{"id":2247,"date":"2022-04-04T16:02:59","date_gmt":"2022-04-04T14:02:59","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=2247"},"modified":"2022-04-04T19:50:58","modified_gmt":"2022-04-04T17:50:58","slug":"wasserversorgung","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/wasserversorgung\/","title":{"raw":"Wasserversorgung","rendered":"Wasserversorgung"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Wie in vielen anderen Bereichen setzten die r\u00f6mischen Ingenieure auch in der Wasserversorgung neue Massst\u00e4be. Am Anfang allerdings stand eher die Wasserentsorgung, denn mit der <em>Cloaca Maxima<\/em> war es zun\u00e4chst ein Entw\u00e4sserungssystem, das die Voraussetzung f\u00fcr das gewaltige Wachstum der Siedlung an den sieben H\u00fcgeln schuf: Bei Regen n\u00e4mlich lief das Wasser in verschiedenen B\u00e4chen von den H\u00fcgeln herab in die Ebene am Tiberufer, und wenn, wie so h\u00e4ufig, dann noch der Fluss selbst \u00fcber die Ufer trat, standen die Gegenden um das sp\u00e4tere Forum Romanum und das Forum Boarium regelm\u00e4ssig unter Wasser, so dass inmitten der Siedlungen an den H\u00fcgeln eine sumpfige Ebene lag. Zwischen 580 und 520 v. Chr. wurde daher ein erster grosser Entw\u00e4sserungskanal gebaut, die <em>Cloaca Maxima<\/em>, die alles Wasser aus dieser Ebene in den Tiber f\u00fchrte und sie so sicherte. Dieses Entw\u00e4sserungssystem wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgebaut.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die Siedlung wuchs und immer mehr Menschen zogen nach Rom, so dass das Trinkwasser aus \u00f6rtlichen Brunnen und Quellen bald nicht mehr gen\u00fcgte. Das Wasser des Tibers, den schon r\u00f6mische Autoren als <em>flavus<\/em> (gelblich wie Lehm) beschrieben, war als Trinkwasser nicht geeignet. So begann man, sauberes Fluss- und Quellwasser aus der Umgebung in grossen Wasserleitungen nach Rom zu f\u00fchren.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_2249\" align=\"alignleft\" width=\"322\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"216\" class=\" wp-image-2249\" \/><\/a> Aqu\u00e4dukt beim Palatin[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Der erste dieser sogenannten Aqu\u00e4dukte, die <em>Aqua Appia<\/em>, wurde schon 312 v. Chr. errichtet. Er fasste verschiedene Quellen, verlief mehrheitlich unterirdisch, war ca. 16.5 km lang und d\u00fcrfte (je nach Angabe) um die 34'000 m<sup>3<\/sup> Wasser (34 Mio. Liter) pro Tag nach Rom gebracht haben. Das klingt nach sehr viel, doch die r\u00f6mischen Wasserleitungen waren Laufwasserleitungen, d.h. das Wasser an Brunnen lief ununterbrochen, und was nicht gebraucht wurde, floss in die Kanalisation.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Der Wasserdruck entstand in diesen Leitungen nur durch das Gef\u00e4lle, was eine exakte Planung der Bauwerke voraussetzte: Die Leitungsf\u00fchrung durfte weder zu steil noch zu flach sein, das Gef\u00e4lle musste gleichm\u00e4ssig bleiben. Auf den 16,5 km der <em>Aqua Appia<\/em> sank die H\u00f6he der Leitung nur um 10 m, also nur 60 cm pro km!<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Der zweite Aqu\u00e4dukt, der <em>Anio vetus<\/em> (270 v. Chr.) fasste das Wasser des Flusses Anio und f\u00fchrte es \u00fcber beinahe 65 km nach Rom. Du kannst dir vorstellen, dass es nicht leicht war, \u00fcber solch eine lange Strecke ein konstantes Gef\u00e4lle zu erreichen, doch die R\u00f6mer beherrschten die dazu n\u00f6tige Technik der Landvermessung in perfekter Weise. Auch der <em>Anio vetus<\/em>, der mit \u00fcber 180'000 m<sup>3<\/sup> etwa die f\u00fcnffache Wassermenge brachte, verlief weitgehend unterirdisch.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Erst sp\u00e4ter, als das Territorium fest in r\u00f6mischer Hand und somit die Wasserzuleitung nicht mehr von Feinden bedroht war, begann man mit den typischen Bogenbauten die Unebenheiten des Gel\u00e4ndes auszugleichen, ja ganze T\u00e4ler zu \u00fcberspannen. Diese Bogenbauten wurden meist aus Ziegelsteinen und Zement gemauert, die eigentliche Wasserleitung wurde mit Natursteinen und einem speziellen wasserdichten Verputz abgedichtet. Der Querschnitt der Leitung war meist der eines hochkantigen Rechteckes, die Leitung wurde gegen oben mit Steinplatten als Schutz gegen Hitze und Verunreinigung abgedeckt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Unterirdische Leitungen hatten zum Teil auch gew\u00f6lbte Decken; in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden befanden sich Wartungssch\u00e4chte, durch die das zust\u00e4ndige Personal f\u00fcr die regelm\u00e4ssigen Wartungsarbeiten in die Wasserleitung steigen konnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Der Unterhalt der Aqu\u00e4dukte war sehr aufw\u00e4ndig. Er wurde organisiert von einem f\u00fcr die jeweilige Region zust\u00e4ndigen <em>curator aquarum.