{"id":1171,"date":"2026-05-18T03:49:44","date_gmt":"2026-05-18T03:49:44","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/?p=1171"},"modified":"2026-05-18T03:49:44","modified_gmt":"2026-05-18T03:49:44","slug":"regula-kaegi-diener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/2026\/05\/18\/regula-kaegi-diener\/","title":{"rendered":"Regula K\u00e4gi-Diener"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"color: #333333;\">\u00abWir haben uns immer als Frauenhaushalt verstanden.\u00bb<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"color: #333333;\">Dieser pr\u00e4gnante Satz von Regula K\u00e4gi-Diener verweist nicht nur auf ihre famili\u00e4re Pr\u00e4gung, sondern bildet zugleich einen roten Faden durch ihr Leben und Wirken. Aufgewachsen im Z\u00fcrcher Unterland in einer kulturell vielseitig interessierten Familie, zusammen mit einem Bruder und drei Schwestern, entwickelte sie fr\u00fch ein Bewusstsein f\u00fcr weibliche Perspektiven und gesellschaftliche Rollenverteilungen. Diese Erfahrungen begleiteten sie auf ihrem weiteren Weg und pr\u00e4gten sowohl ihre beruflichen Entscheidungen als auch ihr Interesse an Gleichstellungsfragen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"color: #333333;\">Ihr Bildungsweg f\u00fchrte sie zun\u00e4chst an eine technisch ausgerichtete Mittelschule, die entsprechend stark m\u00e4nnlichgepr\u00e4gt war. Eine \u00e4hnliche Erfahrung machte sie im anschliessenden Jurastudium an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Als noch eine von wenigen Frauen unter zahlreichen m\u00e4nnlichen Kommilitonen und ohne weibliches Vorbild in der Professorenschaft bewegte sie sich in einem Umfeld mit traditionellen Strukturen. Dennoch beschreibt sie diese Zeit nicht als belastend, sondern als eine Phase, in der die wenigen Frauen auch Aufmerksamkeit erhielten und sich behaupten konnten. Fr\u00fch zeigte sich dabei ihr breites Interesse: Neben dem Jus-Studium besuchte sie weiterhin Vorlesungen in Literatur, Sprachwissenschaft und anderen Disziplinen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"color: #333333;\">Regula K\u00e4gi-Dieners beruflicher Werdegang ist vielf\u00e4ltig und eng mit den gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit verkn\u00fcpft. Die Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts 1971 erlebte sie nicht als singul\u00e4res Ereignis, sondern als Teil eines l\u00e4ngeren Prozesses, den sie bereits als Sch\u00fclerin aktiv mitverfolgte und mitdiskutierte. Ihre Karriere f\u00fchrte sie von der universit\u00e4ren Assistenz \u00fcber T\u00e4tigkeiten an Gerichten, hin zu verantwortungsvollen Positionen in kantonalen Verwaltungen, in die anwaltliche T\u00e4tigkeit und sp\u00e4ter wieder zur\u00fcck in die Wissenschaft.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"color: #333333;\">Besonders pr\u00e4gend war dabei ihr wachsendes Interesse an grundlegenden rechtlichen Fragestellungen und an der Gleichstellung von Frauen. In einer Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs, gepr\u00e4gt von den Nachwirkungen der 68er-Bewegung und der zunehmenden Sichtbarkeit feministischer Diskurse, begann sie, sich intensiver mit Gleichstellungsrecht und Genderfragen auseinanderzusetzen. Dies m\u00fcndete nicht nur in wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch in Lehrt\u00e4tigkeiten und weiterf\u00fchrenden Studien im Bereich Gender Studies. Sie engagierte sich intensiv sowohl in gemeinn\u00fctzigen als auch in juristischen Organisationen, unter anderem bei den Juristinnen Schweiz sowie im Schweizerischen Juristenverein (heute Schweizerische Juristische Gesellschaft), deren Pr\u00e4sidien sie \u00fcbernahm. Dadurch konnte sie aus einer humanistischen Grundhaltung heraus den fachlichen Austausch f\u00f6rdern und aktiv zur Weiterentwicklung rechtlicher und gleichstellungspolitischer Diskurse beitragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400; color: #333333;\">Das Interview zeichnet das Portr\u00e4t einer Juristin, die ihren Weg mit Beharrlichkeit und intellektueller Offenheit gegangen ist. Regula K\u00e4gi-Dieners Lebenslauf steht exemplarisch f\u00fcr eine Generation von Frauen, die sich in bestehenden Strukturen behaupteten, diese hinterfragten und schrittweise ver\u00e4nderten. Ihre Geschichte zeigt, wie pers\u00f6nliche Erfahrungen, gesellschaftliche Umbr\u00fcche und fachliche Neugier ineinandergreifen und zu einem reflektierten Verst\u00e4ndnis von Recht und Gleichstellung f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" id=\"kmsembed-0_kbqim300\" class=\"kmsembed\" title=\"Interview Regula K\u00e4gi-Diener\" src=\"https:\/\/uzh.mediaspace.cast.switch.ch\/embed\/secure\/iframe\/entryId\/0_kbqim300\/uiConfId\/23449004\/st\/0\" width=\"826\" height=\"465\" frameborder=\"0\" sandbox=\"allow-downloads allow-forms allow-same-origin allow-scripts allow-top-navigation allow-pointer-lock allow-popups allow-modals allow-orientation-lock allow-popups-to-escape-sandbox allow-presentation allow-top-navigation-by-user-activation\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWir haben uns immer als Frauenhaushalt verstanden.\u00bb Dieser pr\u00e4gnante Satz von Regula K\u00e4gi-Diener verweist nicht nur auf ihre famili\u00e4re Pr\u00e4gung, sondern bildet zugleich einen roten&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":894,"featured_media":1173,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_customify_content_layout":"","_customify_sidebar":"","_customify_page_header_display":"default","_customify_disable_header":"","_customify_disable_header_top":"","_customify_disable_header_main":"","_customify_disable_header_bottom":"","_customify_disable_page_title":"","_customify_disable_content_vertical_padding":"","_customify_disable_footer_top":"","_customify_disable_footer_main":"","_customify_disable_footer_bottom":"","_customify_breadcrumb_display":"","_customify_header_transparent_display":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1171","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-podcasts-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/users\/894"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1171"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1174,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171\/revisions\/1174"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/frauenrechtsgeschichte\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}