{"id":343,"date":"2021-12-28T17:11:28","date_gmt":"2021-12-28T17:11:28","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/?post_type=chapter&#038;p=343"},"modified":"2026-04-05T16:27:13","modified_gmt":"2026-04-05T16:27:13","slug":"343","status":"web-only","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/chapter\/343\/","title":{"raw":"02 Das Lautsystem","rendered":"02 Das Lautsystem"},"content":{"raw":"[h5p id=\"62\"]\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h3>A) Voranmerkung zur Palatalisierung<\/h3>\r\nSchon im vorangehenden Kapitel haben wir die \u00abharten\u00bb, \u00abweichen\u00bb, \u00abpalatalen\u00bb oder \u00abpalatalisierten\u00bb Konsonanten erw\u00e4hnt. Unter Palatalisierung versteht man in der Phonetik allgemein, dass durch Hebung des Zungenr\u00fcckens in Richtung des harten Gaumens palatale Konsonante entstehen, was in der Regel durch Kontakt mit dem Phonem \u200b[<sup>j\u2060<\/sup>]\u200b (bzw. auch [<sup>i<\/sup>] und [<sup>e<\/sup>] \u2013 h\u00e4ufig auch als [\u00b4] dargestellt) geschieht. Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> und dem <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> weisen die Konsonanten <em>j \/ \u0439 <\/em>[j] und die Vokale<em> i<\/em> \/ <em>\u0438<\/em> [i] und <em>\u0435<\/em> [e] diese phonetische F\u00e4higkeit auf[footnote]Im Russischen immer \u2013 ausser nach \u0446, \u0436 und \u0448; im BKMS unter gewissen Voraussetzungen, die auch schriftlich markierte Laut\u00e4nderungen (Palatalisierung und Jotierung) hervorrufen.[\/footnote], wobei im Russischen die weiteren weichen Vokale \u2013 <em>\u044f<\/em>, <em>\u044e<\/em>, <em>\u0451<\/em> \u2013 und das Weichheitszeichen <em>\u044c<\/em> hinzukommen und die Palatalisierung \u2013 \u201eErweichung\u201c \u2013 der Konsonanten hervorrufen.\r\n\r\nIn beiden Sprachen m\u00fcssen allerdings die <em>palatalen <\/em>von den <em>weichen <\/em>Konsonanten unterschieden werden:\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> sind alle weichen Konsonanten (<strong><em>\u0107<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0111<\/em><\/strong>, <strong><em>j<\/em><\/strong>, <strong><em>lj<\/em><\/strong> und <strong><em>nj<\/em><\/strong>) zugleich palatal, aber es gibt weitere palatale Konsonanten, die auch durch Hebung des Zungenr\u00fcckens (oder eher der Zungenseiten) in Richtung des harten Gaumens entstehen, die aber ihren urspr\u00fcnglichen weichen Charakter verloren haben und hart geworden sind (<strong><em>\u010d<\/em><\/strong>, <strong><em>d\u017e<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0161<\/em><\/strong>, <strong><em>\u017e<\/em><\/strong>).\r\nIn der <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Phonetik wird nur das <strong><em>\u0439<\/em><\/strong> als palataler und zugleich stets weicher Konsonant eingeordnet, aber die postalveolaren (manchmal auch als <em>palato<\/em>alveolaren bezeichnet) <strong><em>\u0447<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0449<\/em><\/strong> sind auch immer weich auszusprechen, wohingegen <strong><em>\u0448<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0436<\/em><\/strong> immer hart bleiben.\r\n\r\nBeim Lesen der Texte, die die Palatalisierung behandeln, ist es wichtig, sich zu vergewissern, ob die Texte unter \u201epalatal\u201c \u201eweich auszusprechen\u201c verstehen, oder sich auf den Ort der Lautbildung in der Mundh\u00f6hle beziehen. Zugleich darf man nicht vergessen, dass, wenn im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> ein Konsonant <em>palatalisiert<\/em> wird, dies bedeutet, dass er <em>weich<\/em> ausgesprochen werden soll.\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> hingegen sind zwei Laut\u00e4nderungen zu beachten, die in der Literatur h\u00e4ufig als die <em>erste<\/em> und die <em>zweite<\/em> <em>Palatalisation\/Palatalisierung<\/em> bezeichnet werden \u2013 die letztere wird in den neueren Grammatiken und Fachtexten meistens <em>Sibilarisierung<\/em> genannt \u2013, bei denen die Vokale <strong><em>e<\/em><\/strong> und <strong><em>i<\/em><\/strong> zu Konsonanten\u00e4nderungen f\u00fchren, wobei aber kein einziger Konsonant weich wird: Bei der (ersten) Palatalisierung werden z. B. die Velare <strong><em>k<\/em><\/strong>, <strong><em>g<\/em><\/strong> und <strong><em>h<\/em><\/strong> vor -<em>e <\/em>und an gewissen Stellen vor -<em>i<\/em> zu den Palatalen <strong><em>\u010d<\/em><\/strong>, <strong><em>\u017e<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0161<\/em><\/strong> (also: sie werden palatal \u2013 im Sinne des Bildungsorts \u2013, aber sie bleiben hart) und bei der Sibilarisierung (der zweiten Palatalisierung) wechseln dieselben Velare vor dem Vokal -<em>i<\/em> zu Dentalen <strong><em>c<\/em><\/strong>, <strong><em>z<\/em><\/strong> und <strong><em>s<\/em><\/strong>, was bedeutet, dass sie nicht am Palatum entstehen.\r\n\r\nWarum spricht man also doch von den Palatalisierungen, obwohl im BKMS dabei keine weichen Konsonanten entstehen? Einige Wortformen in modernen slavischen Sprachen stellen die \u201eversteinerten\u201c <em>Folgen<\/em> der fr\u00fcher durchgef\u00fchrten Palatalisierungen dar \u2013 unter \u201efr\u00fcher\u201c ist die Phase vor der Ausdifferenzierung der einzelnen slavischen Sprachen zu verstehen, das sog. Urslavische. So bedeutet die Palatalisierung bezogen auf das Urslavische und auf das moderne BKMS und Russische nicht ganz dasselbe: im Urslavischen haben alle vorderen Vokale die <em>erste Palatalisierung<\/em> der Konsonanten <strong><em>\u043a<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0433<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0445<\/em><\/strong> (<strong><em>k<\/em><\/strong>, <strong><em>g<\/em><\/strong>, <strong><em>h<\/em><\/strong>) zu <strong><em>\u0447<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0436<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0448<\/em><\/strong> (<strong><em>\u010d<\/em><\/strong>, <strong><em>\u017e<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0161<\/em><\/strong>) ausgel\u00f6st, was im BKMS und im Russischen an den Wortformen wie z.B. <em>oko<\/em> \u2192 <em>o\u010di<\/em> \/ <em>\u043e\u043a\u043e<\/em> \u2192 <em>\u043e\u0447\u0438<\/em>, <em>uho<\/em> \u2192 <em>u\u0161i<\/em> \/ <em>\u0443\u0445\u043e<\/em> \u2192 <em>\u0443\u0448\u0438<\/em>, <em>mogu<\/em> \u2192 <em>mo\u017ee\u0161<\/em> \/ <em>\u043c\u043e\u0433\u0443<\/em> \u2192 <em>\u043c\u043e\u0436\u0435\u0448\u044c <\/em>ersichtlich wird. Diese palatalisierten Formen werden also automatisch beim Lernen verinnerlicht, w\u00e4hrend die Palatalisierungen, die russische Konsonanten weich machen, sowie die, die regelm\u00e4ssige Laut\u00e4nderungen in der BKMS-Flexion hervorrufen, fortlaufend im Hinterkopf behalten werden m\u00fcssen, denn an ihre Anwendung muss man zun\u00e4chst regelm\u00e4ssig denken.\r\n<h3>B) Die Vokale und Konsonanten im Vergleich<\/h3>\r\n<strong>1. Die Vokale<\/strong>\r\n\r\nEine tabellarische vergleichende \u00dcbersicht der Vokale in beiden Sprachen, mit wichtigsten Informationen zu ihrer Aussprache (besonders wichtig f\u00fcrs Russische!), finden Sie im PDF-file.\r\n\r\n<img class=\"wp-image-430 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS-300x270.