{"id":39,"date":"2019-06-24T16:29:16","date_gmt":"2019-06-24T14:29:16","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/chapter\/stephan-witzel\/"},"modified":"2019-08-23T09:22:20","modified_gmt":"2019-08-23T07:22:20","slug":"stephan-witzel","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/chapter\/stephan-witzel\/","title":{"raw":"Stephan Witzel","rendered":"Stephan Witzel"},"content":{"raw":"<div class=\"page\" title=\"Page 243\">\r\n<div class=\"layoutArea\">\r\n<div class=\"column\">\r\n<h5>Facing Virtual Reality<\/h5>\r\n<h4>Als Stormtrooper zu Gast in einer virtuellen Welt<\/h4>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<blockquote><em>Auf einmal brach der Boden weg. Vor uns tat sich ein endlos wirkender Abgrund auf. Inmitten einer h\u00f6hlenartigen Umgebung standen wir auf einer kleinen, steinigen Plattform. Ich dachte: Was ist nun zu tun? Wie nur konnten wir in diese beklemmend wirkende Situation geraten?<\/em><\/blockquote>\r\nAm 3. Februar 2017 besuchte ich gemeinsam mit Alberto, einem Freund, das <em>Virtual Reality Center<\/em> (kurz: <em>VRC<\/em>) in Dietlikon bei Z\u00fcrich.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Als bekennende \u2039Virtual Reality-Noobs\u203a hatten wir uns dazu entschlossen, im <em>VRC<\/em> den sogenannten <em>Explorer<\/em> auszuprobieren. Dabei handelt es sich um \u00abein Erlebnis f\u00fcr all jene die zum ersten Mal Virtual Reality mit all seinen M\u00f6glichkeiten sehen m\u00f6chten [sic]\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Mit diesem Erlebnis werde ich mich im Folgenden besch\u00e4ftigen.\r\n\r\nDabei orientiere ich mich am Konzept der Autoethnographie, wobei bei dieser Forschungsmethode Andrea Ploder und Johanna Stadlbauer zufolge die \u00abForschenden [\u2026] ihre eigene gelebte Erfahrung [beschreiben und analysieren], um auf diesem Weg soziale und kulturelle Ph\u00e4nomene zu verstehen\u00bb<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Ich fokussiere mich auf meine Eindr\u00fccke, die ich im Rahmen des Besuches im <em>VRC<\/em> gewinnen konnte.\r\n\r\nBez\u00fcglich dieses Vorhabens l\u00e4sst sich der Grossteil des vorliegenden Artikels hinsichtlich seiner Konzeption gewissermassen mit dem Abspielen eines Films vergleichen, wobei ich hie und da die \u2039Pause-Taste\u203a dr\u00fccke. Die einzelnen Filmsequenzen korrespondieren mit episodischen Schilderungen, die verschiedene Erlebnisse und Eindr\u00fccke aus dem <em>VRC<\/em> oder dem <em>Explorer<\/em> wiedergeben. An verschiedenen Stellen werde ich die Pause-Taste dr\u00fccken bzw. einen Stopp einlegen. Ein solches Innehalten \u2013 sprachlich ist es jeweils deutlich markiert \u2013 dient dem Beleuchten der vorangegangenen Episode auf einer tiefergehenden Reflexionsebene. Gegen Ende des Textes, wenn es darum geht, ein in sich zusammenh\u00e4ngendes Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses zu kreieren, werde ich vor allem auf die tiefergehenden Reflexionen zur\u00fcckblicken. Zun\u00e4chst will ich jedoch darlegen, was ich hinsichtlich des vorliegenden Artikels unter \u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a verstehe.\r\n<h1>Virtualit\u00e4t zum Einstieg<\/h1>\r\nDen Begriff \u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a mit all seinen unterschiedlichen Facetten und komplexen Aspekten fassbar zu machen, ist nicht einfach. Eine minuti\u00f6se Er\u00f6rterung desselben w\u00fcrde den Rahmen des vorliegenden Artikels sprengen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> \u2013 dennoch soll und darf der Begriff Virtuelle Realit\u00e4t nicht unbestimmt bleiben. Diesbez\u00fcglich ist bspw. Natascha Adamowsky zufolge \u00ab\u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a [\u2026] ein technischer Terminus. Er bezieht sich auf bestimmte VR (=<em>virtual reality<\/em>)-Techniken, die einen dreidimensionalen Raum schaffen, in dem der Betrachter bestimmte Interaktionserfahrungen machen kann\u00bb<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend bei dieser Charakterisierung (computer-)technische Aspekte im Vordergrund stehen<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>, ist auf der Homepage des <em>VRC<\/em> unter anderem Folgendes zu lesen: \u00abVirtual Reality (VR) oder auch Real Virtuality (RV) sind l\u00e4ngst nicht mehr an einen Stuhl gebunden.\u00bb<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Hier wird eingangs der Fokus auf einen anderen, eher philosophischen oder psychologischen Aspekt gerichtet: Es wird eine \u2039Entk\u00fcnstlichung des Virtuellen\u203a thematisiert. Dies ist insofern bemerkenswert, als s\u00e4mtliche Erfahrungen, die ich im <em>VRC<\/em> machte, \u2039real\u203a waren in dem Sinne, dass sie bewusst erfolgten. So handelte es sich nicht um Tr\u00e4ume, Phantastereien oder gar Wahnvorstellungen. Die gewiss aussergew\u00f6hnlichen Erfahrungen fanden bewusst statt \u2013 wie solche im Alltag.\r\n\r\nIn Anlehnung an die obigen Ausf\u00fchrungen verwende ich den Begriff \u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a folgendermassen: Es handelt sich dabei um ein computergeneriertes Ph\u00e4nomen, das sich \u00fcber ein sogenanntes \u2039Head-Mounted Display\u203a visuell wahrnehmen l\u00e4sst, wobei die Wahrnehmungen als real existierend angesehen werden im obigen Sinne. Sofern ich \u00fcber Virtuelle Realit\u00e4t nicht in allgemeiner Form referiere, sondern mit Bezug auf ein konkretes Beispiel, verwende ich den Begriff \u2039Virtuelle Welt\u203a. Weiter greife ich zum Beschreiben des Gegensatzes zu einer virtuellen Welt auf den Begriff der nicht-virtuellen Welt zur\u00fcck. In Anlehnung an den Begriff \u2039Reale Realit\u00e4t\u203a<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> verstehe ich unter einer nicht-virtuellen Welt eine Welt, wie sie aus dem Alltag bekannt ist. Nach dieser terminologisch orientierten Passage sind wir nun bereit, um uns ins <em>VRC<\/em> zu begeben.\r\n<h1>Welcome to the Virtual Reality Center<\/h1>\r\nDas <em>Virtual Reality Center<\/em> befindet sich in einem grossen, unscheinbar wirkenden Industriegeb\u00e4ude, in dem ebenfalls das Spielen von Airsoft und Lasertag angeboten werden.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Von aussen konnte ich nicht erahnen, welche Welten sich innerhalb dieses Geb\u00e4udes erfahren lassen. \u00dcber die Homepage des <em>VRC<\/em> hatten wir das Erkunden des <em>Explorer<\/em> f\u00fcr eine bestimmte Uhrzeit am fr\u00fchen Abend gebucht und waren nun schon sehr gespannt.\r\n\r\nNach unserer Ankunft suchten wir innerhalb des Geb\u00e4udes den Anmelde-Bereich auf. Durch einen Mitarbeiter des <em>VRC<\/em> wurden wir freundlich begr\u00fcsst, bevor in entspannter Atmosph\u00e4re zu dritt ein kurzes Einf\u00fchrungsgespr\u00e4ch stattfand. Im Rahmen desselben wurde unter anderem auf einer eher abstrakten, aber zugleich auch basalen Ebene thematisiert, was uns im Zusammenhang mit dem <em>Explorer<\/em> erwarten w\u00fcrde. Die Frage, ob wir schon \u00fcber \u00e4hnliche Erfahrungen verf\u00fcgten, mussten wir bekanntlich verneinen. R\u00fcckblickend wurde mir w\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches nicht wirklich klar, was nachfolgend im <em>Explorer<\/em> auf mich zukommen w\u00fcrde. Dies war aber gewiss auch nicht das Ziel des Vorbereitungsgespr\u00e4ches. Erw\u00e4hnt wurde vielmehr Grundlegendes, wie bspw. die folgende, doch ziemlich deutliche Anweisung des Mitarbeiters des <em>VRC<\/em>: \u00abTut im virtuellen <em>Explorer<\/em> grunds\u00e4tzlich nichts, was ihr hier, in der Realit\u00e4t, auch nicht tun w\u00fcrdet!\u00bb Diese scheinbare Selbstverst\u00e4ndlichkeit wird sp\u00e4ter noch von Bedeutung sein. Ausserdem ist es wichtig, im Vorfeld ein Einf\u00fchrungsgespr\u00e4ch zu f\u00fchren, da es sich (zumindest aus meiner Sicht) eben doch um eine Erfahrung der besonderen Art handelt.\r\n\r\nAnschliessend begaben wir uns in Begleitung des Mitarbeiters des <em>VRC<\/em> auf eine Treppe, die ins Untergeschoss f\u00fchrt. Mit einem Augenzwinkern l\u00e4sst sich somit festhalten, dass sich der Zugang zur Virtuellen Realit\u00e4t im Keller befand. Klingt komisch, war aber so.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\r\n\r\nHier lohnt es sich, erstmals die Pause-Taste zu dr\u00fccken und auf einer tiefergehenden Reflexionsebene einen Moment zu verweilen, denn an und f\u00fcr sich ist dieses Hinuntersteigen spannender und gehaltvoller, als man auf Anhieb meinen k\u00f6nnte. R\u00fcckblickend entstand in diesem Moment der Eindruck, die bekannte, sich auf der Erdoberfl\u00e4che befindende Welt zu verlassen. Indem ich mich bewusst auf die Treppe begab, vollzog ich eine Grenz\u00fcberschreitung. Ich betrat eine Art Schwellen- oder \u00dcbergangsbereich, der sich zwischen dem hinter mir gelassenen Bekannten auf der Erdoberfl\u00e4che und dem bevorstehenden Virtuellen im Untergrund befand und der (soweit ich es zu diesem Zeitpunkt wusste) zumindest einerseits deutlich abgegrenzt war. Diesen Bereich galt es nun, sowohl im physischen als auch im psychischen Sinne zu durchqueren, um in die \u2039Neue Welt\u203a zu gelangen. Wie man sich dies vorzustellen hat, schildere ich im Folgenden.\r\n<h1><strong>Getting into the <em>Explorer<\/em><\/strong><\/h1>\r\nNoch w\u00e4hrend ich mich auf der Treppe befand, blickte ich in einen Teil eines Raumes, der eher zweckorientiert ausgestattet war. Aus meiner Perspektive befanden sich rechts, an Haken aufgeh\u00e4ngt, Ger\u00e4tschaften, die ich zuvor nur auf Bildern oder in Videos gesehen hatte. Es handelte sich dabei um die futuristisch anmutenden Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde, die im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Virtuelle Realit\u00e4t charakteristisch sind und auf die ich sp\u00e4ter eingehen werde. Auf der linken Seite fiel mir \u2039Computer-Zeugs\u203a auf, ein Sammelsurium mir unbekannter technischer Apparaturen. Mir gegen\u00fcber befand sich ein Vorhang. Dahinter verbarg sich ein separierter Raum, in dem sp\u00e4ter das <em>Explorer<\/em>-Erlebnis stattfinden sollte. In natura haben weder Alberto noch ich dieses Gebiet je zu Gesicht bekommen. \u00dcber dies hinaus ist zu konstatieren, dass der oben erw\u00e4hnte Schwellen- oder \u00dcbergangsbereich offensichtlich auch in Richtung der virtuellen Welt deutlich abgegrenzt war.\r\n\r\nAnschliessend ging es an das Montieren der futuristisch anmutenden Ausr\u00fcstung. Sie bestand aus einer Brille \u2013 einem Head-Mounted Display \u2013 und einem Kopfh\u00f6rer mit angeh\u00e4ngtem Mikrophon, einem rucksack\u00e4hnlichen Objekt, zwei Handschuhen und zwei Gamaschen (siehe Abb. 1).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_189\" align=\"aligncenter\" width=\"525\"]<a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abbildung1.jpg\"><img class=\"size-large wp-image-36\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\"><\/a> Abb. 1: Ein Teil der VR-Ausru\u0308stung[\/caption]\r\n\r\nDie Brille diente der visuellen Wiedergabe der <em>Explorer<\/em>-Welt. Der Kopfh\u00f6rer mit angeh\u00e4ngtem Mikrophon, das Headset, erm\u00f6glichte die auditive bzw. verbale Kommunikation: einerseits zwischen Alberto und mir innerhalb des <em>Explorer<\/em>, anderseits mit einem Mitarbeiter des <em>VRC<\/em>, der sich (soweit ich dies beurteilen kann) nicht im <em>Explorer<\/em> befand. Das auf den R\u00fccken zu schnallende Objekt beinhaltete weitere f\u00fcr das Erlebnis n\u00f6tige Technik. Sowohl die Handschuhe als auch die Gamaschen waren so ausgestattet, dass die Bewegungen der H\u00e4nde und Arme und diejenigen der F\u00fcsse und Beine erfasst und \u00fcber das Head-Mounted Display widergegeben werden konnten. Auf das verbl\u00fcffende Zusammenwirken der unterschiedlichen Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde, das sich an dieser Stelle wom\u00f6glich nur vage erahnen l\u00e4sst, werde ich sp\u00e4ter eingehen.\r\n\r\nNach dem Montieren der Ausr\u00fcstung \u2013 durch das Tragen des noch nicht aktivierten Head-Mounted Displays konnte ich nichts sehen ausser einem schwarzen Nichts \u2013 wurden wir in die noch unbekannte computergenerierte Welt eingef\u00fcgt. \u00dcber den Kopfh\u00f6rer vernahm ich die Instruktionen eines Mitarbeiters des <em>VRC<\/em>. Auf dem vorhin noch komplett schwarzen Brillen-Display erkannte ich sogleich eine menschen\u00e4hnliche Gestalt, die mit seitw\u00e4rts ausgestreckten Armen aufrecht dastand. Diese schablonenartig vorgegebene Position hatte ich einzunehmen und f\u00fcr einen Moment so zu verharren. Die komplexen, technischen Termini sind mir fremd, doch diente diese Prozedur unserer \u2039\u00dcberf\u00fchrung\u203a bzw. \u2039Implementierung\u203a in den computertechnischen \u2039Code-Raum\u203a, in die virtuelle Realit\u00e4t. Nach einem Moment kam wiederum \u00fcber den Kopfh\u00f6rer die Meldung, dass der Implementierungs-Prozess abgeschlossen sei. Nun waren wir f\u00fcr das <em>Explorer<\/em>-Erlebnis gewappnet \u2013 zumindest aus einer technischen Perspektive. Doch legen wir erneut eine Pause ein und blicken f\u00fcr einen Moment zur\u00fcck auf diese Episode.\r\n\r\nW\u00e4hrend ich den oben genannten \u00dcbergangs- oder Schwellenbereich durchquerte, konnte ich die hochkomplexe Technologie, mit der man es zu tun hat, sobald man sich im Gebiet der virtuellen Realit\u00e4t bewegt, erahnen. Direkten Kontakt mit dieser Technologie hatte ich \u00fcber die Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde. Diese wirkten auf den ersten Blick zwar befremdlich, zu einer abschreckenden Irritation kam es jedoch nicht. Vielmehr hatte ich den Eindruck, als w\u00fcrde ich \u2013 \u00e4hnlich wie bei einer mehr oder weniger ausgefallenen Sportaktivit\u00e4t \u2013 eine ad\u00e4quate Ausstattung anziehen, um die virtuelle Realit\u00e4t erleben zu k\u00f6nnen. \u00dcber die Ausr\u00fcstung kam ich zus\u00e4tzlich mit der Computertechnologie in Kontakt. Dieser war aber dermassen mittelbar, dass der Code-Raum f\u00fcr mich nicht wirklich fassbar wurde. Dies ist insofern faszinierend und zugleich verst\u00f6rend, da ich das Gef\u00fchl hatte, in eine Gegebenheit eingef\u00fcgt zu werden, die f\u00fcr mich im \u2039klassischen\u203a Sinne nicht fassbar war. Es fand eine massive Irritation statt, streifte ich doch die Grenze des eigentlich Denkbaren; es er\u00f6ffneten sich gewissermassen neue Orte des Denkens bzw. des Seins.