 {"id":1163,"date":"2023-08-18T09:29:25","date_gmt":"2023-08-18T09:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/?page_id=1163"},"modified":"2023-11-27T15:00:44","modified_gmt":"2023-11-27T15:00:44","slug":"unterrichtsvorschlaege-linguistische-variation-im-deutschen-sprachraum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik-in-der-schule-einleitung\/unterrichtsvorschlaege-linguistische-variation-im-deutschen-sprachraum\/","title":{"rendered":"Unterrichtsvorschl\u00e4ge &#8211; Linguistische Variation im deutschen Sprachraum"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Ideen f\u00fcr Transfer: Linguistik &gt; Sprachdidaktik&#8220; color=&#8220;sky&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Ftransfer-ideen%2F|title:Ideen%20f%C3%BCr%20Transfer&#8220; el_class=&#8220;bs-color4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Unterrichtsvorschl\u00e4ge&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Funterrichtsvorschlaege%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Swiss linguistic landscapes&#8220; color=&#8220;blue&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Flinguistic-landscapes%2F|title:Linguistic%20landscapes&#8220; el_class=&#8220;bs-color1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692016552513-b6bdd6c9-59bef3ad-a217&#8243;][vc_column_text]In diesem Bereich haben wir drei linguistische Themen zu vollst\u00e4ndigen Unterrichtsvorschl\u00e4gen ausgearbeitet (f\u00fcr eine reine Ideensammlung, siehe <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik-in-der-schule-einleitung\/transfer-ideen\/\">hier<\/a>); zum Teil wurden sie von den Autorinnen und Autoren sogar selbst oder im Auftrag im schulischen Kontext erprobt. Die ausgew\u00e4hlten Inhalte passen thematisch zum Kompetenzbereich \u201eSprache und Sprachgebrauch\u201c reflektieren: Hierbei geht es um die F\u00e4higkeit, \u201edie Systematik und Struktur von Sprache wie auch ihre kommunikativen und medialen Verwendungsweisen zum Gegenstand der Reflexion zu machen\u201c (Feilke\/Jost 2015: 236). Dazu geh\u00f6rt auch, die Struktur und Funktion von Sprachvariet\u00e4ten zu beschreiben (siehe Feilke\/Jost 2015: 238). Unter \u201eKompetenzbereich\u201c sind Leistungsanforderungen im fachlichen Bereich zu verstehen, auch bekannt als \u201eBildungsstandards\u201c (vgl. f\u00fcr einen \u00dcberblick \u00fcber die Bildungsstandards f\u00fcr das Fach Deutsch, Becker-Mrotzek et al. 2015). Im Kompetenzbereich \u201eSprache und Sprachgebrauch\u201c gibt es nun, wie das obige Zitat zeigt, einen sprach<em>systematischen<\/em> Aspekt (Sprache als System) und einen sprach<em>funktionalen<\/em> Aspekt (Sprache als Kommunikationsmedium). Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen nachvollziehen, dass Sprache nach bestimmten Regeln funktioniert und dass Sprache aus verschiedenen Gestaltungsmitteln besteht, welche man f\u00fcr eine (gelungene) Kommunikation einsetzt.[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][\/vc_tta_accordion][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInRight&#8220;][vc_column][vc_empty_space height=&#8220;20px&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8220;fadeInRight&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Die sprachlichen Wurzeln Europas \/ Sprachgeschichte&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Funterrichtsvorschlaege%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge&#8220;][vc_btn title=&#8220;Lexikalische und grammatische Variation im deutschen Sprachraum \/ Dialektologie&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Funterrichtsvorschlaege-linguistische-variation-im-deutschen-sprachraum%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge%20%E2%80%93%20Linguistische%20Variation%20im%20deutschen%20Sprachraum&#8220;][vc_btn title=&#8220;Sprachinselvariet\u00e4t Amish Shwitzer \/ Sprachwandel und Sprachkontakt&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Funterrichtsvorschlaege-amish-shwitzer%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge%20%E2%80%93%20Amish%20Shwitzer&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_tta_tabs active_section=&#8220;1&#8243;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1691573993491-171ab08d-fd7bf3ad-a217&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]Basierend auf Gruppenarbeiten und selbstst\u00e4ndig durchgef\u00fchrten Rechercheaufgaben sollen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mehr \u00fcber die Variet\u00e4ten des deutschen Sprachraums erfahren. Der Fokus liegt auf den Dialekten der deutschsprachigen Schweiz, wobei phonetische, morphologische, syntaktische und lexikalische Unterschiede im Zentrum stehen. Des Weiteren wird auf lexikalische Variation zwischen den (Standard)Variet\u00e4ten Deutschlands, \u00d6sterreichs und der Schweiz eingegangen. Die Unterrichtseinheit kann um Informationen zum Verh\u00e4ltnis von Dialekt und Standardsprache sowie einen historischen Abriss zur Geschichte der Dialektgeografie erweitert werden.<\/p>\n<p>Die Unterrichtseinheit ist f\u00fcr die\u00a0gymnasiale Oberstufe und die Sekundarstufe geeignet.<\/p>\n<p>Das hier pr\u00e4sentierte Unterrichtskonzept wurde im Rahmen des Masterseminars \u201eVariation und Mehrsprachigkeit: theoretisch, empirisch, didaktisch\u201c (Fr\u00fchlingssemester 2023) am Deutschen Seminar der Universit\u00e4t Z\u00fcrich erstellt. Das Konzept wurde mit Zustimmung der Autorinnen und Autoren auf der Webseite des Projekts <em>Dialekt Ressource<\/em> (<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/\">DiRes<\/a>), das unter der Leitung von Dr. Ann-Marie Moser (Universit\u00e4t Z\u00fcrich) steht, ver\u00f6ffentlicht.[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Fachwissenschaftlicher Hintergrund&#8220; tab_id=&#8220;1691574105739-3284ebbf-f940f3ad-a217&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<h4>Das Fachgebiet der <em>Sprachwissenschaft <\/em>(Linguistik)<\/h4>\n<p>Die Linguistik ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der (empirischen) Beschreibung von Sprachen und Theorien sprachlicher Kommunikation befasst. Die Forschung l\u00e4sst sich in eine Reihe einzelner Teildisziplinen untergliedern, die sich, abh\u00e4ngig von untersuchtem Gegenstandsbereich, verwendeter Methode und spezifischem Erkenntnisinteresse, voneinander unterscheiden.