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"270\" \/><img class=\"wp-image-431 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-Russisch.png\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"267\" \/>\r\n\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> gibt es f\u00fcnf Vokale, die meistens klar und offen ausgesprochen werden. Zu leichten Vokalreduktionen kommt es im immer unbetonten Auslaut der zwei- oder mehrsilbigen W\u00f6rter. Regional werden Vokale manchmal auch in anderen unbetonten Positionen reduziert ausgesprochen (charakteristisch ist z.B. die Reduktion des unbetonten Vokals [i] im gesprochenen Bosnischen), aber es gibt keine standardisierten Vokalreduktionen wie im Russischen. (Der Konsonannt <em>r <\/em>kann im BKMS auch betont werden und die Rolle eines betonten Vokals \u00fcbernehmen (vgl. c\u0213n - schwarz, k\u0213v - Blut, zavr\u0301\u0161iti - beenden), dann spricht man vom \"silbentragenden r\" - <em>slogotvorno r<\/em>).\r\n\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> z\u00e4hlt man 10 Vokale, wobei f\u00fcnf von ihnen die weichen Entsprechungen der harten Vokale darstellen.\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 15.7367%;background-color: #a8d08d\">BKMS \/ \u0411\u0426\u0421<\/td>\r\n<td style=\"width: 12.8347%;text-align: center\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">a<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">e<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">i \/ \u0438<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">o<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">u \/ \u0443<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 15.7367%;background-color: #9cc2e5\">Russisch<\/td>\r\n<td style=\"width: 12.8347%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">hart<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">a<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044d<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044b<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u043e<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0443<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 15.7367%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 12.8347%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">weich<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044f<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0435<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0438<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0451<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044e<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nDie weichen <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Vokale (ausser <em>\u0438<\/em> [ i ]) werden am Wortanfang, nach anderen Vokalen und nach <em>\u044a<\/em> oder <em>\u044c<\/em> <em>jotiert:<\/em> sie werden mit einem h\u00f6rbaren vorangehenden Laut [ j ] ausgesprochen. Nach Konsonanten dienen weiche Vokale der Palatalisierung dieser Konsonanten, was bedeutet, dass der Laut [ j ] nur noch schwach h\u00f6rbar ist und dass der Konsonant weich ausgesprochen wird.\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> werden die Vokale nicht in \u201ehart\u201c oder \u201eweich\u201c eingeteilt, wobei aber die Vokale <strong><em>i<\/em><\/strong> und <strong><em>e<\/em><\/strong> eine wichtige Rolle in der Entstehung der palatalen und weichen Konsonanten spielen bzw. sprachhistorisch gesehen gespielt haben. Im modernen BKMS muss man aber beim Lesen nicht darauf achten, welcher Vokal nach welchem Konsonanten kommt: gelesen wird immer so, wie es geschrieben ist. Ausserdem ist wichtig, dass es im BKMS keinen Laut gibt, der dem russischen harten Vokal <em>\u044b<\/em> entspricht.\r\n\r\n<img class=\"wp-image-434 alignleft\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1.jpg\" alt=\"\" width=\"483\" height=\"278\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n(Angepasst nach <a href=\"https:\/\/preview.redd.it\/o2gkj3rwxen31.jpg?auto=webp&amp;s=90a4894aa138dd12c42a71f7092cc51c20540894\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reddit<\/a>)\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<strong>2. Die Konsonanten<\/strong>\r\n\r\nEine tabellarische vergleichende \u00dcbersicht der Konsonanten in beiden Sprachen, mit wichtigsten Informationen zu ihrer Aussprache (besonders wichtig f\u00fcrs Russische!), finden Sie im PDF-file.\r\n\r\n<img class=\"wp-image-437 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Konsonanti-BKMS-Illu.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"140\" \/><img class=\"wp-image-440 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu-300x200.png\" alt=\"\" width=\"326\" height=\"217\" \/>\r\n\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> gibt es 25 bzw. im Montenegrinischen 27 Konsonanten. Im Russischen sind es \u2013 da <em>\u044c<\/em> und <em>\u044a<\/em> weder Konsonante noch Vokale darstellen \u2013 21.\r\nDa die Buchstaben <strong><em>j<\/em><\/strong> im BKMS und <strong><em>\u0439<\/em><\/strong> im Russischen den gleichen Lautwert haben \u2013 [ j ] -, entf\u00e4llt der Unterschied auf f\u00fcnf (bzw. mit den montenegrinischen <em>\u015b <\/em>und <em>\u017a<\/em> sieben) BKMS- und einen russischen Konsonanten, wobei die meisten weich sind:\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 72px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 24px\">\r\n<td style=\"width: 18.6014%;height: 24px;text-align: justify;background-color: #a8d08d\">BKMS \/ \u0411\u0426\u0421<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.732%;text-align: center;height: 24px\"><span style=\"color: #00b050\">weich<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">\u0107 \/ \u045b<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">\u0111 \/ \u0452<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">lj \/ \u0459<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">nj \/ \u045a<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 24px\">\r\n<td style=\"width: 18.6014%;height: 24px;text-align: justify;background-color: #a8d08d\">BKMS \/ \u0411\u0426\u0421<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.732%;text-align: center;height: 24px\"><span style=\"color: #00b050\">hart<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">d\u017e \/ \u045f<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 24px\">\r\n<td style=\"width: 18.6014%;height: 24px;text-align: justify;background-color: #9cc2e5\">Russisch<\/td>\r\n<td style=\"width: 14.732%;text-align: center;height: 24px\"><span style=\"color: #0070c0\">weich<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">\u0449<\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nIm Hinblick auf die Auswirkung der weichen Vokale und des Weichheitszeichens <em>\u044c<\/em> auf die Aussprache der <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Konsonanten, betonen alle Grammatiken, dass gewisse russische Konsonanten ihre Grundeigenschaften nie verlieren, unabh\u00e4ngig davon, in welcher lautlicher Umgebung sie sich befinden. Es sind:\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 20%;background-color: #9cc2e5\">Russisch<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">immer weich<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0439<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0447<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0449<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 20%\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">immer hart<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0436<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0446<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0448<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nAlle weiteren <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Konsonanten sind hart \u2013 und werden vor weichen Vokalen und dem <em>\u044c<\/em> weich ausgesprochen.