 {"id":128,"date":"2022-08-29T12:00:47","date_gmt":"2022-08-29T12:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/?page_id=128"},"modified":"2023-08-22T10:59:39","modified_gmt":"2023-08-22T10:59:39","slug":"grundbegriffe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik\/grundbegriffe\/","title":{"rendered":"Grundbegriffe"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Grundbegriffe&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fgrundbegriffe%2F%20&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Phonologie&#8220; color=&#8220;sandy-brown&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fphonologie%2F|title:Phonologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Morphologie&#8220; color=&#8220;purple&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fmorphologie%2F|title:Morphologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Syntax&#8220; color=&#8220;juicy-pink&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fsyntax%2F|title:Syntax&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInLeft&#8220;][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692002255693-2229aae5-e809&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<div class=\"vc_row wpb_row vc_row-fluid\">\n<div class=\"wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12\">\n<div class=\"vc_column-inner\">\n<div class=\"wpb_wrapper\">\n<div class=\"vc_empty_space\">\n<div class=\"wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12\">\n<div class=\"vc_column-inner\">\n<div class=\"wpb_wrapper\">\n<div class=\"wpb_text_column wpb_content_element \">\n<div class=\"wpb_wrapper\">\n<p>Unter <em>Grundbegriffe<\/em> werden wichtige Grundbegriffe der allgemeinen Linguistik aufgef\u00fchrt und einige weitere Begriffe, die v.a. relevant sind, wenn man sich mit der germanistischen Linguistik besch\u00e4ftigt. Die germanistische Linguistik besch\u00e4ftigt sich mit Prinzipien und Theorien der allgemeinen Linguistik und wendet diese auf das Deutsche an bzw. erprobt diese am Deutschen (und seinen Auspr\u00e4gungen in Synchronie und Diachronie).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][\/vc_tta_accordion][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInRight&#8220;][vc_column][vc_tta_tour color=&#8220;orange&#8220; controls_size=&#8220;md&#8220; active_section=&#8220;1&#8243;][vc_tta_section title=&#8220;Diachronie&#8220; tab_id=&#8220;1661774643502-ec115fa6-4075&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Nach der Definition von Ferdinand de Saussure handelt es sich um die Entwicklungsphasen einer Sprache, dass heisst um die Aufeinanderfolge verschiedener Sprachzust\u00e4nde.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 144). Weiteres zu diesem Begriff in Saussure (1916\/2014).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;germanische Sprachen&#8220; tab_id=&#8220;1666087649538-f8c3972b-1244&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die germanischen Sprachen bilden einen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Dieser kann nochmals in Ost-, Nord- und Westgermanisch unterteilt werden. In der ostgermanischen Gruppe finden sich Sprachen wie Gotisch oder Vandalisch, die Stand heute keine aktiv gesprochenen Tochtersprachen besitzen. Sprachen des westgermanischen Zweigs sind beispielsweise Englisch oder Deutsch, w\u00e4hrend die geographisch in Skandinavien angesiedelten Sprachen in die nordgermanische Kategorie fallen.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;168&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Mit dem Begriff &#8222;Urgermanisch&#8220; wird die rekonstruierte Sprachstufe eines Zeitabschnittes bezeichnet, der zwischen der Ausgliederung des (Pr\u00e4-)Germanischen aus dem indogermanischen Verband und der Ausbildung deutlicher dialektaler Unterschiede innerhalb dieser Variet\u00e4t liegt. Diese Differenzierung f\u00fchrte sp\u00e4ter zu den einzelnen germanischen Stammesdialekten und ist vielfach in den heutigen germanischen Sprachen noch erkennbar. Die \u00dcberg\u00e4nge zu sp\u00e4teren Phasen wie Urnordisch oder Urwestgermanisch sind fliessend und nicht scharf festzulegen.