{"id":28,"date":"2019-06-24T16:29:12","date_gmt":"2019-06-24T14:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/chapter\/pauline-luethi\/"},"modified":"2019-08-23T09:29:32","modified_gmt":"2019-08-23T07:29:32","slug":"pauline-luethi","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/chapter\/pauline-luethi\/","title":{"raw":"Pauline L\u00fcthi","rendered":"Pauline L\u00fcthi"},"content":{"raw":"<h5>\u00abAnita Sarkeesian?&nbsp; More Like Anita Suckeesian\u00bb<\/h5>\r\n<h4>Der Shitstorm-Sarkeesian als Beispiel f\u00fcr verletzende Sprache im Internet<\/h4>\r\nDas Internet wurde urspr\u00fcnglich als Raum imaginiert, in dem Andersartigkeit gelebt wird und gesellschaftliche Stereotype abgelegt werden k\u00f6nnen; ein Raum, der sich frei von hegemonialen Macht- und Herrschaftsstrukturen konstituiert: \u00abIdentity explodes in multiple morphings and infiltrates the system at root.\u00bb<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Doch auf sozialen Plattformen wie Facebook und Twitter kommt es immer wieder zu negativen \u00c4usserungen \u00fcber einzelne Personen oder auch Unternehmen, die aufgrund bestimmter Meinungs\u00e4usserungen im Internet sanktioniert und blossgestellt werden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Gerade das Internet, das \u00fcber das Potenzial verf\u00fcgt, Inhalte innert k\u00fcrzester Zeit zu verbreiten und zu vervielf\u00e4ltigen, bietet sich f\u00fcr solche Ph\u00e4nomene besonders an.\r\n\r\nEin Beispiel f\u00fcr interaktive Entr\u00fcstungen in sozialen Netzwerken sind sogenannte \u2039Shitstorms\u203a. Im Duden wird der Shitstorm als ein \u00abSturm der Entr\u00fcstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden \u00c4usserungen einhergeht\u00bb<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> definiert. Folglich ist das Internet ein Ort, so scheint es, wo sich gewaltvolle (Sprech-)Akte besonders schnell und hemmungslos ausbreiten k\u00f6nnen. Der Shitstorm ist (relativ) anonym und genau in dieser Anonymit\u00e4t liegt auch ein Teil seines gewaltvollen Potenzials. Zweck des Shitstorms ist es, das Ansehen von in der \u00d6ffentlichkeit stehenden Personen, Firmen oder Institutionen, und damit deren \u00f6ffentliches Ansehen, zu sch\u00e4digen und deren Glaubw\u00fcrdigkeit zu verringern.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\r\n\r\nEin prominentes Beispiel f\u00fcr einen Shitstorm ist der Fall Anita Sarkeesian, der als Grundlage dieser Arbeit dient. Ihre Video-Reihe Tropes vs. Women in Video Games (2012) besteht aus einer f\u00fcnfteiligen Serie, in der sie sich kritisch mit der stereotypen Darstellung von Frauen in der Popul\u00e4rkultur, vornehmlich Videospielen, auseinandersetzt. Ihre Serie liess Sarkeesian mit einer Kickstarter-Kampagne finanzieren, die bereits nach wenigen Tagen das erforderliche Kapital erspielte.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> In der Tropes vs. Women in Video Games-Videoreihe prangert Sarkeesian den sexistischen Status quo von Videospielen an \u2013 und dies auf eine \u00e4usserst witzige Art und Weise. Die Serie konstituiert sich aus einer gr\u00fcndlichen Recherche, aus einer dichten Analyse und einer grossen Portion Sarkasmus. Indem Sarkeesian dem Ph\u00e4nomen auf den Grund geht, entlarvt sie die Tatsache, dass Frauen in Games mehrheitlich als unf\u00e4hige, hilfsbed\u00fcrftige Figuren oder als blosse eindimensionale Dekoration fungieren. Dabei geht sie auch auf das verbreitete Motiv der \u2039Damsel in Distress\u203a ein. Die Damsel in Distress bezeichnet eine bestimmte Form der Inszenierung, bei der die weibliche Figur von einem m\u00e4nnlichen Antagonisten gefangengenommen wird (oder in Bedr\u00e4ngnis gebracht wird) und anschliessend von einem, wiederum m\u00e4nnlichen, Protagonisten gerettet werden muss. Die Frau wird dabei als passives Objekt dargestellt, w\u00e4hrend der Mann als starke, tapfere Figur mit alleiniger Handlungsmacht konstituiert wird. Sarkeesian bespricht die Problematik der medialen Darstellungen von Frauen, aber auch von Minderheiten wie folgt:\r\n<blockquote>\u00abIn entertainment media, men are the heroes and stars, the stories are about them and their lives. Women, people of colour, queer folks, and those with disabilities are relegated to the love interest, the sidekick, or just background.\u00bb<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nIhre feministische Kritik zielt dabei aber nicht bloss auf Frauenthematiken ab, sondern verfolgt eher die Intention, auf Missst\u00e4nde innerhalb von medialen Repr\u00e4sentationen aufmerksam zu machen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>\r\n\r\nAnf\u00e4nglich erntete Sarkeesian von den verschiedensten Seiten \u00fcberwiegend positives Feedback. Anschliessend wurde sie aber zunehmend Opfer von sexistischen und rassistischen Kommentaren. Ihre Serie wurde innerhalb der Gaming Community kontrovers diskutiert und einer teilweise koordinierten, systematischen Schm\u00e4hkritik ausgesetzt.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Der von Sarkeesian angeprangerte Sexismus wurde von den Gamern als Antwort darauf reproduziert. Der anschliessende Aufruf zur Schm\u00e4hung der \u00f6ffentlichen Person Sarkeesian entwickelte sich zu einer dynamischen, eskalierenden Gewaltsamkeit. Dieses Ph\u00e4nomen scheint ein Indikator f\u00fcr die Tatsache zu sein, dass gerade Auseinandersetzungen, die sich mit Sexismus besch\u00e4ftigen, besonders diejenigen Personen anziehen, die sich dadurch angegriffen f\u00fchlen: die Sexisten selbst. Denn durch die (feministische) Dekonstruktion traditioneller Game-Narrative k\u00f6nnen sich offensichtlich einige Gamer pers\u00f6nlich angegriffen und in ihrem Territorium bedroht f\u00fchlen.\r\n\r\nIch selbst kam fr\u00fch in Kontakt mit Anita Sarkeesian und verfolgte ihre Videoserien mit einem grossen Interesse, nicht zuletzt aufgrund meines Interesses an feministischen Themenfeldern. Ihre Analyse war f\u00fcr mich \u00fcberzeugend und stimmig, wohl gerade deshalb irritierte der Shitstorm-Sarkeesian. Der Hass, den Sarkeesian mit ihren Beitr\u00e4gen erntete, die vielen negativen, beleidigenden Kommentare, waren im wahrsten Sinne des Wortes gewaltig. Der verletzende Duktus der Sprache, der im Grunde wenig mit der eigentlichen Thematik zu tun hatte, sondern mehr auf einen Angriff auf das Frau-sein und den Feminismus per se abzielte, liessen verborgenes sexistisches Gedankengut zu Tage treten.\r\n\r\nIn diesem Beitrag m\u00f6chte ich nun diesen Shitstorm analysieren. Dabei interessieren mich einerseits die Sprechakte, sowie deren Qualit\u00e4ten und Argumentationsebenen. Andererseits soll gekl\u00e4rt werden, welche Vorstellungen von Geschlecht(lichkeit) dahinter verborgen sind. Zu guter Letzt soll gefragt werden, welches Handlungspotenzial Adressaten\/innen eines Shitstorms bleibt.\r\n<h1>Anonymit\u00e4t und Sichtbarkeit in der Transparenzgesellschaft<\/h1>\r\nBevor ich den konkreten Shitstorm-Sarkeesian untersuchen werde, m\u00f6chte ich eine theoretische Grundlage zur aktuellen Internet-Gesellschaft liefern und diese im Kontext von Machtstrukturen diskutieren. Mit dem Begriff der \u2039Transparenzgesellschaft\u203a beschreibt der Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han eine Tendenz internetaffiner Gesellschaften, alles sichtbar und zug\u00e4nglich zu machen. Damit verbunden ist das Ph\u00e4nomen, dass Intimit\u00e4t zunehmend \u00f6ffentlich ausgestellt wird, und auch das Private \u2039\u00f6ffentlicher\u203a wird.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Diese Ausf\u00fchrungen sind naheliegend, k\u00f6nnen doch Fotos in Windeseile auf sozialen Plattformen wie Instagram geteilt, Intimes wie der Beziehungsstatus auf Facebook mit einem Klick gewandelt und politische Meinungen auf Twitter unbedacht in die Welt gesandt werden. Grenzen zwischen Privatem und \u00d6ffentlichen verwischen, die \u00f6ffentliche Kommunikation im Internet ist gepr\u00e4gt von einer zunehmenden Distanzlosigkeit und Anonymit\u00e4t. Dieser schwindende Abstand, die r\u00e4umliche Distanzlosigkeit und Anonymit\u00e4t, gehe, so Han, mit einem Abbau mentaler Distanzen, einer Reduktion von Anstand und Respekt einher.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\r\n\r\nDies erkl\u00e4rt wohl auch den von Han festgestellten pornographischen Charakter der Transparenzgesellschaft, die auf \u00c4usserlichkeiten fokussiert ist. Wie im Pornographischen wird ausnahmslos alles gezeigt, Fantasie wird \u00fcberfl\u00fcssig, laut Han wird hier alles enth\u00fcllt. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Befreiung. So greift Han das Konzept des Panoptikums auf, wobei er auf die panoptische Struktur heutiger Kommunikationssysteme verweist, womit Kontrolle und Macht angesprochen werden. Doch weist er auf einen grundlegenden Unterschied hin: \u00abW\u00e4hrend die Insassen des Benthamschen Panoptikums sich der permanenten Pr\u00e4senz des Aufsehers bewusst sind, w\u00e4hnen sich die Bewohner des digitalen Panoptikums in Freiheit.\u00bb<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> In der heutigen Internet-Gesellschaft wird nach wie vor permanent kontrolliert (und damit einhergehend auch Macht ausge\u00fcbt), doch die Subjekte entziehen sich selbst der Machteinwirkung, da sie sich hinter der Anonymit\u00e4t verstecken k\u00f6nnen. Hans Konklusion ist eine d\u00fcstere, dystopische:\r\n<blockquote>\u00abDie Transparenzgesellschaft ist eine Gesellschaft des Misstrauens und des Verdachts, die aufgrund des schwindenden Vertrauens auf Kontrolle setzt. Die lautstarke Forderung nach Transparenz weist gerade darauf hin, dass das moralische Fundament der Gesellschaft br\u00fcchig geworden ist, dass moralische Werte wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit immer mehr an Bedeutung verlieren. An die Stelle der wegbrechenden moralischen Instanz tritt die Transparenz als neuer gesellschaftlicher Imperativ.\u00bb<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nHans Ausf\u00fchrungen sind f\u00fcr diese Betrachtungen von besonderem Interesse und stehen in direktem Kontrast zu fr\u00fcheren utopischen Vorstellungen des Internets als liberalen M\u00f6glichkeitsraum. Diese Kombination aus Anonymit\u00e4t, Respektlosigkeit und Obsz\u00f6nit\u00e4t bietet perfekte Gegebenheiten, damit ein Ph\u00e4nomen wie ein Shitstorm \u00fcberhaupt entstehen kann.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Beim Shitstorm wird dieses Geflecht noch komplexer, da einerseits die Sprecherin oder der Sprecher in seiner Identit\u00e4t anonym bleiben kann und anderseits der Shitstorm nicht als ein einheitliches Ganzes auftritt, sondern als zerst\u00fcckeltes Ph\u00e4nomen, was eine gef\u00e4hrliche Dynamik annehmen kann.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> So ist der Shitstorm gewaltsam und distanziert zugleich. Das gewaltvolle Potenzial eines Shitstorms liegt darin, dass sich die Akteure hinter der Anonymit\u00e4t verstecken k\u00f6nnen. W\u00e4hrend die Prozesse, die bei einem Shitstorm ablaufen, verh\u00fcllt bleiben, werden die Auswirkungen daf\u00fcr umso direkter und expliziter. Das Internet ist, wie die Kulturwissenschaftlerin Sylvia Pritsch darlegt, trotz zunehmendem Bewusstsein \u00fcber Sexismus und Ungleichheiten, ein sozialer Raum, der sexistische, rassistische und andere diskriminierende Strukturen aufweist und ein gewaltvolles Potenzial in sich birgt.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Diese Gedanken dienen als Basis f\u00fcr die Erfassung des Shitstorms innerhalb der vom Internet gepr\u00e4gten Gegenwart.\r\n<h1>Verletzende Sprache als Gewaltakt im Shitstorm<\/h1>\r\nNeben dem eigent\u00fcmlichen Verh\u00e4ltnis von Sichtbarmachung und Anonymit\u00e4t kommt aber auch Sprechakten eine zentrale Bedeutung zu. F\u00fcr deren Verst\u00e4ndnis dienen die theoretischen Erkenntnisse Judith Butlers als Grundlage.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Unter R\u00fcckgriff auf die Sprechakttheorie von J. L. Austin diskutiert Butler die \u2039Hate Speech\u203a, um zu einer allgemeinen Theorie der Performativit\u00e4t des politischen Diskurses zu gelangen.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Ihre Theorie ist f\u00fcr diese Analyse deshalb von Bedeutung, da die verletzende Rede die zentrale Ausdrucksform von Shitstorms ist. In mehrfacher Hinsicht wird eine verbale \u00c4usserung so zum Akt der Gewaltaus\u00fcbung. Butler h\u00e4lt fest:\r\n<blockquote>\u00abDas Problem des verletzenden Sprechens wirft die Frage auf, welche W\u00f6rter verwunden und welche Repr\u00e4sentationen kr\u00e4nken, wobei wir zugleich angewiesen sind, unsere Aufmerksamkeit auf die ge\u00e4usserten, \u00e4usserbaren und ausdr\u00fccklichen Aspekte der Sprache zu konzentrieren. Allerdings ist die sprachliche Verletzung offenbar nicht nur ein Effekt der W\u00f6rter, mit denen jemand angesprochen wird, sondern ist der Modus der Anrede selbst, ein Modus \u2013 eine Disposition oder eine konventionelle Haltung \u2013, der das Subjekt anruft und konstituiert.\u00bb<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nIn Anlehnung an Han kann festgestellt werden, dass die konstituierende, verletzende Anrede in einem anonymen Raum deutlich leichter f\u00e4llt, als in einem Raum, in dem man sich als wahrnehmbares Subjekt zu erkennen geben muss. In der Anonymit\u00e4t kann man sich als Subjekt der Machteinwirkung entziehen, man ist nicht identifizierbar und dementsprechend auch nicht sanktionierbar. Ein verletzender Youtube-Kommentar wird bspw. f\u00fcr den Urhebenden kaum Folgen nach sich ziehen, da sich dieser hinter der Anonymit\u00e4t verstecken kann. Es handelt sich hier um ein Spiel mit den Grenzen des Privaten und des \u00d6ffentlichen \u2013 um ein Machtspiel, bei dem gewisse Subjekte Macht aus\u00fcben und sich aber selbst dieser Macht entziehen.\r\n\r\nBei einem Sprechakt definiert gerade die Anrede das adressierte Subjekt und begr\u00fcndet dieses sogar: \u00abDie Anrede selbst\u00bb, bemerkt Butler, \u00abkonstituiert das Subjekt [innerhalb des m\u00f6glichen Kreislaufs der Anerkennung] oder umgekehrt, ausserhalb dieses Kreislaufs, in der Verworfenheit.\u00bb<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Shitstorms sind immer in die Normativit\u00e4t der Sprache eingebunden und entwerfen dementsprechend auch immer einen Raum (des Verwerflichen). Der Name, mit dem das Subjekt nun adressiert wird, benennt es nicht nur, sondern, je nach Form der Adressierung, vermag er es auch zu erniedrigen und herabzusetzen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Diese sprachtheoretische Perspektive enth\u00fcllt also eine spezifische Verletzbarkeit im Netz, die sich gerade im Akt der Adressierung zeigt und manifestiert. Illustriert seien diese Ausf\u00fchrungen durch folgenden Kommentar auf Sarkeesians Videoreihe von User surfer64:&nbsp; \u00abThis bitch belongs on the mattress face down ass up. That\u2019s all she\u2019s good for.