{"id":256,"date":"2024-05-30T07:17:55","date_gmt":"2024-05-30T07:17:55","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/?p=256"},"modified":"2025-03-07T12:12:41","modified_gmt":"2025-03-07T12:12:41","slug":"beatrice-weber-duerler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/2024\/05\/30\/beatrice-weber-duerler\/","title":{"rendered":"Beatrice Weber-D\u00fcrler"},"content":{"rendered":"<p><em>\u00abEmilie Kempin-Spyri war die erste Privatdozentin im Bereich Rechtswissenschaften. Und ich folgte als zweite\u00bb<\/em>, sagte Prof. Beatrice Weber-D\u00fcrler in ihrer Rede bei der Einweihung des Denkmals f\u00fcr Emilie Kempin-Spyri 2008. Zwischen ihnen liegen fast 100 Jahre.<\/p>\n<p>Beatrice Weber-D\u00fcrler besuchte in Z\u00fcrich ein M\u00e4dchengymnasium, wo sie \u2013 anders als die Jungen am Knabengymnasium \u2013 weder etwas \u00fcber die Staatskunde noch \u00fcber die Kunst des politischen Argumentierens lernte. Erst an der Universit\u00e4t wurde sie in das bislang f\u00fcr sie noch unbekannte Feld des Schweizer Staatsrechts eingef\u00fchrt. Es sei f\u00fcr sie alles neu gewesen. Und dadurch umso spannender. Ihre Dissertation \u00fcber die Rechtsgleichheit in der Rechtsetzung schrieb sie von 1969 bis 1972, der Zeit also, in der die Schweizerinnen ihre l\u00e4ngst f\u00e4lligen politischen Rechte erhielten. Ihr Doktorvater Hans Nef und seine Vorlesungen waren es, die ihr Interesse am Staats- und Verfassungsrecht geweckt hatten.<\/p>\n<p>Was Beatrice Weber-D\u00fcrler mehr interessierte als der gewonnene Abstimmungskampf, war jedoch das, was danach geschah. Die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Mann und Frau in der Verfassung. 1975 war sie am Frauenkongress dabei, als die Volksinitiative dazu lanciert wurde. Aufgrund ihrer Dissertation wurde sie als Expertin zur Eidgen\u00f6ssischen Kommission f\u00fcr Frauenfragen eingeladen. Dabei steuerte die Professorin aus Z\u00fcrich ihre wissenschaftliche Expertise bei. Das politische Engagement hingegen kam von anderen. Sp\u00e4ter wurde sie Mitglied dieser Kommission und diskutierte unter anderem mit <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/2023\/12\/04\/lili-nabholz-haidegger-2\/\">Lili Nabholz-Haidegger<\/a> und Ruth Dreifuss 1987 die 10. AHV-Revision und die Witwenrente. An dieser Sitzung wurde auch die Idee der Betreuungsgutschriften geboren, die bis heute in den Sozialversicherungen eine wichtige Rolle spielt.<\/p>\n<p>Ihre Habilitationsschrift hatte sie in den siebziger Jahren zum Thema Vertrauensschutz im \u00f6ffentlichen Recht verfasst. Anfangs habe sie allerdings nicht daran gedacht, Professorin zu werden. Die Erfahrung, die sie beim Vertreten von Prof. Hans Nef in seinen Vorlesungen machen durfte, habe sie jedoch darin best\u00e4rkt, doch diesen Weg einzuschlagen. Ihre Antrittsvorlesung hielt sie 1983 \u00fcber den druckfrischen Gleichstellungsartikel. Ein Kollege habe sich dabei noch gewundert, dass man 45 Minuten dar\u00fcber sprechen k\u00f6nne, betont die Rechtswissenschaftlerin.<\/p>\n<p>1986 wurde sie zur ersten Professorin an der Hochschule St. Gallen gew\u00e4hlt. 1990 folgte sie einem Ruf an die Universit\u00e4t Z\u00fcrich, wo sie dann bis zu ihrer Emeritierung 2008 blieb.\u00a0 Dort war sie unter anderem Mitglied der Gleichstellungskommission.<\/p>\n<p>Den Studierenden gibt sie eine pers\u00f6nliche Botschaft mit auf den Weg. Man m\u00fcsse im Leben Priorit\u00e4ten setzen. Das, was man tue, m\u00fcsse man mit vollem Einsatz tun. Nur so werde man Erfolg haben.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" id=\"kmsembed-0_oydoomlm\" class=\"kmsembed\" title=\"Interview Beatrice Weber-D\u00fcrler\" src=\"https:\/\/uzh.mediaspace.cast.switch.ch\/embed\/secure\/iframe\/entryId\/0_oydoomlm\/uiConfId\/23449004\/st\/0\" width=\"826\" height=\"465\" frameborder=\"0\" sandbox=\"allow-downloads allow-forms allow-same-origin allow-scripts allow-top-navigation allow-pointer-lock allow-popups allow-modals allow-orientation-lock allow-popups-to-escape-sandbox allow-presentation allow-top-navigation-by-user-activation\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abEmilie Kempin-Spyri war die erste Privatdozentin im Bereich Rechtswissenschaften. 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