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 40). Abbildung aus dem Vorlesungsskript (HS22) von Guido Seiler (UZH).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Ikon&#8220; tab_id=&#8220;1664801888097-14301622-9eb1&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Etwas sinnlich Wahrnehmbares wird zum ikonischen Zeichen, wenn in ihm das Bezeichnete als Abgebildetes (wieder)erkennbar ist. Mit anderen Worten basiert ein Ikon auf einem \u00c4hnlichkeitsverh\u00e4ltnis. Diese Verh\u00e4ltnis kann auf dem Aussehen (optische \u00c4hnlichkeit) oder dem Klang (akustische \u00c4hnlichkeit) eines Objektes beruhen. Mittels eines Ikons kann auch \u00fcber ein Objekt, das von einer Person nie in Realit\u00e4t gesehen wurden, eine Vorstellung \u00fcber das Objekt gewonnen werden; respektive ist es m\u00f6glich dieses Objekt in Realit\u00e4t als das vom Ikon Bezeichnete wiederzuerkennen.<\/p>\n<p>Ikone spielten in den Anf\u00e4ngen der Schrift &#8211; beispielsweise in der Entwicklung der Hieroglyphenschrift und der chinesischen Schrift &#8211; eine grosse Rolle. Die meisten dieser Schriftzeichen haben aber im Lauf der Zeit ihre Form und manchmal auch ihre Bedeutung ge\u00e4ndert, weshalb sie ihren Abbildcharakter verloren haben.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr Ikone sind die meisten Piktogramme oder Onomatopoetika.<\/p>\n<p>Nach: Linke et al. (2004: 19-21).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Index&#8220; tab_id=&#8220;1664801881037-75bf44fb-7f59&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Etwas sinnlich Wahrnehmbares wird zum indexikalischen Zeichen, wenn es als Folgeglied in einem Wenn-Dann-Verh\u00e4ltnis aufgefasst werden kann und aus dem Vorliegen dieser Folge auf deren Ursache geschlossen werden kann. Der Index verweist entsprechend auf einen Sachverhalt, ohne dass dieser direkt dargestellt wird. Voraussetzung f\u00fcr diesen Schluss bildet immer das individuelle Erfahrungswissen \u00fcber die (aussersprachliche) Welt. Die Verwendung eines Indexes ist immer situativ bedingt.<\/p>\n<p>Beispiele sind Rauch, der auf ein Feuer verweist, oder die Lautst\u00e4rke in einem Sprechakt, die auf einen bestimmten emotionalen Zustand wie Freude oder Trauer verweisen kann.<\/p>\n<p>Nach: Linke et al. (2004: 19-20).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;indoeurop\u00e4ische Sprachfamilie&#8220; tab_id=&#8220;1666087264615-4841488b-cecb&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Sprachen werden in verschiedene Sprachfamilien eingeteilt. Eine dieser Sprachfamilien ist die sogenannte &#8222;indogermanische (oder auch: indoeurop\u00e4ische) Sprachfamilie&#8220;. Die indogermanische Sprachfamilie ist sehr gross und umfasst fast alle Sprachen, die in Europa gesprochen werden. Unter anderem z\u00e4hlt auch das Schweizerdeutsche zu dieser Sprachfamilie. Nicht zu den indogermanischen Sprachen geh\u00f6rig, aber dennoch in Europa angesiedelt, sind beispielsweise Finnisch, Ungarisch, Estnisch oder Maltesisch.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;167&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Mit dem Begriff &#8222;(Ur-)Indogermanisch&#8220; (auch Indoeurop\u00e4isch genannt) wird eine Gruppe bezeichnet, die urspr\u00fcnglich zwischen Indien und Europa (inklusive Irland und Island) gesprochene Sprachen umfasst. Die lexikalischen und grammatischen Gemeinsamkeiten dieser Gruppe wurden durch die vergleichende Sprachwissenschaft als Verwandtschaft erwiesen und auf eine gemeinsame Ausgangssprache, das rekonstruierte Indogermanisch, zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Nach: Schmidt (2013: 25). Abbildung aus dem Vorlesungsskript (HS22) von Guido Seiler (UZH).