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt aller Teildisziplinen ist die Erforschung von sprachlichen Zeichen, wobei verschiedene Teilebenen unterschieden werden. In der <em>Phonetik<\/em> und der <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik\/phonologie\/\"><em>Phonologie<\/em><\/a> steht die Untersuchung des Lautes oder Lautereignisses sowie die Silbe im Fokus. Gr\u00f6ssere Einheiten, wie beispielsweise einzelne W\u00f6rter oder Teile von einzelnen W\u00f6rtern (sog. Morpheme), sind Schwerpunkt der <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik\/morphologie\/\"><em>Morphologie<\/em><\/a>,\u00a0 w\u00e4hrend sich in der <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/linguistik\/syntax\/\"><em>Syntax<\/em><\/a> alles um die Verkn\u00fcpfung mehrerer W\u00f6rtern zu einem Satz dreht. In der <em>Pragmatik<\/em> besch\u00e4ftigt man sich wiederum mit den Bedingungen und Regularit\u00e4ten von sprachlichem Handeln, also beispielsweise mit der Frage, welche Bedeutung ein Satz wie \u00abHiermit mache ich Sie zu Mann und Frau\u00bb auf dem Standesamt erlangt, und wann dieser Satz gerade keine Bedeutung erlangt (bspw. zuhause auf der Couch). Weitere Teilbereiche der Linguistik sind die <em>Graphematik<\/em> und <em>Semantik. <\/em>Neben diesen klassischen oder auch traditionellen Bereichen der Linguistik gibt es auch Teilbereiche mit interdisziplin\u00e4rem Charakter wie die Soziolinguistik (Gesellschaft und Sprache), Textlinguistik (Text \u2013 seien es literarische oder nicht-literarische \u2013 und Sprache) oder Psycholinguistik (Psychologie und Linguistik).<\/p>\n<p>Die vorliegende Unterrichtseinheit basiert in erster Linie auf den Bestrebungen der <em>Dialektologie<\/em>, die auch in j\u00fcngerer Zeit als <em>Regionalsprachenforschung<\/em> bezeichnet wird. In der \u00fcber 300-j\u00e4hrigen Forschungstradition wurde eine F\u00fclle von Daten und wissenschaftlichen Beschreibungen unterschiedlicher Dialekte und Variet\u00e4ten (regionale Sprachsysteme) hervorgebracht. Die Schwerpunkte der Dialektologie sind die <em>Dialektgeografie <\/em>(Kartierung von Dialekten), <em>Dialektgrammatik<\/em> (Beschreibung der linguistischen Muster und Regeln eines bestimmten Dialekts) und <em>Dialektlexikografie <\/em>(Erstellen eines Dialektw\u00f6rterbuchs).<\/p>\n<p>Diese Analysen und Beschreibungen der Dialekte beschr\u00e4nken sich nicht nur auf die grundlegenden linguistischen Strukturen von Regionalsprachen (z.B. syntaktische Regeln zur Bildung von Nebens\u00e4tzen), sondern besch\u00e4ftigen sich auch mit sprachdynamischen Prozessen sowie den Einstellungen der Sprachgemeinschaft zu ihren Dialekten. Basierend auf empirisch erhobenen Daten k\u00f6nnen vergleichende Studien durchgef\u00fchrt werden. Auf dieser vergleichenden Methode basiert diese Unterrichtseinheit, wobei die lexikalischen Varianten verschiedener deutscher Dialekte im Fokus stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Fachwissenschaftliche Grundlagen zum Unterrichtskonzept<\/h4>\n<p>Ein zumindest in der Schweiz weitverbreiteter Irrglaube ist, dass (Schweizer) Dialekte keine Grammatik haben. Oft meint man damit, dass es anders als bei \u00abgrossen Sprachen\u00bb keine Regeln gibt, die bestimmen, wie ein Dialekt funktioniert.<sup><a id=\"fnref-1\" href=\"#fn-1\">1<\/a><\/sup> Das ist keinesfalls so, denn alle Sprecher und Sprecherinnen einer Sprachgesellschaft erlernen die Regeln ihrer Sprache oder ihres Dialekts im fr\u00fchen Kindesalter. G\u00e4be es tats\u00e4chlich keine Regeln, dann w\u00e4ren beide der folgenden S\u00e4tze grammatisch und w\u00fcrden dasselbe bedeuten: \u00ab<em>Ich iss es feins Brot<\/em>\u00bb und \u00ab<em>Feins ich es iss Brot<\/em>\u00bb. Das Beispiel zeigt, dass es syntaktische Regeln gibt, also solche, die die Reihenfolge von W\u00f6rtern bestimmen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist es entscheidend, den Begriff <em>Dialekt <\/em>genauer zu betrachten. Niebaum\/Macha (2014: 5) charakterisieren Dialekt als areale, horizontale Dimension sprachlicher Variation. Oft wird der Begriff <em>Dialekt<\/em> auch mit dem Begriff <em>Mundart<\/em> gleichgesetzt. In Janle\/Klausmann (2020: 21\u201324) werden <em>Dialekte<\/em> als regionale Varianten einer Sprache definiert. Dabei umfassen Dialekte sowohl das M\u00fcndliche als auch das Schriftliche. Variation in der deutschen Sprache auf m\u00fcndlicher Ebene findet sich auf s\u00e4mtlichen linguistischen Ebenen: von der <em>Lexik <\/em>(der Wortschatz, also die Gesamtheit aller W\u00f6rter einer Sprache oder eines Dialekts), der <em>Morphologie<\/em> und <em>Syntax<\/em> bis hin zur <em>Phonologie<\/em>. Eine weitere wichtige Definition ist die der Diglossie: Unter Diglossie versteht man eine Sprachkontaktsituation, in der zwei Sprachen beziehungsweise Variet\u00e4ten parallel in einer Gesellschaft verwendet werden. Dies ist der Fall, wenn Dialektsprecherinnen und -sprecher neben ihrem Dialekt auch eine Standardsprache beherrschen, wobei die beiden Sprachen bzw. Variet\u00e4ten sich in ihrer funktionalen Dimension unterscheiden. In der Schweiz werden die Dialekte so in der Regel in der m\u00fcndlichen Kommunikation verwendet, w\u00e4hrend insbesondere in formellen Kontexten Standarddeutsch geschrieben wird. Dialekte und der Standard einer Sprache sind nicht immer klar trennbar. Die Sprecherinnen und Sprecher in Deutschland (S\u00fcddeutschland) bewegen sich als Resultat davon auf einem Dialektkontinuum zwischen dem Dialekt und dem Standard. Je nachdem, mit wem sie sprechen, verwenden sie mehr oder weniger dialektale bzw. standardsprachliche Merkmale: Es ist also ein Kontinuum zwischen Dialekt (Basisdialekt) und Standard (schriftsprachlicher Standard) \u2013 zumindest in Deutschland. In der deutschen Schweiz gibt es, wie wir gerade gesehen haben, eine klare Trennung zwischen Dialekt und Standard, und das bezeichnet man als \u00abDiglossie\u00bb. Standard oder <em>Standardsprache <\/em>wird von Janle\/Klausmann (2020: 21\u201324) als eine Sprache definiert, die einem (bewussten) Normierungsprozess unterliegt oder unterlag. In Deutschland fand diese Normierung der Sprache in fr\u00fchneuhochdeutscher Zeit statt (1350\u2013 1650) statt und ist das Ergebnis von Variet\u00e4tenkontakt und Selektionsprozessen. Schliesslich gibt es auch noch nationale Standardvariet\u00e4ten, wie das \u00f6sterreichische und das Schweizer (Standard-)Deutsch (Janle\/Klausmann 2020: 21\u201324). Diese drei Standardvariet\u00e4ten unterscheiden sich in erster Linie durch lexikalische Differenzen, sprich auf der Wortebene (z.B. <em>Kartoffeln<\/em> vs. <em>Erd\u00e4pfel<\/em>) und in der Wortbildung. Weitere Unterschiede treten auch in der Orthografie (z.B. &lt;ss&gt; vs. &lt;\u00df&gt;), der Morphologie, Phonologie und Syntax auf.