{"id":15,"date":"2024-07-05T15:54:44","date_gmt":"2024-07-05T13:54:44","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/iaspmdachconference2024\/?page_id=15"},"modified":"2024-08-09T14:18:06","modified_gmt":"2024-08-09T12:18:06","slug":"thema","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/iaspmdachconference2024\/thema\/","title":{"rendered":"Tagungsthema"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-container-core-column-is-layout-c8c1dac5 wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-right:0;padding-bottom:0;padding-left:0;flex-basis:100%\">\n<p>Der Begriff Metadaten hat sich in den letzten Jahren vom IT-Fachausdruck zum Allerwelts- und Trendwort entwickelt, das auf zentrale kulturelle Semantiken und technologische Dynamiken der Gegenwart verweist \u2013 auch und gerade mit Blick auf popul\u00e4re Musik. Im Kontext digitaler Systeme, maschinellen Lernens (KI), fl\u00e4chendeckender Internet-Verf\u00fcgbarkeit im globalen Norden, Streaming-M\u00f6glichkeiten usw. sind \u201eDaten \u00fcber Daten\u201c bzw. Etikettierungen anderer Daten f\u00fcr die Infrastrukturen popul\u00e4rer Musik von erheblicher Bedeutung. Zugleich wirken sie auch auf die Produktionsseite zur\u00fcck, weil sich Genregrenzen und andere Konventionen verschieben \u2013 und fungieren als heuristischer Ausgangspunkt f\u00fcr Versuche, dieses Geschehen intellektuell zu durchdringen und zu kritisieren. Streaming-Dienste und ihre Musik-Empfehlungs-Algorithmen sind das Paradebeispiel f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Relevanz von Metadaten. Musik- und Kulturwissenschaftler:innen haben solche digitalen Systeme und ihre Effekte zuletzt verst\u00e4rkt untersucht. Sowohl ethnografisch als auch mit quantitativen Methoden wurden substanzielle Erkenntnisse \u00fcber die technischen (Infra-)Strukturen, die Ideologien und die Umverteilungseffekte im Umfeld des Plattformkapitalismus herausgearbeitet \u2013 auch wenn viele (Forschungs-)Fragen offenbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p><br>In der Konjunktur der Metadaten \u2013 als Ph\u00e4nomen, als Begriff \u2013 und, allgemeiner, von als \u201eMeta-\u201c etikettierten Ph\u00e4nomenen, werden soziotechnische Konstellationen greifbar, die die gegenw\u00e4rtige Produktion, Zirkulation und Rezeption popul\u00e4rer Musik in besonderer Weise pr\u00e4gen. Etikettierungen als \u201eMeta\u201c (Metadaten \u2013 aber z.B. auch Metatags, Metatrend, Metamaterial oder gar die Umbenennung des Facebook-Mutterkonzerns in Meta) evozieren zudem eine zeitgeistig wirkende Vieldeutigkeit und Vagheit. \u201eMeta-\u201c ist somit mindestens so sehr ein Ph\u00e4nomen des kulturellen Imagin\u00e4ren wie der technologischen Materialit\u00e4t. Als Leitmotiv der Tagung verweist \u201eMeta\u201c (im Sinne der vieldeutigen griechischen Vorsilbe \u03bc\u03b5\u03c4\u03ac) auf das jenseits der klanglichen Dimension popul\u00e4rer Musik Liegende, das mit ihr Einhergehende, das in ihren Zwischenr\u00e4umen Existierende.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Im Zentrum der Konferenz stehen deshalb nicht nur die angesprochenen Metadaten und Metatags in digitalen Systemen, sondern auch andere Metainformationen popul\u00e4rer Musik:&nbsp;Obschon die klangliche Materialit\u00e4t \u2013 im Sinne der Affordanztheorie \u2013 Anlagerungspunkte f\u00fcr aussermusikalische Bedeutungszuschreibungen anbietet, richtet die Tagung das Augenmerk auf Aspekte popul\u00e4rer Musik \u00fcber das Klingende hinaus.&nbsp;Popul\u00e4re Musik ist unweigerlich mit ihrem raum-zeitlichen Kontext verkn\u00fcpft; sie findet im Koordinatensystem soziokultureller, \u00f6konomischer, \u00f6kologischer, medialer, tech\u00adnologischer wie auch politischer Achsen statt. Sie ist gepr\u00e4gt vom multidirektionalen Transfer zwischen verschiedenartigen Informationsquellen. Metainformationen popul\u00e4rer Musik wie etwa K\u00fcnstler:innen-Images, Genre-Klassifikationen, performative Qualit\u00e4ten, Mode, Design, Charts-Platzierungen, marketingbezogene Kommunikation, soziale Symbole, lifestylebezogene Codes etc. erm\u00f6glichen es deshalb auch, die aktuelle Erweiterung und Verdichtung des vielschichtigen Referenzsystems rund um popul\u00e4re Musikkulturen zu erkunden. Das Pr\u00e4fix beschreibt zudem die Ver\u00e4nderung, den Wechsel eines Zustandes, z.B. im Sinn einer Metamorphose. Es referenziert den steten Wandel der als popul\u00e4re Musik bezeichneten Inhalte, aber auch die grundlegend dynamische Beschaffenheit ihrer Gestaltformen und die Fluidit\u00e4t ihrer Herstellung und Rezeption.<br><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons alignwide is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-a89b3969 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-align-center wp-element-button\" href=\"https:\/\/static1.squarespace.com\/static\/59f98546268b96cd119c5752\/t\/6569e67d2d761e720faf19c8\/1701439102037\/IASPM+DACH-Konferenz+2024+CfP.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum ungek\u00fcrzten Call for Papers<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff Metadaten hat sich in den letzten Jahren vom IT-Fachausdruck zum Allerwelts- und Trendwort entwickelt, das auf zentrale kulturelle Semantiken und technologische Dynamiken der Gegenwart verweist \u2013 auch und gerade mit Blick auf popul\u00e4re Musik. 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