\r\n\r\n<img class=\" wp-image-438 alignleft\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-300x157.png\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"202\" \/>\r\n\r\n<img class=\"aligncenter wp-image-441\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS-300x196.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"216\" \/>\r\n\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> sind dagegen alle Konsonanten immer entweder hart oder weich. Manche harten Konsonanten k\u00f6nnen auch auf die Qualit\u00e4t der nachfolgenden Vokale und Konsonanten reagieren, aber sie werden nicht grunds\u00e4tzlich \u201eerweicht\u201c vor jedem <em>e<\/em>, <em>i<\/em> oder <em>j<\/em>, wie im Russischen, sondern unterliegen gewissen Laut\u00e4nderungen, unter denen die Palatalisierungen und die Jotierung (siehe Voranmerkung) eine sehr wichtige Rolle neben der Stimmassimilierung spielen.\r\n\r\nBeispiel:\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 72px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 24px\">\r\n<td style=\"width: 15.7367%;height: 24px;background-color: #a8d08d\">BKMS:<\/td>\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\"><span style=\"color: #00b050\">immer hart<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\">\u0447 \/ \u010d<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 24px\">\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px\"><\/td>\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\"><span style=\"color: #00b050\">immer weich<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\">\u045b\/\u0107<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 24px\">\r\n<td style=\"width: 15.7367%;height: 24px;background-color: #9cc2e5\">Russisch:<\/td>\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">immer weich<\/span><\/td>\r\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\">\u0447<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nAm Beispiel der Laute und Buchstaben <strong><em>\u0447<\/em><\/strong> \/ <strong><em>\u010d<\/em><\/strong> in beiden Sprachen und des <strong><em>\u045b <\/em><\/strong>\/ <strong><em>\u0107<\/em><\/strong> im BKMS kann man sehr gut die feinen Unterschiede in der harten und weichen Aussprache der Konsonanten in zwei Sprachen beobachten: Das <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russische <\/span><em>\u0447<\/em> ist \u201eimmer weich\u201c, im Unterschied zum immer harten <em>\u0447 <\/em>\/ <em>\u010d<\/em> im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span>, aber es ist in der Realit\u00e4t auch nicht so weich wie \u045b\/\u0107 im BKMS[footnote]Dabei wird die Aussprache dieser Laute im Serbischen und Montenegrinischen deutlich st\u00e4rker voneinander unterschieden als im Bosnischen und Kroatischen.[\/footnote]. Wenn man beide Sprachen lernt, kommt man sehr schnell zum Schluss, dass das russische \u0447, gemessen auf der Achse \u201ehart-weich\u201c die mittlere Position zwischen \u0447\/\u010d und \u045b\/\u0107 des BKMS einnimmt. (Dies war auch der Grund, weshalb man Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Graphem \u2013 lateinisch \u0107 und kyrillisch \u045b \u2013 in die damaligen kroatische und serbische Alphabete eingef\u00fchrt hat.)\r\n\r\nDas heisst, dass \u201eweich\u201c im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> nicht ganz gleich wie \u201eweich\u201c im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> zu verstehen ist \u2013 und genau diese Beobachtung kann sowohl dem beseren Verst\u00e4ndnis der Laut\u00e4nderungen sowie der besseren Aussprache dienen:\r\n\r\nDie <strong><span style=\"text-decoration: underline\">harten Konsonanten<\/span><\/strong> klingen in beiden Sprachen sehr \u00e4hnlich oder identisch.\r\n\r\nDie <strong><span style=\"text-decoration: underline\">weichen Konsonanten<\/span><\/strong>: Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> k\u00f6nnen alle Konsonanten ausser <em>\u0436<\/em>, <em>\u0446<\/em> und <em>\u0448<\/em> weich werden, was im BKMS unvorstellbar ist; ein harter Konsonant bleibt im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> auch vor einem <em>-e<\/em> oder <em>-i<\/em> hart, <em>oder<\/em>, wie in der Voranmerkung gezeigt, er wechselt zu einem harten palatalen Konsonanten. Vor einem <em>-j<\/em> werden manche Konsonanten im BKMS jotiert und nur dann werden sie weich. Im BKMS sind die Konsonanten <em>\u0107<\/em>, <em>\u0111<\/em>, <em>j<\/em>, <em>lj<\/em> und <em>nj<\/em> immer weich \u2013 und sie werden auch \u201eweicher\u201c als die Russischen weichen Konsonanten ausgesprochen, womit gemeint ist, dass der Anteil des j-Lautes in diesen BKMS-Konsonanten deutlich gr\u00f6sser ist als bei den russischen \u201eerweichten\u201c Konsonanten und dass der j-Laut mit dem Konsonanten regelrecht zu einem neuen Laut verschmilzt. Diese Intensit\u00e4t der Palatalisierung macht den feinen Unterschied (auch in der kyrillischen orthographischen L\u00f6sung) zwischen dem z.B. russischen <em>-<\/em><em>\u043b\u044c<\/em> und dem <em>\u0459<\/em> (<em>lj<\/em>) im BKMS.\r\n\r\nBeispiel:\r\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"color: #00b050\">BKMS <\/span><em>prijatelj<\/em><em> \/<\/em> <span style=\"color: #00b050\">\u0411\u0426\u0421<\/span> <em>\u043f\u0440\u0438\u0458\u0430\u0442\u0435\u0459 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em><span style=\"color: #0070c0\">RU <\/span><em>\u043f\u0440\u0438\u044f\u0442\u0435\u043b\u044c<\/em><\/p>\r\nIm BKMS-Substantiv <em>prijatelj <\/em>sind die einzigen weichen Konsonanten das<em> <strong>j<\/strong><\/em> und das <strong><em>lj<\/em><\/strong>; das <strong><em>r<\/em><\/strong> wird vor dem <strong><em>i<\/em><\/strong> nicht weich, und das <strong><em>t<\/em><\/strong> vor dem <strong><em>e<\/em><\/strong> ebenfalls nicht.\r\nBeim entsprechenden russischen Substantiv <em>\u043f\u0440\u0438\u044f\u0442\u0435\u043b\u044c<\/em> bleibt dagegen nur noch der Konsonant <strong><em>\u043f<\/em><\/strong> [p] hart.\r\nIm Vergleich werden nur dieser harte Konsonant am Wortanfang sowie das russische <strong><em>\u044f<\/em><\/strong> und die entsprechende BKMS-Silbe <strong><em>ja<\/em><\/strong> identisch ausgesprochen. F\u00fcr die Sprecher und Lernenden beider Sprachen ist es daher am schwierigsten, den feinen Unterschied zwischen dem harten (BKMS) und erweichten <strong><em>r<\/em><\/strong> (RU) zu perzipieren und einzu\u00fcben, genauso wie den ebenso feinen Unterschied zwischen dem sehr weichen <strong><em>lj<\/em><\/strong> im BKMS und dem durch nachfolgendes <strong><em>\u044c<\/em><\/strong> im Russischen erweichten <strong><em>\u043b<\/em><\/strong>.\r\n<h3><strong>C) Der Akzent<\/strong><\/h3>\r\nW\u00f6rter im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> und im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> richtig zu betonen ist wichtig, aber nicht einfach. Vor allem, weil Akzente normalerweise weder im BKMS noch im Russischen geschrieben werden.