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ist unter Dialekt ein sprachliches System mit regional beschr\u00e4nkter Reichweite zu verstehen, das von den Kindern \u00fcblicherweise als erste Sprache erworben wird. Sprecher und Sprecherinnen eines Dialekts verf\u00fcgen in der Regel zus\u00e4tzlich \u00fcber Kenntnisse einer normierten Standardvariet\u00e4t, wobei sich der Dialekt auf allen linguistischen Ebenen vom Standard unterscheiden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6><strong>Zum Verh\u00e4ltnis von Dialekten und Standardsprache<\/strong><\/h6>\n<p>Als eine der ersten Auseinandersetzungen mit einer dialektalen Variet\u00e4t des Deutschen gilt das <em>Glossarium Bavaricum<\/em>, ein W\u00f6rterbuch zum Bairischen, dass 1689 von Johann Ludwig Prasch publiziert wurde (Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 146). Ein entscheidendes Kriterium, das in dieser Zeit und insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert zur gezielten Auseinandersetzung mit Dialekten f\u00fchrte, war die zunehmende Etablierung der neuhochdeutschen Standardsprache. Die Verwendung dieser normierten Variet\u00e4t stand im Kontrast zu den sprechsprachlichen Dialekten, wobei angenommen wurde, dass der Standard die Dialekte im Verlauf der Zeit vollst\u00e4ndig verdr\u00e4ngen w\u00fcrde (Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 146).<\/p>\n<p>Entsprechend ist es entscheidend, die Entwicklung dieser Standardvariet\u00e4t zu umreissen. Generell wird angenommen, dass erst nach dem 16. Jahrhundert von einer einigermassen einheitlichen deutschen Schriftsprache ausgegangen werden kann, w\u00e4hrend zuvor ein Kollektiv gleichberechtigter Variet\u00e4ten, sogenannter \u00ab<em>lantsprachen<\/em>\u00bb, den deutschen Sprachraum ausmachten (Ganswindt 2017: 26). Basierend auf \u00fcberregionalen Ausgleichsprozessen durch Drucker und Schreiber, bei denen Unterschiede zwischen verschiedenen Dialekten ausgeglichen wurden, entwickelte sich in Deutschland bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts eine \u00fcberregionale Schriftsprache, die in erster Linie durch ostmitteldeutsche und ostoberdeutsche Regionalvariet\u00e4ten gepr\u00e4gt war (Ganswindt 2017: 26\u201327). Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert folgte eine Konsolidierungsphase, in der die Schriftsprache ausgebaut und gleichzeitig regionale Variation abgebaut wurde (Ganswindt 2917: 28). Gleichzeitig fand eine von Grammatikern angetriebene Diskussion um die Reglungen der Standardvariet\u00e4t statt, wobei eine eindeutige Unterscheidung von geschriebener und gesprochener Sprache<sup><a id=\"fnref-2\" class=\"smooth-scroll\" href=\"#fn-2\">2<\/a><\/sup> fehlte (Ganswindt 2017: 29). Im 19. Jahrhundert spitze sich das Ringen um Allgemeing\u00fcltigkeit zu. Eine Einigung wurde 1901 an der II. Orthographischen Konferenz erzielt, deren Ergebnisse in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz Akzeptanz fanden (Ganswindt 2017: 30). In der Schweiz setzten sich die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert in der Schriftsprache Deutschlands entwickelten Normen zeitverz\u00f6gert ebenfalls durch und ersetzten die bis anhin verwendeten regionalen Schreibsprachen (Hove 2002: 32).<\/p>\n<p>Die fr\u00fchen Bem\u00fchungen zur Vereinheitlichung der Aussprache konnten sich zwar auf den B\u00fchnen Deutschlands durchsetzen (Ganswindt 2017: 36), als normative Instanzen f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung dienten jedoch die aufkommenden Medien des 20. Jahrhunderts (Radio und Fernsehen), die eine eigene standardisierte Aussprache verwendeten (Ganswindt 2017: 37). Bedingt durch den Erfolg dieser Medien waren die deutschen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger regelm\u00e4ssig mit einer kodifizierten Standardaussprache konfrontiert, was ein Vergleich des eigenen, dialektal gepr\u00e4gten Deutschs mit dem normierten Standarddeutsch der Medien erm\u00f6glichte (Ganswindt 2017: 38). Dieser Vergleich schlug sich in der Bewertung der eigenen Kompetenz nieder, wobei die dialektale Variet\u00e4t (Prestigevariet\u00e4t) vielfach abgewertet wurde:<\/p>\n<p>Durch das Bewusstwerden der regionalen Begrenzung dessen, was aus Sprechersicht bislang die Prestigevariet\u00e4t war, kam es zugleich zu einer Umwertung selbiger (h\u00e4ufig in Form einer Abwertung). In einem vertikal gedachten Variet\u00e4tenspektrum stand das landschaftliche [dialektal gepr\u00e4gte] Hochdeutsch nun nicht mehr an oberster Stelle, sondern musste sich eine Stufe \u2018tiefer\u2019, also unterhalb der nationalen Aussprachenorm eingliedern (Ganswindt 2017: 38).<\/p>\n<p>Anders als in Deutschland, wo die Standardsprache heute ein h\u00f6heres Ansehen hat als die Dialekte und entsprechend als Prestigevariet\u00e4t bezeichnet werden kann, herrscht in der Schweiz die Verwendung der Dialekte weiterhin in der m\u00fcndlichen Kommunikation vor. Als Vorlesesprache dient mit Ausnahme von in Dialekt verfasster Literatur eine Variante des Standarddeutschen, das sogenannte Schweizer Standardhochdeutsch.[\/vc_column_text][vc_toggle title=&#8220;Dialektgeografie&#8220;]Einen Teilbereich der Dialektologie, der in diesem Unterrichtskonzept im Mittelunkt steht, stellt die <em>Dialektgeografie<\/em> dar. In der Dialektgeografie wird die geografische Verteilung von (linguistischen Merkmalen) von Dialekten kartiert. Diese Tradition zur Kartierung von sprachlichen Ph\u00e4nomenen (sogenannten <em>Sprachkarten<\/em>) geht auf Mahmoud Al Kaschgare zur\u00fcck. Dessen Karte, die er 1073 anfertigte, zeigt die Verteilung t\u00fcrkischer St\u00e4mme und deren Sprachen (M\u00fchlh\u00e4usler 2010: 357; Rabanus 2020: 106). Die <em>Lusatia superior<\/em> von Batholom\u00e4us Scultetus ist die erste Sprachkarte aus der westlichen Welt. Sie wurde 1593 erstellt und gibt die geografische Grenze zwischen Deutsch und Sorbisch<sup><a id=\"fnref-3\" href=\"#fn-3\">3<\/a><\/sup> wieder. