{"id":1976,"date":"2022-03-01T15:30:32","date_gmt":"2022-03-01T14:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=1976"},"modified":"2022-03-06T11:07:56","modified_gmt":"2022-03-06T10:07:56","slug":"antike-medizin","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/antike-medizin\/","title":{"raw":"Antike Medizin","rendered":"Antike Medizin"},"content":{"raw":"<div>\r\n<div>\r\n<div>\r\n<p style=\"text-align: justify\"><span>Die Geschichte der Medizin ist so alt wie die Menschheit selbst. Immer schon gab es den Wunsch, sich selbst und anderen bei Verletzungen oder Krankheiten, ererbten Leiden oder pl\u00f6tzlichen gesundheitlichen Probleme zu helfen. Man wollte die Funktionsweise des K\u00f6rpers und Krankheiten erforschen und verstehen.<\/span><\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_2054\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren-300x263.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"263\" class=\"wp-image-2054 size-medium\" \/><\/a> Dank eines ehemaligen Patienten in Epidauros: \u00abCutius has auris Gallus tibi voverat olim, Phoebigena, et posuit sanus ab auriculis.\u00bb[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 1em\">Auch in der Medizin st\u00fctzten sich die R\u00f6mer auf Erkenntnisse der Griechen, die bereits begonnen hatten, systematische Schriften zu Krankheiten und zu Heilmethoden zu verfassen.\u00a0<\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">Eine besondere Rolle spielte dabei die Theorie von den vier S\u00e4ften, die die Medizin in Europa bis in die Neuzeit bestimmt hat: Die vier S\u00e4fte Blut (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">sanguis<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">), Schleim (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">phlegma<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">), gelbe Galle (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">cholera<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">) und schwarze Galle (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">melancholera<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">) sollen bei allen Menschen in einem bestimmten Gleichgewicht fliessen. Ist dieses Gleichgewicht gest\u00f6rt, wird man krank.\u00a0<\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">Diese Theorie bildete die Grundlage f\u00fcr Behandlungsmethoden wie das Schr\u00f6pfen oder das Zuf\u00fchren von Fl\u00fcssigkeit.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 1em\">Auch die R\u00f6mer selbst haben zu Fortschritten in der Medizin beigetragen, besonders im Bereich der Chirurgie und der Behandlung von Wunden.<\/span><\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1998\" align=\"alignleft\" width=\"318\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"592\" class=\"wp-image-1998 size-full\" \/><\/a> Asklepios mit seinem Symboltier, der Schlange[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die Medizin der Antike und weit dar\u00fcber hinaus hat neben der \u00abnaturwissenschaftlichen\u00bb auch eine religi\u00f6se Seite: Asklepios wurde als Gott der Heilkunst verehrt; er war der Sohn von Apollon und wurde ein so guter Arzt, dass er sogar Tote lebendig machen konnte. Das ging Zeus jedoch zu weit, und er bestrafte den Frevler mit dem Tod. Allerdings fand Asklepios schliesslich Aufnahme in den Olymp. Seine Tochter Hygieia ist die Personifikation der Gesundheit.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">In seinem Tempel soll Asklepios pers\u00f6nlich anwesend sein. Patienten mit unklaren Beschwerden schlafen nachts in diesem Tempel und erhalten im Traum Anweisungen vom Gott selbst. Ihnen wurde jedoch mehr als Heilschlaf angeboten: Es gab B\u00e4der, Unterweisungen in richtiger Ern\u00e4hrung, Sportpl\u00e4tze und sogar Theater, weil man \u00fcberzeugt war, dass die Seele genauso wie der K\u00f6rper der Unterhaltung und Pflege bed\u00fcrfe.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die antiken \u00c4rzte besch\u00e4ftigten sich neben der Versorgung von Wunden und Heilung von Krankheiten auch damit, Ratschl\u00e4ge zu geben, wie man m\u00f6glichst gesund lebt. Vieles erinnert dabei an moderne Wellness-Ratgeber: Im Vordergrund stand eine gesunde und ausgewogene Ern\u00e4hrung, doch ging es auch um Sport und Bewegung, B\u00e4der und Hygiene.<\/p>","rendered":"<div>\n<div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify\"><span>Die Geschichte der Medizin ist so alt wie die Menschheit selbst. Immer schon gab es den Wunsch, sich selbst und anderen bei Verletzungen oder Krankheiten, ererbten Leiden oder pl\u00f6tzlichen gesundheitlichen Probleme zu helfen. Man wollte die Funktionsweise des K\u00f6rpers und Krankheiten erforschen und verstehen.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2054\" aria-describedby=\"caption-attachment-2054\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren-300x263.