{"id":33,"date":"2021-12-03T13:02:57","date_gmt":"2021-12-03T13:02:57","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/?p=33"},"modified":"2021-12-21T08:57:33","modified_gmt":"2021-12-21T08:57:33","slug":"niklas-mueller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/2021\/12\/03\/niklas-mueller\/","title":{"rendered":"Niklas M\u00fcller"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Materielle Objekte und digitale R\u00e4ume. Virtuelle Onlineangebote in der Schweizer Museumslandschaft<\/h2>\n\n\n\n<p>Bis heute gilt das Museum als Ort der materiellen Kultur. Der Museumsbesuch besteht haupts\u00e4chlich aus der physischen Konfrontation mit den Ausstellungen und der Auseinandersetzung mit materiellen Gegenst\u00e4nden, die im Museum gesammelt, konserviert und ausgestellt werden. Dieser Umstand wirft die Frage auf, ob das Museum als Institution ausserhalb physischer R\u00e4ume und ohne materielle Gegenst\u00e4nde \u00fcberhaupt bestehen kann. Lange scheinen sich diese Frage in der Schweiz nur wenige Personen gestellt zu haben. Das Museum scheint hier fest mit seiner urspr\u00fcnglichen Funktion, als Ort der materiellen Kultur verbunden zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"640\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-1024x640.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-77\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-1024x640.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-300x188.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-768x480.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-1536x960.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-2048x1280.png 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-12-um-13.53.34-620x388.png 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Landesmuseum Z\u00fcrich, Gr\u00f6nland 1912, Bildschirmaufnahme,&nbsp;<a href=\"https:\/\/virtuell.landesmuseum.ch\/groenland\/\">https:\/\/virtuell.landesmuseum.ch\/groenland\/<\/a>&nbsp;(12.11.2021).&nbsp;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den M\u00f6glichkeiten des Museums im virtuellen Raum fand erst statt, als die physischen R\u00e4ume der Museen im M\u00e4rz 2020 nicht mehr zur Verf\u00fcgung standen. Durch die Schliessungen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen, die 2020 durch die weltweite Covid19 Pandemie notwendig wurden, sahen sich nicht nur die Schweizer Museen pl\u00f6tzlich mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Inhalte im virtuellen Raum zur Verf\u00fcgung stellen zu m\u00fcssen. Dies erforderte in der Schweizer Museumslandschaft ein Umdenken. Bestehende Ausstellungen mussten in den virtuellen Raum ausweichen. Solche Ausstellungen, die zum Zeitpunkt der Schliessungen noch in der Konzeption waren, wurden an den virtuellen Raum angepasst. Doch wie l\u00e4sst sich eine Museumsausstellung, deren zentraler Bestandteil die Materialit\u00e4t ihrer Objekte zu sein scheint, im virtuellen Raum darstellen? Welche Strategien haben die Museen in der Schweiz f\u00fcr diese virtuellen Darstellungen gew\u00e4hlt? Wie wurde insbesondere mit der Materialit\u00e4t der Museumsobjekte umgegangen?<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Bachelorarbeit habe ich den Versuch unternommen, einige digitale Angebote in der Schweizer Museumslandschaft zu analysieren und einen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Angebote zu erhalten. Meine Beispiele habe ich aus den Angeboten verschiedener Schweizer Museen, die auf der Plattform&nbsp;<em>museumzuhause.ch<\/em>&nbsp;aufgef\u00fchrt sind ausgew\u00e4hlt. Die Plattform b\u00fcndelt die virtuellen Angebote von \u00fcber 140 Museen in der Schweiz und in Liechtenstein und bietet sich daher als Quellenkorpus an. Die Kategorisierung hat mir dabei geholfen, einen groben \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Strategien der virtuellen Darstellung von Museumsinhalten innerhalb der Schweizer Museumslandschaft zu gewinnen. In einem zweiten Schritt habe ich einzelne Beispiele detailliert analysiert. Dabei stand das Museumsobjekt, als zentraler Aspekt der physischen Ausstellung im Zentrum der Analyse des Onlineangebots. Somit konnte ich aufzeigen, welche Schw\u00e4chen und St\u00e4rken das virtuelle Angebot gegen\u00fcber der physischen Ausstellung aufweist. Die Auseinandersetzung mit der digitalen Umsetzung eines Kulturangebots, das eigentlich von der Materialit\u00e4t seiner