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts begann man, sich verst\u00e4rkt mit der menschlichen Sprache auseinanderzusetzen, weshalb in dieser Zeit auch erste demografische Statistiken erhoben wurden. Diese bildeten die Grundlage f\u00fcr weitere Sprachkarten, wie beispielsweise die von Lambert ten Kate oder Gottfried Hensel, wobei diese nicht auf rein linguistischen Daten beruhten. Im Jahre 1723 erstellte ten Kate einen zweib\u00e4ndigen Atlas, welcher die Verteilung europ\u00e4ischer Sprachen dokumentiert (Kruijsen and van der Sijs 2010: 181). Hensel wiederum erstellte eine Karte, auf der die unterschiedlichen Realisierungen des Vaterunsers in Europa zu sehen sind (Lameli 2010: 569).<\/p>\n<p>Das allgemeine Interesse an Sprachen und ihrer Verteilung f\u00fchrte gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Ver\u00f6ffentlichung verschiedener Lexika, die wiederum f\u00fcr die Sprachkartierung Daten aufbereiteten. Entsprechend dauerte es nicht lange, bis auf dieser Grundlage erste Atlanten entstanden (Lameli 2010: 570). Der erste, auf Lexika \u2013 also dezidiert linguistischen Daten \u2013 aufbauende Atlas wurde 1823 von Julius Klaproth erstellt und enthielt nach Sprachtypen geordnete W\u00f6rterlisten sowie eine Karte mit linguistischen Informationen. Auf Basis dessen unterschied Klaproth auch zwischen indoeurop\u00e4ischen und nicht-indoeurop\u00e4ischen Sprachen, die in Asien gesprochen werden (Lameli 2010: 570; M\u00fchlh\u00e4usler 2010: 357). Ungef\u00e4hr zur selben Zeit ver\u00f6ffentlichte Johann Andreas Schmeller (1821) die erste breit angelegte Auswertung von Dialektdaten, wobei er sich mit den unterschiedlichen Dialekten Bayerns auseinandersetzte (Scheuringer 2010: 158). Neben einem <em>Bayerischen W\u00f6rterbuch<\/em> (1827\u20131837, 1872\u20131877) und einer Dialektgrammatik (<em>Die Mundarten Bayerns grammatisch dargestellt<\/em> [\u2026], 1821) fertigte Schmeller auch ein <em>K\u00e4rtchen zur geographischen \u00dcbersicht der Mundarten Baierns<\/em> an (Scheuringer 2010: 158; R\u00f6del\/Gl\u00fcck 2016: 146). Diese in Abbildung 1 wiedergegeben Karte ist die erste Dialektkarte Deutschlands, welche auf linguistischen Erhebungen basiert und die sechs grossen Dialektregionen des damaligen K\u00f6nigreichs Bayern zeigt. (Lameli 2010: 570; Scheuringer 2010: 158\u2013159). Zus\u00e4tzlich verwendete Schmeller auf der Karte Buchstaben zur Markierung unterschiedlicher linguistischer Merkmale und beschrieb dadurch die Charakteristik der unterschiedlichen Dialektregionen (Scheuringer 2010: 570).<\/p>\n<div id=\"attachment_1176\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1176\" class=\"wp-image-1176 size-large\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Schmellers-Karte-der-Bayrischen-Dialekte-von-1821-1024x818.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"511\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Schmellers-Karte-der-Bayrischen-Dialekte-von-1821-1024x818.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Schmellers-Karte-der-Bayrischen-Dialekte-von-1821-300x240.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Schmellers-Karte-der-Bayrischen-Dialekte-von-1821-768x614.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Schmellers-Karte-der-Bayrischen-Dialekte-von-1821.png 1370w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-1176\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Schmellers Karte der Bayrischen Dialekte von 1821. Quelle der Abbildung: Scheuringer (2010: Karte 0801).<\/p><\/div>\n<p>Das wohl einflussreichste Werk in der Disziplin der Sprachkartierung wurde unter Georg Wenker erstellt (siehe Abb. 2). Zwischen 1889 und 1923 f\u00fchrte er das Projekt zum <em>Sprachatlas des Deutschen Reichs <\/em>durch, dessen Karten bis heute Anwendung finden. Die damals eingef\u00fchrten und verwendeten Techniken finden auch in der modernen Dialektforschung noch Anwendung (Scheuringer 2010: 162; Wikle\/Bailey 2020: 467). Der Ausgangspunkt dieses Projekts ist die <em>Sprachkarte der Rheinprovinz n\u00f6rdlich der Mosel <\/em>von 1877, die \u2013 basierend auf einer speziell f\u00fcr diese Karte durchgef\u00fchrten linguistischen Umfrage \u2013 erstellt wurde. Wenker sendete zur Datenerhebung Frageb\u00f6gen mit 42 Stimulis\u00e4tzen auf Standarddeutsch an Lehrpersonen im zu untersuchenden Gebiet. Diese sollten die S\u00e4tze in ihren eigenen Dialekt \u00fcbersetzen (Scheuringer 2010: 160). Nach Vollendung dieser ersten Karte erweiterte Wenker das Untersuchungsgebiet und schickte 38 der zuvor verwendeten Stimulis\u00e4tze an Lehrpersonen in Westfalen. Zusammen mit den Ergebnissen der ersten Umfrage bildete dies die Ausgangslage f\u00fcr die Sprachkarten im <em>Sprachatlas der Rheinprovinz n\u00f6rdlich der Mosel und des Kreises Siegen<\/em>, der zwar 1878 fertiggestellt, aber nie ver\u00f6ffentlicht wurde (Lameli 2010: 575; Scheuringer 2010: 161). Im Atlas finden sich 25 Karten, auf denen Wenker die dialektspezifischen Laute und Formen von Hand eingezeichnet hat. Einer von zwei Kopien dieses ersten Sprachatlasses existiert noch heute (in Marburg). In der l\u00e4ngsten Phase des Projektes entstand der oben bereits erw\u00e4hnte <em>Sprachatlas des Deutschen Reichs<\/em>. 1887 begann Wenker mit den Umfragen f\u00fcr diesen Atlas, der anschliessend von Wenkers Mitarbeitenden 1923 fertiggestellt wurde.<sup><a id=\"fnref-4\" href=\"#fn-4\">4<\/a><\/sup> Bei der Umfrage wurden mehr als 45&#8217;000 Frageb\u00f6gen durch Lehrpersonen in ganz Deutschland ausgef\u00fcllt. Bemerkenswert ist, dass lediglich ein Fragebogen pro Ortspunkt ausgef\u00fcllt wurde. Wenker gelang es dadurch, linguistische Daten von \u00fcber 45&#8217;000 unterschiedlichen Ortschaften Deutschlands zu sammeln (Lameli 2010: 575). Diese Daten wurden anschliessend von Hand auf mehr als 1500 Karten eingezeichnet, wodurch \u00fcber 339 unterschiedliche linguistische Merkmale kartiert werden konnten (Scheuringer 2010: 162). Wie auf Abbildung 2 zu sehen ist, markierte Wenker die dokumentierten Dialektregionen mit sogenannten Isoglossen: Isoglossen stellen (B\u00fcndel von) sprachlichen Merkmale dar und definieren damit die Grenze zwischen verschiedenen Regionen (diesseits und jenseits der Grenze spricht man unterschiedlich). Er kennzeichnete innerhalb dieser Regionen diejenigen Varianten, die von der am h\u00e4ufigsten belegten \u00abHauptvariante\u00bb abwichen. Weitere Informationen zu Wenkers Arbeit und den darauf basierenden Folgeprojekte finden Sie auf der Website von <a href=\"https:\/\/regionalsprache.de\/home.aspx\"><em>regionalsprache.de<\/em><\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_1177\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1177\" class=\"wp-image-1177 size-large\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-aus-Wenkers-Sprachatlas-des-Deutschen-Reichs-1024x867.