{"id":2937,"date":"2022-06-05T14:22:56","date_gmt":"2022-06-05T12:22:56","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=2937"},"modified":"2022-06-05T18:12:39","modified_gmt":"2022-06-05T16:12:39","slug":"bellum-iustum-gibt-es-gerechten-krieg","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/bellum-iustum-gibt-es-gerechten-krieg\/","title":{"raw":"Bellum iustum: Gibt es gerechten Krieg?","rendered":"Bellum iustum: Gibt es gerechten Krieg?"},"content":{"raw":"<p style=\"font-weight: 400;text-align: justify\">Wann ist eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung gerechtfertigt? Nach den Terroranschl\u00e4gen auf das World Trade Center im September 2001 kam zum Beispiel die Diskussion auf, ob damit die milit\u00e4rischen Operationen in Afghanistan \u2013 nicht nur der USA, sondern auch ihrer B\u00fcndnispartner \u2013 moralisch gerechtfertigt seien. Ein oft genanntes Beispiel f\u00fcr eine gerechtfertigte Intervention ist auch der Einsatz der alliierten Truppen gegen Nazi-Deutschland.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;text-align: justify\">Ob ein Krieg rechtm\u00e4ssig oder sogar notwendig ist, fragten sich bereits die \u00c4gypter. Ausf\u00fchrliche theoretische \u00dcberlegungen dazu finden wir in der griechischen Antike bei Platon und Aristoteles.\u00a0Platon vertritt in seinem Werk <em>Politeia<\/em> die Ansicht, dass die Eroberung von anderen Staaten gerechtfertigt sei, wenn diese nicht vern\u00fcnftig und moralisch korrekt geleitet werden. Aristoteles war gar der Meinung, es gebe Gesellschaften, die von Natur aus schw\u00e4cher seien und unterworfen werden m\u00fcssten.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_3008\" align=\"alignleft\" width=\"1024\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-1024x716.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"716\" class=\"wp-image-3008 size-large\" \/><\/a> Sarkophag von Portonaccio (um 180): R\u00f6mische Truppen im Kampf gegen Barbaren[\/caption]\r\n<p style=\"font-weight: 400;text-align: justify\">Im R\u00f6mischen Reich gab es religi\u00f6se Zeremonien, die dazu dienen sollten, die G\u00f6tter auf die Seite der R\u00f6mer zu bringen und damit gleichzeitig einen Kriegszug als gerechtfertigt oder sogar notwendig erscheinen zu lassen. Diese Praxis wurde allerdings auch in der Antike schon kritisiert. Cicero hat sich in mehreren Werken genauer mit der Frage nach dem \u00abgerechten Krieg\u00bb auseinandergesetzt; von ihm stammt auch der Begriff <em>bellum iustum<\/em>, der dann durch das ganze Mittelalter und die Neuzeit bis heute Verwendung findet. Ob Cicero damit meint, dass ein Krieg moralisch als \u00abgerecht\u00bb angesehen werden soll oder nur als \u00aberlaubt\u00bb im legalen Sinn, ist bis heute umstritten.<\/p>","rendered":"<p style=\"font-weight: 400;text-align: justify\">Wann ist eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung gerechtfertigt? Nach den Terroranschl\u00e4gen auf das World Trade Center im September 2001 kam zum Beispiel die Diskussion auf, ob damit die milit\u00e4rischen Operationen in Afghanistan \u2013 nicht nur der USA, sondern auch ihrer B\u00fcndnispartner \u2013 moralisch gerechtfertigt seien. Ein oft genanntes Beispiel f\u00fcr eine gerechtfertigte Intervention ist auch der Einsatz der alliierten Truppen gegen Nazi-Deutschland.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;text-align: justify\">Ob ein Krieg rechtm\u00e4ssig oder sogar notwendig ist, fragten sich bereits die \u00c4gypter. Ausf\u00fchrliche theoretische \u00dcberlegungen dazu finden wir in der griechischen Antike bei Platon und Aristoteles.\u00a0Platon vertritt in seinem Werk <em>Politeia<\/em> die Ansicht, dass die Eroberung von anderen Staaten gerechtfertigt sei, wenn diese nicht vern\u00fcnftig und moralisch korrekt geleitet werden. Aristoteles war gar der Meinung, es gebe Gesellschaften, die von Natur aus schw\u00e4cher seien und unterworfen werden m\u00fcssten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3008\" aria-describedby=\"caption-attachment-3008\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-1024x716.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"716\" class=\"wp-image-3008 size-large\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-1024x716.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-300x210.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-768x537.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-1536x1073.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-2048x1431.jpg 2048w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-65x45.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-225x157.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/06\/30_Sarkophag-von-Portonaccio-350x245.jpg 350w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3008\" class=\"wp-caption-text\">Sarkophag von Portonaccio (um 180): R\u00f6mische Truppen im Kampf gegen Barbaren<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"font-weight: 400;text-align: justify\">Im R\u00f6mischen Reich gab es religi\u00f6se Zeremonien, die dazu dienen sollten, die G\u00f6tter auf die Seite der R\u00f6mer zu bringen und damit gleichzeitig einen Kriegszug als gerechtfertigt oder sogar notwendig erscheinen zu lassen. Diese Praxis wurde allerdings auch in der Antike schon kritisiert. Cicero hat sich in mehreren Werken genauer mit der Frage nach dem \u00abgerechten Krieg\u00bb auseinandergesetzt; von ihm stammt auch der Begriff <em>bellum iustum<\/em>, der dann durch das ganze Mittelalter und die Neuzeit bis heute Verwendung findet. 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