\u00bb<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>, in dem gleich mehrere Z\u00fcge der verletzenden Sprache deutlich werden.\r\n\r\nWeiter bemerkt Butler, dass, wenn wir das Ausmass der Verletzung \u2013 beziehungsweise die Funktionsweise der Macht \u2013 in diesem Sprechakt analysieren, es nicht gen\u00fcgt, nur den Kontext f\u00fcr diesen fraglichen Sprechakt festzulegen, denn \u00ab[...] die Sprechsituation ist keine blosse Spielart des Kontextes, der einfach durch sprachliche und zeitliche Grenzen zu definieren w\u00e4re\u00bb<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>. Denn in dem Moment, wo wir durch den Sprechakt verletzt werden, wird uns im selben sogleich der Kontext entzogen. Gerade darin, so argumentiert Butler, k\u00f6nnte das besonders verletzende Potenzial liegen: der Adressat\/die Adressatin wird seiner\/ihrer Selbstkontrolle beraubt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Gerade durch sexistische Kommentare, die Sarkeesian auf einen bestimmten Platz verweisen sollen (vgl. \u00ab[...] on the mattress face down ass up\u00bb), wird sie implizit \u2039umplatziert\u203a und ihrer Rolle als Journalistin und Medienkritikerin beraubt. Die Adressierung kann also ein Kontext schaffen, durch den verschiedene Angriffe \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich werden. Dazu Butler:\r\n<blockquote>\u00abIn diesem vernichtenden Augenblick wird gerade die Unbest\u00e4ndigkeit des eigenen \u2039Ortes\u203a innerhalb der Gemeinschaft der Sprecher sichtbar. Anders gesagt: Man kann durch dieses Sprechen \u2039auf (s)einen Platz verwiesen\u203a werden, der aber m\u00f6glicherweise gar keiner ist.\u00bb<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nDie Diffamierungsstrategien funktionieren wie folgt: Die Opfer werden adressierbar gemacht (oder sind es bereits), und in dem Sinne auch lokalisierbar gemacht, w\u00e4hrend die T\u00e4ter\/innen sich selbst einer m\u00f6glichen Adressierung verweigern (indem sie bspw. Pseudonyme als User-Namen verwenden) und so aus der privilegierten Position der Anonymit\u00e4t sprechen k\u00f6nnen. Die Pseudonyme der User lassen jegliche Zuordnung aus. Dazu kommt, dass sich diese User nur in Form von Kommentaren positionieren und sichtbar machen.\r\n\r\nAnita Sarkeesian hingegen ist in ihren Videos wahrhaftig sichtbar und bietet so verschiedene Angriffsfl\u00e4chen, von Aussehen, \u00fcber die Stimme usw. Butler argumentiert, dass sich jeder Realit\u00e4tsbezug, gerade wegen seiner Zitatf\u00f6rmigkeit, immer auf diskursive Normen beziehen muss.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Das heisst nun, dass sich jeder Realit\u00e4tsbezug nur in einem Feld bewegen kann, in dem sich bereits existierende Symboliken und Semantiken akkumulieren. Auch der Shitstorm bewegt sich folglich in einem Gebiet, das normierend und regulierend funktioniert.\r\n\r\nDie verletzenden Worte k\u00f6nnen im Shitstorm aber nicht bloss auf ihre Wirkung reduziert werden. So hat auch die Rechtfertigung keine Substanz, dass es \u2039nur\u203a Worte seien und es sich lediglich um eine Provokation handle. Die verletzenden Sprechhandlungen bedienen damit n\u00e4mlich ein symbolisches Machtspiel in der Deutungshoheit \u00fcber Geschlechterbilder und deren Rolle f\u00fcr Computerspiele und die Gesellschaft als Ganzes. Ein an Sarkeesian gerichteter Kommentar auf Youtube ist also mehr als eine pubert\u00e4re Verletzung, steht er doch in einem gr\u00f6sseren kulturellen Zusammenhang, der tiefe Einblicke in eben diesen erlaubt. Das heisst, dass auch diese Debatte Gegenstand des westlichen Gender-Diskurses ist. Die Gamergate-Bewegung<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>, die anf\u00e4nglich noch als \u00fcbliche Emp\u00f6rungswelle zu verorten war, erhielt mit Anita Sarkeesian und deren Videoreihe eine komplett neue Dimension: Negative \u00c4usserungen schlugen in gewaltvolle, sexistische und erniedrigende Drohungen um.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Nach welchen Mechanismen diese Verletzungen operieren, soll im Folgenden gezeigt werden.\r\n<h1>Eine Reise in den Shitstorm-Sarkeesian<\/h1>\r\nWenden wir uns nun konkret dem Shitstorm-Sarkessian zu. Als Analysematerial diente mir die vollst\u00e4ndige Video-Reihe Sarkeesians sowie das Video Feminism vs. Facts (2013).<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Die Kommentare, die sich zu diesen Videos h\u00e4ufen, sind \u00e4usserst \u2039gewaltsam\u203a. In der genauen Inhalts- sowie Stilanalyse kristallisierten sich sechs Charakteristika heraus, die im Folgenden kurz erl\u00e4utert werden. Dabei wird fokussiert, welche Sprechweisen angewandt werden und worauf sie abzielen.\r\n<h2>Glaubw\u00fcrdigkeit untergraben<\/h2>\r\nH\u00e4ufig wird das intellektuelle Niveau bzw. Fachwissen der Adressatin angezweifelt oder ins L\u00e4cherliche gezogen: \u00abAwe so cute, she took a sociology class, so now she has figured out the world and its deep secrets.\u00bb<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Die Sprachhandlung bewegt sich hier zwischen einer behauptenden und abwertenden. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie Anita Sarkeesian von diesem User auf \u2039ihren\u203a Platz verwiesen wird \u2013 und dieser Platz lokalisiert sich nicht in der Gamer-Dom\u00e4ne. In solchen \u00c4usserungen geht es darum, die Glaubw\u00fcrdigkeit der Adressatin zu schm\u00e4lern und sie ihrer (autonomen) Macht zu berauben. Die Struktur der \u00c4usserung f\u00fchrt eine gewisse Hierarchie ein: Die Adressatin wird von dem User bel\u00e4chelt und sie wird auf ihr Geschlecht und die damit verbundene \u2039Dummheit\u203a reduziert. Es geht darum, ihr Wissen abzuwerten und sie als Dummerchen abzutun, das sich hier in einem (politischen) Spielfeld bewegt, wo es nichts zu suchen hat.\r\n<h2>Herabsetzung zum Sexobjekt<\/h2>\r\nAls zweite Charakteristik l\u00e4sst sich der sexualisierende Sprachegebrauch ausmachen: \u00abAnita is just a cancer. She has no idea about actual misogyny or sexism, send her to Islam and see what she says when she gets back. Suck my dick stupid feminist.\u00bb<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Diese Ebene ist besonders gewaltsam und am wenigsten Kontext-bezogen. Die dominierende Sprachhandlung ist hier eine drohende. In diesem Beispiel wird nicht nur ein gewaltvoller Sexismus, sondern auch Rassismus deutlich. Es sind implizite Gewaltandrohungen, die sich stark auf die K\u00f6rperlichkeit, die Sexualit\u00e4t und teilweise auch auf die Nationalit\u00e4t beziehen. Daneben ist der Einsatz von Metaphern besonders frappant sowie die Verwendung des Vornamens als direkte Anrede, was den ganzen Angriff noch viel pers\u00f6nlicher macht.\r\n<h2>Geschlechterstereotype vertreten<\/h2>\r\nDie dritte Argumentation manifestiert sich in einer sexistischen Sprache und einem sexistischen Werte- und Normensystem. In diesen Aussagen wird die Ungleichheit zwischen Mann und Frau, die gerade in diesem sprachlichen Diskurs wiederum reproduziert wird, besonders deutlich. Hier ist der Duktus entweder ein behauptender, ein erkl\u00e4render oder ein drohender: \u00abThis reminds me of what an old MRA friend of mine used to say: Men DO things; women complain that things aren\u203at being DONE.\u00bb<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Es wird deutlich, dass bei dieser Argumentationsstrategie stets das bin\u00e4re Geschlechtermodell reproduziert wird und weiter auch als Hilfsmittel f\u00fcr die Argumentation beigezogen wird. Klassische normierende Geschlechter- und Rollenverh\u00e4ltnisse werden zum Ausdruck gebracht: Die Frau wird als das schwache, hilfsbed\u00fcrftige Geschlecht abgetan. Wiederum kommt es hier zu einer Reproduktion von Geschlechterstereotypen seitens der User, was Anita Sarkeesian urspr\u00fcnglich genau bek\u00e4mpfen wollte. Auff\u00e4llig ist hier ausserdem, wie sich in dieser Argumentation der Sprecher selbst inszeniert und als \u2039\u00fcberlegenes\u203a Geschlecht aufspielt und sich folglich Macht selbst zuspielen will. W\u00e4hrend die eigene, m\u00e4nnliche Sexualit\u00e4t als selbstverst\u00e4ndlich bewertet wird, wird die Sexualit\u00e4t der Frau oft im Kontext von \u2039Heilige und Hure\u203a diskutiert.\r\n<h2>Feminismus anprangern<\/h2>\r\nDie vierte Form der Argumentation zeichnet sich dadurch aus, dass auf dieser Ebene besonders der Feminismus als Zielscheibe des Shitstorms fungiert. Hier wird nicht zwingend die Gegnerin pers\u00f6nlich angegriffen, sondern der Feminismus per se wird als Feindbild betitelt und kategorisch abgelehnt. Es ist also eine deutliche antifeministische Argumentation. Hier ist die dominierende Sprachhandlung eine behauptende oder eine drohende: \u00abI swear, feminists are such genderbaiting hatemongers. Everything becomes a gendered issue with these people. Instead of man &amp; woman, it's become man vs. woman.\u00bb<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> In dieser Argumentation kommen Fragen von Territorium und Rollenverh\u00e4ltnissen ins Spiel. Das, was scheinbar bedrohlich wirkt, wird diffamiert. Durch Werturteile \u00fcber die Adressatin gewinnen die User vermeintlich Macht. So scheint f\u00fcr viele User schon der blosse Umstand, dass Sarkeesian als Frau in einem m\u00e4nnlich dominierten Raum ihre kritischen Ansichten \u00e4ussert und sich f\u00fcr eine Aufl\u00f6sung (oder zumindest f\u00fcr eine Losl\u00f6sung) von traditionellen und stereotypen Geschlechter- und Rollenverh\u00e4ltnissen stark macht, Grund genug, die Adressatin mit dem verletzenden Sprechakt anzugreifen und sie auf ihren Platz zu verweisen.\r\n\r\nDiejenigen, die beleidigen, erleben ein Machtgef\u00fchl, eine Empfindung, dass sie mit ihren Aussagen etwas \u2039bewirken\u203a, was ihnen, zumindest f\u00fcr einen Moment, ein Gef\u00fchl der Macht verschafft. Einerseits wird hier von einer Art Genderwahn gesprochen, von einem Diskurs der v\u00f6llig \u00fcberwertet und unn\u00f6tig sei, und damit einhergehend, von einer Gleichmacherei, die laut b\u00f6sen Zungen \u00fcberwertet oder bereits schon erreicht sei. Andererseits manifestieren die User mit ihren Kommentaren, die auf eine Abwertung der Adressatin sowie deren Rolle und Selbstbestimmungsfreiheit in der heutigen Gesellschaft zielen, ein patriarchal dominiertes Werte- und Normensystem.\r\n<h2>Gamer-Expertise in Frage stellen<\/h2>\r\nDie Argumentation erfolgt auf einer vermeintlich sachlichen Ebene. Die Argumentation hat hier, im Gegensatz zu den anderen Strategien, einen scheinbaren Gehalt. Die User bringen hier ihr fachspezifisches Wissen ins Spiel und die Sprache ist erheblich neutraler. Hier wird bspw. argumentiert, dass das Damsel in Distress-Motiv nicht per se misogyn sei, dass grunds\u00e4tzlich die Geschlechterdarstellung in Games nicht stereotyp oder misogyn sei, oder dass die Identifikation eines Spielers\/einer Spielerin mit einer Figur nicht zwingend \u00fcber das Geschlecht laufen m\u00fcsse:\r\n<blockquote>\u00abHas this woman ever played metroid? any of the elder scrolls? Fallout series? open world games? really. metroid has Samus (a female) as the main character, Skyrim you get to choose in, and despite such is still full of semi badass women (all the NPC ai is a little goofey), Fallout 3 you still get to choose, and the wasteland is full of asshole raiders, some of which are women.\u00bb<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nAber auch hier wird deutlich, dass der Duktus eben nicht bloss erkl\u00e4rend ist, sondern im selben Zuge auch wertend und verweisend. Ihre fachliche Kompetenz wird auch in diesen Kommentaren stets angezweifelt, ja sogar bombardiert. Schon im ersten Satz geschieht eine Abwertung, indem Anita Sarkeesina nur als \u2039this woman\u203a bezeichnet wird. Daneben wird versucht, die breit abgest\u00fctzte Analyse von Sarkeesian mit wenigen Beispielen zu kippen.\r\n<h2>Bewertung von \u00c4usserlichkeiten<\/h2>\r\nDer Angriff erfolgt in Form einer Diffamierung des Erscheinungsbildes der Gegnerin. Auch diese Ebene hat wenig mit Sarkeesians Kritikpunkten und Forderungen zu tun, sondern fixieren die Beleidigungen einzig ihr Aussehen. Hier dominiert eine behauptende und drohende Sprachhandlung: \u00abWhat is the deal with her eyebrows? Looks like she got a set of stick-on-eyebrows from the $1 store.\u00bb<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> In diese Sparte fallen auch die besonders rassistischen Kommentare. Diese Aussage ist ein Beispiel, wie Sarkeesian auf ihre \u00e4usserliche Erscheinung reduziert wird. Die Kritikpunkte, die Sarkeesian in ihren Videos \u00e4ussert, bspw. das sexualisierte \u00c4ussere von Game-Figuren, feuern die User in dieser Argumentation auf Sarkeesian selbst zur\u00fcck. Die User versuchen bei dieser Argumentationsform der Gegnerin das Recht auf k\u00f6rperliche und \u00e4usserliche Selbstbestimmtheit zu nehmen.\r\n\r\nDies ist leider eine oft verwendete Argumentationsstrategie, wie bspw. vergewaltigten Frauen auch oft vorgeworfen wird, dass sie selbst Schuld seien, weil sie die M\u00e4nner willentlich oder unwillentlich aufgereizt h\u00e4tten.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Solche Begr\u00fcndungen sind haarstr\u00e4ubend und versetzen die Frau wiederum in die Rolle des naiven Dummerchens, das vor allem mit ihrem Aussehen gefallen will. In dieser Argumentation findet also eine doppelte Entwertung statt; die Frau als Schuldige und die Frau als Opfer.\r\n<h2>Sprechakte im Shitstorm-Sarkeesian<\/h2>\r\nNach Einordnung aller visionierten Kommentare, konnte ich eine klare Tendenz zu sexistischen und antifeministischen Meinungs\u00e4usserungen ausmachen. Sachliche, faktbezogene \u00c4usserungen existieren kaum. Die Sprache ist in den Kommentaren \u00fcberwiegend gewaltsam und die dominierende Sprachhandlung ist entweder eine behauptende oder eine drohende oder tritt in Form einer Pseudo-Ironie ans Licht.\r\n\r\nGerade auf der Ebene der sexistischen und antifeministischen Argumentation wird deutlich, dass Sarkeesian im Diskurs oft nicht als Individuum, als Subjekt, angesehen wird, sondern eher als Teil eines feministischen Kollektivs, das kategorisch abgelehnt wird. Sarkeesian fungiert an dieser Stelle als Verk\u00f6rperung des Feindbilds und die User lassen ihrer Unzufriedenheit gegen\u00fcber dem Feminismus freien Lauf. Sarkeesian wird nicht als ebenb\u00fcrtiges Gegen\u00fcber wahrgenommen, geschweige denn als Expertin. Sie wird auf ihr Geschlecht oder auf ihr feministisches Anliegen reduziert und in diesem abermals angegriffen. Die Kritikpunkte, die sie \u00e4ussert, werden von den \u2039Hatern\u203a im Gegenzug fast schon als trotzige Reaktion reproduziert, wodurch sie sich wiederum verankern.