 {"id":233,"date":"2022-08-30T13:20:55","date_gmt":"2022-08-30T13:20:55","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/?page_id=233"},"modified":"2023-08-22T11:01:48","modified_gmt":"2023-08-22T11:01:48","slug":"linguistic-landscapes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik-in-der-schule-einleitung\/linguistic-landscapes\/","title":{"rendered":"Linguistic landscapes"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Ideen f\u00fcr Transfer: Linguistik &gt; Sprachdidaktik&#8220; color=&#8220;sky&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Ftransfer-ideen%2F|title:Ideen%20f%C3%BCr%20Transfer&#8220; el_class=&#8220;bs-color4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Unterrichtsvorschl\u00e4ge&#8220; color=&#8220;turquoise&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Funterrichtsvorschlaege%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge&#8220; el_class=&#8220;bs-color2&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Swiss linguistic landscapes&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Flinguistic-landscapes%2F|title:Sprache%20im%20%C3%B6ffentlichen%20Raum&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInLeft&#8220;][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692016595220-5f69397a-3162&#8243;][vc_column_text]Unter \u201elinguistic landscapes\u201c (w\u00f6rtl. <em>sprachliche Landschaften<\/em>) wird in der Forschung verschriftlichte Sprache im \u00f6ffentlichem Raum verstanden: \u201eThe language of public road sings, advertising billboards, street names, place names, commercial shop signs, and public signs on government buildings combines to form the linguistic landscape of a given territory, region, or urban agglomerate\u201c (Landry\/Bourhis 1997: 25). Damit ist diese Form der Sprache mit am n\u00e4chsten an unserer Lebenswelt, da wir sie tagt\u00e4glich nutzen und ggf. sogar selbst mit-produzieren. Die Besch\u00e4ftigung mit sog. linguistic landscapes kann helfen, folgende Kompetenzen (weiter) auszubilden:<\/p>\n<ul>\n<li>die \u201eBedingungen gelingender Kommunikation analysieren, auch auf der Basis theoretischer Modelle\u201c (Feilke\/Jost 2015: 239),<\/li>\n<li>\u201everbale, paraverbale und nonverbale Gestaltungsmittel in unterschiedlichen kommunikativen Zusammenh\u00e4ngen analysieren, ihre Funktion beschreiben und ihre Angemessenheit bewerten\u201c (Feilke\/Jost 2015: 239),<\/li>\n<li>\u201epersuasive und manipulative Strategien in \u00f6ffentlichen Bereichen analysieren und sie kritisch bewerten\u201c (Feilke\/Jost 2015: 240),<\/li>\n<li>\u201e\u00fcber M\u00fcndlichkeit bzw. gesprochene Sprache und Schriftlichkeit bzw. geschriebene Sprache [nachdenken]\u201c (Feilke\/Jost 2015: 240).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter \u201eSwiss linguistic landscapes\u201c befindet sich das wissenschaftliche Instrumentarium, mithilfe dessen man schriftliche Sprache im \u00f6ffentlichen Raum beschreiben bzw. kategorisieren kann. Zus\u00e4tzlich finden sich zu den Begriffen Fotos aus verschiedenen studentischen Projekten, die die Theorie am deutschschweizer Sprachraum illustrieren. Das Nachschlagewerk kann f\u00fcr Projekte im Unterricht genutzt werden, wenn bspw. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler schriftliche Sprache im \u00f6ffentlichen Raum beschreiben sollen. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist, Mehrsprachigkeit im Raum mit demografischen Daten zu vergleichen: Spiegelt sich die Bev\u00f6lkerungsstruktur (in Bezug auf die Nationalit\u00e4ten\/Sprachen) im \u00f6ffentlichen Raum wider?