{"id":31,"date":"2021-12-03T13:01:30","date_gmt":"2021-12-03T13:01:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/?p=31"},"modified":"2021-12-22T13:07:19","modified_gmt":"2021-12-22T13:07:19","slug":"layla-kurz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/2021\/12\/03\/layla-kurz\/","title":{"rendered":"Layla Kurz"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Repr\u00e4sentation von LGBTQ-Figuren in Medien, die an Kinder gerichtet sind<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"218\" height=\"231\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-161\" \/><figcaption>Ursula aus Die kleine Meerjungfrau, sie ist an die Drag-Queen Divine angelehnt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In den vergangenen Jahren hat sich in der Repr\u00e4sentation von queeren Menschen in medialen Darstellungen viel getan. In Medien, die sich an Jugendliche und Erwachsene richten, gibt es mitterweile oft Hauptcharaktere, die zur queer sind. In Medien, die an Kinder gerichtet sind, sieht es jedoch anders aus. In diesen Medien sind Charaktere, die nicht heterosexuell sind oder bei denen die Geschlechtsidentit\u00e4t nicht mit dem biologischen Geschlecht \u00fcbereinstimmt, sehr selten. Gerade wenn man beachtet, wie Jugendliche, die nicht in das heteronormative Ideal der Gesellschaft passen, mit ihrer Identifizierung M\u00fche haben, sich oft depressiv f\u00fchlen, \u00fcberdurchnittlich von Suizidalit\u00e4t betroffen sind und in manchen Umfeldern oder von Mitmenschen nicht akzeptiert werden, f\u00e4llt auf, wie wichtig eine fr\u00fche Aufkl\u00e4rung und Sensbiliserung bei jungen Menschen ist. Doch genau bei der Inkludierung von und Konfrontation mit queeren Menschen oder Charakteren haben viele Erziehungsberechtigte oder auch Produzierende von Medien Angst vor und M\u00fche mit der Umsetzung. Die Angst, dass Kinder durch die Konfrontation von queeren Menschen selber queer werden k\u00f6nnten, ist zwar ungbegr\u00fcndet, h\u00e4lt sich aber und illustriert die Homophobie und Transphobie, die bei vielen Menschen internalisiert ist. Meine Arbeit setzt hier an und hat sich zum Ziel genommen, die queeren Figuren in Kinderfilmen\/serien zu untersuchen und zu analysieren, die in den letzten Jahren entstanden sind. Dabei wurden nicht nur Figuren untersucht, die offen queer sind, sondern auch solche, bei denen Vermutungen bez\u00fcglich ihrer Queerness rechtzufertigen sind.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"318\" height=\"159\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-4.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-165\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-4.jpeg 318w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-4-300x150.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><figcaption>Luz und Amity aus The Owl House, erste bisexuelle Protagonistinnen von Disney<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es wurden also einerseits Figuren wie Luz und Amity aus der Serie&nbsp;<em>The Owl House&nbsp;<\/em>untersucht, die offen queer sein d\u00fcrfen, aber auch Figuren wie Elsa aus&nbsp;<em>Frozen<\/em>, LeFou aus&nbsp;<em>Beauty and the Beast<\/em>&nbsp;oder auch Ursula aus&nbsp;<em>Eine kleine Meerjungfrau<\/em>. Diese Analyse hat unter anderem gezeigt, dass gerade Disney eine grosse Tendenz hat, ihre Antagonisten*innen queer zu codieren. Unter Queer Coding versteht man eine Strategie, die Charakteren queer-wahrgenommene Charakteristika zuschreibt, sie jedoch nicht offen also queer deklariert. Bei Disney trifft dies zum Beispiel auf Elsa zu, auf Gaston und LeFou, aber auch auf Captain Hook, Jafar oder Ratcliffe, die ich in meiner Arbeit nicht untersucht habe. Diesen m\u00e4nnlichen Charakteren werden traditionell weibliche Charakterz\u00fcge zugeschrieben und ihre Kleidung ist oft auch von Glitzer und anderen, \u00abweiblichen\u00bb Verzierungen gekennzeichnet. W\u00e4hrend diese Strategie es in fr\u00fchen Jahren m\u00f6glich gemacht hat, queere Figuren in Geschichten einzubauen, enstehen bei der Verbindung von Queerness mit Boshaftigkeit insbesondere bei beeinflussbaren Kindern negative Assoziationen mit Queerness, die sp\u00e4ter wieder entsch\u00e4rft und abgebaut werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"281\" height=\"179\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-162\" \/><figcaption>LeFou aus Beauty and the Beast (erster schwuler Disney Protagonist)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Weiter habe ich Figuren untersucht, die ihre Queerness mehr oder weniger offen leben d\u00fcrfen. Sie werden entweder von den Produzierenden als queer definiert oder \u00e4ussern sich in der Geschichte selbst als queer. W\u00e4hrend es unter diesen Figuren Beispiele gibt, die eine ad\u00e4quate Repr\u00e4sentation von queeren Menschen darstellen, wie Luz und Amity aus&nbsp;<em>The Owl House,&nbsp;<\/em>gibt es auch Figuren wie Specter aus&nbsp;<em>Onward<\/em>, die von Stereotypen von lesbischen Menschen gekennzeichnet sind. Specter ist langweilig, uninteressant und voller nicht hilfreichen Stereotypisierungen. W\u00e4hrend es durchaus ein Fortschritt ist, nun auch offen queere Menschen auf der Leinwand zu sehen, ist der queeren Community kaum geholfen, wenn dabei nur stereotypisierte, langweilige Charaktere auftreten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-2.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-160\" width=\"378\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-2.jpeg 326w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/files\/2021\/12\/Unknown-2-300x142.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><figcaption>Die lesbische Specter aus Onward<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In meiner Analyse habe ich zus\u00e4tzlich beobachtet, wie bei vielen queeren Figuren eine schwache soziale Vernetzung vorhanden ist. Oft gelten sie aus Aussenseiter, als schr\u00e4g, komisch oder einfach als unsympathisch. Unabh\u00e4ngig davon, ob die Figuren offen oder im Versteckten queer sind, oder ob ihre Nichtintegriertheit in soziale Kontexte gew\u00e4hlt ist oder nicht, sind sie oft nicht so vernetzt in ihren sozialen Umfeldern wie ihre nicht-queeren Mitmenschen.&nbsp;Abschliessend habe ich festgestellt, dass obwohl Repr\u00e4sentation in medialen Darstellungen ein wichtiger Teil einer Gestaltung einer inklusiveren Gesellschaft ganz grunds\u00e4tzlich ist, gerade in Medien, die an Kinder gerichtet sind, kaum durchdachte, repr\u00e4sentative, interessante Figuren produziert werden. In den letzten Jahren hat sich jedoch eine Tendenz abzuzeichnen begonnen, die zusehends mehr queere Figuren produziert sieht, die je l\u00e4nger je mehr, ein positives Bild der queeren Community vermitteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Repr\u00e4sentation von LGBTQ-Figuren in Medien, die an Kinder gerichtet sind In den vergangenen Jahren hat sich in der Repr\u00e4sentation von queeren Menschen in medialen Darstellungen viel getan. In Medien, die sich an Jugendliche und Erwachsene richten, gibt es mitterweile oft Hauptcharaktere, die zur queer sind. In Medien, die an Kinder gerichtet sind, sieht es jedoch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":742,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-31","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-repraesentation-von-lgbtq-figuren-in-medien-die-an-kinder-und-jugendliche-gerichtet-sind"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/users\/742"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":168,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31\/revisions\/168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/sites\/bapraesentationhs21\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}