{"id":1333,"date":"2022-02-18T15:34:31","date_gmt":"2022-02-18T14:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=1333"},"modified":"2022-07-13T14:27:13","modified_gmt":"2022-07-13T12:27:13","slug":"hygiene-und-vergnuegen-ein-besuch-in-den-thermen","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/hygiene-und-vergnuegen-ein-besuch-in-den-thermen\/","title":{"raw":"Sport, Spiel und Spa","rendered":"Sport, Spiel und Spa"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Als Thermen bezeichneten die R\u00f6mer grosse Badeanlagen, von denen es in einer Stadt nur wenige gab, wohingegen kleinere B\u00e4der in grosser Zahl vorhanden waren. Schon die Griechen kannten B\u00e4der, doch erst bei den R\u00f6mern wurde der regelm\u00e4ssige Besuch in den B\u00e4dern oder Thermen f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten zur Gewohnheit \u2014 auch, weil ihn sich jeder leisten konnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die Thermen dienten einerseits der allgemeinen Hygiene und damit auch der Gesundheitsvorsorge, andererseits waren sie ein Ort, an dem die Menschen ganz unabh\u00e4ngig von ihrem gesellschaftlichen Stand zusammentrafen, denn nur die reichsten der Reichen konnten sich private B\u00e4der leisten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die grossen Thermenanlagen und die zahlreichen B\u00e4der w\u00e4ren ohne eine zuverl\u00e4ssige Wasserversorgung in den St\u00e4dten\u00a0 gar nicht denkbar gewesen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Betreten der Thermen begab man sich ins die Garderobe, um sich auszuziehen; die Kleider \u00fcbergab man f\u00fcr ein kleines Trinkgeld dem daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Sklaven, der darauf aufpasste. Mit sich nahm man nur die Badeutensilien, wohl ein Tuch, ein Fl\u00e4schchen\u00a0 mit Parf\u00fcm\u00f6l, eine Schale zum Wassersch\u00f6pfen und ein Schabeisen, mit dem man das \u00d6l und den Staub nach dem Sport wieder abschaben konnte.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_3371\" align=\"alignright\" width=\"332\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-300x247.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3371\" width=\"332\" height=\"273\" \/><\/a> R\u00f6mische M\u00e4dchen beim Sport[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Typisch f\u00fcr die Thermen ist, dass es einen Sportplatz unter freiem Himmel f\u00fcr Ballspiele, Gymnastik, Hantelheben und dergleichen gab. In dessen N\u00e4he befand sich oft ein Schwimmbecken, in dem man planschen und schwimmen konnte. Der eigentliche Badegang bestand dann im Besuch verschiedener Bader\u00e4ume in einer bestimmten Reihenfolge: Man begab sich von Warmbad ins Heissbad, danach in eine Art Sauna und ins Kaltbad.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Neben dem Sportplatz gab es auch verschiedene, oft beschattete offene R\u00e4ume, in denen man sich wieder abk\u00fchlen bzw. trocknen konnte. Daneben gab es in den Thermen je nach Gr\u00f6sse zahlreiche Zusatzangebote, angefangen von Einkaufsl\u00e4den f\u00fcr Verpflegung oder Badeutensilien bis zu Bibliotheken und Ruhe- oder Konversationsr\u00e4umen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die warmen und heissen R\u00e4ume der Thermen wurden durch ein sogenanntes Hypokaustsystem beheizt: Ihre Fussb\u00f6den standen auf viereckigen St\u00fctzen aus Ziegelsteinen. Die so unter dem Fussboden entstehenden Hohlr\u00e4ume wurden mit \u00d6fen beheizt, die heisse Abluft dieser \u00d6fen heizte die Fussb\u00f6den und zog dann durch Hohlziegel nach oben ab, so dass die W\u00e4nde auch geheizt waren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Der regelm\u00e4ssige Besuch in der Thermen war ein fester Bestandteil des r\u00f6mischen Lebens.<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Als Thermen bezeichneten die R\u00f6mer grosse Badeanlagen, von denen es in einer Stadt nur wenige gab, wohingegen kleinere B\u00e4der in grosser Zahl vorhanden waren. Schon die Griechen kannten B\u00e4der, doch erst bei den R\u00f6mern wurde der regelm\u00e4ssige Besuch in den B\u00e4dern oder Thermen f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten zur Gewohnheit \u2014 auch, weil ihn sich jeder leisten konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Thermen dienten einerseits der allgemeinen Hygiene und damit auch der Gesundheitsvorsorge, andererseits waren sie ein Ort, an dem die Menschen ganz unabh\u00e4ngig von ihrem gesellschaftlichen Stand zusammentrafen, denn nur die reichsten der Reichen konnten sich private B\u00e4der leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die grossen Thermenanlagen und die zahlreichen B\u00e4der w\u00e4ren ohne eine zuverl\u00e4ssige Wasserversorgung in den St\u00e4dten\u00a0 gar nicht denkbar gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Betreten der Thermen begab man sich ins die Garderobe, um sich auszuziehen; die Kleider \u00fcbergab man f\u00fcr ein kleines Trinkgeld dem daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Sklaven, der darauf aufpasste. Mit sich nahm man nur die Badeutensilien, wohl ein Tuch, ein Fl\u00e4schchen\u00a0 mit Parf\u00fcm\u00f6l, eine Schale zum Wassersch\u00f6pfen und ein Schabeisen, mit dem man das \u00d6l und den Staub nach dem Sport wieder abschaben konnte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3371\" aria-describedby=\"caption-attachment-3371\" style=\"width: 332px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-300x247.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3371\" width=\"332\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-300x247.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-768x633.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-65x54.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-225x185.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4-350x288.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/07\/Lektion-4.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3371\" class=\"wp-caption-text\">R\u00f6mische M\u00e4dchen beim Sport<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Typisch f\u00fcr die Thermen ist, dass es einen Sportplatz unter freiem Himmel f\u00fcr Ballspiele, Gymnastik, Hantelheben und dergleichen gab. In dessen N\u00e4he befand sich oft ein Schwimmbecken, in dem man planschen und schwimmen konnte. Der eigentliche Badegang bestand dann im Besuch verschiedener Bader\u00e4ume in einer bestimmten Reihenfolge: Man begab sich von Warmbad ins Heissbad, danach in eine Art Sauna und ins Kaltbad.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Neben dem Sportplatz gab es auch verschiedene, oft beschattete offene R\u00e4ume, in denen man sich wieder abk\u00fchlen bzw. trocknen konnte. Daneben gab es in den Thermen je nach Gr\u00f6sse zahlreiche Zusatzangebote, angefangen von Einkaufsl\u00e4den f\u00fcr Verpflegung oder Badeutensilien bis zu Bibliotheken und Ruhe- oder Konversationsr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die warmen und heissen R\u00e4ume der Thermen wurden durch ein sogenanntes Hypokaustsystem beheizt: Ihre Fussb\u00f6den standen auf viereckigen St\u00fctzen aus Ziegelsteinen. 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