\r\n\r\nIn den deutschsprachigen Grammatiken und Lehrb\u00fcchern zum Russischen werden die Akzente jedoch meist gesetzt; in den entsprechenden BKMS-Lehrmitteln stellt die Akzentsetzung eher eine Ausnahme neueren Datums dar. Dies h\u00e4ngt mit der Tatsache zusammen, dass das Russische nur \u00fcber einen Akzent verf\u00fcgt und seine Einf\u00fcgung einfach ist (z.B. \u043a\u0440\u0430\u0441<strong>\u0438<\/strong><strong>\u0301<\/strong>\u0432\u0430\u044f), w\u00e4hrend im BKMS vier Akzente und eine \u00abL\u00e4nge\u00bb (eine Art zus\u00e4tzlichen schwachen Akzent) existieren (siehe unten den Abschnitt zu Akzenten im BKMS), deren Darstellung schwierig ist und in den am Computer geschriebenen Texten erst in den letzten Jahren \u2013 immer mit Hilfe der Sonderzeichen \u2013 erfolgen kann (z. B. r<strong>\u0201<\/strong>me, k<strong>\u0213<\/strong>v, razg<strong>\u00f2<\/strong>v<strong>\u0101<\/strong>r<strong>\u0101<\/strong>m, lij<strong>\u00e9<\/strong>pa\/l<strong>\u00e9<\/strong>pa).\r\n\r\nWenn man also eine der <span style=\"color: #00b050\"><span style=\"text-decoration: underline\">BKMS<\/span>-Sprachen<\/span> lernt, helfen die eingetragenen Akzente erst dann, wenn man die Symbole selbst richtig lesen kann. Sobald aber dieser Schritt gemacht ist, wird das Lesen der BKMS-Texte sehr einfach.\r\n\r\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> wiederum wirkt sich der Akzent entscheidend auf die Aussprache des Buchstaben \u00abo\u00bb aus, denn eigentlich wird nur ein betontes \u00abo\u00bb tats\u00e4chlich als [ o ] ausgesprochen (vgl. den entsprechenden Eintrag in der Tabelle zu den Vokalen in beiden Sprachen). Ausserdem gibt es weitere Regeln f\u00fcr die Aussprache der Vokale und Konsonanten im Russischen, die je nach Position des Akzents im Wort beachtet werden m\u00fcssen, oder auch das Sprechen erleichtern (wie z.B. die Regel, dass ein \u00ab\u0451\u00bb fast immer betont wird).\r\n\r\nLeider kann man sich nicht darauf verlassen, dass die W\u00f6rter, die in beiden Sprachen gleich oder sehr \u00e4hnlich geschrieben werden und\/oder dasselbe bedeuten, auch identisch betont werden, weshalb es wichtig ist, von Anfang an die richtige Betonung zu lernen. Vgl. z.B.: pr\u0209jatelj (kurzes erstes \u00abi\u00bb im BKMS) vs. \u043f\u0440\u0438\u044f\u0301\u0442\u0435\u043b\u044c (betontes \u044f [ ja ] im Russischen).\r\n\r\nEine zus\u00e4tzliche Schwierigkeit stellt die Tatsache dar, dass die Betonung in beiden Sprachen bei der Flexion oder beim Zusammentreffen mehrerer Worte ihren Platz (im BKMS h\u00e4ufig auch ihre Qualit\u00e4t) wechselt. Deshalb ist es beim Lernen dieser zwei slavischen Sprachen besonders hilfreich, die Sprachen zu <em>h\u00f6ren <\/em>und das Geh\u00f6rte h\u00e4ufig nachzusprechen. Dies ist umso wichtiger, da in beiden Sprachen, dort wo sie t\u00e4glich gesprochen werden, auch regional gepr\u00e4gte Unterschiede bzw. Akzentverschiebungen und (im BKMS) Qualit\u00e4ts\u00e4nderungen auftreten, die bei Lernenden Unsicherheiten hervorrufen k\u00f6nnen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<span style=\"text-decoration: underline\">Betonung im <span style=\"color: #00b050;text-decoration: underline\">BKMS<\/span>: \"silabotonski naglasak\" <span style=\"color: #ff0000;text-decoration: underline\"><strong>\u21d3<\/strong><\/span>\r\n<\/span>\r\n\r\n<img class=\" wp-image-470 alignleft\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/silabotonski-akcenat-300x235.png\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"310\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<img class=\"aligncenter size-large wp-image-454\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-1024x1004.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1004\" \/>\r\n\r\n<img class=\"aligncenter size-large wp-image-455\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4ADE1253-5A62-45B8-9141-BDC115A50A2C-1024x904.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"904\" \/>\r\n\r\n<strong>PDF<\/strong><strong>: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Vokale-BKMS-Russisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vokale BKMS-Russisch<\/a><\/strong>\r\n\r\n<strong>PDF<\/strong>: <strong><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2022\/01\/Konsonanten-BKMS-Russisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konsonanten BKMS-Russisch<\/a><\/strong>\r\n\r\n<strong>PDF: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Modelle-der-Betonung-Russisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Modelle der Betonung im Russischen<\/a><\/strong>\r\n\r\n<strong>PDF: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Akcenti-BKMS.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Akzente im BKMS<\/a><\/strong>\r\n\r\nFalls Sie selber <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span>-Akzente in kyrillisch oder lateinisch geschriebene Texte einf\u00fchren m\u00f6chten, k\u00f6nnen sie das File mit Akzenten \u00fcbernehmen: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Akcenti-BKMS-cirilica-i-latinica-velika-i-mala-slova.docx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>KLICK<\/strong><\/a>.\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<div id=\"h5p-62\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-62\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"62\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Terminologie Lautsystem\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>A) Voranmerkung zur Palatalisierung<\/h3>\n<p>Schon im vorangehenden Kapitel haben wir die \u00abharten\u00bb, \u00abweichen\u00bb, \u00abpalatalen\u00bb oder \u00abpalatalisierten\u00bb Konsonanten erw\u00e4hnt. Unter Palatalisierung versteht man in der Phonetik allgemein, dass durch Hebung des Zungenr\u00fcckens in Richtung des harten Gaumens palatale Konsonante entstehen, was in der Regel durch Kontakt mit dem Phonem \u200b[<sup>j\u2060<\/sup>]\u200b (bzw. auch [<sup>i<\/sup>] und [<sup>e<\/sup>] \u2013 h\u00e4ufig auch als [\u00b4] dargestellt) geschieht. Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> und dem <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> weisen die Konsonanten <em>j \/ \u0439 <\/em>[j] und die Vokale<em> i<\/em> \/ <em>\u0438<\/em> [i] und <em>\u0435<\/em> [e] diese phonetische F\u00e4higkeit auf<a class=\"footnote\" title=\"Im Russischen immer \u2013 ausser nach \u0446, \u0436 und \u0448; im BKMS unter gewissen Voraussetzungen, die auch schriftlich markierte Laut\u00e4nderungen (Palatalisierung und Jotierung) hervorrufen.\" id=\"return-footnote-343-1\" href=\"#footnote-343-1\" aria-label=\"Footnote 1\"><sup class=\"footnote\">[1]<\/sup><\/a>, wobei im Russischen die weiteren weichen Vokale \u2013 <em>\u044f<\/em>, <em>\u044e<\/em>, <em>\u0451<\/em> \u2013 und das Weichheitszeichen <em>\u044c<\/em> hinzukommen und die Palatalisierung \u2013 \u201eErweichung\u201c \u2013 der Konsonanten hervorrufen.<\/p>\n<p>In beiden Sprachen m\u00fcssen allerdings die <em>palatalen <\/em>von den <em>weichen <\/em>Konsonanten unterschieden werden:<br \/>\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> sind alle weichen Konsonanten (<strong><em>\u0107<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0111<\/em><\/strong>, <strong><em>j<\/em><\/strong>, <strong><em>lj<\/em><\/strong> und <strong><em>nj<\/em><\/strong>) zugleich palatal, aber es gibt weitere palatale Konsonanten, die auch durch Hebung des Zungenr\u00fcckens (oder eher der Zungenseiten) in Richtung des harten Gaumens entstehen, die aber ihren urspr\u00fcnglichen weichen Charakter verloren haben und hart geworden sind (<strong><em>\u010d<\/em><\/strong>, <strong><em>d\u017e<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0161<\/em><\/strong>, <strong><em>\u017e<\/em><\/strong>).