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Was dieses merkw\u00fcrdige \u2039Sein-im-Code-Raum\u203a mit sich brachte, lege ich sogleich dar.\r\n<h1><strong>Facing Virtual Reality<\/strong><\/h1>\r\nW\u00e4hrend weder Alberto noch ich etwas sehen konnten, wurden wir in den Raum gef\u00fchrt, den wir vorher aufgrund des Vorhanges nicht gesehen hatten. Dann auf einmal hatte das Abgeschottet-Sein ein Ende. Pl\u00f6tzlich sah ich mich mit einer vollkommen unbekannten Situation konfrontiert; \u00fcber die Brille nahm ich eine ungewohnte Welt wahr (Abb. 2).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_190\" align=\"aligncenter\" width=\"525\"]<a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abbildung2.jpg\"><img class=\"size-large wp-image-37\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-1024x466.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"239\"><\/a> Abb. 2: Ein Blick in den Explorer[\/caption]\r\n\r\nDie Umgebung weckte prompt die Assoziation, inmitten eines unglaublich realistisch wirkenden Filmszenarios zu sein. Dazu trug ebenfalls die Soundkulisse bei: Ich vernahm nat\u00fcrlich scheinende Kl\u00e4nge. Die Ger\u00e4usche passten zum Ambiente. Bewusst k\u00fcnstlich wirkende Sounds h\u00f6rte ich nicht. Vielmehr klangen sie so, wie ich es eben gewohnt bin bzw. in einer derartigen Umgebung erwarten w\u00fcrde. Die Immersion \u2013\r\nd. h. in diesem Fall: das Eintauchen in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> \u2013 war \u00fcberw\u00e4ltigend. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, abermals einen Stopp einzulegen.\r\n\r\nNicht nur in Verbindung mit dem Themenkomplex Virtuelle Realit\u00e4t spielt der Aspekt der Immersion eine bedeutende Rolle.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Britta Neitzel und Rolf F. Nohr zufolge gewinnt der Prozess der Immersion \u00ababer [unter anderem] innerhalb der Diskussion um [\u2026] virtuelle Welten neue Aktualit\u00e4t [\u2026]\u00bb<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>. Dies liegt insbesondere daran, dass sich in diesem Kontext die zentrale Frage stellt, von welcher Qualit\u00e4t die Immersion in Verbindung mit technologischen Aspekten ist. Es gilt jedoch ebenso zu beachten, ob die Immersion gewissermassen kontinuierlich stattfindet oder ob bzw. wann und in welchem Zusammenhang es wom\u00f6glich zu einem Immersionsbruch kommt bzw. kommen kann. Bei einem derartigen Bruch findet sozusagen ein mehr oder weniger ausgepr\u00e4gtes \u2039Austauchen\u203a aus der virtuellen Welt statt. So gewinnt zum Beispiel die Nicht-Virtualit\u00e4t pl\u00f6tzlich an Bedeutung, ohne dass man die virtuelle Welt wirklich verl\u00e4sst.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> F\u00fcr Alberto und mich ging es nun ans Eintauchen in den <em>Explorer<\/em>, was auf eine verbl\u00fcffende Weise stattfand.\r\n<h2>To Look Like a Stormtrooper<\/h2>\r\nIn der virtuellen Welt erkannte ich Alberto in Form eines Avatars; seine Gestalt erinnerte mich prompt an einen Stormtrooper aus <em>Star Wars<\/em>! Dass es sich bei dieser Figur allerdings um Alberto handelte, wurde mir aufgrund seiner gewohnten Stimme, die ich \u00fcber den Kopfh\u00f6rer vernahm sowie dem Vertrauen in meine Erwartungshaltung bewusst; immerhin hatten wir beschlossen, den <em>Explorer<\/em> gemeinsam zu erkunden. Sein neues Aussehen hatte n\u00e4mlich mit seiner Erscheinung, wie sie mir ansonsten bekannt ist, nicht allzu viel gemein.\r\n\r\nBald stellte ich fest, dass ich ebenfalls ein solcher Stormtrooper war! Ich blickte an mir hinunter und sah mich in der Gestalt des Avatars. Wenn ich meinen Arm bewegte, dann bewegte sich der Arm des Avatars (Abb. 3). Wenn ich meine Hand vor mein Gesicht f\u00fchrte, dann sah ich dementsprechend die Hand des Avatars. Wenn ich ging, dann ging der Avatar. Ich war der Avatar!\r\n\r\n[caption id=\"attachment_191\" align=\"aligncenter\" width=\"525\"]<a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abbildung3.jpg\"><img class=\"size-large wp-image-38\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-1024x654.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"335\"><\/a> Abb. 3: Wir, die Stormtrooper[\/caption]\r\n\r\nDer Eindruck, vollst\u00e4ndig in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> eingetaucht zu sein, erh\u00e4rtete sich. Mit einer Game-Erfahrung, bei der ich auf einen zweidimensionalen Computer-Bildschirm blicke und sozusagen als Externer bspw. in der First Person-View eine Figur mittels Tastenkombinationen oder Mausklicks durch eine fiktive Welt man\u00f6vriere, hatte das nichts zu tun. Nun wurde mir bewusst, dass ich im <em>Explorer<\/em> war, in dem \u00ab[s]imple Missionen \u00e4hnlich wie bei einem Escape Room [\u2026] einem eine wunderbare Erfahrung in der Welt der virtuellen Realit\u00e4t [verschaffen]\u00bb<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>. Bevor ich mit meinen Ausf\u00fchrungen dazu fortfahre, dr\u00fccke ich einmal mehr die Pause-Taste.\r\n\r\nR\u00fcckblickend stellt sich die Frage, ob die oben verwendete Bezeichnung \u2039Avatar\u203a sinnvoll gew\u00e4hlt wurde. Immerhin hatte ich nicht den Eindruck, als sei der Stormtrooper wie ein Avatar bloss \u00abeine \u2039Marionette\u203a\u00bb<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>, die ich \u00abmanipulieren kann, ohne [\u2026] [mich] mit ihr identifizieren zu m\u00fcssen\u00bb<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>. Mit Bezug auf Ausf\u00fchrungen von Richard Bartle eignen sich die Begriffe \u2039Character\u203a oder \u2039Persona\u203a wom\u00f6glich besser, um meine Verbundenheit (oder gar die Verschmelzung) mit der Gestalt des Stormtroopers zu charakterisieren.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Jedoch hatte ich nicht das Gef\u00fchl, als repr\u00e4sentiere mich der Stormtrooper in der virtuellen Welt, was unter anderem f\u00fcr den Character bezeichnend ist.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Ebenso kam es nicht zu einer \u00abvollst\u00e4ndigen mentalen Verschmelzung\u00bb<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> zwischen mir und dem Stormtrooper, wie es f\u00fcr den Typ der Persona charakteristisch ist.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> \u2039Meinen\u203a Stormtrooper als Character oder als Persona zu bezeichnen, ist also nicht angemessen. Vielmehr hatte ich das Gef\u00fchl, als sei der Stormtrooper eine Art virtuelle Uniform bzw. Verkleidung, in die ich,&nbsp; d. h. meine Person, hineinschl\u00fcpfte, um innerhalb des <em>Explorer<\/em> agieren, reagieren und interagieren zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Dort hatte ich derweil jedoch nicht die n\u00f6tige Musse, um mich mit solchen Fragen zu besch\u00e4ftigen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Beam Us Up<\/h2>\r\nSobald sich die Verwunderung \u00fcber unser \u2039neues Ich\u203a etwas gelegt hatte und wir uns im ersten gross angelegten Terrain befanden, begannen wir, zaghaft in der noch fremden Welt umherzugehen. Der Eindruck, mich in einer komplett ungewohnten, aber unglaublich realistisch wirkenden Umgebung aufzuhalten, erh\u00e4rtete sich. Dazu trug ausserdem die M\u00f6glichkeit bei, bspw. nach verschiedenen, sichtbaren Gegenst\u00e4nden zu greifen und diese ertasten zu k\u00f6nnen. Es war ebenfalls m\u00f6glich, m\u00f6bel\u00e4hnliche Gegenst\u00e4nde wie gewohnt herumzuschieben. Bereits jetzt, nach sehr kurzer Zeit, hatte ich zuweilen das Gef\u00fchl, mich nicht in einer steril wirkenden, rein artifiziellen Computer-Landschaft aufzuhalten, sondern vielmehr in einer nach physikalischen Gesetzen funktionierenden Welt zu sein. Diesbez\u00fcglich bildete die folgende Situation ein Highlight.\r\n\r\nNachdem wir planlos ein Terrain erkundet hatten, fanden wir am Ende des Gel\u00e4ndes ein paar Beamer-Stationen vor. Wir vermuteten, dass uns diese Transport-Objekte beim Weiterkommen behilflich sein k\u00f6nnten, doch leider war der Zugang versperrt. \u00dcber den Kopfh\u00f6rer schaltete sich ein Mitarbeiter des <em>VRC<\/em> ein: Er gab uns den Hinweis, in unserer unmittelbaren Umgebung nach einer M\u00f6glichkeit zu suchen, um die Sperre beseitigen zu k\u00f6nnen. Vor uns auf dem Boden lag jedoch nur ein simpler Backstein. Alberto \u00e4usserte spontan, dass mit diesem Gegenstand wohl irgendetwas anzustellen sei \u2013 doch was nur? Schliesslich fanden wir heraus, dass sich in einer Wand eine Auslassung befand, in die der Backstein haargenau hineinpasste. Und Tats\u00e4chlich: sobald wir den Backstein in den Hohlraum eingef\u00fcgt hatten, war der Weg zu den Transport-Stationen frei. Geschafft! Zus\u00e4tzlich gelang es uns, die Beamer zu aktivieren \u2013 ganz im Sinne eines Escape Rooms war auch hierf\u00fcr eine Aufgabe zu l\u00f6sen<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>, auf die ich jedoch nicht eingehen werde. Alberto und ich stellten uns jeweils auf eines der runden Objekte und zack: Schlagartig wurden wir in ein neues Terrain katapultiert. Das Erkunden des <em>Explorer<\/em> konnte weitergehen. Bevor ich mit dem Schildern meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses weiterfahre, lohnt es sich jedoch, an dieser Stelle einen Moment zu verweilen, eine Pause einzulegen.\r\n\r\nIn Anlehnung an Ausf\u00fchrungen von Jochen Venus kann in der Backstein-Episode eine aussergew\u00f6hnliche Form erlebten Handelns beobachtet werden. Bei meinem Herumhantieren mit dem Backstein zeigte sich keine \u00aboffenkundige K\u00fcnstlichkeit des erlebten Handelns\u00bb<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>, wie es in Computerspielen \u00abvor allem durch die Abstraktion von k\u00f6rperlichem Sp\u00fcren und kognitiver Verantwortlichkeit erzeugt\u00bb<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> wird. Vielmehr entstand der Schein einer Nat\u00fcrlichkeit des erlebten Handelns, da mein Agieren bzw. mein Erleben desselben unglaublich realistisch war. Ich hatte den Eindruck, als seien die k\u00f6rperliche und die kognitive Ebene derart miteinander verwoben, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin. Ich war gewissermassen \u00abmit \u2039ganzem K\u00f6rpereinsatz\u203a dabei\u00bb<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ich mich eigentlich in einer virtuellen Welt befand. Dass es dort wie im Alltag zu Situationen kommen kann, die zugleich belustigend und bizarr sind, verdeutlicht die nachfolgend geschilderte Situation.\r\n<h2>There\u2019s Only One Way<\/h2>\r\nZu Beginn einer Episode befanden wir uns in einer h\u00f6hlenartigen Umgebung. Auf einmal brach ein Teil des Bodens weg. \u00dcbrig blieben zwei aus Stein bestehende Plattformen und ein schmales Holzbrett, das die beiden Plattformen miteinander verband. Vor uns tat sich ein endlos wirkender Abgrund auf. Um weiter zu kommen, mussten wir \u00fcber das Holzbrett gehen. Dass dies die einzige M\u00f6glichkeit war, die sich uns bot, wurde uns nach mehrmaligem Umherschauen klar. Der Eindruck des vor uns liegenden Abgrundes war dermassen realistisch, dass sowohl Alberto als auch ich uns nicht trauten, schnurstracks \u00fcber das plankenartige Holzbrett zu laufen. An dieser Stelle war die Anweisung des Mitarbeiters des <em>VRC<\/em> auf einmal wieder pr\u00e4sent: \u00abTut im virtuellen <em>Explorer<\/em> grunds\u00e4tzlich nichts, was ihr hier, in der Realit\u00e4t, auch nicht tun w\u00fcrdet!\u00bb Doch wollten wir selbstverst\u00e4ndlich nicht aufgeben, sondern weiterkommen. Nach verhaltenem Z\u00f6gern beschlossen wir, nacheinander auf allen Vieren den Abgrund zu \u00fcberwinden. Alberto kroch zuerst.\r\n\r\nW\u00e4hrend ich dann auf allen Vieren \u00fcber das Holzbrett krabbelte, verlor ich die Gamaschen, was zur Folge hatte, dass meine virtuellen Beine verharrten, w\u00e4hrend sich mein computergenerierter Oberk\u00f6rper weiterbewegte. Obschon ich gesp\u00fcrt hatte, wie die Gamaschen abgefallen sind, war mir zun\u00e4chst nicht bewusst, was da eigentlich geschehen war: Meine Beine sind augenscheinlich abhandengekommen! Ich war sozusagen in zwei Teile geteilt, wobei ich nur noch \u00fcber einen Teil die Kontrolle hatte. Wie ein bizarr wirkender Geist schwebte ich durch den Raum, ohne auch nur den kleinsten Schmerz zu versp\u00fcren. Was w\u00fcrde wohl jemand wie David Copperfield dazu sagen? W\u00e4hrend Alberto und ich lachten, stellte sich mir zus\u00e4tzlich die Frage, wie ich denn nun wieder an meine Beine kommen k\u00f6nnte. Ich hatte n\u00e4mlich keine Lust, mich nochmal auf dieses Holzbrett zu begeben. Wiederum schaltete sich ein Mitarbeiter des <em>VRC<\/em> \u00fcber die Kopfh\u00f6rer ein: Ich vernahm die knappe Anweisung, stehen zu bleiben und einen Moment zu warten. Schon kurz darauf sp\u00fcrte ich, wie mir wie von Geisterhand jemand die Gamaschen wieder anzog und mir aus der prek\u00e4ren Situation half. Ich war wieder ganz! Das Erkunden des <em>Explorer<\/em> konnte (nun auch f\u00fcr mich) im wahrsten Sinne des Wortes wie gewohnt weitergehen. An dieser Stelle dr\u00fccke ich wiederum die Pause-Taste, um die Holzbrett-Episode aus einer weiteren Perspektive zu beleuchten.\r\n\r\nIn der Holzbrett-Episode kam es im Gegensatz zu derjenigen mit dem Backstein zu einem abrupten Bruch zwischen dem Virtuellen und dem Nicht-Virtuellen. Durch diesen Immersionsbruch, der sich in Verbindung mit dem Verlieren der Gamaschen ergab, wurde mir wieder bewusst, dass ich es einerseits mit einer computergenerierten, artifiziellen Welt zu tun hatte, in der es ungeahnte M\u00f6glichkeiten gibt (wie bspw. das schmerzfreie Abhandenkommen von Beinen). Anderseits stand ich im w\u00f6rtlichen Sinne mit beiden Beinen in einer nicht-virtuellen Welt, so wie ich es aus dem Alltag kenne. Die beiden Gegebenheiten schienen voneinander getrennt zu sein. Insofern sucht man eine Verwobenheit des Virtuellen mit dem Nicht-Virtuellen, die den schier unglaublichen Eindruck des Gewohnten vermittelt, vergebens. Die beiden Welten als vollst\u00e4ndig abgekoppelt voneinander aufzufassen, w\u00e4re jedoch falsch. Ad\u00e4quater ist die Ansicht, dass die Immersion w\u00e4hrend der Holzbrett-Episode zwar kurzfristig gest\u00f6rt, aber nicht vollst\u00e4ndig aufgehoben wurde. Dies verdeutlicht die Tatsache, dass das <em>Explorer<\/em>-Erlebnis nach dem Montieren der Gamaschen m\u00fchelos weitergehen konnte. Allzu viel Zeit im <em>Explorer<\/em> war uns jedoch nicht mehr gegeben, denn die zwanzig Minuten Aufenthalt neigten sich dem Ende zu.