\r\n\r\nDie Frage nach dem Geschlecht spielt also insofern eine Rolle, als gerade Frauen mit feministischen oder anderen politischen Anliegen, verst\u00e4rkt Zielscheibe solcher Shitstorms werden. Denn gerade der Versuch, klassische Geschlechterverh\u00e4ltnisse oder auch heteronormative Rollenmodelle zu dekonstruieren und zu kritisieren, wird leider von vielen als Norm\u00fcberschreitung ausgemacht und folglich sanktioniert. Durch Bedienung hegemonialer Geschlechterstereotypen wird versucht, die Adressatin festzuschreiben und auf \u2039ihren Platz\u203a zu verweisen.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a>\r\n\r\nDiese Vorstellung seitens des Sprechenden von \u2039an-einen-Platz-geh\u00f6ren\u203a ist eng mit Wert- und Normvorstellung des weiblichen Geschlechts verbunden. Die User wollen den Status quo vom Gamen als m\u00e4nnlich dominierte Dom\u00e4ne erhalten und die Frau im Gegenzug aus dieser Dom\u00e4ne verweisen, zur\u00fcck an den Herd oder ins Bett, wo sie hingeh\u00f6rt. Dabei wird gerade die feministische Position Sarkeesians zum Feind. So schreibt ein User bspw.:\r\n<blockquote>\u00abFeminism is only believed by women with a very slow processing brain that believe their own idiotic thoughts. That\u2019s why so many women have given up on \u00abbelieving\u00bb in it in the last year because the points are completely contradictive and actually sexist so ..... Fuck feminism bullshit!!\u00bb<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nDie Kritik Sarkessians an bestehenden Geschlechterverh\u00e4ltnissen und Stereotypen, bzw. deren Sichtbarmachung, bringt die bestehende (gesellschaftliche) Ordnung n\u00e4mlich kurzzeitig ins Wanken. Durch die Angriffe der User wird Sarkeesian diese Macht wieder genommen und die urspr\u00fcngliche Ordnung restabilisiert. Dazu sei auch auf das titelgebende Zitat verwiesen: \u00abI think this feminist bitch is a retard. she is clearly overthinking everything about games. anita sarkeesian? more like anita suckeesian lolololol.\u00bb<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a>\r\n<h1>Wirkmacht von Sprechakten im Shitstorm<\/h1>\r\nEine grosse Problematik bei einem grunds\u00e4tzlichen Sprechakt ist, dass das Sprechen eben nicht nur ein soziales Herrschaftsverh\u00e4ltnis wiederspiegelt, sondern im selben Zuge inszeniert es diese Herrschaft wiederum und wird damit zum \u00abVehikel der Wiederherstellung der gesellschaftlichen Struktur\u00bb<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>. Dies ist also auch f\u00fcr diesen konkreten Shitstorm von Bedeutung. Im Moment der hasserf\u00fcllten \u00c4usserungen gegen Sarkeesian wird eine gesellschaftliche Struktur artikuliert, eine gesellschaftliche Struktur, die Sexismus, Rassismus und Misogynie nicht nur zul\u00e4sst, sondern mehr noch, durch die Duldung f\u00f6rdert. Sarkeesian erkl\u00e4rt diese Auswirkungen selbst wie folgt:\r\n<blockquote>\u00abThe end result [...] is maintaining and reinforcing and normalizing a culture of sexism where men who harass are supported by their peers and rewarded for their sexist attitudes and behaviors and where women are silenced, marginalized and excluded from full participation.\u00bb<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nDurch Beleidigungen und Angriffe feministischer und sexistischer Art wird Sarkeesian nicht nur selbst angegriffen. \u2039Hater\u203a erfahren in dieser Dynamik des Shitstorms R\u00fcckhalt von anderen Hatern und werden dadurch in ihren Ansichten gest\u00e4rkt. Die verletzende Rede kann also als sprachliche Reartikulation und Reproduktion gesellschaftlicher Herrschaft bezeichnet werden und fungiert so als Schauplatz einer mechanistischen, voraussagbaren Reproduktion von Macht.\r\n\r\nBei dem Shitstorm-Sarkeesian k\u00f6nnen wir aber noch einen Schritt weitergehen: Die Emp\u00f6rungen, denen sich Sarkeesian ausgesetzt sah, beschr\u00e4nkten sich nicht nur auf Sprechakte, sondern schlossen auch weitere Formen verletzender Akte ein.\r\n\r\nEtliche Memes begannen zu zirkulieren (siehe Abb. 1), ihre Wikipedia-Seite wurde mit pornographischen Seiten verlinkt und es wurde sogar ein Spiel erfunden, bei dem man Sarkeesian per Mausklick \u2039physischen\u203a Schaden zuf\u00fcgen konnte.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> W\u00e4hrend sich bei den Kommentaren die Gewalt auf den Sprechakt beschr\u00e4nkt, so kommt bei dem erw\u00e4hnten Spiel eine weitere Ebene hinzu, n\u00e4mlich die des aktiven Eingriffs in das Pers\u00f6nlichkeitsrecht.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_62\" align=\"aligncenter\" width=\"541\"]<a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abb1-1.png\"><img class=\"size-full wp-image-62\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abb1-1.png\" alt=\"\" width=\"541\" height=\"357\"><\/a> Abb. 1: Verletzende Sprache in Form von Memes.[\/caption]\r\n<h1>\u00abThe Cyber Mob Failed to Silence Me\u00bb<\/h1>\r\nNachdem wir gesehen haben, in welcher Form sich der Shitstorm manifestiert und wie dessen Duktus strukturiert ist, gilt es nun der Frage nachzugehen, ob es eine Form von \u2039Bew\u00e4ltigung\u203a gibt. Unterbinden oder zensieren des Shitstorms ist aus zweierlei Gr\u00fcnden ein Ding der Unm\u00f6glichkeit: Erstens ist das Netz nicht zu kontrollieren und einzud\u00e4mmen. Wird eine bestimmte Webseite verboten, oder ein Kommentar gel\u00f6scht oder gemeldet, so schiesst schon im Zuge der Sperrung an einer anderen Stelle etwas Neues hervor. Zweitens wird in Internetforen die Meinungs- und -\u00c4usserungsfreiheit geradezu zelebriert und als h\u00f6chstes Gut gesetzt, und der Ansatz vertreten, Konflikte l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.\r\n\r\nWie wir nun aber gesehen haben, erfolgt bei einem verletzenden Sprechakt die Verletzung einerseits verbal und anderseits in dessen Folgen. Sie beschr\u00e4nkt sich also nicht auf die blossen Worte, sondern umfasst auch deren Auswirkungen. Diese Folgen k\u00f6nnen aber, und hier kn\u00fcpfe ich an Butler an, f\u00fcr die Adressatin selbst auch ein positives Potenzial bergen, denn je nach Umgang kann die Adressatin ihre Macht zur\u00fcckerobern. Butler dazu:\r\n<blockquote>\u00abDie Verdoppelung des verletzendes Sprechens findet nicht nur in der Rap-Musik und in den verschiedenen Spielarten der politischen Parodie statt, sondern auch in der politischen und gesellschaftlichen Kritik an diesem Sprechen, in der das \u2039Anf\u00fchren\u203a der verletzenden Ausdr\u00fccke f\u00fcr die jeweils vorgetragene Beweisf\u00fchrung von zentraler Bedeutung ist.\u00bb<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nEs kann also f\u00fcr die Adressatin oder den Adressaten hilfreich sein, diese verletzenden \u00c4usserungen als solche zu benennen und als solche zu ver\u00f6ffentlichen. Durch die (Re-)Pr\u00e4sentation der verletzenden Akte kann die Adressatin der Gesellschaft bestimmte Missst\u00e4nde vor Augen f\u00fchren, die nach wie vor in dieser verankert sind. Auch f\u00fcr Sarkeesian ergibt sich durch die Pr\u00e4sentation dieser verletzenden \u00c4usserungen eine M\u00f6glichkeit, ihre Macht zur\u00fcckzugewinnen. Indem sie die Kommentare auf ihrer eigenen Webseite Feminist Frequency freischaltete, konnte sie die \u00c4usserungen in ihrem Sexismus und ihrem gewaltvollen Gehalt festhalten und so das Bewusstsein f\u00fcr deren brutalen Inhalt sch\u00e4rfen. Butler bemerkt also korrekt, dass in der (Re-)Pr\u00e4sentation auch eine Form von Wiederstand bestehen kann. Daneben ist anzumerken, dass Sarkeesian mit ihrer Videoserie aber auch viel positives Feedback erntete. Gerade an Universit\u00e4ten und Schulen erreichten ihre Projekte grosse Beachtung. Zudem war die ganze Debatte in den Medien sehr pr\u00e4sent, was sich auch positiv auswirkte. Einerseits wurde dadurch der Sexismus thematisiert und offengelegt und andererseits gewann die Problematik weiblicher Figuren in Spielen sehr viel R\u00fcckenwind.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a>\r\n\r\nObwohl ein oft zitierter Satz im Netz \u2039Do not feed the trolls\u203a lautet, haben wir im Beispiel von Anita Sarkeesian gesehen, dass durch die abweichende Reproduktion ein Sprechakt von seinen Konventionen, die ihn st\u00fctzen, abgel\u00f6st und so seiner verletzenden Wirksamkeit beraubt werden kann.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> Durch die mediale Debatte und die damit einhergehende Popularit\u00e4t, hat Sarkeesian wiederum Macht erhalten. Die Hater wollten Sarkeesian Macht nehmen, aber die Tatsache, dass sie eine derartige Plattform erhielt (auch wenn diese sehr schmerzhaft war), hat sie in ihrer Position nur noch gest\u00e4rkt. Sarkeesian \u00e4usserte sich in TEDxWomen 2012 selbst sehr zuversichtlich dazu:\r\n<blockquote>\u00abThe Cyber mob failed to silence me. And it turns out that quite a few people are actually interested in a project that would deconstruct the representations of women in games. And who were totally outraged at the harassment that too often plugs our gaming communities. I actually raised 25 times what I initially asked for. [...] Feminist Frequency went from a part-time side job to a fulltime endeavor. I received countless messages of support and words of encouragement. [...] The overwhelming support I received is just a small manifestation of the larger cultural shift illuming on the horizon. A growing cross section of gamers and game developers of all genders are fed up with the way women are being treated in gaming culture and they are speaking up to demand change. Now this change is happening slowly and kind of painfully but it\u2019s happening. Everyday I\u2019m encouraged by the women who persevere, who continue to engage and who refuse to be silenced. I truly believe that if we work together we can create a cultural shift where women without fear of intimidation, without fear of threats and harassment can be full and active participants in our digital world.\u00bb<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a><\/blockquote>\r\nSarkeesian verfolgt nach wie vor ihre feministischen Anliegen und l\u00e4sst sich von negativen Stimmen und der verletzenden Sprache im Internet nicht von ihren Projekten abhalten.\r\n<h1>Fazit<\/h1>\r\nWenn man sich im Diskurs des Shitstorms bewegt, scheint es, dass besonders Beitr\u00e4ge und \u00c4usserungen von Personen, die sich mit geschlechterpolitischen und kritischen Inhalten auseinandersetzen und bestehende Geschlechtermodelle und Rollenmodelle in Frage stellen, eine besondere Anf\u00e4lligkeit aufweisen. Auch im Netz sind die latenten Kr\u00e4fte der heteronormativen, zweigeschlechtlichen Ordnung stets sp\u00fcrbar. Die kritische Stimme muss sich also nach wie vor gegen eben jene Kr\u00e4fte durchsetzen. Folglich l\u00e4sst sich auch das Internet als Raum verstehen, der sanktionierend gegen Feministinnen vorgeht, gerade deshalb, weil Feministinnen normative Rollenverh\u00e4ltnisse hinterfragen und im Weiteren auch dekonstruieren. Da von vielen die digitale Welt, und die Gamer-Dom\u00e4ne im Besonderen, als Bereiche verstanden werden, die traditionellerweise eher als maskulin gelten, wird die ge\u00e4usserte Kritik oft als Grenz\u00fcberschreitung verstanden.\r\n\r\nDie anf\u00e4ngliche These, dass Shitstorms unter anderem daran beteiligt sind, dass konventionelle Geschlechterstrukturen auch im Netz reproduziert und eine geschlechterspezifische Okkupation \u00f6ffentlicher und medialer R\u00e4ume stattfindet, kann zu einem gewissen Punkt bejaht werden. Trotzdem hat der Shitstorm-Sarkeesian auch viel Positives mit sich gebracht: Durch die Sichtbarmachung des Sexismus und durch die Reflexion dieses hegemonialen Diskurses sind Schwachstellen der Gesellschaft offengelegt worden und k\u00f6nnen dadurch angegangen werden.\r\n\r\nMit einer spezifischen Shitstorm-Analyse im Kontext der #gamergate-Kontroverse habe ich gezeigt, dass im Beispiel des Shitstorm-Sarkeesian die Sprechhandlungen destruktiver und verletzender Natur sind und dass die meisten davon als antifeministische und sexistische Meinungs\u00e4usserungen identifiziert werden. Im Netz wird also eine spezifische Form sprachlicher Gewalt ausge\u00fcbt, indem durch die Macht der Sprache Menschen auf ihren Platz verwiesen werden und schliesslich auch enteignet werden k\u00f6nnen. Beruhen die verletzenden Sprechakte nicht \u2039nur\u203a auf sprachlichen \u00c4usserungen, sondern kommt auch noch eine zweite Ebene dazu, n\u00e4mlich diejenige des aktiven Eingriffs in die Pers\u00f6nlichkeitsrechte, so wird die Verletzung zu einer mehrdimensionalen und auch tiefer greifenden. Die Adressatin oder der Adressat kann durch (Re-)Pr\u00e4sentation und folglich auch durch eine Rekontextualisierung der Sprechhandlungen Sexismus, Antifeminismus und Rassismus offenlegen und folglich auch anfechten. Dies festigt sie\/ihn wiederum in ihrer\/seiner eigenen Position oder gibt ihr\/ihm einen Teil der verlorenen Macht zur\u00fcck. Als Bew\u00e4ltigungsstrategie und als Strategie, die eigene Macht zur\u00fcckzugewinnen, bietet sich so also die Repr\u00e4sentation bzw. die Rekontextualisierung sehr sch\u00f6n an.\r\n\r\nAm Shitstorm-Sarkeesian wird deutlich, dass Sexismus leider nach wie vor tief in der Gesellschaft verankert ist und gerade im Netz, durch die Anonymit\u00e4t, sogar noch beg\u00fcnstig wird. Eine konkrete, richtige Verhaltensstrategie und eine pauschalisierende Antwort gibt es dabei nicht, denn jede Person geht unterschiedlich mit Kritik um. Klar scheint, dass das Netz sich als Raum konstituiert, in dem es Menschen leichter f\u00e4llt, sich abwertend zu \u00e4ussern, wobei das ganze Ph\u00e4nomen durch eine gewisse Gruppendynamik noch unterst\u00fctzt wird.\r\n\r\nDer Shitstorm kann aber durchaus auch als M\u00f6glichkeit gedacht werden. Als M\u00f6glichkeit in dem Sinne, da er \u00fcber das Potenzial verf\u00fcgt, hinter den sch\u00f6nen Schein der erw\u00fcnschten Normen zu blicken und zu erkennen, wo tiefgreifende und grundlegende Probleme liegen, wo Aufkl\u00e4rungsarbeit von N\u00f6ten ist und wo eben unsere Gesellschaft genau noch nicht so weit entwickelt und emanzipiert ist, wie dies gern behauptet wird. Mit Han gelesen kann der Shitstorm folglich Transparenz schaffen, indem ein Tabu aufgehoben wird.