<br \/>\nIn der <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Phonetik wird nur das <strong><em>\u0439<\/em><\/strong> als palataler und zugleich stets weicher Konsonant eingeordnet, aber die postalveolaren (manchmal auch als <em>palato<\/em>alveolaren bezeichnet) <strong><em>\u0447<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0449<\/em><\/strong> sind auch immer weich auszusprechen, wohingegen <strong><em>\u0448<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0436<\/em><\/strong> immer hart bleiben.<\/p>\n<p>Beim Lesen der Texte, die die Palatalisierung behandeln, ist es wichtig, sich zu vergewissern, ob die Texte unter \u201epalatal\u201c \u201eweich auszusprechen\u201c verstehen, oder sich auf den Ort der Lautbildung in der Mundh\u00f6hle beziehen. Zugleich darf man nicht vergessen, dass, wenn im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> ein Konsonant <em>palatalisiert<\/em> wird, dies bedeutet, dass er <em>weich<\/em> ausgesprochen werden soll.<br \/>\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> hingegen sind zwei Laut\u00e4nderungen zu beachten, die in der Literatur h\u00e4ufig als die <em>erste<\/em> und die <em>zweite<\/em> <em>Palatalisation\/Palatalisierung<\/em> bezeichnet werden \u2013 die letztere wird in den neueren Grammatiken und Fachtexten meistens <em>Sibilarisierung<\/em> genannt \u2013, bei denen die Vokale <strong><em>e<\/em><\/strong> und <strong><em>i<\/em><\/strong> zu Konsonanten\u00e4nderungen f\u00fchren, wobei aber kein einziger Konsonant weich wird: Bei der (ersten) Palatalisierung werden z. B. die Velare <strong><em>k<\/em><\/strong>, <strong><em>g<\/em><\/strong> und <strong><em>h<\/em><\/strong> vor &#8211;<em>e <\/em>und an gewissen Stellen vor &#8211;<em>i<\/em> zu den Palatalen <strong><em>\u010d<\/em><\/strong>, <strong><em>\u017e<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0161<\/em><\/strong> (also: sie werden palatal \u2013 im Sinne des Bildungsorts \u2013, aber sie bleiben hart) und bei der Sibilarisierung (der zweiten Palatalisierung) wechseln dieselben Velare vor dem Vokal &#8211;<em>i<\/em> zu Dentalen <strong><em>c<\/em><\/strong>, <strong><em>z<\/em><\/strong> und <strong><em>s<\/em><\/strong>, was bedeutet, dass sie nicht am Palatum entstehen.<\/p>\n<p>Warum spricht man also doch von den Palatalisierungen, obwohl im BKMS dabei keine weichen Konsonanten entstehen? Einige Wortformen in modernen slavischen Sprachen stellen die \u201eversteinerten\u201c <em>Folgen<\/em> der fr\u00fcher durchgef\u00fchrten Palatalisierungen dar \u2013 unter \u201efr\u00fcher\u201c ist die Phase vor der Ausdifferenzierung der einzelnen slavischen Sprachen zu verstehen, das sog. Urslavische. So bedeutet die Palatalisierung bezogen auf das Urslavische und auf das moderne BKMS und Russische nicht ganz dasselbe: im Urslavischen haben alle vorderen Vokale die <em>erste Palatalisierung<\/em> der Konsonanten <strong><em>\u043a<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0433<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0445<\/em><\/strong> (<strong><em>k<\/em><\/strong>, <strong><em>g<\/em><\/strong>, <strong><em>h<\/em><\/strong>) zu <strong><em>\u0447<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0436<\/em><\/strong> und <strong><em>\u0448<\/em><\/strong> (<strong><em>\u010d<\/em><\/strong>, <strong><em>\u017e<\/em><\/strong>, <strong><em>\u0161<\/em><\/strong>) ausgel\u00f6st, was im BKMS und im Russischen an den Wortformen wie z.B. <em>oko<\/em> \u2192 <em>o\u010di<\/em> \/ <em>\u043e\u043a\u043e<\/em> \u2192 <em>\u043e\u0447\u0438<\/em>, <em>uho<\/em> \u2192 <em>u\u0161i<\/em> \/ <em>\u0443\u0445\u043e<\/em> \u2192 <em>\u0443\u0448\u0438<\/em>, <em>mogu<\/em> \u2192 <em>mo\u017ee\u0161<\/em> \/ <em>\u043c\u043e\u0433\u0443<\/em> \u2192 <em>\u043c\u043e\u0436\u0435\u0448\u044c <\/em>ersichtlich wird. Diese palatalisierten Formen werden also automatisch beim Lernen verinnerlicht, w\u00e4hrend die Palatalisierungen, die russische Konsonanten weich machen, sowie die, die regelm\u00e4ssige Laut\u00e4nderungen in der BKMS-Flexion hervorrufen, fortlaufend im Hinterkopf behalten werden m\u00fcssen, denn an ihre Anwendung muss man zun\u00e4chst regelm\u00e4ssig denken.<\/p>\n<h3>B) Die Vokale und Konsonanten im Vergleich<\/h3>\n<p><strong>1. Die Vokale<\/strong><\/p>\n<p>Eine tabellarische vergleichende \u00dcbersicht der Vokale in beiden Sprachen, mit wichtigsten Informationen zu ihrer Aussprache (besonders wichtig f\u00fcrs Russische!), finden Sie im PDF-file.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-430 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS-300x270.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS-300x270.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS-65x58.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS-225x202.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS-350x314.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-BKMS.jpg 453w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-431 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-Russisch.png\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-Russisch.png 220w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Illu-Vokale-Russisch-65x68.png 65w\" sizes=\"(max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/p>\n<p>Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> gibt es f\u00fcnf Vokale, die meistens klar und offen ausgesprochen werden. Zu leichten Vokalreduktionen kommt es im immer unbetonten Auslaut der zwei- oder mehrsilbigen W\u00f6rter. Regional werden Vokale manchmal auch in anderen unbetonten Positionen reduziert ausgesprochen (charakteristisch ist z.B. die Reduktion des unbetonten Vokals [i] im gesprochenen Bosnischen), aber es gibt keine standardisierten Vokalreduktionen wie im Russischen. (Der Konsonannt <em>r <\/em>kann im BKMS auch betont werden und die Rolle eines betonten Vokals \u00fcbernehmen (vgl. c\u0213n &#8211; schwarz, k\u0213v &#8211; Blut, zavr\u0301\u0161iti &#8211; beenden), dann spricht man vom &#8222;silbentragenden r&#8220; &#8211; <em>slogotvorno r<\/em>).<\/p>\n<p>Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> z\u00e4hlt man 10 Vokale, wobei f\u00fcnf von ihnen die weichen Entsprechungen der harten Vokale darstellen.