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Konzept und Referent&#8220; tab_id=&#8220;1664801907076-631f7d1a-c402&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]In der kognitiven Linguistik, insbesondere der Semantik, handelt es sich bei einem <em>Konzept<\/em> um eine mentale Informationseinheit im Langzeitged\u00e4chtnis. Diese Einheit erm\u00f6glicht das Wissen \u00fcber die Welt abzuspeichern, zu organisieren und zu kategorisieren (virtuelle Vorstellungskategorie). Die reale Welt wird in mental repr\u00e4sentierte Konzepte (&#8222;Vorstellungen&#8220;) \u00fcbersetzt. Dies geschieht basierend auf der Abstraktion von individuellen Objektmerkmalen und dem Hervorheben von gemeinsamen Merkmalen. Dadurch wird eine effiziente Speicherung aller zu bezeichnenden Objekte erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Die Konzepte sind <em>virtuelle <\/em>Kategorien, da sie lediglich als Informationseinheit im Ged\u00e4chtnis eines Individuums existieren. In einer Sprechsituation, in der auf ein spezifisches Objekt (ein Referent) verwiesen wird, erfolgt eine konkrete <em>Aktualisierung<\/em>. Abgespeichert ist deshalb jedes Zeichen <em>virtuell<\/em>, wird es aktiv verwendet, ist es <em>aktuell<\/em>.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 369) und Busch\/Stenschke (2018: 23).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;langue&#8220; tab_id=&#8220;1661774643506-e6c29eba-e38c&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]W\u00e4hrend unter dem Begriff &#8222;Sprachverm\u00f6gen&#8220; (<em>langage<\/em>) die allgemeine F\u00e4higkeit zur menschlichen Sprache und unter &#8222;Rede&#8220; (<em>parole<\/em>) die Gliederung und der Ausdruck eines bestimmten Gedankens mittels sprachlicher Mittel verstanden wird, verwendet man <em>langue<\/em>\u00a0als Bezeichnung f\u00fcr eine strukturierte Menge von <em>parole<\/em>-Prozessen. Bei diesen Prozessen wird jeweils ein Gedanke (eine Bedeutung) und ein sprachliches Ausdrucksmittel (ein Lautgebilde) sprachspezifisch und den Gesetzen des Sprachverm\u00f6gens gehorchend in einen Gliederungszusammenhang gesetzt. In verschiedenen Sprachen unterscheiden sich diese Gebilde.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 387). Weiteres zu diesem Begriff in Saussure (1916\/2014).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Paradigma&#8220; tab_id=&#8220;1664801813885-e680ca44-3db1&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Sprachliche Elemente, die sich, bezogen auf eine Position im Syntagma, gegenseitig austauschen lassen (Substitution), stehen in einer paradigmatischen Beziehung zueinander. Die Beziehungen innerhalb eines Paradigmas (einer Austauschklasse) k\u00f6nnen kontr\u00e4r zur horizontalen Verkettung des Syntagmas als vertikal betrachtet werden.<\/p>\n<p>Zur Bildung eines Paradigmas dienen unterschiedliche Kriterien, die semantisch oder morphosyntaktisch motiviert sein k\u00f6nnen.[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel: semantisches Paradigma&#8220; custom_font_container=&#8220;tag:h2|font_size:16|text_align:left&#8220; custom_use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; use_custom_heading=&#8220;true&#8220;]der Hund\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 bellt<br \/>\n<span style=\"color: #f7f7f7\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span>\u00a0 \u00a0 \u00a0 knurrt<br \/>\n<span style=\"color: #f7f7f7\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span>winselt<br \/>\n<span style=\"color: #f7f7f7\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <\/span>\u00a0*schl\u00e4ft[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Beispiel: morphosyntaktisches Paradigma&#8220; custom_font_container=&#8220;tag:h2|font_size:16|text_align:left&#8220; custom_use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; use_custom_heading=&#8220;true&#8220;]der Hund\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 bellt<br \/>\n<span style=\"color: #f7f7f7\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span>bellte<br \/>\n<span style=\"color: #f7f7f7\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span>hat gebellt<br \/>\n<span style=\"color: #f7f7f7\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span>\u00a0 *bellten[\/vc_toggle][vc_empty_space height=&#8220;15px&#8220;][vc_column_text]Nach: Linke et al. (2004: 37-38).