<\/em> Dem stadtr\u00f6mischen <em>curator aquarum <\/em>unterstanden einige hundert Arbeiter und Sklaven.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Vieles, was wir \u00fcber die r\u00f6mische Wasserversorgung wissen, stammt aus dem Werk <em>De aquae ductu urbis Romae<\/em> von Frontinus, der von Kaiser Nerva im Jahre 97 zum <em>curator aquarum<\/em> Roms ernannt worden war. In diesem Werk gibt er eine Bestandsaufnahme des zu jener Zeit existierenden Leitungssystems aus 9 Aqu\u00e4dukten und des innerst\u00e4dtischen Verteilnetzes und beschreibt sowohl die technischen Anlagen als auch sehr konkrete Probleme, die er zu l\u00f6sen hatte.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_2252\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" class=\"size-medium wp-image-2252\" \/><\/a> Castellum aquae in Pompeii[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei geht es nicht nur um die regelm\u00e4ssige Reinigung der Wasserleitungen, sondern auch um bauliche Unterhaltsarbeiten und die Reparatur von Sch\u00e4den, die durch Abnutzung oder den Anschluss illegaler Leitungen zum Wasserdiebstahl entstanden waren, sowie um die Korruption unter den <em>aquarii<\/em>, den Wassermeistern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">In der Stadt gelangte das Wasser aus den Fernleitungen zun\u00e4chst in ein sogenanntes <em>castellum aquae<\/em>, eine Verteileranlage, die das Wasser in das st\u00e4dtische Leitungsnetz einspeiste, das meist aus Bleileitungen bestand. Von dort aus f\u00fchrten Hauptleitungen \u00fcber viele Unterverteiler zu den Rohren (<em>fistulae<\/em>) der Endverbraucher, d.h. der Brunnen, der B\u00e4der oder privater Haushalte.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_2251\" align=\"alignleft\" width=\"213\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Springbrunnen.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Springbrunnen.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"208\" class=\"size-full wp-image-2251\" \/><\/a> Fresko eines Springbrunnens in der Villa von Oplontis[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">In Privath\u00e4usern mit Wasseranschluss fanden sich auch Wassertanks, in denen \u00fcberfl\u00fcssiges Leitungswasser f\u00fcr den Fall einer Leitungsunterbrechung gespeichert werden konnte.\u00a0Um das Jahr 400 gab es in der Stadt Rom 11 Aqu\u00e4dukte, 11 Thermen, 856 Privatb\u00e4der und 1352 Brunnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die reichliche Versorgung mit st\u00e4ndig fliessendem Wasser bedeutete aber auch, dass in Rom ein leistungsstarkes Kanalsystem zur Entsorgung des Abwassers angelegt werden musste. Effiziente Wasserversorgungs- wie auch Kanalisationssysteme finden sich in allen gr\u00f6sseren r\u00f6mischen Siedlungen. Besonders gut haben sie sich naturgem\u00e4ss in Pompeii und Herculaneum erhalten. Die Versorgung aller gr\u00f6sseren Siedlungen am Golf von Neapel hing von nur einem einzigen Aqu\u00e4dukt, der sogenannten <em>Aqua Augusta<\/em>, ab.<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Wie in vielen anderen Bereichen setzten die r\u00f6mischen Ingenieure auch in der Wasserversorgung neue Massst\u00e4be. Am Anfang allerdings stand eher die Wasserentsorgung, denn mit der <em>Cloaca Maxima<\/em> war es zun\u00e4chst ein Entw\u00e4sserungssystem, das die Voraussetzung f\u00fcr das gewaltige Wachstum der Siedlung an den sieben H\u00fcgeln schuf: Bei Regen n\u00e4mlich lief das Wasser in verschiedenen B\u00e4chen von den H\u00fcgeln herab in die Ebene am Tiberufer, und wenn, wie so h\u00e4ufig, dann noch der Fluss selbst \u00fcber die Ufer trat, standen die Gegenden um das sp\u00e4tere Forum Romanum und das Forum Boarium regelm\u00e4ssig unter Wasser, so dass inmitten der Siedlungen an den H\u00fcgeln eine sumpfige Ebene lag. Zwischen 580 und 520 v. Chr. wurde daher ein erster