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"263\" class=\"wp-image-2054 size-medium\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren-300x263.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren-65x57.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren-225x198.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren-350x307.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Ohren.jpg 501w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2054\" class=\"wp-caption-text\">Dank eines ehemaligen Patienten in Epidauros: \u00abCutius has auris Gallus tibi voverat olim, Phoebigena, et posuit sanus ab auriculis.\u00bb<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 1em\">Auch in der Medizin st\u00fctzten sich die R\u00f6mer auf Erkenntnisse der Griechen, die bereits begonnen hatten, systematische Schriften zu Krankheiten und zu Heilmethoden zu verfassen.\u00a0<\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">Eine besondere Rolle spielte dabei die Theorie von den vier S\u00e4ften, die die Medizin in Europa bis in die Neuzeit bestimmt hat: Die vier S\u00e4fte Blut (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">sanguis<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">), Schleim (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">phlegma<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">), gelbe Galle (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">cholera<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">) und schwarze Galle (<\/span><i style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">melancholera<\/i><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">) sollen bei allen Menschen in einem bestimmten Gleichgewicht fliessen. Ist dieses Gleichgewicht gest\u00f6rt, wird man krank.\u00a0<\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">Diese Theorie bildete die Grundlage f\u00fcr Behandlungsmethoden wie das Schr\u00f6pfen oder das Zuf\u00fchren von Fl\u00fcssigkeit.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 1em\">Auch die R\u00f6mer selbst haben zu Fortschritten in der Medizin beigetragen, besonders im Bereich der Chirurgie und der Behandlung von Wunden.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_1998\" aria-describedby=\"caption-attachment-1998\" style=\"width: 318px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"592\" class=\"wp-image-1998 size-full\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios.jpg 318w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios-161x300.jpg 161w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios-65x121.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/03\/20_Asklepios-225x419.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1998\" class=\"wp-caption-text\">Asklepios mit seinem Symboltier, der Schlange<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Medizin der Antike und weit dar\u00fcber hinaus hat neben der \u00abnaturwissenschaftlichen\u00bb auch eine religi\u00f6se Seite: Asklepios wurde als Gott der Heilkunst verehrt; er war der Sohn von Apollon und wurde ein so guter Arzt, dass er sogar Tote lebendig machen konnte. Das ging Zeus jedoch zu weit, und er bestrafte den Frevler mit dem Tod. Allerdings fand Asklepios schliesslich Aufnahme in den Olymp. Seine Tochter Hygieia ist die Personifikation der Gesundheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In seinem Tempel soll Asklepios pers\u00f6nlich anwesend sein. Patienten mit unklaren Beschwerden schlafen nachts in diesem Tempel und erhalten im Traum Anweisungen vom Gott selbst. Ihnen wurde jedoch mehr als Heilschlaf angeboten: Es gab B\u00e4der, Unterweisungen in richtiger Ern\u00e4hrung, Sportpl\u00e4tze und sogar Theater, weil man \u00fcberzeugt war, dass die Seele genauso wie der K\u00f6rper der Unterhaltung und Pflege bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die antiken \u00c4rzte besch\u00e4ftigten sich neben der Versorgung von Wunden und Heilung von Krankheiten auch damit, Ratschl\u00e4ge zu geben, wie man m\u00f6glichst gesund lebt. Vieles erinnert dabei an moderne Wellness-Ratgeber: Im Vordergrund stand eine gesunde und ausgewogene Ern\u00e4hrung, doch ging es auch um Sport und Bewegung, B\u00e4der und Hygiene.<\/p>\n","protected":false},"author":700,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-1976","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":1974,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1976"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/users\/700"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2107,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1976\/revisions\/2107"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/1974"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1976\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=1976"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=1976"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=1976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}