<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.7367%;background-color: #a8d08d\">BKMS \/ \u0411\u0426\u0421<\/td>\n<td style=\"width: 12.8347%;text-align: center\"><\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">a<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">e<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">i \/ \u0438<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">o<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">u \/ \u0443<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.7367%;background-color: #9cc2e5\">Russisch<\/td>\n<td style=\"width: 12.8347%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">hart<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">a<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044d<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044b<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u043e<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0443<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.7367%\"><\/td>\n<td style=\"width: 12.8347%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">weich<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044f<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0435<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0438<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u0451<\/td>\n<td style=\"width: 14.2857%;text-align: center\">\u044e<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die weichen <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Vokale (ausser <em>\u0438<\/em> [ i ]) werden am Wortanfang, nach anderen Vokalen und nach <em>\u044a<\/em> oder <em>\u044c<\/em> <em>jotiert:<\/em> sie werden mit einem h\u00f6rbaren vorangehenden Laut [ j ] ausgesprochen. Nach Konsonanten dienen weiche Vokale der Palatalisierung dieser Konsonanten, was bedeutet, dass der Laut [ j ] nur noch schwach h\u00f6rbar ist und dass der Konsonant weich ausgesprochen wird.<br \/>\nIm <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> werden die Vokale nicht in \u201ehart\u201c oder \u201eweich\u201c eingeteilt, wobei aber die Vokale <strong><em>i<\/em><\/strong> und <strong><em>e<\/em><\/strong> eine wichtige Rolle in der Entstehung der palatalen und weichen Konsonanten spielen bzw. sprachhistorisch gesehen gespielt haben. Im modernen BKMS muss man aber beim Lesen nicht darauf achten, welcher Vokal nach welchem Konsonanten kommt: gelesen wird immer so, wie es geschrieben ist. Ausserdem ist wichtig, dass es im BKMS keinen Laut gibt, der dem russischen harten Vokal <em>\u044b<\/em> entspricht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-434 alignleft\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1.jpg\" alt=\"\" width=\"483\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1.jpg 1076w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1-300x173.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1-1024x589.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1-768x442.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1-65x37.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1-225x129.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/BKMS-ru-Vokale-nach-Reddit-illu-1-350x201.jpg 350w\" sizes=\"(max-width: 483px) 100vw, 483px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Angepasst nach <a href=\"https:\/\/preview.redd.it\/o2gkj3rwxen31.jpg?auto=webp&amp;s=90a4894aa138dd12c42a71f7092cc51c20540894\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reddit<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Die Konsonanten<\/strong><\/p>\n<p>Eine tabellarische vergleichende \u00dcbersicht der Konsonanten in beiden Sprachen, mit wichtigsten Informationen zu ihrer Aussprache (besonders wichtig f\u00fcrs Russische!), finden Sie im PDF-file.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-437 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Konsonanti-BKMS-Illu.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"140\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-440 alignnone\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu-300x200.png\" alt=\"\" width=\"326\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu-300x200.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu-65x43.png 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu-225x150.png 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu-350x233.png 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Kons-illu.png 600w\" sizes=\"(max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/><\/p>\n<p>Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> gibt es 25 bzw. im Montenegrinischen 27 Konsonanten. Im Russischen sind es \u2013 da <em>\u044c<\/em> und <em>\u044a<\/em> weder Konsonante noch Vokale darstellen \u2013 21.<br \/>\nDa die Buchstaben <strong><em>j<\/em><\/strong> im BKMS und <strong><em>\u0439<\/em><\/strong> im Russischen den gleichen Lautwert haben \u2013 [ j ] -, entf\u00e4llt der Unterschied auf f\u00fcnf (bzw. mit den montenegrinischen <em>\u015b <\/em>und <em>\u017a<\/em> sieben) BKMS- und einen russischen Konsonanten, wobei die meisten weich sind:<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 72px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 18.6014%;height: 24px;text-align: justify;background-color: #a8d08d\">BKMS \/ \u0411\u0426\u0421<\/td>\n<td style=\"width: 14.732%;text-align: center;height: 24px\"><span style=\"color: #00b050\">weich<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">\u0107 \/ \u045b<\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">\u0111 \/ \u0452<\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">lj \/ \u0459<\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">nj \/ \u045a<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 18.6014%;height: 24px;text-align: justify;background-color: #a8d08d\">BKMS \/ \u0411\u0426\u0421<\/td>\n<td style=\"width: 14.732%;text-align: center;height: 24px\"><span style=\"color: #00b050\">hart<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">d\u017e \/ \u045f<\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 18.6014%;height: 24px;text-align: justify;background-color: #9cc2e5\">Russisch<\/td>\n<td style=\"width: 14.732%;text-align: center;height: 24px\"><span style=\"color: #0070c0\">weich<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\">\u0449<\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\n<td style=\"width: 16.6667%;text-align: center;height: 24px\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Im Hinblick auf die Auswirkung der weichen Vokale und des Weichheitszeichens <em>\u044c<\/em> auf die Aussprache der <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Konsonanten, betonen alle Grammatiken, dass gewisse russische Konsonanten ihre Grundeigenschaften nie verlieren, unabh\u00e4ngig davon, in welcher lautlicher Umgebung sie sich befinden. Es sind:<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 20%;background-color: #9cc2e5\">Russisch<\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">immer weich<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0439<\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0447<\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0449<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 20%\"><\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">immer hart<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0436<\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0446<\/td>\n<td style=\"width: 20%;text-align: center\">\u0448<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Alle weiteren <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russischen<\/span> Konsonanten sind hart \u2013 und werden vor weichen Vokalen und dem <em>\u044c<\/em> weich ausgesprochen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-438 alignleft\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-300x157.png\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-300x157.