\r\n<h2>Back to Reality<\/h2>\r\nVia Kopfh\u00f6rer wurden wir angewiesen, uns in eine Kabine zu begeben, die sich unmittelbar vor uns befand. Diese Kabine existierte nur in der virtuellen Welt, weshalb man bspw. durch die Kabinenw\u00e4nde hindurchgreifen konnte. Trotzdem gingen wir durch den vorgesehenen Eingang, wie wir es uns aus dem Alltag gewohnt sind. Nach einer vorbereitenden Ank\u00fcndigung wurde die virtuelle Welt \u2039heruntergefahren\u203a. Das Brillen-Display wurde wieder schwarz, die phantastische Umgebung samt uns Stormtroopern und den Gegenst\u00e4nden verschwand. Wie zuvor sah ich nichts weiter als das schwarze Nichts. Das Gef\u00fchl des Abgeschottet-Seins war wieder da.\r\n\r\nKurz darauf wurden wir wieder an den Ausgangspunkt hinter dem Vorhang gef\u00fchrt. Erst jetzt durften wir die Brille ablegen. Bildlich gesprochen streifte ich dadurch endg\u00fcltig meine virtuelle Ummantelung ab. Ich war wieder ich! Ebenso erinnerte mich Alberto nicht mehr an einen Stormtrooper aus <em>Star Wars<\/em>. Meine Umgebung nahm ich wieder so wahr, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin. Die nicht-virtuelle Welt war wieder da. Die gemeinsam unternommene Reise durch den <em>Explorer<\/em> war zu Ende und die Schilderung derselben endet hier. Wie eingangs erw\u00e4hnt, wird es im Folgenden darum gehen, ein in sich zusammenh\u00e4ngendes Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses zu kreieren.<strong>&nbsp;<\/strong>\r\n<h1><strong>Virtuelle Begebenheiten \u2013 reale Fragen<\/strong><\/h1>\r\nDie vorausgegangenen Reflexionen dienen als Grundlage f\u00fcr die folgenden Ausf\u00fchrungen, wobei ich erst nur auf interessante Aspekte hinweise, diese aber nicht beleuchte. So k\u00f6nnten zuerst, ausgehend von der ersten Reflexion, in der das Hinuntersteigen ins Untergeschoss thematisiert wird, weitere \u00dcberlegungen angestellt werden. Denn der mit diesem Abstieg unweigerlich auftretende Gedanke, den <em>Explorer<\/em> als eine Art Unterwelt zu interpretieren, aus der man am Ende wieder emporsteigt, dr\u00e4ngt sich auf. Damit verbunden stellt sich die Frage, inwiefern der <em>Explorer<\/em> mit dem Konzept der Heterotopie gem\u00e4ss Michel Foucault in Verbindung gebracht werden kann.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Allein schon das gedankliche Herantasten an die Vorstellung, die <em>Explorer<\/em>-Welt f\u00fcr einmal als \u00abtats\u00e4chlich realisierte Utopie [...]\u00bb<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>, als \u00abOrt [\u2026] au\u00dferhalb aller Orte\u00bb<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> aufzufassen, scheint interessant zu sein. Zweitens w\u00e4re in diesem Zusammenhang spannend, das Spektakelhafte zu ergr\u00fcnden. Gerade der Aspekt des Verborgen-Seins in Verbindung mit dem Vorhang erinnert an eine spezielle Inszenierung, in der ich nicht bloss ein Rezipient, sondern zugleich ein Akteur war.\r\n\r\nGenauer beleuchten m\u00f6chte ich aber folgende, aus meiner Sicht grundlegende Thematik: Mit Bezug auf die Episode mit dem Backstein und derjenigen mit dem Holzbrett tauchen offensichtlich immersionsbedingte Widerspr\u00fcchlichkeiten auf Eine Tatsache, die das Kreieren eines in sich zusammenh\u00e4ngenden Bildes meiner <em>Explorer<\/em>-Erfahrungen fundamental ersch\u00fcttern k\u00f6nnte und deshalb unbedingt einer Untersuchung bedarf. Vor diesem Hintergrund schlage ich nicht den oben skizzierten Weg ein, sondern gehe der Frage nach, inwiefern sich die in Verbindung mit dem Aspekt der Immersion auftretenden Widerspr\u00fcchlichkeiten fassen lassen, wobei ich das urspr\u00fcngliche Ziel, das Kreieren eines in sich zusammenh\u00e4ngenden Bildes meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses, nicht aus den Augen verlieren will. Hinsichtlich dieses Vorhabens beleuchte ich im folgenden ersten Abschnitt (\u2039Ein Zusammenspiel unterschiedlicher Aktanten\u203a), wie mein Kontakt mit der virtuellen Welt des <em>Explorer<\/em> stattfand. Dabei betrachte ich zum Einstieg die Gestalt des Stormtroopers. Der gegenseitigen Beeinflussung der virtuellen Welt und der nicht-virtuellen Welt ist die zweite Passage (\u2039Gegenseitige Beeinflussung zweier Welten\u203a) gewidmet. Diesbez\u00fcglich werde ich auf die Backstein- und die Holzbrett-Episode blicken. Im dritten und letzten Abschnitt (\u2039Ein Bild des Paradoxen\u203a) f\u00fchre ich aus, in welchem Verh\u00e4ltnis der Aspekt des Virtuellen und derjenige des Nicht-Virtuellen zueinander standen. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse dienen einerseits dazu, die immersionsbedingten Widerspr\u00fcchlichkeiten fassbar zu machen, anderseits wird sich anhand derselben das in sich zusammenh\u00e4ngende Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses gestalten lassen.\r\n<h2>Ein Zusammenspiel unterschiedlicher Aktanten<\/h2>\r\nWie erw\u00e4hnt, hatte ich den Eindruck, als sei die Gestalt des Stormtroopers eine Form von virtueller Uniform oder Verkleidung. Diese Sichtweise ist insofern spannend, als es sich bei dieser \u2039Maskerade\u203a nicht um eine solche handelte, wie man sie bspw. vom Karneval kennt. Es war eine computergenerierte, sozusagen artifizielle Ummantelung, die erst in Verbindung mit hochkomplexer Technik erlebbar war. Die Existenz des Stormtroopers war wie diejenige der gesamten virtuellen <em>Explorer<\/em>-Welt an den Code-Raum gebunden.\r\n\r\nAufgrund dieser Begebenheit war es f\u00fcr mich nicht ohne Weiteres m\u00f6glich, die virtuellen Entit\u00e4ten unmittelbar wahrzunehmen. Es war ein ad\u00e4quates \u2039Ding\u203a n\u00f6tig, ein Interface, um mit der virtuellen Welt des <em>Explorer<\/em> und meiner Repr\u00e4sentation in derselben in Kontakt treten zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Dieses Interface lieferte die Brille \u2013 oder um es in Anlehnung an die Terminologie Bruno Latours zu formulieren: Es war das Head-Mounted Display in seiner Funktion als Aktant, das mich die virtuelle Welt samt meiner Repr\u00e4sentation in derselben erst erfahren liess.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Es verband mich mit dieser Welt, es wurde zum Bindeglied.\r\n\r\nDieses Erfahren von Virtualit\u00e4t fand jedoch nicht ausschliesslich auf der visuellen Wahrnehmungsebene statt. Um die \u00fcberw\u00e4ltigende Immersion gesamthaft erleben zu k\u00f6nnen, waren nebst dem Head-Mounted Display andere Aktanten t\u00e4tig bzw. n\u00f6tig. Das Headset (bestehend aus Kopfh\u00f6rer und Mikrophon) erf\u00fcllte drei unterschiedliche Funktionen: Erstens konnte ich auf der auditiven Ebene erst in Verbindung mit dem Kopfh\u00f6rer die ad\u00e4quate Soundkulisse des <em>Explorer<\/em> wahrnehmen. Zweitens war auf der auditiv-verbalen Ebene die Kommunikation zwischen Alberto und mir innerhalb des <em>Explorer<\/em> sowohl via Kopfh\u00f6rer als auch via Mikrophon m\u00f6glich. Drittens fand ebenfalls in Verbindung mit diesen beiden Aktanten eine Kommunikation aus der virtuellen Welt des <em>Explorer<\/em> in die nicht-virtuelle Welt des <em>VRC<\/em>-Mitarbeiters statt. Dar\u00fcber hinaus trug ich speziell ausgestattete Handschuhe und Gamaschen. Diese Aktanten erm\u00f6glichten den Eindruck, im <em>Explorer<\/em> umhergehen oder andere T\u00e4tigkeiten ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Zwischen den genannten Aktanten fand ein zugleich verbl\u00fcffendes und beeindruckendes Zusammenspiel statt. Dies begr\u00fcndete in verschiedenen Situationen mein Gef\u00fchl, im <em>Explorer<\/em> zu sein und die gewohnte Nicht-Virtualit\u00e4t hinter mir gelassen zu haben.\r\n<h2>Gegenseitige Beeinflussung zweier Welten<\/h2>\r\nWenn man nun vor diesem Hintergrund auf die jeweilige Reflexion zur Backstein- bzw. Holzbrett-Episode zur\u00fcckblickt, fallen wie erw\u00e4hnt Widerspr\u00fcchlichkeiten auf. Auf der einen Seite kam es in der Backstein-Episode zu einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Immersion: Ich hatte das Gef\u00fchl, nahezu vollst\u00e4ndig in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> eingetaucht zu sein. Hinsichtlich meiner Wahrnehmung der Umgebung herrschte eine verbl\u00fcffende Harmonie, da ich dieselbe so wahrnahm, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin.\r\n\r\nZu einer \u00e4hnlichen Situation kam es w\u00e4hrend der Holzbrett-Episode, als Alberto und ich vor dem endlos wirkenden Abgrund standen. Bekanntlich war der Eindruck desselben derart realistisch, dass wir nicht aufrecht \u00fcber das schmale Holzbrett marschieren konnten. Es dauerte eine Weile, bis wir vorsichtig auf allen Vieren hin\u00fcberkrochen. Es lag offensichtlich eine Wirkung von der virtuellen Welt auf unser nicht-virtuelles Verhalten vor. Es entstand ein stimmiger Gesamteindruck der Situation, der trotz allem als eine wahrnehmungsbezogene Harmonie interpretiert werden kann, als ein Gef\u00fchl einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Immersion.\r\n\r\nIn der Holzbrett-Episode kam es aber auch zu einem Immersionsbruch. Der Grund hierf\u00fcr war ein nicht-virtuelles Missgeschick, bei dem ich die Gamaschen verlor. Dies f\u00fchrte zu einer Diskrepanz: Ich sp\u00fcrte, auf meinen nicht-virtuellen Beinen umherzugehen, w\u00e4hrend ich sah, dass meine virtuellen Beine auf dem Holzbrett verharrten. Es kam zu einer wahrnehmungsbedingten Disharmonie, da ich mich selbst nicht mehr als Einheit wahrnahm. Die virtuelle Welt und die nicht-virtuelle Welt schienen auf einmal disparat nebeneinander zu liegen. In Verbindung mit den beiden zuvor geschilderten Situationen, kam es somit zu immersionstechnischen Widerspr\u00fcchlichkeiten und Verwirrungen.\r\n<h2>Ein Bild des Paradoxen<\/h2>\r\nBer\u00fccksichtigt man zus\u00e4tzlich, dass ich mir st\u00e4ndig bewusst war, mich eigentlich in einem nicht-virtuellen Raum aufzuhalten, so gelangt man zur Ansicht, dass ich mich stets in einem komplexen System befand, das in einem Bereich verortet werden kann, der sich zwischen zwei, an und f\u00fcr sich kontradiktorischen, Welten befand: einerseits der virtuellen und anderseits der nicht-virtuellen. An der Schnittstelle zwischen dem Virtuellen und dem Nicht-Virtuellen entstand das Gef\u00fchl, in einem realisierten Paradoxon zu sein, das seine Repr\u00e4sentation infolge meiner Wahrnehmung des Aufeinandertreffens von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t fand.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Erfahren habe ich die Repr\u00e4sentation des Paradoxons durch die Wahrnehmung meines Seins und Handelns innerhalb desselben, wobei es in Verbindung mit dem Aspekt der Immersion dabei zu unterschiedlich gearteten Formen der Irritation kam.\r\n\r\nDas Fundament f\u00fcr diese extraordin\u00e4ren, zuweilen kontradiktorischen Zust\u00e4nde erlebten (bzw. gelebten) Handelns bildeten einerseits der Aspekt des Virtuellen und anderseits derjenige des Nicht-Virtuellen. Von dieser Basis ausgehend, sind in Bezug auf das oben genannte realisierte Paradoxon die immersionsbedingten Widerspr\u00fcchlichkeiten fassbar. Ausserdem entsteht \u2013 sofern man die soeben aufgef\u00fchrte Perspektive einnimmt \u2013 ein abstraktes Konstrukt: ein gewissermassen zusammenh\u00e4ngender Rahmen, in dem sich meine <em>Explorer<\/em>-Erfahrungen trotz all ihrer Widerspr\u00fcchlichkeiten verorten lassen.\r\n\r\nInnerhalb dieses Rahmens l\u00e4sst sich das Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses malen, wobei der Aspekt der Immersion als Grundlage dient, auf der verschiedene Nuancen und \u00dcberlappungen von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t aufgemalt werden. Diesbez\u00fcglich liegt exemplarisch die Backstein-Episode in einem Teil des Bildes, in dem die Virtualit\u00e4t dominiert, in dem die Nicht-Virtualit\u00e4t bloss im Hintergrund, sozusagen im Sinne einer matten Grundierung, leicht durchschimmert. Hingegen befindet sich zum Beispiel die Holzbrett-Episode in einem Bereich, in dem eine Mischung von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t vorliegt, indem sich die beiden Aspekte gewissermassen die Waage halten, obschon es eigentlich zu Schwankungen kommt. Ein in sich zusammenh\u00e4ngendes Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses ist somit geschaffen.\r\n<h1><strong>Fazit und Ausblick: Facing Virtual Reality?<\/strong><\/h1>\r\nDas Faszinierende an diesem Gem\u00e4lde ist die un\u00fcbersehbare Tatsache, dass nebst dem mehr oder weniger ausgepr\u00e4gten Eintauchen in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> der Aspekt des Nicht-Virtuellen omnipr\u00e4sent ist. Dies best\u00e4rkte den Eindruck, den ich w\u00e4hrend meines Aufenthalts im <em>Explorer<\/em> hatte: Ich erlebte die virtuelle Welt, doch war ich mir st\u00e4ndig bewusst, dass ich eigentlich in einem nicht-virtuellen Raum umherging und eigentlich nicht-virtuelle Gegenst\u00e4nde ertastete.\r\n\r\nWie bereits erw\u00e4hnt, bewegte ich mich kontinuierlich im Grenzbereich zwischen dem Virtuellen und dem Nicht-Virtuellen. Gesamthaft betrachtet, befand ich mich stets in einem Pendeln zwischen Immersion und Immersionsbruch, wobei der Immersionsbruch das Bewusstsein der Nicht-Virtualit\u00e4t darstellt. In Verbindung mit diesem unausgeglichenen Balance-Akt, der auf verbl\u00fcffende und faszinierende Weise eben doch funktionierte, leisten meine Erfahrungen aus dem <em>Explorer<\/em> bzw. die Besch\u00e4ftigung mit denselben somit einen empirischen Beleg f\u00fcr die folgende, theoretisch m\u00fchelos nachvollziehbare Ansicht: Virtualit\u00e4t ist erst im asymmetrischen Zusammenwirken mit Nicht-Virtualit\u00e4t erlebbar oder erfahrbar, wobei sich die Asymmetrie infolge einer Abh\u00e4ngigkeit seitens der Virtualit\u00e4t deutlich zeigt. Allein schon um Virtualit\u00e4t denken und erschaffen zu k\u00f6nnen, muss Nicht-Virtualit\u00e4t vorhanden sein.