\r\n<h1>Quellenverzeichnis<\/h1>\r\n<h2>Audiovisuelle Quellen<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Sarkeesian, Anita (feministfrequency): \u00abDamsel in Distress: Part 1 \u2013 Tropes vs Women in Video Games\u00bb. 07.03.2013a (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=X6p5AZp7r_Q\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=X6p5AZp7r_Q<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>Sarkeesian, Anita (feministfrequency): \u00abDamsel in Distress: Part 2 \u2013 Tropes vs Women in Video Games\u00bb. 28.05.2013b (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=toa_vH6xGqs&amp;t=2s\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=toa_vH6xGqs&amp;t=2s<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>Sarkeesian, Anita (feministfrequency): \u00abDamsel in Distress: Part 3 \u2013 Tropes vs Women in Video Games\u00bb. 01.08.2013c (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LjImnqH_KwM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LjImnqH_KwM<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>TEDxTalks: \u00abAnita Sarkeesian at TEDxWomen 2012\u00bb. TEDxTalks, 04.12.2012 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GZAxwsg9J9Q\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GZAxwsg9J9Q<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>Thunderf00t: \u00abFeminism versus FACTS (RE Damsel in Distress)\u00bb. 14.03.2013 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QJeX6F-Q63I&amp;list=PLQJW3WMsx1q3BAZh3XsK1cSwCiaqjSulc\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QJeX6F-Q63I&amp;list=PLQJW3WMsx1q3BAZh3XsK1cSwCiaqjSulc<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Sekund\u00e4rliteratur<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Butler, Judith: Performative Akte und Geschlechterkonstitution. Ph\u00e4nomenologie und feministische Theorie. In: Uwe Wirth (Hg.): Performanz. Zwischen Sprachphilosophie und Kulturwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002, 301\u2013322.<\/li>\r\n \t<li>Butler, Judith: Hass spricht. Zur Politik des Performativen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006 (1997).<\/li>\r\n \t<li>Butler, Judith: K\u00f6rper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin: Verlagsgesellschaft mbH &amp; CoKG, 1995 (1993).<\/li>\r\n \t<li>Eickelmann, Jennifer: Mediatisierte Missachtung und die Verhandlung von Gender bei Emp\u00f6rungswellen im Netz. Der Fall Anita Sarkeesian. Onlinejournal Kultur &amp; Geschlecht #13 (2014, <a href=\"https:\/\/kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/eickelmann_missachtung.pdf\">https:\/\/kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/eickelmann_missachtung.pdf<\/a>, abgerufen: 10.02.17).<\/li>\r\n \t<li>Fox, Jesse und Wai Yen Tang: Sexism in Online Video Games: The Role of Conformity to Masculine Norms and Social Dominance Orientation. In: Computers in Human Behavior, 33. 2014, 314\u2013320.<\/li>\r\n \t<li>Han, Byung-Chul: Im Schwarm. Ansichten des Digitalen. Berlin, 2013.<\/li>\r\n \t<li>Han, Byung-Chul: Transparenzgesellschaft. Berlin: Matthes &amp; Seitz, 2012.<\/li>\r\n \t<li>Herring, Susan: The Rhetorical Dynamics of Gender Harassment On-Line. In: The Information Society, Vol. 15, No. 3. 1999, 151\u2013167.<\/li>\r\n \t<li>Naber, Andreas. Der Shitstorm. Die neugewonnene Macht der Konsumenten durch die sozialen Netzwerke und ihre Implikationen auf die Kommunikationsstrategien von Unternehmen. Berlin: Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft, 2013.<\/li>\r\n \t<li>Peric, Bojan: Gender und Pixel. Damsel in Distress, Gender und Gaming. Paidia: Zeitschrift f\u00fcr Computerforschung (2014, http:\/\/www.paidia.de\/?p=4531, abgerufen: 02.02.2017).<\/li>\r\n \t<li>Pritsch, Sylvia: Verletzbarkeit im Netz. Zur sexistischen Rhetorik des Trollens. In: Feministische Studien, Band 29, Nr. 2., 2011, 232\u2013247.<\/li>\r\n \t<li>Pritsch, Sylvia: Zur sexistischen Gewalt im Netz. In: Schwerpunkt. 2014, 53\u201355.<\/li>\r\n \t<li>Sarkeesian, Anita: \u00abI\u2019ll make a man out of you\u00bb: Strong Women in Science Fiction and Fantasy Television. Toronto: York University, 2010.<\/li>\r\n \t<li>Voskamp, Friederike: Virtueller Pranger im Internet. \u00abShitstorm\u00bb und \u00abCybermobbing\u00bb als B\u00fchne f\u00fcr die Meinungsfreiheit? \u2013 Providerpflichten nach der BGH-Rechtsprechung. Bremen: Schwerpunkt. 2013, 787\u2013791.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Internetquellen<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Duden: \u00abShitstorm\u00bb. Duden. Bibliographisches Institut (<a href=\"http:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Shitstorm\">http:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Shitstorm<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>Freidel, Morten: \u00abGamergate. Wenn Kritik kommt, h\u00f6rt das Spiel auf\u00bb. Frankfurter Allgemeine, 2017 (<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/gamergate-wenn-kritik-kommt-hoert-das-spiel-auf-13232818.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/gamergate-wenn-kritik-kommt-hoert-das-spiel-auf-13232818.html<\/a>, abgerufen: 06.04.17).<\/li>\r\n \t<li>Graf, Michael: \u00abBranchenweite Kontroverse \u2013 Worum geht\u2019s bei #GamerGate?\u00bb. Gamestar, 2014 (<a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/specials\/reports\/3078220\/branchenweite_kontroverse.html\">http:\/\/www.gamestar.de\/specials\/reports\/3078220\/branchenweite_kontroverse.html<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>Hern, Alex: \u00abFeminist Games Critic Cancels Talk After Terror Threat\u00bb. The Guardian Online, 2014 (<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2014\/oct\/15\/anita-sarkeesian-feminist-games-critic-cancels-talk\">https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2014\/oct\/15\/anita-sarkeesian-feminist-games-critic-cancels-talk<\/a>, abgerufen: 07.02.2017).<\/li>\r\n \t<li>Julinoir: \u00abVergewaltigt? Selber Schuld!\u00bb. M\u00e4dchen Blog, 2009 (<a href=\"http:\/\/maedchenblog.blogsport.de\/2009\/04\/02\/vergewaltigt-selber-schuld\/\">http:\/\/maedchenblog.blogsport.de\/2009\/04\/02\/vergewaltigt-selber-schuld\/<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n \t<li>Malakasioti, Angeliki: \u00abSelf-Spatialities of Gaming Experience\u00bb. Game Conference, 2012 (<a href=\"https:\/\/gameconference2011.files.wordpress.com\/2010\/10\/self-spatialities-of-gaming-experience_full-paper.pdf\">https:\/\/gameconference2011.files.wordpress.com\/2010\/10\/self-spatialities-of-gaming-experience_full-paper.pdf<\/a>, abgerufen: 06.04.17).<\/li>\r\n \t<li>Pinterest: \u00abAnita Sarkeesian Memes\u00bb. Pinterest (<a href=\"https:\/\/www.pinterest.com\/pin\/270216046367418577\/\">https:\/\/www.pinterest.com\/pin\/270216046367418577\/<\/a>, abgerufen: 02.04.17)<\/li>\r\n \t<li>Sarkeesian, Anita: \u00abImage Based Harassment and Visual Misogyny\u00bb. Feminist Frequency, 01.07.2012 (<a href=\"https:\/\/feministfrequency.com\/2012\/07\/01\/image-based-harassment-and-visual-misogyny\/\">https:\/\/feministfrequency.com\/2012\/07\/01\/image-based-harassment-and-visual-misogyny\/<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Abbildungsverzeichnis<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Abb. 1: Verletzende Sprache in Form von Memes (<a href=\"http:\/\/www.newstatesman.com\/blogs\/internet\/2012\/07\/what-online-harassment-looks\">http:\/\/www.newstatesman.com\/blogs\/internet\/2012\/07\/what-online-harassment-looks<\/a>, abgerufen: 26.04.2017).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u2003Malakasioti 2012.\r\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u2003Vgl. Voskamp 2013, 787.\r\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u2003Duden 2017.\r\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u2003Vgl. Voskamp 2013, 789.\r\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u2003Vgl. Sarkeesian in TEDxTalks 2012, 08:49-09:05.\r\n<a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u2003Sarkeesian 2010, 14.\r\n<a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u2003Die Ausf\u00fchrungen in diesem Abschnitt beziehen sich auf Anita Sarkeesians TEDxWomen 2012-Talk.\r\n<a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u2003Vgl. Anita Sarkeesian in TEDxTalks 2012, 02:00-03:44.\r\n<a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u2003Vgl. Han 2013, 7.\r\n<a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u2003Vgl. ebd., 7-8.\r\n<a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u2003Han 2012, 76.\r\n<a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u2003Ebd., 79.\r\n<a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u2003Vgl. Han 2013, 7\r\n<a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u2003Vgl. ebd., 8.\r\n<a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u2003Vgl. Pritsch 2014, 53.\r\n<a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u2003Butler dekonstruiert verbreitete Denkmuster und fasst Konzepte wie das Denken in Kategorien von K\u00f6rper und Identit\u00e4t neu. Als radikale Poststrukturalistin ist sie davon \u00fcberzeugt, dass alles, womit es der Mensch in der Welt zu tun hat, diskursiv erzeugt ist. Sie argumentiert, dass alle Aussagen \u00fcber Identit\u00e4t, K\u00f6rper und Geschlecht erst im Diskurs bestimmt werden. Bilder und visuelle Ph\u00e4nomene versteht sie als reine Zeichen einer diskursiven Praxis. Sie geht also davon aus, dass bestimmte Sprechakte die Wirklichkeit erst herstellen (vgl. Butler 1995, 22f).\r\n<a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u2003Vgl. Klappentext Butler 2006.\r\n<a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u2003Butler 2006, 10.\r\n<a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u2003Ebd., 15.\r\n<a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u2003Ebd., 53.\r\n<a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u2003Kommentar des Users surfer64, 2015 (Sarkeesian 2013a). Dabei sei angemerkt, dass Sarkeesian die Kommentar-Spalte immer wieder schliesst und \u00f6ffnet, wohl als Reaktion auf aktuelle Tendenzen des Shitstorms.\r\n<a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u2003Butler 2006, 13.\r\n<a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u2003Ebd., 13.\r\n<a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>\u2003Ebd., 13.\r\n<a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>\u2003Vgl. Butler 2006, 14 ff.\r\n<a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u2003Graf (2014) definiert \u2039GamerGate\u203a folgendermassen: \u00abDas Schlagwort \u2039GamerGate\u203a \u00fcberschreibt einen beispiellosen Strudel aus Pressekritik, Sexismus, Feminismus und Verschw\u00f6rungstheorien.\u00bb\r\n<a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a>\u2003Vgl. Freidel 2014.\r\n<a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>\u2003In dem genannten Video versucht ein User Sarkeesians Videoserie zu dekonstruieren und ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zu schm\u00e4lern.\r\n<a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>\u2003Kommentar des Users spoony smalls, 2016 (TEDxTalks 2012).\r\n<a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>\u2003Kommentar des Users Cup Cake Unleashed, 2015 (TEDxTalks 2012).\r\n<a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>\u2003Kommentar des Users jscott2700, 2014 (Sarkeesian 2013a).\r\n<a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>\u2003Kommentar eines Users, dessen Account mittlerweile gel\u00f6scht wurde, 2014 (Sarkeesian 2013a).\r\n<a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a>\u2003Kommentar des Users 2456gamer, 2015 (Sarkeesian 2013b).\r\n<a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a>\u2003Kommentar des Users Philip Kurian, 2016 (Sarkeesian 2013d).\r\n<a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a>\u2003Siehe dazu Julinoir 2009.\r\n<a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a>\u2003Vgl. Butler 2006, 13.\r\n<a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a>\u2003Kommentar des Users Aaron Delaney, 2016 (Sarkeesian 2013a).\r\n<a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a>\u2003Kommentar des Users 11viewer77, 2014 (Sarkeesian 2013c).\r\n<a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a>\u2003Matsuda, zitiert nach Butler 2006, 36.\r\n<a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a>\u2003Sarkeesian in TEDxTalks 2012, 07:40-07:56.\r\n<a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a>\u2003Vgl. ebd., 03:32-03:43.\r\n<a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a>\u2003Butler 2006, 28-29.\r\n<a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a>\u2003An dieser Stelle sei auf <a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/?page_id=2\">den Beitrag<\/a> von Zo\u00e9 Piguet in diesem Band verwiesen. Bei ihrer Untersuchung des Studiengangs Game Design an der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste kommen Sarkeesians Video-Reihe und der Gender-Debatte wichtige Bedeutung zu.\r\n<a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a>\u2003Vgl. Butler 2006, 38.\r\n<a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a>\u2003Sarkeesian 2012, 08:15 ff.\r\n","rendered":"<h5>\u00abAnita Sarkeesian?&nbsp; More Like Anita Suckeesian\u00bb<\/h5>\n<h4>Der Shitstorm-Sarkeesian als Beispiel f\u00fcr verletzende Sprache im Internet<\/h4>\n<p>Das Internet wurde urspr\u00fcnglich als Raum imaginiert, in dem Andersartigkeit gelebt wird und gesellschaftliche Stereotype abgelegt werden k\u00f6nnen; ein Raum, der sich frei von hegemonialen Macht- und Herrschaftsstrukturen konstituiert: \u00abIdentity explodes in multiple morphings and infiltrates the system at root.\u00bb<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" id=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Doch auf sozialen Plattformen wie Facebook und Twitter kommt es immer wieder zu negativen \u00c4usserungen \u00fcber einzelne Personen oder auch Unternehmen, die aufgrund bestimmter Meinungs\u00e4usserungen im Internet sanktioniert und blossgestellt werden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Gerade das Internet, das \u00fcber das Potenzial verf\u00fcgt, Inhalte innert k\u00fcrzester Zeit zu verbreiten und zu vervielf\u00e4ltigen, bietet sich f\u00fcr solche Ph\u00e4nomene besonders an.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr interaktive Entr\u00fcstungen in sozialen Netzwerken sind sogenannte \u2039Shitstorms\u203a. Im Duden wird der Shitstorm als ein \u00abSturm der Entr\u00fcstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden \u00c4usserungen einhergeht\u00bb<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\" id=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> definiert. Folglich ist das Internet ein Ort, so scheint es, wo sich gewaltvolle (Sprech-)Akte besonders schnell und hemmungslos ausbreiten k\u00f6nnen. Der Shitstorm ist (relativ) anonym und genau in dieser Anonymit\u00e4t liegt auch ein Teil seines gewaltvollen Potenzials. Zweck des Shitstorms ist es, das Ansehen von in der \u00d6ffentlichkeit stehenden Personen, Firmen oder Institutionen, und damit deren \u00f6ffentliches Ansehen, zu sch\u00e4digen und deren Glaubw\u00fcrdigkeit zu verringern.