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;parole&#8220; tab_id=&#8220;1661774676924-b0f9276d-325f&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Unter dem Begriff &#8222;p<em>arole<\/em>&#8220; wird die Gliederung und der Ausdruck eines bestimmten Gedankens mit sprachlichen Mitteln verstanden. Die Parole basiert auf dem allgemeinen menschlichen Sprachverm\u00f6gen (<em>langage<\/em>), erfolgt aber basierend auf der jeweiligen <em>langue <\/em>sprachspezifisch .<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 497).\u00a0Weiteres zu diesem Begriff in Saussure (1916\/2014).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;signifi\u00e9 und signifiant&#8220; tab_id=&#8220;1664801931935-7642bb33-77fc&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Das <i>signifi\u00e9<\/i> (Inhaltsseite, Bedeutung, Zeicheninhalt, Bezeichnetes, <em>concept<\/em>) ist eine Gr\u00f6sse, die zwischen der beliebig realisierbaren Zeichenform und den im Zeichengebrauch aktualisierten Referenzbez\u00fcgen vermittelt. Sie ist eine Voraussetzung daf\u00fcr, dass Zeichen ihre Stellvertreterfunktion erf\u00fcllen k\u00f6nnen, bleibt dabei aber immer innerlich und schwer greifbar. Stark vereinfacht ausgedr\u00fcckt handelt es sich um die virtuell vorhandene &#8222;Vorstellung&#8220; eines Objekts.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;508&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; add_caption=&#8220;yes&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][vc_column_text]Das <i>signifiant<\/i> (Ausdruckseite, Zeichenform, Bezeichnendes, <em>image acoustique<\/em>) ist eine abstrakte Gr\u00f6sse. Gemeint ist damit nicht eine einzelne, spezifische Realisierung der Ausdrucksseite des Zeichens, sondern das, was allen Realisierungen dieser Ausdrucksseite als gemeinsames Muster zugrunde liegt. In schriftkundigen Gesellschaften werden zwei materielle Realisationsformen von Sprache unterschieden: die m\u00fcndliche (Lautbild) und die schriftliche (Schriftbild).<\/p>\n<p>Ein sprachliches Zeichen besteht aus der untrennbaren Kombination beider Elemente, wobei diese Verkn\u00fcpfung in der Regel arbitr\u00e4r ist und auf Konventionalit\u00e4t beruht.<\/p>\n<p>Nach: Linke et al. (2004: 31-32). Weiteres zu diesem Begriff in Saussure (1916\/2014).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;sprachlicher Wert&#8220; tab_id=&#8220;1664801860847-8a7bcafe-523f&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Basierend auf F. de Saussures Strukturalismus existiert jedes sprachliche Element nur in Relation zu anderen sprachlichen Gr\u00f6ssen. Bedingt durch diese Beziehungen eines spezifischen sprachlichen Elements erh\u00e4lt das Element eine Position im System, die dessen sprachlichen Wert (<em>valeur linguistique<\/em>) bestimmt.<\/p>\n<p>Die Beziehungen eines Elements entstehen durch die partielle \u00dcbereinstimmung und die eindeutige Abgrenzung zu anderen Elementen desselben Systems. Zus\u00e4tzlich kann zwischen paradigmatischen und syntagmatischen Relationen unterschieden werden. Aus einer strukturalistischen Perspektive ist es nicht m\u00f6glich, ein einzelnes sprachliches Element isoliert zu erfassen. Es muss deshalb stets im Kontext mit den anderen Elementen betrachtet werden.<\/p>\n<p>Nach: Linke et al. (2004: 36-37).