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-1024x537.png 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-768x403.png 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-1536x806.png 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-2048x1075.png 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-65x34.png 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-225x118.png 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Russische-Konsonante-Illu-350x184.png 350w\" sizes=\"(max-width: 386px) 100vw, 386px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-441\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS-300x196.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS-300x196.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS-65x42.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS-225x147.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS-350x228.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Palatale-BKMS.jpg 512w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/p>\n<p>Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> sind dagegen alle Konsonanten immer entweder hart oder weich. Manche harten Konsonanten k\u00f6nnen auch auf die Qualit\u00e4t der nachfolgenden Vokale und Konsonanten reagieren, aber sie werden nicht grunds\u00e4tzlich \u201eerweicht\u201c vor jedem <em>e<\/em>, <em>i<\/em> oder <em>j<\/em>, wie im Russischen, sondern unterliegen gewissen Laut\u00e4nderungen, unter denen die Palatalisierungen und die Jotierung (siehe Voranmerkung) eine sehr wichtige Rolle neben der Stimmassimilierung spielen.<\/p>\n<p>Beispiel:<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 72px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 15.7367%;height: 24px;background-color: #a8d08d\">BKMS:<\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\"><span style=\"color: #00b050\">immer hart<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\">\u0447 \/ \u010d<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px\"><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\"><span style=\"color: #00b050\">immer weich<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\">\u045b\/\u0107<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px\">\n<td style=\"width: 15.7367%;height: 24px;background-color: #9cc2e5\">Russisch:<\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\"><span style=\"color: #0070c0\">immer weich<\/span><\/td>\n<td style=\"width: 33.3333%;height: 24px;text-align: center\">\u0447<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Am Beispiel der Laute und Buchstaben <strong><em>\u0447<\/em><\/strong> \/ <strong><em>\u010d<\/em><\/strong> in beiden Sprachen und des <strong><em>\u045b <\/em><\/strong>\/ <strong><em>\u0107<\/em><\/strong> im BKMS kann man sehr gut die feinen Unterschiede in der harten und weichen Aussprache der Konsonanten in zwei Sprachen beobachten: Das <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">russische <\/span><em>\u0447<\/em> ist \u201eimmer weich\u201c, im Unterschied zum immer harten <em>\u0447 <\/em>\/ <em>\u010d<\/em> im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span>, aber es ist in der Realit\u00e4t auch nicht so weich wie \u045b\/\u0107 im BKMS<a class=\"footnote\" title=\"Dabei wird die Aussprache dieser Laute im Serbischen und Montenegrinischen deutlich st\u00e4rker voneinander unterschieden als im Bosnischen und Kroatischen.\" id=\"return-footnote-343-2\" href=\"#footnote-343-2\" aria-label=\"Footnote 2\"><sup class=\"footnote\">[2]<\/sup><\/a>. Wenn man beide Sprachen lernt, kommt man sehr schnell zum Schluss, dass das russische \u0447, gemessen auf der Achse \u201ehart-weich\u201c die mittlere Position zwischen \u0447\/\u010d und \u045b\/\u0107 des BKMS einnimmt. (Dies war auch der Grund, weshalb man Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Graphem \u2013 lateinisch \u0107 und kyrillisch \u045b \u2013 in die damaligen kroatische und serbische Alphabete eingef\u00fchrt hat.)<\/p>\n<p>Das heisst, dass \u201eweich\u201c im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> nicht ganz gleich wie \u201eweich\u201c im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> zu verstehen ist \u2013 und genau diese Beobachtung kann sowohl dem beseren Verst\u00e4ndnis der Laut\u00e4nderungen sowie der besseren Aussprache dienen:<\/p>\n<p>Die <strong><span style=\"text-decoration: underline\">harten Konsonanten<\/span><\/strong> klingen in beiden Sprachen sehr \u00e4hnlich oder identisch.<\/p>\n<p>Die <strong><span style=\"text-decoration: underline\">weichen Konsonanten<\/span><\/strong>: Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> k\u00f6nnen alle Konsonanten ausser <em>\u0436<\/em>, <em>\u0446<\/em> und <em>\u0448<\/em> weich werden, was im BKMS unvorstellbar ist; ein harter Konsonant bleibt im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> auch vor einem <em>-e<\/em> oder <em>-i<\/em> hart, <em>oder<\/em>, wie in der Voranmerkung gezeigt, er wechselt zu einem harten palatalen Konsonanten. Vor einem <em>-j<\/em> werden manche Konsonanten im BKMS jotiert und nur dann werden sie weich. Im BKMS sind die Konsonanten <em>\u0107<\/em>, <em>\u0111<\/em>, <em>j<\/em>, <em>lj<\/em> und <em>nj<\/em> immer weich \u2013 und sie werden auch \u201eweicher\u201c als die Russischen weichen Konsonanten ausgesprochen, womit gemeint ist, dass der Anteil des j-Lautes in diesen BKMS-Konsonanten deutlich gr\u00f6sser ist als bei den russischen \u201eerweichten\u201c Konsonanten und dass der j-Laut mit dem Konsonanten regelrecht zu einem neuen Laut verschmilzt. Diese Intensit\u00e4t der Palatalisierung macht den feinen Unterschied (auch in der kyrillischen orthographischen L\u00f6sung) zwischen dem z.B. russischen <em>&#8211;<\/em><em>\u043b\u044c<\/em> und dem <em>\u0459<\/em> (<em>lj<\/em>) im BKMS.<\/p>\n<p>Beispiel:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"color: #00b050\">BKMS <\/span><em>prijatelj<\/em><em> \/<\/em> <span style=\"color: #00b050\">\u0411\u0426\u0421<\/span> <em>\u043f\u0440\u0438\u0458\u0430\u0442\u0435\u0459 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em><span style=\"color: #0070c0\">RU <\/span><em>\u043f\u0440\u0438\u044f\u0442\u0435\u043b\u044c<\/em><\/p>\n<p>Im BKMS-Substantiv <em>prijatelj <\/em>sind die einzigen weichen Konsonanten das<em> <strong>j<\/strong><\/em> und das <strong><em>lj<\/em><\/strong>; das <strong><em>r<\/em><\/strong> wird vor dem <strong><em>i<\/em><\/strong> nicht weich, und das <strong><em>t<\/em><\/strong> vor dem <strong><em>e<\/em><\/strong> ebenfalls nicht.<br \/>\nBeim entsprechenden russischen Substantiv <em>\u043f\u0440\u0438\u044f\u0442\u0435\u043b\u044c<\/em> bleibt dagegen nur noch der Konsonant <strong><em>\u043f<\/em><\/strong> [p] hart.<br \/>\nIm Vergleich werden nur dieser harte Konsonant am Wortanfang sowie das russische <strong><em>\u044f<\/em><\/strong> und die entsprechende BKMS-Silbe <strong><em>ja<\/em><\/strong> identisch ausgesprochen. F\u00fcr die Sprecher und Lernenden beider Sprachen ist es daher am schwierigsten, den feinen Unterschied zwischen dem harten (BKMS) und erweichten <strong><em>r<\/em><\/strong> (RU) zu perzipieren und einzu\u00fcben, genauso wie den ebenso feinen Unterschied zwischen dem sehr weichen <strong><em>lj<\/em><\/strong> im BKMS und dem durch nachfolgendes <strong><em>\u044c<\/em><\/strong> im Russischen erweichten <strong><em>\u043b<\/em><\/strong>.