[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][\/vc_tta_accordion][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInRight&#8220;][vc_column][vc_empty_space height=&#8220;20px&#8220;][vc_tta_tour color=&#8220;blue&#8220; controls_size=&#8220;md&#8220; active_section=&#8220;1&#8243;][vc_tta_section title=&#8220;Ensemble&#8220; tab_id=&#8220;1688999959724-2e48fe2e-81a9&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Mehrere Aufkleber\/Zettel\/Schilder\/Inschriften, die in direkter N\u00e4he zueinander angebracht sind, kann man als &#8222;Ensemble&#8220; bezeichnen: Als Rezipientin oder Rezipient nimmt man sie mit einem Blick wahr und bezieht die verschiedenen Zeichen aufeinander. Nach Auer (2010: 285-288).<\/p>\n<p>Das Foto zeigt einen Teil des Eingangsbereichs (T\u00fcr) der Migros-Filiale in Luzern\/Altstadt: Verschiedene Zeichen sind dort angebracht, die man als Besucherin oder Besucher der Filiale als ein Ganzes wahrnimmt und sie aufeinander bezieht: Verbotshinweise, \u00d6ffnungszeiten, Empfehlungen. Foto: L. Pesavento.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;958&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Funktionen&#8220; tab_id=&#8220;1689000261920-92a82254-1869&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Ortsfeste Zeichen k\u00f6nnen f\u00fcnf verschiedene Funktionen erf\u00fcllen (vgl. Auer 2010: 290-294):<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Benennen<\/strong> dient v.a. der Orientierung.<\/li>\n<li>Bei der Markierung von<strong> Zugeh\u00f6rigkeit<\/strong> werden Relationen zwischen Orten und Personen\/Institutionen vermittelt.<\/li>\n<li>Angaben zum <strong>Gebrauch<\/strong> k\u00f6nnen Verbote aussprechen oder bestimmte Handlungen einschr\u00e4nken\/bestimmen.<\/li>\n<li>Eine der \u00e4ltesten und wichtigsten Funktionen ist das Benennen von Zielen und das <strong>Wege weisen<\/strong>.<\/li>\n<li>Zeichen k\u00f6nnen auch dem <strong>Ermahnen<\/strong> dienen (korrektes Handeln) oder vergangener Ereignisse\/verstorbener Menschen <strong>gedenken<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die folgende Bildergalerie zeigt die f\u00fcnf verschiedenen Funktionen in der obigen Reihenfolge auf: Foto 1 benennt und charakterisiert in der Migros-Filiale in Z\u00fcrich (L\u00f6wenplatz) die Produkte (\u201eFertiggerichte\u201c); Foto 2 markiert mit dem Aufdruck \u201eMigros\u201c die Zugeh\u00f6rigkeit der T\u00fcte zum Einkaufskonzern (dabei ist unwichtig, dass dieses Foto in einer bestimmten Filiale geschossen wurde, denn das Logo und die T\u00fcte sehen \u00fcberall gleich aus); Foto 3 verbietet das Rauchen am Z\u00fcricher Hauptbahnhof; Foto 4 dient als Wegweiser und zur Orientierung auf dem Campus Irchel in Z\u00fcrich; Foto 5 m\u00f6chte zur korrekten Entsorgung von Zigarettenstummeln und auch M\u00fcll anhalten. Fotos 1 und 2 von L. Pesavento, Fotos 3 bis 5 von A. Groyer.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;968,967,969,971,972&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;geschichtlich&#8220; tab_id=&#8220;1688999675586-c4fc4856-6ded&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Nicht-indexikalische \u00f6ffentliche Schrift kann auch geschichtliche Zeichen bezeichnen: Dies sind Zeichen, die permanent au\u00dfer Betrieb genommen worden sind. Ihre einstige Funktionalit\u00e4t ist aber noch lesbar. Nach Auer (2010: 276-280).<\/p>\n<p>Das Foto zeigt eine Tafel zu einer Kunstinstallation im Z\u00fcricher Hauptbahnhof, die aber nicht mehr vorhanden ist und durch eine andere Kunstinstallation (siehe zweites Foto: \u201eL`ange protecteur\u201c von Niki de Saint Phalle) ersetzt wurde. Fotos von A. Groyer.