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-aus-Wenkers-Sprachatlas-des-Deutschen-Reichs-1024x867.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-aus-Wenkers-Sprachatlas-des-Deutschen-Reichs-300x254.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-aus-Wenkers-Sprachatlas-des-Deutschen-Reichs-768x651.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-aus-Wenkers-Sprachatlas-des-Deutschen-Reichs.png 1170w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-1177\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Karte aus Wenkers Sprachatlas des Deutschen Reichs (Scheuringer 2010: Karte 0803).<\/p><\/div>\n<p>Wenkers Sprachatlas wird als eines der einflussreichsten Werke in der Sprachkartierung betrachtet, und nachfolgende Projekte nahmen seine Vorgehensweise zum Vorbild. So inspirierte Wenkers Arbeit auch den <em>Sprachatlas der deutschen Schweiz <\/em>(SDS), welcher in acht B\u00e4nden zwischen 1962 und 1997 unter der Leitung von Rudolf Hotzenk\u00f6cherle publiziert wurde. Zwischen 1940 und 1958 wurden die Daten dazu erhoben, wobei die Datenerhebung in diesem Fall aktiv war. Das heisst, dass Hotzenk\u00f6cherle selbst mit seinem Team Gew\u00e4hrspersonen in 625 Orten der deutschsprachigen Schweiz und Italien direkt (vor Ort) befragte. Damit erreichten sie eine Befragungsdichte von rund 66% des ganzen Untersuchungsgebiets (Lameli 2010: 580; Scheuringer 2010: 166). Die erhobenen linguistischen Formen zeichneten sie mit Symbolen auf einer Basiskarte ein, wie in Abbildung 3 zu sehen ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_1180\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1180\" class=\"size-large wp-image-1180\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-Sense-aus-dem-Sprachatlas-der-deutschen-Schweiz-1024x725.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-Sense-aus-dem-Sprachatlas-der-deutschen-Schweiz-1024x725.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-Sense-aus-dem-Sprachatlas-der-deutschen-Schweiz-300x212.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-Sense-aus-dem-Sprachatlas-der-deutschen-Schweiz-768x544.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-Sense-aus-dem-Sprachatlas-der-deutschen-Schweiz-1536x1088.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Karte-Sense-aus-dem-Sprachatlas-der-deutschen-Schweiz.png 1699w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-1180\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Die Karte zum Begriff \u00abSense\u00bb aus dem Sprachatlas der deutschen Schweiz (Scheuringer 2010: Karte 0804).<\/p><\/div>\n<p>Da im SDS nur wenige syntaktische Ph\u00e4nomene (also solche, die den Satzbau betreffen) erhoben wurden, kann der <em>Syntaktische Atlas der deutschen Schweiz <\/em>(SADS) als Anschlussprojekt betrachtet werden. Die Datenerhebung dazu fand in den fr\u00fchen 2000er Jahren statt, die Publikation in zwei B\u00e4nden erfolgte 2021. W\u00e4hrend die bislang erw\u00e4hnten Projekte mehrheitlich auf minuti\u00f6ser Handarbeit basierten, besch\u00e4ftigte man sich ab den 1980er-Jahren verst\u00e4rkt mit computergest\u00fctzten Methoden und der quantitativen Auswertung von Dialektph\u00e4nomenen. Diese quantitative Herangehensweise wird als Dialektometrie bezeichnet und beeinflusste auch die Arbeit am SADS (Scherrer\/Stoeckle 2016: 93; Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 147). Durch die neuen technischen Methoden war es m\u00f6glich, die Datenauswertung des SADS digitalisiert und f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu pr\u00e4sentieren (<a href=\"https:\/\/dialektsyntax.linguistik.uzh.ch\/\">Link<\/a>; siehe auch Aufgabe 3). Neu sind nun an Stelle der von handgezeichneten Karten, wie sie oben pr\u00e4sentiert wurden, digitale Karten m\u00f6glich, die auf hierarchischen Clustering-Algorithmen basieren. Als Beispiel daf\u00fcr ist hier eine Karte (Abb. 4) von Scherrer\/Stoeckle (2016) abgebildet, auf der, basierend auf den Daten des SDS und SADS, gr\u00f6ssere geographische Gebiete gesucht wurden.<\/p>\n<div id=\"attachment_1182\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1182\" class=\"size-large wp-image-1182\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Kartierung-der-in-einer-hierarchischen-Cluster-Analyse-gefundenen-Dialektregionen-1024x769.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"481\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Kartierung-der-in-einer-hierarchischen-Cluster-Analyse-gefundenen-Dialektregionen-1024x769.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Kartierung-der-in-einer-hierarchischen-Cluster-Analyse-gefundenen-Dialektregionen-300x225.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Kartierung-der-in-einer-hierarchischen-Cluster-Analyse-gefundenen-Dialektregionen-768x577.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Kartierung-der-in-einer-hierarchischen-Cluster-Analyse-gefundenen-Dialektregionen-1536x1154.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/files\/2023\/08\/Kartierung-der-in-einer-hierarchischen-Cluster-Analyse-gefundenen-Dialektregionen.png 1564w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-1182\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 4: Kartierung der in einer hierarchischen Cluster-Analyse gefundenen Dialektregionen aus Scherrer\/Stoeckle (2016: 106). Die einzelnen Karten unterscheiden sich durch die vorgegebene Anzahl an Clustern (2-3-4-10).<\/p><\/div>\n<p>[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Dialektgrammatik&#8220;]In sogenannten <em>Dialektgrammatiken <\/em>werden kleinere, regional beschr\u00e4nkte Sprachsysteme linguistisch erfasst und beschrieben. Der Fokus kann dabei auf der Variet\u00e4t einer sehr kleinen Gemeinschaft liegen und nur wenige Ortschaften umfassen oder auch gr\u00f6ssere Dialektr\u00e4ume dokumentieren. Nach der ersten Dialektgrammatik von Johann Andreas Schmeller zu den bairischen Dialekten wurde 1876 die Grammatik zur Kerenzer Mundart im Kanton Glarus von Jost Winteler ver\u00f6ffentlicht (Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 146-147). In den kommenden Jahrzehnten wurden viele weitere, ortsdialektal beziehungsweise kleinregional orientierte Dialektgrammatiken verfasst, die fast den gesamten deutschen Sprachraum abdecken. Einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der Schweizer Dialekte leisteten die Werke der Reihe <em>Beitr\u00e4ge zur Schweizerdeutschen Grammatik<\/em>, die gr\u00f6sstenteils unter der Leitung von Albert Bachmann stand. Darunter befinden sich Dialektgrammatiken wie <em>Die Mundart des Amtes Entlebuch im Kanton Luzern <\/em>(Schmid 1915), <em>Die Mundart des Berner Seelandes <\/em>(Baumgartner 1922) oder <em>Die deutsche Freiburger Mundart im Sense- und s\u00fcd\u00f6stlichen Seebezirk<\/em> (Henzen 1927).