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>\r\n\r\nInsofern ist einerseits die hie und da zu vernehmende Aussage, dass im Zusammenhang mit Virtueller Realit\u00e4t ein komplettes Eintauchen in eine virtuelle Welt stattfindet<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>, vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen aus dem <em>Virtual Reality Center<\/em> differenziert bzw. mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Anderseits stellt sich die Frage, inwiefern sich das Verh\u00e4ltnis von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen ver\u00e4ndern wird. Medienberichten zufolge soll es bereits m\u00f6glich sein, eine virtuelle Welt verst\u00e4rkt ganzheitlich (d.h. mit dem K\u00f6rper) erleben zu k\u00f6nnen: Durch das Tragen eines Anzugs soll Virtualit\u00e4t angeblich f\u00fchlbar sein!<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Es scheint also bereits eine noch st\u00e4rkere Immersion erfahrbar zu sein, bei der Wahrnehmungen auf der virtuell-visuellen Ebene \u2013 wie ich sie im <em>Explorer<\/em> erlebte \u2013 bloss einen Teil des Gesamteindrucks einer virtuellen Welt repr\u00e4sentieren. Dennoch handelte es sich bereits bei meinem Eintauchen in den <em>Explorer<\/em> um ein spannendes und unvergessliches Erlebnis.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\r\n<h1><strong>Quellenverzeichnis<\/strong><\/h1>\r\n<h2>Audiovisuelle Quellen<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bullyparade: \u00abPeter Lustig: Wellensittich Eberhard\u00bb. 10. 04. 2009 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VBc4bpUC1xs\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VBc4bpUC1xs<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Sekund\u00e4rliteratur<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Adamowsky, Natascha: Spielfiguren in virtuellen Welten. Frankfurt a. M.: Campus, 2000.<\/li>\r\n \t<li>Bartle, Richard A.: Designing Virtual Worlds. Berkeley (California): New Riders, 2004.<\/li>\r\n \t<li>Bauer, Matthias und Christoph Ernst: Diagrammatik. Einf\u00fchrung in ein kultur- und medienwissenschaftliches Forschungsfeld. Bielefeld: Transcript, 2010 (Kultur- und Medientheorie).<\/li>\r\n \t<li>Bruns, Matthias: Virtual Reality. Eine Analyse der Schl\u00fcsseltechnologie aus der Perspektive des strategischen Managements. Hamburg: Diplomica, 2015.<\/li>\r\n \t<li>Foucault, Michel: Andere R\u00e4ume. In: Barck, Karlheinz, Peter Gente, Heidi Paris u.a. (Hrsg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen \u00c4sthetik. Essais. Leipzig: Reclam, (1990) <sup>6 <\/sup>1998 (Reclam-Bibliothek, Bd. 1352), 34\u201346.<\/li>\r\n \t<li>Grimshaw, Mark (Hrsg.): The Oxford Handbook of Virtuality. Oxford: University Press, 2014.<\/li>\r\n \t<li>Gualeni, Stefano: Virtual Worlds as Philosophical Tools. How to Philosophize with a Digital Hammer. Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2015.<\/li>\r\n \t<li>Institut f\u00fcr immersive Medien (Hrsg.): Immersion. Abgrenzung, Ann\u00e4herung, Erkundung. Marburg: Sch\u00fcren, 2011 (Jahrbuch immersiver Medien, 2011).<\/li>\r\n \t<li>Kipper, Gregory und Joseph Rampolla: Augmented Reality. An Emerging Technologies Guide to AR. Waltham (Mass.): Syngress, 2013.<\/li>\r\n \t<li>K\u00fchn, Anja: Computerspiel und Immersion. Eckpunkte eines Verst\u00e4ndnisrahmens. In: Institut f\u00fcr immersive Medien (Hrsg.): Immersion. Abgrenzung, Ann\u00e4herung, Erkundung. Marburg: Sch\u00fcren, 2011 (Jahrbuch immersiver Medien, 2011), 50\u201362.<\/li>\r\n \t<li>Latour, Bruno: Eine neue Soziologie f\u00fcr eine neue Gesellschaft. Einf\u00fchrung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2007.<\/li>\r\n \t<li>Neitzel, Britta und Rolf F. Nohr: Game Studies. In: MEDIENwissenschaft, 4\/2010, 416\u2013435.<\/li>\r\n \t<li>Nicholson, Scott: Peeking Behind the Locked Door. A Survey of Escape Room Facilities. Scott Nicholsons Homepage, 24. 05. 2015 (<a href=\"http:\/\/scottnicholson.com\/pubs\/erfacwhite.pdf\">http:\/\/scottnicholson.com\/pubs\/erfacwhite.pdf<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n \t<li>Ploder, Andrea und Johanna Stadlbauer: Autoethnographie und Volkskunde? Zur Relevanz wissenschaftlicher Selbsterz\u00e4hlungen f\u00fcr die volkskundlich-kulturanthropologische Forschungspraxis. In: \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Volkskunde 116 (2013), 374\u2013404.<\/li>\r\n \t<li>Sturm, Gabriele: Der virtuelle Raum als Double \u2013 oder: Zur Persistenz hierarchischer Gesellschaftsstruktur im Netz. In: Funken, Christiane und Martina L\u00f6w (Hrsg.): Raum \u2013 Zeit \u2013 Medialit\u00e4t. Interdisziplin\u00e4re Studien zu neuen Kommunikationstechnologien. Opladen: Leske + Budrich, 2003, 237\u2013254.<\/li>\r\n \t<li>Venus, Jochen: Erlebtes Handeln in Computerspielen. In: GamesCoop: Theorien des Computerspiels zur Einf\u00fchrung. Hamburg: Junis, 2012, 104\u2013127.<\/li>\r\n \t<li>Zimmerman, Eric: Manifest f\u00fcr ein ludisches Jahrhundert. In: Beil, Benjamin, Gundolf S. Freyermuth und Lisa Gotto (Hrsg.): New Game Plus. Perspektiven der Game Studies. Genres \u2013 K\u00fcnste \u2013 Diskurse. Bielefeld: Transcript, 2015, 19\u201323.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Internetquellen<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Live Action Games. \u00abBe Part of the Game\u00bb <em>liveactiongames.ch<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.liveactiongames.ch\/de\/\">http:\/\/www.liveactiongames.ch\/de\/<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n \t<li>Trends der Zukunft: \u00abAxon Suit. Dieser Anzug macht die virtuelle Realit\u00e4t f\u00fchlbar\u00bb. <em>Trends der Zukunft<\/em>, 06.05.2016 (<a href=\"http:\/\/www.trendsderzukunft.de\/axonsuit-dieser-anzug-macht-die-virtuelle-realitaet-fuehlbar\/2016\/05\/06\/\">http:\/\/www.trendsderzukunft.de\/axonsuit-dieser-anzug-macht-die-virtuelle-realitaet-fuehlbar\/2016\/05\/06\/<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n \t<li>Virtual Reality Center. <em>VR-Center Z\u00fcrich<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.vr-center.ch\/\">http:\/\/www.vr-center.ch\/<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Abbildungsverzeichnis<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Abb. 1: Ein Teil der VR-Ausr\u00fcstung (<a href=\"http:\/\/vr-room.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/VR-Center.jpg\">http:\/\/vr-room.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/VR-Center.jpg<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n \t<li>Abb. 2: Ein Blick in den <em>Explorer<\/em> (<a href=\"http:\/\/static.4players.de\/premium\/News\/c1\/b1\/2162879-teaser1.jpg\">http:\/\/static.4players.de\/premium\/News\/c1\/b1\/2162879-teaser1.jpg<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n \t<li>Abb. 3: Wir, die Stormtrooper (<a href=\"http:\/\/www.liveactiongames.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Jonny-und-Duke-1.jpg\">http:\/\/www.liveactiongames.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Jonny-und-Duke-1.jpg<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u2003Alberto geb\u00fchrt an dieser Stelle mein herzlicher Dank, da er mich auf das VRC aufmerksam machte.\r\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u2003Virtual Reality Center 2017, Angebot: Explorer.\r\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u2003Ploder und Stadlbauer 2013, 376.\r\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Grimshaw 2014.\r\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>\u2003Adamowsky 2000, 9 (Hervorhebungen aus dem Original \u00fcbernommen).\r\n<a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu auch Sturm 2003, 239ff.\r\n<a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>\u2003Virtual Reality Center 2017, Startseite: \u2039Was ist VR\u203a.\r\n<a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Sturm 2003, 240.\r\n<a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Live Action Games 2017, Startseite.\r\n<a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\u2003In Anlehnung an Christian Tramitz\u2018 Peter Lustig-Parodie im Rahmen der Bullyparade (vgl. Bullyparade 2009, ab 0:10).\r\n<a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. in diesem Zusammenhang Gualeni 2015.\r\n<a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Institut f\u00fcr immersive Medien 2011.\r\n<a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>\u2003Neitzel und Nohr 2010, 427.\r\n<a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>\u2003Zum Aspekt des Immersionsbruchs vgl. Bruns 2015, 11f.\r\n<a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>\u2003Virtual Reality Center 2017, Angebot: Explorer.\r\n<a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>\u2003K\u00fchn 2011, 55.\r\n<a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 55.\r\n<a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Bartle 2004, 154f.\r\n<a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. K\u00fchn 2011, 56.\r\n<a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 56.\r\n<a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. ebd., 56.\r\n<a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>\u2003Zum Aspekt des Agierens, Reagierens und Interagierens vgl. Neitzel und Nohr 2010, 426f.\r\n<a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Nicholson 2015.\r\n<a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>\u2003Venus 2012, 120.\r\n<a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 120.\r\n<a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 120.\r\n<a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu K\u00fchn 2011, 55.\r\n<a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>\u2003Foucault 1998, 39.\r\n<a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 39.\r\n<a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>\u2003Zur Funktionalit\u00e4t des Interface vgl. Neitzel und Nohr 2010, 427f.\r\n<a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Latour 2007, 123.\r\n<a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>\u2003Zum Aspekt des Seins in einem widerspr\u00fcchlichen System vgl. Zimmerman 2015, 21.\r\n<a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Bauer und Ernst 2010, 170.\r\n<a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Kipper und Rampolla 2013, 22.\r\n<a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Trends der Zukunft 2016.\r\n<a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\u2003Insofern geb\u00fchrt den Mitarbeiter\/innen des Virtual Reality Center mein besonderer Dank, denn ohne sie \u2013 bzw. ihr kreatives und beeindruckendes Schaffen \u2013 w\u00e4re das Erleben der aussergew\u00f6hnlichen Erfahrungen, mit denen ich mich in diesem Artikel besch\u00e4ftigt habe, nicht m\u00f6glich gewesen.\r\n\r\n","rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 243\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h5>Facing Virtual Reality<\/h5>\n<h4>Als Stormtrooper zu Gast in einer virtuellen Welt<\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<blockquote><p><em>Auf einmal brach der Boden weg. Vor uns tat sich ein endlos wirkender Abgrund auf. Inmitten einer h\u00f6hlenartigen Umgebung standen wir auf einer kleinen, steinigen Plattform. Ich dachte: Was ist nun zu tun? Wie nur konnten wir in diese beklemmend wirkende Situation geraten?<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Am 3. Februar 2017 besuchte ich gemeinsam mit Alberto, einem Freund, das <em>Virtual Reality Center<\/em> (kurz: <em>VRC<\/em>) in Dietlikon bei Z\u00fcrich.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" id=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Als bekennende \u2039Virtual Reality-Noobs\u203a hatten wir uns dazu entschlossen, im <em>VRC<\/em> den sogenannten <em>Explorer<\/em> auszuprobieren. Dabei handelt es sich um \u00abein Erlebnis f\u00fcr all jene die zum ersten Mal Virtual Reality mit all seinen M\u00f6glichkeiten sehen m\u00f6chten [sic]\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Mit diesem Erlebnis werde ich mich im Folgenden besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Dabei orientiere ich mich am Konzept der Autoethnographie, wobei bei dieser Forschungsmethode Andrea Ploder und Johanna Stadlbauer zufolge die \u00abForschenden [\u2026] ihre eigene gelebte Erfahrung [beschreiben und analysieren], um auf diesem Weg soziale und kulturelle Ph\u00e4nomene zu verstehen\u00bb<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\" id=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Ich fokussiere mich auf meine Eindr\u00fccke, die ich im Rahmen des Besuches im <em>VRC<\/em> gewinnen konnte.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich dieses Vorhabens l\u00e4sst sich der Grossteil des vorliegenden Artikels hinsichtlich seiner Konzeption gewissermassen mit dem Abspielen eines Films vergleichen, wobei ich hie und da die \u2039Pause-Taste\u203a dr\u00fccke. Die einzelnen Filmsequenzen korrespondieren mit episodischen Schilderungen, die verschiedene Erlebnisse und Eindr\u00fccke aus dem <em>VRC<\/em> oder dem <em>Explorer<\/em> wiedergeben. An verschiedenen Stellen werde ich die Pause-Taste dr\u00fccken bzw. einen Stopp einlegen. Ein solches Innehalten \u2013 sprachlich ist es jeweils deutlich markiert \u2013 dient dem Beleuchten der vorangegangenen Episode auf einer tiefergehenden Reflexionsebene. Gegen Ende des Textes, wenn es darum geht, ein in sich zusammenh\u00e4ngendes Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses zu kreieren, werde ich vor allem auf die tiefergehenden Reflexionen zur\u00fcckblicken. Zun\u00e4chst will ich jedoch darlegen, was ich hinsichtlich des vorliegenden Artikels unter \u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a verstehe.