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;948,950&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Grammatik&#8220; tab_id=&#8220;1689000187479-dc43886b-e1c7&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die Struktur bzw. Grammatik sprachlicher Zeichen weist Merkmale auf, die einen Satz \u00fcblicherweise als \u201eungrammatisch\u201c charakterisieren w\u00fcrden: Das Subjekt fehlt bspw. oder das Verb ist nicht konjugiert. Ding- und ortsfeste Schrift verf\u00fcgt h\u00e4ufig \u00fcber keine Morphologie und setzt stattdessen den Infinitiv ein (sog. modale oder deontische Infinitive). Dar\u00fcber hinaus kann das Verb auch komplett fehlen oder es wird eine nominalisierte Form anstatt eines Verbs verwendet. H\u00e4ufig finden sich ebenfalls Form-Funktions-Koppelungen, d.h. bestimmte Formen sind mit einer bestimmten Funktion gekoppelt: Zeichen mit Pfeilen erf\u00fcllen bspw. \u00fcblicherweise eine wegweisende Funktion. Trotz dieser Merkmale (Fehlen Subjekt, keine Morphologie, ggf. kein Verb) versteht die Rezipientin oder der Rezipient ebenso wie die Adressatin oder der Adressat aber die Bedeutung eines Zeichens, und zwar aufgrund seiner Kontextgegebenheit. B\u00fchler (1934 [1982]) hat in diesem Zusammenhang den Begriff der \u201eEmpraxis\u201c gepr\u00e4gt: Hier ist der Kontext so stark vorgegeben, dass bestimmte Situationsparameter (etwa das Subjekt oder Verb) nicht mehr sprachlich extra genannt werden m\u00fcssen. Nach Auer (2010: 288-290).<\/p>\n<p>Auf Foto 1 fehlen Subjekt und Morphologie am Verb: \u201eBitte erst w\u00e4hlen, dann \u00f6ffnen\u201c steht am K\u00fchlregal in der Migros-Filiale am Bahnhof Z\u00fcrich. Foto 2 zeigt eine verblose Struktur (\u201eKein Eingang\u201c) in der Migros-Filiale in der Altstadt in Luzern. Auf Foto 3 sind zwei nominalisierte Strukturen zu erkennen: \u201e<em>Bauarbeiten<\/em>: S\u00fcdtrakt Z\u00fcrich HB. <em>Dauer<\/em>: M\u00e4rz 2020 bis August 2023). Foto 4 zeigt ein Beispiel f\u00fcr Form-Funktions-Koppelungen, das in dieser Form nicht nur \u2013 wie auf dem Bild \u2013 am Hauptbahnhof Z\u00fcrich anzutreffen ist: NP + Zahl + Pointer. Fotos 1 uns 2 von L. Pesavento, Foto 3 und 4 von A. Groyer.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;964,963,965,966&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Granularit\u00e4t und Rezipientinnen- und Rezipientenorientierung&#8220; tab_id=&#8220;1688999761493-58af18ab-71dd&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Bei \u00f6ffentlicher Schrift kann man zwischen Zeichen mit hoher Granularit\u00e4t und niedriger Granularit\u00e4t unterscheiden: Unter &#8222;hoher Granularit\u00e4t&#8220; versteht man eine geringe Aufl\u00f6sung; das Zeichen dient der allgemeinen und oberfl\u00e4chlichen Orientierung im Raum, es ist also gut lesbar und vermittelt allgemeine Informationen. Das Zielpublikum umfasst in diesem Fall alle Personen, die im \u00f6ffentlichen Raum unterwegs sind; genutzt werden die Zeichen v.a. von den nicht-ortskundigen Menschen. Zeichen mit niedriger Granularit\u00e4t sind dagegen nur f\u00fcr Personen relevant, die eine bestimmte Information ben\u00f6tigen. H\u00e4ufig umfasst das Zielpublikum damit eine bestimmte Zielgruppe, z.B. Handwerkerinnen und Handwerker oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einem Unternehmen. Nach Auer (2010: 280-282).