 {"id":151,"date":"2022-08-29T12:49:36","date_gmt":"2022-08-29T12:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/?page_id=151"},"modified":"2023-08-22T10:59:56","modified_gmt":"2023-08-22T10:59:56","slug":"phonologie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik\/phonologie\/","title":{"rendered":"Phonologie"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_section][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Grundbegriffe&#8220; color=&#8220;orange&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fgrundbegriffe%2F|title:Grundbegriffe&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Phonologie&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fphonologie%2F|title:Phonologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Morphologie&#8220; color=&#8220;purple&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fmorphologie%2F|title:Morphologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Syntax&#8220; color=&#8220;juicy-pink&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fsyntax%2F|title:Syntax&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInLeft&#8220;][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; css_animation=&#8220;none&#8220; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692002721976-f353acb8-da23&#8243;][vc_column_text]Die <em>Phonologie<\/em> ist eine linguistische Teildisziplin, die sich mit dem Lautsystem einer Sprache besch\u00e4ftigt. Ein Ziel der phonologischen Analyse ist die Erfassung des Phonemsystems einer Sprache. Dazu m\u00fcssen alle Laute, die in einer Sprache verwendet werden, systematisch beschrieben werden. Entscheidend sind dabei die beobachtbaren, distinktiven (bedeutungsunterscheidenden) lautlichen Oppositionen einer Sprache, die man mithilfe von Minimalpaaren findet. Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 513).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][\/vc_tta_accordion][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInRight&#8220;][vc_column][vc_tta_tour color=&#8220;sandy-brown&#8220; controls_size=&#8220;md&#8220; active_section=&#8220;1&#8243;][vc_tta_section title=&#8220;Allophon&#8220; tab_id=&#8220;1661778057665-da911f0d-51b2&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Der Begriff bezeichnet eine von mehreren phonetischen Realisierungen eines Phonems. Je nach der Distribution der Allophone unterscheidet man <em>freie <\/em>(auch: fakultative) <em>Varianten<\/em> (wie z.B. im Deutschen das Zungen- und das Z\u00e4pfchen-R [r, R]) und <em>kombinatorische<\/em>\u00a0<em>Varianten. <\/em>Bei Letzeren ist das Allophon aufgrund der lautlichen Umgebung bestimmt.[\/vc_column_text][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Schweizerdeutsch<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-626\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/t-Allophone.png\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"188\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">[ti\u0283] und [t<sup>h<\/sup>i\u0283] \u201aTisch\u2019<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][vc_column_text]Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 29). Abbildung aus dem Vorlesungsskript (HS22) von Guido Seiler (UZH).<br \/>\nDiese Definition findet sich in allen g\u00e4ngigen Einf\u00fchrungen in die Linguistik des Deutschen. F\u00fcr weitere Informationen siehe beispielsweise Bergmann (2013: 43-89) [Kapitel 2, Laute].[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel komplement\u00e4re Varianten&#8220;]Das Phonem \/x\/ hat im Standarddeutschen zwei komplement\u00e4r verteilte Allophone (Ich- und Ach Laute). Das Phon [\u00e7] wird nach Konsonanten und vorderen Vokalen sowie morpheminitial, das Phon [x] nach hohen und mittleren gespannten Hinterzungenvokalen realisiert.[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Beispiel freie Varianten&#8220;]In den Schweizerdeutschen Dialekten kann die Graphemfolge &lt;ch&gt; sowohl als [x] als auch als [\u03c7] realisiert werden. Beispiel &lt;ich&gt;:\u00a0 [\u026a:x] oder [\u026a:\u03c7].[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Apokope und Synkope&#8220; tab_id=&#8220;1667230134492-986a408e-210d&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Unter einer Apokope wird der Wegfall auslautender Vokale und\/oder Konsonanten verstanden, w\u00e4hrend mit Synkope das Wegfallen eines unbetonten Vokals im Wortinneren bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 49\/695).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Artikulationsart&#8220; tab_id=&#8220;1665427430338-cbec8100-26b5&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Bezeichnet die Art und Weise, wie durch die Stellung der verschiedenen Artikulatoren Modifikationen des Luftstroms beziehungsweise des Schalls im Ansatzrohr, also der Luftr\u00f6hre, dem Mund- und dem Nasenraum, erzeugt werden.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 58).[\/vc_column_text][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>Plosiv (\u00b1aspiriert): Artikulationsmodus bzw. Sprachlaut, der durch einen kurzzeitigen Verschluss im Ansatzrohr, bei gleichzeitig geschlossenem Nasenraum, gekennzeichnet ist (nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 520).<\/li>\n<li>Frikativ: Sprachlaut bzw. Artikulationsmodus, bei dem eine artikulatorische Enge im Ansatzrohr zu einer turbulenten, verwirbelten Luftstr\u00f6mung f\u00fchrt. Akustisch resultiert eine kontinuierliche Ger\u00e4uschbildung (nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 213).