{"id":80,"date":"2022-01-06T15:21:59","date_gmt":"2022-01-06T14:21:59","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=80"},"modified":"2022-02-24T16:40:53","modified_gmt":"2022-02-24T15:40:53","slug":"xv-antigone","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/xv-antigone\/","title":{"raw":"Eine tragische Familiensaga","rendered":"Eine tragische Familiensaga"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Die Trag\u00f6die <em>Antigone<\/em> ist eines der bekanntesten Dramen der Antike. Noch heute wird das St\u00fcck des Dichters Sophokles oft aufgef\u00fchrt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Im Gegensatz zu heute traten aber nur M\u00e4nner als Schauspieler auf. Sie trugen Masken, die dem Publikum verrieten, welche Rolle sie spielten. Das bedeutete aber, dass man die Mimik der Schauspieler nicht sah; man h\u00f6rte nur, was sie sprachen. Deshalb beschreiben die Personen in antiken Theaterst\u00fccken oft, wie sie sich f\u00fchlen.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_81\" align=\"alignleft\" width=\"300\"]<img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-300x243.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" class=\"wp-image-81 size-medium\" \/> R\u00f6mische Theatermasken (Mosaik)[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Meistens waren die Geschichten, die aufgef\u00fchrt wurden, f\u00fcr das Publikum nicht neu. Es wusste im Grossen und Ganzen, was geschehen w\u00fcrde und wie das St\u00fcck ausging. Interessant war aber, wie ein Dichter einen bekannten Mythos umsetzte. Auch die Trag\u00f6die <em>Antigone <\/em>beruht auf schon vor Sophokles existierenden Geschichten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Der Mythos um das Herrschergeschlecht von Theben und den Fluch, der auf ihm lastet, beginnt mit K\u00f6nig Laios, dem Vater von \u00d6dipus, der ein Unrecht begangen hat. \u00d6dipus, erst ausgesetzt und von Adoptiveltern aufgezogen, kommt auf Umwegen nach Theben zur\u00fcck und wird K\u00f6nig, wodurch sich das Orakel, er werde seinen Vater t\u00f6ten und seine Mutter heiraten, erf\u00fcllt. In Sophokles\u2019 Drama <em>K\u00f6nig \u00d6dipus<\/em> entdeckt \u00d6dipus, dass er Laios\u2019 M\u00f6rder ist und seine eigene Mutter geheiratet hat. Daraufhin sticht er sich die Augen aus und geht ins Exil, w\u00e4hrend seine Frau und Mutter sich das Leben nimmt. Die beiden T\u00f6chter, Ismene und Antigone, k\u00fcmmern sich um den Vater, wohingegen die beiden S\u00f6hne, Eteokles und Polyneikes, die Herrschaft \u00fcbernehmen, in der Absicht, einander j\u00e4hrlich abzuwechseln. Nach Ablauf des ersten Jahres weigert sich dann allerdings Eteokles, den Thron zu verlassen, woraufhin Polyneikes mit einem Heer gegen die Stadt zieht. Im Zweikampf sterben beide Br\u00fcder, aber nur Eteokles wird in der Stadt bestattet und betrauert, Polyneikes wird auf Befehl des neuen K\u00f6nigs Kreon, des Schwagers von \u00d6dipus, als Staatsfeind unbestattet vor den Toren liegengelassen. Wer ihn begr\u00e4bt, soll mit dem Tod bestraft werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Verbot st\u00fcrzt Antigone, die Schwester von Polyneikes, in ein grausames Dilemma\u2026<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die Trag\u00f6die <em>Antigone<\/em> ist eines der bekanntesten Dramen der Antike. Noch heute wird das St\u00fcck des Dichters Sophokles oft aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Gegensatz zu heute traten aber nur M\u00e4nner als Schauspieler auf. Sie trugen Masken, die dem Publikum verrieten, welche Rolle sie spielten. Das bedeutete aber, dass man die Mimik der Schauspieler nicht sah; man h\u00f6rte nur, was sie sprachen. Deshalb beschreiben die Personen in antiken Theaterst\u00fccken oft, wie sie sich f\u00fchlen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_81\" aria-describedby=\"caption-attachment-81\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-300x243.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" class=\"wp-image-81 size-medium\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-300x243.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-1024x831.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-768x623.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-1536x1246.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-2048x1661.jpg 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-65x53.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-225x183.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/01\/Mosaic_depicting_theatrical_masks_of_Tragedy_and_Comedy_Thermae_Decianae-350x284.jpg 350w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-81\" class=\"wp-caption-text\">R\u00f6mische Theatermasken (Mosaik)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Meistens waren die Geschichten, die aufgef\u00fchrt wurden, f\u00fcr das Publikum nicht neu. Es wusste im Grossen und Ganzen, was geschehen w\u00fcrde und wie das St\u00fcck ausging. Interessant war aber, wie ein Dichter einen bekannten Mythos umsetzte. Auch die Trag\u00f6die <em>Antigone <\/em>beruht auf schon vor Sophokles existierenden Geschichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Mythos um das Herrschergeschlecht von Theben und den Fluch, der auf ihm lastet, beginnt mit K\u00f6nig Laios, dem Vater von \u00d6dipus, der ein Unrecht begangen hat. \u00d6dipus, erst ausgesetzt und von Adoptiveltern aufgezogen, kommt auf Umwegen nach Theben zur\u00fcck und wird K\u00f6nig, wodurch sich das Orakel, er werde seinen Vater t\u00f6ten und seine Mutter heiraten, erf\u00fcllt. In Sophokles\u2019 Drama <em>K\u00f6nig \u00d6dipus<\/em> entdeckt \u00d6dipus, dass er Laios\u2019 M\u00f6rder ist und seine eigene Mutter geheiratet hat. Daraufhin sticht er sich die Augen aus und geht ins Exil, w\u00e4hrend seine Frau und Mutter sich das Leben nimmt. Die beiden T\u00f6chter, Ismene und Antigone, k\u00fcmmern sich um den Vater, wohingegen die beiden S\u00f6hne, Eteokles und Polyneikes, die Herrschaft \u00fcbernehmen, in der Absicht, einander j\u00e4hrlich abzuwechseln. Nach Ablauf des ersten Jahres weigert sich dann allerdings Eteokles, den Thron zu verlassen, woraufhin Polyneikes mit einem Heer gegen die Stadt zieht. Im Zweikampf sterben beide Br\u00fcder, aber nur Eteokles wird in der Stadt bestattet und betrauert, Polyneikes wird auf Befehl des neuen K\u00f6nigs Kreon, des Schwagers von \u00d6dipus, als Staatsfeind unbestattet vor den Toren liegengelassen. 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