{"id":1209,"date":"2022-02-17T18:01:39","date_gmt":"2022-02-17T17:01:39","guid":{"rendered":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/?post_type=chapter&#038;p=1209"},"modified":"2022-02-17T18:03:30","modified_gmt":"2022-02-17T17:03:30","slug":"die-duesteren-urspruenge-einer-hochkultur","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/chapter\/die-duesteren-urspruenge-einer-hochkultur\/","title":{"raw":"Die d\u00fcsteren Urspr\u00fcnge einer Hochkultur","rendered":"Die d\u00fcsteren Urspr\u00fcnge einer Hochkultur"},"content":{"raw":"<p style=\"text-align: justify\">Rom: die ewige Stadt! Doch die oftmals so glorreich und schillernd erz\u00e4hlte Geschichte hat auch sehr d\u00fcstere Aspekte. Menschen wurden ungefragt vor vollendete Tatsachen gestellt und mussten sich mit ihrem Schicksal arrangieren. Eine von ihnen war Rhea Silvia, die von ihrem Onkel Amulius zu einer Priesterin der Vesta gemacht wurde. Dieser hatte n\u00e4mlich Rhea Silvias Vater, seinen Bruder Numitor, vom Thron gestossen. Der Thronr\u00e4uber wollte verhindern, dass Numitors Nachkommen, also allf\u00e4llige Kinder Rhea Silvias, den Thron beanspruchten. Da die Priesterinnen der Vesta keinen Sex haben durften, glaubte Amulius, die Gefahr eines rechtm\u00e4ssigen Thronfolgers aus Numitors Geschlecht sei damit gebannt.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1210\" align=\"alignleft\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo.jpg\"><img src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" class=\"wp-image-1210 size-medium\" \/><\/a> Peter Paul Rubens: Die W\u00f6lfin mit Remus und Romulus[\/caption]\r\n<p style=\"text-align: justify\">Doch er hatte nicht mit g\u00f6ttlichem Einwirken gerechnet. Der Kriegsgott Mars vergewaltigte Rhea Silvia und zeugte mit ihr die Zwillinge Romulus und Remus. Nach der Geburt liess Amulius die Zwillinge auf dem Tiber aussetzen. Der Korb, in dem die Kinder lagen, verfing sich im Dickicht in einer Flussbiegung. Dort fand eine W\u00f6lfin die beiden Jungen, s\u00e4ugte sie und rettete ihnen so das Leben. Wenig sp\u00e4ter nahm ein Hirte die Kinder bei sich auf und erzog sie, als w\u00e4ren sie seine eigenen S\u00f6hne. Die beiden wuchsen zu kr\u00e4ftigen jungen M\u00e4nnern heran und gr\u00fcndeten an der Stelle, wo die W\u00f6lfin sie vor dem sicheren Tod bewahrt hatte, eine Stadt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Doch bald kam es zum Streit: Nach wem sollte die neue Stadt benannt werden? Romulus zog flugs mit der Spitzhacke eine Furche, welche die zuk\u00fcnftige Stadtmauer darstellen sollte, und nannte die Stadt Rom. Remus sprang \u00fcber diese symbolische Stadtgrenze und verspottete Romulus, worauf dieser ihn erschlug. Einen hoffnungsvollen Anfang f\u00fcr eine junge Stadt stellt man sich anders vor.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Nichtsdestotrotz waren die ersten Jahre der jungen \u00abRomulus-Stadt\u00bb erfolgreich. Immer mehr junge M\u00e4nner schlossen sich dem charismatischen Anf\u00fchrer an, manch Vertriebener fand am Tiber eine neue Heimat. Doch die Stadt hatte ein Problem: Ihr fehlten die Frauen. Da konnte man noch so fleissig S\u00fcmpfe trockenlegen und H\u00e4user bauen, ohne Frauen und damit ohne Nachwuchs drohte Romulus\u2019 ehrgeizigem Projekt ein fr\u00fches Ende. Zuerst hatten die jungen M\u00e4nner durchaus versucht, auf ehrliche Weise junge Frauen f\u00fcr sich zu gewinnen. Als das jedoch nicht fruchtete, griffen sie zu brutalen Mitteln.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Doch lassen wir sie endlich selber zu Wort kommen! Hersilia, eine Sabinerin, erz\u00e4hlt von einem Tag, der ihr Leben ver\u00e4nderte.