Musikalisches Horsd’œuvre

Bevor wir über Mittag unsere Bäuche vollschlagen, lassen wir uns von einer atemberaubenden Klangimprovisation von Christoph Hottinger anregen, die mit einer Zitatsammlung zum Thema Alteritätserfahrungen unterlegt ist.

„When I just come nearby people, people just look at me. I look odd, I
feel shame and I don’t like that. I’m so black than the black people 
that are living here. So I’m not even comparison to the black people 
that are the natives of this land. The black people that are the 
native of this land, they are a little bit brown than me, but I’m so 
black. Yeah, I’m entirely black, so they wonder: Where this entirely 
black kind of person comes from.“ (Anonym)
„And if we cannot end now our differences, at least we can help make 
the world safe for diversity.“ (John F. Kennedy)
„Das Problem einer Erkenntnistheorie und Hermeneutik des Fremden oder 
des Anderen steckt aber bereits in dem offensichtlichen Paradoxon, 
daß sobald das Fremde oder Andere erkannt, beziehungsweise adäquat 
interpretiert ist (oder scheint), es nicht mehr fremd oder anders, 
sondern eben angeeignet ist. Wird auf diese Weise das Fremde zum 
Eigenen oder das Eigene zum Fremden?“(Walter Hinderer)
„Zum Bispil wenn si do z Bülach s Stedtli ablaufed, oder, jä, 
de ghörsch jo gopfertelli kän Schwizer me. Ghörsch ja nur no 
Italiener. Ja, wenns einzeln ufträttend dänn mag ichs also ganz guet. 
Nu wänns i Gruppe chömed, dänn ischs immer e bsunderi Sach.“ 
(Karin Bauer)
„World is crazier and more of it than we think,
Incorrigibly plural. I peel and portion
A tangerine and spit the pips and feel
The drunkenness of things being various.” (Louis MacNeice)
„ES IST ALLES ANDERS, als du es dir denkst, als ich es mir denke,
die Fahne weht noch,
die kleinen Geheimnisse sind noch bei sich,
sie werfen noch Schatten, davon
lebst du, leb ich, leben wir.“ (Paul Celan)
„[T]here were never in the world two opinions alike, any more than 
two hairs or two grains. [The] most universal quality is diversity.“ 
Michel de Montaigne)
„Erst durch die, vermittelst der Sprache bewirkte Verbindung eines 
Andern mit dem Ich entstehen nun alle, den ganzen Menschen anregenden 
tieferen und edleren Gefühle, welche in Freundschaft, Liebe und jeder 
geistigen Gemeinschaft die Verbindung zwischen Zweien zu der höchsten 
und innigsten machen.“ (Wilhelm von Humboldt)
„Without deviation from the norm, progress is not possible.“ 
Frank Zappa)
„Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, 
den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden.“ 
(Friedrich Nietzsche)
„Indem du immer anderer Meinung bist, gegen bestimmte Normen 
handelst, unterscheidest du dich zwar oberflächlich betrachtet von 
der Masse, doch in Wahrheit strahlst du nur so vor Konformität. Es 
ist gewöhnlich, anders zu sein. Ich-sein nicht!“ (Martina Matzka)
„Alterität ist ein relationales Konstrukt. Erfahrungen von 
Anderssein sind das Ergebnis von Vergleichen.“ (Gudrun Schwibbe)
„Das Andere wird mit dem Instrumentarium mitgebrachter Vor-Urteile, 
Vergleichsformen, Lebenserfahrungen vermessen, indem eine künstliche 
Linie die Reichweite der eigenen Sehweisen begrenzt, im besten Falle 
im Sinne einer ‚Horizontverschmelzung’ mit dem neu Erfahrenen. 
Dahinter aber beginnt das nie Vermessene, das bedrohlich Fremde.“ 
(Michaela Holdenried)

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