[\/vc_toggle][vc_toggle title=&#8220;Dialektlexikografie&#8220;]Die <em>Dialektlexikografie<\/em> basiert auf den fr\u00fchen (Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 147), also Listen von regional beschr\u00e4nkten W\u00f6rtern, sogenannten Idiomen. Daraus entwickelte sich eine praktisch l\u00fcckenlose Erschliessung des Deutschen und dessen Dialekten. Dialektw\u00f6rterb\u00fccher und Wortatlanten wie beispielsweise der <em>Deutsche Wortatlas<\/em> (DWA), der <em>Wortatlas der deutschen Umgangssprachen<\/em> (WDU) oder der <em>Atlas zur deutschen Alltagssprache<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.atlas-alltagssprache.de\/\">AdA<\/a>) beschreiben die lexikalische Variation in den Regionalvariet\u00e4ten Deutschlands (Gl\u00fcck\/R\u00f6del 2016: 147). Auf die Schweizer Dialekte bezogen ist das <a href=\"https:\/\/www.idiotikon.ch\/\">Idiotikon<\/a> die gr\u00f6sste Instanz, die sich mit regional gegliederten, dialektalen Unterschieden auf der Wortebene besch\u00e4ftigt (siehe dazu auch Aufgabe 2).[\/vc_toggle][vc_empty_space height=&#8220;10px&#8220;][vc_separator][vc_column_text]<\/p>\n<ol>\n<li id=\"fn-1\">Teilweise bezieht sich diese Aussage lediglich auf die schriftliche Umsetzung von dialektaler Kommunikation. Dies ist insofern zutreffend, als dass es keine Normierung der allt\u00e4glichen Schriftkommunikation (z.B. per SMS) gibt. Das heisst, es gibt keine allgemein akzeptierten Regeln, wie ein schweizerdeutsches Wort in der Schrift wiedergegeben werden muss. Beispielsweise kann das Wort f\u00fcr <em>gesehen<\/em> als <em>gse<\/em>, <em>gseh,<\/em> <em>tse<\/em>, <em>kse<\/em> oder <em>xee<\/em> geschrieben werden.<a href=\"#fnref-1\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"fn-2\">Mit dem Schaffen einer standardisierten Orthografie wurde allerdings nicht gleichzeitig eine Vereinheitlichung der Aussprachekonventionen dieser Standardsprache eingef\u00fchrt. So sind \u00abauch in der Endphase der Schriftvereinheitlichung und nach dem Abschluss der Orthographienormierung [\u2026] in der Aussprache des Schriftdeutschen noch gro\u00dfe landschaftliche Unterschiede\u00bb (Ganswindt 2017: 30) festzustellen. \u00dcber die Aussprache wurde bereits ab der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts losgel\u00f6st von der Normierung der Schrift diskutiert, wobei zwei Perspektiven vertreten wurden: Einerseits wurde die Aussprache einer gewissen Region als die beste betrachtet und daf\u00fcr argumentiert, dass diese verallgemeinert wird; andererseits wurde eine \u00fcberregionale Aussprache angestrebt, die nicht durch einen spezifischen Dialekt gepr\u00e4gt ist. Eine erste mehr oder weniger akzeptierte Standardaussprache wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland eingef\u00fchrt. Was die Aussprache der Standardsprache in der Schweiz betrifft, begann eine Trennung von Mundart und Standardsprache in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts. Dabei fand mehrheitlich eine Anpassung an die sich in Deutschland durchsetzenden Entwicklungen statt.<a href=\"#fnref-2\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"fn-3\">Sorbisch ist ein Dachbegriff f\u00fcr etliche sorbische Dialekte, die dem westslawischen Sprachzweig angeh\u00f6ren. Heute werden diese Dialekte in der Oberlausitz und Niederlausitz gesprochen.<a href=\"#fnref-3\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"fn-4\">Wenker verstarb 1911 vor der Vollendung des Projekts (Lameli 2010: 575).<a href=\"#fnref-4\">\u2191<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>[\/vc_column_text][vc_separator][vc_column_text]Literaturnachweis:<\/p>\n<ul>\n<li>Baumgartner, Heinrich (1922): Die Mundarten des Berner Seelandes. Frauenfeld: Huber &amp; Co (=Beitr\u00e4ge zur Schweizerdeutschen Grammatik 14).<\/li>\n<li>Ganswindt, Brigitte (2017): Landschaftliches Hochdeutsch. Rekonstruktion der oralen Prestigevariet\u00e4t im ausgehenden 19. Jahrhundert. Stuttgart: Franz Steiner (= Zeitschrift f\u00fcr Dialektologie und Linguistik. Beihefte 168).<\/li>\n<li>Gl\u00fcck, Helmut\/R\u00f6del, Michael (Hrsg.) (2016): Metzler Lexikon Sprache. 5., aktualisierte und \u00fcberarbeitete Auflage. Stuttgart: Metzler.<\/li>\n<li>Henzen, Walter (1927): Die deutsche Freiburger Mundart im Sense- und s\u00fcd\u00f6stlichen Seebezirk. Frauenfeld: Huber&amp;Co (=Beitr\u00e4ge zur Schweizerdeutschen Grammatik 16).<\/li>\n<li>Hove, Ingrid (2002): Die Aussprache der Standardsprache in der deutschen Schweiz. T\u00fcbingen: Niemeyer (= Phonai 47).<\/li>\n<li>Janle, Frank\/Klausmann, Hubert (2020): Dialekt und Standardsprache in der Deutschdidaktik: Eine Einf\u00fchrung. Tu\u0308bingen: Narr Francke Attempto.<\/li>\n<li>Kruijsen, Joep\/van der Sijs, Nicoline (2010): Mapping Dutch and Flemish. In: Lameli, Alfred\/Kehrein, Roland\/Rabanus, Stefan (Hrsg.): Language and Space. An International Handbook of Linguistic Variation. Volume 2. Berlin\/New York: De Gruyter Mouton, 180\u2013202.<\/li>\n<li>Lameli, Alfred (2010): Linguistc Atlases. Traditional and Modern. In: Auer, Peter\/Schmidt, J\u00fcrgen Erich (Hrsg.): Language and Space. An International Handbook of Linguistic Variation. Volume 1. Berlin\/New York: De Gruyter Mouton, 567\u2013592.<\/li>\n<li>M\u00fchlh\u00e4usler, Peter (2010): Mapping Linguistic Typology. In: Lameli, Alfred\/Kehrein, Roland\/Rabanus, Stefan (Hrsg.): Language and Space. An International Handbook of Linguistic Variation. Volume 2. Berlin, New York: De Gruyter Mouton, 355\u2013374.<\/li>\n<li>Niebaum, Hermann\/Macha, J\u00fcrgen (2014): Einf\u00fchrung in die Dialektologie des Deutschen (3., \u00fcberarb. und erweiterte Aufl.). Berlin, Boston: De Gruyter.<\/li>\n<li>Rabanus, Stefan (2020): Language Mapping Worldwide: Methods and Traditions. In: Brunn, Stanley D.\/Kehrein, Roland (Hrsg.): Handbook of the Changing World Language Map. Cham: Springer, 103\u2013129.<\/li>\n<li>Scherrer, Yves\/Stoeckle, Philipp (2016): A quantitative approach to Swiss German. Dialectometric analyses and comparisons of linguistic levels. In: Dialectologia et Geolinguistica 24\/1, 92\u2013125.