<\/li>\n<li>Affrikate: Kombination eines Plosivs mit einem Frikativ, wobei dieser homorgan ist (selbe Artikulationsstelle bzw. selbes artikulierendes Organ) (nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 17).<\/li>\n<li>Nasal: Mit offenem Nasenraum (gesenktes Velum) und gleichzeitig geschlossenem Mundraum produzierter Sprachlaut (nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 454).<\/li>\n<li>Vibrant (Trill): Konsonantischer Artikulationsmodus bzw. (i.d.R. stimmhafter) Sprachlaut, der durch mehrfache intermittierende kurzzeitige Verschlussbildung der elastisch schwingenden Artikulatoren entsteht (nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 755).<\/li>\n<li>Lateral: Konsonantischer Artikulationsmodus, der durch eine von der Zunge gebildete seitliche enge \u00d6ffnung des Ansatzrohres gekennzeichnet ist (nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 390).<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Artikulationsort&#8220; tab_id=&#8220;1665427795980-5ad58246-a1e5&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Bezeichnet die Stelle im Ansatzrohr, an der bei der Artikulation eines Konsonanten ein Verschluss oder eine Enge erzeugt wird.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;621&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 60). Abbildung nach Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 59).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Aspiration&#8220; tab_id=&#8220;1665409648126-5c5d2e7a-4cec&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Im Standarddeutschen wird \/t\/ in gewissen Positionen aspiriert, also als [t<sup>h<\/sup>] realisiert. Dieses Merkmal ist jedoch nicht distinktiv (im Standarddeutschen) und die Schreibweise von z.B. &#8222;Tier&#8220; als &lt;Thier&gt; ist veraltet. Sie wurde auf der Orthographischen Konferenz von 1901 als nicht mehr korrekt erkl\u00e4rt, gemeinsam mit anderen Begriffen wie &#8222;Tal&#8220; (ehemals &lt;Thal&gt;) oder &#8222;T\u00fcr&#8220; (ehemals &lt;Th\u00fcr&gt;). In Fremdw\u00f6rtern wie &#8222;Thron&#8220; oder &#8222;Theater&#8220; wurde die Schreibweise jedoch beibehalten.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;602&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Aspiration im Alemannischen: in Arbeit<\/p>\n<p>Nach: Nerius (2007)[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Assimilation&#8220; tab_id=&#8220;1666613045748-5537a52f-733c&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Ein Lautwandelprozess, der zur Angleichung zwischen zwei Lautsegmenten in einer linearen Sequenz f\u00fchrt. Diese werden bez\u00fcglich eines oder mehrerer Merkmale vereinheitlicht um die Artikulation zu vereinfachen.<\/p>\n<p>Unterschieden werden dabei drei Eigenschaften, durch die ein Assimilationsprozess beschrieben werden kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Merkmals\u00fcbereinstimmung:\u00a0 total vs. partiell<\/li>\n<li>Richtung der Angleichung:\u00a0 \u00a0 \u00a0progressiv vs. regressiv<\/li>\n<li>Distanz der Segmente:\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Kontakt- vs. Fern-<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 64).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Dehnung in offener Tonsilbe&#8220; tab_id=&#8220;1667229864231-f0a32b53-c8a4&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Kurze Stammsilbenvokale werden vor einem einfachem Konsonanten, der zur folgenden Sprechsilbe geh\u00f6rt (also in offener Tonsilbe), gedehnt. Vor \/m\/ und \/t\/ unterbleibt dieser Wandel allerdings. Dehnung erfolgt auch bei einsilbigen W\u00f6rtern, deren flektierte Formen offene Tonsilben aufweisen. Gedehnt werden ausserdem kurze Vokale in einsilbigen W\u00f6rtern, die auf Liquida und zum Teil auch auf Nasal enden.<br \/>\nZus\u00e4tzlich erfolgt eine Dehnung in geschlossener Silbe vor \/r\/ + Dental.<\/p>\n<p>Die Dehnung hat bereits in ahd. Zeit im Niederfr\u00e4nkischen begonnen und hat sich im 12. und 13. Jh. im gesamten Mitteldeutschen durchgesetzt, das Oberdeutsche, mit Ausnahme des Hochalemannischen, wird im 14. Jh. davon erfasst.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 296).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;erste (germanische) Lautverschiebung&#8220; tab_id=&#8220;1666013633499-5e9f0f76-c305&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Das indogermanische Lautsystem wurde durch die Erste oder Germanische Lautverschiebung (auch <em>Grimms Law<\/em> genannt) massiv umgestaltet. Allerdings blieben dabei die phonologischen Oppositionen intakt. Der Beginn dieser Lautverschiebung wird nicht vor 500 v. Chr. datiert.<br \/>\nBetroffen sind die idg. stimmlosen Plosive (Tenues: *p, *t, *k), die stimmhaften Plosive (Medien: *b, *d, *g) und die aspirierten stimmhaften Plosive (Aspiratae: *b<sup>h<\/sup>, *d<sup>h<\/sup>, *g<sup>h<\/sup>).<\/p>\n<p>Die erste Lautverschiebung wird durch die im Verner&#8217;schen Gesetz formulierte Ausnahmereglung erg\u00e4nzt. Dadurch k\u00f6nnen scheinbare Irregularit\u00e4ten erkl\u00e4rt werden.[\/vc_column_text][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>Tenuesverschiebung:<\/li>\n<\/ul>\n<p>idg. *p, *t, *k &gt; germ. *f, *\u03b8 (*\u00fe), *x<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Medienverschiebung:<\/li>\n<\/ul>\n<p>idg. *b, *d, *g &gt; germ. *p, *t, *k<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Verlust der Aspiration:<\/li>\n<\/ul>\n<p>idg. *b<sup>h<\/sup>, *d<sup>h<\/sup>, *g<sup>h<\/sup> &gt; germ. *b, *d, *g[\/vc_column_text][vc_column_text]Unverschoben bleiben die Plosive wenn eine Folge von Frikativen entsehen w\u00fcrde: idg. *sp, *st,*sk &gt; germ. *sp, *st,*sk<\/p>\n<p>In der Folge idg. *pt und *kt wird nur der jeweils erste Laut verschoben:<br \/>\nidg. *pt, *kt &gt; germ. *ft, *xt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 46-47).