Ausstellungsgegenst\u00e4nde lebt, f\u00fchrt zu einer spannenden und aufschlussreichen Auseinandersetzung mit Fragen der Materialit\u00e4t, der Originalit\u00e4t und der Aura von Museumsgegenst\u00e4nden. Dabei konnte ich aufzeigen, dass das Objekt im Museum und sein digitales Abbild sich nicht einfach voneinander trennen lassen: <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>&#8222;Das Objekt, dass der Besuchende im Onlineangebot des Museums aus einer neuen Perspektive betrachten kann, ist allerdings nur ein Objekt im Film. Es bleibt trotz der neuen Perspektive offensichtlich, dass es nicht das Original ist, dass pl\u00f6tzlich greifbar ist, sondern vielmehr viele Pixel auf einem Bildschirm, die ein digitales Abbild des Originals auf dem Bildschirm des Betrachtenden darstellen. Damit fehlt dem digitalen Objekt die Pr\u00e4senz, die bei Benjamin die Authentizit\u00e4t und die Aura des materiellen Originals ausmachen. Anhand dieses Beispiels wird allerdings deutlich, dass Kopie und Original durchaus in einer gewissen Beziehung zueinanderstehen.&#8220;<\/p><cite>Bachelorarbeit Niklas M\u00fcller S. 34. <\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass in den analysierten Beispielen der Versuch, diese materiellen Aspekte zu digitalisieren dazu f\u00fchrt, dass das Onlineangebot ein Bed\u00fcrfnis nach dem Original weckt, welches es nicht erf\u00fcllen kann, womit es zur Kopie oder zum Ersatz degradiert wird. \u00dcberzeugender wirken hingegen jene Angebote, welche die spezifischen M\u00f6glichkeiten des virtuellen Raums, insbesondere die Vernetzung von Datenbest\u00e4nden und Nutzer:innen, in ihren Angeboten fruchtbar machen. Hier konnte nachgewiesen werden, dass die Partizipation f\u00fcr die Nutzer:innen vor allem dann gewinnbringend ist, wenn das Museum als Institution den Diskurs anleitet und moderiert und die Nutzer:innen nicht in abgeschlossenen R\u00e4umen sich selbst \u00fcberl\u00e4sst. Weiter hat sich in den analysierten Beispielen auch ein narrativer Ansatz als f\u00fcr die museale Vermittlung geeignet erwiesen. Die Erz\u00e4hlungen k\u00f6nnen das sinnliche Erleben, das im Museum durch die Pr\u00e4senz der auratischen Objekte produziert wird, im virtuellen Raum ersetzen. Somit kann auch im virtuellen Raum die Informationsebene um eine Erlebnisebene erweitert werden, jedoch zu dem Preis, dass das Angebot nicht immer sofort als museales Angebot erkennbar ist. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"569\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12-1024x569.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-113\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12-1024x569.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12-300x167.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12-768x427.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12-1536x853.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12-620x344.png 620w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-11-17-um-16.56.12.png 1667w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Museum Aargau, Kochvideo, Bildschirmaufnahme.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.museumaargau.ch\/blog\/artikel\/2020-05-04-kochvideo-huhn-an-zitrone-rezept-aus-dem-mittelalter\">https:\/\/www.museumaargau.ch\/blog\/artikel\/2020-05-04-kochvideo-huhn-an-zitrone-rezept-aus-dem-mittelalter<\/a>\u00a0(17.11.2021).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Onlineangebote der Schweizer Museumslandschaft bieten noch viel Stoff f\u00fcr weitere Auseinandersetzungen Wer Interesse am Thema bekommen hat oder einfach nur einen Museumsbesuch von zu Hause aus unternehmen m\u00f6chte, kann dies jederzeit tun. Mein Untersuchungsgegenstand ist 24 Stunden am Tag, von \u00fcberall und f\u00fcr jede und jeden mit einem Internetanschluss zug\u00e4nglich. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"http:\/\/museumzuhause.ch\">zu einer Auswahl von Online Museen<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Materielle Objekte und digitale R\u00e4ume. Virtuelle Onlineangebote in der Schweizer Museumslandschaft Bis heute gilt das Museum als Ort der materiellen Kultur. Der Museumsbesuch besteht haupts\u00e4chlich aus der physischen Konfrontation mit den Ausstellungen und der Auseinandersetzung mit materiellen Gegenst\u00e4nden, die im Museum gesammelt, konserviert und ausgestellt werden. 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