<\/p>","rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Rom: die ewige Stadt! Doch die oftmals so glorreich und schillernd erz\u00e4hlte Geschichte hat auch sehr d\u00fcstere Aspekte. Menschen wurden ungefragt vor vollendete Tatsachen gestellt und mussten sich mit ihrem Schicksal arrangieren. Eine von ihnen war Rhea Silvia, die von ihrem Onkel Amulius zu einer Priesterin der Vesta gemacht wurde. Dieser hatte n\u00e4mlich Rhea Silvias Vater, seinen Bruder Numitor, vom Thron gestossen. Der Thronr\u00e4uber wollte verhindern, dass Numitors Nachkommen, also allf\u00e4llige Kinder Rhea Silvias, den Thron beanspruchten. Da die Priesterinnen der Vesta keinen Sex haben durften, glaubte Amulius, die Gefahr eines rechtm\u00e4ssigen Thronfolgers aus Numitors Geschlecht sei damit gebannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1210\" aria-describedby=\"caption-attachment-1210\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" class=\"wp-image-1210 size-medium\" srcset=\"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-300x298.jpg 300w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-150x150.jpg 150w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-65x64.jpg 65w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-225x223.jpg 225w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo-350x347.jpg 350w, https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-content\/uploads\/sites\/105\/2022\/02\/14_Romolo_e_remo.jpg 499w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1210\" class=\"wp-caption-text\">Peter Paul Rubens: Die W\u00f6lfin mit Remus und Romulus<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch er hatte nicht mit g\u00f6ttlichem Einwirken gerechnet. Der Kriegsgott Mars vergewaltigte Rhea Silvia und zeugte mit ihr die Zwillinge Romulus und Remus. Nach der Geburt liess Amulius die Zwillinge auf dem Tiber aussetzen. Der Korb, in dem die Kinder lagen, verfing sich im Dickicht in einer Flussbiegung. Dort fand eine W\u00f6lfin die beiden Jungen, s\u00e4ugte sie und rettete ihnen so das Leben. Wenig sp\u00e4ter nahm ein Hirte die Kinder bei sich auf und erzog sie, als w\u00e4ren sie seine eigenen S\u00f6hne. Die beiden wuchsen zu kr\u00e4ftigen jungen M\u00e4nnern heran und gr\u00fcndeten an der Stelle, wo die W\u00f6lfin sie vor dem sicheren Tod bewahrt hatte, eine Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch bald kam es zum Streit: Nach wem sollte die neue Stadt benannt werden? Romulus zog flugs mit der Spitzhacke eine Furche, welche die zuk\u00fcnftige Stadtmauer darstellen sollte, und nannte die Stadt Rom. Remus sprang \u00fcber diese symbolische Stadtgrenze und verspottete Romulus, worauf dieser ihn erschlug. Einen hoffnungsvollen Anfang f\u00fcr eine junge Stadt stellt man sich anders vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nichtsdestotrotz waren die ersten Jahre der jungen \u00abRomulus-Stadt\u00bb erfolgreich. Immer mehr junge M\u00e4nner schlossen sich dem charismatischen Anf\u00fchrer an, manch Vertriebener fand am Tiber eine neue Heimat. Doch die Stadt hatte ein Problem: Ihr fehlten die Frauen. Da konnte man noch so fleissig S\u00fcmpfe trockenlegen und H\u00e4user bauen, ohne Frauen und damit ohne Nachwuchs drohte Romulus\u2019 ehrgeizigem Projekt ein fr\u00fches Ende. Zuerst hatten die jungen M\u00e4nner durchaus versucht, auf ehrliche Weise junge Frauen f\u00fcr sich zu gewinnen. Als das jedoch nicht fruchtete, griffen sie zu brutalen Mitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch lassen wir sie endlich selber zu Wort kommen! Hersilia, eine Sabinerin, erz\u00e4hlt von einem Tag, der ihr Leben ver\u00e4nderte.<\/p>\n","protected":false},"author":700,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-1209","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":1207,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1209"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/users\/700"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1209\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1215,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1209\/revisions\/1215"}],"part":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/1207"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/1209\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=1209"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=1209"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/dlf.uzh.ch\/openbooks\/amor\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=1209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}