondern auch, die g&ouml;ttliche Offenbarung des Johannes f&uuml;r die christliche Gemeinde im Diesseits erfahrbar zu machen.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/impressum\/\">(Eveline Szarka)<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><strong>&#xA0;<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong><em><a href=\"http:\/\/www.phil.uzh.ch\/elearning\/blog\/kunstsnm\/fluegelpaar-des-kleinen-johannes-altarretabels\/\">Zum Katalogbeitrag<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Bachmann et al. 2003:&#xA0;<\/strong>Bachmann, Karl-Werner et al., Fl&#xFC;gelretabel, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, hg. vom Zentralinstitut f&#xFC;r Kunstgeschichte M&#xFC;nchen, Bd. 9, M&#xFC;nchen 2003, Sp. 1450-1536.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>De Voragine 1982:<\/strong>&nbsp;De Voragine, Jacobus, <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Legenda aurea&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(lat.: &sbquo;goldene Legende&rsquo;)&amp;lt;b&amp;gt;: &amp;lt;\/b&amp;gt;Titel einer im Mittelalter sehr verbreiteten Sammlung von Heiligenlegenden, die der Dominikaner Jacobus de Voragine, zwischen 1263 und 1273 aus schriftlichen und m&uuml;ndlichen &Uuml;berlieferungen in lateinischer Sprache zusammenstellte.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/legenda-aurea-2\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Legenda Aurea<\/a>. Heiligenlegenden, hg. und &uuml;bers. von J. Laager, Z&uuml;rich 1982.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Fl&#xFC;hler-Kreis 2007:<\/strong>&nbsp;Fl&uuml;hler-Kreis, Dione, Altar und <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a> &ndash; Funktion, Gestaltung, Bildprogramm, in: Die Holzskulpturen des Mittelalters II. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Z&uuml;rich. Altarretabel und Retabelfiguren, hg. von D. Fl&uuml;hler-Kreis und P. Wyer, Z&uuml;rich 2007, S. 6-11.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Ganz 2008:<\/strong>&#xA0;Ganz, David, Medien der Offenbarung. Visionsdarstellungen im Mittelalter, Berlin 2008.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Ganz 2010:<\/strong> &#xA0;Ganz, David, Weder eins noch zwei. Jan van Eycks Madonna in der Kirche und die Scharnierlogik sp&#xE4;tmittelalterlicher Diptychen, in: Das Bild im Plural. Mehrteilige Bildformen zwischen Mittelalter und Gegenwart, hg. von D. Ganz und F. Th&#xFC;rlemann, Berlin 2010, S. 41-66.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Gasser et al. 2011:<\/strong>&#xA0;Gasser, Stephan \/ Simon-Muscheid, Katharina \/ Fretz, Alein (Hg.): Die Freiburger Skulptur des 16. Jahrhunderts. Herstellung, Funktion und Auftraggeberschaft, Bd. 1, Petersberg 2011.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Hinterwaldner et al. 2008:<\/strong>&#xA0;Hinterwaldner et al., Topologien der Bilder &#x2013; eine Einleitung, in: Topologien der Bilder, hg. von Hinterwaldner et al., M&#xFC;nchen 2008, S. 15-28.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Kluge 2011:<\/strong>&#xA0;Kluge Etymologisches W&#xF6;rterbuch der deutschen Sprache, hg. von E. Seebold, Berlin und Boston <sup>25<\/sup>2011.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Kr&#xFC;ger 1996:<\/strong>&#xA0;Kr&#xFC;ger, Peter: D&#xFC;rers &#x201E;Apokalypse&#x201C;. Zur poetischen Struktur einer Bilderz&#xE4;hlung der Renaissance, Wiesbaden 1996.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Lacher 2005:&#xA0;<\/strong>Lacher, Reimar F.: Elemente einer Zeitgrammatik der Bilderz&#xE4;hlung in der fr&#xFC;hen italienischen Malerei, in: Geschichten auf Gold. Bilderz&#xE4;hlungen in der fr&#xFC;hen italienischen Malerei, hg. von S. Weppelmann, Berlin und K&#xF6;ln 2005, S. 89-99.