<\/p>\n<p>Auf dem folgenden Foto ist ein Schild aus der Migros-Filiale in der Altstadt von Luzern zu sehen: In grosser Schrift ist \u201eKasse\u201c abgebildet, neben Deutsch noch auf Englisch und (vereinfachtem) Chinesisch. Das zweite Foto dagegen umfasst ein Blatt Papier (DIN A4); der Inhalt ist f\u00fcr die Kundschaft derselben Migros-Filiale, aus der auch das erste Bild stimmt, nicht verst\u00e4ndlich. Geringere Granularit\u00e4t und spezifische Informationen verweisen auf eine bestimmte Zielgruppe (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filiale). Fotos von L. Pesavento.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;951,953&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;indexikalisch&#8220; tab_id=&#8220;1688999395376-fc03f15d-c41d&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Indexikalische \u00f6ffentliche Schrift bezeichnet Zeichen, die nur an und durch den Ort interpretierbar sind, an dem sie sich befinden. Der Index kann durch ein sprachliches Element realisiert sein (z.B. Demonstrativpronomen <em>dieser<\/em>) oder durch einen nonverbalen Pointer (z.B. <em>Pfeil<\/em>). Nach Auer (2010: 276-280).<\/p>\n<p>Das erste Foto stammt aus der Migros-Filiale in Z\u00fcrich am L\u00f6wenplatz und zeigt zwei Schilder mit indexikalischem Zeichen (<em>Pointer<\/em>) unter der Angabe \u201eKasse\u201c. Auf dem zweiten Foto ist dasselbe zu sehen, allerdings in mehrsprachiger Darstellung (Deutsch, Englisch, vereinfachtes Chinesisch) und das Foto stammt aus der Migros-Filiale (Altstadt) in Luzern.\u00a0 Auf dem dritten Foto wird ein indexikalisches Sprachelement (<em>dieser<\/em>) verwendet: Es besagt, dass diese bestimmte Seite des Verkaufsregals in der Migros-Filiale nicht mit Ware best\u00fcckt werden darf. Schliesslich kann ein Zeichen auch allein durch seine Platzierung eine indexikalische Funktion \u00fcbernehmen: Auf dem letzten Foto wird die Information \u201eAus der Region. F\u00fcr die Region\u201c auf den Boden der Migros-Filiale in Z\u00fcrich (L\u00f6wenplatz) geleuchtet und allein daraus ergibt sich f\u00fcr die Besucherinnen und Besucher, dass hier (Regal im Hintergrund und n\u00e4here Umgebung) regionale Lebensmittel verkauft werden. Fotos von L. Pesavento.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;944,942,943,945&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Layering\/\u00dcberschichtung&#8220; tab_id=&#8220;1689000056322-a4693233-bea5&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Wenn mehrere Zeichen (z.B. Aufkleber und Zettel) \u00fcbereinander angebracht sind, spricht man von engl. <em>Layering<\/em> (vgl. Scollon\/Scollon 2003) oder dt. <em>\u00dcberschichtung<\/em>. Nach Auer (2010: 285-288).<\/p>\n<p>Auf dem Foto vom Uni-Campus Irchel in Z\u00fcrich erkennt man ein &#8222;Layering&#8220; von zwei Aufklebern: Unter dem Aufkleber mit dem QR-Code schimmert noch das \u00fcberklebte Zeichen \u2013 es ging um die Covid-Impfung \u2013 durch. Auch der aktuelle Aufkleber wurde zum Teil schon entfernt. Weiter unten auf dem Foto sind die Reste von Kleber \u2013 wohl von einem noch \u00e4lteren Aufkleber \u2013 zu erkennen. Foto von A. Groyer.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;959&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Materialit\u00e4t des Zeichens&#8220; tab_id=&#8220;1688999833895-153843a0-058c&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Auf <strong>Schildern<\/strong> ist Schrift angebracht und das Schild ist direkt oder indirekt mit dem Objekt verbunden, auf das sich die Schrift bezieht.