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Sprachstufen des Deutschen&#8220; tab_id=&#8220;1661774697272-e7f5abe2-4861&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Die folgenden Bezeichnungen von Sprachstufen sind als gr\u00f6ssere, sich \u00fcberlappende und intern heterogene Perioden zu verstehen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>*Urindogermanisch (*Indoeurop\u00e4isch)<\/li>\n<li>*Urgermanisch<\/li>\n<li>Althochdeutsch (ca. 700-1050)<\/li>\n<li>Mittelhochdeutsch (ca. 1050-1350\/1400)<\/li>\n<li>Fr\u00fchneuhochdeutsch (ca. 1350\/1400-1650)<\/li>\n<li>Neuhochdeutsch (ca. 1650-)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Asterisk (*) markiert die\u00a0 rekonstruierten Sprachstufen.<\/p>\n<p>Nach: Schmid (2017: 3-4). F\u00fcr weitere Informationen ist das gesamte Kapitel 2 zu empfehlen.[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Strukturalismus&#8220; tab_id=&#8220;1691733760240-c3e11517-7cd8&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<div class=\"wpb_text_column wpb_content_element \">\n<div class=\"wpb_wrapper\">\n<p>Eine sehr bedeutende Str\u00f6mung in der Linguistik war oder ist der sog. \u201eStrukturalismus\u201c, als dessen Begr\u00fcnder \u2013 zumindest in Europa \u2013 der Schweizer Linguist Ferdinand de Saussure (1857\u20131913) gelten kann. Einer strukturellen Linguistik oder Strukturlinguistik liegt die Auffassung zugrunde, dass Sprache ein System ist, dessen Bestandteile sich gegenseitig bedingen. Diese Teile k\u00f6nnen nur in ihrem Zusammenspiel, in ihren Beziehungen untereinander (und damit zum Systemganzen) verstanden werden. Letztlich ist also \u201eStruktur\u201c (in \u201eStrukturlinguistik\u201c) als Metapher zu verstehen, im Sinne von Ganzheit oder Gef\u00fcge.<\/p>\n<p>Eine wichtige Errungenschaft des Strukturalismus ist zum Beispiel die Etablierung des Phonembegriffs in der Phonologie oder des Morphembegriffs in der Morphologie. Dabei handelt es sich um zwei Konzepte\/Begriffe, ohne die wir uns die heutige Linguistik nicht mehr vorstellen k\u00f6nnten und die ein elementares Beschreibungsinstrument darstellen.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/Michael (2016: 677-678); Saussure (1916\/2014); Seiler (2021).<\/p><\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Symbol&#8220; tab_id=&#8220;1664801870533-d558aad5-eac2&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Etwas sinnlich Wahrnehmbares wird zum symbolischen Zeichen, wenn ihm eine Bedeutung lediglich basierend auf Konventionen zugesprochen wird. Der Zusammenhang zwischen dem Symbol und seiner Bedeutung ist arbitr\u00e4r und unmotiviert. Es gibt keine \u00e4usseren Gr\u00fcnde, warum ein bestimmtes Symbol gerade diese und keine andere Bedeutung tr\u00e4gt oder eine Bedeutung durch dieses und kein anderes Symbol ausgedr\u00fcckt wird.<\/p>\n<p>Beispiele sind die meisten sprachlichen Zeichen oder eine Rose als Symbol f\u00fcr Liebe.<\/p>\n<p>Nach: Linke et al. (2004: 22).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Synchronie&#8220; tab_id=&#8220;1661774707500-3a2eabd3-e713&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Nach Ferdinand de Saussure wird mit dem Begriff der Zustand einer Sprache w\u00e4hrend eines spezifisch definierten Zeitraums bezeichnet.<\/p>\n<p>Nach: Gl\u00fcck\/R\u00f6del (2016: 694). Weiteres zu diesem Begriff in Saussure (1916\/2014).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Syntagma&#8220; tab_id=&#8220;1664801851339-5586cbf5-b29c&#8220;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1670858588457{margin-bottom: -5px !important;}&#8220;]Die Beziehungen, die bei der linearen (horizontalen) Verkettung sprachlicher Einzelzeichen zu komplexeren Einheiten entstehen, werden als syntagmatische Beziehungen bezeichnet. Jede Einheit wird durch diese Verkettung in Beziehung mit den Nachbareinheiten links und rechts gesetzt. Ein Beispiel f\u00fcr eine syntagmatische Verkettung ist der Satz.