<\/p>\n<h3><strong>C) Der Akzent<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00f6rter im <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span> und im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> richtig zu betonen ist wichtig, aber nicht einfach. Vor allem, weil Akzente normalerweise weder im BKMS noch im Russischen geschrieben werden.<\/p>\n<p>In den deutschsprachigen Grammatiken und Lehrb\u00fcchern zum Russischen werden die Akzente jedoch meist gesetzt; in den entsprechenden BKMS-Lehrmitteln stellt die Akzentsetzung eher eine Ausnahme neueren Datums dar. Dies h\u00e4ngt mit der Tatsache zusammen, dass das Russische nur \u00fcber einen Akzent verf\u00fcgt und seine Einf\u00fcgung einfach ist (z.B. \u043a\u0440\u0430\u0441<strong>\u0438<\/strong><strong>\u0301<\/strong>\u0432\u0430\u044f), w\u00e4hrend im BKMS vier Akzente und eine \u00abL\u00e4nge\u00bb (eine Art zus\u00e4tzlichen schwachen Akzent) existieren (siehe unten den Abschnitt zu Akzenten im BKMS), deren Darstellung schwierig ist und in den am Computer geschriebenen Texten erst in den letzten Jahren \u2013 immer mit Hilfe der Sonderzeichen \u2013 erfolgen kann (z. B. r<strong>\u0201<\/strong>me, k<strong>\u0213<\/strong>v, razg<strong>\u00f2<\/strong>v<strong>\u0101<\/strong>r<strong>\u0101<\/strong>m, lij<strong>\u00e9<\/strong>pa\/l<strong>\u00e9<\/strong>pa).<\/p>\n<p>Wenn man also eine der <span style=\"color: #00b050\"><span style=\"text-decoration: underline\">BKMS<\/span>-Sprachen<\/span> lernt, helfen die eingetragenen Akzente erst dann, wenn man die Symbole selbst richtig lesen kann. Sobald aber dieser Schritt gemacht ist, wird das Lesen der BKMS-Texte sehr einfach.<\/p>\n<p>Im <span style=\"text-decoration: underline;color: #0070c0\">Russischen<\/span> wiederum wirkt sich der Akzent entscheidend auf die Aussprache des Buchstaben \u00abo\u00bb aus, denn eigentlich wird nur ein betontes \u00abo\u00bb tats\u00e4chlich als [ o ] ausgesprochen (vgl. den entsprechenden Eintrag in der Tabelle zu den Vokalen in beiden Sprachen). Ausserdem gibt es weitere Regeln f\u00fcr die Aussprache der Vokale und Konsonanten im Russischen, die je nach Position des Akzents im Wort beachtet werden m\u00fcssen, oder auch das Sprechen erleichtern (wie z.B. die Regel, dass ein \u00ab\u0451\u00bb fast immer betont wird).<\/p>\n<p>Leider kann man sich nicht darauf verlassen, dass die W\u00f6rter, die in beiden Sprachen gleich oder sehr \u00e4hnlich geschrieben werden und\/oder dasselbe bedeuten, auch identisch betont werden, weshalb es wichtig ist, von Anfang an die richtige Betonung zu lernen. Vgl. z.B.: pr\u0209jatelj (kurzes erstes \u00abi\u00bb im BKMS) vs. \u043f\u0440\u0438\u044f\u0301\u0442\u0435\u043b\u044c (betontes \u044f [ ja ] im Russischen).<\/p>\n<p>Eine zus\u00e4tzliche Schwierigkeit stellt die Tatsache dar, dass die Betonung in beiden Sprachen bei der Flexion oder beim Zusammentreffen mehrerer Worte ihren Platz (im BKMS h\u00e4ufig auch ihre Qualit\u00e4t) wechselt. Deshalb ist es beim Lernen dieser zwei slavischen Sprachen besonders hilfreich, die Sprachen zu <em>h\u00f6ren <\/em>und das Geh\u00f6rte h\u00e4ufig nachzusprechen. Dies ist umso wichtiger, da in beiden Sprachen, dort wo sie t\u00e4glich gesprochen werden, auch regional gepr\u00e4gte Unterschiede bzw. Akzentverschiebungen und (im BKMS) Qualit\u00e4ts\u00e4nderungen auftreten, die bei Lernenden Unsicherheiten hervorrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\">Betonung im <span style=\"color: #00b050;text-decoration: underline\">BKMS<\/span>: &#8222;silabotonski naglasak&#8220; <span style=\"color: #ff0000;text-decoration: underline\"><strong>\u21d3<\/strong><\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-470 alignleft\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/silabotonski-akcenat-300x235.png\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/silabotonski-akcenat-300x235.png 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/silabotonski-akcenat-1024x802.png 1024w, 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src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-1024x1004.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1004\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-1024x1004.jpeg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-300x294.jpeg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-768x753.jpeg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-1536x1506.jpeg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/4EE96366-91EE-4A06-B8F1-A5376A2EB776-65x64.jpeg 65w, 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sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><strong>PDF<\/strong><strong>: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Vokale-BKMS-Russisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vokale BKMS-Russisch<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>PDF<\/strong>: <strong><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2022\/01\/Konsonanten-BKMS-Russisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konsonanten BKMS-Russisch<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>PDF: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Modelle-der-Betonung-Russisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Modelle der Betonung im Russischen<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>PDF: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Akcenti-BKMS.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Akzente im BKMS<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Falls Sie selber <span style=\"text-decoration: underline;color: #00b050\">BKMS<\/span>-Akzente in kyrillisch oder lateinisch geschriebene Texte einf\u00fchren m\u00f6chten, k\u00f6nnen sie das File mit Akzenten \u00fcbernehmen: <a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-content\/uploads\/sites\/44\/2021\/12\/Akcenti-BKMS-cirilica-i-latinica-velika-i-mala-slova.docx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>KLICK<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr class=\"before-footnotes clear\" \/><div class=\"footnotes\"><ol><li id=\"footnote-343-1\">Im Russischen immer \u2013 ausser nach \u0446, \u0436 und \u0448; im BKMS unter gewissen Voraussetzungen, die auch schriftlich markierte Laut\u00e4nderungen (Palatalisierung und Jotierung) hervorrufen. <a href=\"#return-footnote-343-1\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 1\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-343-2\">Dabei wird die Aussprache dieser Laute im Serbischen und Montenegrinischen deutlich st\u00e4rker voneinander unterschieden als im Bosnischen und Kroatischen. <a href=\"#return-footnote-343-2\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 2\">&crarr;<\/a><\/li><\/ol><\/div>","protected":false},"author":421,"menu_order":3,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-343","chapter","type-chapter","status-web-only","hentry"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/343"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/wp\/v2\/users\/421"}],"version-history":[{"count":53,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2463,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/343\/revisions\/2463"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/343\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=343"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=343"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/interslav\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}