<\/p>\n<h1>Virtualit\u00e4t zum Einstieg<\/h1>\n<p>Den Begriff \u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a mit all seinen unterschiedlichen Facetten und komplexen Aspekten fassbar zu machen, ist nicht einfach. Eine minuti\u00f6se Er\u00f6rterung desselben w\u00fcrde den Rahmen des vorliegenden Artikels sprengen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\" id=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> \u2013 dennoch soll und darf der Begriff Virtuelle Realit\u00e4t nicht unbestimmt bleiben. Diesbez\u00fcglich ist bspw. Natascha Adamowsky zufolge \u00ab\u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a [\u2026] ein technischer Terminus. Er bezieht sich auf bestimmte VR (=<em>virtual reality<\/em>)-Techniken, die einen dreidimensionalen Raum schaffen, in dem der Betrachter bestimmte Interaktionserfahrungen machen kann\u00bb<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\" id=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>. W\u00e4hrend bei dieser Charakterisierung (computer-)technische Aspekte im Vordergrund stehen<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\" id=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>, ist auf der Homepage des <em>VRC<\/em> unter anderem Folgendes zu lesen: \u00abVirtual Reality (VR) oder auch Real Virtuality (RV) sind l\u00e4ngst nicht mehr an einen Stuhl gebunden.\u00bb<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\" id=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Hier wird eingangs der Fokus auf einen anderen, eher philosophischen oder psychologischen Aspekt gerichtet: Es wird eine \u2039Entk\u00fcnstlichung des Virtuellen\u203a thematisiert. Dies ist insofern bemerkenswert, als s\u00e4mtliche Erfahrungen, die ich im <em>VRC<\/em> machte, \u2039real\u203a waren in dem Sinne, dass sie bewusst erfolgten. So handelte es sich nicht um Tr\u00e4ume, Phantastereien oder gar Wahnvorstellungen. Die gewiss aussergew\u00f6hnlichen Erfahrungen fanden bewusst statt \u2013 wie solche im Alltag.<\/p>\n<p>In Anlehnung an die obigen Ausf\u00fchrungen verwende ich den Begriff \u2039Virtuelle Realit\u00e4t\u203a folgendermassen: Es handelt sich dabei um ein computergeneriertes Ph\u00e4nomen, das sich \u00fcber ein sogenanntes \u2039Head-Mounted Display\u203a visuell wahrnehmen l\u00e4sst, wobei die Wahrnehmungen als real existierend angesehen werden im obigen Sinne. Sofern ich \u00fcber Virtuelle Realit\u00e4t nicht in allgemeiner Form referiere, sondern mit Bezug auf ein konkretes Beispiel, verwende ich den Begriff \u2039Virtuelle Welt\u203a. Weiter greife ich zum Beschreiben des Gegensatzes zu einer virtuellen Welt auf den Begriff der nicht-virtuellen Welt zur\u00fcck. In Anlehnung an den Begriff \u2039Reale Realit\u00e4t\u203a<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\" id=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> verstehe ich unter einer nicht-virtuellen Welt eine Welt, wie sie aus dem Alltag bekannt ist. Nach dieser terminologisch orientierten Passage sind wir nun bereit, um uns ins <em>VRC<\/em> zu begeben.<\/p>\n<h1>Welcome to the Virtual Reality Center<\/h1>\n<p>Das <em>Virtual Reality Center<\/em> befindet sich in einem grossen, unscheinbar wirkenden Industriegeb\u00e4ude, in dem ebenfalls das Spielen von Airsoft und Lasertag angeboten werden.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\" id=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Von aussen konnte ich nicht erahnen, welche Welten sich innerhalb dieses Geb\u00e4udes erfahren lassen. \u00dcber die Homepage des <em>VRC<\/em> hatten wir das Erkunden des <em>Explorer<\/em> f\u00fcr eine bestimmte Uhrzeit am fr\u00fchen Abend gebucht und waren nun schon sehr gespannt.<\/p>\n<p>Nach unserer Ankunft suchten wir innerhalb des Geb\u00e4udes den Anmelde-Bereich auf. Durch einen Mitarbeiter des <em>VRC<\/em> wurden wir freundlich begr\u00fcsst, bevor in entspannter Atmosph\u00e4re zu dritt ein kurzes Einf\u00fchrungsgespr\u00e4ch stattfand. Im Rahmen desselben wurde unter anderem auf einer eher abstrakten, aber zugleich auch basalen Ebene thematisiert, was uns im Zusammenhang mit dem <em>Explorer<\/em> erwarten w\u00fcrde. Die Frage, ob wir schon \u00fcber \u00e4hnliche Erfahrungen verf\u00fcgten, mussten wir bekanntlich verneinen. R\u00fcckblickend wurde mir w\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches nicht wirklich klar, was nachfolgend im <em>Explorer<\/em> auf mich zukommen w\u00fcrde. Dies war aber gewiss auch nicht das Ziel des Vorbereitungsgespr\u00e4ches. Erw\u00e4hnt wurde vielmehr Grundlegendes, wie bspw. die folgende, doch ziemlich deutliche Anweisung des Mitarbeiters des <em>VRC<\/em>: \u00abTut im virtuellen <em>Explorer<\/em> grunds\u00e4tzlich nichts, was ihr hier, in der Realit\u00e4t, auch nicht tun w\u00fcrdet!\u00bb Diese scheinbare Selbstverst\u00e4ndlichkeit wird sp\u00e4ter noch von Bedeutung sein. Ausserdem ist es wichtig, im Vorfeld ein Einf\u00fchrungsgespr\u00e4ch zu f\u00fchren, da es sich (zumindest aus meiner Sicht) eben doch um eine Erfahrung der besonderen Art handelt.<\/p>\n<p>Anschliessend begaben wir uns in Begleitung des Mitarbeiters des <em>VRC<\/em> auf eine Treppe, die ins Untergeschoss f\u00fchrt. Mit einem Augenzwinkern l\u00e4sst sich somit festhalten, dass sich der Zugang zur Virtuellen Realit\u00e4t im Keller befand. Klingt komisch, war aber so.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\" id=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Hier lohnt es sich, erstmals die Pause-Taste zu dr\u00fccken und auf einer tiefergehenden Reflexionsebene einen Moment zu verweilen, denn an und f\u00fcr sich ist dieses Hinuntersteigen spannender und gehaltvoller, als man auf Anhieb meinen k\u00f6nnte. R\u00fcckblickend entstand in diesem Moment der Eindruck, die bekannte, sich auf der Erdoberfl\u00e4che befindende Welt zu verlassen. Indem ich mich bewusst auf die Treppe begab, vollzog ich eine Grenz\u00fcberschreitung. Ich betrat eine Art Schwellen- oder \u00dcbergangsbereich, der sich zwischen dem hinter mir gelassenen Bekannten auf der Erdoberfl\u00e4che und dem bevorstehenden Virtuellen im Untergrund befand und der (soweit ich es zu diesem Zeitpunkt wusste) zumindest einerseits deutlich abgegrenzt war. Diesen Bereich galt es nun, sowohl im physischen als auch im psychischen Sinne zu durchqueren, um in die \u2039Neue Welt\u203a zu gelangen. Wie man sich dies vorzustellen hat, schildere ich im Folgenden.<\/p>\n<h1><strong>Getting into the <em>Explorer<\/em><\/strong><\/h1>\n<p>Noch w\u00e4hrend ich mich auf der Treppe befand, blickte ich in einen Teil eines Raumes, der eher zweckorientiert ausgestattet war. Aus meiner Perspektive befanden sich rechts, an Haken aufgeh\u00e4ngt, Ger\u00e4tschaften, die ich zuvor nur auf Bildern oder in Videos gesehen hatte. Es handelte sich dabei um die futuristisch anmutenden Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde, die im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Virtuelle Realit\u00e4t charakteristisch sind und auf die ich sp\u00e4ter eingehen werde. Auf der linken Seite fiel mir \u2039Computer-Zeugs\u203a auf, ein Sammelsurium mir unbekannter technischer Apparaturen. Mir gegen\u00fcber befand sich ein Vorhang. Dahinter verbarg sich ein separierter Raum, in dem sp\u00e4ter das <em>Explorer<\/em>-Erlebnis stattfinden sollte. In natura haben weder Alberto noch ich dieses Gebiet je zu Gesicht bekommen. \u00dcber dies hinaus ist zu konstatieren, dass der oben erw\u00e4hnte Schwellen- oder \u00dcbergangsbereich offensichtlich auch in Richtung der virtuellen Welt deutlich abgegrenzt war.<\/p>\n<p>Anschliessend ging es an das Montieren der futuristisch anmutenden Ausr\u00fcstung. Sie bestand aus einer Brille \u2013 einem Head-Mounted Display \u2013 und einem Kopfh\u00f6rer mit angeh\u00e4ngtem Mikrophon, einem rucksack\u00e4hnlichen Objekt, zwei Handschuhen und zwei Gamaschen (siehe Abb. 1).<\/p>\n<figure id=\"attachment_189\" aria-describedby=\"caption-attachment-189\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abbildung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-36\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-300x200.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-768x512.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-65x43.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-225x150.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1-350x233.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-189\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Ein Teil der VR-Ausru\u0308stung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Brille diente der visuellen Wiedergabe der <em>Explorer<\/em>-Welt. Der Kopfh\u00f6rer mit angeh\u00e4ngtem Mikrophon, das Headset, erm\u00f6glichte die auditive bzw. verbale Kommunikation: einerseits zwischen Alberto und mir innerhalb des <em>Explorer<\/em>, anderseits mit einem Mitarbeiter des <em>VRC<\/em>, der sich (soweit ich dies beurteilen kann) nicht im <em>Explorer<\/em> befand. Das auf den R\u00fccken zu schnallende Objekt beinhaltete weitere f\u00fcr das Erlebnis n\u00f6tige Technik. Sowohl die Handschuhe als auch die Gamaschen waren so ausgestattet, dass die Bewegungen der H\u00e4nde und Arme und diejenigen der F\u00fcsse und Beine erfasst und \u00fcber das Head-Mounted Display widergegeben werden konnten. Auf das verbl\u00fcffende Zusammenwirken der unterschiedlichen Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde, das sich an dieser Stelle wom\u00f6glich nur vage erahnen l\u00e4sst, werde ich sp\u00e4ter eingehen.<\/p>\n<p>Nach dem Montieren der Ausr\u00fcstung \u2013 durch das Tragen des noch nicht aktivierten Head-Mounted Displays konnte ich nichts sehen ausser einem schwarzen Nichts \u2013 wurden wir in die noch unbekannte computergenerierte Welt eingef\u00fcgt. \u00dcber den Kopfh\u00f6rer vernahm ich die Instruktionen eines Mitarbeiters des <em>VRC<\/em>. Auf dem vorhin noch komplett schwarzen Brillen-Display erkannte ich sogleich eine menschen\u00e4hnliche Gestalt, die mit seitw\u00e4rts ausgestreckten Armen aufrecht dastand. Diese schablonenartig vorgegebene Position hatte ich einzunehmen und f\u00fcr einen Moment so zu verharren. Die komplexen, technischen Termini sind mir fremd, doch diente diese Prozedur unserer \u2039\u00dcberf\u00fchrung\u203a bzw. \u2039Implementierung\u203a in den computertechnischen \u2039Code-Raum\u203a, in die virtuelle Realit\u00e4t. Nach einem Moment kam wiederum \u00fcber den Kopfh\u00f6rer die Meldung, dass der Implementierungs-Prozess abgeschlossen sei. Nun waren wir f\u00fcr das <em>Explorer<\/em>-Erlebnis gewappnet \u2013 zumindest aus einer technischen Perspektive. Doch legen wir erneut eine Pause ein und blicken f\u00fcr einen Moment zur\u00fcck auf diese Episode.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich den oben genannten \u00dcbergangs- oder Schwellenbereich durchquerte, konnte ich die hochkomplexe Technologie, mit der man es zu tun hat, sobald man sich im Gebiet der virtuellen Realit\u00e4t bewegt, erahnen. Direkten Kontakt mit dieser Technologie hatte ich \u00fcber die Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde. Diese wirkten auf den ersten Blick zwar befremdlich, zu einer abschreckenden Irritation kam es jedoch nicht. Vielmehr hatte ich den Eindruck, als w\u00fcrde ich \u2013 \u00e4hnlich wie bei einer mehr oder weniger ausgefallenen Sportaktivit\u00e4t \u2013 eine ad\u00e4quate Ausstattung anziehen, um die virtuelle Realit\u00e4t erleben zu k\u00f6nnen. \u00dcber die Ausr\u00fcstung kam ich zus\u00e4tzlich mit der Computertechnologie in Kontakt. Dieser war aber dermassen mittelbar, dass der Code-Raum f\u00fcr mich nicht wirklich fassbar wurde. Dies ist insofern faszinierend und zugleich verst\u00f6rend, da ich das Gef\u00fchl hatte, in eine Gegebenheit eingef\u00fcgt zu werden, die f\u00fcr mich im \u2039klassischen\u203a Sinne nicht fassbar war. Es fand eine massive Irritation statt, streifte ich doch die Grenze des eigentlich Denkbaren; es er\u00f6ffneten sich gewissermassen neue Orte des Denkens bzw. des Seins.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\" id=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Was dieses merkw\u00fcrdige \u2039Sein-im-Code-Raum\u203a mit sich brachte, lege ich sogleich dar.<\/p>\n<h1><strong>Facing Virtual Reality<\/strong><\/h1>\n<p>W\u00e4hrend weder Alberto noch ich etwas sehen konnten, wurden wir in den Raum gef\u00fchrt, den wir vorher aufgrund des Vorhanges nicht gesehen hatten. Dann auf einmal hatte das Abgeschottet-Sein ein Ende. Pl\u00f6tzlich sah ich mich mit einer vollkommen unbekannten Situation konfrontiert; \u00fcber die Brille nahm ich eine ungewohnte Welt wahr (Abb. 2).<\/p>\n<figure id=\"attachment_190\" aria-describedby=\"caption-attachment-190\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abbildung2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-37\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-1024x466.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-1024x466.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-300x136.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-768x349.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-65x30.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-225x102.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2-350x159.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung2.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-190\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Ein Blick in den Explorer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Umgebung weckte prompt die Assoziation, inmitten eines unglaublich realistisch wirkenden Filmszenarios zu sein. Dazu trug ebenfalls die Soundkulisse bei: Ich vernahm nat\u00fcrlich scheinende Kl\u00e4nge. Die Ger\u00e4usche passten zum Ambiente. Bewusst k\u00fcnstlich wirkende Sounds h\u00f6rte ich nicht. Vielmehr klangen sie so, wie ich es eben gewohnt bin bzw. in einer derartigen Umgebung erwarten w\u00fcrde. Die Immersion \u2013<br \/>\nd. h. in diesem Fall: das Eintauchen in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> \u2013 war \u00fcberw\u00e4ltigend. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, abermals einen Stopp einzulegen.<\/p>\n<p>Nicht nur in Verbindung mit dem Themenkomplex Virtuelle Realit\u00e4t spielt der Aspekt der Immersion eine bedeutende Rolle.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\" id=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Britta Neitzel und Rolf F. Nohr zufolge gewinnt der Prozess der Immersion \u00ababer [unter anderem] innerhalb der Diskussion um [\u2026] virtuelle Welten neue Aktualit\u00e4t [\u2026]\u00bb<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\" id=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>. Dies liegt insbesondere daran, dass sich in diesem Kontext die zentrale Frage stellt, von welcher Qualit\u00e4t die Immersion in Verbindung mit technologischen Aspekten ist. Es gilt jedoch ebenso zu beachten, ob die Immersion gewissermassen kontinuierlich stattfindet oder ob bzw. wann und in welchem Zusammenhang es wom\u00f6glich zu einem Immersionsbruch kommt bzw. kommen kann. Bei einem derartigen Bruch findet sozusagen ein mehr oder weniger ausgepr\u00e4gtes \u2039Austauchen\u203a aus der virtuellen Welt statt. So gewinnt zum Beispiel die Nicht-Virtualit\u00e4t pl\u00f6tzlich an Bedeutung, ohne dass man die virtuelle Welt wirklich verl\u00e4sst.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\" id=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> F\u00fcr Alberto und mich ging es nun ans Eintauchen in den <em>Explorer<\/em>, was auf eine verbl\u00fcffende Weise stattfand.<\/p>\n<h2>To Look Like a Stormtrooper<\/h2>\n<p>In der virtuellen Welt erkannte ich Alberto in Form eines Avatars; seine Gestalt erinnerte mich prompt an einen Stormtrooper aus <em>Star Wars<\/em>! Dass es sich bei dieser Figur allerdings um Alberto handelte, wurde mir aufgrund seiner gewohnten Stimme, die ich \u00fcber den Kopfh\u00f6rer vernahm sowie dem Vertrauen in meine Erwartungshaltung bewusst; immerhin hatten wir beschlossen, den <em>Explorer<\/em> gemeinsam zu erkunden. Sein neues Aussehen hatte n\u00e4mlich mit seiner Erscheinung, wie sie mir ansonsten bekannt ist, nicht allzu viel gemein.<\/p>\n<p>Bald stellte ich fest, dass ich ebenfalls ein solcher Stormtrooper war! Ich blickte an mir hinunter und sah mich in der Gestalt des Avatars. Wenn ich meinen Arm bewegte, dann bewegte sich der Arm des Avatars (Abb. 3). Wenn ich meine Hand vor mein Gesicht f\u00fchrte, dann sah ich dementsprechend die Hand des Avatars. Wenn ich ging, dann ging der Avatar. Ich war der Avatar!<\/p>\n<figure id=\"attachment_191\" aria-describedby=\"caption-attachment-191\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abbildung3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-38\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-1024x654.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-1024x654.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-300x192.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-768x491.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-65x42.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-225x144.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3-350x224.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abbildung3.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-191\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Wir, die Stormtrooper<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Eindruck, vollst\u00e4ndig in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> eingetaucht zu sein, erh\u00e4rtete sich. Mit einer Game-Erfahrung, bei der ich auf einen zweidimensionalen Computer-Bildschirm blicke und sozusagen als Externer bspw. in der First Person-View eine Figur mittels Tastenkombinationen oder Mausklicks durch eine fiktive Welt man\u00f6vriere, hatte das nichts zu tun. Nun wurde mir bewusst, dass ich im <em>Explorer<\/em> war, in dem \u00ab[s]imple Missionen \u00e4hnlich wie bei einem Escape Room [\u2026] einem eine wunderbare Erfahrung in der Welt der virtuellen Realit\u00e4t [verschaffen]\u00bb<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\" id=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>. Bevor ich mit meinen Ausf\u00fchrungen dazu fortfahre, dr\u00fccke ich einmal mehr die Pause-Taste.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend stellt sich die Frage, ob die oben verwendete Bezeichnung \u2039Avatar\u203a sinnvoll gew\u00e4hlt wurde. Immerhin hatte ich nicht den Eindruck, als sei der Stormtrooper wie ein Avatar bloss \u00abeine \u2039Marionette\u203a\u00bb<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\" id=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>, die ich \u00abmanipulieren kann, ohne [\u2026] [mich] mit ihr identifizieren zu m\u00fcssen\u00bb<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\" id=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>. Mit Bezug auf Ausf\u00fchrungen von Richard Bartle eignen sich die Begriffe \u2039Character\u203a oder \u2039Persona\u203a wom\u00f6glich besser, um meine Verbundenheit (oder gar die Verschmelzung) mit der Gestalt des Stormtroopers zu charakterisieren.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\" id=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Jedoch hatte ich nicht das Gef\u00fchl, als repr\u00e4sentiere mich der Stormtrooper in der virtuellen Welt, was unter anderem f\u00fcr den Character bezeichnend ist.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\" id=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Ebenso kam es nicht zu einer \u00abvollst\u00e4ndigen mentalen Verschmelzung\u00bb<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\" id=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> zwischen mir und dem Stormtrooper, wie es f\u00fcr den Typ der Persona charakteristisch ist.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\" id=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> \u2039Meinen\u203a Stormtrooper als Character oder als Persona zu bezeichnen, ist also nicht angemessen. Vielmehr hatte ich das Gef\u00fchl, als sei der Stormtrooper eine Art virtuelle Uniform bzw. Verkleidung, in die ich,&nbsp; d. h. meine Person, hineinschl\u00fcpfte, um innerhalb des <em>Explorer<\/em> agieren, reagieren und interagieren zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\" id=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Dort hatte ich derweil jedoch nicht die n\u00f6tige Musse, um mich mit solchen Fragen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Beam Us Up<\/h2>\n<p>Sobald sich die Verwunderung \u00fcber unser \u2039neues Ich\u203a etwas gelegt hatte und wir uns im ersten gross angelegten Terrain befanden, begannen wir, zaghaft in der noch fremden Welt umherzugehen. Der Eindruck, mich in einer komplett ungewohnten, aber unglaublich realistisch wirkenden Umgebung aufzuhalten, erh\u00e4rtete sich. Dazu trug ausserdem die M\u00f6glichkeit bei, bspw. nach verschiedenen, sichtbaren Gegenst\u00e4nden zu greifen und diese ertasten zu k\u00f6nnen. Es war ebenfalls m\u00f6glich, m\u00f6bel\u00e4hnliche Gegenst\u00e4nde wie gewohnt herumzuschieben. Bereits jetzt, nach sehr kurzer Zeit, hatte ich zuweilen das Gef\u00fchl, mich nicht in einer steril wirkenden, rein artifiziellen Computer-Landschaft aufzuhalten, sondern vielmehr in einer nach physikalischen Gesetzen funktionierenden Welt zu sein. Diesbez\u00fcglich bildete die folgende Situation ein Highlight.<\/p>\n<p>Nachdem wir planlos ein Terrain erkundet hatten, fanden wir am Ende des Gel\u00e4ndes ein paar Beamer-Stationen vor. Wir vermuteten, dass uns diese Transport-Objekte beim Weiterkommen behilflich sein k\u00f6nnten, doch leider war der Zugang versperrt. \u00dcber den Kopfh\u00f6rer schaltete sich ein Mitarbeiter des <em>VRC<\/em> ein: Er gab uns den Hinweis, in unserer unmittelbaren Umgebung nach einer M\u00f6glichkeit zu suchen, um die Sperre beseitigen zu k\u00f6nnen. Vor uns auf dem Boden lag jedoch nur ein simpler Backstein. Alberto \u00e4usserte spontan, dass mit diesem Gegenstand wohl irgendetwas anzustellen sei \u2013 doch was nur? Schliesslich fanden wir heraus, dass sich in einer Wand eine Auslassung befand, in die der Backstein haargenau hineinpasste. Und Tats\u00e4chlich: sobald wir den Backstein in den Hohlraum eingef\u00fcgt hatten, war der Weg zu den Transport-Stationen frei. Geschafft! Zus\u00e4tzlich gelang es uns, die Beamer zu aktivieren \u2013 ganz im Sinne eines Escape Rooms war auch hierf\u00fcr eine Aufgabe zu l\u00f6sen<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\" id=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>, auf die ich jedoch nicht eingehen werde. Alberto und ich stellten uns jeweils auf eines der runden Objekte und zack: Schlagartig wurden wir in ein neues Terrain katapultiert. Das Erkunden des <em>Explorer<\/em> konnte weitergehen. Bevor ich mit dem Schildern meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses weiterfahre, lohnt es sich jedoch, an dieser Stelle einen Moment zu verweilen, eine Pause einzulegen.<\/p>\n<p>In Anlehnung an Ausf\u00fchrungen von Jochen Venus kann in der Backstein-Episode eine aussergew\u00f6hnliche Form erlebten Handelns beobachtet werden. Bei meinem Herumhantieren mit dem Backstein zeigte sich keine \u00aboffenkundige K\u00fcnstlichkeit des erlebten Handelns\u00bb<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\" id=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>, wie es in Computerspielen \u00abvor allem durch die Abstraktion von k\u00f6rperlichem Sp\u00fcren und kognitiver Verantwortlichkeit erzeugt\u00bb<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\" id=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> wird. Vielmehr entstand der Schein einer Nat\u00fcrlichkeit des erlebten Handelns, da mein Agieren bzw. mein Erleben desselben unglaublich realistisch war. Ich hatte den Eindruck, als seien die k\u00f6rperliche und die kognitive Ebene derart miteinander verwoben, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin. Ich war gewissermassen \u00abmit \u2039ganzem K\u00f6rpereinsatz\u203a dabei\u00bb<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\" id=\"_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ich mich eigentlich in einer virtuellen Welt befand. Dass es dort wie im Alltag zu Situationen kommen kann, die zugleich belustigend und bizarr sind, verdeutlicht die nachfolgend geschilderte Situation.<\/p>\n<h2>There\u2019s Only One Way<\/h2>\n<p>Zu Beginn einer Episode befanden wir uns in einer h\u00f6hlenartigen Umgebung. Auf einmal brach ein Teil des Bodens weg. \u00dcbrig blieben zwei aus Stein bestehende Plattformen und ein schmales Holzbrett, das die beiden Plattformen miteinander verband. Vor uns tat sich ein endlos wirkender Abgrund auf. Um weiter zu kommen, mussten wir \u00fcber das Holzbrett gehen. Dass dies die einzige M\u00f6glichkeit war, die sich uns bot, wurde uns nach mehrmaligem Umherschauen klar. Der Eindruck des vor uns liegenden Abgrundes war dermassen realistisch, dass sowohl Alberto als auch ich uns nicht trauten, schnurstracks \u00fcber das plankenartige Holzbrett zu laufen. An dieser Stelle war die Anweisung des Mitarbeiters des <em>VRC<\/em> auf einmal wieder pr\u00e4sent: \u00abTut im virtuellen <em>Explorer<\/em> grunds\u00e4tzlich nichts, was ihr hier, in der Realit\u00e4t, auch nicht tun w\u00fcrdet!\u00bb Doch wollten wir selbstverst\u00e4ndlich nicht aufgeben, sondern weiterkommen. Nach verhaltenem Z\u00f6gern beschlossen wir, nacheinander auf allen Vieren den Abgrund zu \u00fcberwinden. Alberto kroch zuerst.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich dann auf allen Vieren \u00fcber das Holzbrett krabbelte, verlor ich die Gamaschen, was zur Folge hatte, dass meine virtuellen Beine verharrten, w\u00e4hrend sich mein computergenerierter Oberk\u00f6rper weiterbewegte. Obschon ich gesp\u00fcrt hatte, wie die Gamaschen abgefallen sind, war mir zun\u00e4chst nicht bewusst, was da eigentlich geschehen war: Meine Beine sind augenscheinlich abhandengekommen! Ich war sozusagen in zwei Teile geteilt, wobei ich nur noch \u00fcber einen Teil die Kontrolle hatte. Wie ein bizarr wirkender Geist schwebte ich durch den Raum, ohne auch nur den kleinsten Schmerz zu versp\u00fcren. Was w\u00fcrde wohl jemand wie David Copperfield dazu sagen? W\u00e4hrend Alberto und ich lachten, stellte sich mir zus\u00e4tzlich die Frage, wie ich denn nun wieder an meine Beine kommen k\u00f6nnte. Ich hatte n\u00e4mlich keine Lust, mich nochmal auf dieses Holzbrett zu begeben. Wiederum schaltete sich ein Mitarbeiter des <em>VRC<\/em> \u00fcber die Kopfh\u00f6rer ein: Ich vernahm die knappe Anweisung, stehen zu bleiben und einen Moment zu warten. Schon kurz darauf sp\u00fcrte ich, wie mir wie von Geisterhand jemand die Gamaschen wieder anzog und mir aus der prek\u00e4ren Situation half. Ich war wieder ganz! Das Erkunden des <em>Explorer<\/em> konnte (nun auch f\u00fcr mich) im wahrsten Sinne des Wortes wie gewohnt weitergehen. An dieser Stelle dr\u00fccke ich wiederum die Pause-Taste, um die Holzbrett-Episode aus einer weiteren Perspektive zu beleuchten.<\/p>\n<p>In der Holzbrett-Episode kam es im Gegensatz zu derjenigen mit dem Backstein zu einem abrupten Bruch zwischen dem Virtuellen und dem Nicht-Virtuellen. Durch diesen Immersionsbruch, der sich in Verbindung mit dem Verlieren der Gamaschen ergab, wurde mir wieder bewusst, dass ich es einerseits mit einer computergenerierten, artifiziellen Welt zu tun hatte, in der es ungeahnte M\u00f6glichkeiten gibt (wie bspw. das schmerzfreie Abhandenkommen von Beinen). Anderseits stand ich im w\u00f6rtlichen Sinne mit beiden Beinen in einer nicht-virtuellen Welt, so wie ich es aus dem Alltag kenne. Die beiden Gegebenheiten schienen voneinander getrennt zu sein. Insofern sucht man eine Verwobenheit des Virtuellen mit dem Nicht-Virtuellen, die den schier unglaublichen Eindruck des Gewohnten vermittelt, vergebens. Die beiden Welten als vollst\u00e4ndig abgekoppelt voneinander aufzufassen, w\u00e4re jedoch falsch. Ad\u00e4quater ist die Ansicht, dass die Immersion w\u00e4hrend der Holzbrett-Episode zwar kurzfristig gest\u00f6rt, aber nicht vollst\u00e4ndig aufgehoben wurde. Dies verdeutlicht die Tatsache, dass das <em>Explorer<\/em>-Erlebnis nach dem Montieren der Gamaschen m\u00fchelos weitergehen konnte. Allzu viel Zeit im <em>Explorer<\/em> war uns jedoch nicht mehr gegeben, denn die zwanzig Minuten Aufenthalt neigten sich dem Ende zu.