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Rimmele 2008:<\/strong> &nbsp;Rimmele, Marius, Verschlossene G&auml;rten. Das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a> als Ort fingierter Orte, in: Topologien der Bilder, hg. von Hinterwaldner et al., M&uuml;nchen 2008, S. 303-322.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Rimmele 2010:<\/strong>&nbsp;Rimmele, Marius, Das <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Triptychon&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;(griech. &amp;lt;em&amp;gt;tr&iacute;ptychos&amp;lt;\/em&amp;gt;: &sbquo;dreifach&lsquo;): Drei aneinander gefaltete Bildtafeln mit hierarchisch gegliederter, erz&auml;hlerischer Komposition, leitet sich von sp&auml;tantiken Diptychen her.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/triptychon\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Triptychon<\/a> als Metapher, K&ouml;rper und Ort. Semantisierungen eines Bildtr&auml;gers, M&uuml;nchen 2010.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Schlie 2010:<\/strong>&nbsp;Schlie, Heike, Wandlungen eines sakramentalen Bildverbundes in der Reformation. Das Schneeberger <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Retabel&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Mehrteiliger Altaraufsatz, der sich vom hinteren Teil der Mensa erhob. Seit dem 15. Jahrhundert zumeist als Kombination von Predella, Schrein und Gesprenge konzipiert.&lt;\/div&gt;\"  href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/kunstsnm\/glossary\/retabel\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]'  tabindex='0' role='link'>Retabel<\/a> von Lucas Cranach dem &Auml;lteren, in: Das Bild im Plural. Mehrteilige Bildformen zwischen Mittelalter und Gegenwart, hg. von D. Ganz und F. Th&uuml;rlemann Berlin 2010, S.&nbsp;243-269.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Schmid 2001:&#xA0;<\/strong>Schmid, Alfred A., Hans Fries &#x2013; Leben und Werk, in: Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende, hg. von V. Villiger, Z&#xFC;rich 2001, S. 31-48.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Schuster Cordone 2007:<\/strong>&#xA0;Schuster Cordone, Caroline, Hans Fries, conteur d&#x2019;images. Narration picturale et d&#xE9;tails dans l&#x2019;art fribourgeois autour de 1500, in: Zeitschrift f&#xFC;r schweizerische Arch&#xE4;ologie und Kunstgeschichte 64 (2007), S. 67-82.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Th&#xFC;rlemann 2012:&#xA0;<\/strong>Th&#xFC;rlemann, Felix, Vom Einzelbild zum hyperimage. Eine neue Herausforderung f&#xFC;r die kunstgeschichtliche Hermeneutik, in: Pendant Plus. Praktiken der Bildkombinatorik, hg. von Blum et al., Berlin 2012, S. 23-46.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Villiger 2001a:<\/strong>&#xA0;Villiger, Verena, Hans Fries in der Forschung, in: Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende, hg. von V. Villiger, Z&#xFC;rich 2001, S. 13-20.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Villiger 2001b:<\/strong>&#xA0;Villiger, Verena, Kleiner Johannes-Altar, in: Hans Fries. Ein Maler an der Zeitenwende, hg. von V. Villiger, Z&#xFC;rich 2001, S. 158-168.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Wenderholm 2005:<\/strong>&#xA0;Wenderholm, Iris: Aura, Licht und sch&#xF6;ner Schein. Wertungen und Umwertungen des Goldgrunds, in: Geschichten auf Gold. Bilderz&#xE4;hlungen in der fr&#xFC;hen italienischen Malerei, hg. von S. Weppelmann, Berlin und K&#xF6;ln 2005, S. 100-113.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Katalogbeitrag &#xA0; Die Kunstgeschichte hat sich in den letzten Jahren vermehrt f&#xFC;r Fragen der Topologie von Kunstwerken interessiert. In diesem Zusammenhang wurden die Interferenzen zwischen der r&#xE4;umlichen Struktur der Objekte und den von ihnen repr&#xE4;sentierten Bildorten untersucht. 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