<\/li>\n<li>Scheuringer, Hermann (2010): Mapping the German Language. In: Lameli, Alfred\/Kehrein, Roland\/Rabanus, Stefan (Hrsg.): Language and Space. An International Handbook of Linguistic Variation. Volume 2. Berlin\/New York: De Gruyter Mouton, 158\u2013179.<\/li>\n<li>Schmid, Karl (1915): Die Mundart des Amtes Entlebuch im Kanton Luzern. Frauenfeld: Huber &amp; Co (=Beitr\u00e4ge zur Schweizerdeutschen Grammatik 7).<\/li>\n<li>Wikle, Thomas A.\/Bailey, Guy H. (2020): Mapping Language Variation and Change in the USA and Canada. In: Brunn, Stanley D.\/Kehrein, Roland (Hrsg.): Handbook of the Changing World Language Map. Cham: Springer, 459\u2013469.<\/li>\n<li>Winteler, Jost (1876): Die Kerenzer Mundart des Kantons Glarus in ihren Grundz\u00fcgen dargestellt. Leipzig\/Heidelberg: Wintersche Verlagshandlung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][vc_separator style=&#8220;double&#8220; border_width=&#8220;2&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als PDF&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; align=&#8220;center&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FUnterrichtskonzept_Dialektologie_Fw.-Hintergrund.pdf|title:Fachwissenschaftlicher%20Hintergrund|target:_blank&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Unterrichtsablauf&#8220; tab_id=&#8220;1691575467745-98947f8f-7706f3ad-a217&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<h4>Schematischer Ablauf<\/h4>\n<p>Die Unterrichtseinheit ist modular angelegt und kann entsprechend in unterschiedlichen Varianten durchgef\u00fchrt werden. Eine grunds\u00e4tzliche Voraussetzung ist, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Zugang zum Internet haben, da der \u00dcbungsteil aus mehreren Rechercheaufgaben besteht. Diese k\u00f6nnen von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in selbst\u00e4ndiger oder Gruppenarbeit bearbeitet werden. Die Bearbeitung der vier Aufgaben sollte grunds\u00e4tzlich in einer Einzellektion (45 min) m\u00f6glich sein. Je nach Stufe und Wissenstand der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler muss die Anzahl an Aufgaben reduziert werden.<\/p>\n<p>Die Unterrichtseinheit kann in eine Doppellektion ausgebaut werden, wobei sich die Lehrperson in diesem Fall das Hintergrundwissen basierend auf Kapitel 1 und allenfalls eigener Recherche aneignen sollte. Es wird empfohlen, verschiedene Schwerpunkte zu setzen. Ein m\u00f6glicher Ablauf f\u00fcr eine solche Doppellektion findet sich in der untenstehenden Tabelle. Je nach Input k\u00f6nnen die Einleitung des Arbeitsblatts und Teile der Aufgabenstellungen \u00fcbersprungen werden.[\/vc_column_text][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1692358245933{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;padding-right: 3px !important;border-left-color: #e5e5e5 !important;border-left-style: ridge !important;border-right-color: #e5e5e5 !important;border-right-style: ridge !important;border-top-color: #e5e5e5 !important;border-top-style: ridge !important;border-bottom-color: #e5e5e5 !important;border-bottom-style: ridge !important;border-radius: 1px !important;}&#8220;]<\/p>\n<table style=\"height: 1166px\" width=\"1096\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Sozialform<\/th>\n<th>Kurzbeschreibung und Ziel<\/th>\n<th>Material<\/th>\n<th>Zeit<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Plenum und Einzelarbeit<\/td>\n<td>Erstellen eines gemeinsamen Tafelbildes. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler machen sich Notizen zu der Frage \u00abWas ist Dialekt?\u00bb und \u00abWas verbinde ich mit Dialekt?\u00bb. Auf Basis dieser Notizen kann danach das Tafelbild erstellt werden. Dabei m\u00fcssen nicht alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre Notizen und Gedanken mit der ganzen Klasse teilen. Mithilfe des Tafelbilds k\u00f6nnen verschiedene Vorstellungen miteinander verglichen und unterschiedliche Wissensst\u00e4nde erfasst werden. Am Ende werden die Notizen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler eingesammelt und das Arbeitsblatt ausgeteilt.<\/td>\n<td>Tafel<\/td>\n<td>10\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Einzel- oder Gruppenarbeit<\/td>\n<td>Einzeln oder in kleinen Gruppen bearbeiten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nun Aufgabe 1. Ziel ist es, dass sie feststellen, dass jeder Dialekt \u00fcber eine eigene Grammatik (sprich ein grammatisches Regelwerk) verf\u00fcgt und damit der Standardvariet\u00e4t gleichgestellt ist.<\/td>\n<td>Arbeitsblatt<\/td>\n<td>10\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Input<\/td>\n<td>Theoretischer Einstieg in die Unterrichtseinheit, in der noch einmal die Definition von Dialekt durch die Lehrperson aufgegriffen und Aufgabe 1 besprochen wird. F\u00fcr diesen Teil muss auf den fachwissenschaftlichen Hintergrund zur\u00fcckgegriffen werden.<\/td>\n<td>frei<\/td>\n<td>15\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Einzelarbeit<\/td>\n<td>Bearbeiten von Aufgabe 2<\/td>\n<td>Arbeitsblatt, Internet<\/td>\n<td>15\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Gruppenarbeit<\/td>\n<td>Bearbeiten von Aufgabe 3<\/td>\n<td>Arbeitsblatt, Internet<\/td>\n<td>10&#8242;<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Einzelarbeit<\/td>\n<td>Bearbeiten von Aufgabe 4<\/td>\n<td>Arbeitsblatt, Internet<\/td>\n<td>15&#8242;<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td>Plenum oder Gruppenarbeit<\/td>\n<td>Zum Schluss werden den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre zu Beginn der Lektion verfassten Notizen ausgeteilt. Dabei k\u00f6nnen sie reflektieren, was sie in dieser Einheit neu gelernt haben und was ihnen vielleicht schon bekannt war. Diese Reflexion kann entweder im Plenum oder in Gruppenarbeit abgehalten werden. Insbesondere Frage 3 sollte hier noch einmal aufgegriffen werden. Dabei sollen die neu gewonnen Erkenntnisse thematisiert und verankert\/vertieft werden.<\/td>\n<td>frei<\/td>\n<td>5&#8242;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>[\/vc_column_text][vc_column_text]F\u00fcr die Option, dass die \u00dcbungen in selbstst\u00e4ndiger Arbeit erledigt werden, findet sich eine kurze Einleitung am Beginn des Arbeitsblatts. Es wird empfohlen, dass diese Informationen, je nach Stufe, von der Lehrperson ausgef\u00fchrt und erweitert werden. Dies kann als Leseauftrag oder durch einen m\u00fcndlichen Input umgesetzt werden. Zus\u00e4tzlich sollte die Lehrperson sicherstellen, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die verschiedenen Internetseiten problemlos navigieren k\u00f6nnen. Zudem sollte die Lehrperson die L\u00f6sungen der ersten Aufgabe mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern besprechen und sie auf die unterschiedlichen Muster aufmerksam machen.