grosser Entw\u00e4sserungskanal gebaut, die <em>Cloaca Maxima<\/em>, die alles Wasser aus dieser Ebene in den Tiber f\u00fchrte und sie so sicherte. Dieses Entw\u00e4sserungssystem wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgebaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Siedlung wuchs und immer mehr Menschen zogen nach Rom, so dass das Trinkwasser aus \u00f6rtlichen Brunnen und Quellen bald nicht mehr gen\u00fcgte. Das Wasser des Tibers, den schon r\u00f6mische Autoren als <em>flavus<\/em> (gelblich wie Lehm) beschrieben, war als Trinkwasser nicht geeignet. So begann man, sauberes Fluss- und Quellwasser aus der Umgebung in grossen Wasserleitungen nach Rom zu f\u00fchren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2249\" aria-describedby=\"caption-attachment-2249\" style=\"width: 322px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"216\" class=\"wp-image-2249\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-300x201.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-768x513.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-65x43.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-225x150.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin-350x234.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Aquaedukt_Palatin.jpg 980w\" sizes=\"(max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2249\" class=\"wp-caption-text\">Aqu\u00e4dukt beim Palatin<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Der erste dieser sogenannten Aqu\u00e4dukte, die <em>Aqua Appia<\/em>, wurde schon 312 v. Chr. errichtet. Er fasste verschiedene Quellen, verlief mehrheitlich unterirdisch, war ca. 16.5 km lang und d\u00fcrfte (je nach Angabe) um die 34&#8217;000 m<sup>3<\/sup> Wasser (34 Mio. Liter) pro Tag nach Rom gebracht haben. Das klingt nach sehr viel, doch die r\u00f6mischen Wasserleitungen waren Laufwasserleitungen, d.h. das Wasser an Brunnen lief ununterbrochen, und was nicht gebraucht wurde, floss in die Kanalisation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Wasserdruck entstand in diesen Leitungen nur durch das Gef\u00e4lle, was eine exakte Planung der Bauwerke voraussetzte: Die Leitungsf\u00fchrung durfte weder zu steil noch zu flach sein, das Gef\u00e4lle musste gleichm\u00e4ssig bleiben. Auf den 16,5 km der <em>Aqua Appia<\/em> sank die H\u00f6he der Leitung nur um 10 m, also nur 60 cm pro km!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der zweite Aqu\u00e4dukt, der <em>Anio vetus<\/em> (270 v. Chr.) fasste das Wasser des Flusses Anio und f\u00fchrte es \u00fcber beinahe 65 km nach Rom. Du kannst dir vorstellen, dass es nicht leicht war, \u00fcber solch eine lange Strecke ein konstantes Gef\u00e4lle zu erreichen, doch die R\u00f6mer beherrschten die dazu n\u00f6tige Technik der Landvermessung in perfekter Weise. Auch der <em>Anio vetus<\/em>, der mit \u00fcber 180&#8217;000 m<sup>3<\/sup> etwa die f\u00fcnffache Wassermenge brachte, verlief weitgehend unterirdisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erst sp\u00e4ter, als das Territorium fest in r\u00f6mischer Hand und somit die Wasserzuleitung nicht mehr von Feinden bedroht war, begann man mit den typischen Bogenbauten die Unebenheiten des Gel\u00e4ndes auszugleichen, ja ganze T\u00e4ler zu \u00fcberspannen. Diese Bogenbauten wurden meist aus Ziegelsteinen und Zement gemauert, die eigentliche Wasserleitung wurde mit Natursteinen und einem speziellen wasserdichten Verputz abgedichtet. Der Querschnitt der Leitung war meist der eines hochkantigen Rechteckes, die Leitung wurde gegen oben mit Steinplatten als Schutz gegen Hitze und Verunreinigung abgedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unterirdische Leitungen hatten zum Teil auch gew\u00f6lbte Decken; in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden befanden sich Wartungssch\u00e4chte, durch die das zust\u00e4ndige Personal f\u00fcr die regelm\u00e4ssigen Wartungsarbeiten in die Wasserleitung steigen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Unterhalt der Aqu\u00e4dukte war sehr aufw\u00e4ndig. Er wurde organisiert von einem f\u00fcr die jeweilige Region zust\u00e4ndigen <em>curator aquarum.<\/em> Dem stadtr\u00f6mischen <em>curator aquarum <\/em>unterstanden einige hundert Arbeiter und Sklaven.