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;frnhd. Diphthongierung&#8220; tab_id=&#8220;1661778057671-ac1bddd9-3aed&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die mittelhochdeutschen Monophthonge \u00ee,\u00a0 \u00fb, iu werden zu den fr\u00fchneuhochdeutschen Diphthongen [a\u035c\u026a, a\u035c\u028a, \u0254\u035c\u026a ] verschoben. Die neuen Diphthonge sind ein wichtiges Kennzeichen des nhd. Vokalismus. Im mitteldeutschen Raum geht in mhd. Zeit das \/\u00fc:\/ vor \/w\/ in \/u:\/ \u00fcber, das sp\u00e4ter zu\/ao\/ diphthongiert wird. Daher stehen in frnhd. Zeit oft &lt;eu&gt;- und &lt;au&gt;-Formen nebeneinander.<\/p>\n<p>Das erste Mal verschriftlicht taucht der Lautwandel im 12. Jh. in s\u00fcdbairischen Urkunden auf. Im 13. Jh. verbreitete sich die Diphthongierung im kompletten bairischen Sprachraum und bis im 16. Jh. dehnte sie sich in den fr\u00e4nkischen, schw\u00e4bischen und mitteldeutschen Sprachraum aus. Der alemannische und der niederdeutsche Raum zeigen keine Spuren der frnhd. Diphthongierung.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 362-364).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel&#8220;]<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><span lang=\"DE-CH\">Beispiel: mhd.\u00a0<i>\u00fb\u00a0\u00a0\u00a0<\/i>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &gt;\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 frnhd. \/<\/span>a\u035c\u028a\u00a0<span lang=\"DE-CH\">\/<\/span><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><span lang=\"DE-CH\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 mhd. <i>m\u00fbs\u00a0<\/i>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0&gt;\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 frnhd.\u00a0<i>Maus<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><span lang=\"DE-CH\">In fast allen alemannischen Dialekten, also auch im Schweizerdeutschen, bleibt jedoch der Monophthong erhalten (es gibt einige wenige Ausnahmen im H\u00f6chstalemannischen).<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;frnhd. Monophthongierung&#8220; tab_id=&#8220;1661778220863-144f307f-5cb6&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die mittelhochdeutschen Diphthonge \/ie, uo, \u00fce\/ werden im Fr\u00fchneuhochdeutschen zu den langen Vokalen \/i:, u:, \u00fc:\/ monophthongiert. Teilweise bleibt dabei bis heute die alte Schreibweise erhalten: &lt;i, u&gt;.<\/p>\n<p>Die fr\u00fchneuhochdeutsche Monophthongierung beginnt um ca. 1100 im mitteldeutschen Sprachgebiet, wobei sie im Ostmitteldeutschen am ausgepr\u00e4gtesten auftritt. Im Oberdeutschen (bairische und alemannische Dialekte) ist die Monophthongierung nicht durchgef\u00fchrt worden, weshalb die Diphthonge erhalten sind.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 364-365).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel&#8220;]<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Beispiel:\u00a0 <span lang=\"DE-CH\">mhd.\u00a0<i>uo<\/i>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &gt; \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 frnhd. \/u:\/<\/span><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><span lang=\"DE-CH\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0mhd. <i>guote<\/i>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &gt; \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 frnhd. g<i>ute<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><span lang=\"DE-CH\">In den alemannischen Dialekten, also auch im Schweizerdeutschen, bleibt jedoch der Diphthong erhalten.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Geminatenk\u00fcrzung&#8220; tab_id=&#8220;1667230181897-6f544e87-7126&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Bereits im Althochdeutschen wurden Geminaten im Auslaut und vor Konsonant zu Kurzkonsonanten gek\u00fcrzt. Diese Erscheinung setzt sich auch im Mittelhochdeutschen fort. Vom Frnhd. zum Mhd. wird die Opposition von kurzen (einfachen) und langen Konsonanten (Geminaten) vollst\u00e4ndig aufgegeben.<\/p>\n<p>Nach: Paul (2007: 129) und Ebert et al. (1993: 154).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Gemination&#8220; tab_id=&#8220;1666016294282-864823ab-b524&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Unter dem Begriff wird die Verdoppelung eines Konsonanten verstanden. Das Produkt dieses Prozesses, das als Geminate bezeichnet wird, ist meist ambisyllabisch (zu zwei Silben geh\u00f6rend) und schl\u00e4gt sich in der L\u00e4ngung des Konsonanten nieder, ohne zu einer Zweigipfligkeit zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Als Ursache f\u00fcr Geminaten kann Assimilation, Vokalausfall oder die westgerm. Konsonantengemination genannt werden.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 228).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Germanische Akzentfestlegung&#8220; tab_id=&#8220;1666014990727-cc1cacfb-4b16&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Nach Abschluss der durch die Erste Lautverschiebung und Verners Gesetz bedingten Wandel entwickelte sich im (Ur-)Germanischen ein neuer Wortakzent auf der ersten Wortsilbe, der den zuvor freien indogermanischen Akzent abl\u00f6st.<br \/>\nEr erfasste die einfachen W\u00f6rter und alle bis dahin gebildeten Komposita (<i>\u00darlaub<\/i>). Dagegen behalten sp\u00e4ter gebildete Komposita die Akzentstellen ihrer Grundw\u00f6rter bei (<i>ertr\u00e1gen<\/i><i>, <\/i><i>Ertr\u00e1g<\/i>)<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 47).