<strong> Inschriften <\/strong>sind direkt mit dem Objekt verbunden und k\u00f6nnen nur schwer von der Oberfl\u00e4che des Objekts entfernt werden, auf das sie sich beziehen. <strong>Zettel<\/strong> sind tempor\u00e4re Schilder. Sie k\u00f6nnen h\u00e4ufig wieder leicht entfernt werden und sind deswegen besonders fl\u00fcchtig. \u00c4hnlich wie Zettel stellen <strong>Aufkleber<\/strong> durch ihre Materialit\u00e4t gut abgegrenzte Zeichen dar; im Gegensatz zu Zetteln sind sie aber h\u00e4ufig nur schwer oder schwerer vom Objekt, auf das sie geklebt wurden, zu entfernen. Nach Auer (2010: 282-285).<\/p>\n<p>Das folgende Foto zeigt die Inschrift \u201eStaatsarchiv\u201c auf einem Geb\u00e4ude des Uni-Campus Irchel (Z\u00fcrich): Schrift ist direkt mit dem Objekt verbunden und kann nur mit grossem Aufwand von der Glasfl\u00e4che entfernt werden. Das zweite Foto zeigt ein Schild, das vor dem Objekt angebracht ist, auf das es sich bezieht (<em>Science Pavilion<\/em> der UZH, Museum der Anthropologie). Auf dem dritten Foto ist ein Zettel tempor\u00e4r befestigt, der auf ein Angebot in der Migros-Filiale in Bad Ragaz hinweist. Das letzte Foto zeigt einen Aufkleber auf einem M\u00fclleimer auf dem Uni-Campus Irchel (Z\u00fcrich). Fotos 1,2 und 4 von A. Groyer, Foto 3 von L. Pesavento.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;954,955,957,956&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;nicht-indexikalisch&#8220; tab_id=&#8220;1688999395382-87dd7d40-7182&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Nicht-indexikalische \u00f6ffentliche Schrift umfasst Zeichen, die nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind bzw. die durch ein Verr\u00fccken oder Verstellen nicht ihre Funktion verlieren. Darunter f\u00e4llt z.B. Werbung: Dieselbe Werbung kann an verschiedenen Orten angebracht sein, ohne dass sie ihre Bedeutung verliert. Auch Aufkleber oder Graffitis k\u00f6nnen ortsungebunden verstanden werden. Nicht-indexikalische \u00f6ffentliche Schrift bezeichnet auch Zeichen, die nur vor\u00fcbergehend ausser Kraft gesetzt sind: Das Zeichen an sich hat Verweispotential. Man kann in diesem Fall auch von \u201estillgelegter Indexikalit\u00e4t\u201c sprechen. Nach Auer (2010: 276-280).<\/p>\n<p>Das Foto zeigt eine Migros-Filiale in Luzern, bei der das Schild \u201eAchtung\u201c mit dem Piktogramm einer Person, die gerade ausrutscht, zusammengeklappt an der Seite steht. Der Aufsteller ist kurzzeitig ausser Betrieb genommen, denn gleichzeitig sieht man im Hintergrund ein nicht stillgelegtes Hinweisschild \u201eVorsicht Rutschgefahr\u201c. Auf dem zweiten Foto ist ein Graffiti aus der Bahnhofshalle im Hauptbahnhof Z\u00fcrich: Das Graffiti k\u00f6nnte auch an anderen Orten aufzufinden sein, die Bedeutung ist nicht ortsgebunden. Foto 1 von L. Pesavento, Foto 2 von A. Groyer.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;947,946&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;offiziell-\u00f6ffentliche vs. transgressive Zeichen&#8220; tab_id=&#8220;1689000124343-bf39b1e6-d324&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Unter offiziell-\u00f6ffentliche Zeichen fallen sowohl sog. <em>top-down<\/em> als auch <em>bottom-up<\/em> Zeichen. <strong><em>Top-down<\/em> Zeichen<\/strong> sind Zeichen, die von \u00f6ffentlichen Personen und Institutionen, mit offiziellem Auftrag oder \u00f6ffentlicher Genehmigung, angebracht werden. <strong><em>Bottom-up<\/em> Zeichen<\/strong> werden von Privatpersonen und privaten Unternehmen geschrieben; auch sie werden mit offizieller Genehmigung angebracht. <strong>Transgressive Zeichen<\/strong> werden ohne (offizielle) Autorisierung angebracht und sind also nicht genehmigt. Nach Ben-Rafael et al. (2006: 14-15) und Auer (2010: 295-296).