Rückeroberung der Natur?

Heute meine ich, die Vögel singen lauter als ich in bisherigen Jahren wahrnehmen konnte. Auch die Artenvielfalt scheint in der Gesangsdichte total unübersichtlich geworden zu sein. War das ein Specht? Kommt Abends der wiederholte, monotone Laut von einem Kauz? Unmittelbar neben meinem Fenster in einer Hecke habe ich gestern ein Amselnest entdeckt. Früh morgens singt das Amselpaar besonders laut, so dass ich teilweise kurz aufwache. Ich frage mich wie lange das Nest da überleben kann, denn diese zweimeter-Hecke bildet wohl keinen wirklichen Schutz gegen den jungen, jagdaktiven Nachbarskater Vitto, den ich auch schon mit einem Eichhörnchen zwischen seinen Klauen ertappt habe.

Ich habe mal gelesen, dass sich der Gesang der Vögel in stark besiedelten Gebieten durch den Auto- und Flugverkehrslärm verändert, also dass sich Vögel an ihre Soundumgebung anpassen. Nun fragt sich, ob mir die Tonlandschaft so anders vorkommt, da Flug und Verkehrslärm momentan eingedämmt sind, oder ob sich in der Natur tatsächlich was verändert.

Auch liest man in der momentanen Covid/Wirtschafts-Krise, die das menschliche Leben in fast allen Bereichen entschleunigt, dass sich die Natur gewissermassen erholt: Venezianische Kanäle seien nun sauber, ihr Wasser glasklar. Es kursieren Gerüchte (die sich als Fake-News herausgestellt haben), dass sogar Delphine bei Venedig gesichtet wurden. Eine Freundin hat mir berichtet, in ihrem Heimatdorf in Graubünden sichte man jetzt regelmässig Wölfe. Jetzt fehlen nur noch die Steinadler auf den Dächern Zürichs, die Hirsche in der Innenstadt und das sich unkontrollierbar ausbreitende Efeu, dann wäre Franz Hohlers Rückeroberung wohl Realität geworden.

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