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;i-Umlaut&#8220; tab_id=&#8220;1666612923308-0524556e-38fb&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Der i-Umlaut ist eine wesentliche Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber dem Germanischen. Es handelt sich um eine partielle, regressive Fernassimilation, wobei unter dem Einfluss eines <i>i<\/i>, <i>\u00ee<\/i> oder <i>j<\/i> der folgenden Silbe germ. *&lt;a<i>&gt;<\/i> zu ahd. &lt;e&gt; assimiliert. Steht zwischen den betroffenen Lauten ein &lt;ht<i>&gt;, &lt;<\/i>hs<i>&gt; <\/i>oder eine Konsonantenverbindungen mit &lt;w<i>&gt;,<\/i> tritt dieser Wandel zun\u00e4chst nicht ein. Diese erste Phase des i-Umlauts, die ab Mitte des 8. Jh. in der Schreibung sichtbar wird, bezeichnet man als Prim\u00e4rumlaut.<\/p>\n<p>Der sogenannte Sekund\u00e4rumlaut deutet sich ab etwa 1000 in schriftlichen Quellen an. Damit wird sowohl der Wandel von zun\u00e4chst nicht umgelautetem &lt;a&gt; zu &lt;\u00e4&gt; als auch der von &lt;o&gt; zu &lt;\u00f6&gt;, &lt;u&gt; zu &lt;\u00fc&gt;, &lt;\u00e2&gt; zu &lt;\u00e6&gt;, &lt;\u00f4&gt; zu &lt;\u0153&gt;, &lt;\u00fb&gt; zu &lt;iu&gt;, &lt;ou&gt; zu &lt;\u00f6u&gt; und &lt;uo&gt; zu &lt;\u00fce&gt; vollzogen.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 71-72).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Konsonanten&#8220; tab_id=&#8220;1661778173188-ba35135a-8780&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Ein Konsonant ist artikulatorisch dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom beim Ausstr\u00f6men durch ein Hindernis beeinflusst wird. Konsonanten werden deshalb nach dem Artikulationsort, der Artikulationsart und der Stimmgebung (stimmhaft\/stimmlos) klassifiziert.<\/p>\n<p>Diese Definition findet sich in allen g\u00e4ngigen Einf\u00fchrungen in die Linguistik des Deutschen, z.B. hier nach: Bergmann (2013: 53-54).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Konsonantensystem des Standarddeutschen&#8220;]<div id=\"attachment_170\" style=\"width: 522px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-170\" class=\"wp-image-170\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Konsonantensystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-1024x450.png\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Konsonantensystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-1024x450.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Konsonantensystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-300x132.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Konsonantensystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-768x338.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Konsonantensystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-1536x675.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Konsonantensystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-2048x900.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><p id=\"caption-attachment-170\" class=\"wp-caption-text\">Konsonatensystem des Standarddeutschen. Abbildung der International Phonetic Association, angepasst durch T. Frick.<\/p><\/div>[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Konsonantensystem des Z\u00fcrichdeutschen&#8220;]<div id=\"attachment_623\" style=\"width: 522px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-623\" class=\"wp-image-623\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Konsonantensystem-Zuerichdeutsch-1024x350.png\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Konsonantensystem-Zuerichdeutsch-1024x350.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Konsonantensystem-Zuerichdeutsch-300x103.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Konsonantensystem-Zuerichdeutsch-768x263.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Konsonantensystem-Zuerichdeutsch.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><p id=\"caption-attachment-623\" class=\"wp-caption-text\">Konsonatensystem des Z\u00fcrichdeutschen. Abbildung der Universit\u00e4t Saarland (<a href=\"https:\/\/www.coli.uni-saarland.de\/elaut\/Languages_Sites\/sampaZuerichdeutsch.htm#Konsonanten\">Link<\/a>).<\/p><\/div>[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;komplement\u00e4re Distribution&#8220; tab_id=&#8220;1661778169626-5f0debf2-5f5f&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Treten allophonische Realisierungsvarianten eines Phonems regelhaft in unterschiedlichen, sich gegenseitig ausschliessenden phonologischen Kontexten auf, so spricht man von &#8222;komplement\u00e4rer Distribution&#8220;. Die lautliche Umgebung des Phonems bestimmt dabei, welche Realisierungsvariante &#8211; sprich welches Allophon &#8211; zu w\u00e4hlen ist. Umgekehrt formuliert schliessen sich komplement\u00e4r distribuierte Allophone aufgrund der Umgebung gegenseitig aus: wo das eine Allophon steht, kann niemals das andere Allophon auftreten. Dies bedeutet auch, dass die betreffenden Laute phonologisch nicht miteinander kontrastieren k\u00f6nnen: es l\u00e4sst sich deshalb kein Minimalpaar dieser Laute finden.<\/p>\n<p>Das Gegenteil von komplement\u00e4rer Distribution ist \u00fcbrigens eine freie Distribution, also eine Distribution ohne sprachsysteminterne Regeln.<\/p>\n<p>Diese Definition findet sich in allen g\u00e4ngigen Einf\u00fchrungen in die Linguistik des Deutschen, z.B. hier nach Bergmann (2013: 62).