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\" id=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ein prominentes Beispiel f\u00fcr einen Shitstorm ist der Fall Anita Sarkeesian, der als Grundlage dieser Arbeit dient. Ihre Video-Reihe Tropes vs. Women in Video Games (2012) besteht aus einer f\u00fcnfteiligen Serie, in der sie sich kritisch mit der stereotypen Darstellung von Frauen in der Popul\u00e4rkultur, vornehmlich Videospielen, auseinandersetzt. Ihre Serie liess Sarkeesian mit einer Kickstarter-Kampagne finanzieren, die bereits nach wenigen Tagen das erforderliche Kapital erspielte.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\" id=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> In der Tropes vs. Women in Video Games-Videoreihe prangert Sarkeesian den sexistischen Status quo von Videospielen an \u2013 und dies auf eine \u00e4usserst witzige Art und Weise. Die Serie konstituiert sich aus einer gr\u00fcndlichen Recherche, aus einer dichten Analyse und einer grossen Portion Sarkasmus. Indem Sarkeesian dem Ph\u00e4nomen auf den Grund geht, entlarvt sie die Tatsache, dass Frauen in Games mehrheitlich als unf\u00e4hige, hilfsbed\u00fcrftige Figuren oder als blosse eindimensionale Dekoration fungieren. Dabei geht sie auch auf das verbreitete Motiv der \u2039Damsel in Distress\u203a ein. Die Damsel in Distress bezeichnet eine bestimmte Form der Inszenierung, bei der die weibliche Figur von einem m\u00e4nnlichen Antagonisten gefangengenommen wird (oder in Bedr\u00e4ngnis gebracht wird) und anschliessend von einem, wiederum m\u00e4nnlichen, Protagonisten gerettet werden muss. Die Frau wird dabei als passives Objekt dargestellt, w\u00e4hrend der Mann als starke, tapfere Figur mit alleiniger Handlungsmacht konstituiert wird. Sarkeesian bespricht die Problematik der medialen Darstellungen von Frauen, aber auch von Minderheiten wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abIn entertainment media, men are the heroes and stars, the stories are about them and their lives. Women, people of colour, queer folks, and those with disabilities are relegated to the love interest, the sidekick, or just background.\u00bb<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\" id=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ihre feministische Kritik zielt dabei aber nicht bloss auf Frauenthematiken ab, sondern verfolgt eher die Intention, auf Missst\u00e4nde innerhalb von medialen Repr\u00e4sentationen aufmerksam zu machen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\" id=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich erntete Sarkeesian von den verschiedensten Seiten \u00fcberwiegend positives Feedback. Anschliessend wurde sie aber zunehmend Opfer von sexistischen und rassistischen Kommentaren. Ihre Serie wurde innerhalb der Gaming Community kontrovers diskutiert und einer teilweise koordinierten, systematischen Schm\u00e4hkritik ausgesetzt.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\" id=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Der von Sarkeesian angeprangerte Sexismus wurde von den Gamern als Antwort darauf reproduziert. Der anschliessende Aufruf zur Schm\u00e4hung der \u00f6ffentlichen Person Sarkeesian entwickelte sich zu einer dynamischen, eskalierenden Gewaltsamkeit. Dieses Ph\u00e4nomen scheint ein Indikator f\u00fcr die Tatsache zu sein, dass gerade Auseinandersetzungen, die sich mit Sexismus besch\u00e4ftigen, besonders diejenigen Personen anziehen, die sich dadurch angegriffen f\u00fchlen: die Sexisten selbst. Denn durch die (feministische) Dekonstruktion traditioneller Game-Narrative k\u00f6nnen sich offensichtlich einige Gamer pers\u00f6nlich angegriffen und in ihrem Territorium bedroht f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Ich selbst kam fr\u00fch in Kontakt mit Anita Sarkeesian und verfolgte ihre Videoserien mit einem grossen Interesse, nicht zuletzt aufgrund meines Interesses an feministischen Themenfeldern. Ihre Analyse war f\u00fcr mich \u00fcberzeugend und stimmig, wohl gerade deshalb irritierte der Shitstorm-Sarkeesian. Der Hass, den Sarkeesian mit ihren Beitr\u00e4gen erntete, die vielen negativen, beleidigenden Kommentare, waren im wahrsten Sinne des Wortes gewaltig. Der verletzende Duktus der Sprache, der im Grunde wenig mit der eigentlichen Thematik zu tun hatte, sondern mehr auf einen Angriff auf das Frau-sein und den Feminismus per se abzielte, liessen verborgenes sexistisches Gedankengut zu Tage treten.<\/p>\n<p>In diesem Beitrag m\u00f6chte ich nun diesen Shitstorm analysieren. Dabei interessieren mich einerseits die Sprechakte, sowie deren Qualit\u00e4ten und Argumentationsebenen. Andererseits soll gekl\u00e4rt werden, welche Vorstellungen von Geschlecht(lichkeit) dahinter verborgen sind. Zu guter Letzt soll gefragt werden, welches Handlungspotenzial Adressaten\/innen eines Shitstorms bleibt.<\/p>\n<h1>Anonymit\u00e4t und Sichtbarkeit in der Transparenzgesellschaft<\/h1>\n<p>Bevor ich den konkreten Shitstorm-Sarkeesian untersuchen werde, m\u00f6chte ich eine theoretische Grundlage zur aktuellen Internet-Gesellschaft liefern und diese im Kontext von Machtstrukturen diskutieren. Mit dem Begriff der \u2039Transparenzgesellschaft\u203a beschreibt der Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han eine Tendenz internetaffiner Gesellschaften, alles sichtbar und zug\u00e4nglich zu machen. Damit verbunden ist das Ph\u00e4nomen, dass Intimit\u00e4t zunehmend \u00f6ffentlich ausgestellt wird, und auch das Private \u2039\u00f6ffentlicher\u203a wird.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\" id=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Diese Ausf\u00fchrungen sind naheliegend, k\u00f6nnen doch Fotos in Windeseile auf sozialen Plattformen wie Instagram geteilt, Intimes wie der Beziehungsstatus auf Facebook mit einem Klick gewandelt und politische Meinungen auf Twitter unbedacht in die Welt gesandt werden. Grenzen zwischen Privatem und \u00d6ffentlichen verwischen, die \u00f6ffentliche Kommunikation im Internet ist gepr\u00e4gt von einer zunehmenden Distanzlosigkeit und Anonymit\u00e4t. Dieser schwindende Abstand, die r\u00e4umliche Distanzlosigkeit und Anonymit\u00e4t, gehe, so Han, mit einem Abbau mentaler Distanzen, einer Reduktion von Anstand und Respekt einher.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\" id=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dies erkl\u00e4rt wohl auch den von Han festgestellten pornographischen Charakter der Transparenzgesellschaft, die auf \u00c4usserlichkeiten fokussiert ist. Wie im Pornographischen wird ausnahmslos alles gezeigt, Fantasie wird \u00fcberfl\u00fcssig, laut Han wird hier alles enth\u00fcllt. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Befreiung. So greift Han das Konzept des Panoptikums auf, wobei er auf die panoptische Struktur heutiger Kommunikationssysteme verweist, womit Kontrolle und Macht angesprochen werden. Doch weist er auf einen grundlegenden Unterschied hin: \u00abW\u00e4hrend die Insassen des Benthamschen Panoptikums sich der permanenten Pr\u00e4senz des Aufsehers bewusst sind, w\u00e4hnen sich die Bewohner des digitalen Panoptikums in Freiheit.\u00bb<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\" id=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> In der heutigen Internet-Gesellschaft wird nach wie vor permanent kontrolliert (und damit einhergehend auch Macht ausge\u00fcbt), doch die Subjekte entziehen sich selbst der Machteinwirkung, da sie sich hinter der Anonymit\u00e4t verstecken k\u00f6nnen. Hans Konklusion ist eine d\u00fcstere, dystopische:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDie Transparenzgesellschaft ist eine Gesellschaft des Misstrauens und des Verdachts, die aufgrund des schwindenden Vertrauens auf Kontrolle setzt. Die lautstarke Forderung nach Transparenz weist gerade darauf hin, dass das moralische Fundament der Gesellschaft br\u00fcchig geworden ist, dass moralische Werte wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit immer mehr an Bedeutung verlieren. An die Stelle der wegbrechenden moralischen Instanz tritt die Transparenz als neuer gesellschaftlicher Imperativ.\u00bb<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\" id=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Hans Ausf\u00fchrungen sind f\u00fcr diese Betrachtungen von besonderem Interesse und stehen in direktem Kontrast zu fr\u00fcheren utopischen Vorstellungen des Internets als liberalen M\u00f6glichkeitsraum. Diese Kombination aus Anonymit\u00e4t, Respektlosigkeit und Obsz\u00f6nit\u00e4t bietet perfekte Gegebenheiten, damit ein Ph\u00e4nomen wie ein Shitstorm \u00fcberhaupt entstehen kann.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\" id=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Beim Shitstorm wird dieses Geflecht noch komplexer, da einerseits die Sprecherin oder der Sprecher in seiner Identit\u00e4t anonym bleiben kann und anderseits der Shitstorm nicht als ein einheitliches Ganzes auftritt, sondern als zerst\u00fcckeltes Ph\u00e4nomen, was eine gef\u00e4hrliche Dynamik annehmen kann.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\" id=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> So ist der Shitstorm gewaltsam und distanziert zugleich. Das gewaltvolle Potenzial eines Shitstorms liegt darin, dass sich die Akteure hinter der Anonymit\u00e4t verstecken k\u00f6nnen. W\u00e4hrend die Prozesse, die bei einem Shitstorm ablaufen, verh\u00fcllt bleiben, werden die Auswirkungen daf\u00fcr umso direkter und expliziter. Das Internet ist, wie die Kulturwissenschaftlerin Sylvia Pritsch darlegt, trotz zunehmendem Bewusstsein \u00fcber Sexismus und Ungleichheiten, ein sozialer Raum, der sexistische, rassistische und andere diskriminierende Strukturen aufweist und ein gewaltvolles Potenzial in sich birgt.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\" id=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Diese Gedanken dienen als Basis f\u00fcr die Erfassung des Shitstorms innerhalb der vom Internet gepr\u00e4gten Gegenwart.<\/p>\n<h1>Verletzende Sprache als Gewaltakt im Shitstorm<\/h1>\n<p>Neben dem eigent\u00fcmlichen Verh\u00e4ltnis von Sichtbarmachung und Anonymit\u00e4t kommt aber auch Sprechakten eine zentrale Bedeutung zu. F\u00fcr deren Verst\u00e4ndnis dienen die theoretischen Erkenntnisse Judith Butlers als Grundlage.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\" id=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Unter R\u00fcckgriff auf die Sprechakttheorie von J. L. Austin diskutiert Butler die \u2039Hate Speech\u203a, um zu einer allgemeinen Theorie der Performativit\u00e4t des politischen Diskurses zu gelangen.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\" id=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Ihre Theorie ist f\u00fcr diese Analyse deshalb von Bedeutung, da die verletzende Rede die zentrale Ausdrucksform von Shitstorms ist. In mehrfacher Hinsicht wird eine verbale \u00c4usserung so zum Akt der Gewaltaus\u00fcbung. Butler h\u00e4lt fest:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDas Problem des verletzenden Sprechens wirft die Frage auf, welche W\u00f6rter verwunden und welche Repr\u00e4sentationen kr\u00e4nken, wobei wir zugleich angewiesen sind, unsere Aufmerksamkeit auf die ge\u00e4usserten, \u00e4usserbaren und ausdr\u00fccklichen Aspekte der Sprache zu konzentrieren. Allerdings ist die sprachliche Verletzung offenbar nicht nur ein Effekt der W\u00f6rter, mit denen jemand angesprochen wird, sondern ist der Modus der Anrede selbst, ein Modus \u2013 eine Disposition oder eine konventionelle Haltung \u2013, der das Subjekt anruft und konstituiert.\u00bb<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\" id=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>In Anlehnung an Han kann festgestellt werden, dass die konstituierende, verletzende Anrede in einem anonymen Raum deutlich leichter f\u00e4llt, als in einem Raum, in dem man sich als wahrnehmbares Subjekt zu erkennen geben muss. In der Anonymit\u00e4t kann man sich als Subjekt der Machteinwirkung entziehen, man ist nicht identifizierbar und dementsprechend auch nicht sanktionierbar. Ein verletzender Youtube-Kommentar wird bspw. f\u00fcr den Urhebenden kaum Folgen nach sich ziehen, da sich dieser hinter der Anonymit\u00e4t verstecken kann. Es handelt sich hier um ein Spiel mit den Grenzen des Privaten und des \u00d6ffentlichen \u2013 um ein Machtspiel, bei dem gewisse Subjekte Macht aus\u00fcben und sich aber selbst dieser Macht entziehen.<\/p>\n<p>Bei einem Sprechakt definiert gerade die Anrede das adressierte Subjekt und begr\u00fcndet dieses sogar: \u00abDie Anrede selbst\u00bb, bemerkt Butler, \u00abkonstituiert das Subjekt [innerhalb des m\u00f6glichen Kreislaufs der Anerkennung] oder umgekehrt, ausserhalb dieses Kreislaufs, in der Verworfenheit.\u00bb<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\" id=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Shitstorms sind immer in die Normativit\u00e4t der Sprache eingebunden und entwerfen dementsprechend auch immer einen Raum (des Verwerflichen). Der Name, mit dem das Subjekt nun adressiert wird, benennt es nicht nur, sondern, je nach Form der Adressierung, vermag er es auch zu erniedrigen und herabzusetzen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\" id=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Diese sprachtheoretische Perspektive enth\u00fcllt also eine spezifische Verletzbarkeit im Netz, die sich gerade im Akt der Adressierung zeigt und manifestiert. Illustriert seien diese Ausf\u00fchrungen durch folgenden Kommentar auf Sarkeesians Videoreihe von User surfer64:&nbsp; \u00abThis bitch belongs on the mattress face down ass up. That\u2019s all she\u2019s good for.\u00bb<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\" id=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>, in dem gleich mehrere Z\u00fcge der verletzenden Sprache deutlich werden.