{"id":1318,"date":"2022-02-18T15:10:31","date_gmt":"2022-02-18T14:10:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=1318"},"modified":"2022-02-25T08:42:35","modified_gmt":"2022-02-25T07:42:35","slug":"fortschritt-ohne-grenzen","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/fortschritt-ohne-grenzen\/","title":{"raw":"Fortschritt ohne Grenzen?","rendered":"Fortschritt ohne Grenzen?"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Wozu ist der Mensch f\u00e4hig? Sind sein Erfindergeist und seine Schaffenskraft grenzenlos? Wird das ewig so weitergehen? Oder stossen wir irgendwann an eine un\u00fcberwindbare Grenze? Gibt es am Ende eine Macht, die sogar den menschlichen Geist in Schranken weist? Diese Fragen stellen sich die Menschen seit der Antike immer wieder.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Einer der ber\u00fchmtesten Erfinder der Antike war Daedalus. Sein Name steht stellvertretend f\u00fcr den wichtigsten Charakterzug eines Erfinders: \u03b4\u03b1\u1f77\u03b4\u03b1\u03bb\u03bf\u03c2 (daidalos) bedeutet so viel wie \u00abschlau\u00bb oder \u00abraffiniert\u00bb. Ob es ihn wirklich gab, ist fraglich; seine Geschichte geh\u00f6rt zum reichen Mythenschatz der Insel Kreta.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Daedalus war als Fl\u00fcchtling nach Kreta gelangt, was dem K\u00f6nig Minos sehr gelegen kam: Der brauchte einen findigen Geist, der seiner Frau Pasipha\u00eb half. Diese hatte sich n\u00e4mlich unsterblich in einen wundersch\u00f6nen Stier verliebt.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1322\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-300x265.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"265\" class=\"wp-image-1322 size-medium\" \/><\/a> Pasipha\u00eb und der kleine Minotauros (3. Jh. v. Chr.)[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Daedalus entwarf einen h\u00f6lzernen Kuhk\u00f6rper, in den Pasipha\u00eb hineinschl\u00fcpfen konnte, um so ihre Lust mit dem Stier auszuleben. Und die Paarung blieb nicht ohne Folgen: Pasipha\u00eb gebar ein Wesen, halb Stier, halb Mensch, das Minotaurus genannt wurde, und fortan ganz Kreta in Angst und Schrecken versetzte. Erneut wandte sich der K\u00f6nig an Daedalus und befahl ihm, ein Labyrinth zu bauen, worin man das Ungeheuer einschliessen konnte, damit niemand mehr zu Schaden k\u00e4me.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Minos erkannte die strategische Bedeutung von Daedalus\u2019 Genie und f\u00fcrchtete daher, Daedalus k\u00f6nnte seinen Erfindergeist in den Dienst eines anderen Herrschers stellen. Deshalb wollte er verhindern, dass Daedalus Kreta verliess, und sorgte daf\u00fcr, dass kein Schiff Daedalus und seinen Sohn Ikarus an Bord nahm. Er glaubte, die Fluchtgefahr sei damit gebannt...<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Wozu ist der Mensch f\u00e4hig? Sind sein Erfindergeist und seine Schaffenskraft grenzenlos? Wird das ewig so weitergehen? Oder stossen wir irgendwann an eine un\u00fcberwindbare Grenze? Gibt es am Ende eine Macht, die sogar den menschlichen Geist in Schranken weist? Diese Fragen stellen sich die Menschen seit der Antike immer wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Einer der ber\u00fchmtesten Erfinder der Antike war Daedalus. Sein Name steht stellvertretend f\u00fcr den wichtigsten Charakterzug eines Erfinders: \u03b4\u03b1\u1f77\u03b4\u03b1\u03bb\u03bf\u03c2 (daidalos) bedeutet so viel wie \u00abschlau\u00bb oder \u00abraffiniert\u00bb. Ob es ihn wirklich gab, ist fraglich; seine Geschichte geh\u00f6rt zum reichen Mythenschatz der Insel Kreta.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Daedalus war als Fl\u00fcchtling nach Kreta gelangt, was dem K\u00f6nig Minos sehr gelegen kam: Der brauchte einen findigen Geist, der seiner Frau Pasipha\u00eb half. Diese hatte sich n\u00e4mlich unsterblich in einen wundersch\u00f6nen Stier verliebt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1322\" aria-describedby=\"caption-attachment-1322\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-300x265.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"265\" class=\"wp-image-1322 size-medium\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-300x265.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-1024x905.jpg 1024w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-768x678.jpg 768w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-1536x1357.jpg 1536w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-65x57.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-225x199.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail-350x309.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/16_Pasiphae_Minotauros_Cdm_Paris_DeRidder1066_detail.jpg 1749w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1322\" class=\"wp-caption-text\">Pasipha\u00eb und der kleine Minotauros (3. Jh. v. Chr.)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Daedalus entwarf einen h\u00f6lzernen Kuhk\u00f6rper, in den Pasipha\u00eb hineinschl\u00fcpfen konnte, um so ihre Lust mit dem Stier auszuleben. Und die Paarung blieb nicht ohne Folgen: Pasipha\u00eb gebar ein Wesen, halb Stier, halb Mensch, das Minotaurus genannt wurde, und fortan ganz Kreta in Angst und Schrecken versetzte. Erneut wandte sich der K\u00f6nig an Daedalus und befahl ihm, ein Labyrinth zu bauen, worin man das Ungeheuer einschliessen konnte, damit niemand mehr zu Schaden k\u00e4me.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Minos erkannte die strategische Bedeutung von Daedalus\u2019 Genie und f\u00fcrchtete daher, Daedalus k\u00f6nnte seinen Erfindergeist in den Dienst eines anderen Herrschers stellen. Deshalb wollte er verhindern, dass Daedalus Kreta verliess, und sorgte daf\u00fcr, dass kein Schiff Daedalus und seinen Sohn Ikarus an Bord nahm. 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