<\/p>\n<p>Unterschieden werden semantische und grammatische Relationen, welche sprachspezifisch die Kombination gewisser Elemente erlauben und die anderer unterbinden. In den Beispielen markiert der Asterisk (*), dass das Syntagma nicht weitergef\u00fchrt werden kann, weil eine Beziehungsregularit\u00e4t verletzt ist.[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Beispiel: semantische Beziehung&#8220; custom_font_container=&#8220;tag:h2|font_size:16|text_align:left&#8220; custom_use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; use_custom_heading=&#8220;true&#8220;]<\/p>\n<ul>\n<li>der Hund\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0bellt<\/li>\n<li>der Schakal\u00a0 \u00a0 \u00a0 bellt<\/li>\n<li>der Fisch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 *bellt<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Beispiel: grammatische Beziehung&#8220; custom_font_container=&#8220;tag:h2|font_size:16|text_align:left&#8220; custom_use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; use_custom_heading=&#8220;true&#8220;]a) Kongruenz<\/p>\n<ul>\n<li>der Hund\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 bellt<\/li>\n<li>die Hunde\u00a0 \u00a0 \u00a0*bellt<\/li>\n<\/ul>\n<p>b) Satzbauplan<\/p>\n<ul>\n<li>der Hund\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 erwartet\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 das Herrchen<\/li>\n<li>der Hund\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 bellt\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 *das Herrchen<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_toggle][vc_empty_space height=&#8220;15px&#8220;][vc_column_text]Nach: Linke et al. (2004: 37).[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][\/vc_tta_tour][vc_separator][vc_column_text]Literaturnachweis:<\/p>\n<ul>\n<li>Busch, Albert\/Stenschke, Oliver (2018): Germanistische Linguistik. Eine Einf\u00fchrung. T\u00fcbingen: Narr.<\/li>\n<li>Gl\u00fcck, Helmut\/R\u00f6del, Michael (Hrsg.) (2016): Metzler Lexikon Sprache. 5., aktualisierte und \u00fcberarbeitete Auflage. Stuttgart: Metzler.<\/li>\n<li>Linke, Angelika\/Nussbaumer, Markus\/Portmann, Paul R. (2004): Studienbuch Linguistik. 5., erw. Auflage. T\u00fcbingen: Niemeyer (= Reihe germanistische Linguistik 121).<\/li>\n<li>Saussure, Ferdinand de (1916\/2014): Cours de linguistique g\u00e9n\u00e9rale. Studienausgabe in deutscher Sprache. Hg. von Peter Wunderli. T\u00fcbingen: Narr.<\/li>\n<li>Schmid, Hans Ulrich (2017): Einf\u00fchrung in die deutsche Sprachgeschichte. 3. Auflage. Stuttgart: Metzler.<\/li>\n<li>Schmidt, Wilhelm (2013): Geschichte der deutschen Sprache. Ein Lehrbuch f\u00fcr das germanische Studium. Stuttgart: Hirzel.<\/li>\n<li>Seiler, Guido: Einf\u00fchrung in die Linguistik, Herbstsemester 2021, Universit\u00e4t Z\u00fcrich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Grundbegriffe&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fgrundbegriffe%2F%20&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Phonologie&#8220; color=&#8220;sandy-brown&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fphonologie%2F|title:Phonologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Morphologie&#8220; color=&#8220;purple&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fmorphologie%2F|title:Morphologie&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Syntax&#8220; color=&#8220;juicy-pink&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Fstrukturlinguistik%2Fsyntax%2F|title:Syntax&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInLeft&#8220;][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692002255693-2229aae5-e809&#8243;][vc_column_text] Unter Grundbegriffe werden wichtige Grundbegriffe der allgemeinen Linguistik aufgef\u00fchrt und einige weitere Begriffe, die v.a. relevant sind, wenn man sich mit der germanistischen Linguistik besch\u00e4ftigt. 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