<\/p>\n<p>Weiter bemerkt Butler, dass, wenn wir das Ausmass der Verletzung \u2013 beziehungsweise die Funktionsweise der Macht \u2013 in diesem Sprechakt analysieren, es nicht gen\u00fcgt, nur den Kontext f\u00fcr diesen fraglichen Sprechakt festzulegen, denn \u00ab[&#8230;] die Sprechsituation ist keine blosse Spielart des Kontextes, der einfach durch sprachliche und zeitliche Grenzen zu definieren w\u00e4re\u00bb<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\" id=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a>. Denn in dem Moment, wo wir durch den Sprechakt verletzt werden, wird uns im selben sogleich der Kontext entzogen. Gerade darin, so argumentiert Butler, k\u00f6nnte das besonders verletzende Potenzial liegen: der Adressat\/die Adressatin wird seiner\/ihrer Selbstkontrolle beraubt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\" id=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Gerade durch sexistische Kommentare, die Sarkeesian auf einen bestimmten Platz verweisen sollen (vgl. \u00ab[&#8230;] on the mattress face down ass up\u00bb), wird sie implizit \u2039umplatziert\u203a und ihrer Rolle als Journalistin und Medienkritikerin beraubt. Die Adressierung kann also ein Kontext schaffen, durch den verschiedene Angriffe \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich werden. Dazu Butler:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abIn diesem vernichtenden Augenblick wird gerade die Unbest\u00e4ndigkeit des eigenen \u2039Ortes\u203a innerhalb der Gemeinschaft der Sprecher sichtbar. Anders gesagt: Man kann durch dieses Sprechen \u2039auf (s)einen Platz verwiesen\u203a werden, der aber m\u00f6glicherweise gar keiner ist.\u00bb<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\" id=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Diffamierungsstrategien funktionieren wie folgt: Die Opfer werden adressierbar gemacht (oder sind es bereits), und in dem Sinne auch lokalisierbar gemacht, w\u00e4hrend die T\u00e4ter\/innen sich selbst einer m\u00f6glichen Adressierung verweigern (indem sie bspw. Pseudonyme als User-Namen verwenden) und so aus der privilegierten Position der Anonymit\u00e4t sprechen k\u00f6nnen. Die Pseudonyme der User lassen jegliche Zuordnung aus. Dazu kommt, dass sich diese User nur in Form von Kommentaren positionieren und sichtbar machen.<\/p>\n<p>Anita Sarkeesian hingegen ist in ihren Videos wahrhaftig sichtbar und bietet so verschiedene Angriffsfl\u00e4chen, von Aussehen, \u00fcber die Stimme usw. Butler argumentiert, dass sich jeder Realit\u00e4tsbezug, gerade wegen seiner Zitatf\u00f6rmigkeit, immer auf diskursive Normen beziehen muss.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\" id=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Das heisst nun, dass sich jeder Realit\u00e4tsbezug nur in einem Feld bewegen kann, in dem sich bereits existierende Symboliken und Semantiken akkumulieren. Auch der Shitstorm bewegt sich folglich in einem Gebiet, das normierend und regulierend funktioniert.<\/p>\n<p>Die verletzenden Worte k\u00f6nnen im Shitstorm aber nicht bloss auf ihre Wirkung reduziert werden. So hat auch die Rechtfertigung keine Substanz, dass es \u2039nur\u203a Worte seien und es sich lediglich um eine Provokation handle. Die verletzenden Sprechhandlungen bedienen damit n\u00e4mlich ein symbolisches Machtspiel in der Deutungshoheit \u00fcber Geschlechterbilder und deren Rolle f\u00fcr Computerspiele und die Gesellschaft als Ganzes. Ein an Sarkeesian gerichteter Kommentar auf Youtube ist also mehr als eine pubert\u00e4re Verletzung, steht er doch in einem gr\u00f6sseren kulturellen Zusammenhang, der tiefe Einblicke in eben diesen erlaubt. Das heisst, dass auch diese Debatte Gegenstand des westlichen Gender-Diskurses ist. Die Gamergate-Bewegung<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\" id=\"_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a>, die anf\u00e4nglich noch als \u00fcbliche Emp\u00f6rungswelle zu verorten war, erhielt mit Anita Sarkeesian und deren Videoreihe eine komplett neue Dimension: Negative \u00c4usserungen schlugen in gewaltvolle, sexistische und erniedrigende Drohungen um.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\" id=\"_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Nach welchen Mechanismen diese Verletzungen operieren, soll im Folgenden gezeigt werden.<\/p>\n<h1>Eine Reise in den Shitstorm-Sarkeesian<\/h1>\n<p>Wenden wir uns nun konkret dem Shitstorm-Sarkessian zu. Als Analysematerial diente mir die vollst\u00e4ndige Video-Reihe Sarkeesians sowie das Video Feminism vs. Facts (2013).<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\" id=\"_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Die Kommentare, die sich zu diesen Videos h\u00e4ufen, sind \u00e4usserst \u2039gewaltsam\u203a. In der genauen Inhalts- sowie Stilanalyse kristallisierten sich sechs Charakteristika heraus, die im Folgenden kurz erl\u00e4utert werden. Dabei wird fokussiert, welche Sprechweisen angewandt werden und worauf sie abzielen.<\/p>\n<h2>Glaubw\u00fcrdigkeit untergraben<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig wird das intellektuelle Niveau bzw. Fachwissen der Adressatin angezweifelt oder ins L\u00e4cherliche gezogen: \u00abAwe so cute, she took a sociology class, so now she has figured out the world and its deep secrets.\u00bb<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\" id=\"_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Die Sprachhandlung bewegt sich hier zwischen einer behauptenden und abwertenden. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie Anita Sarkeesian von diesem User auf \u2039ihren\u203a Platz verwiesen wird \u2013 und dieser Platz lokalisiert sich nicht in der Gamer-Dom\u00e4ne. In solchen \u00c4usserungen geht es darum, die Glaubw\u00fcrdigkeit der Adressatin zu schm\u00e4lern und sie ihrer (autonomen) Macht zu berauben. Die Struktur der \u00c4usserung f\u00fchrt eine gewisse Hierarchie ein: Die Adressatin wird von dem User bel\u00e4chelt und sie wird auf ihr Geschlecht und die damit verbundene \u2039Dummheit\u203a reduziert. Es geht darum, ihr Wissen abzuwerten und sie als Dummerchen abzutun, das sich hier in einem (politischen) Spielfeld bewegt, wo es nichts zu suchen hat.<\/p>\n<h2>Herabsetzung zum Sexobjekt<\/h2>\n<p>Als zweite Charakteristik l\u00e4sst sich der sexualisierende Sprachegebrauch ausmachen: \u00abAnita is just a cancer. She has no idea about actual misogyny or sexism, send her to Islam and see what she says when she gets back. Suck my dick stupid feminist.\u00bb<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\" id=\"_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Diese Ebene ist besonders gewaltsam und am wenigsten Kontext-bezogen. Die dominierende Sprachhandlung ist hier eine drohende. In diesem Beispiel wird nicht nur ein gewaltvoller Sexismus, sondern auch Rassismus deutlich. Es sind implizite Gewaltandrohungen, die sich stark auf die K\u00f6rperlichkeit, die Sexualit\u00e4t und teilweise auch auf die Nationalit\u00e4t beziehen. Daneben ist der Einsatz von Metaphern besonders frappant sowie die Verwendung des Vornamens als direkte Anrede, was den ganzen Angriff noch viel pers\u00f6nlicher macht.<\/p>\n<h2>Geschlechterstereotype vertreten<\/h2>\n<p>Die dritte Argumentation manifestiert sich in einer sexistischen Sprache und einem sexistischen Werte- und Normensystem. In diesen Aussagen wird die Ungleichheit zwischen Mann und Frau, die gerade in diesem sprachlichen Diskurs wiederum reproduziert wird, besonders deutlich. Hier ist der Duktus entweder ein behauptender, ein erkl\u00e4render oder ein drohender: \u00abThis reminds me of what an old MRA friend of mine used to say: Men DO things; women complain that things aren\u203at being DONE.\u00bb<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\" id=\"_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Es wird deutlich, dass bei dieser Argumentationsstrategie stets das bin\u00e4re Geschlechtermodell reproduziert wird und weiter auch als Hilfsmittel f\u00fcr die Argumentation beigezogen wird. Klassische normierende Geschlechter- und Rollenverh\u00e4ltnisse werden zum Ausdruck gebracht: Die Frau wird als das schwache, hilfsbed\u00fcrftige Geschlecht abgetan. Wiederum kommt es hier zu einer Reproduktion von Geschlechterstereotypen seitens der User, was Anita Sarkeesian urspr\u00fcnglich genau bek\u00e4mpfen wollte. Auff\u00e4llig ist hier ausserdem, wie sich in dieser Argumentation der Sprecher selbst inszeniert und als \u2039\u00fcberlegenes\u203a Geschlecht aufspielt und sich folglich Macht selbst zuspielen will. W\u00e4hrend die eigene, m\u00e4nnliche Sexualit\u00e4t als selbstverst\u00e4ndlich bewertet wird, wird die Sexualit\u00e4t der Frau oft im Kontext von \u2039Heilige und Hure\u203a diskutiert.<\/p>\n<h2>Feminismus anprangern<\/h2>\n<p>Die vierte Form der Argumentation zeichnet sich dadurch aus, dass auf dieser Ebene besonders der Feminismus als Zielscheibe des Shitstorms fungiert. Hier wird nicht zwingend die Gegnerin pers\u00f6nlich angegriffen, sondern der Feminismus per se wird als Feindbild betitelt und kategorisch abgelehnt. Es ist also eine deutliche antifeministische Argumentation. Hier ist die dominierende Sprachhandlung eine behauptende oder eine drohende: \u00abI swear, feminists are such genderbaiting hatemongers. Everything becomes a gendered issue with these people. Instead of man &amp; woman, it&#8217;s become man vs. woman.\u00bb<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\" id=\"_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> In dieser Argumentation kommen Fragen von Territorium und Rollenverh\u00e4ltnissen ins Spiel. Das, was scheinbar bedrohlich wirkt, wird diffamiert. Durch Werturteile \u00fcber die Adressatin gewinnen die User vermeintlich Macht. So scheint f\u00fcr viele User schon der blosse Umstand, dass Sarkeesian als Frau in einem m\u00e4nnlich dominierten Raum ihre kritischen Ansichten \u00e4ussert und sich f\u00fcr eine Aufl\u00f6sung (oder zumindest f\u00fcr eine Losl\u00f6sung) von traditionellen und stereotypen Geschlechter- und Rollenverh\u00e4ltnissen stark macht, Grund genug, die Adressatin mit dem verletzenden Sprechakt anzugreifen und sie auf ihren Platz zu verweisen.<\/p>\n<p>Diejenigen, die beleidigen, erleben ein Machtgef\u00fchl, eine Empfindung, dass sie mit ihren Aussagen etwas \u2039bewirken\u203a, was ihnen, zumindest f\u00fcr einen Moment, ein Gef\u00fchl der Macht verschafft. Einerseits wird hier von einer Art Genderwahn gesprochen, von einem Diskurs der v\u00f6llig \u00fcberwertet und unn\u00f6tig sei, und damit einhergehend, von einer Gleichmacherei, die laut b\u00f6sen Zungen \u00fcberwertet oder bereits schon erreicht sei. Andererseits manifestieren die User mit ihren Kommentaren, die auf eine Abwertung der Adressatin sowie deren Rolle und Selbstbestimmungsfreiheit in der heutigen Gesellschaft zielen, ein patriarchal dominiertes Werte- und Normensystem.<\/p>\n<h2>Gamer-Expertise in Frage stellen<\/h2>\n<p>Die Argumentation erfolgt auf einer vermeintlich sachlichen Ebene. Die Argumentation hat hier, im Gegensatz zu den anderen Strategien, einen scheinbaren Gehalt. Die User bringen hier ihr fachspezifisches Wissen ins Spiel und die Sprache ist erheblich neutraler. Hier wird bspw. argumentiert, dass das Damsel in Distress-Motiv nicht per se misogyn sei, dass grunds\u00e4tzlich die Geschlechterdarstellung in Games nicht stereotyp oder misogyn sei, oder dass die Identifikation eines Spielers\/einer Spielerin mit einer Figur nicht zwingend \u00fcber das Geschlecht laufen m\u00fcsse:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abHas this woman ever played metroid? any of the elder scrolls? Fallout series? open world games? really. metroid has Samus (a female) as the main character, Skyrim you get to choose in, and despite such is still full of semi badass women (all the NPC ai is a little goofey), Fallout 3 you still get to choose, and the wasteland is full of asshole raiders, some of which are women.\u00bb<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\" id=\"_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Aber auch hier wird deutlich, dass der Duktus eben nicht bloss erkl\u00e4rend ist, sondern im selben Zuge auch wertend und verweisend. Ihre fachliche Kompetenz wird auch in diesen Kommentaren stets angezweifelt, ja sogar bombardiert. Schon im ersten Satz geschieht eine Abwertung, indem Anita Sarkeesina nur als \u2039this woman\u203a bezeichnet wird. Daneben wird versucht, die breit abgest\u00fctzte Analyse von Sarkeesian mit wenigen Beispielen zu kippen.<\/p>\n<h2>Bewertung von \u00c4usserlichkeiten<\/h2>\n<p>Der Angriff erfolgt in Form einer Diffamierung des Erscheinungsbildes der Gegnerin. Auch diese Ebene hat wenig mit Sarkeesians Kritikpunkten und Forderungen zu tun, sondern fixieren die Beleidigungen einzig ihr Aussehen. Hier dominiert eine behauptende und drohende Sprachhandlung: \u00abWhat is the deal with her eyebrows? Looks like she got a set of stick-on-eyebrows from the $1 store.\u00bb<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\" id=\"_ftnref34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> In diese Sparte fallen auch die besonders rassistischen Kommentare. Diese Aussage ist ein Beispiel, wie Sarkeesian auf ihre \u00e4usserliche Erscheinung reduziert wird. Die Kritikpunkte, die Sarkeesian in ihren Videos \u00e4ussert, bspw. das sexualisierte \u00c4ussere von Game-Figuren, feuern die User in dieser Argumentation auf Sarkeesian selbst zur\u00fcck. Die User versuchen bei dieser Argumentationsform der Gegnerin das Recht auf k\u00f6rperliche und \u00e4usserliche Selbstbestimmtheit zu nehmen.<\/p>\n<p>Dies ist leider eine oft verwendete Argumentationsstrategie, wie bspw. vergewaltigten Frauen auch oft vorgeworfen wird, dass sie selbst Schuld seien, weil sie die M\u00e4nner willentlich oder unwillentlich aufgereizt h\u00e4tten.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\" id=\"_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Solche Begr\u00fcndungen sind haarstr\u00e4ubend und versetzen die Frau wiederum in die Rolle des naiven Dummerchens, das vor allem mit ihrem Aussehen gefallen will. In dieser Argumentation findet also eine doppelte Entwertung statt; die Frau als Schuldige und die Frau als Opfer.<\/p>\n<h2>Sprechakte im Shitstorm-Sarkeesian<\/h2>\n<p>Nach Einordnung aller visionierten Kommentare, konnte ich eine klare Tendenz zu sexistischen und antifeministischen Meinungs\u00e4usserungen ausmachen. Sachliche, faktbezogene \u00c4usserungen existieren kaum. Die Sprache ist in den Kommentaren \u00fcberwiegend gewaltsam und die dominierende Sprachhandlung ist entweder eine behauptende oder eine drohende oder tritt in Form einer Pseudo-Ironie ans Licht.<\/p>\n<p>Gerade auf der Ebene der sexistischen und antifeministischen Argumentation wird deutlich, dass Sarkeesian im Diskurs oft nicht als Individuum, als Subjekt, angesehen wird, sondern eher als Teil eines feministischen Kollektivs, das kategorisch abgelehnt wird. Sarkeesian fungiert an dieser Stelle als Verk\u00f6rperung des Feindbilds und die User lassen ihrer Unzufriedenheit gegen\u00fcber dem Feminismus freien Lauf. Sarkeesian wird nicht als ebenb\u00fcrtiges Gegen\u00fcber wahrgenommen, geschweige denn als Expertin. Sie wird auf ihr Geschlecht oder auf ihr feministisches Anliegen reduziert und in diesem abermals angegriffen. Die Kritikpunkte, die sie \u00e4ussert, werden von den \u2039Hatern\u203a im Gegenzug fast schon als trotzige Reaktion reproduziert, wodurch sie sich wiederum verankern.