{"id":1576,"date":"2022-02-21T20:51:09","date_gmt":"2022-02-21T19:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=1576"},"modified":"2022-07-31T13:14:23","modified_gmt":"2022-07-31T11:14:23","slug":"ein-sommer-auf-dem-land","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/ein-sommer-auf-dem-land\/","title":{"raw":"Eine Reise in die Vergangenheit","rendered":"Eine Reise in die Vergangenheit"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Wohlhabende R\u00f6mer besassen nicht nur ein Haus in der Stadt, sondern auch eine Villa auf dem Land, auf die sie sich in den Sommermonaten, wenn es in der Stadt unertr\u00e4glich heiss wurde, gerne zur\u00fcckzogen. Das konnte eine <em>villa rustica<\/em> sein, also ein Landgut, das von einem Verwalter als landwirtschaftlicher Betrieb unterhalten wurde, oder aber eine <em>otium-villa <\/em>(Villa auf dem Land, die einzig als idyllischer R\u00fcckzugsort diente)<em>, <\/em>eine<em> villa suburbana <\/em>(Villa vor den Toren der Stadt) oder<em> villa maritima <\/em>(Villa am Meer), die eher der Musse und dem Genuss diente. Wir wissen, dass die r\u00f6mische Oberschicht viele solcher z.T. sehr luxuri\u00f6ser Villen in Campanien, einem Landstrich um den Golf von Neapel herum, besass: Hier war das Klima aufgrund des lauen Seewindes auch im Sommer angenehm, das Land war \u00e4usserst fruchtbar (noch heute ist Campanien bekannt f\u00fcr seine landwirtschaftliche Produktion) und die Lage an der vom Meer aufsteigenden K\u00fcste war einfach sch\u00f6n. Viele reiche R\u00f6mer bauten sich dort ihre Prachtvillen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere Cornelia erz\u00e4hlt aus ihrer Kindheit, von Ferien nicht auf dem Land, sondern bei den Grosseltern, die in Pompeii, einer mittelgrossen Stadt und r\u00f6mischen Kolonie am Golf von Neapel, in einer <em>domus<\/em> wohnten. Dieses Haus ist keine Erfindung, man kann es heute noch in Pompeii besuchen, es steht in der <em>regio<\/em> VIII, <em>insula<\/em> 4, Haus 15. Wie andere St\u00e4dte der Region wurde auch Pompeii beim Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahre 79 n. Chr. versch\u00fcttet. Was eine Katastrophe f\u00fcr die dort lebenden Menschen war, wurde zu einem arch\u00e4ologischen Gl\u00fccksfall: Da die Geb\u00e4ude etwa 1600 Jahre begraben blieben und man erst im 17. Jahrhundert mit Ausgrabungen begann, fanden sich z.T. gut erhaltene Geb\u00e4ude (einschliesslich Wandgem\u00e4lden, Wandinschriften und Hausrat) und Infrastruktur (Strassen, Brunnen, Wasserleitungen, Stadttore, Friedh\u00f6fe etc.)<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Pompeii ist trotz den Millionen Touristen, die es j\u00e4hrlich \u00fcberschwemmen, ein grossartiges Reiseziel: Nirgends sonst kann man r\u00f6mischer Kultur so nahe kommen!<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_3661\" align=\"alignleft\" width=\"371\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3661\" width=\"371\" height=\"247\" \/><\/a> Pompeii und der Vesuv in Hintergrund[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Ausserdem erlaubt der Vergleich zwischen Wandgem\u00e4lden aus Pompeii, arch\u00e4ologischen Befunden und Textzeugnissen, sich historische Sachverhalte oder Ereignisse viel konkreter vorzustellen.<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Wohlhabende R\u00f6mer besassen nicht nur ein Haus in der Stadt, sondern auch eine Villa auf dem Land, auf die sie sich in den Sommermonaten, wenn es in der Stadt unertr\u00e4glich heiss wurde, gerne zur\u00fcckzogen. Das konnte eine <em>villa rustica<\/em> sein, also ein Landgut, das von einem Verwalter als landwirtschaftlicher Betrieb unterhalten wurde, oder aber eine <em>otium-villa <\/em>(Villa auf dem Land, die einzig als idyllischer R\u00fcckzugsort diente)<em>, <\/em>eine<em> villa suburbana <\/em>(Villa vor den Toren der Stadt) oder<em> villa maritima <\/em>(Villa am Meer), die eher der Musse und dem Genuss diente. Wir wissen, dass die r\u00f6mische Oberschicht viele solcher z.T. sehr luxuri\u00f6ser Villen in Campanien, einem Landstrich um den Golf von Neapel herum, besass: Hier war das Klima aufgrund des lauen Seewindes auch im Sommer angenehm, das Land war \u00e4usserst fruchtbar (noch heute ist Campanien bekannt f\u00fcr seine landwirtschaftliche Produktion) und die Lage an der vom Meer aufsteigenden K\u00fcste war einfach sch\u00f6n. Viele reiche R\u00f6mer bauten sich dort ihre Prachtvillen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere Cornelia erz\u00e4hlt aus ihrer Kindheit, von Ferien nicht auf dem Land, sondern bei den Grosseltern, die in Pompeii, einer mittelgrossen Stadt und r\u00f6mischen Kolonie am Golf von Neapel, in einer <em>domus<\/em> wohnten. Dieses Haus ist keine Erfindung, man kann es heute noch in Pompeii besuchen, es steht in der <em>regio<\/em> VIII, <em>insula<\/em> 4, Haus 15. Wie andere St\u00e4dte der Region wurde auch Pompeii beim Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahre 79 n. Chr. versch\u00fcttet. Was eine Katastrophe f\u00fcr die dort lebenden Menschen war, wurde zu einem arch\u00e4ologischen Gl\u00fccksfall: Da die Geb\u00e4ude etwa 1600 Jahre begraben blieben und man erst im 17. Jahrhundert mit Ausgrabungen begann, fanden sich z.T. gut erhaltene Geb\u00e4ude (einschliesslich Wandgem\u00e4lden, Wandinschriften und Hausrat) und Infrastruktur (Strassen, Brunnen, Wasserleitungen, Stadttore, Friedh\u00f6fe etc.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Pompeii ist trotz den Millionen Touristen, die es j\u00e4hrlich \u00fcberschwemmen, ein grossartiges Reiseziel: Nirgends sonst kann man r\u00f6mischer Kultur so nahe kommen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_3661\" aria-describedby=\"caption-attachment-3661\" style=\"width: 371px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3661\" width=\"371\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-300x200.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-768x512.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-65x43.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-225x150.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii-350x233.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Pompeii.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3661\" class=\"wp-caption-text\">Pompeii und der Vesuv in Hintergrund<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Ausserdem erlaubt der Vergleich zwischen Wandgem\u00e4lden aus Pompeii, arch\u00e4ologischen Befunden und Textzeugnissen, sich historische Sachverhalte oder Ereignisse viel konkreter vorzustellen.<\/p>\n","protected":false},"author":721,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-1576","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":745,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1576"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/users\/721"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1576\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4048,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1576\/revisions\/4048"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/745"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1576\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=1576"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=1576"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=1576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}