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vieles, was wir \u00fcber die r\u00f6mische Wasserversorgung wissen, stammt aus dem Werk <em>De aquae ductu urbis Romae<\/em> von Frontinus, der von Kaiser Nerva im Jahre 97 zum <em>curator aquarum<\/em> Roms ernannt worden war. In diesem Werk gibt er eine Bestandsaufnahme des zu jener Zeit existierenden Leitungssystems aus 9 Aqu\u00e4dukten und des innerst\u00e4dtischen Verteilnetzes und beschreibt sowohl die technischen Anlagen als auch sehr konkrete Probleme, die er zu l\u00f6sen hatte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2252\" aria-describedby=\"caption-attachment-2252\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" class=\"size-medium wp-image-2252\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-300x201.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-768x513.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-65x43.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-225x150.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae-350x234.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Castellum-aquae.jpg 980w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2252\" class=\"wp-caption-text\">Castellum aquae in Pompeii<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei geht es nicht nur um die regelm\u00e4ssige Reinigung der Wasserleitungen, sondern auch um bauliche Unterhaltsarbeiten und die Reparatur von Sch\u00e4den, die durch Abnutzung oder den Anschluss illegaler Leitungen zum Wasserdiebstahl entstanden waren, sowie um die Korruption unter den <em>aquarii<\/em>, den Wassermeistern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Stadt gelangte das Wasser aus den Fernleitungen zun\u00e4chst in ein sogenanntes <em>castellum aquae<\/em>, eine Verteileranlage, die das Wasser in das st\u00e4dtische Leitungsnetz einspeiste, das meist aus Bleileitungen bestand. Von dort aus f\u00fchrten Hauptleitungen \u00fcber viele Unterverteiler zu den Rohren (<em>fistulae<\/em>) der Endverbraucher, d.h. der Brunnen, der B\u00e4der oder privater Haushalte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2251\" aria-describedby=\"caption-attachment-2251\" style=\"width: 213px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Springbrunnen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Springbrunnen.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"208\" class=\"size-full wp-image-2251\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Springbrunnen.jpg 213w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/04\/22_Springbrunnen-65x63.jpg 65w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2251\" class=\"wp-caption-text\">Fresko eines Springbrunnens in der Villa von Oplontis<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">In Privath\u00e4usern mit Wasseranschluss fanden sich auch Wassertanks, in denen \u00fcberfl\u00fcssiges Leitungswasser f\u00fcr den Fall einer Leitungsunterbrechung gespeichert werden konnte.\u00a0Um das Jahr 400 gab es in der Stadt Rom 11 Aqu\u00e4dukte, 11 Thermen, 856 Privatb\u00e4der und 1352 Brunnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die reichliche Versorgung mit st\u00e4ndig fliessendem Wasser bedeutete aber auch, dass in Rom ein leistungsstarkes Kanalsystem zur Entsorgung des Abwassers angelegt werden musste. Effiziente Wasserversorgungs- wie auch Kanalisationssysteme finden sich in allen gr\u00f6sseren r\u00f6mischen Siedlungen. Besonders gut haben sie sich naturgem\u00e4ss in Pompeii und Herculaneum erhalten. Die Versorgung aller gr\u00f6sseren Siedlungen am Golf von Neapel hing von nur einem einzigen Aqu\u00e4dukt, der sogenannten <em>Aqua Augusta<\/em>, ab.<\/p>\n","protected":false},"author":700,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-2247","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":2245,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/2247"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/users\/700"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/2247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2255,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/2247\/revisions\/2255"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/2245"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/2247\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=2247"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=2247"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=2247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}