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Geschlecht spielt also insofern eine Rolle, als gerade Frauen mit feministischen oder anderen politischen Anliegen, verst\u00e4rkt Zielscheibe solcher Shitstorms werden. Denn gerade der Versuch, klassische Geschlechterverh\u00e4ltnisse oder auch heteronormative Rollenmodelle zu dekonstruieren und zu kritisieren, wird leider von vielen als Norm\u00fcberschreitung ausgemacht und folglich sanktioniert. Durch Bedienung hegemonialer Geschlechterstereotypen wird versucht, die Adressatin festzuschreiben und auf \u2039ihren Platz\u203a zu verweisen.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\" id=\"_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Diese Vorstellung seitens des Sprechenden von \u2039an-einen-Platz-geh\u00f6ren\u203a ist eng mit Wert- und Normvorstellung des weiblichen Geschlechts verbunden. Die User wollen den Status quo vom Gamen als m\u00e4nnlich dominierte Dom\u00e4ne erhalten und die Frau im Gegenzug aus dieser Dom\u00e4ne verweisen, zur\u00fcck an den Herd oder ins Bett, wo sie hingeh\u00f6rt. Dabei wird gerade die feministische Position Sarkeesians zum Feind. So schreibt ein User bspw.:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abFeminism is only believed by women with a very slow processing brain that believe their own idiotic thoughts. That\u2019s why so many women have given up on \u00abbelieving\u00bb in it in the last year because the points are completely contradictive and actually sexist so &#8230;.. Fuck feminism bullshit!!\u00bb<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\" id=\"_ftnref37\"><sup>[37]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kritik Sarkessians an bestehenden Geschlechterverh\u00e4ltnissen und Stereotypen, bzw. deren Sichtbarmachung, bringt die bestehende (gesellschaftliche) Ordnung n\u00e4mlich kurzzeitig ins Wanken. Durch die Angriffe der User wird Sarkeesian diese Macht wieder genommen und die urspr\u00fcngliche Ordnung restabilisiert. Dazu sei auch auf das titelgebende Zitat verwiesen: \u00abI think this feminist bitch is a retard. she is clearly overthinking everything about games. anita sarkeesian? more like anita suckeesian lolololol.\u00bb<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\" id=\"_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a><\/p>\n<h1>Wirkmacht von Sprechakten im Shitstorm<\/h1>\n<p>Eine grosse Problematik bei einem grunds\u00e4tzlichen Sprechakt ist, dass das Sprechen eben nicht nur ein soziales Herrschaftsverh\u00e4ltnis wiederspiegelt, sondern im selben Zuge inszeniert es diese Herrschaft wiederum und wird damit zum \u00abVehikel der Wiederherstellung der gesellschaftlichen Struktur\u00bb<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\" id=\"_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>. Dies ist also auch f\u00fcr diesen konkreten Shitstorm von Bedeutung. Im Moment der hasserf\u00fcllten \u00c4usserungen gegen Sarkeesian wird eine gesellschaftliche Struktur artikuliert, eine gesellschaftliche Struktur, die Sexismus, Rassismus und Misogynie nicht nur zul\u00e4sst, sondern mehr noch, durch die Duldung f\u00f6rdert. Sarkeesian erkl\u00e4rt diese Auswirkungen selbst wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abThe end result [&#8230;] is maintaining and reinforcing and normalizing a culture of sexism where men who harass are supported by their peers and rewarded for their sexist attitudes and behaviors and where women are silenced, marginalized and excluded from full participation.\u00bb<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\" id=\"_ftnref40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Durch Beleidigungen und Angriffe feministischer und sexistischer Art wird Sarkeesian nicht nur selbst angegriffen. \u2039Hater\u203a erfahren in dieser Dynamik des Shitstorms R\u00fcckhalt von anderen Hatern und werden dadurch in ihren Ansichten gest\u00e4rkt. Die verletzende Rede kann also als sprachliche Reartikulation und Reproduktion gesellschaftlicher Herrschaft bezeichnet werden und fungiert so als Schauplatz einer mechanistischen, voraussagbaren Reproduktion von Macht.<\/p>\n<p>Bei dem Shitstorm-Sarkeesian k\u00f6nnen wir aber noch einen Schritt weitergehen: Die Emp\u00f6rungen, denen sich Sarkeesian ausgesetzt sah, beschr\u00e4nkten sich nicht nur auf Sprechakte, sondern schlossen auch weitere Formen verletzender Akte ein.<\/p>\n<p>Etliche Memes begannen zu zirkulieren (siehe Abb. 1), ihre Wikipedia-Seite wurde mit pornographischen Seiten verlinkt und es wurde sogar ein Spiel erfunden, bei dem man Sarkeesian per Mausklick \u2039physischen\u203a Schaden zuf\u00fcgen konnte.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\" id=\"_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> W\u00e4hrend sich bei den Kommentaren die Gewalt auf den Sprechakt beschr\u00e4nkt, so kommt bei dem erw\u00e4hnten Spiel eine weitere Ebene hinzu, n\u00e4mlich die des aktiven Eingriffs in das Pers\u00f6nlichkeitsrecht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_62\" aria-describedby=\"caption-attachment-62\" style=\"width: 541px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Abb1-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-62\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-content\/uploads\/sites\/19\/2019\/06\/Abb1-1.png\" alt=\"\" width=\"541\" height=\"357\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-62\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Verletzende Sprache in Form von Memes.<\/figcaption><\/figure>\n<h1>\u00abThe Cyber Mob Failed to Silence Me\u00bb<\/h1>\n<p>Nachdem wir gesehen haben, in welcher Form sich der Shitstorm manifestiert und wie dessen Duktus strukturiert ist, gilt es nun der Frage nachzugehen, ob es eine Form von \u2039Bew\u00e4ltigung\u203a gibt. Unterbinden oder zensieren des Shitstorms ist aus zweierlei Gr\u00fcnden ein Ding der Unm\u00f6glichkeit: Erstens ist das Netz nicht zu kontrollieren und einzud\u00e4mmen. Wird eine bestimmte Webseite verboten, oder ein Kommentar gel\u00f6scht oder gemeldet, so schiesst schon im Zuge der Sperrung an einer anderen Stelle etwas Neues hervor. Zweitens wird in Internetforen die Meinungs- und -\u00c4usserungsfreiheit geradezu zelebriert und als h\u00f6chstes Gut gesetzt, und der Ansatz vertreten, Konflikte l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie wir nun aber gesehen haben, erfolgt bei einem verletzenden Sprechakt die Verletzung einerseits verbal und anderseits in dessen Folgen. Sie beschr\u00e4nkt sich also nicht auf die blossen Worte, sondern umfasst auch deren Auswirkungen. Diese Folgen k\u00f6nnen aber, und hier kn\u00fcpfe ich an Butler an, f\u00fcr die Adressatin selbst auch ein positives Potenzial bergen, denn je nach Umgang kann die Adressatin ihre Macht zur\u00fcckerobern. Butler dazu:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDie Verdoppelung des verletzendes Sprechens findet nicht nur in der Rap-Musik und in den verschiedenen Spielarten der politischen Parodie statt, sondern auch in der politischen und gesellschaftlichen Kritik an diesem Sprechen, in der das \u2039Anf\u00fchren\u203a der verletzenden Ausdr\u00fccke f\u00fcr die jeweils vorgetragene Beweisf\u00fchrung von zentraler Bedeutung ist.\u00bb<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\" id=\"_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Es kann also f\u00fcr die Adressatin oder den Adressaten hilfreich sein, diese verletzenden \u00c4usserungen als solche zu benennen und als solche zu ver\u00f6ffentlichen. Durch die (Re-)Pr\u00e4sentation der verletzenden Akte kann die Adressatin der Gesellschaft bestimmte Missst\u00e4nde vor Augen f\u00fchren, die nach wie vor in dieser verankert sind. Auch f\u00fcr Sarkeesian ergibt sich durch die Pr\u00e4sentation dieser verletzenden \u00c4usserungen eine M\u00f6glichkeit, ihre Macht zur\u00fcckzugewinnen. Indem sie die Kommentare auf ihrer eigenen Webseite Feminist Frequency freischaltete, konnte sie die \u00c4usserungen in ihrem Sexismus und ihrem gewaltvollen Gehalt festhalten und so das Bewusstsein f\u00fcr deren brutalen Inhalt sch\u00e4rfen. Butler bemerkt also korrekt, dass in der (Re-)Pr\u00e4sentation auch eine Form von Wiederstand bestehen kann. Daneben ist anzumerken, dass Sarkeesian mit ihrer Videoserie aber auch viel positives Feedback erntete. Gerade an Universit\u00e4ten und Schulen erreichten ihre Projekte grosse Beachtung. Zudem war die ganze Debatte in den Medien sehr pr\u00e4sent, was sich auch positiv auswirkte. Einerseits wurde dadurch der Sexismus thematisiert und offengelegt und andererseits gewann die Problematik weiblicher Figuren in Spielen sehr viel R\u00fcckenwind.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\" id=\"_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Obwohl ein oft zitierter Satz im Netz \u2039Do not feed the trolls\u203a lautet, haben wir im Beispiel von Anita Sarkeesian gesehen, dass durch die abweichende Reproduktion ein Sprechakt von seinen Konventionen, die ihn st\u00fctzen, abgel\u00f6st und so seiner verletzenden Wirksamkeit beraubt werden kann.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\" id=\"_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> Durch die mediale Debatte und die damit einhergehende Popularit\u00e4t, hat Sarkeesian wiederum Macht erhalten. Die Hater wollten Sarkeesian Macht nehmen, aber die Tatsache, dass sie eine derartige Plattform erhielt (auch wenn diese sehr schmerzhaft war), hat sie in ihrer Position nur noch gest\u00e4rkt. Sarkeesian \u00e4usserte sich in TEDxWomen 2012 selbst sehr zuversichtlich dazu:<\/p>\n<blockquote><p>\u00abThe Cyber mob failed to silence me. And it turns out that quite a few people are actually interested in a project that would deconstruct the representations of women in games. And who were totally outraged at the harassment that too often plugs our gaming communities. I actually raised 25 times what I initially asked for. [&#8230;] Feminist Frequency went from a part-time side job to a fulltime endeavor. I received countless messages of support and words of encouragement. [&#8230;] The overwhelming support I received is just a small manifestation of the larger cultural shift illuming on the horizon. A growing cross section of gamers and game developers of all genders are fed up with the way women are being treated in gaming culture and they are speaking up to demand change. Now this change is happening slowly and kind of painfully but it\u2019s happening. Everyday I\u2019m encouraged by the women who persevere, who continue to engage and who refuse to be silenced. I truly believe that if we work together we can create a cultural shift where women without fear of intimidation, without fear of threats and harassment can be full and active participants in our digital world.\u00bb<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\" id=\"_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Sarkeesian verfolgt nach wie vor ihre feministischen Anliegen und l\u00e4sst sich von negativen Stimmen und der verletzenden Sprache im Internet nicht von ihren Projekten abhalten.<\/p>\n<h1>Fazit<\/h1>\n<p>Wenn man sich im Diskurs des Shitstorms bewegt, scheint es, dass besonders Beitr\u00e4ge und \u00c4usserungen von Personen, die sich mit geschlechterpolitischen und kritischen Inhalten auseinandersetzen und bestehende Geschlechtermodelle und Rollenmodelle in Frage stellen, eine besondere Anf\u00e4lligkeit aufweisen. Auch im Netz sind die latenten Kr\u00e4fte der heteronormativen, zweigeschlechtlichen Ordnung stets sp\u00fcrbar. Die kritische Stimme muss sich also nach wie vor gegen eben jene Kr\u00e4fte durchsetzen. Folglich l\u00e4sst sich auch das Internet als Raum verstehen, der sanktionierend gegen Feministinnen vorgeht, gerade deshalb, weil Feministinnen normative Rollenverh\u00e4ltnisse hinterfragen und im Weiteren auch dekonstruieren. Da von vielen die digitale Welt, und die Gamer-Dom\u00e4ne im Besonderen, als Bereiche verstanden werden, die traditionellerweise eher als maskulin gelten, wird die ge\u00e4usserte Kritik oft als Grenz\u00fcberschreitung verstanden.<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche These, dass Shitstorms unter anderem daran beteiligt sind, dass konventionelle Geschlechterstrukturen auch im Netz reproduziert und eine geschlechterspezifische Okkupation \u00f6ffentlicher und medialer R\u00e4ume stattfindet, kann zu einem gewissen Punkt bejaht werden. Trotzdem hat der Shitstorm-Sarkeesian auch viel Positives mit sich gebracht: Durch die Sichtbarmachung des Sexismus und durch die Reflexion dieses hegemonialen Diskurses sind Schwachstellen der Gesellschaft offengelegt worden und k\u00f6nnen dadurch angegangen werden.<\/p>\n<p>Mit einer spezifischen Shitstorm-Analyse im Kontext der #gamergate-Kontroverse habe ich gezeigt, dass im Beispiel des Shitstorm-Sarkeesian die Sprechhandlungen destruktiver und verletzender Natur sind und dass die meisten davon als antifeministische und sexistische Meinungs\u00e4usserungen identifiziert werden. Im Netz wird also eine spezifische Form sprachlicher Gewalt ausge\u00fcbt, indem durch die Macht der Sprache Menschen auf ihren Platz verwiesen werden und schliesslich auch enteignet werden k\u00f6nnen. Beruhen die verletzenden Sprechakte nicht \u2039nur\u203a auf sprachlichen \u00c4usserungen, sondern kommt auch noch eine zweite Ebene dazu, n\u00e4mlich diejenige des aktiven Eingriffs in die Pers\u00f6nlichkeitsrechte, so wird die Verletzung zu einer mehrdimensionalen und auch tiefer greifenden. Die Adressatin oder der Adressat kann durch (Re-)Pr\u00e4sentation und folglich auch durch eine Rekontextualisierung der Sprechhandlungen Sexismus, Antifeminismus und Rassismus offenlegen und folglich auch anfechten. Dies festigt sie\/ihn wiederum in ihrer\/seiner eigenen Position oder gibt ihr\/ihm einen Teil der verlorenen Macht zur\u00fcck. Als Bew\u00e4ltigungsstrategie und als Strategie, die eigene Macht zur\u00fcckzugewinnen, bietet sich so also die Repr\u00e4sentation bzw. die Rekontextualisierung sehr sch\u00f6n an.