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel&#8220;]Im Schweizerdeutschen wird der &#8222;Ach-Laut&#8220; immer als &#8222;Ach-Laut&#8220; gesprochen, es gilt nicht die komplement\u00e4re Distribution von &#8222;Ich-&#8220; und &#8222;Ach-Laut&#8220; wie im Standarddeutschen.<\/p>\n<p>Standarddeutsch:<br \/>\n[x] nach hinteren Vokalen: Buch, Loch<br \/>\n[\u00e7] in allen anderen Kontexten: B\u00fccher, B\u00e4che, ich<\/p>\n<p>Schweizerdeutsch: [\u03c7] in allen Kontexten.<br \/>\nz.B. Chuchich\u00e4stli [\u03c7\u028a\u03c7\u026a\u03c7\u00e6\u0283tli] \u2018K\u00fcchenk\u00e4stchen\u2019[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;K\u00fcrzung \u00fcberschwerer Silben&#8220; tab_id=&#8220;1667230052725-7e626a18-b65b&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Lange Vokale vor mehrfacher Konsonanz werden in frnhd. Zeit gek\u00fcrzt. Dies ist vor allem im Ostmitteldeutschen und Ostfr\u00e4nkischen zu beobachten. Dieser Wandel tritt generell seltener als die Dehnung auf. Er erscheint vor allem vor &lt;ht (cht), ft&gt; sowie vor \/r\/ plus Konsonant.<\/p>\n<p>Die K\u00fcrzung beginnt in der zweiten H\u00e4lfte des 12. Jh. und ist in der Schreibung schwer nachzuweisen. Ihre Entwicklung verl\u00e4uft in den einzelnen Mundartr\u00e4umen recht kompliziert. Im Allgemeinen zeigt sich der Wandel am konsequentesten im Mitteldeutschen und im Ostfr\u00e4nkischen.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 366-367).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Minimalpaar&#8220; tab_id=&#8220;1661778207059-3a9400d4-2f3f&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Ein Minimalpaar besteht aus zwei W\u00f6rtern mit unterschiedlicher Bedeutung, die sich lediglich durch einen minimalen lautlichen Kontrast unterscheiden. Die beiden Laute, die diesen minimalen Kontrast ausmachen, sind deshalb Phoneme der jeweiligen Sprache. Es ist dabei nicht notwendig, dass sie in jedem lautlichen Kontext bedeutungsunterscheidend sind.<\/p>\n<p>Diese Definition findet sich in allen g\u00e4ngigen Einf\u00fchrungen in die Linguistik des Deutschen, z.B. hier nach: Bergmann (2013: 60-61).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel&#8220;]Schweizerdeutsch:<\/p>\n<p><em>riisse<\/em>: [ri:s\u01dd] \u201areissen\u2018<\/p>\n<p><em>biisse<\/em>: [bi:s\u01dd] \u201abeissen\u2018[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Nebensilbenabschw\u00e4chung&#8220; tab_id=&#8220;1661778221696-8c18f5cd-c2bd&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Hier geht es um die Nebensilbenabschw\u00e4chung vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen.<\/p>\n<p>Die Abschw\u00e4chung der &#8222;vollen&#8220; Endsilbenvokale zu &lt;<em>e&gt;<\/em> wird bereits in althochdeutschen Quellen aus dem 9. Jh. sichtbar und breitete sich im 10. Jh. weiter aus. Im 11. Jh. sind die alten Vokale weitgehend verdr\u00e4ngt. Endergebnis der Vokalschw\u00e4chung ist in der Regel ein reduziertes [\u0259] (meist &lt;e&gt; geschrieben), das an die Stelle aller \u00fcbrigen Vokale in Nebensilben tritt und damit das Abgrenzungsmerkmal von der althochdeutschen zur mittelhochdeutsche Periode schlechthin ist. Nur das Alemannische bewahrt noch in mittelhochdeutscher Zeit &#8222;volle&#8220; Vokale in den Endsilben.<\/p>\n<p>Stehen die Vokale der Vorsilben vor dem Wortakzent, werden sie bereits im Althochdeutschen vollst\u00e4ndig reduziert. Dies gilt immer bei Verben mit festem Pr\u00e4fix, die den Wortakzent auf der Stammsilbe tragen.<\/p>\n<p>In manchen Dialekten des Schweizerdeutschen hat die Nebensilbenschw\u00e4chung allerdings nicht immer stattgefunden.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 235-236).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel 1&#8243;]Hier soll ein Beispiel aus dem Schweizerdeutschen angef\u00fcgt werden.[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Notation&#8220; tab_id=&#8220;1661778222367-348f5db6-f0e6&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Um Phoneme und Phone (= Laute) in der Schrift voneinander unterscheiden zu k\u00f6nnen, werden sie unterschiedlich notiert: Phoneme setzt man in Schr\u00e4gstriche, also z.B. \/t\/ und (Allo)Phone in eckige Klammern, z.B. [t] und [t<sup>h<\/sup>]. Das bedeutet, dass das Phonem \/t\/ lautlich realisiert werden kann als [t] oder als [t<sup>h<\/sup>]. Hochgestelltes h, also <sup>h<\/sup>, bedeutet \u00fcbrigens \u201ebehaucht\u201c oder auch \u201easpiriert\u201c.<\/p>\n<p>Nach: Bergmann (2013: 60).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Phonem&#8220; tab_id=&#8220;1661778247976-43ea00d1-95d9&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Unter dem Begriff &#8222;Phonem&#8220; versteht man die kleinste bedeutungsunterscheidende lautliche Einheit einer Sprache. Jede Variet\u00e4t hat ein eigenes Phoneminventar, dass durch eine Minimalpaaranalyse ermittelt werden kann. Phoneme werden durch Schr\u00e4gstriche gekennzeichnet: \/a\/, \/\u026a\/, \/x\/ usw.<\/p>\n<p>Achtung Verwechslungsgefahr: Unter einem &#8222;Phon&#8220; versteht man die kleinste segmentierbare Einheit einer Sprache. Diese muss aber keine bedeutungsunterscheidende Funktion haben. Phone werden durch eckige Klammern gekennzeichnet: [a], [\u026a], [x] usw.<\/p>\n<p>Diese Definitionen findet sich in allen g\u00e4ngigen Einf\u00fchrungen in die Linguistik des Deutschen, z.B. hier nach: Bergmann (2013: 60).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel&#8220;]Ein Phonem ermittelt man durch eine Minimalpaaranalyse:<\/p>\n<p>Schweizerdeutsch:<\/p>\n<p>[ri:s\u01dd] \u201areissen\u2018<\/p>\n<p>[bi:s\u01dd] \u201abeissen\u2018<\/p>\n<p>Dies ermittelt bzw. zeigt, dass im Schweizerdeutschen sowohl [r] als auch [b] Phonemstatus haben. Die beiden Laute sind bedeutungsunterscheidend: \/r\/ und \/b\/.