<\/p>\n<h2>Back to Reality<\/h2>\n<p>Via Kopfh\u00f6rer wurden wir angewiesen, uns in eine Kabine zu begeben, die sich unmittelbar vor uns befand. Diese Kabine existierte nur in der virtuellen Welt, weshalb man bspw. durch die Kabinenw\u00e4nde hindurchgreifen konnte. Trotzdem gingen wir durch den vorgesehenen Eingang, wie wir es uns aus dem Alltag gewohnt sind. Nach einer vorbereitenden Ank\u00fcndigung wurde die virtuelle Welt \u2039heruntergefahren\u203a. Das Brillen-Display wurde wieder schwarz, die phantastische Umgebung samt uns Stormtroopern und den Gegenst\u00e4nden verschwand. Wie zuvor sah ich nichts weiter als das schwarze Nichts. Das Gef\u00fchl des Abgeschottet-Seins war wieder da.<\/p>\n<p>Kurz darauf wurden wir wieder an den Ausgangspunkt hinter dem Vorhang gef\u00fchrt. Erst jetzt durften wir die Brille ablegen. Bildlich gesprochen streifte ich dadurch endg\u00fcltig meine virtuelle Ummantelung ab. Ich war wieder ich! Ebenso erinnerte mich Alberto nicht mehr an einen Stormtrooper aus <em>Star Wars<\/em>. Meine Umgebung nahm ich wieder so wahr, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin. Die nicht-virtuelle Welt war wieder da. Die gemeinsam unternommene Reise durch den <em>Explorer<\/em> war zu Ende und die Schilderung derselben endet hier. Wie eingangs erw\u00e4hnt, wird es im Folgenden darum gehen, ein in sich zusammenh\u00e4ngendes Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses zu kreieren.<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<h1><strong>Virtuelle Begebenheiten \u2013 reale Fragen<\/strong><\/h1>\n<p>Die vorausgegangenen Reflexionen dienen als Grundlage f\u00fcr die folgenden Ausf\u00fchrungen, wobei ich erst nur auf interessante Aspekte hinweise, diese aber nicht beleuchte. So k\u00f6nnten zuerst, ausgehend von der ersten Reflexion, in der das Hinuntersteigen ins Untergeschoss thematisiert wird, weitere \u00dcberlegungen angestellt werden. Denn der mit diesem Abstieg unweigerlich auftretende Gedanke, den <em>Explorer<\/em> als eine Art Unterwelt zu interpretieren, aus der man am Ende wieder emporsteigt, dr\u00e4ngt sich auf. Damit verbunden stellt sich die Frage, inwiefern der <em>Explorer<\/em> mit dem Konzept der Heterotopie gem\u00e4ss Michel Foucault in Verbindung gebracht werden kann.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\" id=\"_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Allein schon das gedankliche Herantasten an die Vorstellung, die <em>Explorer<\/em>-Welt f\u00fcr einmal als \u00abtats\u00e4chlich realisierte Utopie [&#8230;]\u00bb<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\" id=\"_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>, als \u00abOrt [\u2026] au\u00dferhalb aller Orte\u00bb<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\" id=\"_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> aufzufassen, scheint interessant zu sein. Zweitens w\u00e4re in diesem Zusammenhang spannend, das Spektakelhafte zu ergr\u00fcnden. Gerade der Aspekt des Verborgen-Seins in Verbindung mit dem Vorhang erinnert an eine spezielle Inszenierung, in der ich nicht bloss ein Rezipient, sondern zugleich ein Akteur war.<\/p>\n<p>Genauer beleuchten m\u00f6chte ich aber folgende, aus meiner Sicht grundlegende Thematik: Mit Bezug auf die Episode mit dem Backstein und derjenigen mit dem Holzbrett tauchen offensichtlich immersionsbedingte Widerspr\u00fcchlichkeiten auf Eine Tatsache, die das Kreieren eines in sich zusammenh\u00e4ngenden Bildes meiner <em>Explorer<\/em>-Erfahrungen fundamental ersch\u00fcttern k\u00f6nnte und deshalb unbedingt einer Untersuchung bedarf. Vor diesem Hintergrund schlage ich nicht den oben skizzierten Weg ein, sondern gehe der Frage nach, inwiefern sich die in Verbindung mit dem Aspekt der Immersion auftretenden Widerspr\u00fcchlichkeiten fassen lassen, wobei ich das urspr\u00fcngliche Ziel, das Kreieren eines in sich zusammenh\u00e4ngenden Bildes meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses, nicht aus den Augen verlieren will. Hinsichtlich dieses Vorhabens beleuchte ich im folgenden ersten Abschnitt (\u2039Ein Zusammenspiel unterschiedlicher Aktanten\u203a), wie mein Kontakt mit der virtuellen Welt des <em>Explorer<\/em> stattfand. Dabei betrachte ich zum Einstieg die Gestalt des Stormtroopers. Der gegenseitigen Beeinflussung der virtuellen Welt und der nicht-virtuellen Welt ist die zweite Passage (\u2039Gegenseitige Beeinflussung zweier Welten\u203a) gewidmet. Diesbez\u00fcglich werde ich auf die Backstein- und die Holzbrett-Episode blicken. Im dritten und letzten Abschnitt (\u2039Ein Bild des Paradoxen\u203a) f\u00fchre ich aus, in welchem Verh\u00e4ltnis der Aspekt des Virtuellen und derjenige des Nicht-Virtuellen zueinander standen. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse dienen einerseits dazu, die immersionsbedingten Widerspr\u00fcchlichkeiten fassbar zu machen, anderseits wird sich anhand derselben das in sich zusammenh\u00e4ngende Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses gestalten lassen.<\/p>\n<h2>Ein Zusammenspiel unterschiedlicher Aktanten<\/h2>\n<p>Wie erw\u00e4hnt, hatte ich den Eindruck, als sei die Gestalt des Stormtroopers eine Form von virtueller Uniform oder Verkleidung. Diese Sichtweise ist insofern spannend, als es sich bei dieser \u2039Maskerade\u203a nicht um eine solche handelte, wie man sie bspw. vom Karneval kennt. Es war eine computergenerierte, sozusagen artifizielle Ummantelung, die erst in Verbindung mit hochkomplexer Technik erlebbar war. Die Existenz des Stormtroopers war wie diejenige der gesamten virtuellen <em>Explorer<\/em>-Welt an den Code-Raum gebunden.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Begebenheit war es f\u00fcr mich nicht ohne Weiteres m\u00f6glich, die virtuellen Entit\u00e4ten unmittelbar wahrzunehmen. Es war ein ad\u00e4quates \u2039Ding\u203a n\u00f6tig, ein Interface, um mit der virtuellen Welt des <em>Explorer<\/em> und meiner Repr\u00e4sentation in derselben in Kontakt treten zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\" id=\"_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Dieses Interface lieferte die Brille \u2013 oder um es in Anlehnung an die Terminologie Bruno Latours zu formulieren: Es war das Head-Mounted Display in seiner Funktion als Aktant, das mich die virtuelle Welt samt meiner Repr\u00e4sentation in derselben erst erfahren liess.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\" id=\"_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Es verband mich mit dieser Welt, es wurde zum Bindeglied.<\/p>\n<p>Dieses Erfahren von Virtualit\u00e4t fand jedoch nicht ausschliesslich auf der visuellen Wahrnehmungsebene statt. Um die \u00fcberw\u00e4ltigende Immersion gesamthaft erleben zu k\u00f6nnen, waren nebst dem Head-Mounted Display andere Aktanten t\u00e4tig bzw. n\u00f6tig. Das Headset (bestehend aus Kopfh\u00f6rer und Mikrophon) erf\u00fcllte drei unterschiedliche Funktionen: Erstens konnte ich auf der auditiven Ebene erst in Verbindung mit dem Kopfh\u00f6rer die ad\u00e4quate Soundkulisse des <em>Explorer<\/em> wahrnehmen. Zweitens war auf der auditiv-verbalen Ebene die Kommunikation zwischen Alberto und mir innerhalb des <em>Explorer<\/em> sowohl via Kopfh\u00f6rer als auch via Mikrophon m\u00f6glich. Drittens fand ebenfalls in Verbindung mit diesen beiden Aktanten eine Kommunikation aus der virtuellen Welt des <em>Explorer<\/em> in die nicht-virtuelle Welt des <em>VRC<\/em>-Mitarbeiters statt. Dar\u00fcber hinaus trug ich speziell ausgestattete Handschuhe und Gamaschen. Diese Aktanten erm\u00f6glichten den Eindruck, im <em>Explorer<\/em> umhergehen oder andere T\u00e4tigkeiten ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Zwischen den genannten Aktanten fand ein zugleich verbl\u00fcffendes und beeindruckendes Zusammenspiel statt. Dies begr\u00fcndete in verschiedenen Situationen mein Gef\u00fchl, im <em>Explorer<\/em> zu sein und die gewohnte Nicht-Virtualit\u00e4t hinter mir gelassen zu haben.<\/p>\n<h2>Gegenseitige Beeinflussung zweier Welten<\/h2>\n<p>Wenn man nun vor diesem Hintergrund auf die jeweilige Reflexion zur Backstein- bzw. Holzbrett-Episode zur\u00fcckblickt, fallen wie erw\u00e4hnt Widerspr\u00fcchlichkeiten auf. Auf der einen Seite kam es in der Backstein-Episode zu einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Immersion: Ich hatte das Gef\u00fchl, nahezu vollst\u00e4ndig in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> eingetaucht zu sein. Hinsichtlich meiner Wahrnehmung der Umgebung herrschte eine verbl\u00fcffende Harmonie, da ich dieselbe so wahrnahm, wie ich es aus dem Alltag gewohnt bin.<\/p>\n<p>Zu einer \u00e4hnlichen Situation kam es w\u00e4hrend der Holzbrett-Episode, als Alberto und ich vor dem endlos wirkenden Abgrund standen. Bekanntlich war der Eindruck desselben derart realistisch, dass wir nicht aufrecht \u00fcber das schmale Holzbrett marschieren konnten. Es dauerte eine Weile, bis wir vorsichtig auf allen Vieren hin\u00fcberkrochen. Es lag offensichtlich eine Wirkung von der virtuellen Welt auf unser nicht-virtuelles Verhalten vor. Es entstand ein stimmiger Gesamteindruck der Situation, der trotz allem als eine wahrnehmungsbezogene Harmonie interpretiert werden kann, als ein Gef\u00fchl einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Immersion.<\/p>\n<p>In der Holzbrett-Episode kam es aber auch zu einem Immersionsbruch. Der Grund hierf\u00fcr war ein nicht-virtuelles Missgeschick, bei dem ich die Gamaschen verlor. Dies f\u00fchrte zu einer Diskrepanz: Ich sp\u00fcrte, auf meinen nicht-virtuellen Beinen umherzugehen, w\u00e4hrend ich sah, dass meine virtuellen Beine auf dem Holzbrett verharrten. Es kam zu einer wahrnehmungsbedingten Disharmonie, da ich mich selbst nicht mehr als Einheit wahrnahm. Die virtuelle Welt und die nicht-virtuelle Welt schienen auf einmal disparat nebeneinander zu liegen. In Verbindung mit den beiden zuvor geschilderten Situationen, kam es somit zu immersionstechnischen Widerspr\u00fcchlichkeiten und Verwirrungen.<\/p>\n<h2>Ein Bild des Paradoxen<\/h2>\n<p>Ber\u00fccksichtigt man zus\u00e4tzlich, dass ich mir st\u00e4ndig bewusst war, mich eigentlich in einem nicht-virtuellen Raum aufzuhalten, so gelangt man zur Ansicht, dass ich mich stets in einem komplexen System befand, das in einem Bereich verortet werden kann, der sich zwischen zwei, an und f\u00fcr sich kontradiktorischen, Welten befand: einerseits der virtuellen und anderseits der nicht-virtuellen. An der Schnittstelle zwischen dem Virtuellen und dem Nicht-Virtuellen entstand das Gef\u00fchl, in einem realisierten Paradoxon zu sein, das seine Repr\u00e4sentation infolge meiner Wahrnehmung des Aufeinandertreffens von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t fand.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\" id=\"_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Erfahren habe ich die Repr\u00e4sentation des Paradoxons durch die Wahrnehmung meines Seins und Handelns innerhalb desselben, wobei es in Verbindung mit dem Aspekt der Immersion dabei zu unterschiedlich gearteten Formen der Irritation kam.<\/p>\n<p>Das Fundament f\u00fcr diese extraordin\u00e4ren, zuweilen kontradiktorischen Zust\u00e4nde erlebten (bzw. gelebten) Handelns bildeten einerseits der Aspekt des Virtuellen und anderseits derjenige des Nicht-Virtuellen. Von dieser Basis ausgehend, sind in Bezug auf das oben genannte realisierte Paradoxon die immersionsbedingten Widerspr\u00fcchlichkeiten fassbar. Ausserdem entsteht \u2013 sofern man die soeben aufgef\u00fchrte Perspektive einnimmt \u2013 ein abstraktes Konstrukt: ein gewissermassen zusammenh\u00e4ngender Rahmen, in dem sich meine <em>Explorer<\/em>-Erfahrungen trotz all ihrer Widerspr\u00fcchlichkeiten verorten lassen.<\/p>\n<p>Innerhalb dieses Rahmens l\u00e4sst sich das Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses malen, wobei der Aspekt der Immersion als Grundlage dient, auf der verschiedene Nuancen und \u00dcberlappungen von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t aufgemalt werden. Diesbez\u00fcglich liegt exemplarisch die Backstein-Episode in einem Teil des Bildes, in dem die Virtualit\u00e4t dominiert, in dem die Nicht-Virtualit\u00e4t bloss im Hintergrund, sozusagen im Sinne einer matten Grundierung, leicht durchschimmert. Hingegen befindet sich zum Beispiel die Holzbrett-Episode in einem Bereich, in dem eine Mischung von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t vorliegt, indem sich die beiden Aspekte gewissermassen die Waage halten, obschon es eigentlich zu Schwankungen kommt. Ein in sich zusammenh\u00e4ngendes Bild meines <em>Explorer<\/em>-Erlebnisses ist somit geschaffen.<\/p>\n<h1><strong>Fazit und Ausblick: Facing Virtual Reality?<\/strong><\/h1>\n<p>Das Faszinierende an diesem Gem\u00e4lde ist die un\u00fcbersehbare Tatsache, dass nebst dem mehr oder weniger ausgepr\u00e4gten Eintauchen in die virtuelle Welt des <em>Explorer<\/em> der Aspekt des Nicht-Virtuellen omnipr\u00e4sent ist. Dies best\u00e4rkte den Eindruck, den ich w\u00e4hrend meines Aufenthalts im <em>Explorer<\/em> hatte: Ich erlebte die virtuelle Welt, doch war ich mir st\u00e4ndig bewusst, dass ich eigentlich in einem nicht-virtuellen Raum umherging und eigentlich nicht-virtuelle Gegenst\u00e4nde ertastete.