<\/p>\n<p>Am Shitstorm-Sarkeesian wird deutlich, dass Sexismus leider nach wie vor tief in der Gesellschaft verankert ist und gerade im Netz, durch die Anonymit\u00e4t, sogar noch beg\u00fcnstig wird. Eine konkrete, richtige Verhaltensstrategie und eine pauschalisierende Antwort gibt es dabei nicht, denn jede Person geht unterschiedlich mit Kritik um. Klar scheint, dass das Netz sich als Raum konstituiert, in dem es Menschen leichter f\u00e4llt, sich abwertend zu \u00e4ussern, wobei das ganze Ph\u00e4nomen durch eine gewisse Gruppendynamik noch unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Der Shitstorm kann aber durchaus auch als M\u00f6glichkeit gedacht werden. Als M\u00f6glichkeit in dem Sinne, da er \u00fcber das Potenzial verf\u00fcgt, hinter den sch\u00f6nen Schein der erw\u00fcnschten Normen zu blicken und zu erkennen, wo tiefgreifende und grundlegende Probleme liegen, wo Aufkl\u00e4rungsarbeit von N\u00f6ten ist und wo eben unsere Gesellschaft genau noch nicht so weit entwickelt und emanzipiert ist, wie dies gern behauptet wird. Mit Han gelesen kann der Shitstorm folglich Transparenz schaffen, indem ein Tabu aufgehoben wird.<\/p>\n<h1>Quellenverzeichnis<\/h1>\n<h2>Audiovisuelle Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li>Sarkeesian, Anita (feministfrequency): \u00abDamsel in Distress: Part 1 \u2013 Tropes vs Women in Video Games\u00bb. 07.03.2013a (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=X6p5AZp7r_Q\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=X6p5AZp7r_Q<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>Sarkeesian, Anita (feministfrequency): \u00abDamsel in Distress: Part 2 \u2013 Tropes vs Women in Video Games\u00bb. 28.05.2013b (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=toa_vH6xGqs&amp;t=2s\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=toa_vH6xGqs&amp;t=2s<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>Sarkeesian, Anita (feministfrequency): \u00abDamsel in Distress: Part 3 \u2013 Tropes vs Women in Video Games\u00bb. 01.08.2013c (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LjImnqH_KwM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LjImnqH_KwM<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>TEDxTalks: \u00abAnita Sarkeesian at TEDxWomen 2012\u00bb. TEDxTalks, 04.12.2012 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GZAxwsg9J9Q\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GZAxwsg9J9Q<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>Thunderf00t: \u00abFeminism versus FACTS (RE Damsel in Distress)\u00bb. 14.03.2013 (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QJeX6F-Q63I&amp;list=PLQJW3WMsx1q3BAZh3XsK1cSwCiaqjSulc\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QJeX6F-Q63I&amp;list=PLQJW3WMsx1q3BAZh3XsK1cSwCiaqjSulc<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Sekund\u00e4rliteratur<\/h2>\n<ul>\n<li>Butler, Judith: Performative Akte und Geschlechterkonstitution. Ph\u00e4nomenologie und feministische Theorie. In: Uwe Wirth (Hg.): Performanz. Zwischen Sprachphilosophie und Kulturwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002, 301\u2013322.<\/li>\n<li>Butler, Judith: Hass spricht. Zur Politik des Performativen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006 (1997).<\/li>\n<li>Butler, Judith: K\u00f6rper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin: Verlagsgesellschaft mbH &amp; CoKG, 1995 (1993).<\/li>\n<li>Eickelmann, Jennifer: Mediatisierte Missachtung und die Verhandlung von Gender bei Emp\u00f6rungswellen im Netz. Der Fall Anita Sarkeesian. Onlinejournal Kultur &amp; Geschlecht #13 (2014, <a href=\"https:\/\/kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/eickelmann_missachtung.pdf\">https:\/\/kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/eickelmann_missachtung.pdf<\/a>, abgerufen: 10.02.17).<\/li>\n<li>Fox, Jesse und Wai Yen Tang: Sexism in Online Video Games: The Role of Conformity to Masculine Norms and Social Dominance Orientation. In: Computers in Human Behavior, 33. 2014, 314\u2013320.<\/li>\n<li>Han, Byung-Chul: Im Schwarm. Ansichten des Digitalen. Berlin, 2013.<\/li>\n<li>Han, Byung-Chul: Transparenzgesellschaft. Berlin: Matthes &amp; Seitz, 2012.<\/li>\n<li>Herring, Susan: The Rhetorical Dynamics of Gender Harassment On-Line. In: The Information Society, Vol. 15, No. 3. 1999, 151\u2013167.<\/li>\n<li>Naber, Andreas. Der Shitstorm. Die neugewonnene Macht der Konsumenten durch die sozialen Netzwerke und ihre Implikationen auf die Kommunikationsstrategien von Unternehmen. Berlin: Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft, 2013.<\/li>\n<li>Peric, Bojan: Gender und Pixel. Damsel in Distress, Gender und Gaming. Paidia: Zeitschrift f\u00fcr Computerforschung (2014, http:\/\/www.paidia.de\/?p=4531, abgerufen: 02.02.2017).<\/li>\n<li>Pritsch, Sylvia: Verletzbarkeit im Netz. Zur sexistischen Rhetorik des Trollens. In: Feministische Studien, Band 29, Nr. 2., 2011, 232\u2013247.<\/li>\n<li>Pritsch, Sylvia: Zur sexistischen Gewalt im Netz. In: Schwerpunkt. 2014, 53\u201355.<\/li>\n<li>Sarkeesian, Anita: \u00abI\u2019ll make a man out of you\u00bb: Strong Women in Science Fiction and Fantasy Television. Toronto: York University, 2010.<\/li>\n<li>Voskamp, Friederike: Virtueller Pranger im Internet. \u00abShitstorm\u00bb und \u00abCybermobbing\u00bb als B\u00fchne f\u00fcr die Meinungsfreiheit? \u2013 Providerpflichten nach der BGH-Rechtsprechung. Bremen: Schwerpunkt. 2013, 787\u2013791.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Internetquellen<\/h2>\n<ul>\n<li>Duden: \u00abShitstorm\u00bb. Duden. Bibliographisches Institut (<a href=\"http:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Shitstorm\">http:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Shitstorm<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>Freidel, Morten: \u00abGamergate. Wenn Kritik kommt, h\u00f6rt das Spiel auf\u00bb. Frankfurter Allgemeine, 2017 (<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/gamergate-wenn-kritik-kommt-hoert-das-spiel-auf-13232818.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/gamergate-wenn-kritik-kommt-hoert-das-spiel-auf-13232818.html<\/a>, abgerufen: 06.04.17).<\/li>\n<li>Graf, Michael: \u00abBranchenweite Kontroverse \u2013 Worum geht\u2019s bei #GamerGate?\u00bb. Gamestar, 2014 (<a href=\"http:\/\/www.gamestar.de\/specials\/reports\/3078220\/branchenweite_kontroverse.html\">http:\/\/www.gamestar.de\/specials\/reports\/3078220\/branchenweite_kontroverse.html<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>Hern, Alex: \u00abFeminist Games Critic Cancels Talk After Terror Threat\u00bb. The Guardian Online, 2014 (<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2014\/oct\/15\/anita-sarkeesian-feminist-games-critic-cancels-talk\">https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2014\/oct\/15\/anita-sarkeesian-feminist-games-critic-cancels-talk<\/a>, abgerufen: 07.02.2017).<\/li>\n<li>Julinoir: \u00abVergewaltigt? Selber Schuld!\u00bb. M\u00e4dchen Blog, 2009 (<a href=\"http:\/\/maedchenblog.blogsport.de\/2009\/04\/02\/vergewaltigt-selber-schuld\/\">http:\/\/maedchenblog.blogsport.de\/2009\/04\/02\/vergewaltigt-selber-schuld\/<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<li>Malakasioti, Angeliki: \u00abSelf-Spatialities of Gaming Experience\u00bb. Game Conference, 2012 (<a href=\"https:\/\/gameconference2011.files.wordpress.com\/2010\/10\/self-spatialities-of-gaming-experience_full-paper.pdf\">https:\/\/gameconference2011.files.wordpress.com\/2010\/10\/self-spatialities-of-gaming-experience_full-paper.pdf<\/a>, abgerufen: 06.04.17).<\/li>\n<li>Pinterest: \u00abAnita Sarkeesian Memes\u00bb. Pinterest (<a href=\"https:\/\/www.pinterest.com\/pin\/270216046367418577\/\">https:\/\/www.pinterest.com\/pin\/270216046367418577\/<\/a>, abgerufen: 02.04.17)<\/li>\n<li>Sarkeesian, Anita: \u00abImage Based Harassment and Visual Misogyny\u00bb. Feminist Frequency, 01.07.2012 (<a href=\"https:\/\/feministfrequency.com\/2012\/07\/01\/image-based-harassment-and-visual-misogyny\/\">https:\/\/feministfrequency.com\/2012\/07\/01\/image-based-harassment-and-visual-misogyny\/<\/a>, abgerufen: 24.04.2017).<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Abbildungsverzeichnis<\/h2>\n<ul>\n<li>Abb. 1: Verletzende Sprache in Form von Memes (<a href=\"http:\/\/www.newstatesman.com\/blogs\/internet\/2012\/07\/what-online-harassment-looks\">http:\/\/www.newstatesman.com\/blogs\/internet\/2012\/07\/what-online-harassment-looks<\/a>, abgerufen: 26.04.2017).<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u2003Malakasioti 2012.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u2003Vgl. Voskamp 2013, 787.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u2003Duden 2017.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u2003Vgl. Voskamp 2013, 789.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u2003Vgl. Sarkeesian in TEDxTalks 2012, 08:49-09:05.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u2003Sarkeesian 2010, 14.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u2003Die Ausf\u00fchrungen in diesem Abschnitt beziehen sich auf Anita Sarkeesians TEDxWomen 2012-Talk.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u2003Vgl. Anita Sarkeesian in TEDxTalks 2012, 02:00-03:44.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u2003Vgl. Han 2013, 7.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u2003Vgl. ebd., 7-8.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u2003Han 2012, 76.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u2003Ebd., 79.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u2003Vgl. Han 2013, 7<br \/>\n<a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u2003Vgl. ebd., 8.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u2003Vgl. Pritsch 2014, 53.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u2003Butler dekonstruiert verbreitete Denkmuster und fasst Konzepte wie das Denken in Kategorien von K\u00f6rper und Identit\u00e4t neu. Als radikale Poststrukturalistin ist sie davon \u00fcberzeugt, dass alles, womit es der Mensch in der Welt zu tun hat, diskursiv erzeugt ist. Sie argumentiert, dass alle Aussagen \u00fcber Identit\u00e4t, K\u00f6rper und Geschlecht erst im Diskurs bestimmt werden. Bilder und visuelle Ph\u00e4nomene versteht sie als reine Zeichen einer diskursiven Praxis. Sie geht also davon aus, dass bestimmte Sprechakte die Wirklichkeit erst herstellen (vgl. Butler 1995, 22f).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a>\u2003Vgl. Klappentext Butler 2006.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u2003Butler 2006, 10.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\" id=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u2003Ebd., 15.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u2003Ebd., 53.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\" id=\"_ftn21\">[21]<\/a>\u2003Kommentar des Users surfer64, 2015 (Sarkeesian 2013a). Dabei sei angemerkt, dass Sarkeesian die Kommentar-Spalte immer wieder schliesst und \u00f6ffnet, wohl als Reaktion auf aktuelle Tendenzen des Shitstorms.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\" id=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u2003Butler 2006, 13.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\" id=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u2003Ebd., 13.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\" id=\"_ftn24\">[24]<\/a>\u2003Ebd., 13.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\" id=\"_ftn25\">[25]<\/a>\u2003Vgl. Butler 2006, 14 ff.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\" id=\"_ftn26\">[26]<\/a>\u2003Graf (2014) definiert \u2039GamerGate\u203a folgendermassen: \u00abDas Schlagwort \u2039GamerGate\u203a \u00fcberschreibt einen beispiellosen Strudel aus Pressekritik, Sexismus, Feminismus und Verschw\u00f6rungstheorien.\u00bb<br \/>\n<a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\" id=\"_ftn27\">[27]<\/a>\u2003Vgl. Freidel 2014.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\" id=\"_ftn28\">[28]<\/a>\u2003In dem genannten Video versucht ein User Sarkeesians Videoserie zu dekonstruieren und ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zu schm\u00e4lern.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\" id=\"_ftn29\">[29]<\/a>\u2003Kommentar des Users spoony smalls, 2016 (TEDxTalks 2012).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\" id=\"_ftn30\">[30]<\/a>\u2003Kommentar des Users Cup Cake Unleashed, 2015 (TEDxTalks 2012).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\" id=\"_ftn31\">[31]<\/a>\u2003Kommentar des Users jscott2700, 2014 (Sarkeesian 2013a).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\" id=\"_ftn32\">[32]<\/a>\u2003Kommentar eines Users, dessen Account mittlerweile gel\u00f6scht wurde, 2014 (Sarkeesian 2013a).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\" id=\"_ftn33\">[33]<\/a>\u2003Kommentar des Users 2456gamer, 2015 (Sarkeesian 2013b).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\" id=\"_ftn34\">[34]<\/a>\u2003Kommentar des Users Philip Kurian, 2016 (Sarkeesian 2013d).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\" id=\"_ftn35\">[35]<\/a>\u2003Siehe dazu Julinoir 2009.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\" id=\"_ftn36\">[36]<\/a>\u2003Vgl. Butler 2006, 13.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\" id=\"_ftn37\">[37]<\/a>\u2003Kommentar des Users Aaron Delaney, 2016 (Sarkeesian 2013a).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\" id=\"_ftn38\">[38]<\/a>\u2003Kommentar des Users 11viewer77, 2014 (Sarkeesian 2013c).<br \/>\n<a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\" id=\"_ftn39\">[39]<\/a>\u2003Matsuda, zitiert nach Butler 2006, 36.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\" id=\"_ftn40\">[40]<\/a>\u2003Sarkeesian in TEDxTalks 2012, 07:40-07:56.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\" id=\"_ftn41\">[41]<\/a>\u2003Vgl. ebd., 03:32-03:43.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\" id=\"_ftn42\">[42]<\/a>\u2003Butler 2006, 28-29.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\" id=\"_ftn43\">[43]<\/a>\u2003An dieser Stelle sei auf <a href=\"http:\/\/www.willkuerli.ch\/?page_id=2\">den Beitrag<\/a> von Zo\u00e9 Piguet in diesem Band verwiesen. Bei ihrer Untersuchung des Studiengangs Game Design an der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste kommen Sarkeesians Video-Reihe und der Gender-Debatte wichtige Bedeutung zu.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\" id=\"_ftn44\">[44]<\/a>\u2003Vgl. Butler 2006, 38.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\" id=\"_ftn45\">[45]<\/a>\u2003Sarkeesian 2012, 08:15 ff.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"menu_order":12,"template":"","meta":{"pb_show_title":"","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-28","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":200,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28\/revisions\/200"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=28"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=28"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/werkstuecke9\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=28"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}