[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Phonemspaltung&#8220; tab_id=&#8220;1666613362753-0eca5fb8-f7d6&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Unter Phonemspaltung wird ein Lautwandelprozess verstanden, der das Phoneminventar ver\u00e4ndert. Basierend auf der Ver\u00e4nderung oder dem Abbau der kontextuellen Bedingungen, welche zuvor f\u00fcr die komplement\u00e4re Distribution von Allophonen entscheidend war, entsteht eine Opposition zwischen den urspr\u00fcnglich komplement\u00e4r verteilten Allophonen. Da diese Phone nicht mehr aufgrund der lautlichen Umgebung vorhergesagt werden k\u00f6nnen, werden sie phonemisiert (erhalten Phonemstatus).<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 511-512).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel althochdeutsche Umlautallophone&#8220;]Im Althochdeutschen waren [a:]\/[\u00e6:], [o]\/[\u00f8], [o:]\/[\u00f8:], [u]\/[y] und [u:]\/[y:] noch Allophone in komplement\u00e4rer Distribution und deshalb jeweils nur einem Phonem untergeordnet. Wenn ein \/i, j\/ in der Folgesilbe stand, wurde die umgelautete Variante realisiert:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0[\u00e6:], [\u00f8], [\u00f8:], [y], [y:] \u00a0 wenn \/i, j\/ in Folgesilbe<\/li>\n<li>\u00a0[a:], [o], [o:], [u], [u:]\u00a0 \u00a0 in allen anderen Umgebungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bedingt durch die Nebensilbenabschw\u00e4chung schwindet \/i, j\/ in der Folgesilbe. Die lautliche Umgebung f\u00fcr die Umlautung geht verloren, jedoch bleiben die Umlaute erhalten. Sie werden nun als eigene Phoneme betrachtet, da sie jetzt nicht mehr allophonisch sind.<\/p>\n<p>Beispiel nhd. H\u00e4user:<br \/>\nahd. \/hu:sir\/\u00a0 &gt;\u00a0 mhd. \/hy:s\u0259r\/<br \/>\nahd. [hy:sir]\u00a0 \u00a0&gt;\u00a0 mhd. [hy:s\u0259r][\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Rhotazismus&#8220; tab_id=&#8220;1666015616259-2ba9f422-d369&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Generell ist Rothazismus eine Bezeichnung f\u00fcr den Lautwandel eines Konsonanten zu \/r\/, wobei davon oft dentale Frikative und \/l\/ betroffen sind.<\/p>\n<p>In der historischen Sprachwissenschaft wird unter dem Begriff der spontane Wechsel von urgerm. *\/z\/ zu nord- und westgerm. *\/r\/ verstanden. Der Wandel ist in allen germanischen Tochtersprachen ausser dem Gotischen (Ostgermanischer Zweig) anzutreffen und Relikte sind im Grammatischen Wechsel erkennbar.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 572).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Silbe&#8220; tab_id=&#8220;1667228175839-e83c9c88-d764&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]In der Phonetik und der Phonologie ist mit dem Begriff Silbe die theorieabh\u00e4ngig unterschiedlich definierte, kleinste suprasegmentale, d. h. lautbergreifende Einheit gemeint. Segmental kann sie in den i.d.R. vokalischen Nukleus (Kern), das Onset (Kopf) und die Koda gegliedert werden. Die Kombination aus Nukleus und Koda wird als Reim bezeichnet.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;707&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Eine vokalisch anlautende Silbe wird als <i>nackt<\/i>, eine mit konsonantischen Anlaut als <i>bedeckt<\/i> bezeichnet. Silben mit vokalischem Auslaut werden als <i>offen<\/i>, solche mit konsonantischer Koda als <i>geschlossen<\/i> bezeichnet.<\/p>\n<p>Die Dauer einer Silbe wird in Moren gemessen und dient der Kategorisierung von Silben. Unterschieden werden leichte Silben (einmorig: offene Silben mit Kurzvokal), schwere Silben (zwei Moren) und \u00fcberschwere Silben (drei Moren).[\/vc_column_text][vc_column_text]Im Standardhochdeutschen folgt die Bildung einer Silbe der Onsetmaximierung und dem Sonorit\u00e4tsprinzip:<\/p>\n<p>Die Onsetmaximierung besagt, dass einer oder mehrere Konsonanten, die zwischen zwei Nukelei stehen, dem Onset der zweiten Silbe zugerechnet werden. Die Abfolge CVCV beziehungsweise CVCCV wird entsprechend als CV.CV respektive CV.CCV silbifiziert.<\/p>\n<p>Das Sonorit\u00e4tsprinzip besagt, dass es in jeder Silbe ein Segment gibt, das den Silbengipfel bildet, und dem ein oder mehrere Segmente vorangehen und\/oder folgen, deren Sonorit\u00e4tswerte zum Silbengipfel hin zunehmen und anschliessend wieder abnehmen.[\/vc_column_text][vc_column_text]Ein Konsonant, der sowohl zur ersten als auch zur zweiten von zwei aufeinanderfolgenden Silben gerechnet wird, ist ein ambisyllabischer Konsonant (auch als Silbengelenk bezeichnet), der mit der Silbengrenze zusammenf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Nach: Bergmann (2013: 76), Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 617-618)\u00a0und Hall (2011: 231). Abbildung aus dem Vorlesungsskript (HS22) von Guido Seiler (UZH).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Sonorit\u00e4t&#8220; tab_id=&#8220;1667229008910-c7438913-e4a0&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Der Begriff dient zur Beschreibung des Lautheitsverlaufs innerhalb einer Silbe. Jedem Sprachlaut bzw. jeder Sprachlautklasse kommt eine spezifische Sonorit\u00e4t zu, wobei mittels der Sonorit\u00e4tshierarchie die m\u00f6gliche Lautabfolge in Silben unterschiedlicher Sprachen bestimmt wird.<\/p>\n<p>In der Sonorit\u00e4tshierarchie weisen die Lautklassen bez\u00fcglich ihrer Sonorit\u00e4t folgende Rangfolge auf, wobei die Sonorit\u00e4t von links nach rechts abnimmt:<\/p>\n<p>Vokale &gt; hohe Vokale &gt; Liquide &gt; Nasale &gt; Frikative &gt; Plosive.