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, bewegte ich mich kontinuierlich im Grenzbereich zwischen dem Virtuellen und dem Nicht-Virtuellen. Gesamthaft betrachtet, befand ich mich stets in einem Pendeln zwischen Immersion und Immersionsbruch, wobei der Immersionsbruch das Bewusstsein der Nicht-Virtualit\u00e4t darstellt. In Verbindung mit diesem unausgeglichenen Balance-Akt, der auf verbl\u00fcffende und faszinierende Weise eben doch funktionierte, leisten meine Erfahrungen aus dem <em>Explorer<\/em> bzw. die Besch\u00e4ftigung mit denselben somit einen empirischen Beleg f\u00fcr die folgende, theoretisch m\u00fchelos nachvollziehbare Ansicht: Virtualit\u00e4t ist erst im asymmetrischen Zusammenwirken mit Nicht-Virtualit\u00e4t erlebbar oder erfahrbar, wobei sich die Asymmetrie infolge einer Abh\u00e4ngigkeit seitens der Virtualit\u00e4t deutlich zeigt. Allein schon um Virtualit\u00e4t denken und erschaffen zu k\u00f6nnen, muss Nicht-Virtualit\u00e4t vorhanden sein.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\" id=\"_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Insofern ist einerseits die hie und da zu vernehmende Aussage, dass im Zusammenhang mit Virtueller Realit\u00e4t ein komplettes Eintauchen in eine virtuelle Welt stattfindet<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\" id=\"_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>, vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen aus dem <em>Virtual Reality Center<\/em> differenziert bzw. mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Anderseits stellt sich die Frage, inwiefern sich das Verh\u00e4ltnis von Virtualit\u00e4t und Nicht-Virtualit\u00e4t im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen ver\u00e4ndern wird. Medienberichten zufolge soll es bereits m\u00f6glich sein, eine virtuelle Welt verst\u00e4rkt ganzheitlich (d.h. mit dem K\u00f6rper) erleben zu k\u00f6nnen: Durch das Tragen eines Anzugs soll Virtualit\u00e4t angeblich f\u00fchlbar sein!<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\" id=\"_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Es scheint also bereits eine noch st\u00e4rkere Immersion erfahrbar zu sein, bei der Wahrnehmungen auf der virtuell-visuellen Ebene \u2013 wie ich sie im <em>Explorer<\/em> erlebte \u2013 bloss einen Teil des Gesamteindrucks einer virtuellen Welt repr\u00e4sentieren. Dennoch handelte es sich bereits bei meinem Eintauchen in den <em>Explorer<\/em> um ein spannendes und unvergessliches Erlebnis.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\" id=\"_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a><\/p>\n<h1><strong>Quellenverzeichnis<\/strong><\/h1>\n<h2>Audiovisuelle Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li>Bullyparade: \u00abPeter Lustig: Wellensittich Eberhard\u00bb. 10. 04. 2009 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VBc4bpUC1xs\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VBc4bpUC1xs<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Sekund\u00e4rliteratur<\/h2>\n<ul>\n<li>Adamowsky, Natascha: Spielfiguren in virtuellen Welten. Frankfurt a. M.: Campus, 2000.<\/li>\n<li>Bartle, Richard A.: Designing Virtual Worlds. Berkeley (California): New Riders, 2004.<\/li>\n<li>Bauer, Matthias und Christoph Ernst: Diagrammatik. Einf\u00fchrung in ein kultur- und medienwissenschaftliches Forschungsfeld. Bielefeld: Transcript, 2010 (Kultur- und Medientheorie).<\/li>\n<li>Bruns, Matthias: Virtual Reality. Eine Analyse der Schl\u00fcsseltechnologie aus der Perspektive des strategischen Managements. Hamburg: Diplomica, 2015.<\/li>\n<li>Foucault, Michel: Andere R\u00e4ume. In: Barck, Karlheinz, Peter Gente, Heidi Paris u.a. (Hrsg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen \u00c4sthetik. Essais. Leipzig: Reclam, (1990) <sup>6 <\/sup>1998 (Reclam-Bibliothek, Bd. 1352), 34\u201346.<\/li>\n<li>Grimshaw, Mark (Hrsg.): The Oxford Handbook of Virtuality. Oxford: University Press, 2014.<\/li>\n<li>Gualeni, Stefano: Virtual Worlds as Philosophical Tools. How to Philosophize with a Digital Hammer. Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2015.<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr immersive Medien (Hrsg.): Immersion. Abgrenzung, Ann\u00e4herung, Erkundung. Marburg: Sch\u00fcren, 2011 (Jahrbuch immersiver Medien, 2011).<\/li>\n<li>Kipper, Gregory und Joseph Rampolla: Augmented Reality. An Emerging Technologies Guide to AR. Waltham (Mass.): Syngress, 2013.<\/li>\n<li>K\u00fchn, Anja: Computerspiel und Immersion. Eckpunkte eines Verst\u00e4ndnisrahmens. In: Institut f\u00fcr immersive Medien (Hrsg.): Immersion. Abgrenzung, Ann\u00e4herung, Erkundung. Marburg: Sch\u00fcren, 2011 (Jahrbuch immersiver Medien, 2011), 50\u201362.<\/li>\n<li>Latour, Bruno: Eine neue Soziologie f\u00fcr eine neue Gesellschaft. Einf\u00fchrung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2007.<\/li>\n<li>Neitzel, Britta und Rolf F. Nohr: Game Studies. In: MEDIENwissenschaft, 4\/2010, 416\u2013435.<\/li>\n<li>Nicholson, Scott: Peeking Behind the Locked Door. A Survey of Escape Room Facilities. Scott Nicholsons Homepage, 24. 05. 2015 (<a href=\"http:\/\/scottnicholson.com\/pubs\/erfacwhite.pdf\">http:\/\/scottnicholson.com\/pubs\/erfacwhite.pdf<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<li>Ploder, Andrea und Johanna Stadlbauer: Autoethnographie und Volkskunde? Zur Relevanz wissenschaftlicher Selbsterz\u00e4hlungen f\u00fcr die volkskundlich-kulturanthropologische Forschungspraxis. In: \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Volkskunde 116 (2013), 374\u2013404.<\/li>\n<li>Sturm, Gabriele: Der virtuelle Raum als Double \u2013 oder: Zur Persistenz hierarchischer Gesellschaftsstruktur im Netz. In: Funken, Christiane und Martina L\u00f6w (Hrsg.): Raum \u2013 Zeit \u2013 Medialit\u00e4t. Interdisziplin\u00e4re Studien zu neuen Kommunikationstechnologien. Opladen: Leske + Budrich, 2003, 237\u2013254.<\/li>\n<li>Venus, Jochen: Erlebtes Handeln in Computerspielen. In: GamesCoop: Theorien des Computerspiels zur Einf\u00fchrung. Hamburg: Junis, 2012, 104\u2013127.<\/li>\n<li>Zimmerman, Eric: Manifest f\u00fcr ein ludisches Jahrhundert. In: Beil, Benjamin, Gundolf S. Freyermuth und Lisa Gotto (Hrsg.): New Game Plus. Perspektiven der Game Studies. Genres \u2013 K\u00fcnste \u2013 Diskurse. Bielefeld: Transcript, 2015, 19\u201323.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Internetquellen<\/h2>\n<ul>\n<li>Live Action Games. \u00abBe Part of the Game\u00bb <em>liveactiongames.ch<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.liveactiongames.ch\/de\/\">http:\/\/www.liveactiongames.ch\/de\/<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<li>Trends der Zukunft: \u00abAxon Suit. Dieser Anzug macht die virtuelle Realit\u00e4t f\u00fchlbar\u00bb. <em>Trends der Zukunft<\/em>, 06.05.2016 (<a href=\"http:\/\/www.trendsderzukunft.de\/axonsuit-dieser-anzug-macht-die-virtuelle-realitaet-fuehlbar\/2016\/05\/06\/\">http:\/\/www.trendsderzukunft.de\/axonsuit-dieser-anzug-macht-die-virtuelle-realitaet-fuehlbar\/2016\/05\/06\/<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<li>Virtual Reality Center. <em>VR-Center Z\u00fcrich<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.vr-center.ch\/\">http:\/\/www.vr-center.ch\/<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Abbildungsverzeichnis<\/h2>\n<ul>\n<li>Abb. 1: Ein Teil der VR-Ausr\u00fcstung (<a href=\"http:\/\/vr-room.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/VR-Center.jpg\">http:\/\/vr-room.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/VR-Center.jpg<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<li>Abb. 2: Ein Blick in den <em>Explorer<\/em> (<a href=\"http:\/\/static.4players.de\/premium\/News\/c1\/b1\/2162879-teaser1.jpg\">http:\/\/static.4players.de\/premium\/News\/c1\/b1\/2162879-teaser1.jpg<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<li>Abb. 3: Wir, die Stormtrooper (<a href=\"http:\/\/www.liveactiongames.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Jonny-und-Duke-1.jpg\">http:\/\/www.liveactiongames.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Jonny-und-Duke-1.jpg<\/a>, abgerufen: 30. 04. 2017).<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" id=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u2003Alberto geb\u00fchrt an dieser Stelle mein herzlicher Dank, da er mich auf das VRC aufmerksam machte.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u2003Virtual Reality Center 2017, Angebot: Explorer.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\" id=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u2003Ploder und Stadlbauer 2013, 376.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\" id=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Grimshaw 2014.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\" id=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>\u2003Adamowsky 2000, 9 (Hervorhebungen aus dem Original \u00fcbernommen).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\" id=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu auch Sturm 2003, 239ff.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\" id=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>\u2003Virtual Reality Center 2017, Startseite: \u2039Was ist VR\u203a.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\" id=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Sturm 2003, 240.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\" id=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Live Action Games 2017, Startseite.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\" id=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\u2003In Anlehnung an Christian Tramitz\u2018 Peter Lustig-Parodie im Rahmen der Bullyparade (vgl. Bullyparade 2009, ab 0:10).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\" id=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. in diesem Zusammenhang Gualeni 2015.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\" id=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Institut f\u00fcr immersive Medien 2011.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\" id=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>\u2003Neitzel und Nohr 2010, 427.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\" id=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>\u2003Zum Aspekt des Immersionsbruchs vgl. Bruns 2015, 11f.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\" id=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>\u2003Virtual Reality Center 2017, Angebot: Explorer.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\" id=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a>\u2003K\u00fchn 2011, 55.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\" id=\"_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 55.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\" id=\"_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Bartle 2004, 154f.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\" id=\"_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. K\u00fchn 2011, 56.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\" id=\"_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 56.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\" id=\"_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. ebd., 56.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\" id=\"_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>\u2003Zum Aspekt des Agierens, Reagierens und Interagierens vgl. Neitzel und Nohr 2010, 426f.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\" id=\"_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Nicholson 2015.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\" id=\"_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a>\u2003Venus 2012, 120.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\" id=\"_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 120.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\" id=\"_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 120.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\" id=\"_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu K\u00fchn 2011, 55.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\" id=\"_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a>\u2003Foucault 1998, 39.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\" id=\"_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a>\u2003Ebd., 39.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\" id=\"_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a>\u2003Zur Funktionalit\u00e4t des Interface vgl. Neitzel und Nohr 2010, 427f.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\" id=\"_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Latour 2007, 123.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\" id=\"_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a>\u2003Zum Aspekt des Seins in einem widerspr\u00fcchlichen System vgl. Zimmerman 2015, 21.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\" id=\"_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Bauer und Ernst 2010, 170.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\" id=\"_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. dazu Kipper und Rampolla 2013, 22.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\" id=\"_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a>\u2003Vgl. Trends der Zukunft 2016.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\" id=\"_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\u2003Insofern geb\u00fchrt den Mitarbeiter\/innen des Virtual Reality Center mein besonderer Dank, denn ohne sie \u2013 bzw. ihr kreatives und beeindruckendes Schaffen \u2013 w\u00e4re das Erleben der aussergew\u00f6hnlichen Erfahrungen, mit denen ich mich in diesem Artikel besch\u00e4ftigt habe, nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"menu_order":9,"template":"","meta":{"pb_show_title":"","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-39","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/39","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/39\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":195,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/39\/revisions\/195"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/39\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=39"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=39"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=39"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}