<\/p>\n<p>Auf dem folgenden Foto ist ein Strassennamen \u2013 der von der Stadtverwaltung offiziell zugeteilte Name f\u00fcr eine Strasse \u2013 zu sehen. Es handelt sich um die \u201ePassage Strassenquai\u201c am Hauptbahnhof Z\u00fcrich. Auch am Hauptbahnhof Z\u00fcrich findet sich ein Werbeplakat einer Migrolino-Filiale: Das Plakat stammt nicht von einer \u00f6ffentlich-rechtlichen Institution, sondern von einem privaten Unternehmen. Das Zeichen wurde auf privatem Raum (jenem von Migrolino) angebracht. Das dritte Foto zeigt ein Graffiti am Hauptbahnhof Z\u00fcrich: Es ist transgressiv, da das Zeichen nicht autorisiert wurde. Fotos von A. Groyer.[\/vc_column_text][vc_gallery interval=&#8220;0&#8243; images=&#8220;962,961,960&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;&#8220;][\/vc_tta_section][\/vc_tta_tour][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator][vc_column_text]Literaturnachweis:<\/p>\n<ul>\n<li>Auer, Peter (2010): Sprachliche Landschaften: Die Strukturierung des \u00f6ffentlichen Raums durch die geschriebene Sprache. In: Arnulf Deppermann\/Angelika Linke (Hrsg.): Sprache intermedial: Stimme und Schrift, Bild und Ton. Berlin\/New York: De Gruyter, 271-298.<\/li>\n<li>Ben-Rafael, Eliezer\/Shohamy, Elana\/Hasan Amara, Muhammad\/Trumper-Hecht, Nira (2006): Linguist landscape as symbolic construction of the public space: The case of Israel. In: International Journal of Multilingualism 3\/1, 7\u201330.<\/li>\n<li>B\u00fchler, Karl (1934 [1982]): Sprachtheorie. Jena. [Ungek. Neudr. d. Ausg. Jena 1934. Stuttgart 1982].<\/li>\n<li>Landry, Rodrigue\/Bourhis, Richard (1997): Linguistic landscape and ethnolinguistic vitality: an empirical study. In: Journal of Language and Social Psychology 16\/1, 23\u201349.<\/li>\n<li>Scollon, Ron\/Scollon, Suzie Wong (2003): Discourse in public places \u2013 language in the material world. Routledge: London.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fotos von Anna Groyer und Leandra Pesavento, 2023.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Ideen f\u00fcr Transfer: Linguistik &gt; Sprachdidaktik&#8220; color=&#8220;sky&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Ftransfer-ideen%2F|title:Ideen%20f%C3%BCr%20Transfer&#8220; el_class=&#8220;bs-color4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Unterrichtsvorschl\u00e4ge&#8220; color=&#8220;turquoise&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Funterrichtsvorschlaege%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge&#8220; el_class=&#8220;bs-color2&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Swiss linguistic landscapes&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Flinguistic-landscapes%2F|title:Sprache%20im%20%C3%B6ffentlichen%20Raum&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInLeft&#8220;][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692016595220-5f69397a-3162&#8243;][vc_column_text]Unter \u201elinguistic landscapes\u201c (w\u00f6rtl. sprachliche Landschaften) wird in der Forschung verschriftlichte Sprache im \u00f6ffentlichem Raum verstanden: \u201eThe language of public road sings, advertising [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":789,"featured_media":0,"parent":228,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-233","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/users\/789"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=233"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1219,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/233\/revisions\/1219"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/228"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}