<\/p>\n<p>Bei der Silbenbildung wird der Silbenkern durch den sonorsten Laut besetzt, w\u00e4hrend die Silbenschale (bestehend aus Onset und Koda), der Reihenfolge der Sonorit\u00e4tshierarchie folgend, aus immer weniger sonoren Lauten aufgebaut ist. Vom Nukleus ausgehend nimmt die Sonorit\u00e4t sowohl nach links als auch nach rechts stetig ab.<\/p>\n<p>Siehe dazu auch &#8222;Sonorit\u00e4tsprinzip&#8220; unter dem \u00dcberbegriff &#8222;Silbe&#8220;.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 628).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Vokale&#8220; tab_id=&#8220;1661778255452-32fe3d01-24dd&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Ein Vokal ist artikulatorisch dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom beim Ausstr\u00f6men keiner St\u00f6rung unterworfen wird. Vokale werden nach Zungenh\u00f6he, Zungenlage und Lippenrundung klassifiziert.<\/p>\n<p>Diese Definition findet sich in allen g\u00e4ngigen Einf\u00fchrungen in die Linguistik des Deutschen, z.B. hier nach: Bergmann (2013: 56-57).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Vokalsystem des Standarddeutschen&#8220;]<div id=\"attachment_183\" style=\"width: 454px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-183\" class=\"wp-image-183 size-full\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Vokalsystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS.png\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Vokalsystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS.png 444w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/08\/Vokalsystem-des-Standardhochdeutschen-nach-GS-300x252.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px\" \/><p id=\"caption-attachment-183\" class=\"wp-caption-text\">Vokalsystem des Standarddeutschen. Abbildung der International Phonetic Association, angepasst durch T. Frick.<\/p><\/div>[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Vokalsystem des Schweizerdeutschen&#8220;]<div id=\"attachment_624\" style=\"width: 454px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-624\" class=\"wp-image-624\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Vokalsystem-Zuerichdeutsch-300x182.png\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Vokalsystem-Zuerichdeutsch-300x182.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Vokalsystem-Zuerichdeutsch-768x466.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2022\/10\/Vokalsystem-Zuerichdeutsch.png 975w\" sizes=\"auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px\" \/><p id=\"caption-attachment-624\" class=\"wp-caption-text\">Vokalsystem des Z\u00fcrichdeutschen. Abbildung der Universit\u00e4t Saarland (<a href=\"https:\/\/www.coli.uni-saarland.de\/elaut\/Languages_Sites\/sampaZuerichdeutsch.htm#Monophthonge\">Link<\/a>).<\/p><\/div>[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Verner und grammatischer Wechsel&#8220; tab_id=&#8220;1666017900740-224f229d-153e&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die in der ersten Lautverschiebung entstandenen stimmlosen Reibelaute (*f, *\u03b8 (*\u00fe), *x) blieben im Anlaut immer erhalten. Im In- und Auslaut hatten sie nur Bestand, wenn der damals noch weitgehend erhaltene indogermanische Akzent auf dem Vokal der vorausgehenden Silbe lag. Waren diese Bedingungen nicht erf\u00fcllt, wurden die stimmlosen Reibelaute stimmhaft und fielen mit den Reibelauten *\u0180, *\u0111 und *\u01e5 zusammen. Verners Gesetz betraf alle stimmlosen Reibelaute, also auch das seit der indogermanischen Zeit vorhandene *s. Aus diesem entstand ein stimmhaftes Allophon *z, das durch die sp\u00e4ter eintretende Akzentverlagerung phonologisiert wurde.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;705&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Sp\u00e4ter fielen diese stimmhaften Frikative mit den stimmhaften Plosiven \/b\/, \/d\/ und \/g\/ zusammen.[\/vc_column_text][vc_column_text]Da die Position des idg. Akzentes zwischen verschiedenen Realisierung eines Worts variierte, konnten innerhalb eines Paradigmas Formen mit Wirkung von Verner und solche ohne nebeneinanderstehen. In diesen F\u00e4llen, in denen beide Varianten in einem grammatischen Verbund nebeneinanderstehen, spricht man von <strong>Grammatischem Wechsel<\/strong>. Betroffen sind die Konsonantenpaare: f \u2013 b, d \u2013 t,\u00a0 h \u2013 g, s \u2013 r (Rhotazismus). Siehe dazu auch das Beispiel.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 46) und Verner (1877: 114). Abbildung von T.Frick.[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Althochdeutsches Beispiel&#8220;]ahd.: <em>zio<strong>h<\/strong>an<\/em> &#8211; <em>ziu<strong>h<\/strong>u<\/em> &#8211; <em>za<strong>h<\/strong><\/em> &#8211; <em>zu<strong>g<\/strong>um <\/em>&#8211; <em>gizo<strong>g<\/strong>an<\/em><\/p>\n<p>nhd.: zie<strong>h<\/strong>en &#8211; zie<strong>h<\/strong>e &#8211; zo<strong>g<\/strong> &#8211; zo<strong>g<\/strong>en &#8211; gezo<strong>g<\/strong>en<\/p>\n<p>In den idg. Vorstufen des Pr\u00e4teritum Plural und des Partizip II lag der Akzent auf der letzten Silbe, weshalb Verners Gesetz Anwendung fand, ansonsten lag der Akzent auf der vorletzten Silbe, weshalb keine Spuren von Verner festzustellen sind.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 46).[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;zweite (hochdeutsche) Lautverschiebung&#8220; tab_id=&#8220;1661778261966-563b3456-ec4b&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die Althochdeutsche (= Zweite) Lautverschiebung hat zu einer nachhaltigen Umstrukturierung des Konsonantensystems gef\u00fchrt. Betroffen sind die germanischen Tenues *p, *t, *k und die Medien *b, *d, *g, man spricht daher von der Tenues- und Medienverschiebung. Zus\u00e4tzlich tritt eine Spirantenverschiebung von *\u00fe auf.