[\/vc_column_text][vc_separator style=&#8220;double&#8220; border_width=&#8220;2&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als PDF&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; align=&#8220;center&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FUnterrichtskonzept_Dialektologie_Unterrichtsablauf.pdf|title:Unterrichtseinheit|target:_blank&#8220;][\/vc_tta_section][vc_tta_section title=&#8220;Downloads&#8220; tab_id=&#8220;1691573993498-51a674ba-f07ff3ad-a217&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;5px&#8220;][vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8220;2\/4&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;7px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h6>Vollst\u00e4ndige Unterrichtseinheit<\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als PDF&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; size=&#8220;sm&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FUnterrichtskonzept_Dialektologie.pdf|title:Vollst%C3%A4ndige%20Unterrichtseinheit|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_empty_space height=&#8220;15px&#8220;][vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8220;2\/4&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;7px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h6>Kommentare zu den Aufgaben<\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als PDF&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; size=&#8220;sm&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FUnterrichtskonzept_Dialektologie_Kommentare-Aufgaben.pdf|title:Kommentare%20zu%20Aufgaben|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_empty_space height=&#8220;15px&#8220;][vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8220;2\/4&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;7px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h6>Handout mit Aufgaben<\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als PDF&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; size=&#8220;sm&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FHandout_Dialektologie.pdf|title:Handout|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als .docx&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; size=&#8220;sm&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FHandout_Dialektologie.docx|title:Handout|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_empty_space height=&#8220;15px&#8220;][vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8220;2\/4&#8243;][vc_empty_space height=&#8220;7px&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>\n<h6>L\u00f6sungen zu den Aufgaben<\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als PDF&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; size=&#8220;sm&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FHandout_Dialektologie_Loesungen.pdf|title:Handout%20L%C3%B6sungen|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_btn title=&#8220;Download als .docx&#8220; color=&#8220;peacoc&#8220; size=&#8220;sm&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Ffiles%2F2023%2F08%2FHandout_Dialektologie_Loesungen.docx|title:Handout%20L%C3%B6sungen|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_tta_section][\/vc_tta_tabs][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator][vc_column_text]Literaturnachweis:<\/p>\n<ul>\n<li>Becker-Mrotzek, Michael\/K\u00e4mper-van den Boogaart, Michael\/K\u00f6ster, Juliane K\u00f6ster\/Stanat, Petra Stanat\/Gippner, Gabriele Gippner (2015) (Hrsg.): Bildungsstandards aktuell: Deutsch in der Sekundarstufe II. Braunschweig: Westermann Schroedel Diesterweg Sch\u00f6ningh Winklers GmbH.<\/li>\n<li>Feilke, Helmuth\/Jost, J\u00f6rg (2015), unter Mitarbeit von Angelika Buss und Ulrich Nill: Sprache und Sprachgebrauch reflektieren. In: Becker-Mrotzek, Michael\/K\u00e4mper-van den Boogaart, Michael\/K\u00f6ster, Juliane K\u00f6ster\/Stanat, Petra Stanat\/Gippner, Gabriele Gippner (2015) (Hrsg.): Bildungsstandards aktuell: Deutsch in der Sekundarstufe II. Braunschweig: Westermann Schroedel Diesterweg Sch\u00f6ningh Winklers GmbH, 236-296.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Ideen f\u00fcr Transfer: Linguistik &gt; Sprachdidaktik&#8220; color=&#8220;sky&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Ftransfer-ideen%2F|title:Ideen%20f%C3%BCr%20Transfer&#8220; el_class=&#8220;bs-color4&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Unterrichtsvorschl\u00e4ge&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Funterrichtsvorschlaege%2F|title:Unterrichtsvorschl%C3%A4ge&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_btn title=&#8220;Swiss linguistic landscapes&#8220; color=&#8220;blue&#8220; align=&#8220;center&#8220; button_block=&#8220;true&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Fdlf.uzh.ch%2Fsites%2Fdialektressource%2Flinguistik-in-der-schule-einleitung%2Flinguistic-landscapes%2F|title:Linguistic%20landscapes&#8220; el_class=&#8220;bs-color1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;100&#8243; no_fill=&#8220;true&#8220; collapsible_all=&#8220;true&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;\u00dcberblick&#8220; tab_id=&#8220;1692016552513-b6bdd6c9-59bef3ad-a217&#8243;][vc_column_text]In diesem Bereich haben wir drei linguistische Themen zu vollst\u00e4ndigen Unterrichtsvorschl\u00e4gen ausgearbeitet (f\u00fcr eine reine Ideensammlung, siehe hier); zum Teil wurden sie von den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":789,"featured_media":0,"parent":228,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1163","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1163","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/users\/789"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1163"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1163\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1288,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1163\/revisions\/1288"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/228"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/dialektressource\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}