\u00a0 Die Lautverschiebung ist ein umfangreicher Prozess, der sich \u00fcber mehrere Jahrhunderte hingezogen und sich in den einzelnen Sprachgebieten unterschiedlich ausgedehnt und ausgewirkt hat.[\/vc_column_text][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>Tenuesverschiebung:<\/li>\n<\/ul>\n<p>germ. *p, *t, *k &gt; ahd. pf, ts, kx<\/p>\n<p>germ. *p, *t, *k &gt; ahd. ff, ss, xx\u00a0 \u00a0 (nach Vokal)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Medienverschiebung:<\/li>\n<\/ul>\n<p>germ. *d &gt; ahd. t\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 (in allen Dialekten)<\/p>\n<p>germ. *b, *g &gt; ahd. p, k\u00a0 \u00a0 \u00a0(altbairisch\/altalemanisch)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Spirantenverschiebung<\/li>\n<\/ul>\n<p>germ. *\u03b8 (*\u00fe) &gt; ahd. d[\/vc_column_text][vc_column_text]Der Beginn der zweiten Lautverschiebung wird f\u00fcr das 5.\/6. Jh. n. Chr. angesetzt, liegt also vor der Zeit, aus der Handschriften \u00fcberliefert sind. Vieles spricht daf\u00fcr, dass sie sich von Oberdeutschland, vom Bairischen und Alemannischen her, nach Norden hin ausgebreitet hat. Ihr Ergebnis ist die bis heute gegebene deutliche Trennung des hochdeutschen Konsonantismus vom niederdeutschen sowie innerhalb des hochdeutschen Konsonantenstandes eine Differenzierung, die ein wichtiges Kriterium f\u00fcr die Abgrenzung der Dialekte ist. Um 800 war die Hochdeutsche Lautverschiebung abgeschlossen, breitete sich aber in einigen Gebieten auch danach noch weiter aus.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 236-239). Eine anschauliche Abbildung der zweiten Lautverschiebung findet sich \u00fcbrigens bei K\u00f6nig (2015: 64).[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel&#8220;]Die zweite Lautverschiebung spiegelt sich in der Gliederung der deutschen Dialekte wider: Das Niederdeutsche hat die Lautverschiebung nicht mitgemacht, das Mitteldeutsche schon eher und das Alemannische &#8211; darunter f\u00e4llt auch das Schweizerdeutsche &#8211; hat die Lautverschiebung am konsequentesten mitgemacht. Zum Beispiel sagt man im Oberdeutschen (= Alemannisch und Bairisch) &#8222;Apfel&#8220; statt &#8222;Appel&#8220; und &#8222;Pfund&#8220; statt &#8222;Pund&#8220; oder &#8222;Fund&#8220;. Typisch f\u00fcr das Alemannische in der deutschsprachigen Schweiz ist zum Beispiel die <strong>k<\/strong>ind\/<strong>ch<\/strong>ind-Isoglosse, in der H\u00f6he von Basel: \u00dcberlege dir, wie du im Dialekt &#8222;Kind&#8220; aussprichst und wie du &#8222;Kind&#8220; schreibst. Stimmt die Graphem-Phonem-Korrespondenz oder unterscheidet sich deine Aussprache im Dialekt von dem, was du standardsprachlich niederschreibst?[\/vc_toggle][\/vc_tta_section][\/vc_tta_tour][vc_separator][vc_column_text]Literaturnachweis:<\/p>\n<ul>\n<li>Bergmann, Pia (2013): Laute. In: Auer, Peter (Hrsg.): Sprachwissenschaft. Grammatik. Interaktion. Kognition. Stuttgart: Metzler, S. 43-89.<\/li>\n<li>Ebert, Robert\/Reichmann, Oskar\/Solms, Hans-Joachim\/Wegera, Klaus-Peter (1993): Fr\u00fchneuhochdeutsche Grammatik. Berlin, Boston: Max Niemeyer.<\/li>\n<li>Gl\u00fcck, Helmut\/R\u00f6del, Michael (Hrsg.) (2016): Metzler Lexikon Sprache. 5., aktualisierte und \u00fcberarbeitete Auflage. Stuttgart: Metzler Verlag.<\/li>\n<li>Hall, Tracy Alan (2011): Phonologie. Eine Einf\u00fchrung. Berlin, New York: De Gruyter.<\/li>\n<li>K\u00f6nig, Werner (2015): dtv-Atlas Deutsche Sprache, 18., durchgesehene und korrigierte Auflage. M\u00fcnchen: dtv.<\/li>\n<li>Nerius, Dieter (2007): Deutsche Orthographie. 4., neu bearbeitete Auflage. Hildesheim\/Z\u00fcrich\/New York: Georg Olms.<\/li>\n<li>Paul, Hermann (2007): Mittelhochdeutsche Grammatik. Berlin, Boston: De Gruyter.<\/li>\n<li>Schmidt, Wilhelm (2013): Geschichte der deutschen Sprache: Ein Lehrbuch f\u00fcr das germanistische Studium. 11., verbesserte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Hirzel.<\/li>\n<li>Verner, Karl (1877): Eine ausnahme der ersten lautverschiebung. In: Zeitschrift f\u00fcr vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete der Indogermanischen Sprachen 23\/2, 97-130.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][\/vc_section]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_section][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Grundbegriffe&#8220; color=&#8220;orange&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fgrundbegriffe%2F|title:Grundbegriffe&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Phonologie&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fphonologie%2F|title:Phonologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Morphologie&#8220; color=&#8220;purple&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fmorphologie%2F|title:Morphologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Syntax&#8220; color=&#8220;juicy-pink&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fsyntax%2F|title:Syntax&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInLeft&#8220;][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; css_animation=&#8220;none&#8220; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692002721976-f353acb8-da23&#8243;][vc_column_text]Die Phonologie ist eine linguistische Teildisziplin, die sich mit dem Lautsystem einer Sprache besch\u00e4ftigt. 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